Was sagt die Bibel?
Ist das Rauchen wirklich verkehrt?
„WARUM soll ich nicht rauchen, wenn es mir Genuß bereitet? Wenn ich dabei meine Gesundheit aufs Spiel setze, ist das meine Sache.“ Für Millionen ist diese „Logik“ überzeugend.
Doch gemäß Nachrichten aus dem letzten Jahr wird dem Rauchen die Schuld an jährlich 100 000 Todesfällen in Großbritannien, an 350 000 in den Vereinigten Staaten und an einem Drittel aller Todesfälle in Griechenland gegeben. Der gesunde Menschenverstand müßte einem sagen, daß die Gesellschaft die moralischen Konsequenzen dieser Zahlen nicht einfach mit einem Achselzucken abtun kann. Aber sie tut es. Warum?
Viele religiöse Führer wollen auf ihre Schäflein in bezug auf das Rauchen keinerlei moralischen Druck ausüben. Der Verfasser des Buches The Christian Moral Vision steht auf dem gleichen Standpunkt. Er sieht, wie er schreibt, „keine Rechtfertigung für moralischen Druck“, wenn jemand, „nachdem er die Risiken in Betracht gezogen hat ..., um des Genusses willen [trotzdem] raucht“. Ist das aber auch der Standpunkt der Bibel? Rechtfertigt es der „Genuß“, unnötige Risiken auf sich zu nehmen?
Sicher nicht. Wäre es nicht vernünftiger, zu versuchen, körperlich und geistig in Hochform zu bleiben? In unserem eigenen Interesse macht es die Bibel zur Bedingung, daß wir uns aus Achtung vor unseren Angehörigen und Freunden sowie vor unserem Schöpfer „reinigen von jeder Befleckung [Verunreinigung, Kingdom-Interlinear-Übersetzung] des Fleisches und Geistes“ (2. Korinther 7:1). Schadet der Tabakgenuß aber lediglich dem Körper?
Wie er sich auf dein Leben auswirkt
Der Tabakgenuß kann nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Sinn starken Einfluß ausüben. Abgesehen davon, daß Tabak den Körper verunreinigt, durchdringt er den „Geist“ — die Stimmung, in der man nachdenkt, arbeitet, spielt oder anderen alltäglichen Beschäftigungen nachgeht. Ein Journalist gab gemäß Reader’s Digest zu: „Ohne meine tägliche Ration Zigaretten könnte ich nicht schreiben, essen, schlafen, lieben oder auch nur mit meinen Kindern herumtollen.“
Warum ist der Tabakgenuß im Leben der Menschen so tief verwurzelt, daß sie sogar die Augen vor der größten Gefahr — dem Tod — verschließen? Über die Situation in Großbritannien schrieb Judy Greenwood, Fachärztin für Psychiatrie, im Glasgow Herald vom 3. Januar 1985: „Wenn 100 000 Menschen aufgrund einer anderen zu verhindernden Ursache gestorben wären, ... wäre die Bevölkerung außer sich. ... Beim Rauchen ist das anders ... Diese besondere, allgemein übliche Sucht ist in unserer Kultur und in unserem Wirtschaftssystem so eingewurzelt ..., daß in unserem gesunden Menschenverstand landesweit eine Lücke entstanden zu sein scheint.“
Der geistige Schaden
Ja die Sucht, nicht der Genuß allein, läßt heute diese moralische Lücke im „Geist“ der Öffentlichkeit entstehen. Dr. Richard Pollin, Direktor des US-Instituts zur Bekämpfung des Drogenmißbrauchs, behauptet, daß das Zigarettenrauchen heute die ernst zu nehmendste und verbreitetste Sucht in der Welt sei — schlimmer noch als die Heroinsucht.
Die Bibel läßt keinen Raum für solch eine Lücke, was suchtbildende Substanzen betrifft, die einen sowohl zum Sklaven einer Gewohnheit als auch zum Sklaven derer machen, die aus dieser Gewohnheit Profit ziehen. „Ihr seid um einen Preis erkauft worden; werdet nicht mehr Sklaven der Menschen“ (1. Korinther 7:23).
War der Genuß von suchtbildenden Drogen und Kräutern in biblischer Zeit bekannt? Die Publikation Tobacco and Kentucky spricht von „Funden prähistorischer Pfeifen, die ... am Mittelmeer und im Innern Kleinasiens ausgegraben wurden“. Man rauchte damit „Cannabis (Marihuana) und andere Pflanzen“. Wie es in dem Buch weiter heißt, „war das Räuchern und das Einatmen des Rauches verschiedener Substanzen ein heiliger, heilender und genußreicher Brauch ... seit unvordenklichen Zeiten. ... Das trifft auf Tabak ebenso zu wie auf Cannabis und Opium.“
In McClintock and Strong’s Cyclopedia wird gesagt, daß der Begriff „Pharmazie“ in den „ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche“ für die „Kunst des Erfindens und Bereitens von Arzneien zum Schadenstiften“ gebraucht wurde. Was sagt die Bibel über solche Substanzen und diejenigen, die damit Handel treiben?
Die dunkle Seite der Pharmazie
Die Bibel verurteilt den Mißbrauch von Drogen, nicht den Gebrauch von Drogen zu Heilzwecken; und wenngleich sich der Begriff „Pharmazie“ im heutigen Sprachgebrauch auf die Verwendung von Drogen zu nützlichen Zwecken bezieht, bezeichnete er früher den Mißbrauch von Drogen — zum Schadenstiften, nicht zum Heilen. Die Bibel führt die Pharmazie in einem sehr bedenklichen Zusammenhang auf — in Verbindung mit den „Werken des Fleisches“. Von Personen, die diese Werke vollbringen, wird gesagt, daß sie „Gottes Königreich nicht ererben werden“ (Galater 5:19-21). In der International Standard Bible Encyclopædia heißt es: „Paulus setzt in Gal 5 20 Unreinheit, Götzendienst etc. mit dem gleich, was er als pharmakéia bezeichnet ..., Drogen, die zur Ausübung der Kunst der Magie gebraucht wurden.“ Beachte den großen geistigen Schaden, der mit Genuß bringenden, suchtbildenden Substanzen einhergeht: Man verliert dadurch die Gunst Gottes und die Verbindung zum Volk Gottes.
Aufgrund der magischen Verwendung von Drogen in biblischen Zeiten wird in Galater 5:20, 21 pharmakéia mit „Ausübung von Spiritismus“ wiedergegeben. Die Kingdom-Interlinear-Übersetzung zeigt hingegen, daß „Gebrauch von Drogen“ die buchstäbliche Bedeutung ist, und im Neuen Testament von Schlatter (1931) steht an dieser Stelle „Giftmischerei“. Der Bibelgelehrte Adam Clarke erklärt, daß „Drogen“ und das „Räuchern“ (Rauch) dazu dienten, „übernatürliche Kräfte zu erzeugen“.
In dem Buch Word Pictures in the New Testament wird die dunkle Seite der Pharmazie wie folgt hervorgehoben: „Wer aufgrund dieses Wortes (heute Pharmazie) über die Verbindung zwischen Medizin und Zauberei verwundert ist ..., braucht nur an die Quacksalberei in der heutigen Medizin zu denken ..., an die Wunderheiler, professionellen Geistheiler und Medizinmänner in Afrika.“ Ja, man beachte das „wesentliche Element der Indianerreligion“ — den Schamanen, d. h. den Priester, der mit seiner „Friedenspfeife“ Tabak raucht.
Es verwundert daher nicht, daß es in Offenbarung 22:15 heißt, „draußen“, das heißt außerhalb des paradiesischen Königreiches Gottes, seien die „Drogenmischer [pharmakói] und die Hurer und die Mörder“ (Kingdom-Interlinear-Übersetzung).
Bestimmt hat das heutige Tabakrauchen, wenn es auch dem Genuß und nicht religiösen Zwecken dient, seinen Ursprung in Gott entehrenden abergläubischen Vorstellungen vergangener Zeiten. Und was Jesus über die Früchte der falschen Religion vorhergesagt hat, trifft auch auf den Ursprung des Tabakgenusses zu. Die Früchte sind in physischer und geistiger Hinsicht ebenso faul (Matthäus 7:15-20).
[Herausgestellter Text auf Seite 20]
Wenn 100 000 Briten aufgrund einer anderen zu verhindernden Ursache gestorben wären, wäre die Bevölkerung außer sich
[Herausgestellter Text auf Seite 21]
Die Bibel führt den Genuß suchtbildender Substanzen in einem sehr bedenklichen Zusammenhang auf — in Verbindung mit den „Werken des Fleisches“