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Trauer und Jubel über Babylons EndeDie Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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Kapitel 37
Trauer und Jubel über Babylons Ende
1. Wie werden „die Könige der Erde“ auf die plötzliche Vernichtung Babylons der Großen reagieren?
BABYLONS Ende ist eine gute Nachricht für Jehovas Volk, aber ist sie es auch für die Nationen? Johannes berichtet: „Und die Könige der Erde, die mit ihr Hurerei begingen und in schamlosem Luxus lebten, werden weinen und sich vor Leid über sie schlagen, wenn sie den Rauch ihres Brandes anschauen, während sie aus Furcht vor ihrer Qual in der Ferne stehen und sagen: ‚Wie schade, wie schade, du große Stadt, Babylon, du starke Stadt, denn in e i n e r Stunde ist dein Gericht gekommen!‘ “ (Offenbarung 18:9, 10).
2. (a) Warum trauern „die Könige der Erde“ über das Ende Babylons der Großen, wenn doch die symbolischen zehn Hörner des scharlachfarbenen wilden Tieres Babylon die Große vernichten? (b) Weshalb stehen die tiefbetrübten Könige in einiger Entfernung von der untergehenden Stadt?
2 Man mag über die Reaktion der Nationen überrascht sein angesichts der Tatsache, daß Babylon von den symbolischen zehn Hörnern des scharlachfarbenen wilden Tieres vernichtet wurde (Offenbarung 17:16). Doch nach dem Verschwinden Babylons der Großen wird es den „Königen der Erde“ wohl erst zu Bewußtsein kommen, wie nützlich sie ihnen war, wenn es darum ging, das Volk zu besänftigen und untertan zu halten. Geistliche haben Kriege für heilig erklärt, Soldaten angeworben und durch ihre Predigten die Jugend zum Kampf angefeuert. Die Religion hat einen Schleier der Frömmigkeit gewoben, hinter dem korrupte Herrscher das einfache Volk nach Belieben unterdrücken konnten. (Vergleiche Jeremia 5:30, 31; Matthäus 23:27, 28.) Es ist jedoch bemerkenswert, daß diese tiefbetrübten Könige nun die untergehende Stadt von ferne beobachten. Sie gehen nicht nahe genug an sie heran, um ihr zu helfen. Sie sind zwar traurig über ihren Untergang, aber nicht so traurig, daß sie etwas für sie riskieren würden.
Die Kaufleute weinen und trauern
3. Wer bedauert den Untergang Babylons der Großen noch, und welche Gründe gibt Johannes dafür an?
3 Die Könige der Erde sind nicht die einzigen, die das Ende Babylons der Großen bedauern. „Auch die reisenden Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, weil niemand mehr da ist, der ihr volles Lager kauft, ein volles Lager an Gold und Silber und kostbaren Steinen und Perlen und feiner Leinwand und Purpur und Seide und Scharlach; und jede aromatische Holzart und jede Art eines elfenbeinernen Gegenstandes und jede Art Gegenstand aus sehr kostbarem Holz und aus Kupfer und aus Eisen und aus Marmor; auch Zimt und indisches Gewürz und Räucherwerk und wohlriechendes Öl und duftendes Harz und Wein und Olivenöl und Feinmehl und Weizen und Rinder und Schafe und Pferde und Wagen und Sklaven und Menschenseelen. Ja, die vortreffliche Frucht, die deine Seele begehrte, ist von dir [Babylon die Große] gewichen, und all die feinen Dinge und die prächtigen Dinge sind dir verlorengegangen, und niemals wieder wird man sie finden“ (Offenbarung 18:11-14).
4. Warum weinen und trauern „die reisenden Kaufleute“ über das Ende Babylons der Großen?
4 Ja, Babylon die Große war eine enge Freundin und gute Kundin der reichen Kaufleute. Zum Beispiel sind während der Jahrhunderte in den Mönchsklöstern, den Nonnenklöstern und in den Kirchen der Christenheit riesige Mengen Gold, Silber, kostbarer Steine, wertvoller Hölzer und anderer materieller Reichtümer aufgehäuft worden. Des weiteren hat die Religion zu den Kauforgien und Trinkgelagen ihren Segen gegeben, die das christusentehrende Weihnachtsfest und andere sogenannte Feiertage begleiten. Die Missionare der Christenheit sind in ferne Länder eingedrungen und haben dort neue Märkte für „die reisenden Kaufleute“ dieser Welt erschlossen. Im 17. Jahrhundert mischten sich in Japan sogar Katholiken — der Katholizismus war mit den Händlern dorthin gekommen — in kriegerische Auseinandersetzungen mit den Feudalherren ein. In einem Bericht über eine entscheidende Schlacht unterhalb der Mauern der Osakaburg heißt es in der Encyclopædia Britannica: „Die Truppen der Tokugawa kämpften gegen einen Feind, dessen Banner mit dem Kreuz und den Bildern des Heilands sowie des heiligen Jakobus, des Schutzheiligen Spaniens, geschmückt waren.“ Dieses siegreiche Herrschergeschlecht unterdrückte den Katholizismus und merzte ihn in diesem Land weitgehend aus. Auch heute wird die Kirche für ihre Einmischung in weltliche Angelegenheiten keine guten Früchte ernten.
5. (a) Wie beschreibt die Stimme aus dem Himmel die Trauer der „reisenden Kaufleute“ weiter? (b) Weshalb stehen auch die Kaufleute „in der Ferne“?
5 Die Stimme aus dem Himmel sagt weiter: „Die Kaufleute, die mit diesen Dingen reisten und durch sie reich wurden, werden aus Furcht vor ihrer Qual in der Ferne stehen und weinen und trauern und sagen: ‚Wie schade, wie schade — die große Stadt, bekleidet mit feiner Leinwand und Purpur und Scharlach und reich geschmückt mit goldener Zier und kostbaren Steinen und Perlen, denn in e i n e r Stunde ist so großer Reichtum verwüstet worden!‘ “ (Offenbarung 18:15-17a). Nach der Vernichtung Babylons der Großen trauern die „Kaufleute“ über den Verlust dieses Handelspartners. „Wie schade, wie schade“ ist es für die Kaufleute! Man beachte allerdings, daß die Gründe für ihre Trauer auf reiner Selbstsucht beruhen und daß sie — wie die Könige — „in der Ferne stehen“. Sie gehen nicht nahe genug heran, um Babylon der Großen irgendwie zu helfen.
6. Wie schildert die Stimme aus dem Himmel die Trauer der Schiffskapitäne und der Seeleute, und weshalb weinen sie?
6 In dem Bericht heißt es weiter: „Und jeder Schiffskapitän und jeder, der zu Schiff irgendwohin reist, und Seeleute und alle, die sich ihren Lebensunterhalt durch das Meer verdienen, standen in der Ferne und schrien, als sie den Rauch ihres Brandes anschauten, und sprachen: ‚Welche Stadt ist gleich der großen Stadt?‘ Und sie warfen sich Staub auf ihre Häupter und schrien, weinend und trauernd, und sprachen: ‚Wie schade, wie schade — die große Stadt, in der alle, die Schiffe auf dem Meer haben, aufgrund ihrer Kostbarkeit reich wurden, denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden!‘“ (Offenbarung 18:17b-19). Das alte Babylon war eine Handelsstadt und verfügte über eine große Schiffsflotte. Ebenso beteiligt sich Babylon die Große durch ihr Volk, die „vielen Wasser“, eifrig an geschäftlichen Aktivitäten. Dies schafft für viele ihrer religiösen Untertanen Arbeitsplätze. Welch ein wirtschaftlicher Schlag die Vernichtung Babylons der Großen für diese Untertanen doch sein wird! Niemals mehr wird es so eine Quelle für die Beschaffung des Lebensunterhalts geben.
Jubel über ihre Ausrottung
7, 8. Worin gipfelt die Botschaft, die die Stimme aus dem Himmel Babylon die Große betreffend verkündet, und wer wird auf diese Worte reagieren?
7 Als das alte Babylon von den Medern und den Persern gestürzt wurde, prophezeite Jeremia: „Und über Babylon werden Himmel und Erde und alles, was darin ist, gewißlich jubeln“ (Jeremia 51:48). Nach der Vernichtung Babylons der Großen gipfelt die Botschaft, die die Stimme aus dem Himmel Babylon die Große betreffend verkündet, in folgenden Worten: „Sei fröhlich über sie, o Himmel, auch ihr Heiligen und ihr Apostel und ihr Propheten, weil Gott für euch richterliche Strafe an ihr vollzogen hat!“ (Offenbarung 18:20). Jehova und die Engel sowie die Apostel und die frühchristlichen Propheten, die schon auferweckt sind und ihre Stellung in der Gruppe der 24 Ältesten eingenommen haben, werden sich freuen, die Ausrottung des alten Feindes Gottes zu sehen. (Vergleiche Psalm 97:8-12.)
8 Tatsächlich werden sowohl die „Heiligen“ — ob sie bereits zu himmlischem Leben auferweckt sind oder noch auf der Erde leben — als auch die mit ihnen verbundene große Volksmenge anderer Schafe außer sich vor Freude sein. Im neuen System der Dinge findet schließlich die Auferstehung aller Treuen der alten Zeit statt, und auch sie werden in den Jubelruf einstimmen. Gottes Volk ist nicht bemüht gewesen, sich selbst an seinen Verfolgern, die der falschen Religion angehörten, zu rächen. Es hat sich die Worte Jehovas zu Herzen genommen: „Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova“ (Römer 12:19; 5. Mose 32:35, 41-43). Ja, Jehova hat vergolten. All das Blut, das Babylon die Große vergossen hat, ist gerächt worden.
Ein großer Mühlstein wird hinabgeschleudert
9, 10. (a) Was tut und sagt ein starker Engel nun? (b) Welche Handlung, die der des starken Engels aus Offenbarung 18:21 ähnelt, fand in den Tagen Jeremias statt, und was garantierte sie? (c) Wofür ist das Vorgehen des starken Engels, das Johannes beobachtete, eine Gewähr?
9 Was Johannes als nächstes sieht, bestätigt, daß Jehovas Gericht an Babylon der Großen endgültig ist: „Und ein starker Engel hob einen Stein auf gleich einem großen Mühlstein und schleuderte ihn ins Meer, indem er sprach: ‚So wird Babylon, die große Stadt, mit Schwung hinabgeschleudert werden, und sie wird nie wieder gefunden werden‘ “ (Offenbarung 18:21). In den Tagen Jeremias fand eine ähnliche Handlung mit einer wichtigen prophetischen Bedeutung statt. Jeremia wurde inspiriert, in ein Buch „all das Unglück, das über Babylon kommen würde“, zu schreiben. Er gab Seraja das Buch und wies ihn an, nach Babylon zu reisen. Dort angekommen, las Seraja gemäß Jeremias Anweisungen eine gegen die Stadt gerichtete Erklärung vor: „O Jehova, du selbst hast gegen diesen Ort geredet, um ihn wegzutilgen, so daß schließlich kein Bewohner mehr darin sei, weder Mensch noch Haustier, sondern daß sie zu lauter wüsten Einöden werde auf unabsehbare Zeit.“ Seraja band dann einen Stein an das Buch und warf es in den Euphrat, wobei er sprach: „Auf diese Weise wird Babylon versinken und nie wieder aufstehen wegen des Unglücks, das ich über sie bringe“ (Jeremia 51:59-64).
10 Das Buch mit dem daran befestigten Stein wurde in den Fluß geworfen, was eine Garantie dafür war, daß Babylon in der Versenkung verschwinden und nie mehr auftauchen würde. Der Apostel Johannes beobachtete, wie ein starker Engel etwas Ähnliches tat, was ebenfalls eine sichere Gewähr dafür ist, daß sich Jehovas Vorsatz bezüglich Babylons der Großen erfüllen wird. Der heutige völlig verwüstete Zustand des alten Babylon legt ein beredtes Zeugnis darüber ab, was über die falsche Religion in naher Zukunft hereinbrechen wird.
11, 12. (a) Mit welchen Worten wendet sich der starke Engel nun an Babylon die Große? (b) Was prophezeite Jeremia über das abtrünnige Jerusalem, und was bedeutete dies für die heutige Zeit?
11 Der starke Engel wendet sich nun an Babylon die Große und sagt zu ihr: „Und die Stimme von Sängern, die sich auf der Harfe begleiten, und von Musikern und von Flötenspielern und von Posaunenbläsern wird nie wieder in dir gehört werden, und kein Handwerker irgendeines Handwerks wird je wieder in dir gefunden werden, und kein Geräusch eines Mühlsteins wird je wieder in dir gehört werden, und kein Licht einer Lampe wird je wieder in dir leuchten, und keine Stimme eines Bräutigams und einer Braut wird je wieder in dir gehört werden; denn deine reisenden Kaufleute waren die Männer von oberstem Rang auf der Erde, denn durch deine spiritistischen Bräuche wurden alle Nationen irregeführt“ (Offenbarung 18:22, 23).
12 Eine ähnliche Prophezeiung äußerte Jeremia über das abtrünnige Jerusalem: „Ich will aus ihrer Mitte den Klang des Frohlockens und den Klang der Freude austilgen, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, den Laut der Handmühle und das Licht der Lampe. Und dieses ganze Land soll ein verwüsteter Ort werden, ein Gegenstand des Entsetzens“ (Jeremia 25:10, 11). Die Christenheit, der bedeutendste Teil Babylons der Großen, wird eine leblose Einöde werden, was durch den verwüsteten Zustand Jerusalems nach 607 v. u. Z. anschaulich vorgeschattet wird. Die Christenheit, die einst unbeschwert und voller Freude war und in der reges Leben herrschte, wird schließlich besiegt und verlassen sein.
13. Welche plötzliche Veränderung des Zustandes Babylons der Großen tritt ein, und welche Wirkung hat dies auf ihre „reisenden Kaufleute“?
13 Es ist in der Tat so, wie der Engel hier Johannes mitteilt, ganz Babylon die Große — ein mächtiges Weltreich — wird in eine trostlose, wüstenähnliche Einöde verwandelt. Ihre „reisenden Kaufleute“, zu denen auch Millionäre in Spitzenpositionen gehören, haben die Religion Babylons der Großen für ihren persönlichen Vorteil genutzt oder als Deckmantel verwendet, und die Geistlichkeit erachtete es für vorteilhaft, mit ihnen im Rampenlicht zu stehen. Aber jene Kaufleute werden Babylon die Große nicht länger als Komplizin haben. Sie wird die Nationen der Erde nicht mehr mit ihren mystischen religiösen Bräuchen hinters Licht führen.
Eine entsetzliche Blutschuld
14. Wie begründet der starke Engel das strenge Gericht Jehovas, und welche ähnliche Äußerung machte Jesus, als er sich auf der Erde befand?
14 Zusammenfassend begründet der starke Engel das strenge Gericht Jehovas an Babylon der Großen. „Ja“, sagt der Engel, „in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Offenbarung 18:24). Als sich Jesus auf der Erde befand, sagte er zu den religiösen Führern in Jerusalem, daß sie für „alles gerechte Blut ..., das auf der Erde vergossen worden ist, vom Blut des gerechten Abel an“, verantwortlich seien. Folglich wurde diese verkehrte Generation im Jahre 70 u. Z. vernichtet (Matthäus 23:35-38). Heute hat eine weitere Generation von religiösen Führern wegen der Verfolgung der Diener Gottes Blutschuld auf sich geladen.
15. Inwiefern hat die katholische Kirche zur Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands in zweierlei Hinsicht Blutschuld auf sich geladen?
15 Guenter Lewy schreibt in seinem Buch Die katholische Kirche und das Dritte Reich: „Als am 13. April [1933] in Bayern die ‚Ernsten Bibelforscher‘ unterdrückt wurden, akzeptierte die Kirche sogar die Anweisung des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, jedes Mitglied dieser Sekte anzuzeigen, das noch weiterhin die verbotene Religion ausübe.“ Die katholische Kirche ist also mitverantwortlich für die Einlieferung von Tausenden von Zeugen in die Konzentrationslager; die Hände der Kirche triefen vom Blut Hunderter von Zeugen, die hingerichtet wurden. Als junge Zeugen, wie beispielsweise Wilhelm Kusserow, bewiesen, daß sie bereit waren, tapfer durch ein Exekutionskommando zu sterben, entschied Hitler, daß Exekutionskommandos für Kriegsdienstverweigerer zu gut seien, weshalb Wilhelms Bruder Wolfgang im Alter von 20 Jahren durch das Fallbeil starb. Zur selben Zeit ermutigte die katholische Kirche junge deutsche Katholiken, als Soldaten für das Vaterland zu sterben. Daß die Kirche mit Blutschuld behaftet ist, liegt eindeutig auf der Hand.
16, 17. (a) Welche Blutschuld muß Babylon der Großen angelastet werden, und inwiefern ist der Vatikan, was die Judenverfolgung der Nationalsozialisten betrifft, mit Blutschuld behaftet? (b) Inwiefern trägt die falsche Religion die Schuld am Tod von Millionen von Menschen, die in unserer Zeit in Hunderten von Kriegen das Leben verloren haben?
16 Doch in der Prophezeiung heißt es, daß Babylon der Großen das Vergießen des Blutes von „all denen ..., die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“, angelastet werden muß. Dies trifft sicherlich in unserer heutigen Zeit zu. Da Intrigen von katholischer Seite Hitler zur Machtübernahme in Deutschland verholfen haben, ist der Vatikan am Tod von sechs Millionen Juden, die während der schrecklichen Judenverfolgung der Nationalsozialisten starben, mit schuld. Außerdem sind in unserer Zeit weit über einhundert Millionen Menschen in Hunderten von Kriegen getötet worden. Kann man der falschen Religion die Schuld dafür geben? Ja, in zweierlei Hinsicht.
17 Erstens stehen viele Kriege mit religiösen Zwistigkeiten in Verbindung. Zum Beispiel waren die Gewaltakte zwischen Muslimen und Hindus in den Jahren von 1946 bis 1948 religiös motiviert. Hunderttausende verloren ihr Leben. Bei dem Konflikt zwischen dem Irak und dem Iran in den 80er Jahren waren konfessionelle Meinungsverschiedenheiten mit im Spiel. Hunderttausende kamen dabei um. Die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland haben Tausende von Menschenleben gefordert. Bei einer Betrachtung dieses Themas bemerkte der Kolumnist C. L. Sulzberger im Jahre 1976: „Es ist eine traurige Tatsache, daß es sich wahrscheinlich bei mehr als der Hälfte der heute ausgefochtenen Kriege entweder um offene religiöse Konflikte handelt oder religiöse Kontroversen damit im Zusammenhang stehen.“ In der Tat ist es während der ganzen turbulenten Geschichte Babylons der Großen so gewesen.
18. In welcher anderen Hinsicht sind die Religionen der Welt mit Blutschuld behaftet?
18 In welcher anderen Hinsicht ist die falsche Religion noch schuldig? Von Jehovas Standpunkt aus sind die Religionen der Welt mit Blutschuld behaftet, weil sie ihre Nachfolger nicht auf überzeugende Weise die Wahrheit über die Erfordernisse gelehrt haben, die Jehova an seine Diener stellt. Sie haben dem Volk nicht klar und deutlich erklärt, daß Gottes wahre Anbeter Jesus Christus nachahmen und Liebe untereinander bekunden müssen, ganz gleich, welcher Nationalität sie sind (Micha 4:3, 5; Johannes 13:34, 35; Apostelgeschichte 10:34, 35; 1. Johannes 3:10-12). Weil die Religionen, aus denen Babylon die Große besteht, dies nicht gelehrt haben, sind ihre Anhänger in den Strudel internationaler Kriege hineingezogen worden. Wie offensichtlich dies doch in den zwei Weltkriegen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war, die beide in der Christenheit ausbrachen und dazu führten, daß sich Mitgläubige gegenseitig hinschlachteten! Hätten sich alle, die behaupteten, Christen zu sein, an biblische Grundsätze gehalten, hätten diese Kriege niemals stattgefunden.
19. Welche entsetzliche Blutschuld hat Babylon die Große auf sich geladen?
19 Jehova gibt Babylon der Großen für all dieses Blutvergießen die Schuld. Hätten die religiösen Führer, besonders die der Christenheit, ihr Volk die Wahrheit der Bibel gelehrt, wäre es nie zu solch gewaltigem Blutvergießen gekommen. Also muß sich Babylon die Große — die große Hure, das Weltreich der falschen Religion — direkt oder indirekt vor Jehova nicht nur für „das Blut von Propheten und Heiligen“, die sie verfolgt und getötet hat, verantworten, sondern auch für das Blut „von all denen ..., die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“. Babylon die Große hat wirklich eine entsetzliche Blutschuld auf sich geladen. Wie froh kann man sein, wenn sie endgültig vernichtet wird!
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Preiset Jah wegen seiner Gerichte!Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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Kapitel 38
Preiset Jah wegen seiner Gerichte!
1. Was hörte Johannes, das „wie eine laute Stimme einer großen Menge im Himmel war“?
BABYLON DIE GROSSE existiert nicht mehr. Welch erfreuliche Nachricht! Kein Wunder, daß Johannes freudige Lobgesänge im Himmel hört. „Nach diesen Dingen hörte ich etwas, was wie eine laute Stimme einer großen Menge im Himmel war. Sie sprachen: ‚Halleluja!a Die Rettung und die Herrlichkeit und die Macht gehören unserem Gott, denn seine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. Denn er hat das Gericht an der großen Hure vollzogen, die die Erde mit ihrer Hurerei verdarb, und er hat das Blut seiner Sklaven an ihrer Hand gerächt.‘ Und gleich darauf sagten sie zum zweitenmal: ‚Halleluja!b Und der Rauch von ihr steigt weiterhin auf für immer und ewig‘ “ (Offenbarung 19:1-3).
2. (a) Was bedeutet das Wort „Halleluja“, und worauf weist die Tatsache hin, daß Johannes es zweimal an dieser Stelle hört? (b) Wem gebührt die Ehre für die Vernichtung Babylons der Großen? Erkläre es.
2 Ja wirklich: Halleluja! Das Wort bedeutet „Preiset Jah!“, und „Jah“ ist eine Kurzform des göttlichen Namens Jehova. Wir werden hier an die Aufforderung des Psalmisten erinnert: „Alles, was atmet — es preise Jah. Preiset Jah!“ (Psalm 150:6). Daß Johannes an dieser Stelle der Offenbarung den jubelnden himmlischen Chor zweimal „Halleluja!“ singen hört, ist ein Beweis für die Fortdauer der göttlichen Offenbarung der Wahrheit. Der Gott der Christlichen Griechischen Schriften ist derselbe Gott wie der der früheren Hebräischen Schriften; sein Name ist Jehova. Der Gott, der den Untergang des alten Babylon herbeiführte, hat nun auch Babylon die Große gerichtet und vernichtet. Ihm gebührt alle Ehre für diese Tat. Der geschickten Lenkung seiner Macht ist ihr Untergang zuzuschreiben, nicht der Macht der Nationen, die er als Werkzeuge benutzte, um sie zu vernichten. Jehova allein haben wir die Rettung zu verdanken (Jesaja 12:2; Offenbarung 4:11; 7:10, 12).
3. Warum hat die große Hure dieses Urteil verdient?
3 Warum hat die große Hure dieses Urteil verdient? Nach dem Gesetz, das Jehova Noah — und durch ihn der ganzen Menschheit — gab, steht auf vorsätzliches Blutvergießen die Todesstrafe. Diese Bestimmung wurde in dem Gesetz, das Gott den Israeliten gab, wiederholt (1. Mose 9:6; 4. Mose 35:20, 21). Außerdem wurden unter dem mosaischen Gesetz sowohl buchstäblicher als auch geistiger Ehebruch mit dem Tod bestraft (3. Mose 20:10; 5. Mose 13:1-5). Jahrtausendelang hat Babylon die Große Blutschuld auf sich geladen und in großem Ausmaß Hurerei getrieben. Zum Beispiel hat die von der römisch-katholischen Kirche geforderte Ehelosigkeit ihrer Priester viele von ihnen zu unmoralischem Handeln veranlaßt, und nicht wenige haben sich dadurch Aids zugezogen (1. Korinther 6:9, 10; 1. Timotheus 4:1-3). Doch ihre größten Sünden, ‘die sich aufgehäuft haben bis zum Himmel’, hat sie durch ihre Hurereien in geistiger Hinsicht begangen — durch das Lehren von Unwahrheiten und dadurch, daß sie sich mit korrupten Politikern verbündete (Offenbarung 18:5). Da ihre Bestrafung sie nun schließlich erreicht hat, läßt die Menge im Himmel ein zweites Halleluja ertönen.
4. Was wird dadurch versinnbildlicht, daß der Rauch von Babylon der Großen „für immer und ewig“ aufsteigt?
4 Babylon die Große ist wie eine eroberte Stadt in Brand gesetzt worden, und der Rauch von ihr steigt „weiterhin auf für immer und ewig“. Wenn eine buchstäbliche Stadt von ihren Eroberern niedergebrannt wird, steigt der Rauch auf, solange die Asche heiß ist. Wer versuchen wollte, sie wieder aufzubauen, während die Trümmer noch rauchen und schwelen, würde sich höchstens daran verbrennen. Da der Rauch von Babylon der Großen zum Zeichen der Endgültigkeit ihrer Bestrafung „für immer und ewig“ aufsteigen wird, wird es niemandem gelingen, diese sündige Stadt jemals wiederherzustellen. Die falsche Religion ist für immer beseitigt worden. Halleluja! (Vergleiche Jesaja 34:5, 9, 10.)
5. (a) Was tun die 24 Ältesten und die vier lebenden Geschöpfe, und was sagen sie? (b) Warum ist der Halleluja-Refrain weit melodiöser als die Hallelujas, die in den Kirchen der Christenheit gesungen wurden?
5 In einer früheren Vision sah Johannes vier lebende Geschöpfe rings um den Thron und mit ihnen 24 Älteste, die die Königreichserben in ihrer herrlichen Stellung im Himmel versinnbildlichen (Offenbarung 4:8-11). Nun sieht er sie wieder und hört, wie sie zum drittenmal laut Halleluja rufen, diesmal wegen der Vernichtung Babylons der Großen: „Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebenden Geschöpfe fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Thron sitzt, und sprachen: ‚Amen. Halleluja!‘ “c (Offenbarung 19:4). Dieser großartige Halleluja-Chor kommt zu dem ‘neuen Lied’ zum Preise des Lammes noch hinzu (Offenbarung 5:8, 9). Sie singen nun den herrlichen Siegesrefrain, in dem sie alle Ehre für den entscheidenden Sieg über die große Hure, Babylon die Große, dem Souveränen Herrn Jehova zuschreiben. Diese Hallelujas klingen weit melodischer als die Hallelujas, die in den Kirchen der Christenheit gesungen wurden, wo man Jehova (oder Jah) entehrte und verachtete. Diese heuchlerischen Gesänge, durch die der Name Jehovas geschmäht worden ist, sind nun für immer verstummt.
6. Wessen „Stimme“ wird gehört, wozu fordert sie auf, und wer kommt der Aufforderung nach?
6 Im Jahre 1918 begann Jehova, die zu belohnen, die ‘seinen Namen fürchteten, die Kleinen und die Großen’; die ersten waren die in Treue gestorbenen gesalbten Christen, die er auferweckte und in die durch die 24 Ältesten dargestellte Klasse eingliederte (Offenbarung 11:18). Andere schließen sich ihnen im Singen der Hallelujas an, denn Johannes berichtet: „Auch ging eine Stimme vom Thron aus, die sprach: ‚Preiset unseren Gott, ihr alle seine Sklaven, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen‘ “ (Offenbarung 19:5). Diese Stimme ist die „Stimme“ des Wortführers Jehovas, seines Sohnes, Jesus Christus, der „inmitten des Thrones“ steht (Offenbarung 5:6). Nicht nur im Himmel, sondern auch auf der Erde, wo die Johannes-Klasse führend vorangeht, beteiligen sich „alle seine Sklaven“ am Singen. Wie freudig sie doch der Aufforderung „Preiset unseren Gott“ folgen!
7. Wer wird nach der Vernichtung Babylons der Großen Jehova lobpreisen?
7 Ja, die Glieder der großen Volksmenge gehören ebenfalls zu diesen Sklaven. Seit dem Jahre 1935 sind sie aus Babylon der Großen herausgekommen und haben die Erfüllung der göttlichen Prophezeiung miterlebt: „Er wird die segnen, die Jehova fürchten, die Kleinen wie auch die Großen“ (Psalm 115:13). Nach der Vernichtung der Hure Babylon werden Millionen von ihnen zusammen mit der Johannes-Klasse und den himmlischen Heerscharen ‘unseren Gott preisen’. Später werden diejenigen, die auf der Erde auferstehen — ob früher prominent oder nicht —, bestimmt weitere Hallelujas singen, wenn sie erfahren, daß Babylon die Große für immer beseitigt worden ist (Offenbarung 20:12, 15). Alle werden Jehova wegen seines ruhmreichen Sieges über die jahrhundertealte Hure preisen.
8. Wozu sollten wir jetzt, vor der Vernichtung Babylons der Großen, durch die himmlischen Halleluja-Chöre, von denen Johannes Zeuge wurde, angespornt werden?
8 Welch ein Ansporn für uns, das Werk, das Gott heute durchführen läßt, tatkräftig zu unterstützen! Mögen sich alle Diener Jahs jetzt — vor der Entthronung und Vernichtung Babylons der Großen — mit Leib und Seele der Verkündigung der Gerichte Gottes und der wunderbaren Königreichshoffnung widmen (Jesaja 61:1-3; 1. Korinther 15:58).
‘Halleluja — Jehova ist König!’
9. Inwiefern hat das letzte Halleluja einen solch vollen, kräftigen Klang?
9 Es gibt aber noch weitere Ursachen zur Freude, denn Johannes fährt mit den Worten fort: „Und ich hörte etwas, was wie eine Stimme einer großen Volksmenge war und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Geräusch schwerer Donner. Sie sprachen: ‚Halleluja,d denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat als König zu regieren begonnen‘ “ (Offenbarung 19:6). Dieses vierte und letzte Halleluja verleiht der Proklamation Symmetrie. Es ist ein überwältigender himmlischer Klang, herrlicher als der Klang jedes menschlichen Chors, majestätischer als das Rauschen eines Wasserfalls und furchteinflößender als der grollende Donner bei einem Gewitter. Die Myriaden himmlischer Stimmen verherrlichen die Tatsache, daß ‘Jehova, unser Gott, der Allmächtige, als König zu regieren begonnen hat’.
10. Wieso kann gesagt werden, Jehova beginne nach der Vernichtung Babylons der Großen als König zu regieren?
10 Inwiefern hat aber Jehova zu regieren begonnen? Schon vor Jahrtausenden erklärte der Psalmist: „Gott [ist] mein König von alters her“ (Psalm 74:12). Jehovas Königtum hatte demnach damals schon lange bestanden. Wieso kann denn der himmlische Chor singen: „Jehova ... hat als König zu regieren begonnen.“? Weil nach der Vernichtung Babylons der Großen diese anmaßende Rivalin Jehovas nicht mehr dasein wird, die andere zum Ungehorsam gegenüber ihm, dem Souverän des Universums, verleitet. Die falsche Religion wird die Herrscher der Erde nicht mehr veranlassen, sich ihm zu widersetzen. Als das alte Babylon als Weltmacht fiel, hörte Zion die Siegesbotschaft: „Dein Gott ist König geworden!“ (Jesaja 52:7). Nach der Geburt des Königreiches im Jahre 1914 riefen die 24 Ältesten aus: „Wir danken dir, Jehova Gott, du Allmächtiger, der ist und der war, weil du deine große Macht an dich genommen und als König zu regieren begonnen hast“ (Offenbarung 11:17). Jetzt, nach der Vernichtung Babylons der Großen, ertönt wiederum der Ruf: „Jehova ... hat als König zu regieren begonnen.“ Es wird keinen von Menschen gemachten Gott mehr geben, der Jehova, dem wahren Gott, die Souveränität streitig macht, denn er ist nun der Alleinherrscher.
Die Hochzeit des Lammes ist nahe
11, 12. (a) Welche Worte richtete das alte Jerusalem an das alte Babylon, und welche Parallele entstand dadurch, das Neue Jerusalem und Babylon die Große betreffend? (b) Was singen die himmlischen Scharen nach dem Sieg über Babylon die Große, und was künden sie an?
11 „Du, meine Feindin“ — diese Worte richtete die Stadt Jerusalem, in der sich Jehovas Tempel der Anbetung befand, an das götzendienerische Babylon (Micha 7:8). Auch „die heilige Stadt, das Neue Jerusalem“, das aus der Braut, den 144 000, besteht, hat allen Grund gehabt, Babylon die Große als seine Feindin anzusprechen (Offenbarung 21:2). Aber schließlich sind Not, Unglück und Verderben über die große Hure gekommen. Weder ihre spiritistischen Bräuche noch ihre Astrologen vermochten sie zu retten. (Vergleiche Jesaja 47:1, 11-13.) In der Tat, ein hervorragender Sieg für die wahre Anbetung!
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