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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
    • Widerstand begegnen

      Im Jahr 1969 setzte die Geistlichkeit erneut das Gerücht in Umlauf, Jehovas Zeugen seien Kommunisten. Die Regierung startete eine Suchaktion nach subversiver Literatur, die angeblich von den Zeugen verwandt wurde. Dadurch entstand das Gerücht, daß die Zeugen in Port-au-Prince verhaftet würden. Viele Menschen vernichteten schleunigst die Zeitschriften, die sie erhalten hatten, und nahmen die Brüder nicht mehr freundlich auf.

      In Einzelfällen gingen einheimische Beamte gegen unsere Brüder vor, obwohl sie von der Regierung keinerlei Anweisungen dahin gehend hatten. Zwei Sonderpionierinnen, Furcina Charles und Yolande Fièvre, erhielten eine Nachricht vom Präfekten von Limbé, in der es hieß: „Die Öffentlichkeit hat durch heftige Proteste kundgetan, daß Sie in Limbé unerwünscht sind. Hiermit teile ich Ihnen mit, daß wir Sie hier nicht länger sehen möchten.“ Der Bürgermeister sagte ihnen, er könne ihnen nicht gestatten, zu predigen und Zusammenkünfte abzuhalten, außer wenn sie eine Genehmigung von den Behörden in Port-au-Prince vorweisen könnten. Er ließ den Königreichssaal schließen. Aber diese Schwestern und die übrigen Verkündiger predigten weiter und hielten die Zusammenkünfte in Privatwohnungen ab, wobei sie Ort und Zeit für die Zusammenkünfte ständig wechselten.

      Wenige Monate später heiratete Furcina den Sonderpionier Jacques François. Sie war 39 Jahre alt, seit 1959 getauft und seit 1961 im Pionierdienst. Jacques war 29 Jahre alt. Als er nach Limbé kam, verlegte er die Zusammenkünfte wieder in den Königreichssaal. Er sagte: „Jehovas Zeugen sind eine anerkannte Religionsgemeinschaft, und mir ist kein Verbot bekannt.“

      Er und Furcina wurden festgenommen und zum Präfekten gebracht. Der Präfekt sagte ihnen, daß von ihm aus nichts gegen sie vorliege und die ganze Aktion vom Bürgermeister ausgehe. Am nächsten Tag sagte ihnen der Bürgermeister, der Chef der Miliz sei dafür verantwortlich. Der Chef der Miliz hingegen meinte, er habe nichts gegen sie. So konnten sie ohne weitere Schwierigkeiten die Zusammenkünfte abhalten. Jacques diente bis zu seinem Tod im Jahr 1993 treu als Ältester in Port-au-Prince.

      Die Töchter eines Bürgermeisters erweisen sich als schafähnliche Personen

      In Bassin-Bleu fing ein Sonderpionier im Jahr 1970 an, mit einem Priester die Bibel zu studieren; der Priester besuchte das Gedächtnismahl. Der Bürgermeister der Stadt wollte ihn jedoch davon abhalten und sagte: „Herr Pfarrer, Sie haben doch studiert. Es schickt sich nicht, daß Sie sich mit diesem ungebildeten Zeugen Jehovas hinsetzen und sich belehren lassen.“ Schließlich stellte der Priester das Studium ein.

      Doch dann begann Josette, die älteste Tochter des Bürgermeisters, zu studieren. Obwohl ihr Vater Schwierigkeiten machte, bezog sie entschieden Stellung für die Wahrheit und ließ sich taufen. Später folgten ihre Schwestern ihrem Beispiel. Der Bürgermeister tat dies zwar nicht, wurde aber den Zeugen gegenüber immer freundlicher. Josette ist heute allgemeine Pionierin und mit einem Ältesten verheiratet.

      Aufgrund der Gerüchte war es für unsere Brüder schwierig, Säle für Kongresse zu mieten. Deshalb bauten sie selbst einen einfachen Saal in Mariani (Port-au-Prince). Dieser Saal wurde von 1970 an benutzt und ständig erweitert, weil die Anwesendenzahl jedes Jahr stieg. Unter dem Wellblechdach war es zwar immer recht heiß, aber für die 2 049 Verkündiger im Jahr 1970 war der Saal besser als gar keiner.

  • Haiti
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
    • Zumeist kam der Widerstand von Beamten, die durch die Propaganda von Geistlichen aufgestachelt worden waren oder in Zugzwang gerieten. Einige hatten selbst Vorurteile. Ihre Handlungen entsprachen nicht der offiziellen Haltung der Regierung.

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