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58. Bibelbuch — Hebräer„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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1. In Übereinstimmung mit welchem Auftrag schrieb Paulus den Brief an die Hebräer?
PAULUS ist am besten als der Apostel „für die Nationen“ bekannt. Beschränkte sich aber sein Dienst nur auf die Nichtjuden? Keineswegs! Kurz bevor Paulus getauft und zu seinem Werk beauftragt wurde, sagte der Herr Jesus zu Ananias: „Dieser Mann [Paulus] ist mir ein auserwähltes Gefäß, um meinen Namen sowohl zu den Nationen als auch zu Königen und den Söhnen Israels zu tragen“ (Apg. 9:15; Gal. 2:8, 9). Der Hebräerbrief wurde tatsächlich in Übereinstimmung mit dem Auftrag geschrieben, den Paulus erhalten hatte und der darin bestand, den Namen Jesu zu den Söhnen Israels zu tragen.
2. Wie können Argumente, die dagegen erhoben werden, daß Paulus den Hebräerbrief geschrieben hat, widerlegt werden?
2 Einige Kritiker bezweifeln jedoch, daß Paulus den Hebräerbrief geschrieben hat. Man wendet unter anderem ein, daß der Name des Paulus in dem Brief nicht vorkomme. Doch das sollte kein Hindernis sein, denn in vielen anderen kanonischen Büchern wird der Schreiber auch nicht namentlich erwähnt, ist aber oft aus dem Inhalt zu erkennen. Darüber hinaus nehmen manche an, Paulus habe seinen Namen in dem Brief an die hebräischen Christen in Judäa absichtlich verschwiegen, weil dieser bei den dortigen Juden zu einem Gegenstand des Hasses gemacht worden sei (Apg. 21:28). Auch die Abweichung des Stils von dem der anderen Briefe des Paulus ist kein stichhaltiges Argument dagegen, daß er der Schreiber des Hebräerbriefes war. Ganz gleich, ob sich Paulus an Heiden, Juden oder Christen richtete, bewies er stets, daß er es verstand, ‘Menschen von allen Arten alles zu werden’. In diesem Fall legte er als Jude seine Argumente den Juden dar, Argumente, die sie völlig erkennen und verstehen konnten (1. Kor. 9:22).
3. Wie beweist die Bibel, daß Paulus den Hebräerbrief schrieb und daß er dabei in erster Linie an die Juden dachte?
3 Der Inhalt des Briefes spricht eindeutig dafür, daß Paulus ihn geschrieben hat. Der Schreiber befand sich in Italien und war mit Timotheus zusammen. Das trifft auf Paulus zu (Heb. 13:23, 24). Außerdem ist die Lehre kennzeichnend für Paulus, obwohl die Argumente vom jüdischen Gesichtspunkt aus dargelegt werden, um die aus hebräischen Christen bestehende Versammlung, an die der Brief gerichtet war, anzusprechen. In Clarkes Commentary (Band 6, Seite 681) wird diesbezüglich über den Hebräerbrief gesagt: „Daß der Brief an gebürtige Juden gerichtet war, beweist sein ganzer Aufbau. Wäre er an Nichtjuden geschrieben worden, so hätte nicht einmal jeder zehntausendste das Argument verstehen können, weil sie mit dem jüdischen System nicht vertraut waren, was aber der Schreiber dieses Briefes allgemein voraussetzt.“ Daraus erklärt sich auch der Unterschied des Stils dieses Briefes im Vergleich zu dem der anderen Briefe des Paulus.
4. Welche weiteren Tatsachen beweisen, daß Paulus den Hebräerbrief geschrieben hat?
4 Die Entdeckung des Chester-Beatty-Papyrus II (P46) um das Jahr 1930 lieferte weitere Beweise dafür, daß Paulus der Schreiber war. Sir Frederic Kenyon, der bekannte britische Textkritiker, sagte über diesen Papyruskodex, der nur etwa eineinhalb Jahrhunderte nach dem Tod des Paulus geschrieben wurde: „Es ist bemerkenswert, daß der Hebräerbrief unmittelbar nach dem Römerbrief eingeordnet ist (eine bisher fast beispiellose Anordnung), was zeigt, daß zu der frühen Zeit, als diese Handschrift angefertigt wurde, kein Zweifel an ihrer paulinischen Urheberschaft bestand.“a Über dieselbe Frage wird in der Cyclopedia von McClintock und Strong treffend gesagt: „Es gibt keine wesentlichen Beweise — weder außerbiblische noch biblische — zugunsten eines anderen Verfassers dieses Briefes außer zugunsten des Paulus.“b
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58. Bibelbuch — Hebräer„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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8. Wieso war Paulus vortrefflich ausgerüstet, den Brief an die Hebräer zu schreiben, und welche Argumente führte er an?
8 Niemand konnte besser verstehen, was es bedeutete, dem Druck und der Verfolgung standzuhalten, denen die Judenchristen ausgesetzt waren, als der Apostel Paulus. Niemand war besser ausgerüstet, sie mit schlagkräftigen Argumenten gegen die jüdische Tradition zu versehen, als Paulus, der ehemalige Pharisäer. Aufgrund seiner umfassenden Kenntnis des mosaischen Gesetzes, die er zu den Füßen Gamaliels erlangt hatte, erbrachte er den unanfechtbaren Beweis dafür, daß Christus die Erfüllung des Gesetzes, seiner Satzungen und seiner Opfer ist. Er wies darauf hin, daß diese durch weit herrlichere Wirklichkeiten ersetzt worden sind, die unter einem neuen und besseren Bund unschätzbar größere Segnungen mit sich bringen. In scharfsinniger Weise führte er eine Reihe eindeutiger, überzeugender Beweise an. Das Ende des Gesetzesbundes und die Einsetzung des neuen Bundes, die Überlegenheit des Priestertums Christi gegenüber dem aaronischen Priestertum, der wahre Wert des Opfers Christi im Vergleich zu den Opfern von Stieren und Ziegenböcken, Christi Eingang in den Himmel, die Gegenwart Jehovas, statt in ein irdisches Zelt — all diese auffallend neuen Lehren, die den ungläubigen Juden so sehr verhaßt waren, wurden den hebräischen Christen in diesem Brief mit einer solchen Fülle von Beweisen aus den Hebräischen Schriften dargelegt, daß jeder vernünftige Jude hätte überzeugt werden müssen.
9. In welcher Hinsicht wurde der Hebräerbrief eine wirkungsvolle Waffe, und wieso war er ein Beweis der Liebe des Paulus?
9 Dieser Brief rüstete die hebräischen Christen einerseits mit einer neuen, wirkungsvollen Waffe aus, mit der sie den feindseligen Juden den Mund stopfen konnten, andererseits enthielt er aber auch eine überzeugende Beweisführung, die ihnen half, ehrliche Juden, die Gottes Wahrheit suchten, zu gewinnen und zu bekehren. Der Brief verrät die tiefe Liebe des Paulus zu den hebräischen Christen und seinen brennenden Wunsch, ihnen in ihrer großen Not praktische Hilfe zu leisten.
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