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  • Die überströmende Güte Jehovas
    Der Wachtturm 1991 | 15. August
    • Die überströmende Güte Jehovas

      „Wie überströmend ist deine Güte, die du aufgespart hast für die, die dich fürchten“ (PSALM 31:19).

      1, 2. (a) Welche enorme Arbeit leistete Jehova irgendwann in ferner Vergangenheit? (b) Wie beschrieb Jehova das Ergebnis seiner schöpferischen Tätigkeit?

      ES GAB eine Zeit, wo Gott daranging, ‘die Himmel als seinen Thron und die Erde als den Schemel seiner Füße’ zu erschaffen (Jesaja 66:1). Der göttliche Bericht enthüllt nicht, wann dies geschah. Es heißt einfach: „Im Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde“ (1. Mose 1:1). Während der Schöpfungsperiode wurden zahllose Millionen von Galaxien gebildet. Viele von ihnen bestehen aus Milliarden von Sternen. Am Rand einer solchen Galaxie befand sich ein heller Stern, umkreist von mehreren verhältnismäßig kleinen, dunkleren kugelförmigen Gebilden. Eines davon wurde schließlich Erde genannt. Verglichen mit den großen leuchtenden Sternen, war die Erde völlig unbedeutend. Doch Jehova beschloß, sie zum Schemel seiner Füße zu machen.

      2 Daher wandte sich Jehova mit seinen schöpferischen Fähigkeiten dem Planeten Erde zu. „Der Erstgeborene aller Schöpfung“ wirkte an seiner Seite als ein Werkmeister, während diese kleine, dunkle Masse im Verlauf von sechs langen Schöpfungs„tagen“ verändert wurde. Sie wurde, bildlich gesprochen, eine passende Ruhestätte für Gottes Füße (Kolosser 1:15; 2. Mose 20:11; Sprüche 8:30). Gott nahm sich vor, dorthin eine neue Form vernunftbegabter Geschöpfe zu setzen: die Menschen. Das erste Menschenpaar, erschaffen aus Elementen des Erdbodens, wurde in eine liebliche, paradiesische Umgebung gesetzt (1. Mose 1:26, 27; 2:7, 8). Das Endergebnis dieses herausragenden Schöpfungsaktes war so vollkommen, so schön, daß in der Bibel sogar enthüllt wird, was Gott am Morgen — das heißt im Schlußteil — des sechsten Schöpfungstages dachte: „Gott [sah] alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31).

      Gottes Güte

      3. Welche herausragende Eigenschaft Gottes zeigt sich in der Schöpfung?

      3 Tausende von Jahren später blickte ein Nachkomme des ersten Menschenpaares in die Zeit der Schöpfung zurück und schrieb: „Seine [Gottes] unsichtbaren Eigenschaften werden seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden, ja seine ewigwährende Macht und Göttlichkeit“ (Römer 1:20). Die herrliche Pracht der Erde und die erstaunlichen Geschöpfe darauf spiegelten tatsächlich auf wunderbare Weise Gottes unsichtbare Eigenschaften wider — nicht zuletzt seine überströmende Güte. Wie passend war doch Gottes Feststellung, daß alles, was er erschaffen hatte, gut war! (Psalm 31:19).

      4, 5. Was ist Güte?

      4 Güte ist die sechste Facette der vom Apostel Paulus in Galater 5:22 beschriebenen Frucht des Geistes Gottes. Frühere Abhandlungen über die ersten fünf Früchte des Geistes in der Zeitschrift Der Wachtturm haben gezeigt, welche Bedeutung ihnen bei der Entwicklung einer reifen christlichen Persönlichkeit zukommt.a Wir dürfen also die Güte auf keinen Fall vergessen. Passenderweise schenken wir nun dieser Eigenschaft unsere Aufmerksamkeit.

      5 Was ist Güte? Güte hat mit einwandfreier Qualität zu tun und bedeutet unter anderem „ohne nachteilige Eigenschaften oder Mängel, sittlich tadellos“. Güte ist somit eine positive Eigenschaft, die sich durch Gutestun und Hilfsbereitschaft äußert. Wie können wir diese liebenswerte Eigenschaft bekunden? Im Grunde genommen dadurch, daß wir Jehova nachahmen. Bevor wir daher besprechen, welche Möglichkeiten wir als einzelne Christen haben, Güte zu offenbaren, möchten wir näher auf die Güte eingehen, die Jehova, unser liebevoller Gott, durch die Art und Weise bekundete, wie er für die Menschheitsfamilie gesorgt hat und mit ihr umgegangen ist.

      Güte zeigt sich in der Schöpfung

      6. Was veranlaßte Jehova, andere vernunftbegabte Lebensformen zu erschaffen?

      6 Was veranlaßte unseren himmlischen Vater vor allem, vernunftbegabte Geschöpfe an seiner Freude am Leben teilhaben zu lassen? Der Apostel Johannes beantwortet diese Frage, wenn er sagt: „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4:16). Ja, selbstlose Liebe bewog den großen Quell des Lebens, andere Lebensformen zu erschaffen und einigen von ihnen eine himmlische Wohnstätte zu bereiten, anderen eine irdische. Natürlich wissen wir wenig über den Himmel oder das Wesen der himmlischen Geschöpfe. Sie sind Geister — für menschliche Augen unsichtbar —, und ihre Wohnstätte befindet sich im geistigen Bereich. Aber schauen wir uns an der irdischen Wohnstätte um, die Jehova seinen menschlichen Kindern bereitet hat. Und betrachten wir die Menschheit selbst. Dann sehen wir mit unseren eigenen Augen eindrucksvolle Beweise für die Güte Gottes.

      7—9. Inwiefern zeugt die Art und Weise, wie Gott die Erde und den Menschen darauf erschuf, von seiner Güte?

      7 Jehova gab unseren Ureltern Leben und ermöglichte es ihnen, das Leben als etwas Angenehmes, Beglückendes zu empfinden. Schon bei der Erschaffung ihrer Wohnstätte, der Erde, sorgte er dafür, daß deren Rotation, Temperaturspektrum und Atmosphäre genau den Bedürfnissen entsprachen. Er setzte den Wasser-, den Stickstoff- und den Sauerstoffkreislauf in Gang — Einrichtungen, die zum Nutzen und Wohl des Menschen vollkommen funktionierten. Er bedeckte die Erdoberfläche mit Tausenden von Pflanzenarten. Einige davon dienen dem Menschen als Nahrung, andere wiederum entzücken besonders sein Auge. Die Lüfte erfüllte Jehova mit Vögeln, die durch ihre Farbenpracht und ihre Lieder viel Freude bereiten. Die Meere bevölkerte er mit Schwärmen von Fischen und das Land mit zahlreichen Arten von wildlebenden Tieren und auch Haustieren. Welch erstaunliche Großzügigkeit! Und welch ein Beweis für Gottes Herzensgüte! (Psalm 104:24).

      8 Betrachten wir jetzt, wie Gott den Menschen erschaffen hat. Arme, Beine und Hände sind so gestaltet, daß er das Gleichgewicht halten und sich mühelos fortbewegen kann. So ist er in der Lage, seinen Nahrungsbedarf und sonstige Bedürfnisse zu befriedigen, und zwar durch das, was er in seiner Umgebung auf der Erde im Übermaß vorfindet. Jehova gab dem Menschen Geschmacksknospen, damit das Essen und Trinken nicht zu einer rein mechanischen Energieaufnahme wird — etwa so, wie wenn man heute ein elektrisches Gerät an eine Stromquelle anschließt. Nein, das Essen und Trinken sollte Freude bereiten, denn es wird nicht nur der Magen gefüllt, sondern auch der Geschmackssinn angeregt. Jehova machte dem Menschen Ohren und umgab ihn mit einer Unzahl von Tönen, die sein Ohr bezaubern. Wie gern hören wir doch das sanfte Murmeln eines Baches, das Gurren einer Turteltaube oder das vergnügte Glucksen eines Babys! Ja, dank der Güte Gottes ist es immer noch eine Freude, am Leben zu sein, obwohl seit der Schöpfung sehr viel Unerfreuliches geschehen ist.

      9 Betrachten wir noch andere unserer Sinne. Wie entzückt ist unser Auge von der Vielfalt herrlicher Farben! Und wie wohltuend ist der liebliche Duft einer Blume! Kein Wunder, daß sich der Psalmist mit dem Ausruf an Jehova wandte: „Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin. Deine Werke sind wunderbar“ (Psalm 139:14).

      Fall und Rettung der Menschheit

      10. Wie haben die meisten Menschen auf Gottes Güte reagiert, doch auf welche Weise ziehen sie immer noch Nutzen aus seiner Güte?

      10 Leider mangelte es unseren Ureltern nach einiger Zeit an Wertschätzung für die ihnen von Gott erwiesene Güte. Das zeigte sich, als sie Jehovas Gebote übertraten und die einzige ihnen auferlegte Einschränkung außer acht ließen. Für sie und ihre Nachkommen waren Sorgen, Leiden und Tod die Folge (1. Mose 2:16, 17; 3:16-19; Römer 5:12). In den Jahrtausenden nach diesem Akt des Ungehorsams erwiesen sich die meisten Menschen gegenüber der Güte Gottes gleichgültig oder undankbar. Trotzdem ziehen undankbare Menschen immer noch Nutzen aus Gottes Güte. Auf welche Weise? Der Apostel Paulus erklärte gegenüber den Bewohnern von Lystra im Nahen Osten: „[Gott hat sich] nicht ohne Zeugnis gelassen, indem er Gutes tat, da er euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und euer Herz mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte“ (Apostelgeschichte 14:17).

      11. Inwiefern beschränkte sich Gott in seiner Güte nicht darauf, den Menschen eine entzückende Wohnstätte zu bereiten?

      11 Jehova Gott beschränkte sich jedoch in seiner Güte nicht darauf, fortgesetzt in überreichem Maße für all das auf der Erde zu sorgen, was zur Erhaltung des Lebens dient und Freude bereitet. Nein, er tat noch mehr. Er zeigte sich bereit, die Sünden der Nachkommen Adams zu vergeben und mit treuen Menschen in Verbindung zu bleiben. Auf diesen Aspekt der Güte Gottes wurde Moses aufmerksam gemacht, als Jehova ihm versprach: „[Ich] werde all mein Gutes vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen.“ Dann hörte Moses folgende Erklärung: „Jehova, Jehova, ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit, der Tausenden liebende Güte bewahrt, der Vergehung und Übertretung und Sünde verzeiht“ (2. Mose 33:19; 34:6, 7).

      12. Welche Vorkehrungen des mosaischen Gesetzes ließen Jehovas Güte erkennen?

      12 In Moses’ Tagen führte Jehova für die neugegründete Nation Israel ein Rechtssystem ein, unter dem unabsichtliche Sünder eine einstweilige oder sinnbildliche Sündenvergebung erlangen konnten. Durch den von Moses vermittelten Gesetzesbund wurden die Israeliten Gottes besondere Nation, und er gebot ihnen, ihm verschiedene Tieropfer darzubringen, die ihre Sünden und unreinen Handlungen zudecken würden. So konnten sich reumütige Israeliten trotz ihrer Unvollkommenheit immer wieder auf annehmbare Weise an Jehova wenden, und sie wußten, daß ihre Anbetung ihm wohlgefällig war. König David, ein Angehöriger der unter dem mosaischen Gesetz stehenden Nation, brachte zum Ausdruck, daß er sich der Güte Gottes in dieser Hinsicht bewußt war: „Der Sünden meiner Jugend und meiner Auflehnungen o gedenke nicht. Gemäß deiner liebenden Güte gedenke du meiner, um deiner Güte willen, o Jehova“ (Psalm 25:7).

      13. Wie sorgte Jehova für eine wirkungsvollere Möglichkeit der Sündenvergebung, als es die Tieropfer waren?

      13 In seiner Güte sorgte Jehova schließlich für eine wirkungsvollere und dauerhafte Möglichkeit, Sünden zu vergeben, und zwar mittels des Opfers Jesu, der ein Nachkomme König Davids war (Matthäus 1:6-16; Lukas 3:23-31). Jesus beging keine Sünde. Als er starb, war sein geopfertes Leben daher von großem Wert, und Gott nahm dieses Opfer als ein Lösegeld an, das auf alle sündigen Nachkommen Adams angewandt werden konnte. Der Apostel Paulus schrieb: „Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, und als freie Gabe werden sie durch seine unverdiente Güte gerechtgesprochen aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus bezahlte Lösegeld. Ihn hat Gott durch Glauben an sein Blut als ein Sühnopfer hingestellt“ (Römer 3:23-26).

      14. Welche wunderbaren Hoffnungen werden Menschen durch das Loskaufsopfer ermöglicht?

      14 Durch den Glauben an Jesu Loskaufsopfer wird für Christen viel bewirkt, viel mehr, als jene Tieropfer unter dem Gesetzesbund für die Israeliten bewirkten. Das Loskaufsopfer hat es ermöglicht, daß eine begrenzte Zahl Christen gerechtgesprochen und durch Gottes Geist als seine Söhne adoptiert worden sind. Sie wurden auf diese Weise Brüder Jesu und erhielten die Hoffnung, als Geistgeschöpfe auferweckt zu werden und mit ihm an seinem himmlischen Königreich teilzuhaben (Lukas 22:29, 30; Römer 8:14-17). Man stelle sich vor: Gott stellt Geschöpfen, die auf dem winzigen Planeten Erde leben, derartige Vorrechte im Himmel in Aussicht! Eine kleine Gruppe derer, die diese Hoffnung hegen, ist immer noch am Leben. Für Millionen weiterer Christen eröffnet der Glaube an das Lösegeld die Möglichkeit, sich an dem zu erfreuen, was Adam und Eva verloren: ewiges Leben auf einer paradiesischen, mit einem Garten vergleichbaren Erde. Der Gesetzesbund allein konnte seinen Anhängern weder eine Zukunft im Himmel noch auf der Erde in Aussicht stellen.

      15. Wovon handelt die gute Botschaft unter anderem?

      15 Wie passend, daß die Botschaft von den neuen Vorkehrungen, für die Gott durch Jesus Christus gesorgt hat, „gute Botschaft“ genannt wird, denn sie spiegelt Gottes Güte wider (2. Timotheus 1:9, 10). In der Bibel wird die gute Botschaft manchmal als die „gute Botschaft vom Königreich“ bezeichnet. Heute handelt sie davon, daß das Königreich unter der Herrschaft des auferweckten Jesus bereits aufgerichtet worden ist (Matthäus 24:14; Offenbarung 11:15; 14:6, 7). Aber die gute Botschaft schließt mehr ein. Wie aus den angeführten Worten des Paulus an Timotheus hervorgeht, schließt sie die Erkenntnis ein, daß Jesus für uns ein Loskaufsopfer darbrachte. Ohne dieses Opfer wäre unser Verhältnis zu Gott, ja unsere Rettung nicht möglich — ganz zu schweigen von dem Königreich, das aus Jesus und den 144 000 Priestern und Königen besteht, die von der Erde genommen werden. Welch ein wunderbarer Beweis der Güte Gottes das Lösegeld doch ist!

      Gottes Güte heute

      16, 17. Wie erfüllte sich Hosea 3:5 (a) 537 v. u. Z., (b) 1919 u. Z.?

      16 In einer Vorschau auf die „letzten Tage“ sagte der Apostel Paulus warnend: „Die Menschen werden ... ohne Liebe zum Guten [sein]“ (2. Timotheus 3:1-3). Nicht einmal normale Äußerungen der Güte wie Freigebigkeit und ein gutnachbarliches Verhalten würden hoch im Kurs stehen. Wie ermutigend ist daher die herzerwärmende Prophezeiung aus Hosea 3:5: „Danach werden die Söhne Israels umkehren und Jehova, ihren Gott, und David, ihren König, gewiß suchen; und sie werden tatsächlich bebend zu Jehova und zu seiner Güte kommen im Schlußteil der Tage.“

      17 Diese Prophezeiung erfüllte sich das erste Mal 537 v. u. Z., als die Juden aus dem Exil in Babylon in das Land der Verheißung zurückkehrten. Die neuzeitliche Erfüllung begann 1919, als der Überrest des geistigen Israel Satans Organisation verließ und ernstlich daranging, Jehova und seine Güte zu suchen. Die geistigen Israeliten stellten fest, daß „David, ihr König“, nämlich Jesus Christus, seit 1914 im Himmel Herrschermacht ausübte. Während er sie vom Himmel her beaufsichtigte, übernahmen sie begeistert die Aufgabe, den Nationen diese gute Botschaft zu verkündigen. Dadurch begannen sie, den Auftrag aus Matthäus 24:14 zu erfüllen: „Diese gute Botschaft vom [aufgerichteten] Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“

      18. Wer hat sich dem Überrest des geistigen Israel im Verkündigen der guten Botschaft angeschlossen?

      18 Dem Überrest der Gesalbten hat sich in der heutigen Zeit die „große Volksmenge“ angeschlossen, die ebenfalls die Güte Jehovas bejubelt (Offenbarung 7:9). Über vier Millionen stimmen jetzt in die Worte des Engels ein, den der Apostel Johannes in einer Vision sah, indem sie alle Nationen auffordern: „Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen, und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat“ (Offenbarung 14:7).

      19. Nenne einen der größten Beweise für Gottes Güte.

      19 Einer der größten Beweise für Gottes Güte ist, daß er uns in diesem dem Höhepunkt zustrebenden Werk seine Mitarbeiter sein läßt. Welch ein Vorrecht, daß uns die „herrliche gute Botschaft des glücklichen Gottes“ anvertraut worden ist! (1. Timotheus 1:11). Dadurch, daß wir sie verkündigen und andere darüber belehren, offenbaren wir in hohem Maße Güte, diese wichtige Frucht des Geistes Gottes. So bekunden wir die Einstellung Davids, des Dieners Gottes aus alter Zeit, der sagte: „Bei der Erwähnung der Fülle deiner Güte werden sie übersprudeln, und deiner Gerechtigkeit wegen werden sie jubeln“ (Psalm 145:7).

      20. Was wird in bezug auf Güte im folgenden Artikel besprochen werden?

      20 Ist jedoch die Beteiligung am Predigen der guten Botschaft die einzige Möglichkeit, in unserem Leben Güte zu offenbaren? Keineswegs. Wir werden ermuntert: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“ (Epheser 5:1). Gottes Güte wird auf unterschiedliche Weise offenbar. Folglich sollte sich auch unsere Güte in vielen Bereichen des Lebens zeigen. Einige davon werden in dem folgenden Artikel betrachtet.

      [Fußnote]

      a Die einzelnen Früchte des Geistes sind Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde und Selbstbeherrschung.

  • ‘Jede Art von Güte’ hervorbringen
    Der Wachtturm 1991 | 15. August
    • ‘Jede Art von Güte’ hervorbringen

      „Die Frucht des Lichts besteht aus jeder Art von Güte“ (EPHESER 5:9).

      1, 2. Welche beiden Gruppen gibt es seit alter Zeit, und in welch unterschiedlicher Lage befinden sie sich heute?

      NACH der Rebellion in Eden vor etwa 6 000 Jahren und auch nach der Flut der Tage Noahs teilte sich die Menschheit in zwei Gruppen oder Organisationen. Die eine bestand aus Menschen, die sich bemühten, Jehova zu dienen, die andere aus Menschen, die Satan folgten. Gibt es diese Organisationen immer noch? Gewiß. Der Prophet Jesaja bezog sich auf beide Gruppen und sagte ihren Zustand in unserer Zeit voraus: „Siehe, Finsternis, sie wird die Erde bedecken und dichtes Dunkel die Völkerschaften; aber über dir wird Jehova aufleuchten, und seine eigene Herrlichkeit wird über dir zu sehen sein“ (Jesaja 60:1, 2).

      2 Ja, diese beiden Organisationen sind so gegensätzlich wie Licht und Finsternis. Und genauso, wie ein Lichtstrahl einen Menschen, der sich in der Dunkelheit verirrt hat, anlockt, so hat das in der finsteren Welt leuchtende Licht Jehovas Millionen aufrichtiggesinnter Menschen zu seiner Organisation gezogen. Jesaja sagte weiter: „Nationen [andere Schafe] werden bestimmt zu deinem Licht gehen und Könige [gesalbte Königreichserben] zum Glanz deines Aufleuchtens“ (Jesaja 60:3).

      3. Wie strahlen Jehovas Diener seine Herrlichkeit wider?

      3 Wie strahlen Jehovas Diener seine Herrlichkeit wider? Zum einen predigen sie die gute Botschaft von Gottes aufgerichtetem himmlischen Königreich (Markus 13:10). Zum anderen ahmen sie Jehova, das beste Beispiel für Güte, nach und ziehen so durch ihren Lebenswandel Sanftmütige zum Licht (Epheser 5:1). Paulus schrieb: „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in Verbindung mit dem Herrn. Fahrt fort, als Kinder des Lichts zu wandeln.“ Weiter erklärte er: „Die Frucht des Lichts besteht aus jeder Art von Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Vergewissert euch fortwährend dessen, was für den Herrn annehmbar ist, und habt nicht mehr mit ihnen teil an den unfruchtbaren Werken, die zur Finsternis gehören“ (Epheser 5:8-11). Was meinte Paulus mit „jeder Art von Güte“?

      4. Was ist Güte, und wie zeigt sie sich bei einem Christen?

      4 Wie der vorangehende Artikel gezeigt hat, bedeutet Güte „ohne nachteilige Eigenschaften oder Mängel, sittlich tadellos“. Jesus sagte, daß nur Jehova im wahrsten Sinne des Wortes gut ist (Markus 10:18). Dennoch kann ein Christ Jehova nachahmen, indem er Güte, die eine Frucht des Geistes ist, hervorbringt (Galater 5:22). In einem biblischen Wörterbuch wird zu agathós, dem griechischen Wort für „gut“, ausgeführt, es beschreibe „etwas, was in seinem Wesen oder seiner Beschaffenheit gut ist und sich nützlich auswirkt“ (Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words). Ein Christ, der Güte bekundet, ist daher bestrebt, sowohl gut zu sein als auch Gutes zu tun. (Vergleiche 5. Mose 12:28.) Auch wird er Dinge unterlassen, die der Güte widersprechen, die ‘unfruchtbaren Werke, die zur Finsternis gehören’. Unter den ‘Arten der Güte’, von denen Paulus sprach, sind die verschiedenen Möglichkeiten zu verstehen, die einem Christen offenstehen, um in seinem Lebenswandel Güte zu offenbaren. Was zählt unter anderem dazu?

      „Fahre fort, Gutes zu tun“

      5. Was ist eine Art von Güte, und warum sollten Christen sie hervorbringen?

      5 Paulus bezog sich in seinem Brief an die Römer auf eine Art von Güte oder Gutestun. Er sprach von der Unterordnung unter die „obrigkeitlichen Gewalten“ und sagte: „Willst du also ohne Furcht vor der obrigkeitlichen Gewalt sein? Fahre fort, Gutes zu tun, und du wirst Lob von ihr haben.“ Mit dem „Guten“, von dem er sprach, ist der Gehorsam gegenüber den Gesetzen und Anordnungen der Obrigkeit gemeint. Warum sollten sich Christen ihr unterwerfen? Um unnötige Konflikte mit der Obrigkeit und damit eine mögliche Bestrafung zu vermeiden, aber auch — und dem kommt noch größere Bedeutung zu —, um ein reines Gewissen vor Gott zu bewahren (Römer 13:1-7). Christen sind zwar in erster Linie bemüht, Jehova zu gehorchen, doch sie ‘ehren den König’ und lehnen sich nicht gegen die Obrigkeit auf, die mit Gottes Zulassung besteht (1. Petrus 2:13-17). Deshalb sind Christen gute Nachbarn und gute Bürger, ja sie geben ein gutes Beispiel.

      Rücksichtsvoll gegenüber anderen

      6. (a) Welchen weiteren Aspekt der Güte gibt es? (b) Wer verdient gemäß der Bibel unsere Rücksichtnahme?

      6 Jehovas Güte zeigt sich zum Beispiel darin, daß er im Interesse aller Erdbewohner für „Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten“ sorgt. Die Folge ist eine ‘Fülle von Speise und Fröhlichkeit’, was erkennen läßt, daß er ein wahrhaft rücksichtsvoller, umsichtiger Gott ist (Apostelgeschichte 14:17). Wir können ihn in dieser Hinsicht nachahmen, indem wir anderen gegenüber in kleinen und größeren Dingen rücksichtsvoll sind. Wem gegenüber besonders? Paulus spricht insbesondere von den Ältesten, „die unter euch hart arbeiten und die euch vorstehen im Herrn und euch ernstlich ermahnen“. Er fordert Christen auf, „ihnen um ihres Werkes willen über die Maßen Achtung zu zollen in Liebe“ (1. Thessalonicher 5:12, 13). Wie können wir das tun? Indem wir uneingeschränkt mit ihnen zusammenarbeiten — zum Beispiel bei nötigen Arbeiten in Verbindung mit dem Königreichssaal. Wir sollten uns zwar frei fühlen, uns immer an Älteste zu wenden, wenn es nötig ist, doch sollten wir sie nicht übermäßig in Anspruch nehmen. Statt dessen sollten wir, soweit es uns möglich ist, versuchen, die Last dieser hart arbeitenden Hirten zu erleichtern, von denen viele außer ihren Aufgaben in der Versammlung auch Familienpflichten zu erfüllen haben.

      7. Wie können wir auf Betagte Rücksicht nehmen?

      7 Die Betagten verdienen ebenfalls unsere Rücksichtnahme. Ein entsprechendes Gebot des mosaischen Gesetzes lautete: „Vor grauem Haar solltest du aufstehen, und du sollst Rücksicht nehmen auf die Person eines alten Mannes, und du sollst Furcht haben vor deinem Gott. Ich bin Jehova“ (3. Mose 19:32). Wie kann man solche Rücksicht bekunden? Jüngere mögen sich bereit erklären, Betagten beim Einkaufen und bei anderen Arbeiten behilflich zu sein. Die Ältesten können umsichtig sein und überprüfen, ob irgendwelche Betagten Hilfe beim Besuch der Zusammenkünfte benötigen. Auf Kongressen sollten es junge, tatkräftige Personen vermeiden, ungeduldig zu sein und einen langsam gehenden älteren Menschen beim Überholen anzurempeln. Sie werden sich gedulden, falls ein älterer Mensch etwas länger braucht, seinen Platz einzunehmen oder sich etwas zu essen zu holen.

      8. Wie können wir Rücksicht nehmen auf eine andere in der Bibel ausdrücklich erwähnte Gruppe, die es verdient?

      8 Der Psalmist erwähnte eine weitere Gruppe, die rücksichtsvoll behandelt werden sollte: „Glücklich ist jeder, der mit Rücksicht auf den Geringen handelt“ (Psalm 41:1). Es mag uns leichtfallen, gegenüber einer prominenten oder wohlhabenden Person rücksichtsvoll zu sein, wie steht es aber im Falle eines Geringen oder Armen? Wenn es darum geht, gegenüber beiden Gruppen die gleiche Rücksicht zu bekunden, wird, wie der Bibelschreiber Jakobus andeutete, unsere Gerechtigkeit und christliche Liebe auf die Probe gestellt. Mögen wir diese Probe bestehen, indem wir zu allen — ungeachtet ihrer Verhältnisse — rücksichtsvoll sind (Philipper 2:3, 4; Jakobus 2:2-4, 8, 9).

      „Fahrt fort, barmherzig zu werden“

      9, 10. Warum sollten Christen barmherzig sein, und wie können sie diese Art von Güte bekunden?

      9 Eine weitere Art von Güte ist aus einigen Gleichnissen Jesu zu erkennen. Eines handelt davon, daß ein Samariter unterwegs einen Mann sah, der ausgeraubt, furchtbar geschlagen und auf dem Weg liegen gelassen worden war. Ein Levit und ein Priester waren bereits an dem Verletzten vorübergegangen, ohne ihm zu helfen. Der Samariter blieb jedoch stehen und leistete Erste Hilfe, ja er tat mehr, als man vielleicht normalerweise erwartet hätte. Die Geschichte ist im englischen Sprachraum als das Gleichnis vom Guten Samariter bekannt. Welche Art von Güte bekundete dieser Samariter? Barmherzigkeit. Als Jesus seinen Zuhörer fragte, wer sich als der Nächste des Verletzten erwiesen habe, antwortete er richtig: „Derjenige, der ihm gegenüber barmherzig handelte“ (Lukas 10:37).

      10 Barmherzige Christen ahmen Jehova nach, von dem Moses zu den Israeliten sagte: „Jehova, dein Gott, ist ein barmherziger Gott. Er wird dich nicht im Stich lassen noch dich ins Verderben bringen, noch den Bund deiner Vorväter vergessen, den er ihnen geschworen hat“ (5. Mose 4:31). Jesus zeigte, wie uns Gottes Barmherzigkeit berühren sollte: „Fahrt fort, barmherzig zu werden, wie euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6:36). Wie können wir Barmherzigkeit bekunden? Eine Möglichkeit besteht, wie Jesu Gleichnis andeutet, darin, daß wir bereit sind, unserem Mitmenschen zu helfen, auch wenn es riskant oder unbequem ist. Ein guter Mensch wird nicht zusehen, wie sein Bruder leidet, wenn er etwas dagegen unternehmen kann (Jakobus 2:15, 16).

      11, 12. Was schließt Barmherzigkeit gemäß Jesu Gleichnis von den beiden Sklaven ein, und wie können wir das heute praktizieren?

      11 Ein anderes Gleichnis Jesu läßt erkennen, daß Güte, die sich durch Barmherzigkeit äußert, auch die Bereitschaft zu vergeben einschließt. Jesus sprach von einem Sklaven, der seinem Herrn zehntausend Talente schuldete. Da der Sklave diese Schuld nicht begleichen konnte, bat er um Barmherzigkeit, und sein Herr vergab oder erließ ihm gütigerweise die riesige Schuld von umgerechnet 60 000 000 Denaren. Doch der Sklave ging weg und fand einen anderen Sklaven, der ihm nur hundert Denare schuldete. Der Sklave, dem vergeben worden war, ließ seinen Schuldner unbarmherzigerweise ins Gefängnis werfen, bis es ihm möglich wäre zu zahlen. Der unbarmherzige Sklave war zweifellos kein gütiger Mensch, und als der Herr erfuhr, was geschehen war, zog er ihn zur Rechenschaft (Matthäus 18:23-35).

      12 Wir sind in einer ähnlichen Lage wie der Sklave, dem vergeben wurde. Auf der Grundlage des Opfers Jesu hat Jehova uns eine riesige Sündenschuld erlassen oder vergeben. Daher sollten wir sicherlich bereit sein, auch anderen zu vergeben. Wie Jesus sagte, sollten wir willens sein, „bis zu siebenundsiebzigmal“ zu vergeben, das heißt unbegrenzt (Matthäus 5:7; 6:12, 14, 15; 18:21, 22). Ein barmherziger Christ wird folglich keinen Groll hegen. Er wird keinen Unwillen gegen einen Mitchristen aufkommen lassen oder es im Groll ablehnen, mit ihm zu reden. Solche Unbarmherzigkeit ist kein Kennzeichen christlicher Güte.

      Großzügig und gastfreundlich

      13. Was schließt die Güte noch ein?

      13 Güte zeigt sich auch in Großzügigkeit und Gastfreundschaft. Einmal kam ein junger Mann zu Jesus und bat um Rat: „Lehrer, was soll ich Gutes tun, um ewiges Leben zu erhalten?“ Jesus erklärte ihm, er solle stets Gottes Gebote halten. Ja, Gehorsam gegenüber Jehovas Geboten ist ein Aspekt der Güte. Der junge Mann war der Meinung, er tue dies bereits nach bestem Vermögen. In den Augen seiner Mitmenschen war er bestimmt ein guter Mensch, doch hatte er das Empfinden, es fehle ihm noch etwas. Jesus sagte deshalb: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deine Habe und gib den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach“ (Matthäus 19:16-22). Der junge Mann ging betrübt hinweg. Er war sehr wohlhabend. Wenn er Jesu Rat befolgt hätte, dann hätte er beweisen können, daß er nicht materialistisch war. Und er hätte eine gute Tat vollbracht — ein Ausdruck wirklich selbstloser Großzügigkeit und Freigebigkeit!

      14. Welchen vorzüglichen Rat gaben Jehova und Jesus hinsichtlich Großzügigkeit und Freigebigkeit?

      14 Jehova forderte die Israeliten auf, großzügig und freigebig zu sein. Wir lesen zum Beispiel: „Du solltest ... [deinem in Armut geratenen Nächsten] auf jeden Fall geben, und dein Herz sollte nicht geizen, wenn du ihm gibst, denn deswegen wird Jehova, dein Gott, dich in jeder deiner Taten und in all deinem Unternehmen segnen“ (5. Mose 15:10; Sprüche 11:25). Auch Jesus Christus ermunterte zur Freigebigkeit: „Übt euch im Geben, und man wird euch geben. Man wird euch ein treffliches, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß in euren Schoß schütten“ (Lukas 6:38). Überdies war Jesus selbst sehr großzügig. Er hatte sich einmal zurückgezogen, um sich etwas auszuruhen. Eine Volksmenge fand heraus, wo er sich aufhielt, und kam zu ihm. Jesus dachte nun in seiner Großzügigkeit nicht mehr ans Ausruhen und verausgabte sich für die Volksmenge. Später bekundete er außergewöhnliche Gastfreundschaft, indem er die große Menschenmenge mit Nahrung versorgte (Markus 6:30-44).

      15. Wodurch gaben Jesu Jünger ein gutes Beispiel der Freigebigkeit?

      15 Dem Rat Jehovas und Jesu entsprechend, waren viele Jünger Jesu bemerkenswert großzügig und gastfreundlich. In den ersten Tagen der Christenversammlung hörten nicht wenige von denen, die 33 u. Z. zur Feier des Pfingstfestes gekommen waren, die Apostel predigen und wurden gläubig. Als sie nach dem Fest noch blieben, um mehr zu erfahren, gingen ihnen die Nahrungsvorräte aus. Die einheimischen Gläubigen verkauften daher ihren Besitz und spendeten das Geld, um ihre neuen Brüder zu unterstützen, so daß diese eine festere Grundlage für den Glauben erlangen konnten. Wie großzügig und freigebig! (Apostelgeschichte 4:32-35; siehe auch Apostelgeschichte 16:15; Römer 15:26).

      16. Nenne einige Möglichkeiten, wie wir heute Gastfreundschaft und Freigebigkeit bekunden können.

      16 Auch heute kann man die Großzügigkeit beobachten, die Christus auszeichnete, wenn Christen Zeit und Geld für die Ortsversammlungen oder das weltweite Predigtwerk einsetzen. Diese Großzügigkeit zeigt sich ebenfalls, wenn sie Brüdern Hilfe leisten, die von einer Naturkatastrophe oder einem Krieg betroffen sind. Sie wird deutlich, wenn für den Kreisaufseher während seiner regelmäßigen Besuche gesorgt wird. Und wenn christliche Familien „vaterlose Knaben“ (oder vaterlose Mädchen) einladen, sich mit ihnen gemeinsam zu entspannen oder an ihrem Familienbibelstudium teilzunehmen, so ist dies gleichfalls Gastfreundschaft — ein Ausdruck christlicher Güte (Psalm 68:5).

      Die Wahrheit reden

      17. Warum ist die Wahrhaftigkeit heute eine Herausforderung?

      17 Als Paulus die Frucht des Lichts beschrieb, brachte er Güte mit Gerechtigkeit und Wahrheit in Zusammenhang, und es wäre richtig zu sagen, daß die Wahrhaftigkeit eine weitere Art von Güte ist. Wer gütig oder gut ist, sagt nicht die Unwahrheit. Andererseits ist es heute, wo das Lügen gang und gäbe ist, eine besondere Herausforderung, die Wahrheit zu reden. Viele Leute machen falsche Angaben in ihrer Steuererklärung. Oft lügen Arbeitnehmer in bezug auf die Arbeit, die sie leisten. Schüler betrügen im Unterricht und mogeln bei Prüfungen. Geschäftsleute machen unwahre Angaben in Verträgen. Kinder schwindeln, um einer Strafe zu entgehen. Und böswillige Schwätzer ruinieren den Ruf anderer durch Lügen.

      18. Wie ist Jehova zu Lügnern eingestellt?

      18 Jehova verabscheut Lügen. Zu den ‘sieben Dingen’, die er haßt, zählen „eine falsche Zunge“ und „ein falscher Zeuge, der Lügen vorbringt“ (Sprüche 6:16-19). „Alle Lügner“ werden unter die Feiglinge, Mörder und Hurer eingereiht, die in Gottes neuer Welt keinen Platz haben (Offenbarung 21:8). Außerdem lautet ein Spruch: „Wer in seiner Geradheit wandelt, fürchtet Jehova, aber der in seinen Wegen Verkehrte verachtet IHN“ (Sprüche 14:2). Ein Lügner geht krumme Wege und läßt so erkennen, daß er Jehova verachtet. Wie verwerflich! Reden wir stets die Wahrheit, selbst wenn es dazu führt, daß wir in Zucht genommen werden oder einen finanziellen Verlust erleiden (Sprüche 16:6; Epheser 4:25). Wer die Wahrheit redet, ahmt Jehova, den „Gott der Wahrheit“, nach (Psalm 31:5).

      Güte hervorbringen

      19. Was ist in der Welt mitunter zu beobachten, das dem Schöpfer zur Ehre gereicht?

      19 Das sind nur einige ‘Arten’ von Güte, die ein Christ hervorbringen sollte. Es stimmt, auch Menschen in der Welt offenbaren ein gewisses Maß an Güte. Manche sind zum Beispiel gastfreundlich und andere barmherzig. Ja, was das Gleichnis vom Guten oder Barmherzigen Samariter so bemerkenswert machte, war der Umstand, daß Jesus von einem Nichtjuden erzählte, der Barmherzigkeit geübt hatte, während Älteste der jüdischen Versammlung dies unterlassen hatten. Tatsächlich gereicht es dem Schöpfer des Menschen zur Ehre, daß nach 6 000 Jahren Unvollkommenheit einige Menschen immer noch von Natur aus solche Wesenszüge aufweisen.

      20, 21. (a) Inwiefern unterscheidet sich christliche Güte von jeglicher Güte, die wir bei Menschen in der Welt beobachten mögen? (b) Wie kann ein Christ Güte hervorbringen, und warum sollte er eifrig darauf bedacht sein?

      20 Für Christen ist Güte allerdings keine Eigenschaft, die man haben mag oder nicht haben mag. Es ist eine Eigenschaft, die sie mit allen ihren Facetten hervorbringen müssen, weil sie Nachahmer Gottes sein sollen. Wie ist das möglich? Wie die Bibel zeigt, können wir Güte oder Gutes lernen. „Lehre mich Gutes“, betete der Psalmist zu Gott. Wie? Er fuhr fort: „Denn ich habe Glauben an deine Gebote geübt.“ Er fügte hinzu: „Du bist gut und tust Gutes. Lehre mich deine Bestimmungen“ (Psalm 119:66, 68).

      21 Ja, wenn wir Jehovas Gebote kennenlernen und ihnen gehorchen, werden wir Güte hervorbringen. Vergessen wir nicht: Güte ist eine Frucht des Geistes. Wenn wir uns durch das Gebet, durch die Gemeinschaft mit unseren christlichen Brüdern und durch das Studium der Bibel um den Geist Jehovas bemühen, wird uns bestimmt geholfen werden, diese Eigenschaft zu bekunden. Die Güte ist überdies machtvoll. Sie kann sogar das Böse besiegen (Römer 12:21). Demnach ist es unerläßlich, allen Gutes zu tun, besonders aber unseren christlichen Brüdern (Galater 6:10). Wenn wir das beachten, werden wir unter denen sein, denen „Herrlichkeit und Ehre und Frieden“ zuteil wird, was „jedem, der das Gute wirkt“, verheißen ist (Römer 2:6-11).

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