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  • Die Wissenschaft — die fortdauernde Suche des Menschen nach Wahrheit
    Erwachet! 1993 | 22. April
    • Im vierten/fünften Jahrhundert v. u. Z. stellte ein griechischer Arzt namens Hippokrates diese Ansicht in Frage. Er ist besonders wegen des hippokratischen Eides bekannt, der nach allgemeiner Auffassung immer noch die ethischen Leitsätze ärztlichen Handelns verkörpert. Wie in dem Buch Moments of Discovery—The Origins of Science ausgeführt wird, war Hippokrates „einer der ersten, die mit den Priestern konkurrierten, wenn es um die Erklärung der Krankheiten des Menschen ging“. Er praktizierte Medizin in wissenschaftlichem Sinne und suchte nach natürlichen Krankheitsursachen. Vernunftschlüsse und Erfahrung begannen an die Stelle von religiösem Aberglauben und vagen Vermutungen zu treten.

      Indem Hippokrates Medizin von religiösen Vorstellungen trennte, machte er einen Schritt in die richtige Richtung. Doch selbst heute noch werden wir an den religiösen Ursprung der Medizin erinnert. Ihr Symbol, der schlangenumwundene Stab des Asklepios (Äskulap), des griechischen Gottes der Heilkunde, kann bis zu den alten Tempeln der Heilkunst zurückverfolgt werden, wo man heilige Schlangen hielt. Einer Religionsenzyklopädie zufolge verkörperten diese Schlangen „die Möglichkeit der Erneuerung des Lebens und der Wiedergeburt in Gesundheit“.

      Hippokrates wurde später als der Vater der Medizin bekannt. Aber das bewahrte ihn nicht vor wissenschaftlichen Irrtümern. Das Werk The Book of Popular Science erklärt, einige seiner verkehrten Ansichten würden „uns ziemlich phantastisch erscheinen“, warnt aber andererseits vor medizinischer Arroganz, wenn es dort heißt: „Einige der medizinischen Theorien, die heutzutage fest verwurzelt sind, werden wahrscheinlich den künftigen Generationen genauso phantastisch erscheinen.“

  • Die Wissenschaft — die fortdauernde Suche des Menschen nach Wahrheit
    Erwachet! 1993 | 22. April
    • Die allgegenwärtigen Griechen

      Wo auch immer man über die Geschichte von Religion, Politik oder Handel nachliest, überall stößt man auf die mehr als nur beiläufige Würdigung der Griechen. Und wer hat noch nichts von ihren berühmten Philosophen (ein Begriff, der von dem griechischen Wort philosophía stammt, das „Liebe zur Gelehrsamkeit“ bedeutet) gehört? Die Liebe der Griechen zur Gelehrsamkeit und ihr Wissensdurst waren im ersten Jahrhundert wohlbekannt, damals, als der christliche Apostel Paulus Griechenland besuchte. Er erwähnte die epikureischen und die stoischen Philosophen, die wie „alle Athener und die dort zugezogenen Ausländer ... ihre Mußezeit mit nichts anderem [verbrachten] als nur damit, etwas Neues zu erzählen oder anzuhören“ (Apostelgeschichte 17:18-21).

      Daher wundert es einen nicht, daß die Griechen von allen alten Völkern der Wissenschaft das größte Erbe hinterlassen haben. Die New Encyclopædia Britannica führt dazu aus: „Die Bemühungen der griechischen Philosophie, eine Theorie des Universums zu schaffen, welche die Mythen über die Entstehung der Welt ersetzen sollte, führte schließlich zu brauchbaren wissenschaftlichen Entdeckungen.“

      Ja, einige der griechischen Philosophen leisteten bedeutende Beiträge zur Suche nach wissenschaftlicher Wahrheit. Sie kämpften gegen das Unkraut der irrigen Lehren und Theorien ihrer Vorgänger, während sie auf der Grundlage dessen aufbauten, was ihnen als richtig erschien. (Siehe die im Kasten angeführten Beispiele.) Somit kamen die griechischen Philosophen von gestern dem heutigen wissenschaftlichen Denken näher als sonst ein Volk des Altertums. Nebenbei bemerkt war bis vor kurzem der Begriff „Naturphilosophie“ als Bezeichnung für die verschiedenen Zweige der Wissenschaft in Gebrauch.

      Mit der Zeit wurde das philosophieliebende Griechenland politisch von dem neuentstandenen Römischen Reich überschattet. Hatte dies irgendwelche Auswirkungen auf den wissenschaftlichen Fortschritt? Würde das aufkommende Christentum etwas verändern? Teil 3 in unserer nächsten Ausgabe wird diesen Fragen nachgehen.

  • Die Wissenschaft — die fortdauernde Suche des Menschen nach Wahrheit
    Erwachet! 1993 | 22. April
    • [Kasten auf Seite 22]

      Vorchristliche griechische „Wissenschaftler“

      THALES von Milet (sechstes Jahrhundert), besonders bekannt für seine mathematischen Arbeiten und die Vorstellung, Wasser sei das eigentliche Wesen alles Seienden, nahm gegenüber dem kosmologischen Gedankengebäude seiner Zeit eine kritische Haltung ein, die „für die Entwicklung einer wissenschaftlichen Denkweise von entscheidender Bedeutung war“ (The New Encyclopædia Britannica).

      Sokrates (fünftes Jahrhundert) wird „der Schöpfer einer Befragungsmethode, der Dialektik“, genannt, „die dem Kern der echten wissenschaftlichen Methode nahekommt“ (The Book of Popular Science).

      Demokrit von Abdera (fünftes bis viertes Jahrhundert) war einer der Mitbegründer der atomistischen Theorie des Universums wie auch der Theorie von der Unzerstörbarkeit der Materie und der Bewahrung der Energie.

      Platon (fünftes bis viertes Jahrhundert) gründete in Athen die Akademie als ein Institut für das systematische Betreiben philosophischer und wissenschaftlicher Studien.

      Aristoteles (viertes Jahrhundert), ein kenntnisreicher Biologe, gründete das Lykeion, eine wissenschaftliche Institution, in der auf vielen Gebieten Studien betrieben wurden. Über 1 500 Jahre lang dominierten Aristoteles’ Ideen das wissenschaftliche Denken, und man betrachtete ihn als die höchste wissenschaftliche Autorität.

      Euklid (viertes Jahrhundert), der berühmteste Mathematiker der Antike, ist insbesondere dafür bekannt, daß er das Wissen auf dem Gebiet der Geometrie (griechisch für „Feldmeßkunst“) zusammentrug.

      Hipparch von Nikaia (zweites Jahrhundert), herausragender Astronom und Begründer der Trigonometrie, ordnete die Sterne nach Helligkeit in Größenklassen ein — ein System, das im großen und ganzen heute noch verwendet wird. Er war der Vorläufer des Ptolemäus, eines hervorragenden Geographen und Astronomen des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts, der die Entdeckungen des Hipparch weiter ausbaute und lehrte, die Erde sei das Zentrum des Universums.

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