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  • Studie 5 — Der hebräische Text der Heiligen Schrift
    „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
    • 13. Welche wertvollen Septuaginta-Fragmente sind bis heute erhalten geblieben, und worin besteht ihr Wert?

      13 Heute steht noch eine beträchtliche Anzahl auf Papyrus geschriebener Septuaginta-Fragmente für die Textforschung zur Verfügung. Sie sind deshalb wertvoll, weil sie der frühchristlichen Zeit angehören, und obwohl sie oft nur aus ein paar Versen oder Kapiteln bestehen, helfen sie, den Septuaginta-Text zu klären. Die Papyrussammlung Fouad (Fuad) 266 wurde 1939 in Ägypten entdeckt, und man hat festgestellt, daß sie aus dem 1. Jahrhundert v. u. Z. stammt. Sie enthält Teile aus 1. Mose und aus 5. Mose. In den Fragmenten von 1. Mose kommt der göttliche Name nicht vor, da der Text nur unvollständig erhalten ist. Aber in 5. Mose erscheint er an verschiedenen Stellen mitten im griechischen Text in hebräischer Quadratschrift.d Andere Papyri datieren ungefähr bis ins 4. Jahrhundert u. Z. zurück, als man zum Anfertigen von Handschriften das haltbarere Velin — eine feine Sorte Pergament, im allgemeinen aus Kalbs-, Lamm- oder Ziegenhaut — zu verwenden begann.

      14. (a) Was bezeugt Origenes bezüglich der Septuaginta? (b) Wann und wie wurde die Septuaginta gefälscht? (c) Welches Zeugnis müssen die ersten Christen gegeben haben, wenn sie die Septuaginta gebrauchten?

      14 Interessanterweise findet sich der göttliche Name in Form des Tetragrammatons oder Tetragramms auch in der Septuaginta der sechsspaltigen, um 245 u. Z. vollendeten Hexapla des Origenes. In seinen Bemerkungen zu Psalm 2:2 schrieb Origenes, die Septuaginta betreffend: „In exakteren Handschriften ist dieser Name mit hebräischen Buchstaben geschrieben, aber nicht mit den modernen, sondern mit den alten.“e Es gibt überzeugende Beweise dafür, daß die Septuaginta zu einem frühen Zeitpunkt insofern gefälscht wurde, als man das Tetragrammaton durch Kýrios (Herr) und Theós (Gott) ersetzte. Da die ersten Christen Handschriften benutzten, die den göttlichen Namen enthielten, folgten sie in Verbindung mit ihrem Dienst sicherlich nicht dem jüdischen Brauch, diesen Namen nicht auszusprechen. Es muß ihnen möglich gewesen sein, direkt aus der Septuaginta für den Namen Jehovas Zeugnis abzulegen.

      15. (a) Beschreibe anhand der Tabelle auf Seite 314 die Pergamenthandschriften der Septuaginta. (b) Wie werden diese in der Neuen-Welt-Übersetzung erwähnt?

      15 Hunderte von Pergamenthandschriften der Septuaginta sind noch erhalten. Einige davon, die zwischen dem 4. und dem 9. Jahrhundert u. Z. entstanden sind, sind wichtig, weil sie große Teile der Hebräischen Schriften umfassen. Sie sind als Majuskel- oder Unzialhandschriften bekannt, weil ihre Schrift ausschließlich aus nicht miteinander verbundenen Großbuchstaben besteht. Die übrigen werden Minuskelhandschriften genannt, weil sie sich einer kleineren, kursiven Schrift bedienen. Minuskel- oder kursive Handschriften waren vom 9. Jahrhundert bis zu den Anfängen der Buchdruckerkunst beliebt. Die bedeutendsten Majuskelhandschriften aus dem 4. und 5. Jahrhundert — die Vatikanische Handschrift 1209, die Sinaitische Handschrift und die Alexandrinische Handschrift — enthalten jeweils die Septuaginta, wenn auch mit geringfügigen Abweichungen. Die Septuaginta wird in den Fußnoten und Erläuterungen der Neuen-Welt-Übersetzung oft erwähnt.f

  • Studie 5 — Der hebräische Text der Heiligen Schrift
    „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
    • DIE HEBRÄISCHSPRACHIGEN TEXTE

      17. Wer waren die Schreiber, Schriftgelehrten oder Sopherim, und weshalb verurteilte Jesus sie?

      17 Die Sopherim. Die Männer, die von den Tagen Esras an bis zur Zeit Jesu die Hebräischen Schriften abschrieben, wurden Schreiber, Schriftgelehrte oder Sopherim genannt. Im Laufe der Zeit begannen sie, sich Freiheiten herauszunehmen und gewisse Dinge im Text zu ändern. Jesus selbst verurteilte diese Scheinhüter des Gesetzes ganz offen, weil sie sich Vollmachten anmaßten, die ihnen nicht zustanden (Mat. 23:2, 13).

      18. (a) Wer waren die Massoreten, und welche wertvollen Bemerkungen zum hebräischen Text stammen von ihnen? (b) Nenne einige in der Neuen-Welt-Übersetzung angegebene Beispiele ihrer Berichtigungen.

      18 Die Massora enthüllt Änderungen. In den Jahrhunderten nach Christus wurden die Nachfolger der Schriftgelehrten oder der Sopherim als Massoreten bekannt. Sie schenkten den Änderungen, die die Sopherim früher vorgenommen hatten, Aufmerksamkeit und vermerkten sie auf dem Rand oder am Ende des hebräischen Textes. Diese Randbemerkungen nannte man dann die Massora. Die Massora führte die 15 außerordentlichen Punkte der Sopherim auf, nämlich 15 Wörter oder Ausdrücke im hebräischen Text, die durch Punkte oder Striche gekennzeichnet worden waren. Einige dieser außerordentlichen Punkte haben keinen Einfluß auf die deutsche Übersetzung oder auf die Auslegung, doch bei anderen ist das der Fall, und diese sind von Bedeutung.h Die Sopherim ließen sich von ihrer abergläubischen Furcht, den Namen Jehova auszusprechen, dazu verleiten, ihn an 134 Stellen auf ʼAdhonáj (Herr) und an einigen Stellen auf ʼElohím (Gott) abzuändern. In der Massora sind diese Änderungen verzeichnet.i Aufgrund einer Anmerkung in der Massora wird den Sopherim oder frühen Schreibern und Schriftgelehrten außerdem vorgeworfen, wenigstens 18 Verbesserungen (Emendationen) vorgenommen zu haben, obwohl es offenbar noch mehr waren.j Diese Emendationen erfolgten höchstwahrscheinlich in guter Absicht, da der ursprüngliche Wortlaut Mißachtung vor Gott oder Respektlosigkeit seinen irdischen Vertretern gegenüber zu verraten schien.

      19. Was ist der hebräische Konsonantentext, und wann erhielt er seine feste Gestalt?

      19 Der Konsonantentext. Das hebräische Alphabet setzt sich aus 22 Konsonanten (Mitlauten) zusammen; Vokale (Selbstlaute) fehlen. Ursprünglich mußte der Leser die Vokale gemäß seiner Kenntnis der Sprache ergänzen. Die hebräische Schrift bestand gewissermaßen aus Abkürzungen. Auch im heutigen Deutsch sind viele Abkürzungen üblich, die nur Konsonanten enthalten. Ein Beispiel dafür ist lfd., die Abkürzung für laufend. In ähnlicher Weise bestanden die Wörter im Hebräischen sozusagen nur aus Konsonanten. Mit „Konsonantentext“ ist daher der hebräische Text ohne irgendwelche Vokalzeichen gemeint. Der Konsonantentext der hebräischen Handschriften erhielt seine feste Gestalt um das ausgehende 1. und beginnende 2. Jahrhundert u. Z., wenn auch Handschriften mit abweichenden Texten noch einige Zeit Verwendung fanden. Der Text wurde nicht mehr geändert wie in der vorangegangenen Zeit der Sopherim.

      20. Was taten die Massoreten mit dem hebräischen Text?

      20 Der massoretische Text. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends u. Z. stellten die Massoreten (hebräisch: baʽalḗ hammaßßōráh, was „[die] Herren der Überlieferung“ bedeutet) ein System von Vokalzeichen (Vokalpunkten) und Betonungszeichen auf. Diese dienten als schriftliche Hilfe beim Lesen und Aussprechen von Vokallauten, während davor die Aussprache durch mündliche Überlieferung weitergegeben worden war. Die Massoreten nahmen in den Texten, die sie übermittelten, grundsätzlich keine Änderungen vor, sondern fügten in der Massora Randbemerkungen bei, wie sie es für richtig hielten. Sie achteten peinlich genau darauf, sich hinsichtlich des Textes keine Freiheiten herauszunehmen. Außerdem machten sie in ihrer Massora auf Besonderheiten des Textes aufmerksam und gaben verbesserte Lesarten an, wenn es ihnen notwendig erschien.

      21. Was ist der massoretische Text?

      21 Drei Massoretenschulen, die babylonische, die palästinische und die tiberische, beschäftigten sich damit, den Konsonantentext zu vokalisieren und mit Betonungszeichen zu versehen. Der hebräische Text in den heutigen gedruckten Ausgaben der hebräischen Bibel ist als der massoretische Text bekannt. Er folgt dem von der tiberischen Schule erdachten System. Dieses System wurde von den Massoreten von Tiberias, einer Stadt am Westufer des Galiläischen Meeres, entwickelt. Zahlreiche Fußnoten der Neuen-Welt-Übersetzung verweisen auf den massoretischen Text (Symbol M) und auf dessen Randlesart, die Massora (Symbol MRand).k

      22. Welche Handschrift der babylonischen Textrichtung ist zugänglich geworden, und was zeigt ein Vergleich mit dem tiberischen Text?

      22 Die palästinische Schule setzte die Vokalzeichen über die Konsonanten. Nur wenige solche Handschriften sind uns überliefert, und sie zeigen, daß dieses Vokalisationssystem unvollkommen war. Das babylonische Punktationssystem war ebenfalls supralinear. Eine Handschrift mit babylonischer Punktation ist der Petersburger Prophetenkodex aus dem Jahr 916 u. Z., der in der Öffentlichen Bibliothek von St. Petersburg (Russische Föderation) aufbewahrt wird. Er enthält die Bücher Jesaja, Jeremia, Hesekiel und die Kleinen Propheten mit Randbemerkungen oder Randlesarten (Massora). Gelehrte haben diese Handschrift mit großem Interesse untersucht und sie mit dem tiberischen Text verglichen. Sie verwendet zwar das supralineare Vokalisationssystem, aber in Wirklichkeit folgen ihr Konsonantentext, dessen Vokale und die Massora dem tiberischen Text. Im Britischen Museum befindet sich eine Handschrift mit dem babylonischen Text des Pentateuchs, die, wie man festgestellt hat, im wesentlichen mit dem tiberischen Text übereinstimmt.

      23. Welche Reihe von Funden hebräischer Handschriften machte man in der Nähe des Toten Meeres?

      23 Die Schriftrollen vom Toten Meer. 1947 begann in der Geschichte der hebräischen Handschriften ein spannendes neues Kapitel. In einer Höhle im Wadi Qumran (Nachal Qumeran) am Toten Meer wurde zusammen mit weiteren biblischen und nichtbiblischen Schriftrollen die erste Jesaja-Rolle entdeckt. Kurz danach wurde eine vollständige fotografische Reproduktion dieser guterhaltenen Jesaja-Rolle (1QIsa) herausgegeben, damit Gelehrte sie studieren konnten. Die Rolle soll gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. u. Z. entstanden sein. Das war wirklich ein einzigartiger Fund — eine hebräische Handschrift, etwa tausend Jahre älter als die älteste verfügbare Handschrift mit dem anerkannten massoretischen Text des Buches Jesaja!l Aus anderen Höhlen in Qumran (Kumran) förderte man Fragmente von über 170 Schriftrollen zutage mit Teilen aus allen Büchern der Hebräischen Schriften, außer Esther. Die Erforschung der Rollen ist noch im Gange.

      24. Was ergibt ein Vergleich dieser Handschriften mit dem massoretischen Text, und wie wird in der Neuen-Welt-Übersetzung darauf Bezug genommen?

      24 Wie ein Gelehrter berichtet, hat er bei der Untersuchung des langen Psalms 119 in einer wichtigen Psalmenrolle vom Toten Meer (11QPsa) eine fast wortwörtliche Übereinstimmung mit dem massoretischen Text von Psalm 119 festgestellt. Über die Psalmenrolle bemerkte Professor J. A. Sanders: „Die meisten [Abweichungen] sind orthographischer Art und nur für Gelehrte wichtig, die sich für Hinweise auf die hebräische Aussprache in alter Zeit und dergleichen interessieren.“a Auch andere dieser bemerkenswerten alten Handschriften lassen in den meisten Fällen keine wesentlichen Abweichungen erkennen. Die Jesaja-Rolle selbst weicht in bezug auf Lehrpunkte nicht ab, wenngleich sie einige Unterschiede in der Rechtschreibung und in der grammatischen Konstruktion aufweist. Diese veröffentlichte Jesaja-Rolle wurde beim Erarbeiten der Neuen-Welt-Übersetzung im Hinblick auf ihre Abweichungen untersucht, und es wird darauf Bezug genommen.b

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