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GriechenlandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Am 28. September 1920 kam J. F. Rutherford, der zweite Präsident der Watch Tower Society, mit dem Simplon-Orient-Expreß nach Athen. Die Zeitung Athina kündigte seinen Vortrag „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ an. Bruder Rutherford sprach auch auf dem Areopag, dem Marshügel, wo Paulus um das Jahr 50 u. Z. ein so wirkungsvolles Zeugnis gegeben hatte (Apg. 17:22-34). Später schrieb Bruder Rutherford treffend: „Griechenland ist ein von Priestern geplagtes Land, doch denken wir, daß den Menschen langsam aufgeht, wie sehr sie von ihren blinden Leitern übertölpelt und irregeführt worden sind. Für das Zeugnis der Wahrheit besteht unserer Meinung nach ein großes Feld.“
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GriechenlandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Als der Vortrag „Alle Nationen im Aufmarsch zum großen Krieg von Harmagedon, aber Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ gehalten werden sollte, machte sich die kleine Athener Versammlung an die Arbeit. Der Stadtrat genehmigte, daß sie das Städtische Theater von Athen kostenlos benutzen durften. Die Zeitung Athina kündigte den Vortrag mit großen Schlagzeilen an. Als Bruder Karanassios den Vortrag hielt, war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein zweites Mal wurde der Vortrag im Odeonsaal in der Phidioustraße gehalten. Viele nahmen die Broschüre Millionen jetzt Lebender werden nie sterben entgegen.
George Douras, ein bekannter Dichter und Jurastudent, lernte die Wahrheit 1920 durch ein Traktat kennen. Von 1922 bis 1925 diente er als Pilgerbruder, wie reisende Aufseher damals genannt wurden. Im November 1923 hielt er in einem Kino in der Hafenstadt Patras an der Westküste einen Vortrag. Dabei war Pavlos Grigoriadis anwesend, ein sehr gebildeter Mann; dieser wurde später ein Bibelforscher. Sein Bruder Grigoris lernte ebenfalls die Wahrheit kennen und gehört noch heute zur Bethelfamilie in Griechenland.
Im gleichen Jahr hielt Bruder Douras einen öffentlichen Vortrag in Kalamata. Dimitris Logiotatos erinnert sich: „Alle in der Stadt, ich selbst eingeschlossen, waren völlig verblüfft, als sie die Plakate lasen, auf denen der Vortrag ‚Millionen jetzt Lebender werden nie sterben‘ angekündigt wurde. Ich beschloß, mir das anzuhören. Der Saal war schon voll, als ich ankam. Ich saß hinter Herrn Trempela, einem Theologen und Professor an der Universität Athen, der als ‚Nachtigall der orthodoxen Kirche‘ bekannt war. Gespannt verfolgte ich jedes Detail des geistigen Kampfes zwischen den Bibelforschern und jenem prominenten Theologen. Die WAHRHEIT triumphierte! Anschließend nahm ich eine Anzahl Exemplare der Broschüre mit, die denselben Titel trug wie der Vortrag. Ich las sie in nur einer Nacht durch. Voller Freude beeilte ich mich, meinen Freunden und Angehörigen diese wunderbare Broschüre zu geben.“
„Komm herüber nach Mazedonien, und hilf uns!“
Weltweit kennen Christen den dringenden Ruf, der an den Apostel Paulus durch den Geist Gottes erging und ihn dazu veranlaßte, im Gebiet von Mazedonien zu predigen: „Komm herüber nach Mazedonien, und hilf uns!“ (Apg. 16:9). Die Reisen des Paulus führten ihn zuerst nach Mazedonien, wohingegen die gute Botschaft in unserem Jahrhundert zunächst nach Süd- und Mittelgriechenland gelangte und erst ein wenig später nach Mazedonien.
Seinen Anfang in diesem Gebiet nahm das Predigtwerk mit einem öffentlichen Vortrag in genau der Stadt, die Paulus bei seiner Ankunft in Europa als erste betrat — Kavala, das alte Neapolis. Nicolas Kouzounis erinnert sich an seine Erfahrung dort im Jahre 1922: „Ich war in religiöser Hinsicht sehr beunruhigt gewesen. Um diese Zeit kündigte die Zeitung Simaia an, in einem Café werde ein Vortrag über das Thema ‚Millionen jetzt Lebender werden nie sterben‘ gehalten. Nach dem Vortrag erhielt ich die Broschüre „Können die Lebenden mit den Toten reden?“ Tief bewegt von dem, was er gelernt hatte, schloß sich Bruder Kouzounis bald einem anderen Bruder an, der monatelang mit dem Auto die Ortschaften und Städte bis hin zur türkischen Grenze bereiste, um zu predigen.
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