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  • Sich von Gottes Geist leiten lassen — warum?
    Der Wachtturm 2011 | 15. Dezember
    • Sich von Gottes Geist leiten lassen — warum?

      „Du bist mein Gott. Dein Geist ist gut; er führe mich“ (PS. 143:10)

      1. An welchem Beispiel wird deutlich, dass eine unsichtbare Kraft jemand anleiten kann?

      HAST du schon einmal versucht, mit einem Kompass deinen Weg zu finden? Bei der einfachsten Ausführung dieses Instruments zeigt ein bewegliches Teil, eine Magnetnadel, nach Norden. Wie kommt das? Es liegt an einer unsichtbaren Kraft — dem Magnetismus. Er bewirkt, dass sich die Kompassnadel an dem Magnetfeld ausrichtet, das die Erde von Pol zu Pol umgibt. Über Jahrhunderte hinweg haben Reisende und Entdecker einen Kompass verwendet, um ihren Weg über Land und Meer zu finden.

      2, 3. (a) Welcher gewaltigen Kraft bediente sich Jehova vor unendlich langer Zeit? (b) Warum sollten wir davon ausgehen, dass Gottes unsichtbare wirksame Kraft eine Wirkung auf unser Leben heute haben kann?

      2 Zur Wegleitung ungleich wichtiger ist allerdings eine andere unsichtbare Kraft. Worum handelt es sich? Sie wird in den ersten Versen der Bibel beschrieben. In dem Bericht darüber, was Jehova vor unendlich langer Zeit bewirkte, heißt es: „Im Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde.“ Dabei bediente er sich einer gewaltigen Kraft, denn der Schöpfungsbericht sagt weiter: „Gottes wirksame Kraft bewegte sich hin und her“ (1. Mo. 1:1, 2). Die dynamische Kraft hinter der Schöpfung war Jehovas heiliger Geist. Ihn nutzte Jehova, um alles ins Dasein zu bringen, und dieser Kraft verdanken auch wir unsere Existenz (Hiob 33:4; Ps. 104:30).

      3 Sollten wir davon ausgehen, dass diese Kraft darüber hinaus eine Wirkung auf unser Leben haben kann? Der Sohn Gottes war davon überzeugt, denn er sagte zu seinen Nachfolgern: „Der Geist . . . wird . . . euch in die ganze Wahrheit leiten“ (Joh. 16:13). Was genau ist der heilige Geist? Und warum ist die Bereitschaft, sich von ihm leiten zu lassen, so wichtig?

      Was ist der heilige Geist?

      4, 5. (a) Wofür halten Verfechter der Dreieinigkeit den heiligen Geist? (b) Wie würdest du erklären, was der heilige Geist wirklich ist?

      4 Manche, denen wir im Predigtdienst begegnen, halten den heiligen Geist für die dritte Person einer dreieinigen Gottheit, wesensgleich mit dem Vater (1. Kor. 8:6). Das spiegelt sich sogar in einigen Bibelübersetzungen wider. Die englische King James Version zum Beispiel gebraucht den Begriff Holy Ghost, der die Vorstellung von einer Geistperson vermittelt. Interessanterweise ersetzte Noah Webster — Verfasser des gleichnamigen berühmten Wörterbuchs — in einer 1833 von ihm herausgegebenen überarbeiteten Auflage der King-James-Bibel diesen Begriff durchweg mit Holy Spirit. Er tat dies, wie er sagte, weil man zu seiner Zeit „unter ghost sonst nur noch eine Spukgestalt“ verstand.a

      5 Was ist der heilige Geist denn dann? In einer Fußnote zu 1. Mose 1:2 heißt es in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift — mit Studienverweisen: „Das [hebräische] Wort rúach wird nicht nur mit ‚Geist‘ übersetzt, sondern auch mit ‚Wind‘ sowie mit anderen Ausdrücken, die eine unsichtbare wirksame Kraft bezeichnen.“ (Vergleiche die Fußnoten in 1. Mose 3:8 und 8:1.) Der Wind ist eine Kraft, die, obwohl für uns unsichtbar, eine Wirkung entfaltet. So ähnlich ist auch der heilige Geist nichts Stoffliches, keine Person, sondern eine unsichtbare, wirksame Kraft. Sie geht von Gott aus und wird auf Personen und Dinge projiziert und ausgeübt, damit das geschieht, was er wünscht. Ist es schwer, zu glauben, dass so eine großartige Kraft vom heiligen, allmächtigen Gott ausgeht? Überhaupt nicht! (Lies Jesaja 40:12, 13.)

      6. Worum bat David Jehova, und was ist daran so bedeutsam?

      6 Kann Jehova seinen Geist dazu gebrauchen, uns immer den richtigen Weg im Leben zu zeigen? Er versprach David: „Ich werde dir Einsicht verleihen und dich unterweisen in dem Weg, den du gehen solltest“ (Ps. 32:8). Wollte David das überhaupt? Ja, denn er bat Jehova: „Lehre mich deinen Willen tun, denn du bist mein Gott. Dein Geist ist gut; er führe mich“ (Ps. 143:10). Diese Bereitschaft, ja der starke Wunsch, sich von Gottes Geist leiten zu lassen, ist auch für uns ganz wichtig. Warum? Schauen wir uns vier Gründe dafür an.

      Wir sind nicht dafür geschaffen, unseren eigenen Weg zu gehen

      7, 8. (a) Warum kommen wir nicht ohne Gottes Führung aus? (b) Wie lässt sich veranschaulichen, warum wir besonders in der bösen Welt von heute Gottes Anleitung brauchen?

      7 Erstens: Wir sind weder befähigt noch befugt, unseren eigenen Weg zu gehen — uns sozusagen selbst zu führen. Unter „führen“ versteht man unter anderem: „jemandem den Weg zeigen“. Jehova hat uns Menschen so geschaffen, dass wir jemand brauchen, der uns den Weg zeigt. Und wegen unserer Unvollkommenheit sind wir erst recht darauf angewiesen. Der Prophet Jeremia schrieb: „Ich weiß wohl, o Jehova, dass nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jer. 10:23). Und warum nicht? Jehova zeigte einen Grund dafür auf, als er Jeremia erklären ließ: „Das Herz [das Innere eines Menschen] ist verräterischer als sonst irgendetwas und ist heillos. Wer kann es kennen?“ (Jer. 17:9; Mat. 15:19).

      8 Stell dir vor, du müsstest einen dichten Urwald durchqueren. Die Gegend ist ein weißer Fleck auf der Landkarte, du kennst dich überhaupt nicht aus und hast keine Erfahrung. Würdest du dich ganz allein, ohne einen ortskundigen Führer, in so eine gefährliche Umgebung hineinwagen und nicht einmal einen Kompass mitnehmen? Deine Chancen, sicher anzukommen, wären gleich null — ja du würdest dein Leben aufs Spiel setzen! Wer meint, er könne sich durch den „Dschungel“ der bösen Welt von heute schlagen, ohne sich von Gott den Weg zeigen zu lassen, setzt ebenfalls sein Leben aufs Spiel. Wir haben nur eine einzige Chance, das heutige System zu durchqueren und sicher anzukommen: indem wir dieselbe Bitte an Jehova richten wie David: „Mögen sich meine Schritte in deinen Spuren halten, in denen meine Tritte bestimmt nicht zum Wanken gebracht werden“ (Ps. 17:5; 23:3). Wie erhalten wir denn die nötige Anleitung?

      9. Wie kann uns Gottes Geist sicher führen? (Siehe Bild auf Seite 17.)

      9 Sind wir demütig bereit, uns auf Jehova zu verlassen, schenkt er uns seinen heiligen Geist als sicheren Führer durchs Leben. Welche Hilfe erhalten wir durch diese wirksame Kraft? Jesus erklärte seinen Jüngern: „Der Helfer . . ., der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe“ (Joh. 14:26). Wenn wir Gottes Wort — nicht zuletzt all das, was Christus gesagt hat — regelmäßig studieren und mit Jehova darüber sprechen, hilft uns der heilige Geist, die tiefe Weisheit Jehovas immer besser zu verstehen und genau auf ihn zu hören (1. Kor. 2:10). Droht uns dann auf dem „engen Pfad“ zum ewigen Leben unerwartet etwas aus der Bahn zu werfen, weist uns Gottes Geist die richtige Richtung. Er erinnert uns nämlich an biblische Grundsätze, die wir schon kennen, und hilft uns begreifen, wie sie unseren nächsten Schritt vorgeben.

      Jesus ließ sich von Gottes Geist leiten

      10, 11. Worauf verließ sich der einziggezeugte Sohn Gottes, und wie wurde ihm durch den heiligen Geist geholfen?

      10 Der einziggezeugte Sohn Gottes ließ sich vom heiligen Geist leiten. Das ist ein zweiter Grund, weshalb auch uns das am Herzen liegt. Bevor dieser Sohn auf die Erde kam, war über ihn vorausgesagt worden: „Auf ihm soll sich der Geist Jehovas niederlassen, der Geist der Weisheit und des Verständnisses, der Geist des Rates und der Macht, der Geist der Erkenntnis und der Furcht Jehovas“ (Jes. 11:2). Jesus kannte diese Worte, und wir können uns gut vorstellen, wie gern er die Hilfe durch Gottes Geist in Anspruch nahm, machte es ihm doch das Umfeld, in dem er zurechtkommen musste, alles andere als leicht!

      11 Was Jehova vorausgesagt hatte, traf ein. Wie die Evangelien berichten, kehrte Jesus unmittelbar nach seiner Taufe „voll heiligen Geistes vom Jordan zurück, und er wurde durch den Geist in der Wildnis umhergeführt“ (Luk. 4:1). Jesus fastete in dieser Zeit, betete und dachte viel nach. Und offenbar unterwies Jehova seinen Sohn und bereitete ihn auf das vor, was auf ihn zukam. Gottes wirksame Kraft beeinflusste Jesu Sinn und Herz. Sie leitete ihn an, richtig zu denken und zu entscheiden. So war sich Jesus in jeder Situation darüber im Klaren, was sich sein Vater von ihm wünschte, und handelte entsprechend.

      12. Warum ist es so wichtig, dass wir Gott um Anleitung durch seinen Geist bitten?

      12 Da Jesus wusste, wie wertvoll die Hilfe durch Gottes Geist in seinem eigenen Leben war, legte er seinen Jüngern eindringlich ans Herz, ebenfalls um den Geist zu beten und sich davon anleiten zu lassen. (Lies Lukas 11:9-13.) Warum gilt das unbedingt auch für uns? Gottes Geist kann unser Denken so umformen, dass wir uns „Christi Sinn“, seine Denkweise, aneignen (Röm. 12:2; 1. Kor. 2:16). Lassen wir uns von Gottes Geist anleiten, können wir lernen, so zu denken und zu handeln, wie der Christus es uns vorgelebt hat (1. Pet. 2:21).

      Der Geist der Welt würde uns vom Weg abbringen

      13. Was ist der Geist der Welt, und was bewirkt er?

      13 Der dritte Grund für unseren Wunsch, uns von Gottes Geist anleiten zu lassen: Ohne ihn könnten wir durch den unheiligen Geist, der sich im Leben der meisten Menschen heute deutlich bemerkbar macht, leicht vom richtigen Weg abgebracht werden. Die Welt verfügt über eine eigene, eine gewaltige Antriebskraft, mit der Menschen beharrlich zu einer Handlungsweise angestachelt werden sollen, die der Wirkung des heiligen Geistes völlig entgegengesetzt ist. Statt sie dazu zu erziehen, wie Christus zu denken, veranlasst der Geist der Welt sie dazu, so zu denken und zu handeln wie der Herrscher dieser Welt: Satan, der Teufel. (Lies Epheser 2:1-3; Titus 3:3.) Fällt jemand diesem Geist zum Opfer und lässt sich auf die „Werke des Fleisches“ ein, hat das fatale Folgen: Er wird „Gottes Königreich nicht erben“ (Gal. 5:19-21).

      14, 15. Wie können wir uns gegen den Geist der Welt erfolgreich zur Wehr setzen?

      14 Jehova hat uns die nötige Hilfe an die Hand gegeben, dem Geist der Welt Paroli zu bieten. Der Apostel Paulus sagte: „Erwerbt euch weiterhin Kraft im Herrn und in der Macht seiner Stärke.“ Warum? „Damit ihr an dem bösen Tag widerstehen . . . könnt“ (Eph. 6:10, 13). Durch seinen Geist gibt uns Jehova die Kraft, Satans Versuchen, uns auf Irrwege zu führen, standzuhalten (Offb. 12:9). Der Geist der Welt ist mächtig. Völlig aus dem Weg gehen können wir ihm nicht. Aber wir können sehr wohl vermeiden, uns davon anstecken zu lassen. Der heilige Geist ist nämlich noch viel mächtiger und wird uns dabei helfen.

      15 Über Personen, die sich im ersten Jahrhundert von der Wahrheit abwandten, schrieb der Apostel Petrus: „Da sie den geraden Pfad verlassen haben, sind sie irregeführt worden“ (2. Pet. 2:15). Wir dagegen haben „nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der von Gott ist“, und darüber sind wir sehr froh! (1. Kor. 2:12). Wie können wir uns gegen den satanischen Geist der bösen Welt von heute erfolgreich zur Wehr setzen und auf dem richtigen „Pfad“ bleiben? Indem wir Gottes Geist auf uns einwirken lassen und alles ausnutzen, was uns Jehova zur Verfügung stellt, damit unser gutes Verhältnis zu ihm gestärkt wird (Gal. 5:16).

      Der heilige Geist lässt gute „Frucht“ in uns wachsen

      16. Welche „Frucht“ kann der heilige Geist in uns wachsen lassen?

      16 Nun zum vierten Grund, weshalb wir Gottes Geist erlauben möchten, in uns zu wirken: Er lässt im Leben derer, die sich davon leiten lassen, eine ausgezeichnete „Frucht“ wachsen. (Lies Galater 5:22, 23.) Würden wir uns nicht alle wünschen, noch liebevoller, freudiger und friedsamer zu werden? Wer wäre nicht gern noch langmütiger, freundlicher und gütiger? Und würde es uns nicht allen guttun, einen stärkeren Glauben, mehr Milde und größere Selbstbeherrschung zu entwickeln? Die guten Eigenschaften, die Gottes Geist in uns wachsen lässt, kommen sowohl uns selbst zugute als auch unserer Familie und Versammlung. Dieser Wachstumsprozess geht immer weiter, denn es gibt keine Obergrenze dafür, wie viel wir von der „Frucht des Geistes“ benötigen und hervorbringen dürfen.

      17. Was können wir tun, wenn eine Facette der „Frucht des Geistes“ bei uns zu wünschen übrig lässt?

      17 Deshalb wäre es gut, wenn wir uns fragen: „Ist an dem, was ich sage und tue, zu erkennen, dass ich mich vom heiligen Geist leiten lasse und dass seine ‚Frucht‘ in mir wächst?“ (2. Kor. 13:5a; Gal. 5:25). Stellen wir dabei fest, dass die eine oder andere Facette dieser „Frucht“ bei uns zu wünschen übrig lässt, was dann? Dann können wir uns bemühen, den heiligen Geist da intensiver auf uns einwirken zu lassen. Wie geht das? Indem wir uns verstärkt damit beschäftigen, was die Bibel und unsere Veröffentlichungen zu dem jeweiligen Aspekt zu sagen haben, darüber nachdenken, wie wir das im Alltag anwenden können, und das dann ganz bewusst umsetzen.b Je mehr wir darauf achten, wie positiv sich der Geist Gottes in unserem Leben und im Leben unserer Brüder und Schwestern auswirkt, desto stärker wird uns bewusst, wie sehr wir auf seine Leitung angewiesen sind!

      Offen sein für Gottes Geist

      18. Was lernen wir von Jesus darüber, wie man sich von Gottes Geist leiten lässt?

      18 Als Jehova Gott das Universum erschuf, war sein Sohn als „Werkmeister“ an seiner Seite. Somit wusste er alles über das Magnetfeld, das Menschen nutzen, um ihren Weg zu finden (Spr. 8:30; Joh. 1:3). Allerdings gibt es nirgendwo in der Bibel einen Hinweis darauf, dass Jesus während seines Lebens auf der Erde diese Kraft als Navigationshilfe genutzt hätte. Sehr wohl berichtet die Bibel jedoch darüber, welche gewaltige Kraft Gottes heiliger Geist im Leben Jesu war. Ihm lag sehr viel daran, sich davon leiten zu lassen, und wenn dieser Geist ihn zu etwas antrieb, dann war er offen dafür und handelte entsprechend (Mar. 1:12, 13; Luk. 4:14). Für uns stellt sich da die Frage: Kann ich das auch von mir behaupten?

      19. Was müssen wir selbst dafür tun, dass der heilige Geist uns leiten kann?

      19 Auch heute ist Gottes heiliger Geist in Menschen wirksam, die sich gern von ihm motivieren und anleiten lassen. Wie kannst du sicherstellen, dass diese wirksame Kraft auch dich auf dem richtigen Weg führt? Indem du Jehova immer wieder darum bittest, dir seinen Geist zu schenken und dir zu helfen, für seinen Einfluss offen zu sein. (Lies Epheser 3:14-16.) Indem du diesen Gebeten entsprechend handelst: also den Rat suchst, der in dem unter Einfluss des heiligen Geistes entstandenen Wort Gottes zu finden ist (2. Tim. 3:16, 17). Und indem du diesen weisen Rat auch umsetzt — bereitwillig der Leitung durch den heiligen Geist folgst. So beweist du, dass du überzeugt bist: Jehova ist in der Lage, uns auf dem bestmöglichen Weg sicher durch diese böse Welt zu führen.

      [Fußnoten]

      a Im Vorwort zu seiner Bibelausgabe schrieb Webster: „Werden Wörter heute anders verstanden als zu der Zeit, wo sie in Gebrauch kamen, und weicht ihre Bedeutung von der in den Ursprachen ab, dann vermitteln sie dem Leser nicht das Wort Gottes.“

      b Informationen zu jedem Bestandteil der „Frucht des Geistes“ lassen sich mithilfe des Index der Wachtturm-Publikationen finden, Stichwort „Frucht des Geistes Gottes“, Untertitel „Verzeichnis der Aspekte“.

  • Sie ließen sich von Gottes Geist leiten — in alter Zeit
    Der Wachtturm 2011 | 15. Dezember
    • Sie ließen sich von Gottes Geist leiten — in alter Zeit

      Der Souveräne Herr Jehova hat mich gesandt, auch seinen Geist (JES. 48:16)

      1, 2. (a) Was braucht man, um seinen Glauben zu leben? (b) Warum tut es uns gut, uns mit Vorbildern im Glauben aus alter Zeit zu befassen?

      SEIT Abel haben viele Menschen Glauben bewiesen. Trotzdem sagt die Bibel zu Recht: „Der Glaube ist nicht ein Besitz aller Menschen“ (2. Thes. 3:2). Wie erwirbt man sich denn diese Eigenschaft? Und was hilft einem, seinem Glauben entsprechend zu leben? Glaube ist im Wesentlichen eine Folge dessen, was man aus Gottes Wort gehört hat (Röm. 10:17). Er gehört zur Frucht des heiligen Geistes Gottes (Gal. 5:22, 23). Für einen starken, gelebten Glauben brauchen wir demnach den heiligen Geist.

      2 Der Glaube wird einem also nicht in die Wiege gelegt. Die Vorbilder, von denen wir in der Bibel lesen, wurden nicht schon als Glaubensmenschen geboren. Sie hatten Gefühle „gleich den unseren“ (Jak. 5:17). Auch sie waren manchmal verunsichert, ihnen kamen Zweifel und sie hatten ihre Schwächen. Aber durch Gottes Geist wurden sie „mit Kraft erfüllt“, Herausforderungen erfolgreich zu begegnen (Heb. 11:34). Sehen wir uns genauer an, wie Jehovas Geist auf solche Männer und Frauen einwirkte. Das macht uns Mut, trotz aller Angriffe auch heute treu nach unserem Glauben zu leben.

      Gottes Geist erfüllte Moses mit Kraft

      3—5. (a) Woher wissen wir, dass Moses seine Aufgaben durch die Kraft des heiligen Geistes bewältigte? (b) Was lehrt uns dieses Beispiel darüber, wie Jehova seinen Geist schenkt?

      3 „Moses war bei Weitem der sanftmütigste aller Menschen“, die im Jahr 1513 v. u. Z. auf der Erde lebten (4. Mo. 12:3). Einem so mild gesinnten Mann hatte Jehova die gewaltige Verantwortung übertragen, sich um die Nation Israel zu kümmern. Durch seinen Geist versetzte er Moses in die Lage, zu prophezeien, das Volk zu richten und zu führen, Bibelbücher zu schreiben und sogar Wunder zu wirken. (Lies Jesaja 63:11-14.) Dennoch klagte Moses einmal, die Last auf seinen Schultern sei einfach zu schwer (4. Mo. 11:14, 15). Darauf nahm Jehova „von dem Geist“, der auf Moses war, etwas weg und legte es auf 70 ältere Männer, damit sie ihm helfen konnten, die Last zu tragen (4. Mo. 11:16, 17). Nur: Moses hatte diese Last ja nie allein tragen müssen, auch wenn ihm das so vorgekommen war. Und dasselbe galt nun für die 70 anderen, die ihn unterstützen sollten.

      4 Moses hatte genügend heiligen Geist erhalten, um die Aufgabe zu bewältigen. Und auch nach dem Wechsel stand ihm alles, was er an heiligem Geist brauchte, zur Verfügung. Er hatte nicht zu wenig davon, und die 70 älteren Männer hatten nicht zu viel. Jehova stattet uns in jeder Lebenslage mit genügend heiligem Geist aus. Er „gibt den Geist nicht nach Maß“ oder kleinlich, sondern „aus seiner Fülle“ (Joh. 1:16; 3:34).

      5 Bist du vielleicht gerade schweren Belastungen ausgesetzt? Hast du das Gefühl, deine Verpflichtungen verschlingen immer mehr Zeit? Macht es dir zu schaffen, dass das Leben immer teurer wird oder deine Gesundheit nachlässt und es dir deshalb immer schwerer fällt, für deine Familie zu sorgen und ihr zu helfen, in der Wahrheit stark zu bleiben? Trägst du viel Verantwortung in der Versammlung? Ganz gleich, in welcher Lage du dich befindest: Du kannst fest darauf bauen, dass dir Jehova durch seinen Geist die nötige Kraft geben kann, mit jeder Situation zurechtzukommen (Röm. 15:13).

      Der heilige Geist befähigte Bezalel

      6—8. (a) Wozu befähigte Gottes Geist Bezalel und Oholiab? (b) Woran zeigt sich unter anderem, dass die beiden von Gottes Geist angeleitet wurden? (c) Wieso kann uns gerade dieses Beispiel heute Mut machen?

      6 Wie Gottes Geist wirken kann, wird auch am Beispiel von Bezalel deutlich, der zur gleichen Zeit lebte wie Moses. (Lies 2. Mose 35:30-35.) Er wurde beauftragt, beim Anfertigen der Einrichtungsgegenstände für die Stiftshütte die Leitung zu übernehmen. Brachte er denn das nötige handwerkliche Wissen für diese anspruchsvolle Aufgabe mit? Möglicherweise schon. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte seine letzte Tätigkeit darin bestanden haben, für die Ägypter Ziegelsteine herzustellen (2. Mo. 1:13, 14). Wie sollte er denn dann jetzt dieses überaus komplexe Projekt bewältigen? Jehova „hat ihn . . . mit dem Geist Gottes erfüllt, in Weisheit, in Verstand und in Kenntnis und in jeder Art von Kunstfertigkeit und zum Entwerfen von Plänen, . . . um kunstvolle Erzeugnisse von jeder Art zu machen.“ Was Bezalel an Begabung und Fähigkeiten mitbrachte, wurde durch den heiligen Geist auf ein höheres Niveau gehoben. Das Gleiche erlebte sein Mitarbeiter Oholiab. Und die beiden müssen schnell dazugelernt haben, denn außer dass sie ihre Arbeiten ausführten, bildeten sie auch noch andere aus — wie Gott es ihnen ins „Herz gegeben“ hatte.

      7 Auch die außergewöhnliche Qualität ihrer Arbeit zeugt davon, dass Bezalel und Oholiab vom heiligen Geist angeleitet wurden: Schließlich waren die von ihnen hergestellten Gegenstände noch fast 500 Jahre später in Gebrauch! (2. Chr. 1:2-6). Dennoch lag ihnen nichts daran, sich mit ihrem Werk zu verewigen, wie es vielen heute wichtig wäre. Alle Ehre für ihre Leistung wurde Jehova zugeschrieben (2. Mo. 36:1, 2).

      8 Uns werden vielleicht auch sehr anspruchsvolle Aufgaben angetragen, die eine besondere Befähigung verlangen: etwa bei Bauprojekten mitzuarbeiten, in der Drucktätigkeit, beim Organisieren von Kongressen oder von Katastrophenhilfe oder wenn es darum geht, Ärzten und Krankenhauspersonal unseren biblischen Standpunkt in der Blutfrage zu vermitteln. Manchmal stehen dafür Fachkräfte zur Verfügung. Meistens aber sind es Freiwillige, die kaum eine Vorbildung auf dem jeweiligen Fachgebiet vorweisen können. Es ist der Geist Gottes, der ihnen zum Erfolg verhilft. Könnte es sein, dass du schon einmal davor zurückgescheut bist, eine bestimmte Aufgabe im Dienst für Jehova zu übernehmen, weil du das Gefühl hattest, andere seien dafür viel besser geeignet? Dann denk doch bitte daran: Jehova kann deine Kenntnisse und Fähigkeiten durch seinen Geist in solchem Maß aufwerten, dass du wirklich jeder Aufgabe gewachsen bist, die er dir anvertraut.

      Gottes Geist verhalf Josua zum Erfolg

      9. Vor welcher Herausforderung standen die Israeliten kurz nach dem Auszug aus Ägypten, und welche Frage stellte sich?

      9 Unter den Zeitgenossen von Moses und Bezalel finden wir noch ein weiteres Beispiel für jemand, den Gottes Geist anleitete. Kurz nach dem Auszug aus Ägypten wurden die Israeliten völlig grundlos von den Amalekitern angegriffen. Sie hatten überhaupt keine Erfahrung im Kriegführen. Doch jetzt hieß es für sie, in ihre allererste Schlacht nach der Befreiung aus der Sklaverei zu ziehen (2. Mo. 13:17; 17:8). Und es wurde jemand gebraucht, der sie darin anführen würde. Wer sollte das sein?

      10. Warum siegten die Israeliten unter Josua in der Schlacht?

      10 Jehova wählte Josua aus. Hätte man ihn allerdings gefragt, welche „Berufs“erfahrung ihn für diese Aufgabe empfahl, was hätte er da anführen können? Zwangsarbeiter? Ziegelsteinhersteller? Mannasammler? Dazu kam: Vorsteher des Stammes Ephraim, der offenbar 108 100 Männer einer Dreistämmeabteilung von Israel anführte, war Josuas Großvater Elischama (4. Mo. 2:18, 24; 1. Chr. 7:26, 27). Trotzdem bestimmte Jehova durch Moses weder Elischama noch seinen Sohn Nun zum Anführer über das Heer, das den Feind besiegen sollte, sondern Josua. Die Schlacht dauerte fast den ganzen Tag. Weil sich Josua eng an Jehovas Anweisungen hielt und voll auf die Leitung des heiligen Geistes vertraute, trug Israel den Sieg davon (2. Mo. 17:9-13).

      11. Wie können wir wie Josua im Dienst für Jehova Erfolg haben?

      11 Josua wurde später der Nachfolger von Moses. Er war ein Mann „voll des Geistes der Weisheit“ (5. Mo. 34:9). Der heilige Geist befähigte ihn zwar nicht dazu, auf die gleiche Weise wie Moses zu prophezeien oder Wunder zu wirken. Er wurde aber sehr wohl dazu befähigt, Israel in den Feldzügen anzuführen, um das Land Kanaan zu erobern. Hast du manchmal das Gefühl, für bestimmte Bereiche deines heiligen Dienstes fehle es dir an der nötigen Erfahrung oder Befähigung? Auch hier gilt: Halten wir uns eng an die Anleitung Jehovas, können wir uns darauf verlassen, dass er uns wie Josua Erfolg schenkt (Jos. 1:7-9).

      „Jehovas Geist hüllte Gideon ein“

      12—14. (a) Was lässt sich daraus ableiten, dass 300 Männer eine erdrückende Übermacht von Midianitern besiegten? (b) Wie machte Jehova Gideon Mut? (c) Wie macht uns Jehova heute Mut?

      12 Auch nach Josuas Tod zeigte Jehova weiter deutlich, wie er Glaubensmenschen durch seinen Geist Kraft verleihen kann. Das Bibelbuch Richter enthält eine Fülle von Berichten über Personen, die „aus einem Zustand der Schwäche mit Kraft erfüllt wurden“ (Heb. 11:34). In Gideon zum Beispiel förderte Jehova durch heiligen Geist den Wunsch, für Israel gegen die Midianiter zu kämpfen (Ri. 6:34). Deren Heer bestand aus viermal so vielen Soldaten wie das Heer Gideons. Doch aus Jehovas Sicht war sogar diese kleine israelitische Streitmacht noch viel zu groß. Zwei Mal wies er Gideon an, seine Truppen zu verringern. Zu guter Letzt kamen auf einen Israeliten 450 feindliche Kämpfer (Ri. 7:2-8; 8:10). Das war nun ein Größenverhältnis zwischen den beiden Heeren, wie Jehova es sich wünschte. Würden die Israeliten einen überwältigenden Sieg davontragen, könnte schließlich niemand voller Stolz behaupten, das sei der Leistung oder Weisheit von Menschen zu verdanken.

      13 Versuch dich doch einmal in die Lage Gideons und seiner kleinen Truppe zu versetzen. Jeden Moment wird es losgehen. Ist es beruhigend für dich, zu wissen, dass alle ängstlichen und unachtsamen Soldaten aus euren Reihen entfernt worden sind? Oder macht sich bei dem Gedanken daran, wie die Sache wohl ausgehen wird, ein flaues Gefühl in deiner Magengegend breit? Wie Gideon sich fühlte, wird an seinem Handeln deutlich: Er tat genau, was Jehova ihm gesagt hatte. (Lies Richter 7:9-14.) Jehova machte ihm keinen Vorwurf, weil er um ein Zeichen gebetet hatte als Beweis dafür, dass Jehova mit ihm sei (Ri. 6:36-40). Im Gegenteil, er stärkte Gideons Glauben.

      14 Jehova ist unendlich mächtig. Er kann seine Diener aus jeder bedrohlichen Lage befreien und dazu sogar scheinbar schwache oder hilflose Menschen gebrauchen. Manchmal fühlen wir uns unseren Gegnern nicht gewachsen oder stecken in großen Schwierigkeiten. Wir erwarten zwar nicht, dass wir von Gott eine persönliche Bestätigung durch ein Wunder bekommen wie Gideon. Wir erhalten aber ebenfalls Anleitung und Bestätigung in Hülle und Fülle — durch Gottes Wort und durch die Organisation, die er durch seinen Geist leitet (Röm. 8:31, 32). Mit seinen liebevollen Zusicherungen stärkt Jehova unseren Glauben und überzeugt uns davon, dass er wirklich unser Helfer ist.

      „Jehovas Geist kam nun über Jephtha“

      15, 16. Wie kam es, dass Jephthas Tochter so eine gute Einstellung hatte, und wieso macht das Eltern heute Mut?

      15 Hier noch ein Beispiel: Als die Israeliten gegen die Ammoniter in die Schlacht ziehen mussten, kam „Jehovas Geist . . . über Jephtha“. Ihm lag es sehr am Herzen, zum Lobpreis Jehovas den Sieg zu erringen. Deshalb legte er das Gelübde ab, auf etwas zu verzichten, was ihm lieb und teuer war. Für den Fall, dass Gott die Ammoniter in seine Hand geben würde, versprach er feierlich, den Ersten, der ihm nach seiner Heimkehr aus der Tür seines Hauses entgegenkäme, Jehova zu weihen. Und wer kam ihm entgegengelaufen? Seine Tochter! (Ri. 11:29-31, 34). Traf ihn das völlig überraschend? Wahrscheinlich nicht. Er hatte schließlich nur dieses eine Kind. Jephtha erfüllte sein Gelübde und brachte seine Tochter nach Schilo, damit sie dort ihr Leben lang im Heiligtum Jehovas arbeitete. Sie diente Jehova treu und war davon überzeugt, dass das Gelübde ihres Vaters erfüllt werden musste. (Lies Richter 11:36.) Die nötige Kraft dazu gab Jehova beiden durch seinen Geist.

      16 Wie kam es, dass Jephthas Tochter so opferbereit war? Sie hatte beobachtet, mit wie viel Eifer und Hingabe ihr Vater Jehova diente, und ohne Zweifel hatte ihr das geholfen, selbst auch einen starken Glauben zu entwickeln. Deshalb ein Wort an euch Eltern: Eure Kinder registrieren sehr genau, was ihr ihnen vorlebt. An euren Entscheidungen können sie erkennen, dass ihr das, was ihr ihnen sagt, auch wirklich glaubt. An eurem Beispiel können sie beobachten, was es bedeutet, Jehova mit ungeteiltem Herzen zu dienen, und ihnen wird auffallen, wie gut das zu dem passt, was sie in euren innigen Gebeten und bei eurem wirkungsvollen Lehren von euch hören. Bestimmt wächst auf diese Weise auch in ihnen der starke Wunsch, sich in den Dienst für Jehova zu stellen. Und damit machen sie euch viel Freude!

      Jehovas Geist wurde über Simson wirksam

      17. Wozu war Simson mithilfe des Geistes Gottes imstande?

      17 Aus der Zeit, als die Israeliten von den Philistern unterdrückt wurden, berichtet die Bibel von einem weiteren Mann, über dem „der Geist Jehovas“ wirksam wurde, um sein Volk zu befreien: Simson (Ri. 13:24, 25). Jehova gab ihm unvergleichlich viel Kraft, mit der er Erstaunliches erreichte. Einmal ließen sich Simsons eigene Landsleute von den Philistern dazu bringen, ihn gefangen zu nehmen. Doch „Jehovas Geist wurde über ihm wirksam, und die Stricke, die an seinen Armen waren, wurden wie Leinenfäden, die vom Feuer versengt sind, sodass seine Fesseln von seinen Händen wegschmolzen“ (Ri. 15:14). Selbst aus „einem Zustand der Schwäche“, der auf sein eigenes unvernünftiges Handeln zurückzuführen war, wurde er durch Glauben „mit Kraft erfüllt“ (Heb. 11:32-34; Ri. 16:18-21, 28-30). In Simson wurde der Geist Jehovas auf so einzigartige Weise wirksam, weil besondere Umstände das erforderten. Trotzdem sind die Berichte über diese Ereignisse aus alter Zeit auch für uns eine große Kraftquelle. Warum?

      18, 19. (a) Worauf können wir uns verlassen, wie das Beispiel Simsons zeigt? (b) Was hast du aus den hier besprochenen Beispielen für dich mitgenommen?

      18 Weil wir uns auf denselben heiligen Geist verlassen wie Simson. Wir bauen darauf, dass er uns die Kraft gibt, Jesu Auftrag an seine Nachfolger auszuführen, nämlich „dem Volk zu predigen und ein gründliches Zeugnis . . . abzulegen“ (Apg. 10:42). Die nötigen Fähigkeiten dazu sind uns nicht unbedingt angeboren. Deshalb sind wir sehr froh, dass uns Jehova durch seinen Geist dazu befähigt, die unterschiedlichsten Aufgaben zu erfüllen, die er uns anvertraut hat. Wie der Prophet Jesaja können wir sagen: „Nun hat der Souveräne Herr Jehova mich gesandt, auch seinen Geist“ (Jes. 48:16). Wir legen unser ganzes Herz in unseren Auftrag in der beruhigenden Gewissheit, dass Jehova wie bei Moses, Bezalel und Josua auch unsere Fähigkeiten auf das nötige Niveau heben wird. In dem Vertrauen, dass uns Jehova mit Kraft erfüllen wird wie Gideon, Jephtha und Simson, greifen wir zum „Schwert des Geistes“, Gottes Wort (Eph. 6:17, 18). Und stehen wir vor Hindernissen, dann verlassen wir uns voll auf Jehova und darauf, dass er uns hilft, genauso stark im Glauben zu sein, wie Simson es körperlich war.

      19 Wer mutig für die wahre Religion eintritt, der wird von Jehova eindeutig gesegnet. Lassen wir seinen heiligen Geist auf uns einwirken, wird unser Glaube immer stärker. Beispiele dafür sind auch in den Christlichen Griechischen Schriften zu finden. Es wird uns bestimmt Freude machen, im Anschlussartikel einige der begeisternden Ereignisse aus dem ersten Jahrhundert Revue passieren zu lassen und zu sehen, wie Jehova vor und nach Pfingsten 33 u. Z. seinen Dienern durch seinen Geist half und sie anleitete.

  • Geleitet von Gottes Geist — im ersten Jahrhundert und heute
    Der Wachtturm 2011 | 15. Dezember
    • Geleitet von Gottes Geist — im ersten Jahrhundert und heute

      Alle diese Wirkungen ruft ein und derselbe Geist hervor (1. KOR. 12:11)

      1. Worum geht es in diesem Studienartikel?

      DER Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. war ein ganz besonderer Tag: Jehova Gott goss seinen heiligen Geist auf seine Diener aus (Apg. 2:1-4). Das war der Auftakt für eine bedeutende Neuerung in der Art und Weise, wie er mit seinem Volk handelte. Im vorigen Artikel haben wir gesehen, wie es Glaubensmenschen in vorchristlicher Zeit durch Gottes Geist ermöglicht wurde, schwierige und oft detailliert vorgegebene Aufgaben zu erfüllen. Worin unterschied sich im Vergleich dazu nun die Wirkungsweise des heiligen Geistes im ersten Jahrhundert? Und wie kommt das Wirken des heiligen Geistes Gottes Christen heute zugute? Wir wollen sehen.

      „Siehe! Jehovas Sklavin!“

      2. Wie hatte Maria die Wirkung des heiligen Geistes am eigenen Leib verspürt?

      2 Als der heilige Geist wie versprochen auf Jesu Jünger in Jerusalem ausgegossen wurde, befand sich auch Maria in ihrer Mitte (Apg. 1:13, 14). Doch schon über 30 Jahre zuvor hatte sie die Wirkung des Geistes Jehovas erlebt — und zwar auf höchst außergewöhnliche Weise. Jehova hatte das Leben seines Sohnes aus dem Himmel auf die Erde übertragen und in den Mutterleib Marias gepflanzt. Die Empfängnis fand statt, während sie noch Jungfrau war. Dieses Leben war „durch heiligen Geist“ in ihr gezeugt worden (Mat. 1:20).

      3, 4. Wie war Maria eingestellt, und wie können wir uns an ihr ein Beispiel nehmen?

      3 Warum wohl hat Jehova Maria für diese einzigartige Aufgabe ausgewählt? Achten wir auf ihre Erwiderung, als ihr der Engel erklärte, was Jehova von ihr wünschte; sie rief aus: „Siehe! Jehovas Sklavin! Mir geschehe nach deiner Erklärung“ (Luk. 1:38). Daran zeigte sich eine Herzenseinstellung, mit der sie Jehova positiv aufgefallen war. Ihre spontane Reaktion bewies, wie bereitwillig sie auf seinen Willen in der Sache einging. Sie hätte ja auch erst einmal fragen können, was denn Freunde und Nachbarn von ihr denken sollen, wenn ihre Schwangerschaft bekannt wird. Oder was aus ihrer Verlobung wird, wenn Joseph davon erfährt. Statt dessen nannte sie sich „Jehovas Sklavin“, seine niedrigste Dienerin, und verriet damit, dass sie zu ihm als ihrem Herrn und Meister vollstes Vertrauen hatte.

      4 Hast du vielleicht manchmal das Gefühl, mit Aufgaben im Dienst für Jehova ein wenig überfordert zu sein? Da ist es wichtig, in sich zu gehen und sich zu fragen: „Bin ich voll und ganz davon überzeugt, dass Jehova alles genau so lenkt, wie es seinem Willen entspricht? Arbeite ich bereitwillig daran mit?“ Allen, die mit ganzem Herzen auf ihn vertrauen und ihm als höchstem Herrscher gehorchen, schenkt Jehova Gott seinen heiligen Geist — darauf kannst du dich felsenfest verlassen (Apg. 5:32).

      Petrus erhielt Hilfe durch den heiligen Geist

      5. Wie hatte Petrus die Wirkungsweise des heiligen Geistes vor Pfingsten 33 u. Z. selbst erleben können?

      5 Wie Maria hatte auch der Apostel Petrus schon vor Pfingsten 33 u. Z. selbst beobachtet und verspürt, auf welche machtvolle Weise Gottes heiliger Geist wirken kann. Jesus hatte ihm und den anderen Aposteln die Macht verliehen, Dämonen auszutreiben (Mar. 3:14-16). Und obwohl in der Bibel nicht im Einzelnen darüber berichtet wird, dürfte Petrus davon Gebrauch gemacht haben. Die Macht Gottes war auch zu beobachten, als Jesus Petrus aufforderte, ihm über das Wasser des Galiläischen Meeres entgegenzugehen, und er tatsächlich dazu in der Lage war. (Lies Matthäus 14:25-29.) Petrus war zu diesen übernatürlichen Taten nur imstande, weil er eindeutig auf den heiligen Geist vertraute. Schon bald sollte dieser Geist über Jesu Nachfolgern auf eine neue Art und Weise wirksam werden.

      6. Wozu war Petrus an Pfingsten 33 u. Z. und danach dank des Geistes Gottes in der Lage?

      6 Beim Pfingstfest wurde Petrus und den anderen Jüngern die Fähigkeit verliehen, mit Besuchern aus aller Herren Länder in ihrer jeweiligen Muttersprache zu reden. Anschließend ergriff Petrus das Wort und sprach zu der versammelten Menge (Apg. 2:14-36). Dieser Mann, bei dem es schon einmal vorkommen konnte, dass er unüberlegt handelte oder Menschenfurcht zeigte, wurde jetzt mit dem nötigen Mut erfüllt, trotz Drohungen und Verfolgung beherzt für seinen Glauben einzustehen (Apg. 4:18-20, 31). Er wurde von Gott auf übernatürliche Weise über bestimmte Sachverhalte informiert (Apg. 5:8, 9). Ja ihm wurde sogar die Macht verliehen, jemand von den Toten aufzuerwecken (Apg. 9:40).

      7. Welche Lehren Jesu konnte Petrus erst verstehen, nachdem er mit heiligem Geist gesalbt worden war?

      7 Schon vor Pfingsten hatte Petrus viele Wahrheiten verstanden, die Jesus lehrte (Mat. 16:16, 17; Joh. 6:68). Aber manche Facetten davon waren ihm bis dahin nicht klar. Zum Beispiel hatte er weder erkannt, dass Jesus am dritten Tag nach seinem Tod als Geistwesen auferweckt werden sollte, noch dass das Königreich im Himmel aufgerichtet würde (Joh. 20:6-10; Apg. 1:6). Die Vorstellung, Menschen könnten als Geistpersonen im himmlischen Königreich regieren, war ihm völlig fremd. Doch nachdem er mit heiligem Geist getauft und für das Leben im Himmel ausgewählt worden war, konnte er diese Lehren Jesu verstehen.

      8. Welches Wissen und Verständnis steht sowohl geistgesalbten Christen als auch „anderen Schafen“ zur Verfügung?

      8 Ab dem Zeitpunkt, wo der heilige Geist ausgegossen wurde, waren viele Informationen und Einblicke für Jesu Jünger überhaupt erst zugänglich. Inspiriert von Gottes Geist erläuterten die Schreiber der Christlichen Griechischen Schriften faszinierende Details darüber, wie Jehovas Vorsatz umgesetzt werden würde (Eph. 3:8-11, 18). Dieses Wissen kommt uns heute sehr zugute, und sowohl die mit heiligem Geist gesalbten Christen als auch die „anderen Schafe“ ernähren sich gemeinsam von diesen biblischen Wahrheiten (Joh. 10:16). Wir dürfen heute so viel aus Gottes Wort wissen und verstehen, dass die Frage bestimmt berechtigt ist: „Wie dankbar bin ich dafür, dass der heilige Geist mir das alles möglich macht?“

      Paulus „wurde mit heiligem Geist erfüllt“

      9. Wozu befähigte der heilige Geist den Apostel Paulus?

      9 Etwa ein Jahr nach Pfingsten 33 u. Z. erhielt Saulus, später als Paulus bekannt, von Gott das Geschenk des heiligen Geistes. In ihm war der Geist auf eine Weise wirksam, von der wir heute noch sehr profitieren. Er wurde inspiriert, 14 Bücher der Bibel zu schreiben. Wie Petrus versetzte Gottes Geist auch Paulus in die Lage, die Hoffnung auf unvergängliches, unsterbliches Leben im Himmel zu verstehen und klar darzulegen. Und durch heiligen Geist konnte Paulus Kranke heilen, Dämonen austreiben und sogar jemand von den Toten auferwecken. Es gab aber noch einen wichtigeren Zweck, warum ihm der Geist so viel Macht verlieh. Zu genau dem gleichen Zweck erhalten alle Diener Gottes heute ebenfalls Kraft, wenn auch nicht durch ein Wunder.

      10. Wovon hing die Redefähigkeit des Paulus ab?

      10 Auf Zypern wies Paulus, „mit heiligem Geist erfüllt“, mutig einen Zauberer in die Schranken. Beim dortigen Provinzstatthalter, der diesen Wortwechsel mitverfolgte, hinterließ das einen nachhaltigen Eindruck: Er wurde „gläubig, so sehr erstaunt war er über die Lehre Jehovas“ (Apg. 13:8-12). Paulus war absolut klar: Nur Gottes Geist konnte ihn dazu befähigen, die Wahrheit freimütig zu verkündigen (Mat. 10:20). Später bat er die Versammlung in Ephesus, für ihn zu Jehova zu flehen, dass ihm „die Fähigkeit zu reden gegeben werde“ (Eph. 6:18-20).

      11. Welche Anleitung erhielt Paulus durch heiligen Geist?

      11 Der heilige Geist befähigte Paulus also, zu reden; aber es kam auch vor, dass er ihm direkt untersagte, in bestimmten Gegenden zu predigen. Auf seinen Missionsreisen ließ sich Paulus von Gottes Geist anleiten (Apg. 13:2). (Lies Apostelgeschichte 16:6-10.) Um das Predigtwerk heute zu leiten, gebraucht Jehova nach wie vor seinen Geist. Wie Paulus strengen sich alle Diener Jehovas gehorsam an, die Wahrheit freimütig und mit Feuereifer zu predigen. Auch wenn wir heute nicht wie Paulus durch eine Vision angeleitet werden — auf eines können wir uns verlassen: Jehova sorgt durch seinen heiligen Geist dafür, dass ehrliche Menschen die Wahrheit zu hören bekommen (Joh. 6:44).

      „Verschiedenheiten von Wirkungen“

      12—14. Wirkt der heilige Geist in allen Dienern Gottes auf die gleiche Weise? Wie würdest du das erklären?

      12 Die Berichte darüber, wie Jehova die Versammlung der Gesalbten im ersten Jahrhundert segnete, sind für uns Diener Gottes heute ganz bestimmt sehr ermutigend. Warum? Das ergibt sich aus dem, was Paulus unter Anleitung Jehovas an die Korinther über die damaligen Wundergaben des heiligen Geistes schrieb: „Nun gibt es Verschiedenheiten in den Gaben, aber da ist derselbe Geist; und es gibt Verschiedenheiten in den Dienstämtern, und doch ist es derselbe Herr; und es gibt Verschiedenheiten von Wirkungen, und doch ist es derselbe Gott, der alle Wirkungen in allen hervorruft“ (1. Kor. 12:4-6, 11). Demnach kann der heilige Geist zu einem bestimmten Zweck in verschiedenen Dienern Gottes auf unterschiedliche Weise wirken. Zur Verfügung steht er sowohl der „kleinen Herde“ Christi als auch seinen „anderen Schafen“ (Luk. 12:32; Joh. 10:16). Nur hat er nicht in jedem Christen immer die gleiche Wirkung.

      13 Älteste zum Beispiel werden durch den heiligen Geist ernannt (Apg. 20:28). Aber nicht alle mit Geist gesalbten Christen werden Älteste. Die Schlussfolgerung? Ganz einfach: Gottes Geist ist in denen, die zur Versammlung gehören, auf unterschiedliche Weise wirksam.

      14 Derselbe Geist, der in den Gesalbten „einen Geist der Annahme an Sohnes statt“ erzeugt — also bewirkt, dass sie sich Jehova gegenüber als Söhne fühlen —, wurde von ihm dazu gebraucht, seinen einziggezeugten Sohn von den Toten zu unsterblichem Leben im Himmel aufzuerwecken. (Lies Römer 8:11, 15.) Durch denselben Geist brachte er das gesamte Universum ins Dasein (1. Mo. 1:1-3). Und mit demselben Geist befähigte er Bezalel für die besondere Arbeit an der Stiftshütte, verlieh Simson die Kraft für herausragende Machttaten und ermöglichte es Petrus, auf dem Wasser zu gehen. Eines dürfen wir deshalb nicht verwechseln: Mit Gottes Geist erfüllt zu sein, ist nicht dasselbe wie mit seinem Geist gesalbt zu sein. Letzteres ist nur eine besondere Wirkungsweise des heiligen Geistes. Und Jehova entscheidet darüber, wen er mit seinem Geist salbt.

      15. Wird es die Taufe mit heiligem Geist für immer geben? Wie würdest du das erklären?

      15 Jehovas heilige, wirksame Kraft hat auf unterschiedlichste Weise auf seine treuen Diener eingewirkt, und das seit ihm Menschen treu dienen — schon Tausende von Jahren, bevor er damit begann, jemand mit heiligem Geist zu salben. Diese neue Wirkungsweise führte er zu Pfingsten 33 u. Z. ein, allerdings nur zeitlich begrenzt. Die Taufe mit heiligem Geist wird es nicht für immer geben. Dass aber heiliger Geist Dienern Gottes hilft, seinen Willen zu tun — das wird nie aufhören.

      16. Was erreichen Jehovas Diener heute dank der Hilfe des heiligen Geistes?

      16 Was wird denn heute vor unseren Augen auf der Erde durch Jehovas heiligen Geist bewirkt? Die Antwort finden wir in Offenbarung 22:17: „Der Geist und die Braut sagen fortwährend: ‚Komm!‘ Und jeder, der es hört, sage: ‚Komm!‘ Und jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei.“ Motiviert durch Gottes Geist laden Christen heute „jeden, der wünscht“, ein, Wasser des Lebens von Jehova zu erhalten. Dabei gehen die gesalbten Christen mit gutem Beispiel voran, und die „anderen Schafe“ unterstützen sie. Beide Gruppen lassen sich dabei von demselben heiligen Geist leiten. Beide haben sich Jehova hingegeben und sind als Zeichen dafür „im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“ getauft worden (Mat. 28:19). Und sie lassen Gottes Geist auf sich einwirken, so dass seine „Frucht“ in ihrem Leben sichtbar wird (Gal. 5:22, 23). Wie die Gesalbten strengen sich auch die „anderen Schafe“ mit Hilfe des heiligen Geistes sehr an, ein reines Leben zu führen, das Jehova gefällt (2. Kor. 7:1; Offb. 7:9, 14).

      Nicht aufhören, um heiligen Geist zu bitten

      17. Was ist auch ein Beweis dafür, dass wir Gottes Geist haben?

      17 Ob Jehova dir also ewiges Leben im Himmel in Aussicht gestellt hat oder auf der Erde: Er kann dir „Kraft, die über das Normale hinausgeht“ geben, damit du ihm treu bleiben kannst und deine Belohnung erhältst (2. Kor. 4:7). Gut möglich, dass man dich beschimpft oder verspottet, weil du nicht aufhörst, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen. Dann vergiss nicht: „Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, seid ihr glücklich, weil der Geist der Herrlichkeit, ja der Geist Gottes, auf euch ruht“ (1. Pet. 4:14).

      18, 19. (a) Wie hilft uns Jehova durch seinen heiligen Geist? (b) Was hast du dir vorgenommen?

      18 Gott schenkt denen großzügig heiligen Geist, die sich ehrlich darum bemühen. Nicht nur unsere Fähigkeiten kann der Geist auf ein höheres Niveau heben — er kann auch den Wunsch in uns fördern, im Dienst für Jehova unser Bestes zu tun: „Gott ist es, der um seines Wohlgefallens willen beides in euch wirkt, das Wollen und das Handeln.“ Tun wir unseren Teil und klammern uns „mit festem Griff an das Wort des Lebens“, dann ermöglicht er es uns durch das kostbare Geschenk des heiligen Geistes, „mit Furcht und Zittern . . . [unsere] eigene Rettung zu bewirken“ (Phil. 2:12, 13, 16).

      19 Verlassen wir uns deshalb hundertprozentig auf Gottes Geist; legen wir unser ganzes Herz in jede Aufgabe, die uns Jehova in seinem Dienst überträgt; versuchen wir, darin immer geschickter zu werden; und bitten wir ihn um Hilfe (Jak. 1:5). Er gibt uns immer das, was wir brauchen, um sein Wort zu verstehen, um mit Problemen fertig zu werden und um die gute Botschaft zu predigen. „Bittet unablässig, und es wird euch gegeben werden; sucht fortwährend, und ihr werdet finden; klopft unaufhörlich an, und es wird euch geöffnet werden“ — ja, wir werden den heiligen Geist erhalten (Luk. 11:9, 13). Bitten wir Jehova weiterhin inständig, dass er uns — genauso wie die Glaubensmenschen in alter Zeit — durch seinen heiligen Geist leitet.

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