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  • Hinduismus — Die Suche nach Befreiung
    Die Suche der Menschheit nach Gott
    • 16. (a) Wie betrachten die meisten Hindus das Kastenwesen? (b) Was sagte Gandhi über das Kastenwesen? (Siehe Kasten, Seite 113.)

      16 Ein allgemein bekannter Aspekt des Hinduismus ist das Kastenwesen (Warna), das die Menschen streng in verschiedene Klassen aufteilt. (Siehe Kasten, Seite 113.) Es ist zu beobachten, daß die hinduistische Gesellschaft immer noch die Aufteilung durch dieses System aufweist. Die Buddhisten und die Dschaina lehnen es allerdings ab. Doch geradeso, wie in den Vereinigten Staaten und anderswo die Rassendiskriminierung weiterbesteht, so ist auch das Kastenwesen in der indischen Psyche fest verwurzelt. Es ist ein Klassenbewußtsein, das auch heute noch in abgeschwächter Form in der britischen Gesellschaft sowie in der Gesellschaft anderer Länder vorhanden ist (Jakobus 2:1-9). In Indien wird man in ein strenges Kastenwesen hineingeboren, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt. Aber der Hindu im allgemeinen sucht auch gar nicht, daraus zu entrinnen. Er sieht darin sein vorherbestimmtes, unausweichliches Schicksal, das Ergebnis seines Tuns im vorigen Leben oder Karma. Wie ist das Kastenwesen entstanden? Die hinduistische Mythologie gibt uns die Antwort.

      17, 18. Wie entstanden gemäß der hinduistischen Mythologie die Kasten?

      17 Gemäß dieser Mythologie hat es ursprünglich vier große Kasten gegeben, die aus den Körperteilen des Puruscha, des Urvaters der Menschheit, entstanden sind. In einer Hymne des Rigweda heißt es:

      „In wie viel Teile ward er umgewandelt, Als sie zerstückelten den Puruscha?

      Was ward sein Mund, was wurden seine Arme, Was seine Schenkel, seine Füße da?

      Zum Brahmanen [oberste Kaste] ist da sein Mund geworden, Die Arme zum Râjanya [oder Kschatrija] (Krieger) sind gemacht,

      Der Vaishya [Waischja] (Handwerker) aus den Schenkeln, aus den Füßen Der Shûdra [Schudra] (Diener) damals ward hervorgebracht“ (L. Renou, Die großen Religionen der Welt, S. 73).

      18 Die Brahmanen, die Priesterkaste, sollen also aus dem Mund Puruschas, dem obersten seiner Körperteile, entstanden sein. Die Krieger oder Regenten (Kschatrija oder Radschanja) entstammten seinen Armen. Die Handwerker- und Händlerkaste, die Waischjas, wurden aus seinen Schenkeln. Eine niedrigere Kaste, die Schudras oder Diener, wurden aus den untersten Körperteilen, den Füßen, hervorgebracht.

      19. Welche weiteren Kasten entstanden noch?

      19 Im Laufe der Jahrhunderte entstanden noch niedrigere Kasten, z. B. die Parias oder Unberührbaren oder, wie Mahatma Gandhi sie liebevoll nannte, die Harijans (Personen des Gottes Wischnu). Obschon die Diskriminierung der Unberührbaren in Indien seit dem Jahre 1948 verboten ist, haben sie doch noch immer ein schweres Los.

      20. Welche weiteren Aspekte des Kastenwesens gibt es?

      20 Im Laufe der Zeit mehrten sich die Kasten, so daß fast jeder Beruf in der indischen Gesellschaft eine Kaste bildete. Das alte Kastenwesen, das jeden an seinem gesellschaftlichen Platz festhält, ist in Wirklichkeit auch rassisch gegliedert und „umfaßt bestimmte Rassentypen, angefangen von den [hellhäutigen] Ariern bis hin zu den [dunkelhäutigen] vorwedischen Völkern“. Warna (Kaste) bedeutet „Farbe“. „Die ersten drei Kasten waren Arier, die hellhäutigsten Menschen; die vierte Kaste, die die dunkelhäutige Urbevölkerung umfaßte, waren Nichtarier“ (Donald A. Mackenzie, Myths and Legends Series—India). Das Kastenwesen, verstärkt durch die religiöse Karma-Lehre, hat bewirkt, daß in Indien Millionen Menschen ihr Leben lang arm und benachteiligt waren.

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    • Brahman — das absolute Sein (Siehe Seite 116)

      Brahmanen — Angehörige der obersten Kaste des Hinduismus, ursprünglich ausschließlich Priester

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    • Harijan — Bezeichnung für die Unberührbaren; bedeutet „Personen Gottes“, von Mahatma Gandhi geprägte mitleidsvolle Bezeichnung

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    • Kschatrija — Kaste der Herrschenden, des Adels und der Krieger; die zweithöchste Kaste

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    • Schudra — Diener, Angehöriger der untersten der vier Hauptkasten

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    • Waischja — Klasse der Händler und Bauern; dritte Gruppe im Kastensystem

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    • 1. Karmajoga — „Der Weg der Taten oder Karmajoga, die Disziplin der Taten. Grundlegend bedeutet Karmamarga, daß ein Mensch gemäß seiner Stellung im Leben sein Dharma erfüllt. Die Erfüllung gewisser Pflichten wird von allen Menschen gefordert, so zum Beispiel die Ahimsa und das Meiden von Alkohol und Fleisch; aber das besondere Dharma jedes einzelnen hängt von dessen Kaste und Stufe im Leben ab“ (Great Asian Religions).

      Dieses Karma wird streng innerhalb der Grenzen der Kaste ausgeführt. Die Reinheit der Kaste wird dadurch bewahrt, daß man keinen von einer anderen Kaste heiratet und auch mit niemandem von einer anderen Kaste ißt. Die Zugehörigkeit zur Kaste wird durch das Karma des vorhergehenden Lebens bestimmt. Deshalb wird die Zugehörigkeit zur Kaste nicht als eine Ungerechtigkeit empfunden, sondern als ein Erbe einer früheren Inkarnation. Gemäß der hinduistischen Philosophie sind Mann und Frau nicht gleichberechtigt. Die Hindus werden durch Kaste, Geschlecht und Hautfarbe getrennt. Je heller die Haut, desto höher die Kaste.

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