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Studie 5 — Der hebräische Text der Heiligen Schrift„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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ZEIT DES ABSCHREIBENS DER HANDSCHRIFTEN
3. Welcher Bedarf entstand an zusätzlichen Exemplaren der inspirierten Schriften, und wie wurde er gedeckt?
3 Von Esras Zeit an bestand ein vermehrter Bedarf an Abschriften der Hebräischen Schriften. Im Jahre 537 v. u. Z. und danach kehrten nicht alle Juden nach Jerusalem und Palästina zurück. Tausende blieben in Babylon; andere wanderten aus geschäftlichen und anderen Gründen aus, so daß sie in den meisten großen Handelszentren der alten Welt zu finden waren. Jedes Jahr pilgerten viele Juden nach Jerusalem, um dort den verschiedenen Tempelfesten beizuwohnen und sich an der Anbetung zu beteiligen, die in biblischem Hebräisch durchgeführt wurde. Zur Zeit Esras benutzten die Juden in zahlreichen fernen Ländern örtliche, als Synagogen bekannte Versammlungsstätten, in denen die Hebräischen Schriften vorgelesen und besprochen wurden.a Wegen der vielen zerstreut liegenden Anbetungsstätten mußten Abschreiber weitere Handschriften anfertigen.
4. (a) Was war die Genisa, und wozu diente sie? (b) Welche wertvolle Entdeckung machte man in einer Genisa im 19. Jahrhundert?
4 Die Synagogen hatten gewöhnlich einen als Genisa bekannten Lagerraum. Im Laufe der Zeit legten die Juden zerrissene oder abgenutzte alte Handschriften in der Genisa ab und ersetzten sie durch neue für den laufenden Gebrauch in der Synagoge. Von Zeit zu Zeit vergrub man den Inhalt der Genisa feierlich in der Erde, damit der Text — der den heiligen Namen Jehovas enthielt — nicht entweiht würde. So verschwanden im Laufe der Jahrhunderte Tausende von alten, nicht mehr benutzten hebräischen Bibelhandschriften. Die reichhaltige Genisa der Synagoge im alten Kairo entging jedoch diesem Verfahren, wahrscheinlich weil sie zugemauert wurde und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit geriet. Als man die Synagoge 1890 u. Z. ausbesserte, wurde der Inhalt der Genisa nochmals untersucht, und ihre Schätze wurden dann nach und nach verkauft oder verschenkt. Aus dieser Quelle haben ziemlich vollständige Handschriften und Tausende von Fragmenten (einige sollen aus dem 6. Jahrhundert u. Z. stammen) ihren Weg in die Bibliothek der Universität Cambridge und in andere Bibliotheken Europas und Amerikas gefunden.
5. (a) Welche alten hebräischen Handschriften hat man jetzt katalogisiert, und wie alt sind sie? (b) Was offenbart ein Studium dieser Handschriften?
5 Heute hat man in verschiedenen Bibliotheken der Welt etwa 6 000 vollständige oder nur Teile umfassende Handschriften der Hebräischen Schriften gezählt und katalogisiert. Bis vor kurzem gab es (außer einigen Fragmenten) keine solchen Handschriften aus der Zeit vor dem 10. Jahrhundert u. Z. Dann entdeckte man 1947 in der Umgebung des Toten Meeres eine Schriftrolle des Buches Jesaja, und in den nachfolgenden Jahren kamen weitere sehr kostbare Schriftrollen der Hebräischen Schriften ans Licht, als Höhlen in der Nähe des Toten Meeres umfangreiche Handschriftenschätze preisgaben, die fast 1 900 Jahre lang verborgen gewesen waren. Sachverständige haben jetzt einige der Abschriften in die letzten paar Jahrhunderte v. u. Z. datiert. Das vergleichende Studium der ungefähr 6 000 Handschriften der Hebräischen Schriften liefert eine solide Grundlage für die Festlegung des hebräischen Textes und offenbart, wie genau er überliefert wurde.
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Studie 5 — Der hebräische Text der Heiligen Schrift„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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Nur wenige der vorhandenen Abschriften reichen weiter zurück als ins 13. Jahrhundert u. Z.
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13. Welche wertvollen Septuaginta-Fragmente sind bis heute erhalten geblieben, und worin besteht ihr Wert?
13 Heute steht noch eine beträchtliche Anzahl auf Papyrus geschriebener Septuaginta-Fragmente für die Textforschung zur Verfügung. Sie sind deshalb wertvoll, weil sie der frühchristlichen Zeit angehören, und obwohl sie oft nur aus ein paar Versen oder Kapiteln bestehen, helfen sie, den Septuaginta-Text zu klären. Die Papyrussammlung Fouad (Fuad) 266 wurde 1939 in Ägypten entdeckt, und man hat festgestellt, daß sie aus dem 1. Jahrhundert v. u. Z. stammt. Sie enthält Teile aus 1. Mose und aus 5. Mose. In den Fragmenten von 1. Mose kommt der göttliche Name nicht vor, da der Text nur unvollständig erhalten ist. Aber in 5. Mose erscheint er an verschiedenen Stellen mitten im griechischen Text in hebräischer Quadratschrift.d Andere Papyri datieren ungefähr bis ins 4. Jahrhundert u. Z. zurück, als man zum Anfertigen von Handschriften das haltbarere Velin — eine feine Sorte Pergament, im allgemeinen aus Kalbs-, Lamm- oder Ziegenhaut — zu verwenden begann.
14. (a) Was bezeugt Origenes bezüglich der Septuaginta? (b) Wann und wie wurde die Septuaginta gefälscht? (c) Welches Zeugnis müssen die ersten Christen gegeben haben, wenn sie die Septuaginta gebrauchten?
14 Interessanterweise findet sich der göttliche Name in Form des Tetragrammatons oder Tetragramms auch in der Septuaginta der sechsspaltigen, um 245 u. Z. vollendeten Hexapla des Origenes. In seinen Bemerkungen zu Psalm 2:2 schrieb Origenes, die Septuaginta betreffend: „In exakteren Handschriften ist dieser Name mit hebräischen Buchstaben geschrieben, aber nicht mit den modernen, sondern mit den alten.“e Es gibt überzeugende Beweise dafür, daß die Septuaginta zu einem frühen Zeitpunkt insofern gefälscht wurde, als man das Tetragrammaton durch Kýrios (Herr) und Theós (Gott) ersetzte. Da die ersten Christen Handschriften benutzten, die den göttlichen Namen enthielten, folgten sie in Verbindung mit ihrem Dienst sicherlich nicht dem jüdischen Brauch, diesen Namen nicht auszusprechen. Es muß ihnen möglich gewesen sein, direkt aus der Septuaginta für den Namen Jehovas Zeugnis abzulegen.
15. (a) Beschreibe anhand der Tabelle auf Seite 314 die Pergamenthandschriften der Septuaginta. (b) Wie werden diese in der Neuen-Welt-Übersetzung erwähnt?
15 Hunderte von Pergamenthandschriften der Septuaginta sind noch erhalten. Einige davon, die zwischen dem 4. und dem 9. Jahrhundert u. Z. entstanden sind, sind wichtig, weil sie große Teile der Hebräischen Schriften umfassen. Sie sind als Majuskel- oder Unzialhandschriften bekannt, weil ihre Schrift ausschließlich aus nicht miteinander verbundenen Großbuchstaben besteht. Die übrigen werden Minuskelhandschriften genannt, weil sie sich einer kleineren, kursiven Schrift bedienen. Minuskel- oder kursive Handschriften waren vom 9. Jahrhundert bis zu den Anfängen der Buchdruckerkunst beliebt. Die bedeutendsten Majuskelhandschriften aus dem 4. und 5. Jahrhundert — die Vatikanische Handschrift 1209, die Sinaitische Handschrift und die Alexandrinische Handschrift — enthalten jeweils die Septuaginta, wenn auch mit geringfügigen Abweichungen. Die Septuaginta wird in den Fußnoten und Erläuterungen der Neuen-Welt-Übersetzung oft erwähnt.f
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