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Gewalt im Sport — Warum der Anstieg?Erwachet! 1989 | 8. November
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Die berüchtigten britischen Hooligans lösen, wo immer sie auftauchen, Panik aus und tragen gemäß der Zeitung The Guardian dazu bei, „den Ruf des englischen Fußballs zu Hause und im Ausland zu ruinieren“. Während einer einzigen Saison sprachen die Montagsausgaben der italienischen Sportzeitungen einige Male von „schwarzen“ Sonntagen — Tage, an denen Sportveranstaltungen in ein Szenario von Verletzung, Zerstörung, Chaos und Tod ausarteten. Sportanlagen sind, wie es eine Zeitung ausdrückte, zu „Guerilla-Stadien“ geworden. Doch solche Zustände herrschen nicht nur in Großbritannien und Italien. Auch die Bundesrepublik Deutschland, die Niederlande, die Sowjetunion, Spanien und viele andere Länder müssen sich mit den gleichen Problemen auseinandersetzen.
Der Krieg der Fans
Einige Fans lassen, aufgepeitscht durch die Massenmedien, bei Sportereignissen ihren niederen Instinkten freien Lauf. Die italienischen ultrà und die britischen Hooligans versammeln sich zu Fußballspielen hinter Spruchbändern mit Aufschriften wie „Rote Armee“ und „Tigerkommando“. Der Fußballfan will, so ein Hooligan, „kämpfen, um das Gebiet der Gegner zu erobern“. Die Situation in den Stadien unterscheidet sich kaum von der in den römischen Arenen, in denen die Zuschauer die Gladiatoren anfeuerten, den Gegner niederzumetzeln. Die Sprechchöre der Fans sind durchsetzt mit Obszönitäten und rassistischen Parolen.
Oft haben die Fans gefährliche Waffen bei sich. Durchsuchungen, die die Polizei vor Spielen durchführte, brachten ganze Waffenarsenale zum Vorschein: Messer, Leuchtpistolen und Billardkugeln. Auf die Zuschauerblöcke britischer Stadien regnete es eisenspitzenbewehrte Wurfpfeile.
Maßnahmen der Regierungen
In der Resolution des Europäischen Parlaments wurden die Regierungen aufgefordert, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die Gewalttätigkeit im Sport einzudämmen. Die britische Regierung hat unter der Führung von Premierministerin Margaret Thatcher entsprechende Schritte unternommen. Frau Thatcher hat auf strengere Gesetze gedrängt, zum Beispiel eine Ausweispflicht für Stadionbesucher. Bei Gewalttätigkeiten seitens des Ausweisinhabers soll ihm der Ausweis entzogen werden. Weiterhin plant man, sowohl neue wie auch alte Stadien mit Videoüberwachungssystemen auszurüsten, Barrieren zur Trennung der gegnerischen Anhänger zu errichten und jegliches brennbare Material zu entfernen. In die Hooligan-Gangs — die gewalttätigsten Fan-Gruppen — sind Polizisten eingeschleust worden, um die Anführer herauszufinden und festzunehmen.
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Gewalt im Sport — Warum der Anstieg?Erwachet! 1989 | 8. November
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An einem gewöhnlichen Fußballtag in Großbritannien kostet allein der Polizeischutz umgerechnet 700 000 Dollar.
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