-
Blut — lebenswichtigWie kann Blut dein Leben retten?
-
-
[Kasten auf Seite 4]
„Die hier auf präzise und methodische Art dargelegten Richtlinien [in Apostelgeschichte 15] sind, durch einen Zusatz bekräftigt, unbedingt einzuhalten, da sie ganz eindeutig beweisen, daß die Apostel keine vorübergehende Einrichtung oder behelfsmäßige Maßnahme im Sinn hatten“ (Professor Édouard Reuss, Universität von Strasbourg).
-
-
Blut — lebenswichtigWie kann Blut dein Leben retten?
-
-
Man beachte, was geschah, als Jahre nach Jesu Tod die Frage aufkam, ob jemand, wenn er ein Christ wird, alle Gesetze Israels halten müsse. Bei einem Konzil der christlichen leitenden Körperschaft, zu der u. a. die Apostel gehörten, wurde die Sache besprochen. Jesu Halbbruder Jakobus bezog sich auf Schriften, in denen die an Noah und an die Nation Israel gerichteten Gebote bezüglich des Blutes aufgezeichnet waren. Würden sie für Christen bindend sein? (Apostelgeschichte 15:1-21).
Das Konzil sandte seine Entscheidung an alle Versammlungen: Christen brauchten das mosaische Gesetz nicht zu halten, aber es war notwendig, sich „von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem [nicht ausgeblutetes Fleisch] und von Hurerei“ (Apostelgeschichte 15:22-29). Die Apostel gaben nicht lediglich rituelle Anweisungen oder Ernährungsrichtlinien. Der Erlaß umriß grundlegende ethische Normen, die für die ersten Christen bindend waren. Etwa ein Jahrzehnt später anerkannten sie, daß sie sich immer noch „bewahren sollten vor dem, was Götzen geopfert worden ist, wie auch vor Blut und ... vor Hurerei“ (Apostelgeschichte 21:25).
Bekanntlich gehen Millionen Menschen zur Kirche. Die meisten würden wahrscheinlich dem zustimmen, daß es zur christlichen Sittenlehre gehört, keine Götzen anzubeten und keine schwere Unsittlichkeit zu begehen. Es verdient indes auch unsere Beachtung, daß die Apostel das Blutverbot auf dasselbe hohe moralische Niveau stellten wie das Verbot, die erwähnten Missetaten zu begehen. Ihr Erlaß schloß mit den Worten: „Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen. Bleibt gesund!“ (Apostelgeschichte 15:29).
Der apostolische Erlaß galt lange Zeit als bindend. Eusebius berichtet von einer jungen Frau, die, bevor sie gegen Ende des 2. Jahrhunderts unter Folter starb, feststellte, daß es Christen „nicht einmal gestattet [ist], das Blut unvernünftiger Tiere zu genießen“. Sie machte nicht von einem „Recht auf den Tod“ Gebrauch. Sie wollte leben, aber sie war nicht bereit, hinsichtlich ihrer Grundsätze Kompromisse zu machen. Achten wir nicht Personen, die Grundsätze über persönliche Vorteile stellen?
Der Wissenschaftler Joseph Priestley kam zu dem Schluß: „Das an Noah ergangene Verbot, Blut zu essen, scheint für seine ganze Nachkommenschaft bindend zu sein ... Deuten wir dieses Verbot der Apostel mit Hilfe der Praxis der Urchristen, denen man kaum unterstellen kann, sie hätten dessen Wesen und Ausmaß nicht richtig verstanden, dann bleibt uns nur die Schlußfolgerung, daß es absolut und unablösbar sein sollte; denn jahrhundertelang aß kein einziger Christ Blut.“
-