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GriechenlandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Anläßlich eines Bezirkskongresses organisierten die Brüder erstmals den Straßendienst.
Die Reaktion war dramatisch. Hunderte Zeugen wurden verhaftet und auf örtliche Polizeistationen gebracht. Die Folge waren 38 Gerichtsfälle, von denen die Brüder 35 auf Anhieb gewannen und bei den anderen 3 in Berufung gingen. Die Geistlichen mußten einsehen, daß sie auf verlorenem Posten kämpften. Wutentbrannt riefen sie zu einer Protestdemonstration gegen Jehovas Zeugen auf. Dutzende von Bussen wurden gemietet, um die Demonstranten zu transportieren, aber als es soweit war, kamen nicht einmal genug Leute, um e i n e n Bus zu füllen! Seither haben Gottes Diener unentwegt und mit großem Erfolg auf den Straßen Zeugnis gegeben.
Sonderkongreß 1985
Die Gesellschaft wählte 1985 Griechenland als Ort für einen der besonderen Kongresse. Drei Kongreßstätten wurden vorbereitet: das Apollostadion in Athen, der Kongreßsaal und das Gelände in Malakasa außerhalb Athens sowie das Kongreßgelände bei Saloniki.
Aus 17 Ländern kamen Hunderte von Delegierten. Auch Bruder Gangas und Bruder Barry, die zur leitenden Körperschaft gehören, waren anwesend. Im Interesse der Besucher wurden die Ansprachen in mehrere europäische Sprachen sowie ins Japanische übersetzt. George Gangas ist selbst Grieche und sprach zu den Kongreßbesuchern in Griechisch, was seine Zuhörer besonders freute. Insgesamt wurden bei den drei Kongressen 37 367 Anwesende und 368 Täuflinge gezählt.
Besonders während der Mittagspausen war nicht zu übersehen, welche Liebe zwischen den Brüdern aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt herrschte. Auf dem Kongreßgelände im Schatten der Pinien sitzend, konnte man hören, wie überall Königreichslieder gesungen wurden.
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GriechenlandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Angriffe bei Kongressen
Im darauffolgenden Sommer, im Juni 1986, berichtete die Zeitung I Larisa, daß sich eine von Priestern angeführte Volksmenge vor dem Galaxiaskino versammelt hatte, wo 700 Zeugen Jehovas zu einem Kreiskongreß zusammengekommen waren. Die Pöbelrotte war entschlossen, den Kongreß zu unterbinden, wurde aber von der Polizei zerstreut. Die in Larissa erscheinende Zeitung I Alithia verglich die Stimmung dieser Pöbelrotte mit der Stimmung in der Menge, die den Tod Jesu gefordert hatte, und kommentierte: „Bedauerlicherweise war ihr Anführer ausgerechnet ein tobender ... Priester! Er drohte und fluchte. Irgendwann stellte er ... den Versammelten ein Ultimatum, innerhalb von fünf Minuten das Kino zu räumen, sonst ‚werden wir hineingehen und ihnen die Köpfe einschlagen‘.“
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GriechenlandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Für den Bezirkskongreß 1988 mieteten die Brüder das moderne „Stadion des Friedens und der Freundschaft“ in der Nähe der Hafenstadt Piräus. Man schloß einen Vertrag ab, und Jehovas Zeugen wandten 6 000 Arbeitsstunden auf, um das Gelände zu reinigen. Doch ganz im Gegensatz zu dem idealistisch klingenden Namen des Stadions erhob ein prominenter Kirchenmann wütende Proteste — sogar die Kirchenglocken ließ er läuten, so daß viele Leute dachten, irgendeine Katastrophe sei hereingebrochen oder ein Krieg sei ausgebrochen. Er verstieg sich zu der Drohung, das Stadion besetzen zu lassen, falls die Genehmigung für die Zeugen Jehovas, das Stadion zu benutzen, nicht rückgängig gemacht werde. Leider gab man dem Druck nach und brach den ordnungsgemäß abgeschlossenen Vertrag, und das nur drei Tage bevor der Kongreß beginnen sollte. Die Brüder arbeiteten rund um die Uhr, um ein anderes Gelände für das viertägige Programm herzurichten. Alles ging noch gut aus, und etwa 30 000 Personen konnten Teile des Programms direkt oder per Telefonleitung verfolgen.
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