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  • „Das Volk, dessen Gott Jehova ist“
    Der Wachtturm 2014 | 15. November
    • Abraham hält seinen neugeborenen Sohn Isaak im Arm, während sich Frauen um Sara kümmern

      „Das Volk, dessen Gott Jehova ist“

      „Glücklich ist das Volk, dessen Gott Jehova ist!“ (PS. 144:15)

      KÖNNTEST DU ES BEANTWORTEN?

      • Ab wann hatte Jehova ein besonderes Volk auf der Erde?

      • Wie wurden die Israeliten eine Nation von Zeugen?

      • Wie kam es dazu, dass Israel ein untreues Volk wurde, und was sagte Jehova daraufhin voraus?

      1. Wie sind einige zu der Ansicht eingestellt, dass Gott ein Volk auf der Erde hat?

      VIELE Menschen, die sich heute wirklich Gedanken machen, kommen schnell zu dem Schluss, dass populäre Religionen, ob christlich oder nichtchristlich, der Menschheit nicht viel Gutes bringen. Einige meinen, solche Religionen könnten nicht Gottes Zustimmung haben, weil ihre Lehren und das Verhalten ihrer Mitglieder Gott falsch darstellen. Ihrer Ansicht nach gibt es jedoch in allen Religionen aufrichtige Personen, die Gott bemerkt und als seine Diener auf der Erde betrachtet. Diese Personen müssten nicht unbedingt ihre verkehrte Religion verlassen und Gott in einer separaten Gemeinschaft dienen. Denkt Gott aber genauso? Die Antwort liefert eine Rückschau auf die biblische Geschichte von Jehovas treuen Anbetern.

      EIN BUNDESVOLK

      2. Wer wurde im Lauf der Zeit das besondere Volk Jehovas, und wodurch unterschied es sich von anderen Völkern? (Siehe Anfangsbild.)

      2 Schon im 20. Jahrhundert v. u. Z. hatte Jehova ein besonderes Volk auf der Erde. Abraham, „der Vater all derer . . . , die Glauben haben“, war das Haupt einer Hausgemeinschaft, die in die Hunderte ging (Röm. 4:11; 1. Mo. 14:14). Kanaanitische Herrscher betrachteten ihn als „einen mächtigen Vorsteher“ und begegneten ihm mit Respekt (1. Mo. 21:22; 23:6, Fn.). Jehova schloss einen Bund mit Abraham und seinen Nachkommen (1. Mo. 17:1, 2, 19). Gott sagte zu ihm: „Dies ist mein Bund, den ihr halten werdet, zwischen mir und euch, auch deinem Samen nach dir: Alles Männliche von euch soll beschnitten werden. . . . und es soll zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch dienen“ (1. Mo. 17:10, 11). Daraufhin wurden Abraham und alle männlichen Mitglieder seiner Hausgemeinschaft beschnitten (1. Mo. 17:24-27). Die Beschneidung war ein erkennbares Zeichen dafür, dass Abrahams Nachkommen als einziges Volk in einem Bundesverhältnis zu Jehova standen.

      3. Wie wurden Abrahams Nachkommen zu einem Volk?

      3 Abrahams Enkel Jakob, auch Israel genannt, hatte 12 Söhne (1. Mo. 35:10, 22b-26). Sie sollten die Häupter der 12 Stämme Israels werden (Apg. 7:8). Wegen einer Hungersnot suchte Jakob mit seiner Hausgemeinschaft Zuflucht in Ägypten. Einer seiner Söhne, Joseph, war dort Pharaos Nahrungsmittelverwalter und seine rechte Hand geworden (1. Mo. 41:39-41; 42:6). Jakobs Nachkommen wurden sehr zahlreich, „ein großes Volk“ (1. Mo. 48:4, Hoffnung für alle; lies Apostelgeschichte 7:17).

      EIN „ERLÖSTES“ VOLK

      4. Wie war anfangs das Verhältnis zwischen den Ägyptern und den Nachkommen Jakobs?

      4 Die Nachkommen Jakobs blieben gut 200 Jahre lang in Ägypten — in Gosen, einer Gegend im Nildelta (1. Mo. 45:9, 10). Offenbar lebten sie ungefähr die Hälfte dieser Zeit mit den Ägyptern in Frieden. Pharao hatte sie herzlich aufgenommen, denn er kannte Joseph und schätzte ihn. Sie wohnten in kleinen Städten und weideten ihre Herden (1. Mo. 47:1-6). Im Allgemeinen empfanden die Ägypter tiefe Verachtung für Schafhirten (1. Mo. 46:31-34). Trotzdem mussten sie es hinnehmen, dass die Israeliten dort lebten.

      5, 6. (a) Wie veränderte sich die Lage für Gottes Volk in Ägypten? (b) Wie wurde Moses vor dem Tod bewahrt, und was tat Jehova für sein ganzes Volk?

      5 Die Situation für Gottes Volk sollte sich aber drastisch ändern. „Im Laufe der Zeit stand ein neuer König über Ägypten auf, der Joseph nicht kannte. Und er sprach dann zu seinem Volk: ‚Siehe! Das Volk der Söhne Israels ist zahlreicher und mächtiger als wir.‘ Demzufolge zwangen die Ägypter die Söhne Israels tyrannisch zum Sklavendienst. Und sie verbitterten ihr Leben fortgesetzt durch harten Sklavendienst bei Lehmmörtel und Ziegelsteinen und mit jeder Art Sklavendienst auf dem Feld, ja jeder Art ihres Sklavendienstes, zu dem sie sie tyrannisch als Sklaven gebrauchten“ (2. Mo. 1:8, 9, 13, 14).

      6 Pharao ordnete sogar an, alle Söhne der Hebräer bei ihrer Geburt zu töten (2. Mo. 1:15, 16). In dieser Zeit wurde Moses geboren. Als er drei Monate alt war, setzte ihn seine Mutter in einem Kästchen in das Schilfgras des Nil. Dort fand ihn Pharaos Tochter und adoptierte ihn später. Durch Jehovas Lenkung konnte die gottesfürchtige Jochebed ihren Sohn Moses in seinen ersten Lebensjahren aufziehen. Er wurde ein treuer Diener Jehovas (2. Mo. 2:1-10; Heb. 11:23-25). Jehova entging es nicht, wie sehr sein Volk litt. Deshalb beschloss er, es von den Unterdrückern zu befreien, und zwar durch Moses (2. Mo. 2:24, 25; 3:9, 10). Auf diese Weise sollten die Israeliten ein von Jehova „erlöstes“ oder befreites Volk werden. (Lies 5. Mose 15:15; 2. Mo. 15:13.)

      VON EINEM VOLK ZU EINER NATION

      7, 8. Wie wurde Jehovas Volk eine heilige Nation?

      7 Zwar hatte Jehova die Israeliten noch nicht zu einer Nation gemacht, doch er betrachtete sie schon als sein Volk. Moses und Aaron sollten deshalb zu Pharao sagen: „So hat Jehova, der Gott Israels, gesprochen: ‚Sende mein Volk weg, damit sie mir in der Wildnis ein Fest feiern‘ “ (2. Mo. 5:1).

      8 Erst nach zehn Plagen sowie der Vernichtung von Pharao und seinen Streitkräften im Roten Meer konnten die Israeliten von der ägyptischen Bedrückung befreit werden (2. Mo. 15:1-4). Nicht einmal drei Monate später schloss Jehova am Sinai mit den Israeliten einen Bund und gab ihnen das bedeutungsvolle Versprechen: „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum aus allen anderen Völkern werden, . . . eine heilige Nation“ (2. Mo. 19:5, 6).

      9, 10. (a) Wie unterschieden sich laut 5. Mose 4:5-8 die Israeliten durch das Gesetz von anderen Völkern? (b) Wie sollten sich die Israeliten als ein Volk erweisen, das Jehova heilig ist?

      9 Schon bevor man die Hebräer zur Sklavenarbeit erniedrigt hatte, lebten sie in Ägypten in Stammesverbänden und wurden von Familienhäuptern geführt. Diese übernahmen Aufgaben als Herrscher, Richter und Priester, wie es schon Diener Jehovas vor ihnen getan hatten (1. Mo. 8:20; 18:19; Hiob 1:4, 5). Durch Moses gab Jehova den Israeliten jedoch eine Gesetzessammlung, die sie von allen anderen Nationen unterscheiden würde. (Lies 5. Mose 4:5-8; Ps. 147:19, 20.) Das Gesetz sah eine unabhängige Priesterschaft vor. Für Rechtsfragen waren die „älteren Männer“ zuständig. Sie wurden aufgrund ihres Wissens und ihrer Lebensweisheit geachtet (5. Mo. 25:7, 8). Durch das Gesetz war das religiöse und gesellschaftliche Leben der neu gegründeten Nation geregelt.

      10 Kurz bevor die Israeliten in das Land der Verheißung einzogen, erinnerte Jehova sie durch Moses an seine Gesetze: „Was Jehova betrifft, er hat dich veranlasst, heute zu sagen, dass du sein Volk werden wirst, ein besonderes Eigentum, so wie er es dir verheißen hat, und dass du alle seine Gebote beobachten wirst und dass er dich hoch über alle anderen Nationen, die er gemacht hat, setzen wird, was zum Lobpreis und zum guten Ruf und zur schönen Auszeichnung ausschlagen wird, während du dich als ein Volk erweist, das Jehova, deinem Gott, heilig ist“ (5. Mo. 26:18, 19).

      „ANSÄSSIGE FREMDLINGE“ SIND WILLKOMMEN

      11—13. (a) Wer schloss sich Gottes auserwähltem Volk an? (b) Was musste ein Nichtisraelit tun, wenn er Jehova dienen wollte?

      11 Obwohl Jehova jetzt eine auserwählte Nation auf der Erde hatte, erlaubte er Nichtisraeliten, mitten unter seinem Volk zu leben. „Viel Mischvolk“, wozu auch einige Ägypter gehörten, durfte sich seinem Volk anschließen, als er es aus Ägypten befreite (2. Mo. 12:38, Fn.). Zur Zeit der siebten Plage fürchteten einige „unter Pharaos Dienern“ Jehovas Wort und wurden wohl ein Teil des Mischvolkes, das Ägypten mit den Israeliten verließ (2. Mo. 9:20).

      12 Noch bevor die Israeliten den Jordan überquerten, um Kanaan einzunehmen, sagte Moses zu ihnen, dass sie „den ansässigen Fremdling lieben“ sollten (5. Mo. 10:17-19). Gottes auserwähltes Volk wurde aufgefordert, jeden Fremden in seine Gemeinschaft aufzunehmen, der bereit war, die grundlegenden Landesgesetze einzuhalten, die Moses übermittelt hatte (3. Mo. 24:22). Einige ansässige Fremdlinge wurden Diener Jehovas und empfanden wie die Moabiterin Ruth, die zur Israelitin Noomi sagte: „Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott“ (Ruth 1:16). Sie wurden Proselyten und die Männer ließen sich beschneiden (2. Mo. 12:48, 49). Jehova hieß sie in der Gemeinschaft seines auserwählten Volkes willkommen (4. Mo. 15:14, 15).

      Israeliten heißen Nichtisraeliten in ihrem Zelt willkommen

      Nichtisraeliten wurden willkommen geheißen (Siehe Absatz 11—13)

      13 Als der Tempel Salomos eingeweiht wurde, war sogar vorgesehen, dass Nichtisraeliten Jehova dort anbeten könnten. Das kommt in Salomos Gebet zum Ausdruck: „Auch auf den Ausländer, der nicht zu deinem Volk Israel gehört und der wegen deines großen Namens und deiner starken Hand und deines ausgestreckten Armes tatsächlich aus fernem Land kommt — und sie kommen in der Tat und beten zu diesem Haus hin, dann mögest du deinerseits von den Himmeln, von deiner festen Wohnstätte, her hören, und du wollest gemäß allem tun, worum der Ausländer zu dir ruft, auf dass alle Völker der Erde deinen Namen erkennen und dich ebenso fürchten, wie es dein Volk Israel tut, und erkennen, dass dein Name über diesem Haus, das ich gebaut habe, genannt worden ist“ (2. Chr. 6:32, 33). Jeder Nichtisraelit, der den Wunsch hatte, Jehova zu dienen, musste sich auch seinem Bundesvolk anschließen. Das war noch in Jesu Tagen so (Joh. 12:20; Apg. 8:27).

      EINE NATION VON ZEUGEN

      14—16. (a) Wie erwiesen sich die Israeliten als eine Nation von Zeugen für Jehova? (b) Wozu sind Jehovas Diener heute moralisch verpflichtet?

      14 Die Israeliten beteten Jehova an, die anderen Nationen ihre eigenen Gottheiten. In den Tagen des Propheten Jesaja verfuhr Jehova mit den Nationen der Welt so, wie bei einer Gerichtsverhandlung. Er forderte ihre Götter auf, ihre Göttlichkeit zu beweisen: „Mögen die Nationen alle an e i n e n Ort zusammengebracht werden, und mögen Völkerschaften versammelt werden. Wer [von ihren Göttern] ist unter ihnen, der dies mitteilen kann? Oder können sie uns gar die ersten Dinge hören lassen? Lasst sie ihre Zeugen stellen, damit sie gerechtgesprochen werden mögen, oder lasst sie hören und sagen: ‚Es ist die Wahrheit!‘ “ (Jes. 43:9).

      15 Die Götter der Nationen waren unfähig, irgendeinen Beweis für ihre Göttlichkeit zu erbringen. Sie waren nur stumme Götzen, die getragen werden mussten (Jes. 46:5-7). Jehova dagegen sprach zu seinem Volk Israel: „Ihr seid meine Zeugen, . . . ja mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und an mich glaubt und damit ihr versteht, dass ich derselbe bin. Vor mir wurde kein Gott gebildet, und nach mir war weiterhin keiner. Ich — ich bin Jehova, und außer mir gibt es keinen Retter. . . . Und ihr seid meine Zeugen, . . . und ich bin Gott“ (Jes. 43:10-12).

      16 In der Sache des universellen Gerichtsfalls zu der Frage „Wer ist der höchste Gott?“ konnte Jehovas auserwähltes Volk laut und klar bezeugen: Jehova ist der einzig wahre Gott. Jehova bezeichnete seine Diener als „das Volk, das ich mir gebildet habe, damit es meinen Lobpreis erzählt“ (Jes. 43:21). Sie waren das Volk, das seinen Namen trug. Da Jehova sie aus Ägypten befreit hatte, waren sie moralisch verpflichtet, vor anderen Völkern für seine Souveränität einzutreten. Tatsächlich sollten sie so eingestellt sein, wie es der Prophet Micha für Gottes Diener von heute ausführte: „Alle Völker ihrerseits werden wandeln, jedes im Namen seines Gottes; wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (Mi. 4:5).

      EIN ABTRÜNNIGES VOLK

      17. Wie wurde Israel in den Augen Jehovas „ein verwildernder Weinstock“?

      17 Leider blieben die Israeliten ihrem Gott Jehova nicht treu. Sie ließen sich von Nationen beeinflussen, die Göttern aus Holz und Stein dienten. Im 8. Jahrhundert v. u. Z. schrieb der Prophet Hosea: „Israel ist ein verwildernder Weinstock. . . . er [hat] seine Altäre gemehrt. . . . Ihr Herz ist heuchlerisch geworden; nun werden sie für schuldig befunden werden“ (Hos. 10:1, 2). Etwa 150 Jahre später schrieb Jeremia die folgenden an Gottes untreues Volk gerichteten Worte Jehovas nieder: „Ich hatte dich als eine rote Edelrebe gepflanzt, alles davon ein echter Same. Wie also hast du dich mir gegenüber verwandelt in die entarteten Schösslinge eines fremdländischen Weinstocks? . . . wo sind deine Götter, die du dir gemacht hast? Mögen sie aufstehen, wenn sie dich retten können zur Zeit deines Unglücks. . . . mein eigenes Volk — sie haben mich . . . vergessen“ (Jer. 2:21, 28, 32).

      18, 19. (a) Welche Voraussage Jehovas zeigt, dass er ein neues Volk für seinen Namen haben würde? (b) Worum geht es im nächsten Artikel?

      18 Die Israeliten erwiesen sich nicht als treue Zeugen für Jehova. Anstatt durch die reine Anbetung gute Früchte hervorzubringen, brachten sie durch den Götzendienst faule Früchte hervor. Deshalb sagte Jesus zu den heuchlerischen Führern der Juden: „Das Königreich Gottes wird von euch genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt“ (Mat. 21:43). Wie Jehova durch seinen Propheten Jeremia vorausgesagt hatte, konnten nur diejenigen Teil der neuen Nation oder des geistigen Israel werden, die zum „neuen Bund“ gehörten. Über diese geistigen Israeliten hatte Jehova prophezeit: „Ich will ihr Gott werden, und sie selbst werden mein Volk werden“ (Jer. 31:31-33).

      19 Wie bereits erwähnt, machte Jehova im 1. Jahrhundert das geistige Israel zu seinem Volk, da das alte Israel untreu geworden war.

  • „Jetzt . . . seid ihr Gottes Volk“
    Der Wachtturm 2014 | 15. November
    • Zu Pfingsten 33 u. Z. wird der heilige Geist auf Christi Apostel und Jünger ausgegossen

      „Jetzt . . . seid ihr Gottes Volk“

      „Einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk“ (1. PET. 2:10)

      WIE LAUTET DEINE ANTWORT?

      • Wer gehörte im 1. Jahrhundert zu Jehovas neuem Volk?

      • Wie beweisen treue Christen, dass sie ein Volk für Jehovas Namen sind?

      • Wer gehört heute zum Volk Jehovas, und was müssen die „anderen Schafe“ tun, um während der „großen Drangsal“ beschützt zu werden?

      1, 2. Zu welcher Veränderung kam es zu Pfingsten 33 u. Z., und wer waren die Ersten, die zu Jehovas neuem Volk gehörten? (Siehe Anfangsbild.)

      ZU Pfingsten des Jahres 33 u. Z. fand ein bedeutendes Ereignis statt. Es läutete eine einschneidende Veränderung in der Geschichte des Volkes Jehovas ein. Jehova brachte durch seinen Geist eine neue Nation hervor — das geistige Israel oder das „Israel Gottes“ (Gal. 6:16). Erstmals seit den Tagen Abrahams würde man Gottes Volk nicht mehr daran erkennen, dass die Männer beschnitten waren. Stattdessen schrieb Paulus über jedes Mitglied dieser neuen Nation: „Seine Beschneidung ist die des Herzens durch Geist“ (Röm. 2:29).

      2 Die Ersten, die zu Gottes neuer Nation gehörten, waren die Apostel und über hundert andere Jünger Christi. Sie alle hatten sich im Obergeschoss eines Hauses in Jerusalem versammelt (Apg. 1:12-15). Dort empfingen sie den heiligen Geist, durch den sie geistgezeugte Söhne Gottes wurden (Röm. 8:15, 16; 2. Kor. 1:21). Das lieferte den Beweis: Der neue Bund war durch Jesus, den Mittler, rechtskräftig geworden, und zwar durch sein vergossenes Blut (Luk. 22:20; lies Hebräer 9:15). So wurden die Jünger Angehörige der neuen Nation Jehovas, seines neuen Volkes. Der heilige Geist befähigte sie, in unterschiedlichen Sprachen zu predigen. Juden und Proselyten waren aus dem gesamten Römischen Reich nach Jerusalem gekommen, um das jüdische Fest der Wochen, auch Pfingstfest genannt, zu feiern. Sie konnten in ihrer eigenen Sprache hören und verstehen, was die geistgezeugten Christen über „die großen Dinge Gottes“ predigten (Apg. 2:1-11).

      DAS NEUE VOLK GOTTES

      3—5. (a) Was erklärte Petrus den Juden am Pfingsttag? (b) Was führte dazu, dass Jehovas neue Nation sofort an Zahl zunahm?

      3 Jehova gebrauchte den Apostel Petrus, um Juden und Proselyten den Weg zur neuen Nation, der Christenversammlung, zu öffnen. Am Pfingsttag erklärte Petrus den Juden mutig, dass sie Jesus, den sie an einen Pfahl gebracht hatten, anerkennen mussten, weil „Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus“ gemacht hatte. Als die Volksmenge fragte, was sie tun sollte, erwiderte Petrus: „Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, und ihr werdet als freie Gabe den heiligen Geist empfangen“ (Apg. 2:22, 23, 36-38). An diesem Tag kamen etwa 3 000 Personen zu der neuen Nation, dem geistigen Israel, hinzu (Apg. 2:41). Die Apostel predigten eifrig weiter und die neue Nation wurde immer größer (Apg. 6:7).

      4 Später wurde auch den Samaritern erfolgreich gepredigt. Viele ließen sich vom Evangeliumsverkündiger Philippus taufen, empfingen jedoch nicht gleich den heiligen Geist. Die leitende Körperschaft in Jerusalem sandte die Apostel Petrus und Johannes zu diesen bekehrten Samaritern. „Dann legten sie ihnen die Hände auf, und von da an empfingen sie heiligen Geist“ (Apg. 8:5, 6, 14-17). Nun waren auch diese Samariter gesalbte Mitglieder des geistigen Israel.

      Petrus betritt das Haus von Kornelius

      Petrus predigt Kornelius und seiner Hausgemeinschaft (Siehe Absatz 5)

      5 Im Jahr 36 u. Z. erhielten noch andere die Möglichkeit, in die neue Nation, das geistige Israel, aufgenommen zu werden. Und wieder war es Petrus, durch den dieser Weg geöffnet wurde. Er predigte zum Beispiel dem römischen Befehlshaber Kornelius sowie seinen Verwandten und Freunden (Apg. 10:22, 24, 34, 35). Die Bibel sagt: „Während Petrus noch . . . redete, fiel der heilige Geist auf alle [Nichtjuden], die das Wort hörten. Und die Treuen, die mit Petrus gekommen waren, die zu den Beschnittenen gehörten, staunten, weil die freie Gabe des heiligen Geistes auch auf Leute aus den Nationen ausgegossen wurde“ (Apg. 10:44, 45). Jetzt konnten auch Nichtjuden zu der neuen Nation gehören.

      „EIN VOLK FÜR SEINEN NAMEN“

      6, 7. Wodurch hat sich die neue Nation als ein Volk für Jehovas Namen ausgezeichnet, und in welchem Ausmaß erfüllte sie ihren Auftrag?

      6 Im Jahr 49 u. Z. fand in Jerusalem eine Zusammenkunft der leitenden Körperschaft statt. Bei diesem Anlass sagte der Jünger Jakobus: „Simeon [Petrus] hat ausführlich erzählt, wie Gott erstmals seine Aufmerksamkeit den Nationen zuwandte, um aus ihnen ein Volk für seinen Namen herauszunehmen“ (Apg. 15:14). Dieses neue Volk, das Jehovas Namen trägt, sollte sowohl Juden als auch Nichtjuden einschließen (Röm. 11:25, 26a). Petrus schrieb später: „Einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk.“ Petrus umriss ihren Auftrag: „Ihr aber seid ‚ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ‚weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Pet. 2:9, 10). Sie sollten Jehova lobpreisen, seinen Namen öffentlich verherrlichen und mutig für ihn, den höchsten Herrscher, Zeugnis ablegen.

      7 Wie schon beim alten Israel bezeichnete Jehova das geistige Israel als „das Volk, das ich mir gebildet habe, damit es meinen Lobpreis erzählt“ (Jes. 43:21). Diese frühen Christen verkündigten mutig, dass Jehova der einzig wahre Gott ist, und entlarvten all die falschen Götter, die man damals anbetete (1. Thes. 1:9). Sie legten von Jehova und Jesus Zeugnis ab, „sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apg. 1:8; Kol. 1:23).

      8. Wovor warnte der Apostel Paulus das Volk Gottes im 1. Jahrhundert?

      8 Auch Paulus gehörte zu dem Volk für Jehovas Namen. Furchtlos verteidigte er vor heidnischen Philosophen die Souveränität Jehovas und sagte: „Der Gott, der die Welt und alles, was darin ist, gemacht hat“, ist „der Herr des Himmels und der Erde“ (Apg. 17:18, 23-25). Gegen Ende seiner dritten Missionsreise warnte Paulus diejenigen, die zu Gottes Namensvolk gehörten: „Ich weiß, dass nach meinem Weggang bedrückende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen werden, und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apg. 20:29, 30). Dieser vorausgesagte Abfall war Ende des 1. Jahrhunderts deutlich zu sehen (1. Joh. 2:18, 19).

      9. Was passierte nach dem Tod der Apostel?

      9 Nach dem Tod der Apostel breitete sich der Abfall rasant aus und brachte die Kirchen der Christenheit hervor. Abtrünnige Christen entfernten sogar den göttlichen Namen aus vielen Bibelübersetzungen. Sie übernahmen heidnische Bräuche und entehrten Gott durch unbiblische Lehren, „heilige Kriege“ und unmoralisches Verhalten. Sie waren weit davon entfernt, ein Volk für Jehovas Namen zu sein! Deswegen hatte Jehova über Jahrhunderte nur einige treue Diener auf der Erde, aber kein organisiertes „Volk für seinen Namen“.

      GOTTES VOLK LEBT WIEDER AUF

      10, 11. (a) Was hat Jesus im Gleichnis vom Weizen und Unkraut vorausgesagt? (b) Wie hat sich Jesu Gleichnis nach 1914 erfüllt, und mit welchem Ergebnis?

      10 Im Gleichnis vom Weizen und Unkraut sagte Jesus eine Zeit geistiger Finsternis voraus. Sie setzte mit dem Abfall ein. Jesus erklärte, dass der Menschensohn auf das Feld Weizen gesät hatte. „Während die Menschen schliefen“, würde der Teufel das Feld mit Unkraut übersäen. Der Weizen und das Unkraut sollten zusammen bis zum „Abschluss des Systems der Dinge“ weiter wachsen. Außerdem sagte Jesus, dass der „vortreffliche Same“ „die Söhne des Königreiches“ darstellt und „das Unkraut“ „die Söhne dessen, der böse ist“. Während der Zeit des Endes würde der Menschensohn seine „Schnitter“, die Engel, aussenden, um den „Weizen“ vom „Unkraut“ zu trennen. Anschließend würden die Söhne des Königreiches eingesammelt (Mat. 13:24-30, 36-43). Wie ereignete sich dies? Und welche Auswirkungen hatte das auf Jehovas Volk auf der Erde?

      11 Der „Abschluss des Systems der Dinge“ begann 1914. In diesem Jahr brach der Erste Weltkrieg aus und die etwa 5 000 gesalbten Christen, „die Söhne des Königreiches“, befanden sich in geistiger Gefangenschaft Groß-Babylons. 1919 befreite sie Jehova und machte einen deutlichen Unterschied zwischen ihnen und dem Unkraut, den Scheinchristen. Er vereinte „die Söhne des Königreiches“ zu einem Volk. So erfüllte sich Jesajas Prophezeiung: „Wird ein Land an e i n e m Tag mit Wehen hervorgebracht werden? Oder wird eine Nation auf einmal geboren werden? Denn Zion ist in die Wehen gekommen und hat auch ihre Söhne geboren“ (Jes. 66:8). Zion, der himmlische Teil der Organisation Jehovas, brachte geistgezeugte Söhne hervor und machte sie zu einer Nation.

      12. Woran ist zu erkennen, dass gesalbte Christen heute das Volk für Jehovas Namen sind?

      12 Genauso wie die frühen Christen sollten auch die gesalbten „Söhne des Königreiches“ Zeugen für Jehova sein. (Lies Jesaja 43:1, 10, 11.) Sie zeichnen sich durch ihr christliches Verhalten aus und dadurch, dass sie die „gute Botschaft vom Königreich“ „allen Nationen zu einem Zeugnis“ predigen (Mat. 24:14; Phil. 2:15). Das Ergebnis? Viele, ja Millionen befinden sich heute in einem gerechten Stand vor Jehova. (Lies Daniel 12:3.)

      „WIR WOLLEN MIT EUCH GEHEN“

      13, 14. Was müssen diejenigen tun, die keine geistigen Israeliten sind, um Jehova auf annehmbare Weise zu dienen? Wie wurde das in der Bibel vorausgesagt?

      13 Wie der vorherige Artikel gezeigt hat, konnten Ausländer im alten Israel Jehova auf annehmbare Weise dienen. Dazu war es jedoch nötig, sich dem Bundesvolk Jehovas anzuschließen (1. Kö. 8:41-43). Genauso ist es heute. Wer nicht zu den geistigen Israeliten gehört, muss sich „den Söhnen des Königreiches“, den gesalbten Zeugen, anschließen.

      14 Zwei Propheten sagten voraus, dass in der Zeit des Endes viele Menschen zusammenströmen werden, um Jehova zusammen mit seinem Volk anzubeten. Jesaja prophezeite: „Viele Völker werden bestimmt hingehen und sagen: ‚Kommt, und lasst uns zum Berg Jehovas hinaufziehen, zum Haus des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem“ (Jes. 2:2, 3). Etwas Ähnliches kündigte Sacharja an: „Viele Völker und mächtige Nationen werden tatsächlich kommen, um Jehova der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und das Angesicht Jehovas zu besänftigen.“ Er beschrieb sie als „zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen“, die sozusagen den Rocksaum des geistigen Israel ergreifen und sagen: „Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist“ (Sach. 8:20-23).

      15. Worin unterstützen die „anderen Schafe“ die geistigen Israeliten?

      15 Die „anderen Schafe“ gehen sozusagen mit den geistigen Israeliten mit und unterstützen sie beim Predigen der guten Botschaft vom Königreich (Mar. 13:10). Sie werden ein Teil von Gottes Volk und bilden mit den Gesalbten „e i n e Herde“ unter dem „vortrefflichen Hirten“ Jesus Christus. (Lies Johannes 10:14-16.)

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