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Die theokratische Verwaltung in der christlichen ÄraDer Wachtturm 1997 | 15. Mai
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Unterstützung für das Israel Gottes
10. Wer hat sich in den gegenwärtigen letzten Tagen den Gesalbten im Dienst Jehovas angeschlossen, und wie wurde das vorausgesagt?
10 Im Jahr 1884 waren mit dem Israel Gottes fast ausnahmslos gesalbte Christen verbunden. Allmählich trat jedoch eine andere Gruppe in Erscheinung, und 1935 wurde erkannt, daß es sich dabei um die „große Volksmenge“ aus Offenbarung, Kapitel 7 handelt. Die Glieder der großen Volksmenge haben die irdische Hoffnung und stellen „die Dinge auf der Erde“ dar, die gemäß dem Vorsatz Jehovas in dem Christus zusammengebracht werden sollen (Epheser 1:10). Die große Volksmenge setzt sich aus den „anderen Schafen“ zusammen, die Jesus im Gleichnis von den Schafhürden erwähnte (Johannes 10:16). Die anderen Schafe strömen seit 1935 in die Organisation Jehovas. Sie „kommen so wie eine Wolke und wie Tauben zu ihren Taubenschlägen“ (Jesaja 60:8). Da die große Volksmenge ständig wächst, die Gruppe der Gesalbten dagegen kleiner wird, weil viele sterben und damit ihren irdischen Lauf vollenden, spielen befähigte andere Schafe eine immer größere Rolle im christlichen Werk. In welcher Hinsicht?
11. Welche Vorrechte, die ursprünglich gesalbten Christen vorbehalten waren, wurden auch anderen Schafen übertragen?
11 Es war stets eine besondere Verpflichtung der ‘heiligen Nation’ Gottes, die Vorzüglichkeiten Jehovas weit und breit zu verkünden. Paulus verglich diese Tätigkeit mit einem im Tempel dargebrachten Opfer, und Jesus gab denjenigen, die eine „königliche Priesterschaft“ bilden würden, den Auftrag, zu predigen und zu lehren (2. Mose 19:5, 6; 1. Petrus 2:4, 9; Matthäus 24:14; 28:19, 20; Hebräer 13:15, 16). Doch im Wachtturm vom 1. September 1932 wurden speziell diejenigen ermuntert, sich an dieser Tätigkeit zu beteiligen, die durch Jonadab im Vorbild dargestellt wurden. Tatsächlich beteiligten sich bereits viele der anderen Schafe daran. Heute wird fast das gesamte Predigtwerk von den anderen Schafen durchgeführt, und es ist ein herausragender Bestandteil des ‘heiligen Dienstes’, den sie Gott ‘Tag und Nacht in seinem Tempel darbringen’ (Offenbarung 7:15). Zu Beginn der neuzeitlichen Geschichte des Volkes Jehovas waren auch alle Versammlungsältesten gesalbte Christen, „Sterne“ in der Rechten Jesu Christi (Offenbarung 1:16, 20). Im Wachtturm vom 15. August 1937 wurde bekanntgegeben, daß befähigte andere Schafe Gruppendiener (vorsitzführende Aufseher) werden konnten. Selbst wenn gesalbte Männer zur Verfügung standen, konnten andere Schafe eingesetzt werden, sofern die Gesalbten nicht in der Lage waren, die Verantwortung zu tragen. Heute gehören fast alle Versammlungsältesten zu den anderen Schafen.
12. Welche biblischen Vorbilder gibt es dafür, befähigten anderen Schafen große organisatorische Verantwortung zu übertragen?
12 Ist etwas dagegen einzuwenden, anderen Schafen so große Verantwortung zu übertragen? Nein, es entspricht historischen Vorbildern. Im alten Israel hatten einige fremdländische Proselyten (ansässige Fremdlinge) eine hohe Stellung inne (2. Samuel 23:37, 39; Jeremia 38:7-9). Nach dem Babylonischen Exil erhielten befähigte Nethinim (nichtisraelitische Tempeldiener) Dienstvorrechte in Verbindung mit dem Tempel, die zuvor den Leviten vorbehalten waren (Esra 8:15-20; Nehemia 7:60). Moses, der mit Jesus in der Umgestaltungsvision zu sehen war, nahm den vorzüglichen Rat des Midianiters Jethro an. Später bat er Jethros Sohn Hobab, die Israeliten durch die Wildnis zu führen (2. Mose 18:5, 17-24; 4. Mose 10:29).
13. Welchen vorzüglichen Geist ahmen die Gesalbten dadurch nach, daß sie so demütig sind, befähigten anderen Schafen Verantwortung zu übertragen?
13 Gegen Ende des 40jährigen Aufenthalts in der Wildnis bat Moses in dem Bewußtsein, daß er nicht in das Land der Verheißung einziehen würde, Jehova um einen Nachfolger (4. Mose 27:15-17). Jehova wies ihn an, Josua vor dem ganzen Volk dazu zu beauftragen, und Moses tat es, obwohl er immer noch körperlich stark war und auch anschließend nicht sofort aufhörte, Israel zu dienen (5. Mose 3:28; 34:5-7, 9). In einem ähnlich demütigen Geist haben die Gesalbten bereits große Vorrechte an befähigte Männer übergeben, die zu den anderen Schafen gehören.
14. Welche Prophezeiungen weisen darauf hin, daß die anderen Schafe in organisatorischer Hinsicht eine immer größere Rolle spielen sollten?
14 Es gibt auch Prophezeiungen, die darauf hinweisen, daß die anderen Schafe in organisatorischer Hinsicht eine immer größere Rolle spielen sollten. Sacharja sagte voraus, daß der nichtisraelitische Philister „wie ein Scheich in Juda“ werden würde (Sacharja 9:6, 7). Da Scheiche Stammesführer waren, bedeutet die Aussage Sacharjas, daß ein früherer Feind Israels die wahre Anbetung annehmen und wie ein Stammesführer im Land der Verheißung werden würde. Außerdem sagte Jehova mit Bezug auf das Israel Gottes: „Fremde werden tatsächlich dastehen und eure Kleinviehherden hüten, und die Ausländer werden eure Landwirte und eure Winzer sein. Und was euch betrifft, die Priester Jehovas werdet ihr genannt werden; die Diener unseres Gottes werdet ihr geheißen werden“ (Jesaja 61:5, 6). Die ‘Fremden’ und die „Ausländer“ sind die anderen Schafe. Diesen wird Verantwortung übertragen, und sie übernehmen somit immer mehr Arbeit, während die betagten gesalbten Überrestglieder ihren irdischen Lauf vollenden, um dann im vollständigen Sinne als himmlische „Priester Jehovas“ zu dienen, die sich als „Diener unseres Gottes“ rings um den Thron der Majestät Jehovas befinden (1. Korinther 15:50-57; Offenbarung 4:4, 9-11; 5:9, 10).
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Die theokratische Verwaltung in der christlichen ÄraDer Wachtturm 1997 | 15. Mai
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18. (a) Inwieweit sind inzwischen ‘in dem Christus die Dinge in den Himmeln zusammengebracht worden’? (b) Was kann über ‘das Zusammenbringen der Dinge auf der Erde in dem Christus’ gesagt werden?
18 Im Einklang mit seiner Verwaltung der Dinge schreitet Jehova darin fort, „in dem Christus wieder alle Dinge zusammenzubringen“. Was „die Dinge in den Himmeln“ anbelangt, geht sein Vorsatz der Verwirklichung entgegen. Jesu Vereinigung mit allen 144 000 im Himmel zur „Hochzeit des Lammes“ ist nahe. Daher ist immer mehr langgedienten, reifen Brüdern aus den Reihen der anderen Schafe, die „die Dinge auf der Erde“ darstellen, größere Verantwortung übertragen worden, um ihre gesalbten Brüder zu unterstützen. In welch aufregenden Zeiten wir doch leben! Wie begeisternd, mitzuerleben, wie Jehovas Vorsatz seiner Verwirklichung entgegengeht! (Epheser 1:9, 10; 3:10-12; Offenbarung 14:1; 19:7, 9). Und wie freudig die anderen Schafe ihre gesalbten Brüder unterstützen, während beide Gruppen gemeinsam als „e i n e Herde ... unter e i n e m Hirten“ dienen in Unterwürfigkeit gegenüber dem König, Jesus Christus, und zur Ehre des großen universellen Souveräns, Jehova Gott! (Johannes 10:16; Philipper 2:9-11).
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