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  • Die Macht des Geschwätzes
    Erwachet! 1991 | 8. Juni
    • Die Macht des Geschwätzes

      DER Selbstmord der jungen Frau erschütterte die ruhige englische Ortschaft. Noch bestürzender war die Schlußfolgerung, zu der man nach dem gerichtlichen Verfahren zur Feststellung der Todesursache gelangte: „Schuld an ihrem Tod ist leeres Geschwätz!“ Offensichtlich brachte das boshafte Gerede der Bewohner die junge Frau um ihren guten Ruf und verleidete ihr das Leben (Rumor and Gossip—The Social Psychology of Hearsay von Ralph L. Rosnow und Gary Alan Fine).

      Die Folgen sind zwar selten so tragisch, doch es besteht wohl kein Zweifel, daß Geschwätz schreckliche Macht hat. Einerseits hat es seine Berechtigung als Mittel zum Austausch wissenswerter Informationen. Andererseits schreibt man dem Geschwätz bisweilen die Schuld an politischen Unruhen, familiärer Zerrüttung und beruflichem Scheitern zu.

      Geschwätz kann Verdauungsstörungen, schlaflose Nächte und tiefes Leid verursachen. Und zweifellos hatten wir alle schon einmal unter Tratsch zu leiden. Der Autor William M. Jones schreibt über die Geschäftswelt: „Man muß in seiner beruflichen Laufbahn damit rechnen, daß einem irgendwann jemand in den Rücken fällt.“

      Gemeines Geschwätz wird fast überall mißbilligt. Bei den Seminolen, einem Indianerstamm in den Vereinigten Staaten, wird „abfälliges Gerede über andere“ mit Lügen und Stehlen auf die gleiche Stufe gestellt. In einer westafrikanischen Gemeinde riskierten Klatschmäuler, daß man ihnen die Lippen abschnitt oder, noch schlimmer, daß man sie hinrichtete. Schon immer wurden Maßnahmen ergriffen, um Geschwätz zu unterbinden.

      Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert gebrauchte man in England und in Deutschland (später auch in den Vereinigten Staaten) die Wippe, um Schwätzer zu beschämen und von ihrer schädigenden Tratscherei abzubringen. Wer sich Geschwätz zuschulden kommen ließ, wurde auf dem Sitz der Wippe festgebunden und wiederholt untergetaucht.

      Es ist zwar lange her, daß man Leute ins Wasser tauchte, an den Pranger stellte oder in den Stock legte, doch bis heute wird der Kampf gegen das Geschwätz fortgeführt. In den 60er Jahren beispielsweise richtete man in den Vereinigten Staaten Zentren zur Unterbindung von Gerüchten ein, um regierungsfeindlichen Intrigen entgegenzuwirken. Ähnliche Einrichtungen wurden in Nordirland und in England geschaffen. Man hat Gesetze erlassen, um Gerüchten, die bestimmte Geldinstitute wirtschaftlich schädigen sollen, einen Riegel vorzuschieben.

      Trotz solcher Bemühungen läßt sich Geschwätz nicht unterdrücken. Es gedeiht wie eh und je. Weder durch Gesetze noch durch irgendeine andere menschliche Maßnahme ist es bisher gelungen, seine gefährliche Macht einzudämmen. Geschwätz lauert überall. Es gibt Tratsch in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, beim Einkaufen, auf Partys und in der Familie. Geschwätz hat alle Völker, Rassen und gesellschaftlichen Schichten durchdrungen. Ein Experte sagte: „Geschwätz ist fast so üblich wie das Atmen.“ Ja er meinte, es sei in der menschlichen Natur tief verwurzelt.

      Geschwätz offenbart zwar oft eine düstere Seite der menschlichen Natur, insofern als der Ruf anderer besudelt, die Wahrheit verdreht oder das Leben von Menschen ruiniert wird, aber es ist nicht an sich verwerflich. Belangloses Gerede hat auch einen positiven Aspekt. Das Wissen um die Grenze zwischen harmlosem und schädigendem Geschwätz schützt einen davor, über andere herzuziehen — und selbst ein Opfer des Tratsches zu werden.

      [Bild auf Seite 4]

      Mit der Wippe ging man offiziell gegen Schwätzer vor

      [Bildnachweis]

      Historical Pictures Service

  • Geschwätz — Warum so beliebt?
    Erwachet! 1991 | 8. Juni
    • Geschwätz — Warum so beliebt?

      AUF chinesisch heißt es schén-tán, auf finnisch juoru, auf italienisch pettegolézzo und auf spanisch chisme. Ja, Geschwätz ist überall verbreitet. In manchen Sprachen hat das Wort einen ausgesprochen negativen Beiklang. Im Deutschen bezeichnet Geschwätz „inhaltsloses Gerede“, Plauderei über belanglose Angelegenheiten.

      Interessanterweise haftet dem deutschen Begriff allerdings auch etwas Unangenehmes an. Das liegt daran, daß inhaltsloses Gerede oft in schädigenden oder Unruhe stiftenden Tratsch übergeht. Es kann sogar darauf hinauslaufen, jemanden zu verleumden, d. h. „über jemanden Unwahres verbreiten mit der Absicht, seinem Ansehen zu schaden“. Ein alter Spruch lautet daher treffend: „Bei Westwind gibt’s Regen und bei Klatsch gibt’s Ärger“ (Sprüche 25:23, Die Bibel in heutigem Deutsch).

      Warum übt Klatsch trotz des Schadens, der dadurch angerichtet werden kann, oft einen unwiderstehlichen Reiz auf uns aus? Und wo ist die Grenze zwischen harmlosem und schädigendem Geschwätz?

      Geschwätz — Austausch von Informationen

      Es gibt einen ganz natürlichen Grund für Geschwätz: Menschen interessieren sich füreinander. Man spricht also gern von anderen. Der Anthropologe Max Gluckman sagte einmal: „Tagaus, tagein bringen die meisten Menschen beachtliche Zeit mit Geschwätz zu. Wenn wir unseren Tagesablauf schriftlich festhielten, denke ich, daß bei manchen das Schwatzen in der Rangordnung gleich nach dem ‚Arbeiten‘ käme.“

      Belangloses, nettes Gerede in Maßen kann dem Austausch wissenswerter Informationen dienen und hält einen auf dem laufenden. Häufig geht es um harmlose Neuigkeiten, zum Beispiel, wer geheiratet hat, wer schwanger ist und wer gestorben ist, oder es handelt sich lediglich um humorvolles Geplauder ohne böswillige Absicht.

      Allzuoft werden bei leerem Gerede jedoch die Grenzen des Anstands und des Takts überschritten. Sachverhalte werden ausgeschmückt, übertrieben und verdreht. Man amüsiert sich über etwas, was dem Opfer des Tratsches peinlich ist. Die Privatsphäre anderer wird verletzt. Ihr Vertrauen wird mißbraucht. Man schadet ihrem Ansehen, oder ihr Ruf wird ruiniert. Was an sich lobenswert ist, wird durch Schwarzmalerei, Getuschel und Krittelei getrübt. Daß keine schlechte Absicht dahintersteckt, ist ein schwacher Trost für denjenigen, über den getratscht wird. Jemand hat schädigendes Geschwätz einmal mit Lehmklumpen verglichen, mit denen eine saubere Wand beworfen wird. Vielleicht bleibt der Lehm nicht haften, aber er hinterläßt immer schmutzige Spuren.

      Zugehörigkeitsgefühl

      Ein weiterer Grund, warum wir uns leicht in Geschwätz hineinziehen lassen, ist der natürliche Wunsch, beliebt zu sein und akzeptiert zu werden. „Man ist mehr oder weniger verpflichtet zu reden“, schrieben die Psychologen John Sabini und Maury Silver, „und Geschwätz ist eine angenehme, leichte und allgemein akzeptierte Möglichkeit, dieser Verpflichtung nachzukommen“ (Moralities of Everyday Life). Bis zu einem gewissen Grad ist Geschwätz also ein Mittel, Gespräche in Gang zu bringen und ein Zugehörigkeitsgefühl zu erlangen.

      Das Problem ist, daß sich die Leute für negative Informationen eher begeistern als für positive. Manche scheinen sich an sensationellen Schreckensmeldungen sogar zu ergötzen. Mit Geschwätz kann man die Aufmerksamkeit auf sich lenken — je schauerlicher oder skandalöser die Neuigkeit ist, um so wirkungsvoller. Es wird kaum ein Gedanke daran verschwendet, ob die schockierenden Behauptungen auch stichhaltig sind.

      Regenbogenpresse

      Klatsch in den Medien appelliert an eine weitere menschliche Schwäche — übermäßige Neugier. Die Leute sind auf Geheimnisse erpicht. Sie genießen es, eingeweiht zu sein. Schon 1730, als Benjamin Franklin die Klatschspalten der Pennsylvania Gazette zu füllen begann, stellte man fest, daß die Leute für Tratsch in die Tasche greifen.

      Boulevardblätter finden nach wie vor Anklang. In Europa strotzen die Kioske nur so von gesellschaftlichem Klatsch. Die Regenbogenpresse plaudert Geschichten von Königshäusern, Rennfahrern und anderen Prominenten aus. In einem Zeitungsartikel wurde Klatsch einmal als Goldgrube bezeichnet.

      Ist es aber sinnvoll, mit zwanghafter Neugier zu verfolgen, was in den Wohnungen, Schlafzimmern und Köpfen anderer vor sich geht? Hat es irgendeinen Nutzen, etwas zu lesen oder anzuschauen, was lüsterne Wünsche weckt? Offenbar läßt die Boulevardpresse die Neugier ausarten.

      Die Gerüchteküche

      Auch Gerüchte und Falschmeldungen leisten schädigendem Geschwätz Vorschub. Oft braut die Gerüchteküche Gift zusammen. Gerüchte können Chaos und Panik verursachen und sogar todbringend sein. Allein die geschäftsschädigende Wirkung geht ins unermeßliche. Eine Schnellrestaurantkette brauchte über ein Jahr, um das Gerücht aus der Welt zu schaffen, sie würde in ihren Hamburgern Würmer verarbeiten. Eine Waschmittelfirma kostete es Jahre und Millionen von Dollar, das Gerücht zu ersticken, ihr Markenzeichen sei ein dämonisches Symbol und sie selbst sei in den Satanskult verstrickt.

      Es sind jedoch Einzelpersonen, denen durch Gerüchte am meisten Kummer und Schaden zugefügt wird. Aber da phantastische Geschichten etwas Faszinierendes an sich haben, neigen die Leute dazu, sie weiterzuerzählen, ohne sich über den Wahrheitsgehalt oder die Konsequenzen den Kopf zu zerbrechen.

      Boshaftes Geschwätz — Verleumdung

      Neid und Haß sind häufig die Wurzel der verheerendsten Art von Geschwätz: boshafter Tratsch oder Verleumdung. Das griechische Wort für „Verleumder“ lautet diábolos — ein Ausdruck, der in der Bibel mit Teufel wiedergegeben wird (Offenbarung 12:9). Der Titel ist passend, da Satan der große Verleumder Gottes ist. Ähnlich wie Satan sprechen manche mit böswilliger Absicht über andere. Zuweilen ist der Beweggrund Eifersucht oder Rache für verletzte Gefühle. In jedem Fall will der Verleumder seine eigenen Interessen wahren, indem er Rufmord begeht.

      Boshaftes Geschwätz oder Verleumdung ist zwar die verwerflichste Art von Gerede, doch es ist grundsätzlich unmoralisch und unverantwortlich, sich an schädigendem, Unruhe stiftendem Geschwätz zu beteiligen. Wie kann man verhindern, daß harmloses Gerede in schädigende Verleumdung ausartet?

      [Bild auf Seite 5]

      Harmloses Geschwätz dient oft dem Zweck, wissenswerte Informationen auszutauschen und Gespräche in Gang zu bringen

      [Bild auf Seite 6]

      Schädigendes Geschwätz ist mit Lehmklumpen zu vergleichen, mit denen eine saubere Wand beworfen wird. Vielleicht bleibt der Lehm nicht haften, aber er hinterläßt immer schmutzige Spuren.

      [Bild auf Seite 7]

      Manche verbreiten Geschwätz, um im Mittelpunkt zu stehen

  • Geschwätz — Wie man sich selbst und andere schützen kann
    Erwachet! 1991 | 8. Juni
    • Geschwätz — Wie man sich selbst und andere schützen kann

      SOLANGE es Menschen gibt, wird es Geschwätz geben. Selbst die in der Bibel vorhergesagte vollkommene neue Welt wird höchstwahrscheinlich nicht frei von Geschwätz sein (2. Petrus 3:13).a Zwangloses Gerede über Freunde und Bekannte gehört zu der Art und Weise, wie wir uns mitteilen und Freundschaften festigen.

      Allerdings gibt es überhaupt keine Entschuldigung für schädigendes, boshaftes Geschwätz, d. h. Verleumdung. Solches Gerede hat verheerende Auswirkungen; es kann dem Ansehen anderer schaden, Freundschaften zerstören und sogar das Leben eines Menschen ruinieren. Wie kann man also vermeiden, die Grenzen des Anstands zu überschreiten und sich auf schädigendes Geschwätz einzulassen? Wie kann man sich schützen? Hervorragender Rat auf diesem Gebiet ist in der Bibel zu finden. Betrachten wir einige ihrer Hinweise.

      Sich auf die Zunge beißen: Jemand hat einmal gesagt: „Gespräche sind eine Übung des Geistes, doch Geschwätz ist bloß eine Übung der Zunge.“ Tatsächlich zeugt schädigendes Gerede zumeist nicht von Boshaftigkeit, sondern davon, daß man nicht nachdenkt, bevor man redet. Manche treten die Angelegenheiten anderer breit; sie übertreiben, schmücken Begebenheiten aus oder verdrehen sie, ohne die Folgen zu überdenken. Sie verraten die Fehler ihrer Freunde, ihres Ehepartners oder ihrer Kinder und sind sich nicht einmal des Schadens bewußt, den sie dadurch anrichten.

      Die Bibel mahnt daher: „Bei der Menge von Worten fehlt Übertretung nicht, wer aber seine Lippen in Schach hält, handelt verständig“ (Sprüche 10:19). Das heißt: Wir sollten nachdenken, bevor wir reden, besonders bevor wir etwas über andere sagen. Fragen wir uns: „Würde ich das in Gegenwart des Betreffenden wiederholen? Wie wäre mir zumute, wenn man über mich so reden würde?“ (Matthäus 7:12). In Psalm 39:1 heißt es: „Ich will meine Wege behüten vor der Versündigung mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund mit einem Maulkorb verwahren.“

      Zugegeben, es gibt Umstände, unter denen es fast unmöglich ist, sich auf die Zunge zu beißen. Angenommen, man hat den begründeten Verdacht, daß einem selbst oder einem Angehörigen schweres Unrecht zugefügt worden ist. Man hat vielleicht keinen Beweis auf der Hand, hält es aber für notwendig, etwas zu unternehmen. Wäre es verleumderisch, mit einem vertrauenswürdigen Freund oder jemandem in verantwortlicher Stellung darüber zu sprechen? Ist man ein gehässiger Schwätzer, wenn man jemanden um Rat fragt? Natürlich nicht. Die Bibel räumt ein, daß vertrauliche Gespräche angebracht sein können. Selbstverständlich sind in solch heiklen Situationen gutes Urteilsvermögen und Ausgeglichenheit entscheidend (Sprüche 15:22).

      Nicht auf schädigendes Geschwätz hören: Notorische Schwätzer machen nur eine Seite des Problems aus; wer ihnen sein Ohr leiht, ist mitschuldig. Durch bloßes Zuhören kann man stillschweigende Zustimmung erkennen lassen und mit dazu beitragen, schädigendes Geschwätz zu verbreiten. Sprüche 17:4 sagt: „Der Übeltäter merkt auf die schadenstiftende Lippe. Ein Fälscher schenkt Gehör der Zunge, die Widerwärtigkeiten verursacht.“

      Wenn das Gerede über andere außer Kontrolle gerät, muß man mitunter den Mut aufbringen zu sagen: „Wechseln wir das Thema!“ Besteht der eigene Freundeskreis aus unverbesserlichen Schwätzern, dann sollte man erwägen, sich neue Freunde zu suchen. Die Bibel gibt zu bedenken: „Wer jedes Gerücht weiterträgt, plaudert auch Geheimnisse aus. Darum meide Leute, die zuviel reden!“ (Sprüche 20:19, Die Bibel in heutigem Deutsch). Wahrscheinlich ist es sonst nur eine Frage der Zeit, bis man selbst zum Gesprächsthema wird.

      Nicht übertrieben reagieren: Die meisten haben nichts gegen Geschwätz, solange nicht über sie selbst getratscht wird. Gesetzt den Fall jedoch, andere verbreiten ein gemeines Gerücht oder eine Lügengeschichte über einen selbst. Manchmal kann man den Urheber des Gerüchts ausfindig machen und die Sache ruhig mit ihm besprechen. Was aber, wenn das nicht möglich ist?

      Zornig zu werden führt zu nichts. „Wer schnell ist zum Zorn, wird Torheit begehen“, sagt die Bibel (Sprüche 14:17). Salomo rät daher: „Gib nicht dein Herz all den Worten hin, die die Menschen reden mögen ... Denn dein eigenes Herz weiß wohl, sogar von vielen Malen, daß du, ja du, Übles auf andere herabgerufen hast“ (Prediger 7:21, 22). Geschwätz ist eine Gegebenheit unseres Lebens, und jeder ist wohl irgendwann schon einmal über andere hergezogen. Ist es die Sache wirklich wert, sich darüber aufzuregen? Wird sie nach einer Weile ohnehin in Vergessenheit geraten? Es gibt „eine Zeit zum Lachen“, und vielleicht kann man dem Gerücht am besten dadurch die Grundlage entziehen, daß man es mit Humor nimmt (Prediger 3:4).

      Kein Öl ins Feuer gießen: Falls sich die Geschichte einfach nicht aus der Welt schaffen läßt, sollte man sich fragen: „Könnte es sein, daß ich anderen Grund für Geschwätz liefere? Verhalte ich mich fragwürdig und erwecke dadurch den Anschein, verkehrt zu handeln?“ Denken wir über folgende Situationen nach:

      ◻ Eine Frau wird hinter ihrem Rücken von ihren Kolleginnen als faul und unzuverlässig bezeichnet — obwohl sie ihre Aufgaben zufriedenstellend erfüllt. Warum hat sie diesen schlechten Ruf? Sie hat eine sorglose, unbeschwerte Art, die leicht als Faulheit ausgelegt wird. Ihr Erscheinungsbild ist viel zu salopp für ihre Büroarbeit. Außerdem ist sie bei persönlichen Telefongesprächen wenig zurückhaltend und spricht so laut, daß sie die Aufmerksamkeit ihrer Kolleginnen erregt. Daher das Gerede!

      ◻ In einem kleinen Dorf wird über einen Ladenbesitzer geklatscht. Man erzählt sich, er betrüge seine Frau. Der Mann weist diese falsche Anschuldigung entschieden zurück. Was ist die Ursache für das Gerücht? Er hat den Ruf, gegenüber Kundinnen zu vertraulich zu sein.

      ◻ Einem jungen Mädchen wird eine lose Moral nachgesagt. Man behauptet, sie gehe mit jedem ins Bett und nehme Kokain. All das stimmt nicht. Doch sie ist dafür bekannt, daß sie mit Leuten von der Drogenszene verkehrt. Ihre Kleidung, ihre Frisur und ihr Make-up sind extrem.

      Falls boshaftes Geschwätz über einen verbreitet wird, wäre es vielleicht eine Hilfe, sich zu überlegen, ob man durch sein Verhalten, die Art und Weise, wie man mit anderen umgeht, oder durch seine Aufmachung irgendwie Öl ins Feuer gießt. Womöglich lassen sich die Gerüchte durch Änderungen am eigenen Lebensstil aus der Welt schaffen. „Wo es kein Holz gibt, geht das Feuer aus“, erklärt die Bibel (Sprüche 26:20). Wenn sich die eigenen Handlungen an der Grenze des Unschicklichen bewegen, besteht übrigens immer die Gefahr, tatsächlich in eine verkehrte Handlungsweise abzugleiten — wodurch das Gerücht eine Grundlage erhalten würde. (Vergleiche Galater 6:7, 8; 1. Korinther 10:12.)

      ‘Sich um die eigenen Geschäfte kümmern’

      Geschwätz ist etwas Unabänderliches. Doch man muß sich seiner potentiell zerstörerischen Macht bewußt sein. Man kann sich und anderen viel Kummer ersparen, wenn man einfach die weisen Worte befolgt: „Alles, was wahr, alles, was von ernsthaftem Interesse ist, alles, was gerecht, alles, was keusch, alles, was liebenswert ist, alles, worüber gut gesprochen wird, wenn es irgendeine Tugend und irgend etwas Lobenswertes gibt, diese Dinge erwägt weiterhin ..., und der Gott des Friedens wird mit euch sein“ (Philipper 4:8, 9).

      Ja, Gott achtet darauf, wie wir über andere reden. Jesus Christus sagte warnend, daß „die Menschen von jedem nutzlosen Ausspruch, den sie machen, am Gerichtstag Rechenschaft ablegen werden; denn durch deine Worte wirst du gerechtgesprochen werden, und durch deine Worte wirst du verurteilt werden“ (Matthäus 12:36, 37; vergleiche Psalm 52:2-5).

      Wünschen wir uns inneren Frieden, ein gutes Verhältnis zu anderen und, was am wichtigsten ist, ein gutes Ansehen bei Gott? Dann sollten wir den inspirierten Rat aus Gottes Wort beachten: „[Setzt] euch zum Ziel ..., ein stilles Leben zu führen und euch um eure eigenen Geschäfte zu kümmern“ (1. Thessalonicher 4:11). Wir tun gut daran, für andere Interesse zu zeigen, sollten das aber auf eine gütige und würdige Art und Weise tun. Dadurch bewahren wir uns vor boshaftem, schädigendem Geschwätz.

      [Fußnote]

      a Weiterer Aufschluß ist in Kapitel 19 des von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegebenen Buches Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben zu finden.

      [Bild auf Seite 9]

      Wir sollten uns bei schädigendem Gerede zurückziehen

      [Bild auf Seite 10]

      Leistet mangelnde Zurückhaltung Geschwätz Vorschub?

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