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    • Der Hinduismus und der Ganges

      33. Warum ist der Ganges den Hindus heilig?

      33 Wenn man vom hinduistischen Pantheon spricht, muß man auch den heiligen Ganges erwähnen. Ein großer Teil der hinduistischen Mythologie bezieht sich auf den Ganges oder die Ganga Ma (Mutter Ganga), wie die frommen Hindus den Fluß nennen. (Siehe die Karte auf Seite 123.) Sie sprechen Gebete, in denen 108 verschiedene Namen für den Fluß vorkommen. Warum wird der Ganges von aufrichtigen Hindus so verehrt? Weil er eng mit ihrem Überleben und ihrer alten Mythologie verbunden ist. Sie glauben, er sei als die Milchstraße im Himmel gewesen. Wie kam es, daß daraus ein Fluß wurde?

      34. Wie ist der Ganges gemäß der hinduistischen Mythologie entstanden?

      34 Mit geringen Abweichungen würden die meisten Hindus es wie folgt erklären: Maharadscha Sagara hatte 60 000 Söhne, die durch das Feuer des Kapila, einer Manifestation Wischnus, getötet wurden. Ihre Seelen waren zur Hölle verdammt, es sei denn, die Göttin Ganga käme vom Himmel herab, um sie zu reinigen und von dem Fluch zu befreien. Bhagīratha, ein Urenkel Sagaras, bat Brahma, der heiligen Ganga zu gestatten, auf die Erde herabzukommen. In einer Erzählung heißt es weiter: „Ganga antwortete: ‚Ich bin ein solch mächtiger Strom, daß ich die Grundfesten der Erde zerschmettern würde.‘ Daher ging ... [Bhagīratha], nachdem er tausend Jahre Buße getan hatte, zu dem Gott Schiwa, dem größten aller Asketen, und überredete ihn, sich hoch über der Erde inmitten der Felsen und des Eises des Himalajas hinzustellen. Schiwa hatte verfilztes Haar auf dem Kopf, und er gestattete Ganga, vom Himmel auf seine Locken herabzudonnern, die den für die Erde bedrohlichen Aufprall auffingen. Ganga rieselte darauf sanft auf die Erde, floß die Berge hinunter und durch die Ebenen und versorgte so die trockene Erde mit Wasser und demzufolge auch mit Leben“ (Sir Edmund Hillary, From the Ocean to the Sky).

      35. Wie erklären die Waischnawas die Entstehung des Stromes?

      35 Die Anhänger Wischnus, die Waischnawas, erklären die Entstehung des Ganges etwas anders. Ein alter Text, das Wischnupurana, gibt folgende Erklärung:

      „Der Ganges, der alle Sünden beseitigt, strömt aus dieser Region [dem heiligen Sitz des Wischnu] hervor ... Er fließt aus dem Nagel der großen Zehe des linken Fußes Wischnus hervor.“

      Wischnuanhänger sagen auf Sanskrit: „Visnu-padabja-​sambhuta“, was bedeutet: „Geboren aus dem lotosähnlichen Fuß Wischnus.“

      36. Was glauben die Hindus bezüglich der Macht, die das Gangeswasser hat?

      36 Die Hindus glauben, daß der Ganges die Gläubigen zu befreien, zu reinigen und zu heilen vermag. Im Wischnupurana heißt es:

      „Die Heiligen, die durch Baden im Wasser dieses Stromes gereinigt worden sind und deren Sinn Kesawa [Wischnu] ergeben ist, erlangen die schließliche Befreiung. Wenn man von dem heiligen Strom hört, ihn ersehnt, ihn sieht, ihn berührt, darin badet oder ihn besingt, reinigt er Tag für Tag alle Wesen. Und selbst solche, die entfernt davon wohnen ... und die ‚Ganga und Ganga‘ ausrufen, werden von den Sünden befreit, die sie in den drei vorhergehenden Leben begangen haben.“

      Im Brahmandapurana heißt es:

      „Wer einmal in Frömmigkeit in den reinen Fluten der Ganga badet, dessen Angehörige werden vor Hunderttausenden von Gefahren geschützt. Übel, die sich im Laufe von Generationen angesammelt haben, werden vernichtet. Allein durch das Baden in der Ganga wird man sofort rein.“

      37, 38. Warum strömen Millionen Hindus zum Ganges?

      37 Die Hindus kommen in Scharen an den Strom, um die Rituale der Pudscha (Verehrung) zu verrichten. Sie opfern Blumen, rezitieren Gebete und erhalten von einem Priester den Tschitraka (Tilaka), das heißt den roten oder gelben Punkt, an die Stirn. Darauf steigen sie in das Wasser, um zu baden. Viele trinken auch von dem Wasser, obwohl es durch Abwasser, Chemikalien und Tierleichen stark verschmutzt ist. Die religiöse Anziehungskraft des Ganges ist so groß, daß Millionen Inder keinen sehnlicheren Wunsch haben, als wenigstens einmal in dem „heiligen Strom“ zu baden — verschmutzt oder nicht verschmutzt.

      38 Andere bringen die Leiche eines Angehörigen, damit sie am Ufer des Stromes auf einem Scheiterhaufen verbrannt werde, worauf die Asche in den Strom gestreut wird. Der Hindu glaubt, daß das der Seele des Verstorbenen ewige Glückseligkeit gewährt. Die Armen, die kein Geld haben, um ihre Toten zu verbrennen, schieben die in ein Tuch gehüllte Leiche einfach in den Fluß, wo Aasvögel sich darauf stürzen oder wo sie sich einfach zersetzt.

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    • [Karte/Bilder auf Seite 123]

      (Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

      Der Ganges, der im Himalaja entspringt und bei Kalkutta sowie in einem Delta in Bangladesch ins Meer mündet, hat eine Länge von über 2 400 km

      INDIEN

      Kalkutta

      Ganges

      [Bilder]

      Ganga Ma stürzt auf Schiwas Haupt und wirbelt durch sein Haar

      Fromme Hindus in Varanasi, früher Benares, baden an einer Ufertreppe im Ganges

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