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  • Hüten wir uns davor, hochmütig zu werden
    Der Wachtturm 2005 | 15. Oktober
    • Wie Gott mit Hochmütigen umgeht

      5, 6. Wodurch bewies Pharao Hochmut, und wozu führte es?

      5 Jehovas Ansicht über Hochmut lässt sich daraus ersehen, wie er mit mächtigen Herrschern wie dem Pharao umging. Pharao war unbestreitbar hochmütig. Da er sich als Gott betrachtete, der anzubeten war, verachtete er seine Sklaven, die Israeliten. Man beachte seine Reaktion auf die Bitte, die Israeliten in die Wildnis gehen zu lassen, wo sie Jehova „ein Fest feiern“ wollten. „Wer ist Jehova, dass ich seiner Stimme gehorchen und Israel wegsenden sollte?“, lautete Pharaos hochmütige Antwort (2. Mose 5:1, 2).

      6 Nachdem sechs Plagen über Pharao gekommen waren, ließ Jehova den ägyptischen Herrscher durch Moses fragen: „Benimmst du dich immer noch hochmütig gegen mein Volk, indem du es nicht wegsendest?“ (2. Mose 9:17). Moses kündete daraufhin die siebte Plage an: Hagel, der das Land verwüstete. Nach der zehnten Plage ließ Pharao die Israeliten zwar ziehen, besann sich aber schnell wieder anders und jagte ihnen nach. Schließlich waren Pharao und sein Heer im Roten Meer gefangen. Stellen wir uns vor, was ihnen wohl durch den Kopf ging, als die Wassermassen über ihnen zusammenschlugen! Wozu hatte Pharaos Hochmut geführt? Seine Elitesoldaten sagten: „Lasst uns vor jeder Berührung mit Israel fliehen, denn sicherlich kämpft Jehova für sie gegen die Ägypter“ (2. Mose 14:25).

      7. Wie zeigten gewisse Herrscher von Babylon Hochmut?

      7 Andere hochmütige Herrscher erfuhren ebenfalls eine Erniedrigung durch die Hand Jehovas. Sanherib, der König von Assyrien, war einer von ihnen (Jesaja 36:1-4, 20; 37:36-38). Assyrien wurde schließlich von den Babyloniern erobert, aber auch zwei hochmütige babylonische Könige wurden erniedrigt. Erinnern wir uns nur an das Festmahl, bei dem König Belsazar mit seinen vornehmen Gästen Wein aus Gefäßen trank, die aus dem Tempel Jehovas stammten, wobei sie die Götter Babylons priesen. Plötzlich erschienen die Finger einer Menschenhand und schrieben eine Botschaft an die Wand. Der Prophet Daniel, der gebeten wurde, die geheimnisvolle Schrift zu deuten, erinnerte Belsazar an Folgendes: „Gott, der Höchste, selbst gab Nebukadnezar, deinem Vater, das Königtum . . . Als aber sein Herz hochmütig wurde . . ., wurde er vom Thron seines Königreiches heruntergeholt, und seine Würde wurde ihm genommen. Und was dich, seinen Sohn Belsazar, betrifft, du hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du all dies wusstest“ (Daniel 5:3, 18, 20, 22). In derselben Nacht eroberte das medo-persische Heer Babylon und Belsazar kam dabei ums Leben (Daniel 5:30, 31).

      8. Wie verfuhr Jehova mit verschiedenen hochmütigen Personen?

      8 Denken wir auch an andere hochmütige Personen, die das Volk Jehovas verachteten: der Philisterriese Goliath, der persische erste Minister Haman und König Herodes Agrippa, der über die Provinz Judäa herrschte. Wegen ihres Hochmuts erlitten alle drei einen erniedrigenden Tod durch Gottes Hand (1. Samuel 17:42-51; Esther 3:5, 6; 7:10; Apostelgeschichte 12:1-3, 21-23). Die Art und Weise, wie Jehova mit diesen hochmütigen Männern verfuhr, unterstreicht folgende Wahrheit: „Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln“ (Sprüche 16:18). Kein Zweifel: „Gott widersteht den Hochmütigen“ (Jakobus 4:6).

      9. Wodurch erwiesen sich die Könige von Tyrus als treulos?

      9 Im Gegensatz zu den hochmütigen Herrschern Ägyptens, Assyriens und Babylons erwies sich der König von Tyrus eine Zeit lang als Unterstützer des Volkes Gottes. Als die Könige David und Salomo regierten, versorgte er sie mit geschickten Handwerkern sowie mit Materialien für die königlichen Bauwerke und für Gottes Tempel (2. Samuel 5:11; 2. Chronika 2:11-16). Leider wandten sich die Tyrier im Lauf der Zeit gegen das Volk Jehovas. Wie kam es dazu? (Psalm 83:3-7; Joel 3:4-6; Amos 1:9, 10).

      „Dein Herz wurde hochmütig“

      10, 11. (a) Wer kann mit den Königen von Tyrus verglichen werden? (b) Was stand hinter der veränderten Einstellung der Tyrier gegenüber Israel?

      10 Jehova inspirierte seinen Propheten Hesekiel, die Königsdynastie von Tyrus bloßzustellen und zu verurteilen. Die Botschaft, die an den „König von Tyrus“ gerichtet war, enthält Formulierungen, die sowohl auf das tyrische Herrschergeschlecht passen als auch auf Satan, den allerersten Verräter, der „in der Wahrheit nicht fest[stand]“ (Hesekiel 28:12; Johannes 8:44). Satan war einmal ein loyales Geistgeschöpf in der Gemeinschaft der himmlischen Söhne Jehovas gewesen. Jehova Gott deutete durch Hesekiel an, was der eigentliche Grund für den Treuebruch sowohl des tyrischen Herrschergeschlechts als auch Satans war:

      11 „In Eden, dem Garten Gottes, befandest du dich. Jeder kostbare Stein war deine Decke . . . Du bist der gesalbte Cherub, der schirmende . . . Du warst untadelig in deinen Wegen von dem Tag deiner Erschaffung an, bis Ungerechtigkeit an dir gefunden wurde. Wegen der Menge deiner Handelsgüter füllten sie dein Inneres mit Gewalttat, und du begannst zu sündigen. Und ich . . . werde dich vernichten, o Cherub, du schirmender . . . Dein Herz wurde hochmütig wegen deiner Schönheit. Du verdarbst deine Weisheit ob deiner strahlenden Pracht“ (Hesekiel 28:13-17). Ja, Hochmut veranlasste die Könige von Tyrus zu ihrem gewaltsamen Vorgehen gegen das Volk Jehovas. Tyrus war ein Handelszentrum und berühmt für seine hervorragenden Produkte, die der Stadt großen Wohlstand eintrugen (Jesaja 23:8, 9). Die Könige von Tyrus waren schließlich zu sehr von sich eingenommen und sie begannen, Gottes Volk zu unterdrücken.

      12. Was führte zu Satans Treulosigkeit, und was versucht er weiterhin?

      12 Ähnlich verhielt es sich mit dem Geistgeschöpf, das zum Satan wurde, obwohl es einmal über die Weisheit verfügte, jede Aufgabe zu erfüllen, die Gott ihm übertrug. Statt dankbar zu sein, war es schließlich „vor Stolz aufgeblasen“ und begann Gottes Regierungsweise zu verachten (1. Timotheus 3:6). Es war so sehr von sich eingenommen, dass es begehrte, von Adam und Eva angebetet zu werden. Dieser schändliche Wunsch wurde befruchtet und brachte Sünde hervor (Jakobus 1:14, 15). Satan verleitete Eva dazu, Frucht von dem einzigen Baum zu essen, den Gott ihnen vorenthalten hatte. Anschließend benutzte Satan die Frau, um Adam dazu zu bringen, von der verbotenen Frucht zu essen (1. Mose 3:1-6). Dadurch sprachen die ersten beiden Menschen Gott das Recht ab, über sie zu herrschen, und sie wurden tatsächlich Anbeter Satans. Sein Hochmut ist grenzenlos. Am liebsten hätte er alle vernunftbegabten Geschöpfe im Himmel und auf der Erde — Jesus Christus eingeschlossen — dazu verleitet, ihn anzubeten und dadurch Jehovas Souveränität abzulehnen (Matthäus 4:8-10; Offenbarung 12:3, 4, 9).

      13. Welche Folgen hat Hochmut?

      13 Daraus wird ersichtlich, dass Hochmut auf Satan zurückgeht; Hochmut ist der Urgrund der Sünde, des Leids und der Verdorbenheit in der heutigen Welt. Als „der Gott dieses Systems der Dinge“ fördert Satan immer noch unangebrachten Stolz und Hochmut (2. Korinther 4:4). Da er weiß, dass ihm wenig Zeit bleibt, führt er Krieg gegen wahre Christen. Sein Ziel besteht darin, sie dadurch von Gott abspenstig zu machen, dass sie eigenliebig, anmaßend und hochmütig werden. Wie in der Bibel vorausgesagt, würden solche selbstsüchtigen Charakterzüge in den „letzten Tagen“ weit verbreitet sein (2. Timotheus 3:1, 2, Fußnote; Offenbarung 12:12, 17).

      14. Nach welcher Regel behandelt Jehova seine vernunftbegabten Geschöpfe?

      14 Jesus Christus zeigte deutlich die schlimmen Folgen auf, die auf Satans Hochmut zurückzuführen sind. Bei mindestens drei Gelegenheiten und in Gegenwart selbstgerechter Feinde formulierte Jesus die Regel, nach der Jehova Menschen behandelt: „Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lukas 14:11; 18:14; Matthäus 23:12).

      Unser Herz vor Hochmut schützen

      15, 16. Was veranlasste Hagar dazu, hochmütig zu werden?

      15 Wahrscheinlich ist uns aufgefallen, dass es sich bei den erwähnten Beispielen für Hochmut um hoch gestellte Persönlichkeiten handelte. Neigen Durchschnittsmenschen demnach weniger dazu, hochmütig zu werden? Dem ist leider nicht so. Betrachten wir ein Geschehen, das sich in Abrahams Hausgemeinschaft zutrug. Der Patriarch hatte keinen Sohn als Erben und seine Frau Sara war über das gebärfähige Alter hinaus. Für einen Mann in Abrahams Situation war es üblich, sich eine zweite Frau zu nehmen, um Kinder zu bekommen. Gott duldete solche Ehen, weil für ihn die Zeit noch nicht gekommen war, unter wahren Anbetern seinen ursprünglichen Maßstab für die Ehe wieder einzuführen (Matthäus 19:3-9).

      16 Auf Drängen seiner Frau stimmte Abraham zu, mit Hagar, Saras ägyptischem Dienstmädchen, einen Anwärter auf das Erbe zu zeugen. Hagar wurde als Zweitfrau Abrahams schwanger. Sie hätte sehr dankbar sein sollen für ihren ehrenvollen Status. Stattdessen ließ sie in ihrem Herzen Hochmut aufkommen. Die Bibel berichtet: „Als sie gewahr wurde, dass sie schwanger war, da wurde ihre Herrin in ihren Augen verächtlich.“ Diese Haltung verursachte solchen Streit in Abrahams Hausgemeinschaft, dass Sara Hagar wegjagte. Aber es gab eine Lösung für das Problem. Gottes Engel gab Hagar den Rat: „Kehre zu deiner Herrin zurück, und demütige dich unter ihre Hand“ (1. Mose 16:4, 9). Offensichtlich befolgte Hagar diesen Rat, änderte ihre Einstellung Sara gegenüber und wurde Vorfahrin eines großen Volkes.

      17, 18. Warum muss sich jeder von uns davor hüten, hochmütig zu werden?

      17 Wie Hagars Fall deutlich macht, kann schon die Verbesserung der Lebenssituation jemand hochmütig werden lassen. Die Lektion daraus ist, dass sogar ein Christ, der Gott stets mit einem guten Herzen gedient hat, hochmütig werden kann, wenn er Reichtum oder Ansehen erlangt. Eine solche Einstellung kann er auch dann entwickeln, wenn andere ihn wegen seines Erfolgs, seiner Weisheit oder seiner Fähigkeiten bewundern. Ja, ein Christ muss darüber wachen, dass in seinem Herzen kein Hochmut aufkommt. Das trifft insbesondere dann zu, wenn er Erfolg hat oder mehr Verantwortung erhält.

  • Hüten wir uns davor, hochmütig zu werden
    Der Wachtturm 2005 | 15. Oktober
    • 19. Wodurch machte Usija all das Gute, was er vorzuweisen hatte, zunichte?

      19 Hochmut, gepaart mit anderen schlechten Charakterzügen, kann ein gutes Verhältnis zu Jehova zerstören. Nehmen wir als Beispiel König Usija. Über den ersten Teil seiner Herrschaft heißt es: „Er tat fortwährend, was recht war in Jehovas Augen . . . Und er strebte ständig danach, Gott zu suchen . . .; und in den Tagen, als er Jehova suchte, gab ihm der wahre Gott Gelingen“ (2. Chronika 26:4, 5). Doch König Usija machte leider all das Gute, was er vorzuweisen hatte, zunichte, denn „sein Herz [wurde] hochmütig, selbst bis zu dem Punkt, Verderben anzurichten“. Er war schließlich so sehr von sich eingenommen, dass er den Tempel betrat, um Räucherwerk darzubringen. Als die Priester ihn von dieser anmaßenden Handlung abhalten wollten, ‘wurde Usija wütend’. Jehova schlug ihn daher mit Aussatz und er starb als jemand, der Gottes Gunst verloren hatte (2. Chronika 26:16-21).

      20. (a) Wodurch stand all das Gute, was König Hiskia vorzuweisen hatte, auf dem Spiel? (b) Was wird im nächsten Artikel behandelt?

      20 Dem können wir das Beispiel von König Hiskia gegenüberstellen. Bei einer Gelegenheit stand der König in der Gefahr, alles zunichte zu machen, was er an Gutem vorzuweisen hatte, „denn sein Herz wurde hochmütig“. Glücklicherweise „demütigte sich Hiskia wegen des Hochmuts seines Herzens“ und gewann wieder Gottes Gunst (2. Chronika 32:25, 26). Beachten wir, dass das Mittel gegen Hiskias Hochmut die Demut war. Ja, Demut ist das Gegenteil von Hochmut. Daher wird im nächsten Artikel behandelt, wie wir christliche Demut entwickeln und bewahren können.

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