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Eine große Volksmenge wahrer Anbeter — Woher kommt sie?Der Wachtturm 1995 | 1. Februar
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Eine große Volksmenge wahrer Anbeter — Woher kommt sie?
„Siehe, eine große Volksmenge ... aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen stand vor dem Thron und vor dem Lamm“ (OFFENBARUNG 7:9).
1. Warum sind die prophetischen Visionen in der Offenbarung für uns heute von großem Interesse?
GEGEN Ende des ersten Jahrhunderts u. Z. hatte der Apostel Johannes Visionen, in denen es um wunderbare Ereignisse in Verbindung mit dem Vorsatz Jehovas ging. Einiges von dem, was er sah, geht heute in Erfüllung. Anderes wird sich in nächster Zukunft erfüllen. Sämtliche Visionen haben mit dem dramatischen Höhepunkt des großartigen Vorsatzes Jehovas zu tun, seinen Namen vor der gesamten Schöpfung zu heiligen (Hesekiel 38:23; Offenbarung 4:11; 5:13). Außerdem geht es darin um die Zukunftsaussichten für jeden einzelnen von uns. Wieso?
2. (a) Was sah der Apostel Johannes in seiner vierten Vision? (b) Welche Fragen in bezug auf diese Vision werden wir betrachten?
2 In der vierten der in der Offenbarung beschriebenen Visionen wurden Johannes Engel gezeigt, die zerstörerische Winde zurückhalten, bis „die Sklaven unseres Gottes“ an ihrer Stirn versiegelt sind. Dann wurde er Zeuge einer höchst erfreulichen Entwicklung — er sah „eine große Volksmenge, die kein Mensch zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ vereint Jehova anbeten und seinen Sohn ehren. Wie Johannes erfuhr, handelt es sich um Menschen, die aus der großen Drangsal kommen (Offenbarung 7:1-17). Wer sind diejenigen, die als „Sklaven unseres Gottes“ bezeichnet werden? Und wer bildet die „große Volksmenge“, die die Drangsal überleben wird? Wirst du dazugehören?
Wer sind „die Sklaven unseres Gottes“?
3. (a) Wie veranschaulichte Jesus gemäß Johannes 10:1-18 sein Verhältnis zu seinen Nachfolgern? (b) Was ermöglichte Jesus seinen Schafen durch seinen Opfertod?
3 Jesus bezeichnete sich etwa vier Monate vor seinem Tod selbst als der „vortreffliche Hirte“ und seine Nachfolger als „Schafe“, für die er sein Leben niederlegen würde. Er erwähnte ausdrücklich Schafe, die er in einer sinnbildlichen Hürde vorfand und um die er sich anschließend besonders kümmerte (Johannes 10:1-18).a Aus Liebe gab Jesus seine Seele zugunsten seiner Schafe hin, wodurch er den erforderlichen Loskaufspreis zahlte, damit sie von Sünde und Tod befreit werden können.
4. Wer waren die ersten, die im Einklang mit dem, was Jesus sagte, als Schafe eingesammelt wurden?
4 Doch bevor Jesus das tat, sammelte er als der vortreffliche Hirte Jünger um sich. Die ersten Jünger wurden ihm durch Johannes den Täufer zugeführt, den „Türhüter“ in Jesu Veranschaulichung. Jesus suchte nach Menschen, die die Gelegenheit ergreifen wollten, ein Teil der Klasse des ‘Samens Abrahams’ zu werden (1. Mose 22:18; Galater 3:16, 29). Er förderte in ihrem Herzen Wertschätzung für das Königreich der Himmel, und er versicherte ihnen, daß er hingehen werde, ihnen im Haus seines himmlischen Vaters eine Stätte zu bereiten (Matthäus 13:44-46; Johannes 14:2, 3). Er sagte treffend: „Seit den Tagen Johannes’ des Täufers bis jetzt ist das Königreich der Himmel das Ziel, dem Menschen entgegendrängen, und die Vorandrängenden ergreifen es“ (Matthäus 11:12). Diejenigen, die Jesus nachfolgten, um dieses Ziel zu erreichen, bewiesen, daß sie sich in der von ihm erwähnten Schafhürde befanden.
5. (a) Wer sind „die Sklaven unseres Gottes“, die in Offenbarung 7:3-8 erwähnt werden? (b) Was zeigt, daß sich den geistigen Israeliten viele weitere in der Anbetung anschließen sollten?
5 In Offenbarung 7:3-8 werden diejenigen, die mit Erfolg dem Ziel im Himmel entgegendrängen, auch als „die Sklaven unseres Gottes“ bezeichnet. (Siehe 1. Petrus 2:9, 16.) Handelt es sich bei den dort erwähnten 144 000 ausschließlich um natürliche Juden? Befinden sich nur Juden in der symbolischen Schafhürde der Veranschaulichung Jesu? Keineswegs; es handelt sich um die Glieder des geistigen Israels Gottes, die alle mit Christus zum geistigen Samen Abrahams gehören (Galater 3:28, 29; 6:16; Offenbarung 14:1, 3). Irgendwann würde natürlich der Zeitpunkt kommen, an dem die festgelegte Zahl erreicht wäre. Was würde dann geschehen? Wie in der Bibel vorausgesagt, würden sich andere Personen — eine große Volksmenge — diesen geistigen Israeliten in der Anbetung Jehovas anschließen (Sacharja 8:23).
Die „anderen Schafe“ — Handelt es sich um nichtjüdische Christen?
6. Auf welche Entwicklung weist Johannes 10:16 hin?
6 Nachdem Jesus gemäß Johannes 10:7-15 von der Schafhürde gesprochen hatte, brachte er eine andere Gruppe ins Spiel, indem er sagte: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden e i n e Herde werden unter e i n e m Hirten“ (Johannes 10:16). Wer sind diese „anderen Schafe“?
7, 8. (a) Warum geht man bei der Vorstellung, daß es sich bei den anderen Schafen um nichtjüdische Christen handelt, von falschen Voraussetzungen aus? (b) Welche Tatsachen, die Gottes Vorsatz bezüglich der Erde betreffen, müssen berücksichtigt werden, um zu verstehen, wer die anderen Schafe sind?
7 Die Kommentatoren der Christenheit vertreten allgemein die Ansicht, bei den anderen Schafen handle es sich um nichtjüdische Christen und bei den zuvor erwähnten Schafen, die sich in der Schafhürde befinden, um Juden, die unter dem Gesetzesbund standen, und beide Gruppen würden in den Himmel kommen. Doch Jesus war von Geburt Jude und stand daher unter dem Gesetzesbund (Galater 4:4). Außerdem übersehen diejenigen, die die anderen Schafe für nichtjüdische Christen halten, die mit himmlischem Leben belohnt werden, einen wichtigen Aspekt des Vorsatzes Gottes. Als Jehova die ersten Menschen erschuf und sie in den Garten Eden setzte, zeigte er deutlich, daß sein Vorsatz darin bestand, die Erde zu bevölkern, die ganze Erde zu einem Paradies zu machen, in dem die Menschen, deren Obhut es anvertraut war, ewig leben sollten — unter der Bedingung, daß sie ihren Schöpfer respektierten und ihm gehorchten (1. Mose 1:26-28; 2:15-17; Jesaja 45:18).
8 Durch die Sünde Adams wurde Gottes Vorsatz nicht vereitelt. Gott traf liebevollerweise Vorkehrungen, damit die Nachkommen Adams die Gelegenheit haben können, das zu erhalten, wofür Adam keine Wertschätzung hatte. Jehova sagte voraus, daß er einen Befreier, einen Samen, erwecken werde, um durch ihn allen Nationen Segnungen zuteil werden zu lassen (1. Mose 3:15; 22:18). Diese Verheißung bedeutete nicht, daß alle guten Menschen von der Erde in den Himmel kommen sollten. Jesus lehrte seine Nachfolger beten: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:9, 10). Nicht lange bevor Jesus die in Johannes 10:1-16 aufgezeichnete Veranschaulichung gebrauchte, hatte er seinen Jüngern gesagt, daß diejenigen, denen sein Vater das himmlische Königreich geben wird, lediglich eine „kleine Herde“ bilden (Lukas 12:32, 33). Wenn wir daher lesen, daß sich Jesus selbst als der vortreffliche Hirte bezeichnet, der seine Seele zugunsten seiner Schafe hingibt, wäre es ein Fehler, die Mehrheit derer außer acht zu lassen, deren sich Jesus liebevoll annimmt — diejenigen, die irdische Untertanen seines himmlischen Königreiches werden (Johannes 3:16).
9. Was verstanden die Bibelforscher bereits 1884 in bezug auf die Identität der anderen Schafe?
9 Bereits 1884 wurde im Watch Tower erklärt, daß es sich bei den anderen Schafen um Menschen handelt, die die Gelegenheit erhalten werden, auf der Erde unter Verhältnissen zu leben, durch die Gottes ursprünglicher Vorsatz verwirklicht werden wird. Die damaligen Bibelforscher erkannten, daß zu diesen anderen Schafen Personen gehören werden, die vor Jesu irdischem Dienst gelebt hatten und gestorben waren. Es gab allerdings manche Einzelheit, die sie nicht richtig verstanden. Sie meinten beispielsweise, die Einsammlung der anderen Schafe werde erfolgen, nachdem alle Gesalbten ihre himmlische Belohnung empfangen hätten. Doch sie erkannten richtig, daß es sich bei den anderen Schafen nicht einfach um Christen aus den Nichtjuden handelt. Die Möglichkeit, zu den anderen Schafen zu gehören, steht sowohl Juden als auch Nichtjuden offen, Menschen aus allen Nationen und Rassen. (Vergleiche Apostelgeschichte 10:34, 35.)
10. Welche Voraussetzungen müssen wir erfüllen, damit Jesus uns wirklich als seine anderen Schafe betrachtet?
10 Menschen, auf die die Beschreibung Jesu von den anderen Schafen paßt, müssen ungeachtet ihrer Rassen- oder Volkszugehörigkeit Jesus Christus als vortrefflichen Hirten anerkennen. Was schließt das alles ein? Sie müssen demütig oder unterwürfig sein und bereit, sich führen zu lassen, also Eigenschaften aufweisen, wie sie für Schafe charakteristisch sind (Psalm 37:11). Genauso wie die kleine Herde müssen sie die „Stimme [des vortrefflichen Hirten] kennen“ und dürfen sich nicht von anderen wegführen lassen, die sie beeinflussen möchten (Johannes 10:4; 2. Johannes 9, 10). Sie müssen sich dessen bewußt sein, von welcher Bedeutung es war, daß Jesus seine Seele zugunsten seiner Schafe hingab, und sie müssen mit ganzem Herzen Glauben an diese Vorkehrung ausüben (Apostelgeschichte 4:12). Sie müssen auf die Stimme des vortrefflichen Hirten hören, wenn er sie auffordert, allein Jehova heiligen Dienst darzubringen, stets zuerst das Königreich zu suchen, sich von der Welt getrennt zu halten und einander aufopferungsvoll zu lieben (Matthäus 4:10; 6:31-33; Johannes 15:12, 13, 19). Trifft diese Beschreibung, die Jesus von denjenigen gab, die er als seine anderen Schafe betrachtet, auf dich zu? Möchtest du, daß das der Fall ist? In welch ein kostbares Verhältnis doch alle gelangen können, die wirklich Jesu andere Schafe werden!
Achtung vor der Autorität des Königreiches
11. (a) Was sagte Jesus in Verbindung mit dem Zeichen seiner Gegenwart über die Schafe und die Böcke? (b) Wer sind die von Jesus erwähnten Brüder?
11 Einige Monate nachdem Jesus die bereits erwähnte Veranschaulichung gebraucht hatte, hielt er sich wieder in Jerusalem auf. Als er oberhalb des Tempelgebiets auf dem Ölberg saß, nannte er seinen Jüngern Einzelheiten ‘des Zeichens seiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge’ (Matthäus 24:3). Erneut erwähnte er die Einsammlung von Schafen. Er sagte unter anderem: „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“ Jesus zeigte in dem Gleichnis, daß diejenigen, denen der König in dieser Weise seine Aufmerksamkeit schenkt, aufgrund dessen gerichtet werden, wie sie seine „Brüder“ behandelt haben (Matthäus 25:31-46). Wer sind diese Brüder? Es handelt sich um Christen, die durch Geistzeugung „Söhne Gottes“ geworden sind. Jesus ist der erstgeborene Sohn Gottes. Daher sind sie Brüder Christi. Sie sind die in Offenbarung 7:3 erwähnten „Sklaven unseres Gottes“, die aus der Menschheit ausgewählt worden sind, um mit Christus einen Anteil an seinem himmlischen Königreich zu haben (Römer 8:14-17).
12. Warum ist es von größter Wichtigkeit, wie man Christi Brüder behandelt?
12 Es ist von größter Wichtigkeit, wie man diese Erben des Königreiches behandelt. Betrachtest du sie so, wie Jesus Christus und Jehova es tun? (Matthäus 24:45-47; 2. Thessalonicher 2:13). Durch seine Einstellung zu den Gesalbten offenbart man, wie man zu Jesus Christus und zu dessen Vater, dem universellen Souverän, eingestellt ist (Matthäus 10:40; 25:34-46).
13. Inwieweit verstanden die Bibelforscher 1884 das Gleichnis von den Schafen und den Böcken?
13 Im Watch Tower von August 1884 wurde richtig ausgeführt, daß den „Schafen“ in diesem Gleichnis vollkommenes Leben auf der Erde in Aussicht gestellt wird. Es wurde auch erkannt, daß die Erfüllung des Gleichnisses in die Zeit fallen muß, wenn Christus auf seinem himmlischen Thron der Herrlichkeit regiert. Damals wurde allerdings nicht genau verstanden, wann er mit dem erwähnten Trennungswerk beginnen würde und wie lange es dauern sollte.
14. Welches Verständnis in bezug auf die Zeit der Erfüllung des prophetischen Gleichnisses Jesu wurde den Bibelforschern 1923 in einem Kongreßvortrag vermittelt?
14 Doch 1923 wurde in einem Kongreßvortrag von J. F. Rutherford, dem damaligen Präsidenten der Watch Tower Society, genauer erklärt, in welche Zeit die Erfüllung des Gleichnisses von den Schafen und den Böcken fällt. Wieso war das möglich? Teilweise deshalb, weil das Gleichnis zeigt, daß die Brüder des Königs — zumindest einige von ihnen — noch auf der Erde sein würden. Von allen Menschen konnten nur seine geistgezeugten Nachfolger als seine Brüder bezeichnet werden (Hebräer 2:10-12). Diese würden sich nicht während des gesamten Millenniums auf der Erde befinden, um den Menschen Gelegenheit zu geben, ihnen in der von Jesus beschriebenen Weise Gutes zu tun (Offenbarung 20:6).
15. (a) Welche Entwicklungen halfen den Bibelforschern, die genaue Identität der Schafe aus dem Gleichnis Jesu festzustellen? (b) Wodurch beweisen die Schafe ihre Wertschätzung für das Königreich?
15 In dem Vortrag im Jahr 1923 wurde versucht, diejenigen zu kennzeichnen, auf die die Beschreibung des Herrn von den Schafen und den Böcken zutrifft; doch bevor die volle Bedeutung des Gleichnisses deutlich werden konnte, mußten zunächst noch andere Dinge verstanden werden. In den folgenden Jahren lenkte Jehova die Aufmerksamkeit seiner Diener fortschreitend auf diese wichtigen Einzelheiten. Dazu gehörte sowohl das genaue Verständnis darüber, daß der „treue und verständige Sklave“ aus der Gesamtheit der geistgesalbten Christen auf der Erde besteht (1927), als auch die Erkenntnis, daß man sich furchtlos den gesalbten Dienern Jehovas anschließen muß, so wie sich Jonadab auf die Seite Jehus stellte (1932) (Matthäus 24:45; 2. Könige 10:15). Zu jener Zeit wurden schafähnliche Menschen auf der Grundlage von Offenbarung 22:17 ausdrücklich eingeladen, sich daran zu beteiligen, anderen die Königreichsbotschaft zu überbringen. Ihre Wertschätzung für das messianische Königreich sollte sie nicht nur veranlassen, den Gesalbten des Herrn Menschenfreundlichkeit zu erweisen, sondern auch, sich durch Christus Gott hinzugeben und sich eng mit seinen Gesalbten zu verbinden, um sich eifrig an dem Werk zu beteiligen, das diese durchführten. Tust du das? Zu denjenigen, die so handeln, wird der König sagen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, erbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.“ Sie haben die großartige Aussicht auf ewiges Leben in Vollkommenheit im irdischen Bereich des Königreiches (Matthäus 25:34, 46).
Die „große Volksmenge“ — Wohin geht sie?
16. (a) Welche falsche Vorstellung hatten die frühen Bibelforscher, was die Identität der großen Schar oder großen Volksmenge aus Offenbarung 7:9 betraf? (b) Wann und auf welcher Grundlage wurde diese Ansicht richtiggestellt?
16 Eine Zeitlang glaubten Jehovas Diener, die große Schar (oder große Volksmenge) aus Offenbarung 7:9, 10 sei nicht mit den anderen Schafen aus Johannes 10:16 und den Schafen aus Matthäus 25:33 gleichzusetzen. Da es in der Bibel heißt, daß sie ‘vor dem Thron steht’, meinte man, sie würde sich im Himmel befinden, nicht auf Thronen, um als Miterben mit Christus zu regieren, sondern in einer zweitrangigen Stellung vor dem Thron. Man hielt sie für weniger treue Christen, für Christen, die nicht den Geist der echten Selbstaufopferung bewiesen. Diese Ansicht wurde 1935 richtiggestellt.b Eine Untersuchung von Offenbarung 7:9 im Licht von Texten wie Matthäus 25:31, 32 machte deutlich, daß Menschen hier auf der Erde „vor dem Thron“ stehen können. Es wurde auch gezeigt, daß Gott nicht zweierlei Maßstäbe für Treue hat. Alle, die seine Anerkennung wünschen, müssen ihm gegenüber die Lauterkeit bewahren (Matthäus 22:37, 38; Lukas 16:10).
17, 18. (a) Was hat seit 1935 dazu beigetragen, daß die Zahl derer, die dem ewigen Leben auf der Erde entgegensehen, so zugenommen hat? (b) An welchem wichtigen Werk beteiligt sich jeder einzelne aus der großen Volksmenge eifrig?
17 Viele Jahre lang hatte sich Jehovas Volk über Gottes Verheißungen in Verbindung mit der Erde geäußert. Aufgrund ihrer damaligen Erwartungen für die 20er Jahre verkündeten sie: „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben.“ Aber es gab gar keine Millionen, die sich zu jener Zeit Gottes lebensrettende Vorkehrungen zunutze machten. Den meisten, die die Wahrheit annahmen, pflanzte der heilige Geist die Hoffnung auf himmlisches Leben ein. Doch besonders nach 1935 trat eine bemerkenswerte Wende ein. Man kann nicht sagen, daß im Wachtturm die Hoffnung auf ewiges Leben auf der Erde außer acht gelassen worden war. Jahrzehntelang hatten Jehovas Diener darüber gesprochen und nach denjenigen Ausschau gehalten, auf die die biblische Beschreibung paßt. Jehova sorgte zur richtigen Zeit dafür, daß die Betreffenden in Erscheinung traten.
18 Wie aus den verfügbaren Aufzeichnungen hervorgeht, nahmen viele Jahre die meisten Gedächtnismahlbesucher von den Symbolen. Doch nach 1935 stieg innerhalb von 25 Jahren die Zahl der Besucher der Feier zum Gedenken an den Tod Christi auf mehr als das Hundertfache der Teilnehmerzahl an. Wer waren die anderen? Voraussichtliche Mitglieder der großen Volksmenge. Für Jehova war eindeutig die Zeit gekommen, diese einzusammeln und darauf vorzubereiten, die bevorstehende große Drangsal zu überleben. Wie vorausgesagt, kommen sie „aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ (Offenbarung 7:9). Sie beteiligen sich eifrig an dem Werk, das Jesus mit den Worten voraussagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14).
[Fußnoten]
a Eine eingehende, aktuelle Abhandlung über die in Johannes, Kapitel 10 erwähnten Schafhürden ist im Wachtturm vom 15. Mai 1984, Seite 10—20, 31 zu finden.
b Der Wachtturm vom 1. und 15. September 1935.
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Eine große Volksmenge, die heiligen Dienst darbringtDer Wachtturm 1995 | 1. Februar
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Eine große Volksmenge, die heiligen Dienst darbringt
„Tag und Nacht bringen sie ihm in seinem Tempel heiligen Dienst dar“ (OFFENBARUNG 7:15).
1. Was war 1935 ein Meilenstein des biblischen Verständnisses?
AM 31. Mai 1935 herrschte große Freude unter den Delegierten des Kongresses der Zeugen Jehovas in Washington (D. C.). Dort wurde zum erstenmal deutlich erklärt — im Einklang mit der gesamten Bibel und in Übereinstimmung mit Ereignissen, die bereits im Gange waren —, um wen es sich bei der in Offenbarung 7:9 erwähnten großen Schar (oder großen Volksmenge) handelt.
2. Wie wurde deutlich, daß eine zunehmende Zahl von Menschen erkannt hatte, von Gott nicht zu himmlischem Leben berufen worden zu sein?
2 Etwa sechs Wochen zuvor hatten anläßlich der Feier des Abendmahls des Herrn in den Versammlungen der Zeugen Jehovas 10 681 Personen (jeder sechste) nicht von den Symbolen Brot und Wein genommen, und von diesen waren 3 688 aktive Verkündiger des Königreiches Gottes. Warum verzichteten sie darauf, von den Symbolen zu nehmen? Weil sie aufgrund ihres biblischen Verständnisses erkannt hatten, daß sie von Gott nicht zu himmlischem Leben berufen worden waren, sondern auf andere Weise einen Anteil an Jehovas liebevollen Vorkehrungen haben sollten. Was geschah also, als auf dem Kongreß der Redner sagte: „Würden alle, die die Hoffnung haben, ewig auf der Erde zu leben, bitte einmal aufstehen?“? Tausende erhoben sich, worauf die Zuhörerschaft lang anhaltenden Beifall spendete.
3. Warum gab es dem Predigtwerk neuen Schwung, daß die Identität der großen Volksmenge festgestellt worden war, und wie reagierten Jehovas Zeugen darauf?
3 Das, was die Delegierten auf jenem Kongreß erfuhren, gab ihrem Predigtwerk neuen Schwung. Ihnen wurde bewußt, daß jetzt, vor dem Ende des alten Systems, nicht nur einige tausend, sondern eine große Schar Menschen die Gelegenheit erhalten sollte, in Jehovas Einrichtung zur Bewahrung von Leben zu gelangen mit der Aussicht, für immer auf einer paradiesischen Erde zu leben. Welch eine zu Herzen gehende Botschaft Menschen, die die Wahrheit liebten, auf diesem Kongreß doch dargeboten wurde! Jehovas Zeugen erkannten, daß ein großes Werk zu tun war — ein freudiges Werk. Jahre später erklärte John Booth, ein Mitglied der leitenden Körperschaft: „Dieser Kongreß gab uns in vieler Hinsicht Grund zur Freude.“
4. (a) In welchem Umfang ist seit 1935 tatsächlich eine große Volksmenge eingesammelt worden? (b) Wodurch beweisen die zur großen Volksmenge Gehörenden, daß sie einen lebendigen Glauben haben?
4 In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Zeugen Jehovas sehr stark an. Trotz der oftmals brutalen Verfolgung, die während des Zweiten Weltkriegs über sie kam, erhöhte sich ihre Zahl innerhalb eines Jahrzehnts beinahe auf das Dreifache. Und von 1935 bis 1994 ist die Zahl der Verkündiger, die öffentlich Zeugnis geben, von 56 153 auf über 4 900 000 in mehr als 230 Ländern und Inselgebieten angewachsen. Die große Mehrheit von ihnen hofft erwartungsvoll, zu denen zu gehören, die Jehova mit Leben in Vollkommenheit auf einer paradiesischen Erde belohnen wird. Im Vergleich zur kleinen Herde bilden diese Menschen wirklich eine große Volksmenge. Sie behaupten nicht nur, Glauben zu haben, sondern beweisen es auch (Jakobus 1:22; 2:14-17). Sie alle sprechen mit anderen über die gute Botschaft von Gottes Königreich. Gehörst du zu dieser glücklichen Schar? Ein eifriger Zeuge zu sein ist ein wichtiges Kennzeichen, es ist allerdings nicht das einzige Merkmal.
„Vor dem Thron“ stehen
5. Was wird dadurch angezeigt, daß die große Volksmenge „vor dem Thron“ steht?
5 In der Vision, die der Apostel Johannes erhielt, sah er diese Menschen „vor dem Thron und vor dem Lamm“ stehen (Offenbarung 7:9). Daß sie vor dem Thron Gottes stehen, wie im Kontext beschrieben wird, zeigt, daß sie Jehovas Souveränität voll und ganz anerkennen. Das schließt vieles ein, zum Beispiel: 1. Sie anerkennen das Recht Jehovas, für seine Diener zu bestimmen, was gut und was böse ist (1. Mose 2:16, 17; Jesaja 5:20, 21). 2. Sie hören auf Jehova, wenn er durch sein Wort zu ihnen spricht (5. Mose 6:1-3; 2. Petrus 1:19-21). 3. Sie sind sich bewußt, wie wichtig es ist, sich denjenigen unterzuordnen, denen Jehova die Aufsicht übertragen hat (1. Korinther 11:3; Epheser 5:22, 23; 6:1-3; Hebräer 13:17). 4. Trotz ihrer Unvollkommenheit bemühen sie sich ernstlich, theokratische Anleitung zu befolgen, und das nicht widerwillig, sondern von Herzen gern (Sprüche 3:1; Jakobus 3:17, 18). Sie befinden sich vor dem Thron, um Jehova heiligen Dienst darzubringen, vor dem sie höchste Achtung haben und den sie innig lieben. Im Fall der großen Volksmenge wird dadurch, daß sie vor dem Thron ‘steht’, angezeigt, daß sie die Anerkennung dessen hat, der auf dem Thron sitzt. (Vergleiche Offenbarung 6:16, 17.) Auf welcher Grundlage erfolgt diese Anerkennung?
„In weiße lange Gewänder gehüllt“
6. (a) Was hat es zu bedeuten, daß die große Volksmenge „in weiße lange Gewänder gehüllt“ ist? (b) Wie gelangt die große Volksmenge in einen gerechten Stand vor Jehova? (c) In welchem Umfang beeinflußt der Glaube an das vergossene Blut Christi das Leben der großen Volksmenge?
6 Der Apostel Johannes erwähnte in seinem Augenzeugenbericht, daß die zur großen Volksmenge Gehörenden „in weiße lange Gewänder gehüllt“ sind. Die weißen langen Gewänder symbolisieren ihren reinen, gerechten Stand vor Jehova. Wie sind sie in diesen Stand gelangt? Wie wir bereits festgestellt haben, heißt es in der Vision des Johannes, daß sie „vor dem Lamm“ stehen. Sie anerkennen Jesus Christus als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Johannes 1:29). Johannes hörte einen Ältesten, der sich in der Vision bei Gottes Thron befand, sagen: „Sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes weiß gemacht. Darum sind sie vor dem Thron Gottes“ (Offenbarung 7:14, 15). Im übertragenen Sinn haben sie ihre Kleider dadurch gewaschen, daß sie Glauben an den Loskaufswert des Blutes Christi ausüben. Sie stimmen der biblischen Lehre über das Lösegeld nicht nur rein intellektuell zu. Die Wertschätzung für das Lösegeld hat Einfluß darauf, was für Menschen sie innerlich sind; insofern üben sie „mit dem Herzen“ Glauben (Römer 10:9, 10). Das hat weitreichende Auswirkungen auf ihre Lebensführung. Glaubensvoll geben sie sich Jehova auf der Grundlage des Opfers Christi hin, symbolisieren diese Hingabe durch völliges Untertauchen im Wasser, leben wirklich in Übereinstimmung mit ihrer Hingabe und gelangen so in ein Verhältnis zu Gott, das seine Anerkennung einschließt. Welch ein wunderbares Vorrecht — ein Vorrecht, das sorgfältig behütet werden muß! (2. Korinther 5:14, 15).
7, 8. Wie hat Jehovas Organisation der großen Volksmenge geholfen, ihre Kleider ohne Flecken zu bewahren?
7 Aus liebevollem Interesse an dem ewigen Wohl der großen Volksmenge hat Jehovas Organisation wiederholt darauf hingewiesen, durch welche Einstellung und durch welches Verhalten die Kleider, die als Kennzeichen dienen, befleckt oder beschmutzt werden können, so daß jemand trotz seines äußeren Bekenntnisses nicht wirklich der Beschreibung aus Offenbarung 7:9, 10 entspricht (1. Petrus 1:15, 16). 1941 wurde im Wachtturm nachdrücklich auf das hingewiesen, was bereits früher zu diesem Thema veröffentlicht worden war, und auch in den folgenden Jahren wurde wiederholt gezeigt, daß es höchst unpassend wäre, anderen zu predigen, aber zu anderen Zeiten beispielsweise Hurerei oder Ehebruch zu begehen (1. Thessalonicher 4:3; Hebräer 13:4). 1947 wurde betont, daß Jehovas Maßstäbe für eine christliche Ehe für alle Länder gelten; ungeachtet dessen, was gemäß örtlichem Brauch zulässig war, konnten diejenigen, die weiterhin in Polygamie lebten, keine Zeugen Jehovas sein (Matthäus 19:4-6; Titus 1:5, 6).
8 Im Jahr 1973 wurde Jehovas Zeugen weltweit vor Augen geführt, daß sie unleugbar befleckende Praktiken wie zum Beispiel den Tabakgenuß absolut meiden müssen, ganz gleich, wo sie sich befinden — nicht nur im Königreichssaal und im Predigtdienst, sondern auch am Arbeitsplatz oder dort, wo man von niemand gesehen werden kann (2. Korinther 7:1). Auf den 1987 abgehaltenen Bezirkskongressen der Zeugen Jehovas wurden christliche Jugendliche nachdrücklich davor gewarnt, ein Doppelleben zu führen, wenn sie einen reinen Stand vor Gott bewahren möchten (Psalm 26:1, 4). Immer wieder wurde im Wachtturm vor den verschiedenen Aspekten des Geistes der Welt gewarnt, weil „die Form der Anbetung, die vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus rein und unbefleckt ist“, einschließt, „sich selbst von der Welt ohne Flecken zu bewahren“ (Jakobus 1:27).
9. Wer wird nach der großen Drangsal von Gott anerkannt vor dessen Thron stehen?
9 Diejenigen, die aufgrund ihres Glaubens so leben, daß sie unter anderem geistig und sittlich rein bleiben, werden auch nach der kommenden großen Drangsal noch als anerkannte Diener Gottes „vor dem Thron“ stehen. Es sind Menschen, die nicht nur damit beginnen, ein christliches Leben zu führen, sondern fortgesetzt in Loyalität wandeln (Epheser 4:24).
„Palmzweige waren in ihren Händen“
10. Welche Bedeutung haben die Palmzweige, die Johannes in den Händen der großen Volksmenge sah?
10 Als eines der herausragenden Kennzeichen der großen Volksmenge sah der Apostel Johannes „Palmzweige ... in ihren Händen“. Inwiefern ist das von Bedeutung? Die Palmzweige erinnerten Johannes zweifellos an das jüdische Laubhüttenfest, das für die Hebräer das freudigste Fest im Jahr war und nach der Ernte des Sommers gefeiert wurde. Entsprechend dem Gesetz wurden Palmwedel und die Zweige anderer Bäume zur Errichtung von Hütten verwendet, in denen man im Verlauf des Festes wohnte (3. Mose 23:39, 40; Nehemia 8:14-18). Während im Tempel das Hallel gesungen wurde, schwenkten die Anbeter Palmzweige (Psalm 113 bis 118). Das Schwenken von Palmzweigen durch die große Volksmenge erinnerte Johannes zweifellos auch an die Begebenheit, als Jesus in Jerusalem einritt und eine große Menge von Anbetern freudig Palmzweige schwenkte und rief: „Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt, ja, der König von Israel!“ (Johannes 12:12, 13). Somit wird durch das Schwenken der Palmzweige angezeigt, daß die große Volksmenge freudig Jehovas Königreich und seinem gesalbten König zujubelt.
11. Warum bereitet es Dienern Jehovas echte Freude, ihrem Gott zu dienen?
11 Einen solchen Geist der Freude offenbart die große Volksmenge schon heute in ihrem Dienst für Jehova. Das bedeutet nicht, daß sie keinerlei Härten zu ertragen hätte oder daß sie weder Trauer noch Schmerz kennen würde. Doch die Befriedigung, die es mit sich bringt, Jehova zu dienen und ihm zu gefallen, trägt zu einem Ausgleich bei. Eine Missionarin, die mit ihrem Mann 45 Jahre in Guatemala tätig war, berichtete von den primitiven Verhältnissen um sie herum, von der harten Arbeit und von den gefährlichen Reisen, die zu ihrem Leben gehörten, als sie sich bemühten, Indianerdörfer mit der Königreichsbotschaft zu erreichen. Sie sagte abschließend: „In dieser Zeit unseres Lebens waren wir äußerst glücklich.“ Obwohl sie mit Altersbeschwerden und Krankheiten zu kämpfen hatte, gehörten zu den letzten Eintragungen in ihr Tagebuch die Worte: „Es war ein gutes, wirklich lohnendes Leben.“ Weltweit denken Jehovas Zeugen genauso über ihren Dienst.
‘Heiliger Dienst Tag und Nacht’
12. Was beobachtet Jehova hier auf der Erde, ob bei Tag oder bei Nacht?
12 Diese freudigen Anbeter bringen Jehova „Tag und Nacht ... in seinem Tempel heiligen Dienst“ dar (Offenbarung 7:15). Rund um den Erdball beteiligen sich Millionen an diesem heiligen Dienst. Wenn es in einigen Ländern Nacht ist und die Menschen dort schlafen, gibt in anderen Ländern die Sonne ihr Licht, und Zeugen Jehovas führen eifrig das Zeugniswerk durch. Während sich die Erde dreht, singen sie ständig, Tag und Nacht, Jehova Lobpreis (Psalm 86:9). Doch der Dienst bei Tag und bei Nacht, auf den in Offenbarung 7:15 Bezug genommen wird, ist sogar noch persönlicherer Natur.
13. Wie geht aus der Bibel hervor, was damit gemeint ist, „Tag und Nacht“ Dienst darzubringen?
13 Die Menschen, die die große Volksmenge bilden, bringen Tag und Nacht heiligen Dienst dar. Bedeutet das, daß alles, was sie tun, als heiliger Dienst zu betrachten ist? Es ist tatsächlich so, daß sie lernen, alles, was sie tun, auf eine Weise zu tun, die Jehova ehrt (1. Korinther 10:31; Kolosser 3:23). Der „heilige Dienst“ bezieht sich allerdings nur auf das, was unmittelbar mit der Anbetung Gottes zu tun hat. Sich „Tag und Nacht“ für etwas einzusetzen bedeutet Regelmäßigkeit oder Beständigkeit sowie ernsthaftes Bemühen. (Vergleiche Josua 1:8; Lukas 2:37; Apostelgeschichte 20:31; 2. Thessalonicher 3:8.)
14. Wann trifft auf unseren persönlichen Predigtdienst die Beschreibung Dienst bei „Tag und Nacht“ zu?
14 Diejenigen, die die große Volksmenge bilden, sind somit bemüht, sich regelmäßig und beständig am Predigtdienst zu beteiligen, während sie im irdischen Vorhof des großen geistigen Tempels Jehovas dienen. Viele haben es sich zum Ziel gesetzt, sich jede Woche in irgendeiner Form am Predigtdienst zu beteiligen. Andere führen eifrig den Dienst als allgemeiner Pionier oder als Hilfspionier durch. Oft geben sie schon frühmorgens auf der Straße oder in Geschäften eifrig Zeugnis. Einige Zeugen Jehovas führen aus Gefälligkeit gegenüber Interessierten spätabends Bibelstudien durch. Sie geben Zeugnis beim Einkaufen, auf Reisen, in der Mittagspause und beim Telefonieren.
15. Was gehört außer dem Predigen noch zu unserem heiligen Dienst?
15 Die Beteiligung an den Zusammenkünften der Versammlung ist ebenfalls ein Bestandteil unseres heiligen Dienstes; ebenso die Arbeit, die mit der Errichtung und der Instandhaltung von christlichen Zusammenkunftsstätten verbunden ist. Auch Bemühungen, christliche Brüder und Schwestern zu ermuntern sowie ihnen geistig und materiell zu helfen, damit sie im Dienst für Jehova tätig bleiben können, gehören dazu. Die Arbeit unserer Krankenhaus-Verbindungskomitees fällt ebenfalls darunter. Heiliger Dienst ist auch der Betheldienst in all seinen verschiedenen Formen und der Freiwilligendienst auf unseren Kongressen. Wenn sich unser ganzes Leben um unser Verhältnis zu Jehova dreht, ist es wirklich mit heiligem Dienst angefüllt. Wie es in der Bibel heißt, bringen Jehovas Diener „Tag und Nacht ... heiligen Dienst“ dar, und das bereitet ihnen große Freude (Apostelgeschichte 20:35; 1. Timotheus 1:11).
‘Aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Zungen’
16. Was beweist, daß die große Volksmenge „aus allen Nationen“ kommt?
16 Die zur großen Volksmenge Gehörenden kommen aus allen Nationen. Gott ist nicht parteiisch, und die durch Jesus Christus getroffene Loskaufsvorkehrung erstreckt sich auf sie alle. Als die Identität der großen Volksmenge 1935 erstmals gemäß der Bibel festgestellt wurde, waren Jehovas Zeugen in 115 Ländern tätig. In den 90er Jahren hat sich die Suche nach schafähnlichen Menschen auf mehr als doppelt so viele Länder ausgedehnt (Markus 13:10).
17. Was wird getan, um Menschen aus allen ‘Stämmen, Völkern und Zungen’ zu helfen, ein Teil der großen Volksmenge zu werden?
17 Bei der Suche nach voraussichtlichen Mitgliedern der großen Volksmenge wenden Jehovas Zeugen ihre Aufmerksamkeit nicht nur den nationalen Gruppen zu, sondern auch den Stämmen, Völkern und Sprachgruppen innerhalb einer Nation. Um alle Menschen zu erreichen, stellen Jehovas Zeugen biblische Veröffentlichungen in mehr als 300 Sprachen her. Zu diesem Zweck müssen fähige Übersetzerteams geschult und untergebracht werden, die Computertechnik muß vorhanden sein, um all diese Sprachen zu verarbeiten, und schließlich müssen die Veröffentlichungen gedruckt werden. Allein in den letzten fünf Jahren sind 36 Sprachen, die insgesamt von etwa 98 000 000 Menschen gesprochen werden, hinzugekommen. Außerdem bemühen sich Jehovas Zeugen, bei den Menschen persönlich vorzusprechen und ihnen zu helfen, Gottes Wort zu verstehen (Matthäus 28:19, 20).
„Aus der großen Drangsal“
18. (a) Wer wird beim Ausbruch der großen Drangsal beschützt werden? (b) Was wird man dann freudig verkünden?
18 Wenn die Engel die zerstörerischen Winde loslassen, von denen in Offenbarung 7:1 die Rede ist, werden nicht nur die gesalbten „Sklaven unseres Gottes“ den liebevollen Schutz Jehovas verspüren, sondern auch die große Volksmenge, die sich ihnen in der wahren Anbetung angeschlossen hat. Wie dem Apostel Johannes gesagt wurde, wird die große Volksmenge „aus der großen Drangsal kommen“, diese also überleben. Welch ein Ruf des Dankes und des Lobpreises doch dann erschallen wird, wenn sie erklärt: „Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm.“! Und alle loyalen Diener Gottes in den Himmeln werden ebenfalls ihre Stimme erheben und sprechen: „Amen! Der Segen und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke seien unserem Gott für immer und ewig. Amen“ (Offenbarung 7:10-14).
19. An welcher freudigen Tätigkeit werden sich die Überlebenden gern beteiligen?
19 Welch eine glückliche Zeit das sein wird! Die dann Lebenden werden ausnahmslos Diener des allein wahren Gottes sein. Die größte Freude aller wird es sein, Jehova zu dienen. Es wird viel Arbeit zu tun geben — freudige Arbeit. Die Erde muß in ein Paradies umgewandelt werden. Milliarden von Verstorbenen werden auferweckt und müssen dann in den Wegen Jehovas unterwiesen werden. Welch ein freudiges Vorrecht, daran einen Anteil zu haben!
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