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Studie 5 — Der hebräische Text der Heiligen Schrift„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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12. Was ist die Septuaginta, und weshalb ist sie so bedeutsam?
12 Die Septuaginta (griechisch). Die wichtigste frühe Übersetzung der Hebräischen Schriften und überhaupt die erste schriftliche Übersetzung aus dem Hebräischen ist die Septuaginta (was „Siebzig“ bedeutet). Gemäß der Überlieferung begannen 72 jüdische Gelehrte in Alexandria (Ägypten) um 280 v. u. Z. mit der Übersetzungsarbeit. Später kam irgendwie die Zahl 70 auf, und so nannte man die Übersetzung Septuaginta. Offensichtlich wurde sie irgendwann im 2. Jahrhundert v. u. Z. vollendet. Sie war die Bibel der griechisch sprechenden Juden und wurde bis zur Zeit Jesu und seiner Apostel weitgehend verwendet. Die meisten der 320 direkten Zitate und der insgesamt etwa 890 Zitate und anderen Bezugnahmen auf die Hebräischen Schriften, die in den Christlichen Griechischen Schriften enthalten sind, stützen sich auf die Septuaginta.
13. Welche wertvollen Septuaginta-Fragmente sind bis heute erhalten geblieben, und worin besteht ihr Wert?
13 Heute steht noch eine beträchtliche Anzahl auf Papyrus geschriebener Septuaginta-Fragmente für die Textforschung zur Verfügung. Sie sind deshalb wertvoll, weil sie der frühchristlichen Zeit angehören, und obwohl sie oft nur aus ein paar Versen oder Kapiteln bestehen, helfen sie, den Septuaginta-Text zu klären. Die Papyrussammlung Fouad (Fuad) 266 wurde 1939 in Ägypten entdeckt, und man hat festgestellt, daß sie aus dem 1. Jahrhundert v. u. Z. stammt. Sie enthält Teile aus 1. Mose und aus 5. Mose. In den Fragmenten von 1. Mose kommt der göttliche Name nicht vor, da der Text nur unvollständig erhalten ist. Aber in 5. Mose erscheint er an verschiedenen Stellen mitten im griechischen Text in hebräischer Quadratschrift.d Andere Papyri datieren ungefähr bis ins 4. Jahrhundert u. Z. zurück, als man zum Anfertigen von Handschriften das haltbarere Velin — eine feine Sorte Pergament, im allgemeinen aus Kalbs-, Lamm- oder Ziegenhaut — zu verwenden begann.
14. (a) Was bezeugt Origenes bezüglich der Septuaginta? (b) Wann und wie wurde die Septuaginta gefälscht? (c) Welches Zeugnis müssen die ersten Christen gegeben haben, wenn sie die Septuaginta gebrauchten?
14 Interessanterweise findet sich der göttliche Name in Form des Tetragrammatons oder Tetragramms auch in der Septuaginta der sechsspaltigen, um 245 u. Z. vollendeten Hexapla des Origenes. In seinen Bemerkungen zu Psalm 2:2 schrieb Origenes, die Septuaginta betreffend: „In exakteren Handschriften ist dieser Name mit hebräischen Buchstaben geschrieben, aber nicht mit den modernen, sondern mit den alten.“e Es gibt überzeugende Beweise dafür, daß die Septuaginta zu einem frühen Zeitpunkt insofern gefälscht wurde, als man das Tetragrammaton durch Kýrios (Herr) und Theós (Gott) ersetzte. Da die ersten Christen Handschriften benutzten, die den göttlichen Namen enthielten, folgten sie in Verbindung mit ihrem Dienst sicherlich nicht dem jüdischen Brauch, diesen Namen nicht auszusprechen. Es muß ihnen möglich gewesen sein, direkt aus der Septuaginta für den Namen Jehovas Zeugnis abzulegen.
15. (a) Beschreibe anhand der Tabelle auf Seite 314 die Pergamenthandschriften der Septuaginta. (b) Wie werden diese in der Neuen-Welt-Übersetzung erwähnt?
15 Hunderte von Pergamenthandschriften der Septuaginta sind noch erhalten. Einige davon, die zwischen dem 4. und dem 9. Jahrhundert u. Z. entstanden sind, sind wichtig, weil sie große Teile der Hebräischen Schriften umfassen. Sie sind als Majuskel- oder Unzialhandschriften bekannt, weil ihre Schrift ausschließlich aus nicht miteinander verbundenen Großbuchstaben besteht. Die übrigen werden Minuskelhandschriften genannt, weil sie sich einer kleineren, kursiven Schrift bedienen. Minuskel- oder kursive Handschriften waren vom 9. Jahrhundert bis zu den Anfängen der Buchdruckerkunst beliebt. Die bedeutendsten Majuskelhandschriften aus dem 4. und 5. Jahrhundert — die Vatikanische Handschrift 1209, die Sinaitische Handschrift und die Alexandrinische Handschrift — enthalten jeweils die Septuaginta, wenn auch mit geringfügigen Abweichungen. Die Septuaginta wird in den Fußnoten und Erläuterungen der Neuen-Welt-Übersetzung oft erwähnt.f
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Studie 5 — Der hebräische Text der Heiligen Schrift„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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f Die Neue-Welt-Übersetzung verweist auf diese Abweichungen mit den Symbolen LXXא für die Sinaitische, LXXA für die Alexandrinische und LXXB für die Vatikanische Handschrift. Siehe die Fußnoten zu 1. Könige 14:2 und 1. Chronika 7:34; 12:19.
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