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GuadeloupeJahrbuch der Zeugen Jehovas 1995
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Bruder Knorr versicherte ihnen, daß so bald wie irgend möglich weitere Missionare geschickt würden, um ihnen zu helfen.
Nicht lange danach wurde sein Versprechen erfüllt. Am 17. März 1954 landete auf dem Flughafen von Pointe-à-Pitre ein Flugzeug, aus dem zwei Passagiere stiegen. Aber es war niemand da, um sie zu begrüßen, weil der Flug beträchtliche Verspätung hatte. Polizisten boten sich jedoch an, sie zu der chemischen Reinigung von Bruder Laaland zu bringen. Die beiden Reisenden, die kurz zuvor die Gileadschule absolviert hatten, waren aus Frankreich gebürtig. Es handelte sich um Pierre Jahnke, einen hochgewachsenen Bruder, und Paul Touveron.
Einige Tage nachdem die beiden Missionare angekommen waren, traf Bruder Henschel ein. In der Zwischenzeit hatte die Faith, das Missionarschiff der Gesellschaft, im Hafen festgemacht, und die Mannschaft war fleißig mit den Vorbereitungen für einen Kongreß beschäftigt, der in einer Schule am Ort stattfinden und am 26. März beginnen sollte.
Bei Programmbeginn herrschte eine freudige Atmosphäre, obwohl die Brüder etwas angespannt und besorgt waren, ob alles glattginge. Nach einigen Ansprachen und Demonstrationen wurde eine provisorische Leinwand aufgehängt. Dann sahen sie zum ersten Mal den Film der Gesellschaft Die Neue-Welt-Gesellschaft in Tätigkeit. Jetzt wurden sie in ihrer Überzeugung bestärkt, denn sie konnten mit eigenen Augen den klaren Beweis dafür sehen, daß es sich um Gottes Organisation handelt. Alle Anwesenden waren tief bewegt, als sie sahen, wie die Organisation in Frieden und Einheit tätig ist. Die Schwestern sahen außerdem, daß ihre Glaubensschwestern in anderen Ländern Schmuck trugen, wenn auch nicht übertrieben viel. Auch das Wissen darum, daß zwei Missionare in ihrer Mitte waren, Brüder, die die Organisation gesandt hatte und deren Beispiel im Dienst für Jehova die Versammlung stärken würde, ermunterte die Kongreßbesucher. Die Aufregung an jenem Abend war groß — zu groß für den vorsitzführenden Aufseher der Versammlung Pointe-à-Pitre, Clotaire Missoudan. Er ging nach Hause und starb noch in jener Nacht im Schlaf, ohne daß seine Frau es bemerkte.
Am zweiten Kongreßtag kündigte Bruder Henschel die Errichtung eines Zweigbüros der Watch Tower Society in Guadeloupe an. Es sollte sich um das Predigen der guten Botschaft in Guadeloupe und auf Martinique kümmern. Pierre Jahnke wurde zum Zweigdiener ernannt. Für die genaueren organisatorischen Richtlinien, die man auf diesen Inseln so dringend benötigte, wurde gesorgt.
Nach dem Kongreß machten sich die beiden Missionare an die Arbeit. Sie mieteten ein kleines Holzhaus, in dem das Zweigbüro seinen Platz haben sollte. Später kaufte die Gesellschaft ein kleines Gartenhaus am Raizet-Stadtpark, wo das Büro bis Dezember 1966 seinen Sitz hatte. Bruder Jahnke erledigte nicht nur die Arbeit im Zweigbüro, sondern er beteiligte sich auch am Predigtdienst in Pointe-à-Pitre und verbrachte soviel Zeit wie möglich mit den Brüdern. Inzwischen besuchte Bruder Touveron als Kreisaufseher die Versammlungen und alleinstehende Verkündiger, bis er es nach ungefähr einem Jahr für nötig hielt, nach Frankreich zurückzukehren.
Hilfe durch ein schwimmendes Missionarheim
Die Wertschätzung für Jehovas Organisation wurde vertieft durch periodische Besuche von Missionaren, die mit dem Schiff von Insel zu Insel fuhren. Die Gesellschaft besaß ungefähr zehn Jahre lang Schiffe, die im Gebiet der Westindischen Inseln als schwimmende Missionarheime dienten. Zuerst war es der 18 Meter lange Schoner Sibia, der später durch ein größeres Schiff, die Light, ersetzt wurde. Auch die 22 Meter lange Faith, die zwei Schiffsschrauben hatte, war im Einsatz. Die Missionare an Bord der Schiffe sprachen zwar nur englisch (die meisten Verkündiger in Guadeloupe nicht), aber trotzdem wurden ihre Besuche sehr geschätzt. Die Verkündiger dort erinnern sich noch immer an den Eifer jener Missionare, die mit den einheimischen Verkündigern den ganzen Tag im Predigtdienst standen.
Bei ihrem letzten Besuch mit der Light predigten die Missionare vom 26. Juli bis zum 7. August 1956 auf den Inseln Marie-Galante und La Désirade. Auf Marie-Galante zeigten sie den Film Die Neue-Welt-Gesellschaft in Tätigkeit. Einer der Zuschauer sagte: „Und wenn Sie mir zehntausend Franc gegeben hätten, Sie hätten mich nicht glücklicher machen können, als ich es heute abend bin!“
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GuadeloupeJahrbuch der Zeugen Jehovas 1995
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[Bild auf Seite 138]
Missionare auf dem Schiff „Light“ beteiligten sich eifrig am Zeugnisgeben
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