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  • Griechenland — Die fünfte große Weltmacht
    Der Wachtturm 1988 | 15. April
    • ALS Alexander den mazedonischen Thron bestieg, war er gerade 20 Jahre alt. Zwei Jahre später setzte er den Plan seines Vaters Philipp in die Tat um — er begann einen Rachekrieg gegen die mächtigen Perser, deren Reich östlich von Griechenland lag. Alexander hielt nicht eher inne, bis er die seinerzeit bekannte Welt erobert hatte.

      Der ungestüme junge Stratege fegte durch Kleinasien, Syrien, Palästina, Ägypten, Babylonien, ja durch das gesamte medo-persische Weltreich und gelangte bis an die Schwelle des alten Indien. Dieser Mann, der als einer der größten Generäle des Altertums gerühmt wird, ist uns heute als Alexander der Große bekannt.

      In erstaunlich kurzer Zeit war Griechenland zur fünften Weltmacht der biblischen Geschichte aufgestiegen — größer als alle früheren.

  • Griechenland — Die fünfte große Weltmacht
    Der Wachtturm 1988 | 15. April
    • Die Erfüllung der Prophezeiungen

      Im Frühjahr 334 v. u. Z. überquerte Alexander mit etwa 30 000 Fußsoldaten und 5 000 Reitern die Dardanellen (damals Hellespont genannt) und betrat Asien. Mit der Schnelligkeit eines symbolischen Leoparden mit vier Flügeln beziehungsweise eines Ziegenbocks, der den Boden nicht zu berühren schien, rückte er durch das Herrschaftsgebiet des persischen Weltreiches vor, das fünfzigmal so groß war wie sein eigenes Reich. Würde er tatsächlich „mit ausgedehnter Herrschaft herrschen und nach seinem Willen tun“? Die Antwort liefert uns die Geschichte.

      An den Ufern des Granikos im Nordwesten Kleinasiens (der heutigen Türkei) gewann Alexander seine erste Schlacht gegen die Perser. Während des Winters unterwarf er den Westen Kleinasiens. Im Herbst des nächsten Jahres bereitete er bei Issos, das im Südwesten Kleinasiens lag, einem persischen Heer von schätzungsweise einer halben Million Mann eine vernichtende Niederlage; Darius III., der Großkönig von Persien, floh und ließ seine Angehörigen in der Hand Alexanders zurück.

      Statt die fliehenden Perser zu verfolgen, marschierte Alexander an der Mittelmeerküste entlang und eroberte die Stützpunkte der mächtigen persischen Flotte. Die Inselstadt Tyrus hielt ihm sieben Monate stand. Schließlich errichtete Alexander aus dem Schutt der alten Festlandstadt, die bereits von Nebukadnezar zerstört worden war, einen Damm zur Inselstadt. Überreste dieses Damms sind noch heute zu sehen, und sie bezeugen die Erfüllung der Prophezeiung Hesekiels, daß der Staub von Tyrus ins Meer geworfen würde (Hesekiel 26:4, 12).

      Alexander verschonte Jerusalem, das sich ihm ergab, und drängte nach Süden. Er eroberte Gasa und errichtete seine „ausgedehnte Herrschaft“ über Ägypten, wo man ihn als Befreier willkommen hieß, und er ging daran, „nach seinem Willen [zu] tun“. In Memphis opferte er dem Apisstier, was ihm das Wohlwollen der ägyptischen Priester eintrug. Er gründete in Ägypten auch die Stadt Alexandria, die später als Zentrum der Gelehrsamkeit Athen den Rang streitig machte und bis auf den heutigen Tag seinen Namen trägt.

      Alle Ziele des von Philipp ausgearbeiteten Plans waren erreicht oder sogar übertroffen worden; aber Alexander war noch lange nicht zufrieden. Gleich einem dahinstürmenden Ziegenbock zog er wieder nach Nordosten, durchquerte Palästina und marschierte zum Tigris. Im Jahre 331 v. u. Z. griff er bei Gaugamela, unweit der Ruinen der ehemaligen assyrischen Hauptstadt Ninive, die Perser an. Er überwältigte mit seinen 47 000 Mann das reorganisierte persische Heer, das 1 000 000 Mann zählte. Auch diesmal floh Darius III. Später wurde er von seinen eigenen Leuten ermordet.

      Vom Sieg beflügelt, wandte sich Alexander südwärts und nahm Babylon, die persische Winterresidenz, ein. Er besetzte auch die Hauptstädte Susa und Persepolis, bemächtigte sich des gewaltigen persischen Staatsschatzes und brannte den großen Palast des Xerxes nieder. Schließlich gelang ihm die Eroberung von Ekbatana, einer weiteren Hauptstadt. Der unaufhaltsam vorwärtsdrängende Eroberer unterwarf anschließend das übrige persische Herrschaftsgebiet und kam auf seinem Weg nach Osten bis an den Indus im heutigen Pakistan. Griechenland hatte sich ohne Frage zur fünften großen Weltmacht der biblischen Geschichte aufgeschwungen.

      Durch Alexanders Eroberungszüge gelangte die griechische Sprache und Kultur in diese riesigen Gebiete. Als sich in den besiegten Ländern griechische Kolonien bildeten, wurde das allgemein gebräuchliche Koine-Griechisch die internationale Sprache jener Tage. In dieser Sprache wurden später auch die Christlichen Griechischen Schriften der Bibel aufgezeichnet.

  • Griechenland — Die fünfte große Weltmacht
    Der Wachtturm 1988 | 15. April
    • Im Laufe der Zeit wurde das riesige Reich Alexanders unter vier seiner Generäle aufgeteilt: 1. General Kassander — Mazedonien und Griechenland; 2. General Lysimachos — Kleinasien und das europäische Thrazien; 3. General Seleukos Nikator — Babylonien, Medien, Syrien, Persien und die östlichen Provinzen bis zum Indus; 4. General Ptolemaios Lagi — Ägypten, Libyen, Arabien und Palästina. Wie prophezeit, entstanden aus Alexanders großem Reich vier hellenistische oder griechisch beeinflußte Königreiche.a

      Von diesen Reichen hatte das des Ptolemaios in Ägypten den längsten Bestand. Es fiel im Jahre 30 v. u. Z. an Rom, das daraufhin an die Stelle Griechenlands trat und die sechste große Weltmacht wurde.

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