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  • Freudig in der Ernte arbeiten
    Der Wachtturm 2001 | 15. Juli
    • Freudig in der Ernte arbeiten

      „Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende“ (MATTHÄUS 9:37, 38).

      1. Was hilft uns, im Tun des Willens Gottes voranzudrängen?

      WENN wir an den Tag unserer Taufe und Ordination zu einem Diener Jehovas zurückdenken — ganz gleich, ob wenige oder viele Jahre vergangen sind —, kommt es uns womöglich so vor, als sei es erst gestern gewesen. Mit unserer Hingabe rückte die Lobpreisung Jehovas in den Mittelpunkt unseres Lebens. Dem freudigen Dienst für Jehova galt unser Hauptinteresse, während wir die gelegene Zeit auskauften, um anderen Gelegenheit zu bieten, die Königreichsbotschaft zu hören und sie gegebenenfalls anzunehmen (Epheser 5:15, 16). Auch heute noch vergeht die Zeit wie im Fluge, wenn wir „reichlich beschäftigt [sind] im Werk des Herrn“ (1. Korinther 15:58). Wir begegnen zwar Problemen, doch die Freude beim Tun des Willens Jehovas spornt uns an (Nehemia 8:10).

      2. Was trägt im Erntewerk zu unserer Freude bei?

      2 Als Christen sind wir in einem Erntewerk tätig. Jesus Christus verglich die Einsammlung von Menschen zu ewigem Leben mit dem Einbringen einer Ernte (Johannes 4:35-38). Es wird für uns als Beteiligte an dieser Tätigkeit recht ermunternd sein, die Freude der frühchristlichen Erntearbeiter einmal näher zu beleuchten. Dabei möchten wir drei Faktoren untersuchen, die im heutigen Erntewerk zu unserer Freude beitragen. Es handelt sich 1. um unsere Botschaft der Hoffnung, 2. um den Erfolg bei unserer Suche und 3. um unsere Einstellung als Frieden stiftende Erntearbeiter.

      Als Erntearbeiter ausgesandt

      3. Worüber konnten sich die frühen Nachfolger Jesu freuen?

      3 Wie sehr sich doch das Leben der frühen Erntearbeiter — insbesondere das der 11 treuen Apostel Jesu — an dem Tag des Jahres 33 u. Z. veränderte, an dem sie sich auf einen Berg in Galiläa begaben, um dort mit dem auferweckten Christus zusammenzutreffen! (Matthäus 28:16). Bei diesem Anlaß waren möglicherweise ‘mehr als fünfhundert Brüder’ anwesend (1. Korinther 15:6). Den Auftrag, den ihnen Jesus erteilte, konnten sie nicht vergessen. Er wies sie an: „Geht ... hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Trotz heftiger Verfolgung hatten sie im Erntewerk viel Freude, denn sie erlebten, wie an einem Ort nach dem anderen Versammlungen von Nachfolgern Christi gegründet wurden. Im Laufe der Zeit wurde ‘die gute Botschaft der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, gepredigt’ (Kolosser 1:23; Apostelgeschichte 1:8; 16:5).

      4. Unter welchen Umständen wurden Christi Jünger ausgesandt?

      4 Zu einem früheren Zeitpunkt seines Dienstes in Galiläa hatte Jesus die 12 Apostel zusammengerufen und sie ausdrücklich dazu ausgesandt zu verkündigen: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht“ (Matthäus 10:1-7). Er selbst „begab sich auf eine Reise durch alle [galiläischen] Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte die gute Botschaft vom Königreich und heilte jede Art Krankheit und jede Art Gebrechen“. Jesus empfand Mitleid mit den Volksmengen, „weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matthäus 9:35, 36). Tief bewegt, erklärte er daraufhin seinen Jüngern: „Ja, die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte [Jehova Gott], daß er Arbeiter in seine Ernte aussende“ (Matthäus 9:37, 38). Als nur noch sechs Monate seines irdischen Dienstes verblieben, schätzte Jesus den Bedarf an Erntearbeitern in Judäa ebenso ein (Lukas 10:2). Bei beiden Gelegenheiten sandte er seine Nachfolger als Erntearbeiter aus (Matthäus 10:5; Lukas 10:3).

      Unsere Botschaft der Hoffnung

      5. Was für eine Botschaft verkündigen wir?

      5 Als Jehovas heutige Diener kommen wir freudig dem Ruf nach Erntearbeitern nach. Große Freude bereitet es uns unter anderem, daß wir für Menschen, die mutlos und niedergeschlagen sind, eine Botschaft der Hoffnung haben. Wie sehr wir es doch schätzen, die gute Botschaft — eine Botschaft echter Hoffnung — wie Jesu Jünger im 1. Jahrhundert denen verkündigen zu dürfen, die ‘zerschunden sind und umhergestoßen werden wie Schafe, die keinen Hirten haben’!

      6. Womit waren die Apostel im 1. Jahrhundert beschäftigt?

      6 Mitte des 1. Jahrhunderts war der Apostel Paulus emsig dabei, die gute Botschaft zu predigen. Und seine Erntearbeit war bestimmt erfolgreich, denn er konnte um das Jahr 55 u. Z. an die Christen in Korinth schreiben: „Ich [mache] euch, Brüder, die gute Botschaft bekannt, die ich euch verkündigt habe, die ihr auch empfangen habt, in der ihr auch steht“ (1. Korinther 15:1). Die Apostel und andere frühe Christen waren fleißige Erntearbeiter. Die Bibel berichtet uns zwar nicht, wie viele Apostel nach den bedeutsamen Ereignissen, die in der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 u. Z. gipfelten, noch am Leben waren, doch wie wir wissen, predigte der Apostel Johannes etwa 25 Jahre danach immer noch (Offenbarung 1:9).

      7, 8. Welche Botschaft der Hoffnung verkündigen Jehovas Diener heute mit größerer Dringlichkeit denn je?

      7 Es folgten Jahrhunderte, in denen die Geistlichkeit der Christenheit, der abtrünnige „Mensch der Gesetzlosigkeit“, tonangebend war (2. Thessalonicher 2:3). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts griffen jedoch Menschen, die ihr Leben nach dem Vorbild der ersten Christen ausrichten wollten, die Botschaft der Hoffnung auf und verkündigten das Königreich. Tatsächlich enthielt der Titel der vorliegenden Zeitschrift ab der ersten Ausgabe (Juli 1879, engl.) die Worte „Verkünder der Gegenwart Christi“, dann „Verkündiger des Königreiches Christi“ und schließlich „verkündigt Jehovas Königreich“.

      8 Gottes himmlisches Königreich, an dessen Spitze Jesus Christus steht, wurde 1914 aufgerichtet, und wir verkündigen heute die Botschaft der Hoffnung mit größerer Dringlichkeit als je zuvor. Warum? Weil zu den Segnungen der Königreichsherrschaft auch das Ende des gegenwärtigen verderbten Systems gehört, und dieses Ende steht unmittelbar bevor (Daniel 2:44). Könnte es eine bessere Botschaft geben? Was könnte uns größere Freude bereiten, als uns vor der „großen Drangsal“ an der Verkündigung des Königreiches zu beteiligen? (Matthäus 24:21; Markus 13:10).

      Eine erfolgreiche Suche

      9. Was zu tun, wies Jesus seine Jünger an, und wie reagierten die Menschen auf die Königreichsbotschaft?

      9 Noch etwas trägt zu unserer Freude als Erntearbeiter bei: Es ist die erfolgreiche Suche nach Menschen, die Jünger werden und sich uns im Erntewerk anschließen. Im Jahr 31 oder 32 u. Z. wies Jesus seine Jünger an: „In welche Stadt oder welches Dorf ihr auch hineingeht, da forscht nach, wer es darin verdient“ (Matthäus 10:11). Nicht alle Menschen ‘verdienten es’, wie ihre Reaktion auf die Königreichsbotschaft zeigte. Nichtsdestoweniger predigten Jesu Jünger eifrig die gute Botschaft überall dort, wo sich Menschen gerade aufhielten.

      10. Wie suchte Paulus nach würdigen Menschen?

      10 Nach Jesu Tod und Auferstehung ging die Suche nach würdigen Menschen unaufhaltsam weiter. Paulus unterredete sich in Athen mit Juden, die in der Synagoge anwesend waren, und mit Leuten, die er auf dem Marktplatz antraf. Als er in dieser griechischen Stadt auf dem Areopag Zeugnis gab, „schlossen sich ihm einige Männer an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, ein Richter des Areopag-Gerichts, und eine Frau mit Namen Damaris und andere außer ihnen“. Überall, wohin Paulus kam, predigte er auch beispielhaft „öffentlich und von Haus zu Haus“ (Apostelgeschichte 17:17, 34; 20:20).

      11. Welche Methoden wandte man vor Jahren im Predigtdienst an?

      11 In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts suchten gesalbte Christen mutig nach würdigen Menschen. In einem Artikel, betitelt: „Zum Predigen gesalbt“, in der Zeitschrift Zions Wacht-Turm (Juli/August 1881, engl.) hieß es: „Die gute Botschaft ... wird den ‚Sanftmütigen‘ gepredigt, denen, die hören wollen und können, um aus ihnen den Leib Christi, die Miterben, zu nehmen.“ Gottes Erntearbeiter überreichten oftmals Menschen, die aus der Kirche kamen, Traktate mit biblischen Themen. Diese waren so gewählt, daß sich Würdige angesprochen fühlen konnten. Nach einer Neubeurteilung dieser Zeugnismethode wurde in Zions Wacht-Turm vom Januar 1904 den Erntearbeitern empfohlen, die Traktate sonntags „von Haus zu Haus“ zu verteilen.

      12. Wodurch ist unser Predigtwerk wirksamer geworden? Nenne ein Beispiel.

      12 In den letzten Jahren haben wir unseren Predigtdienst dadurch erweitert, daß wir Menschen nicht nur zu Hause aufsuchen. Das hat sich in Ländern als sehr wirkungsvoll erwiesen, in denen die Menschen auf Grund wirtschaftlicher Verhältnisse oder irgendwelcher Freizeitaktivitäten gewöhnlich nicht zu Hause sind, wenn wir bei ihnen vorsprechen. Eine Zeugin Jehovas in England und ihre Partnerin beobachteten, daß am Ort regelmäßig Busse mit Besuchern abfuhren, die einen Tag an der Küste verbracht hatten. Die beiden nahmen daraufhin ihren ganzen Mut zusammen und boten den Fahrgästen in den Bussen Ausgaben der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! an. In einem einzigen Monat verbreiteten sie 229 Exemplare. Sie berichten: „Wir fürchten uns nicht vor Herausforderungen wie dem Zeugnisgeben in Strandnähe oder in Geschäftsvierteln, denn wir wissen, daß Jehova stets mit uns ist.“ Sie richteten eine Zeitschriftenroute ein und begannen ein Bibelstudium. Beide führten übrigens auch den Hilfspionierdienst durch.

      13. Welche Umstellung in unserem Predigtdienst ist jetzt an einigen Orten nötig?

      13 Während die Suche nach würdigen Menschen weitergeht, ist es womöglich an einigen Orten nötig, zu überdenken, wann man Predigtdienst verrichtet. Viele Zeugen sind es zwar gewohnt, am Sonntagvormittag von Haus zu Haus zu predigen, doch in bestimmten Gebieten wird durch solch frühe Besuche wenig bewirkt, weil die Leute noch schlafen mögen. Einige haben daher ihre Planungen geändert und begeben sich jetzt etwas später am Tag auf die Suche, beispielsweise nach dem Besuch christlicher Zusammenkünfte. Und ihre Suche hat sich tatsächlich als ergiebig erwiesen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Königreichsverkündiger weltweit um 2,3 Prozent. Das ehrt den Herrn der Ernte und erfreut unser Herz.

      Im Erntewerk den Frieden bewahren

      14. Mit welcher Einstellung verkündigen wir die gute Botschaft, und warum?

      14 Ein weiterer Grund für unsere Freude hat damit zu tun, daß wir im Erntewerk auf Frieden bedacht sind. „Wenn ihr in das Haus eintretet“, sagte Jesus, „so grüßt die Hausgenossen; und wenn das Haus es verdient, so komme der Frieden darauf, den ihr ihm wünscht“ (Matthäus 10:12, 13). Sowohl der hebräische Gruß als auch die entsprechende Wendung im biblischen Griechisch vermitteln den Gedanken „Laß es dir gutgehen“. Mit dieser Einstellung sprechen wir beim Predigen der guten Botschaft die Menschen an. Wir hoffen, daß sie auf die Königreichsbotschaft günstig reagieren. Für Personen, auf die das zutrifft, besteht die Aussicht, mit Gott versöhnt zu werden, wenn sie ihre Sünden bereuen, umkehren und seinen Willen tun. Frieden mit Gott wiederum führt zu ewigem Leben (Johannes 17:3; Apostelgeschichte 3:19; 13:38, 48; 2. Korinther 5:18-20).

      15. Wie können wir eine friedliche Einstellung bewahren, wenn im Predigtdienst jemand ungünstig reagiert?

      15 Wie können wir unseren Frieden bewahren, falls man ungünstig reagiert? Jesus erklärte: „Wenn das Haus ... [den Frieden] nicht verdient, so kehre euer Frieden auf euch zurück“ (Matthäus 10:13). Und im Bericht des Lukas über das Aussenden von 70 Jüngern sind Jesu Worte zu finden: „Wenn dort ein Freund des Friedens ist, so wird euer Frieden auf ihm ruhen, wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren“ (Lukas 10:6). Es ist angebracht, daß wir die Menschen auf gefällige, friedfertige Weise mit der guten Botschaft ansprechen. Reagiert ein Wohnungsinhaber gleichgültig, erhebt er einen Vorwurf oder äußert er sich unfreundlich, so wird unsere friedliche Botschaft ‘zu uns zurückkehren’. Aber nichts von alldem raubt uns den Frieden, eine Frucht des heiligen Geistes Jehovas (Galater 5:22, 23).

      Ein schönes Ziel für Erntearbeiter

      16, 17. (a) Worin besteht unser Ziel bei Rückbesuchen? (b) Wie können wir Personen behilflich sein, die biblische Fragen haben?

      16 Als Erntearbeiter freuen wir uns, an der Einsammlung von Menschen zu ewigem Leben beteiligt zu sein. Und welch eine Freude ist es doch, wenn jemand, dem wir predigen, günstig reagiert, sich als ein „Freund des Friedens“ erweist und mehr erfahren möchte! Vielleicht stellt er mehrere biblische Fragen, und wir sehen uns außerstande, sie alle bei einem einzigen Besuch zu beantworten. Den ersten Besuch länger auszudehnen ist vielleicht auch nicht passend. Was dann? Wir können uns das zum Ziel setzen, was vor etwa 60 Jahren schon empfohlen wurde.

      17 „Alle Zeugen Jehovas sollten bereit sein, Musterstudien der Bibel durchzuführen.“ Das stand in der dritten einer Reihe von Anleitungsbroschüren (engl.), die von 1937 bis 1941 unter dem Titel Musterstudium veröffentlicht wurden. Weiter hieß es darin: „Alle [Königreichs-]Verkündiger sollten eifrig darauf bedacht sein, den Menschen guten Willens, die Interesse an der Königreichsbotschaft zeigen, auf jede mögliche Weise zu helfen. Bei diesen Personen sollten Nachbesuche gemacht werden, wobei ... verschiedene Fragen beantwortet werden können ..., und dann sollte man sobald wie möglich ... ein Musterstudium beginnen.“ Ja, unser Ziel bei Rückbesuchen besteht darin, ein Heimbibelstudium zu beginnen und es regelmäßig durchzuführen.a Eine freundliche Einstellung zu der betreffenden Person und liebevolles Interesse an ihr werden bewirken, daß wir uns gut vorbereiten und das Studium wirkungsvoll leiten.

      18. Wie können wir Neuen helfen, Jünger Jesu Christi zu werden?

      18 Mit Hilfe des Buches Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt und von Broschüren wie zum Beispiel Was erwartet Gott von uns? können wir wirkungsvolle Heimbibelstudien durchführen und so mithelfen, daß aus Neuinteressierten Jünger werden. Wenn wir uns bemühen, den Großen Lehrer, Jesus Christus, nachzuahmen, werden die Personen, mit denen wir die Bibel studieren, wahrscheinlich auch von unserer friedfertigen, freudigen Art, unserer Aufrichtigkeit und unserer Achtung vor den Maßstäben und Richtlinien Jehovas etwas lernen. Beim Beantworten ihrer Fragen sollten wir sie möglichst auch lehren, wie sie denen antworten können, die ihnen Fragen stellen (2. Timotheus 2:1, 2; 1. Petrus 2:21). Als Arbeiter in einer sinnbildlichen Ernte können wir uns bestimmt über die weltweit durchschnittlich 4 766 631 Heimbibelstudien freuen, die im vergangenen Dienstjahr durchgeführt wurden. Besonders freuen wir uns, wenn wir zu den Erntearbeitern gehören, die Heimbibelstudien durchführen.

      Uns weiterhin in der Ernte freuen

      19. Warum gab es während des Dienstes Jesu und kurz danach gute Gründe zur Freude?

      19 Während des Dienstes Jesu und kurz danach gab es in der Ernte gute Gründe zur Freude. Die gute Botschaft sprach damals viele an. Zu Pfingsten 33 u. Z. herrschte besonders große Freude, denn etwa 3 000 Personen taten das, wozu Petrus sie aufforderte; sie empfingen Jehovas heiligen Geist und wurden in Gottes Nation, das geistige Israel, aufgenommen. Man freute sich überaus, weil die Zahl der Jünger ständig stieg und ‘Jehova fortfuhr, täglich solche zu ihnen hinzuzufügen, die gerettet wurden’ (Apostelgeschichte 2:37-41, 46, 47; Galater 6:16; 1. Petrus 2:9).

      20. Was bereitet uns im Erntewerk überaus große Freude?

      20 Zu dieser Zeit bewahrheitete sich Jesajas Prophezeiung: „Du [Jehova] hast die Nation volkreich gemacht; für sie hast du die Freude groß gemacht. Sie haben sich vor dir gefreut, wie man sich freut in der Erntezeit, wie die, welche frohlocken, wenn sie die Beute verteilen“ (Jesaja 9:3). Diese ‘volkreiche Nation’ der Gesalbten ist heute zwar so gut wie vollzählig, doch wir freuen uns überaus, die Zahl anderer Erntearbeiter von Jahr zu Jahr wachsen zu sehen (Psalm 4:7; Sacharja 8:23; Johannes 10:16).

      21. Was wird im folgenden Artikel besprochen?

      21 Bestimmt haben wir Grund genug, uns im Erntewerk weiterhin zu freuen. Daß wir eine Botschaft der Hoffnung verkündigen, nach würdigen Menschen suchen und eine friedfertige Einstellung haben — all das trägt zu unserer Freude als Erntearbeiter bei. Doch gerade darauf reagieren viele gegnerisch. Das erlebte auch der Apostel Johannes. Er wurde auf die Insel Patmos verbannt, weil er „über Gott gesprochen und von Jesus Zeugnis abgelegt hatte“ (Offenbarung 1:9). Wie können wir also unsere Freude bewahren, wenn wir verfolgt und angefeindet werden? Was wird uns helfen, der Situation gewachsen zu sein, daß sich viele, denen wir heute predigen, immer mehr verhärten? Der folgende Artikel enthält biblische Antworten auf diese Fragen.

      [Fußnote]

      a Studien wurden zunächst dort eingerichtet, wo Gruppen von interessierten Personen zusammenkommen konnten. Doch schon bald richtete man sie auch bei Einzelpersonen und Familien ein. (Siehe Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes, Seite 574, herausgegeben von Jehovas Zeugen.)

  • Im Erntewerk vorandrängen
    Der Wachtturm 2001 | 15. Juli
    • Im Erntewerk vorandrängen

      „Die mit Tränen säen, mit Jubelruf werden sie ernten“ (PSALM 126:5).

      1. Warum sollten wir den Herrn der Ernte bitten, heute mehr Arbeiter auszusenden?

      NACH seiner dritten Predigtreise durch Galiläa erklärte Jesus Christus seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige“ (Matthäus 9:37). Ebenso verhielt es sich in Judäa (Lukas 10:2). Wenn das vor nahezu 2 000 Jahren zutraf, wie ist es dann heute? Nun, im vergangenen Dienstjahr drängten mehr als 6 000 000 Zeugen Jehovas in dem Erntewerk voran, das unter den rund 6 000 000 000 Menschen auf der Erde durchgeführt wird. Viele von ihnen sind ‘zerschunden und werden umhergestoßen wie Schafe, die keinen Hirten haben’. Jesu Aufforderung: „Bittet ... den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende“ gilt heute ebenso wie vor Jahrhunderten (Matthäus 9:36, 38).

      2. Wodurch werden die Menschen auf uns aufmerksam?

      2 Jehova Gott, der Herr der Ernte, hat die Bitte, mehr Arbeiter auszusenden, erhört. Und welche Freude ist es doch für uns, an dem von Gott geleiteten Erntewerk teilzunehmen! Wir sind zwar wenige im Vergleich zu den Nationen, doch durch unseren Anteil an der Verkündigung des Königreiches und am Jüngermachen wird die Welt auf uns aufmerksam. In mehreren Ländern ist in den Medien häufig von uns die Rede. Wenn man in einem Fernsehstück eine Klingel hört, heißt es womöglich, Zeugen Jehovas seien an der Tür. Unsere christliche Erntearbeit ist im 21. Jahrhundert gut bekannt.

      3. (a) Wieso wissen wir, daß man im 1. Jahrhundert vom Königreichspredigtwerk Kenntnis nahm? (b) Wieso können wir sagen, daß Engel uns im Predigtdienst unterstützen?

      3 Auch im 1. Jahrhundert nahm die Welt Kenntnis von dem Königreichspredigtwerk, und man verfolgte die Verkündiger der guten Botschaft. So schrieb der Apostel Paulus: „Mir scheint, daß Gott uns, die Apostel, zuletzt zur Schau gestellt hat als zum Tod bestimmte Menschen, denn wir [die Apostel] sind ein Schauspiel geworden für die Welt und für Engel und Menschen“ (1. Korinther 4:9). Daß wir trotz Verfolgung beharrlich das Königreich verkündigen, erregt ebenfalls die Aufmerksamkeit der Welt und ist auch für die Engel von Bedeutung. In Offenbarung 14:6 heißt es: „Ich [der Apostel Johannes] sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen, und er hatte eine ewige gute Botschaft, um sie als frohe Nachricht denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, sowie jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk.“ In unserem Predigtdienst, unserem Erntewerk, haben wir also die Unterstützung von Engeln (Hebräer 1:13, 14).

      „Gegenstand des Hasses“

      4, 5. (a) Was kündigte Jesus seinen Jüngern warnend an? (b) Warum sind Gottes Diener heute „Gegenstand des Hasses“?

      4 Als Jesus die Apostel als Erntearbeiter aussandte, befolgten sie seine Anweisung, „vorsichtig wie Schlangen und doch unschuldig wie Tauben“ zu sein. Jesus fügte hinzu: „Hütet euch vor den Menschen; denn sie werden euch an örtliche Gerichte ausliefern, und sie werden euch in ihren Synagogen geißeln. Ja, ihr werdet vor Statthalter und Könige geschleppt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zu einem Zeugnis. ... Und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Leute sein; wer aber bis zum Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden“ (Matthäus 10:16-22).

      5 Wir sind heute „Gegenstand des Hasses“, denn „die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“, in der Macht Satans, des Teufels; er ist der Hauptfeind Gottes und seines Volkes (1. Johannes 5:19). Unsere Feinde beobachten zwar unsere geistige Wohlfahrt, wollen sie aber nicht Jehova zuschreiben. Gegnern fällt auf, daß wir bei unserer Tätigkeit im Erntewerk glücklich sind und lächeln. Sie wundern sich über unsere Einheit und erkennen sie vielleicht widerstrebend an, wenn sie in einem anderen Land feststellen, daß Jehovas Zeugen dort das gleiche Werk verrichten wie in ihrem Heimatland. Aber bekanntlich werden auch unsere Feinde zur gegebenen Zeit Jehova, unseren Unterstützer und den Quell unserer Einheit, kennenlernen müssen (Hesekiel 38:10-12, 23).

      6. Welche Zusicherung haben wir, wenn wir uns am Erntewerk beteiligen, doch welche Frage erhebt sich?

      6 Der Herr der Ernte hat seinem Sohn, Jesus Christus, „alle Gewalt im Himmel und auf der Erde“ gegeben (Matthäus 28:18). So gebraucht Jehova Jesus, um das Erntewerk durch Engel und durch die gesalbten Christen, den „treuen und verständigen Sklaven“, auf der Erde zu leiten (Matthäus 24:45-47; Offenbarung 14:6, 7). Aber wie können wir Anfeindungen ertragen und dennoch im Erntewerk freudig vorandrängen?

      7. Welche Einstellung sollten wir bei Gegnerschaft oder unter Verfolgung zu bewahren suchen?

      7 Wenn wir Gegnerschaft oder offene Verfolgung erdulden müssen, sollten wir Gott um Hilfe bitten, damit wir dieselbe Einstellung bewahren können wie Paulus. Er schrieb: „Wenn beschimpft, segnen wir; wenn verfolgt, halten wir stand; wenn verunglimpft, flehen wir“ (1. Korinther 4:12, 13). Diese Einstellung, gepaart mit Takt, trägt im Predigtdienst mitunter dazu bei, daß sich die Haltung unserer Gegner wandelt.

      8. Was wird uns durch Jesu Worte aus Matthäus 10:28 zugesichert?

      8 Nicht einmal eine Todesandrohung dämpft unseren Eifer als Erntearbeiter. Furchtlos verkündigen wir die Königreichsbotschaft so offen, wie es geht. Und wir lassen uns durch Jesu Worte ermuntern: „Werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann“ (Matthäus 10:28). Wir wissen, daß unser himmlischer Vater der Lebengeber ist. Er belohnt alle, die ihre Lauterkeit ihm gegenüber bewahren und im Erntewerk treu vorandrängen.

      Eine lebensrettende Botschaft

      9. Wie reagierten einige auf Hesekiels Worte, und inwiefern geschieht heute etwas Ähnliches?

      9 Als der Prophet Hesekiel den „rebellischen Nationen“ — den Königreichen Israel und Juda — freimütig Jehovas Botschaften kundtat, hörten ihm einige gern zu (Hesekiel 2:3). Jehova sagte zu ihm: „Siehe, du bist für sie wie ein Gesang von sinnlicher Liebe, wie einer mit einer schönen Stimme und der ein Saiteninstrument gut spielt“ (Hesekiel 33:32). Ihnen gefielen zwar Hesekiels Worte, aber sie handelten nicht entsprechend. Wie verhält es sich heute? Einige hören sich gern etwas über die Königreichssegnungen an, wenn der gesalbte Überrest und seine Gefährten mutig Jehovas Botschaften verkündigen, aber sie fühlen sich nicht so angesprochen, daß sie Jünger werden und im Erntewerk mithelfen.

      10, 11. Was unternahm man in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, um die lebensrettende Botschaft bekanntzumachen, und mit welchem Ergebnis?

      10 Andererseits haben viele positiv auf das Erntewerk reagiert und sich an der Verkündigung der Botschaften Gottes beteiligt. Anläßlich einer Reihe christlicher Kongresse von 1922 bis 1928 wurden zum Beispiel gegen Satans böses System der Dinge deutliche Gerichtsbotschaften verkündet. Über Radiosender wurden die auf jenen Kongressen dargelegten Strafankündigungen bekanntgemacht. Und anschließend verbreiteten Gottes Diener von diesen Botschaften Millionen gedruckte Exemplare.

      11 Gegen Ende der 1930er Jahre führte man eine andere Form des Zeugnisgebens ein: Informationsmärsche. Anfangs trugen Jehovas Diener Plakate, auf denen öffentliche Vorträge angekündigt wurden. Später standen auf den Plakaten Slogans wie „Religion ist eine Schlinge und ein Gimpelfang“ und „Dienet Gott und Christus, dem König“. Durch diese Märsche auf den Straßen erregte man die Aufmerksamkeit der Passanten. „Das trug sehr dazu bei, Jehovas Zeugen ins Rampenlicht zu rücken und sie zu ermutigen“, sagte ein Bruder, der auf den belebten Straßen Londons regelmäßig an dieser Tätigkeit teilnahm.

      12. Was außer Gottes Gerichtsbotschaften betonen wir in unserem Predigtdienst, und wer predigt heute gemeinsam die gute Botschaft?

      12 Wenn wir Gottes Gerichtsbotschaften verkündigen, betonen wir auch die positiven Aspekte der Königreichsbotschaft. Durch freimütiges Zeugnisgeben in der Öffentlichkeit machen wir die Würdigen ausfindig (Matthäus 10:11). Die Mehrzahl der letzten Glieder der Gesalbtenklasse folgte in den 1920er und 1930er Jahren dem Ernteaufruf. 1935 wurde dann auf einem Kongreß die wunderbare Botschaft bekanntgemacht, daß einer „großen Volksmenge“ „anderer Schafe“ eine gesegnete Zukunft auf der paradiesischen Erde in Aussicht steht (Offenbarung 7:9; Johannes 10:16). Diese Menschen haben Gottes Gerichtsbotschaften beachtet und sich den Gesalbten im Predigen der lebensrettenden guten Botschaft angeschlossen.

      13, 14. (a) Welchen Trost können wir aus Psalm 126:5, 6 schöpfen? (b) Was wird geschehen, wenn wir weiterhin säen und begießen?

      13 Großen Trost schöpfen Gottes Erntearbeiter, insbesondere die verfolgten, aus Psalm 126:5, 6: „Die mit Tränen säen, mit Jubelruf werden sie ernten. Wer auch wirklich auszieht, selbst unter Weinen, einen Beutel voll Samen tragend, wird ganz bestimmt mit Jubelruf heimkommen, seine Garben tragend.“ Was der Psalmist vom Säen und Ernten sagt, veranschaulicht, wie sehr Jehova an dem Überrest, der aus der Gefangenschaft im alten Babylon zurückkehrte, interessiert war und ihn segnete. Die Juden waren bei ihrer Freilassung überglücklich, doch sie weinten vielleicht, als sie in den Boden des verödeten Landes, der während des 70jährigen Exils unbearbeitet dagelegen hatte, Samen säten. Wer jedoch daranging, zu säen und zu bauen, empfand Befriedigung und genoß die Frucht seiner anstrengenden Arbeit.

      14 Wenn wir uns in einer Prüfung befinden oder wenn wir beziehungsweise unsere Mitgläubigen um der Gerechtigkeit willen leiden, vergießen wir möglicherweise Tränen (1. Petrus 3:14). Wir tun uns im Erntewerk anfangs vielleicht schwer, weil wir scheinbar kein Ergebnis unserer Anstrengungen im Predigtdienst vorweisen können. Säen und begießen wir aber weiter, dann wird Gott es wachsen lassen, wie wir es uns oftmals nicht hätten träumen lassen (1. Korinther 3:6). Das läßt sich gut durch die Ergebnisse veranschaulichen, die wir bei der Verbreitung von Bibeln und biblischen Veröffentlichungen erzielen.

      15. Führe ein Beispiel an, das zeigt, wie nützlich christliche Veröffentlichungen im Erntewerk sind.

      15 Betrachten wir das Beispiel eines Mannes namens Jim. Nach dem Tod seiner Mutter fand er in ihrem Nachlaß ein Exemplar des Buches Das Leben — Wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung? a Er las es mit großem Interesse. Nach einer Unterhaltung mit einem Zeugen, von dem er auf der Straße angesprochen wurde, war Jim mit einem Rückbesuch einverstanden, der zu einem Bibelstudium führte. Jim machte schnell Fortschritte, gab sich Jehova hin und ließ sich taufen. Er sprach mit Familienangehörigen über das, was er kennengelernt hatte. So kam es, daß seine Schwester und sein Bruder Zeugen Jehovas wurden, und Jim hatte später das Vorrecht, als freiwilliger Mitarbeiter ganztags im Londoner Bethel tätig zu sein.

      Verfolgt, doch freudig

      16. (a) Warum hat sich im Erntewerk Erfolg eingestellt? (b) Auf welche Auswirkung der guten Botschaft wies Jesus warnend hin, aber mit welcher Einstellung sprechen wir bei den Menschen vor?

      16 Warum ist das Erntewerk so erfolgreich? Weil die gesalbten Christen und ihre Gefährten Jesu Anweisung beachten: „Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht; und was ihr im Flüsterton hört, das predigt von den Hausdächern“ (Matthäus 10:27). Wir müssen jedoch mit Schwierigkeiten rechnen, denn Jesus erklärte warnend: „Ein Bruder [wird] den Bruder zum Tode überliefern und ein Vater sein Kind, und Kinder werden gegen die Eltern aufstehen und werden sie zu Tode bringen lassen.“ Weiter sagte er: „Denkt nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern ein Schwert“ (Matthäus 10:21, 34). Jesus lag es fern, Familien zu entzweien. Doch die gute Botschaft hatte mitunter solche Auswirkungen. In derselben Lage befinden sich Diener Gottes heute. Wenn wir bei Familien vorsprechen, beabsichtigen wir nicht, Uneinigkeit zu stiften. Wir möchten, daß alle die gute Botschaft annehmen. Daher versuchen wir, mit jedem Familienangehörigen auf freundliche, verständnisvolle Weise Kontakt aufzunehmen, damit unsere Botschaft diejenigen anspricht, „die zum ewigen Leben richtig eingestellt“ sind (Apostelgeschichte 13:48).

      17. Was bewirkt, daß Menschen für Gottes Souveränität eintreten und dadurch von anderen abstechen, und welches Beispiel können wir dafür anführen?

      17 Die Königreichsbotschaft bewirkt, daß Menschen für Gottes Souveränität eintreten und dadurch von anderen abstechen. Denken wir zum Beispiel daran, wie sehr sich unsere Mitgläubigen in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus von anderen unterschieden, weil sie ‘Cäsars Dinge Cäsar zurückzahlten, Gottes Dinge aber Gott’ (Lukas 20:25). Im Gegensatz zu den mit den Kirchen der Christenheit verbundenen geistlichen Würdenträgern und anderen nominellen Christen lehnten es Jehovas Diener standhaft ab, biblische Grundsätze zu opfern (Jesaja 2:4; Matthäus 4:10; Johannes 17:16). Professor Christine King, Autorin des Buches The Nazi State and the New Religions, bemerkte: „Nur gegen die Zeugen war die [NS-]Regierung machtlos, denn obwohl sie Tausende getötet hatte, ging das Werk weiter, und im Mai 1945 war die Bewegung der Zeugen Jehovas im Unterschied zum Nationalsozialismus immer noch da.“

      18. Welche Einstellung läßt Jehovas Volk trotz Verfolgung erkennen?

      18 Wie sich Jehovas Volk unter Verfolgung verhält, ist wirklich einzigartig. Möglicherweise sind offizielle Stellen von unserem Glauben beeindruckt, doch höchst erstaunt sind sie darüber, daß wir nicht gehässig reagieren und keinerlei Groll hegen. Zeugen, die den Holocaust überlebt haben, halten zum Beispiel meist freudig und zufrieden Rückschau auf ihre Erfahrungen. Sie sind sich bewußt, daß sie „die Kraft, die über das Normale hinausgeht“, von Jehova erhielten (2. Korinther 4:7). Die Gesalbten haben die Zusicherung, daß ihre „Namen in den Himmeln eingeschrieben sind“ (Lukas 10:20). Ihr Ausharren bewirkt eine Hoffnung, die nicht zur Enttäuschung führt. Treue Erntearbeiter mit der irdischen Hoffnung haben eine ähnliche Überzeugung (Römer 5:4, 5).

      Im Erntewerk vorandrängen

      19. Welche wirkungsvollen Methoden sind im christlichen Predigtdienst angewandt worden?

      19 Wie lange uns Jehova noch in der Ernte tätig sein läßt, bleibt abzuwarten. Währenddessen sollten wir daran denken, daß Erntearbeiter bei ihrer Tätigkeit bestimmte Methoden anwenden. Und wenn wir uns treu an erprobte und bewährte Predigtmethoden halten, dürfen wir davon überzeugt sein, daß sich unsere Tätigkeit als wirkungsvoll erweist. Paulus schrieb Mitchristen: „Ich bitte euch ... inständig: Werdet meine Nachahmer“ (1. Korinther 4:16). Als Paulus in Milet mit den Ältesten aus Ephesus zusammenkam, erinnerte er sie daran, daß er sich nicht davon zurückgehalten habe, sie „öffentlich und von Haus zu Haus“ zu lehren (Apostelgeschichte 20:20, 21). Timotheus hatte als Gefährte des Apostels Paulus seine Methoden kennengelernt und konnte daher die Korinther damit vertraut machen (1. Korinther 4:17). Gott segnete die Lehrmethoden des Paulus, wie er auch unsere Beharrlichkeit segnen wird, die gute Botschaft von Haus zu Haus, bei Rückbesuchen und Heimbibelstudien sowie überall dort zu predigen, wo Menschen anzutreffen sind (Apostelgeschichte 17:17).

      20. Wie deutete Jesus an, daß eine reiche Ernte bevorstand, und inwiefern trifft das auf die letzten Jahre zu?

      20 Nachdem Jesus 30 u. Z. in der Nähe von Sychar einer Samariterin gepredigt hatte, sprach er von einer Ernte in übertragenem Sinn. Er erklärte seinen Jüngern: „Erhebt eure Augen, und schaut die Felder an, daß sie weiß sind zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, so daß sich der Sämann und der Schnitter zusammen freuen können“ (Johannes 4:34-36). Jesus hatte wahrscheinlich bereits gesehen, wie sich seine Begegnung mit der Samariterin auswirkte, denn viele setzten Glauben in ihn wegen des Zeugnisses dieser Frau (Johannes 4:39). In den letzten Jahren haben mehrere Länder Einschränkungen aufgehoben, die sie den Zeugen auferlegt hatten, oder sie haben Jehovas Zeugen rechtlich anerkannt. Dadurch wurden neue Felder erschlossen, so daß eine reiche Ernte eingebracht wird. Tatsächlich erleben wir auf der ganzen Erde große Segnungen, während wir weiterhin freudig im Erntewerk tätig sind.

      21. Warum haben wir allen Grund, als freudige Erntearbeiter voranzudrängen?

      21 Wenn Feldfrüchte reif zur Ernte sind, drängt die Arbeit. Sie kann nicht aufgeschoben werden. Bei unserer Tätigkeit sind heute Fleiß und Dringlichkeitsbewußtsein unerläßlich, weil wir in der „Zeit des Endes“ leben (Daniel 12:4). Wir geraten zwar in Prüfungen, doch es wird eine größere Ernte von Anbetern Jehovas eingebracht als je zuvor. Es ist eine Zeit der Freude (Jesaja 9:3). Drängen wir daher als freudige Arbeiter im Erntewerk voran!

      [Fußnote]

      a Herausgegeben und verbreitet von Jehovas Zeugen.

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