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  • Ist die Ehe der einzige Schlüssel zum Glück?
    Der Wachtturm 1992 | 15. Mai
    • Ist die Ehe der einzige Schlüssel zum Glück?

      „Sie [ist] frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn. Doch ist sie ... glücklicher, wenn sie so bleibt, wie sie ist“ (1. KORINTHER 7:39, 40).

      1. Als was bezeichnet die Bibel Jehova, und was hat er für seine Geschöpfe getan?

      JEHOVA ist ‘der glückliche Gott’ (1. Timotheus 1:11). Als großzügiger Geber ‘jeder guten Gabe und jedes vollkommenen Geschenks’ gibt er allen seinen vernunftbegabten Geschöpfen — Menschen und Geistgeschöpfen — genau das, was sie brauchen, um in seinem Dienst glücklich zu sein (Jakobus 1:17). Ja, ein jubilierender Vogel, ein ausgelassener junger Hund oder ein verspielter Delphin bezeugt, daß Jehova die Tiere so geschaffen hat, daß sie sich in ihrer jeweiligen Umgebung ihres Lebens erfreuen. Der Psalmist gebrauchte sogar die poetischen Worte: „Die Bäume Jehovas werden gesättigt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat“ (Psalm 104:16).

      2. (a) Was beweist, daß Jesus freudig den Willen seines Vaters tut? (b) Weshalb konnten Jesu Jünger glücklich sein?

      2 Jesus Christus ist ‘der genaue Abdruck des Wesens Gottes’ (Hebräer 1:3). Es überrascht daher nicht, daß Jesus „der glückliche und einzige Machthaber“ genannt wird (1. Timotheus 6:15). Er liefert uns ein wunderbares Beispiel dafür, daß das Tun des Willens Jehovas befriedigender als Speise, ja eine Lust sein kann. Jesus zeigt uns auch, welche Freude es bereiten kann, in der Furcht Gottes zu handeln, d. h. mit gebührender Ehrfurcht und mit der heilsamen Furcht, ihm zu mißfallen (Psalm 40:8; Jesaja 11:3; Johannes 4:34). Als sich bei Jesus 70 seiner Jünger „mit Freuden“ vom Predigen des Königreiches zurückmeldeten, „frohlockte er im heiligen Geist“. Nachdem er gegenüber seinem Vater im Gebet seine Freude zum Ausdruck gebracht hatte, wandte er sich seinen Jüngern zu und sagte: „Glücklich sind die Augen, die die Dinge sehen, die ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige begehrten die Dinge zu sehen, die ihr seht, sahen sie aber nicht, und die Dinge zu hören, die ihr hört, hörten sie aber nicht“ (Lukas 10:17-24).

      Weshalb wir glücklich sein können

      3. Weshalb können wir glücklich sein?

      3 Sollten nicht auch unsere Augen glücklich sein, das zu sehen, was sich in Erfüllung des Wortes Jehovas und seiner Vorsätze jetzt, in der Zeit des Endes, abspielt? Können wir nicht überglücklich sein, daß wir die Prophezeiungen verstehen, die treue Propheten und Könige wie Jesaja, Daniel und David nicht verstanden? Ist es für uns nicht eine Freude, dem glücklichen Gott, Jehova, unter der Führung des glücklichen Machthabers, unseres Königs Jesus Christus, zu dienen? Das sollte für uns ganz selbstverständlich sein.

      4, 5. (a) Was müssen wir vermeiden, wenn wir im Dienst für Jehova glücklich bleiben möchten? (b) Welche Dinge tragen unter anderem zum Glück bei, und zu welcher Frage gibt dies Anlaß?

      4 Wir dürfen unsere Voraussetzungen für das Glück allerdings nicht auf weltliche Vorstellungen gründen, wenn wir im Dienst für Gott glücklich bleiben möchten. Diese können, da sie sich um materielle Güter, einen großtuerischen Lebensstil und dergleichen drehen, leicht unser Denken vernebeln. Auf solchen Dingen beruhendes „Glück“ wäre kurzlebig, denn die gegenwärtige Welt vergeht (1. Johannes 2:15-17).

      5 Die meisten ergebenen Diener Jehovas sind sich bewußt, daß es kein wahres Glück bringt, weltliche Ziele zu erreichen. Nur unser himmlischer Vater versorgt seine Diener mit geistigen und materiellen Dingen, die zu ihrem wahren Glück beitragen. Wie dankbar sind wir doch für die geistige Speise, die er uns durch den „treuen und verständigen Sklaven“ gibt! (Matthäus 24:45-47). Dankbar sind wir auch für buchstäbliche Speise und andere materielle Dinge, die wir aus Gottes liebevoller Hand empfangen. Die wunderbare Gabe der Ehe und die damit verbundenen Freuden des Familienlebens verdanken wir ebenfalls ihm. Kein Wunder, daß Noomi das, was sie ihren verwitweten Schwiegertöchtern von Herzen wünschte, mit folgenden Worten zum Ausdruck brachte: „Jehova gebe euch eine Gabe, und ihr sollt einen Ruheort finden, eine jede im Haus ihres Mannes“ (Ruth 1:9). Die Ehe ist somit ein Schlüssel, der ein Tor zu großem Glück öffnen kann. Ist die Ehe jedoch die einzige Möglichkeit, ein glückliches Leben zu führen? Vor allem junge Menschen müssen ernsthaft untersuchen, ob das der Fall ist.

      6. Was war gemäß dem 1. Buch Mose der Hauptgrund für die Eheeinrichtung?

      6 Über den Ursprung der Ehe heißt es in der Bibel: „Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; männlich und weiblich erschuf er sie. Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: ‚Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch‘“ (1. Mose 1:27, 28). Jehova stiftete die Ehe, weil Adam weitere Menschengeschöpfe hervorbringen sollte, um das Menschengeschlecht auf diese Weise zu vermehren. Aber natürlich gibt es über die Ehe noch weit mehr zu sagen.

      „Nur im Herrn“

      7. Um welches Eheerfordernis zu erfüllen, unternahm ein treuer Patriarch große Anstrengungen?

      7 Da Jehova Gott der Stifter der Ehe ist, ist zu erwarten, daß er auch festlegt, welche Maßstäbe in bezug auf die Ehe angelegt werden müssen, damit seine Diener glücklich werden. Zur Zeit der Patriarchen wurde es beispielsweise streng mißbilligt, Personen zu heiraten, die keine Anbeter Jehovas waren. Der Patriarch Abraham ließ seinen Diener Elieser bei Jehova schwören, für seinen Sohn Isaak keine Frau von den Kanaanitern zu nehmen. Elieser unternahm eine weite Reise und hielt sich genau an die Anweisungen Abrahams, um ‘die Frau zu finden, die Jehova für den Sohn seines Herrn bestimmt hatte’ (1. Mose 24:3, 44). So kam die Ehe von Isaak und Rebekka zustande. Als sich deren Sohn Esau Frauen von den heidnischen Hethitern nahm, waren diese „für Isaak und Rebekka ein Anlaß zur Bitterkeit des Geistes“ (1. Mose 26:34, 35; 27:46; 28:1, 8).

      8. Welche Einschränkung machte der Gesetzesbund in bezug auf Eheschließungen, und warum?

      8 Unter dem Gesetzesbund war es verboten, Angehörige bestimmter kanaanitischer Völker zu heiraten. Jehova wies sein Volk an: „Du sollst kein Ehebündnis mit ihnen eingehen. Deine Tochter sollst du nicht seinem Sohn geben, und seine Tochter sollst du nicht für deinen Sohn nehmen. Denn er wird deinen Sohn davon abwendig machen, mir zu folgen, und sie werden bestimmt anderen Göttern dienen; und Jehovas Zorn wird zweifellos gegen euch entbrennen, und er wird dich gewiß eilends vertilgen“ (5. Mose 7:3, 4).

      9. Welcher Rat bezüglich der Ehe wird Christen in der Bibel gegeben?

      9 Es überrascht nicht, daß für die Christenversammlung ähnliche Einschränkungen bestehen, was das Heiraten von Personen betrifft, die keine Anbeter Jehovas sind. Der Apostel Paulus richtete an Mitchristen die mahnenden Worte: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht ferner zwischen Christus und Belial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?“ (2. Korinther 6:14, 15). Dieser Rat trifft auf verschiedene Gebiete zu, und bestimmt ist er auch auf die Ehe anzuwenden. Paulus gibt allen ergebenen Dienern Jehovas die klare Anweisung, nur eine Heirat mit jemand in Erwägung zu ziehen, der „in Gemeinschaft ist mit dem Herrn“ (1. Korinther 7:39, NW, Stud., Fußnote).

      Wenn jemand nicht „im Herrn“ heiraten kann

      10. Was tun viele unverheiratete Christen, und welche Frage ergibt sich deshalb?

      10 Viele ledige Christen fassen den Entschluß, in Nachahmung des Beispiels Jesu Christi die Gabe der Ehelosigkeit zu pflegen. Des weiteren gibt es zahlreiche loyale Christen, die gegenwärtig keinen für Gott annehmbaren Ehepartner finden können, um „im Herrn“ zu heiraten. Sie setzen ihr Vertrauen auf Jehova und bleiben ledig, statt einen Ungläubigen zu heiraten. Gottes Geist bringt in ihnen Früchte wie Freude, Frieden, Glauben und Selbstbeherrschung hervor, die es ihnen ermöglichen, in Keuschheit ledig zu bleiben (Galater 5:22, 23). Zu denen, die in dieser Prüfung der Gottergebenheit standhaft bleiben, gehören relativ viele unserer christlichen Schwestern, und wir haben wirklich Hochachtung vor ihnen. In manchen Ländern sind die Schwestern in der Überzahl, deshalb haben sie einen größeren Anteil am Predigtwerk als die Brüder. Ja, „Jehova selbst gibt das Wort; die Verkündigerinnen der guten Botschaft sind ein großes Heer“ (Psalm 68:11). Die meisten unverheirateten Diener Gottes beiderlei Geschlechts bewahren ihre Lauterkeit, weil sie ‘mit ihrem ganzen Herzen auf Jehova vertrauen und er ihre Pfade gerademacht’ (Sprüche 3:5, 6). Muß jemand, der gegenwärtig nicht „im Herrn“ heiraten kann, unglücklich sein?

      11. Wovon können Christen, die aus Respekt vor biblischen Grundsätzen ledig bleiben, überzeugt sein?

      11 Denken wir daran, daß wir Zeugen Jehovas, des glücklichen Gottes, sind und unter dem glücklichen Machthaber, Jesus Christus, dienen. Könnte man sich angesichts dessen vorstellen, daß Gott und Christus zulassen, daß ein Christ unglücklich ist, der keinen Partner findet, um „im Herrn“ zu heiraten, und deshalb aus Respekt vor den eindeutigen Einschränkungen der Bibel ledig bleibt? Sicher nicht. Somit liegt der Schluß nahe, daß auch unverheiratete Christen glücklich sein können. Jehova kann uns — ob verheiratet oder ledig — wahres Glück schenken.

      Der Schlüssel zu wahrem Glück

      12. Was zeigt der Fall der ungehorsamen Engel bezüglich der Ehe?

      12 Die Ehe ist für Diener Gottes nicht der einzige Schlüssel zum Glück. Betrachten wir zum Beispiel die Engel. Vor der Sintflut entwickelten einige von ihnen ein für Geistgeschöpfe unnatürliches Verlangen, und sie wurden unzufrieden, weil sie nicht heiraten konnten. Sie nahmen deshalb Fleischesleiber an, um Frauen zu heiraten. Weil diese Engel somit „ihre eigene rechte Wohnstätte verließen“, hat Gott sie „mit ewigwährenden Fesseln unter dichter Finsternis für das Gericht des großen Tages aufbehalten“ (Judas 6; 1. Mose 6:1, 2). Gott hatte zweifellos niemals vorgesehen, daß die Engel heiraten sollten. Die Ehe konnte für sie daher auf keinen Fall der Schlüssel zum Glück sein.

      13. Warum sind die heiligen Engel glücklich, und was bedeutet das für alle Diener Gottes?

      13 Trotzdem sind die treuen Engel glücklich. Jehova legte die Grundlagen der Erde „beim Jubelchor der Morgensterne, als insgesamt die Gottessöhne jauchzten“ (Hiob 38:7, Pattloch). Und warum sind die heiligen Engel glücklich? Weil sie Jehova Gott ständig zu Diensten stehen, indem sie „auf die Stimme seines Wortes“ hören, um es sofort auszuführen. Sie haben Lust daran, „sein Wohlgefallen“ zu tun (Psalm 103:20, 21, NW, Stud., Fußnote). Ja, die heiligen Engel macht es glücklich, Jehova treu zu dienen. Das ist auch für Menschen der Schlüssel zu wahrem Glück. Schließlich werden verheiratete gesalbte Christen, die Gott heute voller Freude dienen, nach ihrer Auferweckung zu himmlischem Leben nicht heiraten; dennoch werden sie als Geistgeschöpfe glücklich sein, den Willen Gottes zu tun. Alle loyalen Diener Jehovas, ob ledig oder verheiratet, können somit glücklich sein, weil die wahre Grundlage für das Glück der treue Dienst für den Schöpfer ist.

      „Etwas Besseres als Söhne und Töchter“

      14. Welche prophetische Verheißung wurde gottgefälligen Eunuchen in Israel gegeben, und was mag einem daran eigenartig vorkommen?

      14 Selbst wenn ein loyaler Christ nie heiratet, kann Gott dafür sorgen, daß er glücklich ist. Eine Ermunterung sind folgende prophetische Worte, die an die Eunuchen in Israel gerichtet wurden: „Dies ist, was Jehova zu den Eunuchen gesprochen hat, die meine Sabbate halten und die das erwählt haben, woran ich Gefallen gehabt habe, und die an meinem Bund festhalten: ‚Ich will ihnen in meinem Haus und innerhalb meiner Mauern sogar ein Denkmal und einen Namen geben, etwas Besseres als Söhne und Töchter. Einen Namen auf unabsehbare Zeit werde ich ihnen geben, einen, der nicht weggetilgt werden wird‘“ (Jesaja 56:4, 5). Man hätte vielleicht erwartet, daß den Betreffenden eine Frau und Kinder in Aussicht gestellt wurden, damit ihr Name erhalten blieb. Statt dessen wurde ihnen „etwas Besseres als Söhne und Töchter“ verheißen — ein unvergänglicher Name im Haus Jehovas.

      15. Was ist über die Erfüllung von Jesaja 56:4, 5 zu sagen?

      15 Nimmt man die Eunuchen als prophetisches Bild in Verbindung mit dem „Israel Gottes“, so stellen sie Gesalbte dar, die einen dauerhaften Platz in Jehovas geistigem Haus oder Tempel erhalten (Galater 6:16). Zweifellos wird sich diese Prophezeiung an den gottgefälligen Eunuchen des alten Israel, die von den Toten auferstehen werden, buchstäblich erfüllen. Wenn sie Christi Loskaufsopfer annehmen und weiterhin das erwählen, woran Jehova Gefallen hat, werden sie in seiner neuen Welt „einen Namen auf unabsehbare Zeit“ erhalten. Das könnte auch auf diejenigen der „anderen Schafe“ Anwendung finden, die in der gegenwärtigen Zeit des Endes auf Ehe und Elternschaft verzichten, um sich ganz dem Dienst Jehovas widmen zu können (Johannes 10:16). Einige dieser Personen mögen unverheiratet und kinderlos sterben. Doch wenn sie treu waren, werden sie in der Auferstehung „etwas Besseres als Söhne und Töchter“ empfangen — im neuen System der Dinge einen Namen, der „nicht weggetilgt werden wird“.

      Die Ehe ist nicht der einzige Schlüssel zum Glück

      16. Wieso kann gesagt werden, daß die Ehe nicht immer glücklich macht?

      16 Manche glauben, das Glück sei untrennbar mit der Ehe verbunden. Tatsache ist jedoch, daß heutzutage selbst unter Jehovas Dienern nicht alle Ehen glücklich sind. Die Ehe löst zwar einige Probleme, aber nicht selten verursacht sie dafür andere, die möglicherweise schwieriger zu lösen sind als die Probleme, die Unverheiratete haben. Wie Paulus zeigte, bringt die Ehe „Drangsal im Fleisch“ mit sich (1. Korinther 7:28). Manchmal sind Verheiratete „besorgt“ oder „geteilt“. Ihnen fällt es oft schwer, „ständige Dienstbereitschaft für den Herrn“ zu bekunden, „ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:33-35).

      17, 18. (a) Was berichten einige reisende Aufseher? (b) Welchen Rat gab Paulus, und warum ist es von Nutzen, ihn zu befolgen?

      17 Sowohl die Ehelosigkeit als auch die Ehe sind Gaben Gottes (Ruth 1:9; Matthäus 19:10-12). Doch beides muß ernsthaft überlegt sein, will man den einen oder den anderen Stand zu einem Erfolg machen. Reisende Aufseher berichten, daß viele Zeugen zu jung heiraten und häufig Kinder haben, bevor sie die Verantwortung dafür übernehmen können. Einige dieser Ehen scheitern. Andere Ehepaare meistern ihre Probleme, aber sie finden in ihrer Ehe nicht das erhoffte Glück. Ihnen geht es so, wie der englische Komödiendichter William Congreve schrieb: „Wem es eilt mit Heiraten, hat Muße zu bereuen.“

      18 Kreisaufseher haben auch berichtet, daß manche junge Brüder zögern, sich um den Betheldienst oder den Besuch der Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung zu bewerben, weil sie dann eine Zeitlang ledig bleiben müßten. Paulus empfahl jedoch, erst zu heiraten, wenn man „über die Blüte der Jugend“ hinaus ist, also zu warten, bis die erste Aufwallung des Geschlechtstriebs nachgelassen hat (1. Korinther 7:36-38). In den Jahren des Ledigseins macht man kostbare Erfahrungen und gewinnt Einsichten, so daß man besser in der Lage ist, einen Ehepartner zu wählen oder sich nach genauer Überlegung für das Ledigbleiben zu entscheiden.

      19. Wie wird man gewisse Dinge wahrscheinlich betrachten, wenn man kein echtes Verlangen danach hat zu heiraten?

      19 Einige haben die Blüte der Jugend mit dem starken Verlangen nach sexuellen Beziehungen hinter sich. Obwohl sie gelegentlich über die Segnungen der Ehe nachdenken mögen, haben sie wirklich die Gabe der Ehelosigkeit. Jehova wird es nicht entgehen, daß sie ihm in ihrem ledigen Stand wirkungsvoll dienen und kein echtes Verlangen danach haben zu heiraten; eine Ehe könnte es zudem mit sich bringen, daß sie gewisse Vorrechte in seinem Dienst aufgeben müßten. Wenn die Ehe für sie kein persönliches Bedürfnis ist oder wenn sie nicht mit einem Ehepartner gesegnet sind, werden sie von Gott vielleicht etwas anderes erhalten. Glauben wir daher fest daran, daß er für das sorgen wird, was wir benötigen. Es trägt das größte Glück ein, demütig das anzunehmen, was offenbar Gottes Wille für uns ist, vergleichbar mit der Situation der jüdischen Brüder, die ‘sich beruhigten und Gott verherrlichten’, als sie erfuhren, daß er Heiden die Gelegenheit zur Reue gewährt hatte, so daß sie Leben erlangen konnten (Apostelgeschichte 11:1-18).

      20. (a) Welcher Rat bezüglich des Ledigseins wird jungen Christen gegeben? (b) An welchem Grundsatz in bezug auf das Glück ist nicht zu rütteln?

      20 Die Ehe kann somit ein Schlüssel zum Glück sein, aber sie kann auch manches Problem mit sich bringen. Eines ist gewiß: Die Ehe ist nicht der einzige Weg zum Glück. In Anbetracht dessen wäre es vor allem für junge Christen vernünftig, sich zu bemühen, einige Jahre ledig zu bleiben. Diese Zeit können sie gut dazu nutzen, Jehova zu dienen und in geistiger Hinsicht Fortschritte zu machen. Ungeachtet des Alters und des geistigen Fortschritts trifft folgender Grundsatz auf alle zu, die sich Gott rückhaltlos hingegeben haben: Wahres Glück findet man im treuen Dienst für Jehova.

  • Wahres Glück im Dienst für Jehova
    Der Wachtturm 1992 | 15. Mai
    • Wahres Glück im Dienst für Jehova

      „Glücklich ist der, der den Gott Jakobs zu seiner Hilfe hat, dessen Hoffnung auf Jehova, seinen Gott, gerichtet ist“ (PSALM 146:5).

      1, 2. Was wird über die Definition von Glück gesagt, und was verstehen heute viele Menschen unter Glück?

      WAS ist Glück? Lexikographen, Philosophen und Theologen bemühen sich seit Jahrhunderten um eine Definition. Bisher fand jedoch keine Erklärung einhellige Zustimmung. Die Encyclopædia Britannica räumt ein: „‚Glück‘ ist eines der am schwersten zu definierenden Wörter.“ Glück bedeutet offenbar nicht für jeden Menschen dasselbe; es kommt ganz auf seine Lebensauffassung an.

      2 Für viele hat Glück mit guter Gesundheit, materiellem Besitz und angenehmer Gesellschaft zu tun. Andererseits gibt es aber auch Menschen, die all das haben und trotzdem unglücklich sind. Männern und Frauen, die sich Jehova Gott hingegeben haben, vermittelt die Bibel eine von der allgemeinen Ansicht erheblich abweichende Auffassung über das Glück.

      Eine andere Ansicht über das Glück

      3, 4. (a) Wen bezeichnete Jesus als glücklich? (b) Was kann in bezug auf die von Jesus erwähnten Voraussetzungen für das Glück festgestellt werden?

      3 Jesus Christus erwähnte in seiner Bergpredigt nichts davon, daß Glück von guter Gesundheit, materiellem Besitz und dergleichen abhängt. Er bezeichnete diejenigen als wirklich glücklich, die sich „ihrer geistigen Bedürfnisse bewußt sind“ und die „nach Gerechtigkeit hungern und dürsten“. Diese beiden Voraussetzungen für wahres Glück stehen in engem Zusammenhang mit der scheinbar paradoxen Aussage Jesu: „Glücklich sind die Trauernden, da sie getröstet werden“ (Matthäus 5:3-6). Damit wollte Jesus natürlich nicht sagen, daß Menschen automatisch glücklich sind, wenn sie einen geliebten Angehörigen verloren haben. Er nahm vielmehr auf diejenigen Bezug, die über ihren sündigen Zustand und dessen Folgen trauern.

      4 Der Apostel Paulus sprach davon, daß die unter der Sünde seufzende menschliche Schöpfung die Hoffnung hat, „von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht“ zu werden (Römer 8:21, 22). Wer Jehovas sündensühnende Vorkehrung, die auf dem Loskaufsopfer Christi beruht, annimmt und Gottes Willen tut, wird wirklich Trost und Glück finden (Römer 4:6-8). In der Bergpredigt pries Jesus auch „die Mildgesinnten“, „die Barmherzigen“, „die, die reinen Herzens sind“, und „die Friedsamen“ glücklich. Er gab die Zusicherung, daß solche demütigen Menschen ihr Glück selbst in Verfolgungszeiten nicht verlieren würden (Matthäus 5:5-11). Interessant ist die Feststellung, daß diese erhabenen Voraussetzungen für das Glück Arme und Reiche auf eine Stufe stellen.

      Die Grundlage für wahres Glück

      5. Was ist für Gott hingegebene Personen die Grundlage für das Glück?

      5 Materieller Wohlstand gibt einem kein wahres Glück. Der weise König Salomo sagte: „Der Segen Jehovas — er macht reich, und keinen Schmerz fügt er ihm hinzu“ (Sprüche 10:22). Für Geschöpfe, die Jehovas universelle Souveränität anerkennen, ist Glück untrennbar mit dem Segen Jehovas verbunden. Eine Gott hingegebene Person, die seinen Segen hat und auch verspürt, ist wirklich glücklich. Aus biblischer Sicht schließt Glück ein Gefühl der Zufriedenheit, Befriedigung und Erfüllung im Dienst für Jehova ein.

      6. Was ist erforderlich, damit in Jehovas Volk wirklich jeder glücklich sein kann?

      6 Wahres Glück hängt von dem richtigen Verhältnis zu Jehova ab. Es beruht auf der Liebe und der Treue zu Gott. Jehovas ergebene Diener stimmen aus ganzem Herzen den Worten des Paulus zu: „Keiner von uns lebt ja nur im Hinblick auf sich selbst, ... wir [leben] für Jehova, ... wir [gehören] Jehova“ (Römer 14:7, 8). Wahres Glück kann somit niemand erlangen, der Jehova nicht gehorsam ist und sich seinem Willen nicht freudig unterwirft. Jesus sagte: „Glücklich sind ... die, die das Wort Gottes hören und es bewahren!“ (Lukas 11:28).

      Veränderliche Voraussetzungen für das Glück

      7, 8. (a) Wie lassen sich die Voraussetzungen für das Glück einteilen? (b) Was ist über Ehe und Elternschaft zu sagen?

      7 Die bisher behandelten Voraussetzungen für das Glück könnte man als „grundlegend“ oder „unveränderlich“ bezeichnen, weil sie für Jehovas ergebene Diener zu allen Zeiten gültig sind. Daneben gibt es noch andere, sozusagen veränderliche Voraussetzungen, die zu einer Zeit für das Glück nötig sind, zu einer anderen dagegen nicht unbedingt oder gar nicht. In patriarchalischer und vorchristlicher Zeit wurden Ehe und Elternschaft als unabdingbar für das Glück betrachtet. Das offenbart sich in dem brennenden Wunsch, den Rahel Jakob gegenüber äußerte: „Gib mir Kinder, oder ich werde sonst eine Tote sein“ (1. Mose 30:1). Diese Einstellung zur Elternschaft entsprach damals dem Vorsatz Jehovas (1. Mose 13:14-16; 22:17).

      8 Ehe und Elternschaft galten in alter Zeit unter Jehovas Volk als göttliche Segnungen. Doch im Verlauf der Geschichte dieses Volkes gab es Zeiten des Unglücks, wodurch unter anderem auch Ehe und Elternschaft mit Kummer und Sorge verbunden waren. (Vergleiche Psalm 127, 128 mit Jeremia 6:12; 11:22; Klagelieder 2:19; 4:4, 5.) Sie sind demnach keine unveränderlichen Voraussetzungen für das Glück.

      Glück ohne Ehe in der Vergangenheit

      9. Warum wurde der Tochter Jephthas alljährlich Lob gespendet?

      9 Viele Diener Gottes waren wirklich glücklich, ohne verheiratet zu sein. Jephthas Tochter blieb aus Achtung vor dem Gelübde ihres Vaters ledig. Eine Zeitlang beweinte sie mit ihren Gefährtinnen ihre Jungfrauschaft. Welche Freude muß es jedoch für sie gewesen sein, die ganze Zeit im Haus Jehovas zu dienen, vielleicht unter den „diensttuenden Frauen, die am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft organisierten Dienst taten“! (2. Mose 38:8). Dafür wurde ihr alljährlich Lob gespendet (Richter 11:37-40).

      10. Was verlangte Jehova von Jeremia, und scheint er deshalb ein unglückliches Leben geführt zu haben?

      10 Gott verlangte von dem Propheten Jeremia, auf Ehe und Elternschaft zu verzichten, weil er in einer sehr schwierigen Zeit lebte (Jeremia 16:1-4). Doch Jeremia lernte durch Erfahrung die Wahrhaftigkeit der Worte Gottes kennen: „Gesegnet ist der kräftige Mann, der sein Vertrauen auf Jehova setzt und dessen Zuversicht Jehova geworden ist“ (Jeremia 17:7). Als Unverheirateter diente Jeremia über 40 Jahre lang Gott treu in seiner Eigenschaft als Prophet. Soweit uns bekannt ist, heiratete er nie und hatte er keine Kinder. Aber wer würde daran zweifeln, daß Jeremia so glücklich war wie der treue jüdische Überrest, der ‘über das Gute Jehovas strahlte’? (Jeremia 31:12).

      11. Welche biblischen Beispiele gibt es, daß treue Diener Jehovas auch ohne Ehepartner glücklich waren?

      11 Zahlreiche weitere Personen haben Jehova ohne Ehepartner freudig gedient. Sie waren entweder ledig oder verwitwet. Zu ihnen gehörten die Prophetin Anna, vermutlich Dorkas oder Tabitha, der Apostel Paulus und das größte Beispiel überhaupt — Jesus Christus.

      Ledig, aber glücklich heute

      12. Wofür haben einige der glücklichen, ergebenen Diener Jehovas heute Raum geschaffen, und warum?

      12 Gegenwärtig gibt es Tausende von Zeugen Jehovas, die Gott ohne Ehepartner treu dienen. Einige kommen der Aufforderung Jesu nach: „Wer dafür [für die Gabe des Ledigseins] Raum schaffen kann, schaffe dafür Raum.“ Sie tun es „wegen des Königreiches der Himmel“ (Matthäus 19:11, 12). Das heißt, sie machen guten Gebrauch von der ihnen von Gott verliehenen Freiheit, indem sie mehr Zeit und Kraft zur Förderung der Königreichsinteressen einsetzen. Viele von ihnen dienen als Pioniere, Missionare oder Glieder der Bethelfamilie in der Weltzentrale bzw. in einem Zweigbüro der Watch Tower Society.

      13. Welche Beispiele zeigen, daß auch ein lediger Christ glücklich sein kann?

      13 Eine liebe ältere Schwester versah ihre Lebensbeschreibung mit dem vielsagenden Titel „Unverheiratet und doch glücklich als Pionierin“ (Der Wachtturm vom 1. Mai 1985, Seite 23—26). Eine andere ledige Schwester, die über 50 Jahre im Bethel diente, schrieb: „Ich bin mit meinem Leben und meiner Arbeit völlig zufrieden. Ich habe jetzt mehr zu tun als je zuvor, und das in einem Werk, das ich sehr liebe. Ich bedauere nichts und würde noch einmal dieselbe Entscheidung treffen“ (Der Wachtturm vom 15. September 1982, Seite 15).

      14, 15. (a) Was ist gemäß dem Apostel Paulus notwendig, um ledig zu bleiben? (b) Warum sagte Paulus, daß der Ledige „besser“ tut und „glücklicher“ ist?

      14 Man beachte das Wort „Entscheidung“. Paulus schrieb: „Wenn jemand aber in seinem Herzen feststeht, indem er keine Notwendigkeit empfindet, sondern über seinen eigenen Willen Gewalt hat und diese Entscheidung in seinem eigenen Herzen getroffen hat, seine Jungfräulichkeit zu bewahren, wird er gut tun. Folglich tut auch der gut, der seine Jungfräulichkeit in den Ehestand gibt, wer sie aber nicht in den Ehestand gibt, wird besser tun“ (1. Korinther 7:37, 38). Warum wird er „besser“ tun? Paulus erklärte: „Ich will, daß ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist um die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn wohlgefalle. ... Ferner ist die Unverheiratete und die Jungfrau um die Dinge des Herrn besorgt ... Aber ich sage dies um eures persönlichen Vorteils willen, ... um euch zu dem zu bewegen, was sich schickt, und zu dem, was ständige Dienstbereitschaft für den Herrn bedeutet, ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:32-35).

      15 Hat „ständige Dienstbereitschaft für den Herrn, ohne sich ablenken zu lassen“, weil man ‘dem Herrn wohlgefallen’ möchte, etwas mit Glück zu tun? Davon war Paulus offensichtlich überzeugt. Eine christliche Witwe betreffend sagte er: „Sie [ist] frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn. Doch ist sie, meiner Meinung nach, glücklicher, wenn sie so bleibt, wie sie ist. Ich denke bestimmt, daß auch ich Gottes Geist habe“ (1. Korinther 7:39, 40).

      Vorteile des Ledigseins

      16. Welche Vorteile können unverheiratete Zeugen Jehovas unter anderem nutzen?

      16 Ein Christ mag unverheiratet sein, weil er sich so entschieden hat oder weil ihn die Umstände dazu zwingen, aber auf jeden Fall hat dieser Stand viele Vorteile. Ledige Personen haben gewöhnlich mehr Zeit, Gottes Wort zu studieren und darüber nachzusinnen, als Verheiratete. Wenn sie diesen Umstand nutzen, wird ihr Geistiggesinntsein gefördert werden. Da sie keinen Ehepartner haben, mit dem sie über ihre Probleme sprechen können, lernen viele, sich stärker auf Jehova zu verlassen und stets seine Leitung zu suchen (Psalm 37:5). All das führt zu einem engeren Verhältnis zu Jehova.

      17, 18. (a) Welche Gelegenheiten, sich vermehrt im Dienst einzusetzen, können unverheiratete Diener Jehovas wahrnehmen? (b) Was haben einige unverheiratete Diener Jehovas über ihr Glück gesagt?

      17 Unverheiratete Christen haben die Möglichkeit, sich vermehrt im Dienst zum Lobpreis Jehovas einzusetzen. Die besondere Schulung, die gegenwärtig durch die Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung angeboten wird, ist auf ledige oder verwitwete Brüder beschränkt. Ledige Schwestern sind ebenfalls freier, größere Dienstvorrechte wahrzunehmen. Die bereits erwähnte ältere Schwester erklärte sich bereit, in einem afrikanischen Land zu dienen, als sie, wie sie schreibt, eine „nicht gerade kräftige Frau im Alter von über 50 Jahren“ war. Und sie blieb dort sogar während einer Verbotszeit, in der alle Missionare ausgewiesen wurden. Noch heute dient sie in jenem Land als Pionier, obschon sie jetzt über 80 Jahre alt ist. Ist sie glücklich? In ihrer Lebensbeschreibung sagte sie: „Ich kann die zusätzliche Freiheit und Beweglichkeit, die mir das Ledigsein bietet, nutzen, um im Predigtdienst fleißig zu sein, und das macht mich sehr glücklich. ... In all den Jahren hat sich mein Verhältnis zu Jehova vertieft. Als unverheiratete Frau in einem afrikanischen Land betrachte ich ihn als meinen Beschützer.“

      18 Beachtenswert sind auch die Worte eines Bruders, der jahrzehntelang im Hauptbüro der Watch Tower Society diente. Er war glücklich, obwohl er nie verheiratet war und aufgrund seiner himmlischen Hoffnung auch keine Aussicht hatte, jemals zu heiraten. Im Alter von 79 Jahren schrieb er: „Ich bitte unseren geliebten himmlischen Vater täglich um Hilfe und Weisheit und darum, daß er mich geistig und körperlich gesund und stark erhalten möge, damit ich weiterhin seinen heiligen Willen tun kann. Die neunundvierzig Jahre, in denen ich Jehova gedient habe, waren für mich wirklich glückliche, segensreiche Jahre. Mit Jehovas unverdienter Güte hoffe ich, zu seinem Ruhm und zu seiner Ehre und zum Segen seines Volkes ihm noch weiter dienen zu können. ... [Die] Freude an Jehova hilft mir, den guten Kampf des Glaubens fortzusetzen und der Zeit entgegenzusehen, da die Feinde Jehovas verschwunden sind und die ganze Erde von seiner Herrlichkeit erfüllt ist“ (4. Mose 14:21; Nehemia 8:10; Der Wachtturm vom 15. Februar 1969, Seite 123—126).

      Wahres Glück — Wovon abhängig?

      19. Wovon wird unser Glück stets abhängen?

      19 Unser kostbares Verhältnis zu Jehova, seine Anerkennung und sein Segen — das sind die Voraussetzungen für wahres Glück in alle Ewigkeit. Aufgrund dieser Ansicht darüber, worauf sich echtes Glück gründet, erkennen auch verheiratete Diener Jehovas, daß ihre Ehe in ihrem Leben nicht das Wichtigste ist. Sie beachten folgenden Rat des Apostels Paulus: „Übrigens sage ich dies, Brüder: Die verbleibende Zeit ist verkürzt. Fortan seien die, die Ehefrauen haben, so, als ob sie keine hätten“ (1. Korinther 7:29). Das bedeutet nicht, daß sie ihre Frauen vernachlässigen sollten. Reife christliche Ehemänner setzen allerdings den Dienst für Jehova an die erste Stelle, genau wie ihre gottergebenen, liebevollen Frauen, die ihren Mann unterstützen und von denen einige sogar mit ihm im Vollzeitdienst stehen (Sprüche 31:10-12, 28; Matthäus 6:33).

      20. Welche richtige Einstellung haben viele Christen gegenüber ihren Ehepflichten?

      20 Verheiratete Brüder, die als reisende Aufseher, als freiwillige Mitarbeiter im Bethel oder als Versammlungsälteste dienen — ja alle verheirateten Christen, die die Königreichsinteressen an die erste Stelle setzen —, ‘machen nicht vollen Gebrauch von der Welt’; sie sind bemüht, sowohl ihren Ehepflichten nachzukommen als auch ein Leben des ergebenen Dienstes für Jehova zu führen (1. Korinther 7:31). Aber sie sind glücklich. Warum? Weil der Hauptgrund ihres Glücks nicht die Ehe ist, sondern der Dienst für Jehova. Und viele treue Ehemänner und Ehefrauen — sowie deren Kinder — sind glücklich, daß das so ist.

      21, 22. (a) Was sollte uns auf der Grundlage von Jeremia 9:23, 24 mit Glück erfüllen? (b) Welche Voraussetzungen für das Glück werden in Sprüche 3:13-18 genannt?

      21 Der Prophet Jeremia schrieb: „Dies ist, was Jehova gesagt hat: ‚Möge sich der Weise nicht seiner Weisheit rühmen, und möge sich der Starke nicht seiner Macht rühmen. Möge sich der Reiche nicht seines Reichtums rühmen. Wer sich aber rühmt, rühme sich allein dessen: Einsicht zu haben und Erkenntnis von mir zu haben, daß ich Jehova bin, der liebende Güte, Recht und Gerechtigkeit auf der Erde übt; denn an diesen Dingen habe ich Gefallen‘ ist der Ausspruch Jehovas“ (Jeremia 9:23, 24).

      22 Ganz gleich, ob wir ledig oder verheiratet sind, der Hauptgrund unseres Glücks sollte unsere Erkenntnis über Jehova und die Überzeugung sein, seinen Segen zu haben, weil wir seinen Willen tun. Wir sind auch glücklich, Einsicht darüber zu besitzen, worauf sich der wahre Wertmaßstab gründet, nämlich auf die Dinge, an denen Jehova Gefallen hat. Der mehrfach verheiratete König Salomo betrachtete die Ehe nicht als den einzigen Schlüssel zum Glück. Er sagte: „Glücklich ist der Mensch, der Weisheit gefunden hat, und der Mensch, der Unterscheidungsvermögen erlangt, denn sie als Gewinn zu haben ist besser, als Gewinn an Silber zu haben, und sie als Ertrag zu haben besser als selbst Gold. Sie ist kostbarer als Korallen, und alle anderen Dinge, an denen du Lust hast, können ihr nicht gleichkommen. Länge der Tage ist in ihrer Rechten; in ihrer Linken sind Reichtum und Herrlichkeit. Ihre Wege sind Wege der Lieblichkeit, und all ihre Pfade sind Frieden. Sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen, und die sie festhalten, sind glücklich zu nennen“ (Sprüche 3:13-18).

      23, 24. Warum können wir sicher sein, daß alle treuen Diener Jehovas im neuen System der Dinge glücklich sein werden?

      23 Mögen die Verheirateten unter uns ewig Freude darin finden, Gottes Willen zu tun. Und mögen unsere lieben Brüder und Schwestern, die aus freien Stücken oder umständehalber ledig sind, all ihre Prüfungen bestehen sowie Glück und Zufriedenheit darin finden, Jehova heute und für alle Zeiten zu dienen (Lukas 18:29, 30; 2. Petrus 3:11-13). In Gottes kommendem System der Dinge werden „Buchrollen“ geöffnet werden (Offenbarung 20:12). Diese werden begeisternde neue Gebote und Vorschriften enthalten, die zum Glück der gehorsamen Menschheit beitragen werden.

      24 Wir können bestimmt zuversichtlich sein, daß unser ‘glücklicher Gott’ wunderbare gute Dinge für uns bereithält, die zu unserem vollkommenen Glück dienen werden (1. Timotheus 1:11). Gott wird weiterhin ‘seine Hand öffnen und das Begehren alles Lebenden sättigen’ (Psalm 145:16). Kein Wunder also, daß es heute und allezeit wahres Glück einträgt, Jehova zu dienen.

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