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  • Der schändliche Brauch des Tabakgenusses
    Erwachet! 1990 | 22. Juli
    • Der schändliche Brauch des Tabakgenusses

      „DEM Auge ekelhaft, der Nase verhaßt, dem Gehirne schädlich, eine Gefahr für die Lunge.“

      Diese fast 400 Jahre alte Beschreibung bildet den Abschluß einer öffentlichen Erklärung gegen das Rauchen, betitelt A Counterblaste to Tobacco, die von keinem Geringeren als König Jakob I. von England verfaßt wurde, dem König, der die King James Version, eine Bibelübersetzung von 1611, gefördert hatte.

  • Der schändliche Brauch des Tabakgenusses
    Erwachet! 1990 | 22. Juli
    • Die Erklärung

      Doch kein anderer als Jakob I., sein König, war gegen diese neuentdeckte Gewohnheit. Er griff zu Papier und Feder, um seine Untertanen vor den Gefahren des Tabakrauchens zu warnen.

      „Damit man die vielfältigen Mißbräuche dieses schändlichen Brauches des Tabak-Genusses besser erkenne, sei zunächst auf seinen Ursprung und die Gründe für die erste Einfuhr in dieses Land hingewiesen.“ So beginnt die berühmte Erklärung Counterblaste to Tobacco. Nachdem der König den nach seinen Worten „stinkenden und widerlichen“ Brauch, mit Tabakrauch Krankheiten zu heilen, beschrieben hat, führt er vier Argumente an, mit denen man diese Gewohnheit zu rechtfertigen versuchte:

      1. Daß das menschliche Gehirn kalt und naß ist und daß ihm daher alles Trockene und Heiße (wie Tabakrauch) guttun müsse.

      2. Daß dieser Rauch durch seine Hitze, Kraft und natürliche Beschaffenheit den Kopf von Erkältungen und den Magen von Verstimmungen befreien müsse.

      3. Daß die Leute den Brauch nicht so bereitwillig übernommen hätten, wenn sie nicht durch Erfahrung festgestellt hätten, daß er ihnen guttue.

      4. Daß viele eine Besserung bei Krankheit bemerken und daß niemand je durch das Tabakrauchen Schaden genommen habe.

      Im Licht der modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse wird der Leser zweifellos den Gegenargumenten Jakobs zustimmen. Tabakrauch sei nicht nur heiß und trocken, sondern es sei auch eine „gewisse giftige Wirkung mit der Hitze verbunden“. „Diesen Rauch einzuatmen, um eine Erkältung zu heilen, ist so, als würde man Fleisch und Getränke zu sich nehmen, die Blähungen verursachen, um Kolikschmerzen zu verhindern.“ Ist das Rauchen nützlich, nur weil einige behaupten, sie rauchten schon seit Jahren ohne nachteilige Folgen?

      Jakob bringt das überzeugende Argument vor, daß „alte Huren ihr langes Leben zwar auf ihre unsittlichen Handlungen zurückführen mögen, aber nicht bedenken, daß viele Dirnen früh sterben“ zufolge der sexuell übertragbaren Krankheiten, die sie sich zuziehen. Und wie steht es mit alten Trinkern, die ihre Tage „durch ihre schweinische Kost“ zu verlängern glauben, jedoch nie daran denken, wie viele andere „sich im Suffe ertränken, ehe sie nur halb so alt sind“?

      Sünden und Eitelkeit

      Nachdem Jakob die Argumente für das Rauchen entkräftet hat, lenkt er die Aufmerksamkeit auf „Sünden und Eitelkeit“ der Raucher. Unter diesen, so sagt er, sei die Sünde der Gier besonders ausgeprägt. Nicht zufrieden damit, ein wenig Tabakrauch einzuatmen, verlangten die meisten nach mehr. Tatsächlich ist die Nikotinsucht ein weitverbreitetes Phänomen geworden.

      Und was ist über die „Eitelkeit“ zu sagen? Jakob greift Tabakraucher mit dem Argument an: „Zeugt es nicht sowohl von großer Eitelkeit als auch von Unsauberkeit, am Tisch, einem achtenswerten Platz, schmutzigen, stinkenden Rauch auszublasen und beim Ausatmen die Luft zu verpesten, wenn andere Anwesende diese Gewohnheit verabscheuen?“

      Als sei er sich der zahlreichen gesundheitlichen Gefahren bewußt, denen sich Raucher aussetzen, folgert Jakob: „Sicher ziemt sich Rauch viel eher für eine Küche als für das Eßzimmer, und doch macht er auch oft aus dem Innern des Menschen eine Küche, indem er es mit einem öligen, schmierigen Ruß verschmutzt und verseucht, wie man bei einigen starken Rauchern festgestellt hat, die nach ihrem Tode geöffnet wurden.“

      Als Krönung seines Arguments fährt Jakob fort: „Hierin liegt nicht nur große Eitelkeit, sondern auch grobe Verachtung der guten Gaben Gottes, die Lieblichkeit des menschlichen Atems, der eine gute Gabe Gottes ist, absichtlich durch diesen stinkenden Rauch zu verderben.“

      [Bild auf Seite 13]

      König Jakob I.

      [Bildnachweis]

      Museum Ashmolean, Oxford

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