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  • ‘Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig’
    Der Wachtturm 1996 | 1. August
    • ‘Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig’

      „Ihr solltet euch als heilig erweisen, denn ich, Jehova, euer Gott, bin heilig“ (3. MOSE 19:2).

      1. Nenne einige Personen, die von der Welt als heilig betrachtet werden.

      IN DEN meisten größeren Religionen der Welt gibt es gewisse Personen, die als heilig gelten. Mutter Teresa, bekannt durch ihr Wirken in Indien, wird oft wegen ihrer hingebungsvollen Arbeit für die Armen als heilig betrachtet. Der Papst wird als „Heiliger Vater“ bezeichnet. Josemaría Escrivá, der Gründer des Opus Dei, einer neuzeitlichen katholischen Bewegung, ist für manche Katholiken ein „Vorbild an Heiligkeit“. Der Hinduismus hat seine Swamis oder heiligen Männer. Gandhi wurde als heiliger Mann verehrt. Im Buddhismus gibt es heilige Mönche, und der Islam hat seinen heiligen Propheten. Doch was bedeutet es eigentlich, heilig zu sein?

      2, 3. (a) Was bedeuten die Wörter „heilig“ und „Heiligkeit“? (b) Welche Fragen müssen unter anderem beantwortet werden?

      2 Das Wort „heilig“ wird definiert als „1. ... mit göttlicher Macht in Verbindung stehend, geheiligt; 2. im Hinblick auf die Anbetung oder Verehrung oder dieser würdig ...; 3. im Einklang mit einem strengen oder hochmoralischen religiösen oder spirituellen System leben ...; 4. für einen religiösen Zweck bestimmt oder abgesondert“. Im biblischen Kontext bedeutet Heiligkeit „religiöse Reinheit“; „Heiligung“. In dem Bibellexikon Einsichten über die Heilige Schrifta heißt es: „Unter dem hebräischen Wort qó·dhesch verstand man ursprünglich ... einen Zustand des Abgesondertseins oder des Geheiligtseins für Gott ...; für den Dienst Gottes bestimmt sein.“

      3 Der Nation Israel wurde das Gebot auferlegt, heilig zu sein. Gottes Gesetz lautete: „Ich bin Jehova, euer Gott; und ihr sollt euch heiligen und sollt euch als heilig erweisen, denn ich bin heilig.“ Wer ist der Quell der Heiligkeit? Wie war es unvollkommenen Israeliten möglich, heilig zu sein? Und welche Lehren können wir heute daraus ziehen, daß Jehova zur Heiligkeit aufforderte? (3. Mose 11:44).

      Israels Beziehung zum Quell der Heiligkeit

      4. Wodurch wurde in Israel ein deutlicher Hinweis auf die Heiligkeit Jehovas gegeben?

      4 Bei den Israeliten mußte alles, was mit der Anbetung Jehovas, ihres Gottes, zu tun hatte, als heilig betrachtet und entsprechend behandelt werden. Warum? Weil Jehova selbst der Ursprung oder Quell der Heiligkeit ist. Der Bericht des Moses über den Bau der heiligen Stiftshütte sowie über die Herstellung der Gewänder und des Schmucks schließt mit den Worten: „Schließlich machten sie das glänzende Stirnblatt, das heilige Zeichen der Hingabe, aus purem Gold und schrieben darauf mit den Gravierungen eines Siegels eine Inschrift: ‚Heiligkeit gehört Jehova‘.“ Das glänzende Stirnblatt aus purem Gold wurde am Turban des Hohenpriesters befestigt, und es zeigte an, daß er für einen besonderen heiligen Dienst abgesondert war. Jedesmal, wenn die Israeliten das Zeichen mit den Gravierungen in der Sonne blitzen sahen, wurden sie an die Heiligkeit Jehovas erinnert (2. Mose 28:36; 29:6; 39:30).

      5. Wie war es unvollkommenen Israeliten möglich, heilig zu sein?

      5 Doch wie war es den Israeliten möglich, heilig zu sein? Das waren sie allein schon durch ihr enges Verhältnis zu Jehova und durch die reine Anbetung, die sie ihm darbrachten. Sie benötigten allerdings eine genaue Erkenntnis des „Heiligsten“, um ihn in Heiligkeit, also in körperlicher und geistiger Reinheit, anzubeten (Sprüche 2:1-6; 9:10). So mußten die Israeliten Gott aus reinen Beweggründen und mit einem reinen Herzen anbeten. Jede heuchlerische Form der Anbetung wäre Jehova zuwider (Sprüche 21:27).

      Warum Jehova Israel verurteilte

      6. Wie betrachteten die Juden in den Tagen Maleachis den Tisch Jehovas?

      6 Das zeigte sich deutlich, als die halbherzigen Israeliten minderwertige, mit Mängeln behaftete Opfer in den Tempel brachten. Jehova verurteilte durch seinen Propheten Maleachi diese wertlosen Opfer: „ ‚Kein Gefallen habe ich an euch‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen, ‚und an der Opfergabe aus eurer Hand habe ich kein Gefallen.‘ ‚Doch ihr entweiht mich, indem ihr sprecht: „Der Tisch Jehovas ist etwas Verunreinigtes, und seine Frucht ist etwas zu Verachtendes, seine Speise.“ Und ihr habt gesagt: „Siehe! Welche Mühsal!“, und ihr habt bewirkt, daß man darüber die Nase rümpft‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen. ‚Und ihr habt etwas Weggerissenes gebracht und das Lahme und das Kranke; ja, ihr habt es als Gabe gebracht. Kann ich an dem, was aus eurer Hand kommt, Gefallen haben?‘ hat Jehova gesprochen“ (Maleachi 1:10, 12, 13).

      7. Welche unheiligen Handlungen begingen die Juden im fünften Jahrhundert v. u. Z.?

      7 Maleachi wurde wahrscheinlich im fünften Jahrhundert v. u. Z. von Gott gebraucht, um die verkehrte Handlungsweise der Juden zu verurteilen. Die Priester gaben ein schlechtes Beispiel, denn ihr Verhalten war auf keinen Fall heilig. Das Volk, das ihrer Führung folgte, beachtete göttliche Grundsätze nur halbherzig, was so weit ging, daß sich manche von ihrer Frau scheiden ließen, vielleicht, weil sie sich jüngere, heidnische Frauen nehmen wollten. Maleachi schrieb: „ ‚Jehova selbst [hat] Zeugnis abgelegt ... zwischen dir und der Ehefrau deiner Jugend, an der du selbst treulosb gehandelt hast, obwohl sie deine Mitgenossin und die Frau deines Bundes ist. ... Und ihr sollt euch hinsichtlich eures Geistes hüten, und an der Ehefrau deiner Jugend möge niemand treulos handeln. Denn er hat Ehescheidung gehaßt‘, hat Jehova, der Gott Israels, gesprochen“ (Maleachi 2:14-16).

      8. Inwiefern haben sich in der Christenversammlung einige von der heutigen Ansicht über Scheidung anstecken lassen?

      8 Heute steigt in vielen Ländern, wo man sich leicht scheiden lassen kann, die Scheidungsrate immer mehr. Das hat sich sogar auf die Christenversammlung ausgewirkt. Einige ihrer Glieder haben, statt bei Problemen die Hilfe der Ältesten zu suchen und sich zu bemühen, die Ehe zu einem Erfolg zu machen, sie vorschnell für gescheitert erklärt. Oft müssen die Kinder dafür einen hohen emotionellen Preis zahlen (Matthäus 19:8, 9).

      9, 10. Was sollten wir uns in bezug auf die von uns ausgeübte Anbetung Jehovas fragen?

      9 Wie wir bereits gesehen haben, verurteilte Jehova angesichts des beklagenswerten geistigen Zustands der Juden in den Tagen Maleachis ihre oberflächliche Anbetung und zeigte, daß ihm einzig und allein reine Anbetung annehmbar ist. Sollte uns das nicht veranlassen, über die Qualität der Anbetung nachzudenken, die wir Jehova Gott, dem Souverän des Universums, dem Quell der Heiligkeit, darbringen? Bringen wir Gott wirklich heiligen Dienst dar? Halten wir uns tatsächlich geistig rein?

      10 Das bedeutet nicht, daß wir vollkommen sein müssen, was ohnehin unmöglich ist, oder uns mit anderen vergleichen sollten. Es bedeutet jedoch, daß jeder Christ Gott die unter seinen Umständen bestmögliche Anbetung darbringen sollte. Das bezieht sich auf die Qualität unserer Anbetung. Unser heiliger Dienst sollte unser Bestes sein — wirklich heiliger Dienst. Wie läßt sich das verwirklichen? (Lukas 16:10; Galater 6:3, 4).

      Ein reines Herz führt zu reiner Anbetung

      11, 12. Worauf ist ein unheiliges Verhalten zurückzuführen?

      11 Wie Jesus deutlich zeigte, offenbart sich das, was ein Mensch in seinem Herzen hat, durch Wort und Tat. Er sagte zu den selbstgerechten, unheiligen Pharisäern: „Otternbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund.“ Später zeigte Jesus, daß böse Handlungen auf böse Gedanken im Herzen oder im Innern eines Menschen zurückzuführen sind. Er erklärte: „Was ... aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und dieses verunreinigt einen Menschen. Zum Beispiel kommen aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das sind die Dinge, die einen Menschen verunreinigen“ (Matthäus 12:34; 15:18-20).

      12 Daraus können wir ersehen, daß unheilige Handlungen nicht völlig spontan oder grundlos verübt werden. Sie gehen auf verunreinigende Gedanken zurück, die im Herzen lauern — geheime Wünsche, vielleicht auch Phantasien. Deshalb konnte Jesus erklären: „Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst nicht ehebrechen.‘ Ich aber sage euch, daß jeder, der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen hat.“ Mit anderen Worten: Hurerei und Ehebruch haben im Herzen bereits Wurzeln gefaßt, bevor etwas geschieht. Wenn dann die richtigen Umstände eintreten, wird aus den unheiligen Gedanken ein unheiliges Verhalten. Hurerei, Ehebruch, Sodomie, Diebstahl, Gotteslästerung und Abtrünnigkeit sind einige der sich daraus ergebenden Folgen (Matthäus 5:27, 28; Galater 5:19-21).

      13. An Hand welcher Beispiele kann gezeigt werden, daß unheilige Gedanken zu unheiligen Handlungen führen können?

      13 Das läßt sich an verschiedenen Beispielen veranschaulichen. In manchen Ländern sprießen Spielkasinos wie Pilze aus dem Boden, wodurch sich vermehrt Gelegenheiten für das Glücksspiel bieten. Manche mögen versucht sein, zu dieser Pseudolösung für ihre Geldprobleme Zuflucht zu nehmen. Trügerische Überlegungen könnten einen Bruder verleiten, biblische Grundsätze außer acht zu lassen oder zu verwässern.c Als weiteres Beispiel kann man den leichten Zugang zu Pornographie durch das Fernsehen, durch Videos, Computer und Bücher anführen, wodurch ein Christ zu einem unheiligen Verhalten veranlaßt werden könnte. Er braucht nur seine geistige Waffenrüstung zu vernachlässigen, und ehe er sich dessen bewußt wird, ist er der Unsittlichkeit zum Opfer gefallen. In den meisten Fällen geht das Abgleiten in die Sünde tatsächlich vom Sinn aus. Ja, unter solchen Umständen bewahrheiten sich die Worte des Jakobus: „Jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde“ (Jakobus 1:14, 15; Epheser 6:11-18).

      14. Wie konnte vielen geholfen werden, sich von ihrem unheiligen Verhalten abzuwenden?

      14 Glücklicherweise zeigen viele Christen, die aus Schwäche sündigen, echte Reue, und die Ältesten können die Betreffenden geistig wiederherstellen. Auch viele, die wegen fehlender Reue ausgeschlossen werden, kommen schließlich zur Besinnung und werden wieder in die Versammlung aufgenommen. Ihnen wird bewußt, wie leicht sie von Satan überwunden wurden, als sie zuließen, daß sich in ihrem Herzen unheilige Gedanken festsetzten (Galater 6:1; 2. Timotheus 2:24-26; 1. Petrus 5:8, 9).

      Die Herausforderung, gegen unsere Schwächen anzugehen

      15. (a) Warum müssen wir gegen unsere Schwächen angehen? (b) Was kann uns helfen, uns unsere Schwächen einzugestehen?

      15 Wir müssen uns bemühen, unser eigenes Herz objektiv zu beurteilen. Wollen wir gegen unsere Schwächen angehen, das heißt sie uns eingestehen und uns dann bemühen, sie zu besiegen? Würden wir einen Freund, der offen und ehrlich ist, fragen, wie wir uns verbessern können, und dann auf den Rat hören? Damit wir heilig bleiben, müssen wir unsere Schwächen überwinden. Warum? Weil Satan sie kennt. Er wird seine listigen Machenschaften anwenden, um uns zur Sünde und zu einem unheiligen Verhalten zu provozieren. Durch seine listigen Handlungen versucht er, uns von Gottes Liebe zu trennen, damit wir nicht mehr geheiligt und für die Anbetung Jehovas brauchbar sind (Jeremia 17:9; Epheser 6:11; Jakobus 1:19).

      16. Mit welchem Konflikt mußte sich der Apostel Paulus auseinandersetzen?

      16 Selbst der Apostel Paulus hatte seine Schwierigkeiten und Prüfungen, wie er in seinem Brief an die Römer einräumte: „Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn die Fähigkeit zu wünschen ist bei mir vorhanden, aber die Fähigkeit, das zu vollbringen, was vortrefflich ist, ist nicht vorhanden. Denn das Gute, das ich wünsche, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das treibe ich. ... Ich habe wirklich Lust an dem Gesetz Gottes gemäß dem Menschen, der ich innerlich bin, aber ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist“ (Römer 7:18-23).

      17. Wie konnte Paulus im Kampf gegen seine Schwächen den Sieg erringen?

      17 Das Entscheidende bei Paulus war, daß er sich seine Schwächen eingestand. Er konnte trotzdem sagen: „Ich habe wirklich Lust an dem Gesetz Gottes gemäß dem [geistigen] Menschen, der ich innerlich bin.“ Paulus liebte das Gute und haßte das Böse. Dennoch mußte er einen Kampf führen, nämlich denselben Kampf wie wir alle — gegen Satan, die Welt und das Fleisch. Und wie können wir den Kampf gewinnen, damit wir heilig bleiben, getrennt von der heutigen Welt und ihrem Denken? (2. Korinther 4:4; Epheser 6:12).

      Wie können wir heilig bleiben?

      18. Wie können wir heilig bleiben?

      18 Heiligkeit erlangt man nicht dadurch, daß man den Weg des geringsten Widerstandes geht oder nachgiebig gegenüber sich selbst ist. Jemand, der so handelt, wird sein Verhalten stets entschuldigen und versuchen, jede Schuld von sich zu weisen. Vielleicht müssen wir lernen, die Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen und nicht denjenigen zu gleichen, die behaupten, sie seien wegen ihres Elternhauses oder wegen ihres Erbguts im Leben benachteiligt. Die Ursache ist im Herzen des Betreffenden zu suchen. Liebt er Gerechtigkeit? Sehnt er sich nach Heiligkeit? Wünscht er Gottes Segen? Der Psalmist wies deutlich auf die Notwendigkeit der Heiligkeit hin, als er sagte: „Wende dich ab vom Bösen, und tu Gutes; suche Frieden, und jage ihm nach.“ Der Apostel Paulus schrieb: „Eure Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest“ (Psalm 34:14; 97:10; Römer 12:9).

      19, 20. (a) Wie können wir unseren Sinn stärken? (b) Was schließt ein wirkungsvolles persönliches Studium alles ein?

      19 Wir können ‘am Guten festhalten’, wenn wir die Dinge vom Standpunkt Jehovas aus betrachten und wenn wir Christi Sinn haben (1. Korinther 2:16). Wie können wir das erreichen? Dadurch, daß wir Gottes Wort regelmäßig studieren und darüber nachsinnen. Wie oft dieser Rat doch schon gegeben worden ist! Nehmen wir ihn auch ernst genug? Haben wir beispielsweise diese Zeitschrift wirklich studiert und uns mit den Bibeltexten beschäftigt, bevor wir in die Zusammenkunft kamen? Mit Studium ist nicht gemeint, in jedem Absatz lediglich einige Aussagen zu unterstreichen. Einen Studienartikel kann man in etwa fünfzehn Minuten überfliegen und unterstreichen. Hätten wir den Artikel dann aber wirklich studiert? Es kann tatsächlich ein bis zwei Stunden erfordern, das zu studieren und in uns aufzunehmen, was in dem Artikel zu unserem geistigen Nutzen dargelegt wird.

      20 Vielleicht müssen wir uns selbst in Zucht nehmen, jede Woche einige Stunden auf das Fernsehen zu verzichten und uns bewußt auf unsere persönliche Heiligkeit zu konzentrieren. Das regelmäßige Studium erbaut uns und treibt unseren Sinn an, die richtigen Entscheidungen zu treffen — Entscheidungen, die zu „heiligen Handlungen des Wandels“ führen (2. Petrus 3:11; Epheser 4:23; 5:15, 16).

      21. Welche Frage muß noch beantwortet werden?

      21 Die Frage ist nun: In welchen weiteren Bereichen des Handelns und des Wandels können wir als Christen heilig sein, wie Jehova heilig ist? Der nächste Artikel enthält Stoff, über den wir uns Gedanken machen sollten.

  • „Werdet ... heilig in eurem ganzen Wandel“
    Der Wachtturm 1996 | 1. August
    • „Werdet ... heilig in eurem ganzen Wandel“

      „In Übereinstimmung mit dem Heiligen, der euch berufen hat, werdet auch ihr selbst heilig in eurem ganzen Wandel, weil geschrieben steht: ‚Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin‘ “ (1. PETRUS 1:15, 16).

      1. Warum forderte Petrus Christen auf, heilig zu sein?

      WARUM gab der Apostel Petrus den obenerwähnten Rat? Weil er sich dessen bewußt war, daß jeder Christ über seine Gedanken und seine Handlungen wachen muß, damit sie mit der Heiligkeit Jehovas im Einklang sind. Deshalb hatte er seiner Aussage auch folgende Worte vorausgehen lassen: „Gürtet euren Sinn zur Tätigkeit, bleibt vollständig besonnen ... Formt euch als gehorsame Kinder nicht mehr nach den Begierden, die ihr früher in eurer Unwissenheit hattet“ (1. Petrus 1:13, 14).

      2. Warum hatten wir unheilige Begierden, bevor wir die Wahrheit kennenlernten?

      2 Die Begierden, die wir früher hatten, waren unheilig. Warum? Weil viele von uns eine weltliche Handlungsweise pflegten, bevor sie die christliche Wahrheit annahmen. Petrus war sich dessen bewußt, als er klar und deutlich sagte: „Es ist genug, daß ihr in der vergangenen Zeit den Willen der Nationen vollbracht habt, als ihr in Zügellosigkeiten wandeltet, in Lüsten, übermäßigem Weingenuß, Schwelgereien, Trinkgelagen und gesetzwidrigen Götzendienereien.“ Petrus führte natürlich keine unheiligen Handlungen auf, wie sie in der heutigen Welt üblich sind, denn sie waren damals noch unbekannt (1. Petrus 4:3, 4).

      3, 4. (a) Wie können wir unrechten Begierden entgegenwirken? (b) Müssen Christen alle Gefühle unterdrücken? Erkläre es.

      3 Ist uns aufgefallen, daß es sich hierbei um Begierden handelt, die an das Fleisch, die Sinne und die Gefühle appellieren? Wenn wir uns davon beherrschen ließen, würden unsere Gedanken und unsere Handlungen ganz leicht unheilig werden. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, unser Handeln durch die Vernunft beherrschen zu lassen. Paulus drückte es wie folgt aus: „Daher bitte ich euch inständig, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, für Gott annehmbares Schlachtopfer darzustellen, das ist ein heiliger Dienst gemäß eurer Vernunft“ (Römer 12:1, 2).

      4 Damit wir uns Gott als ein heiliges Schlachtopfer darstellen können, muß bei uns die Vernunft vorherrschen, nicht die Gefühle. Wie viele haben sich doch in Unsittlichkeit verstrickt, weil sie sich in ihrem Verhalten von ihren Gefühlen leiten ließen! Das bedeutet allerdings nicht, daß wir unsere Gefühle unterdrücken sollten, denn dann könnten wir auch im Dienst für Jehova keine Freude mehr zum Ausdruck bringen. Doch wenn wir statt der Werke des Fleisches die Frucht des Geistes hervorbringen möchten, müssen wir unseren Sinn neugestalten, so daß wir Christi Denkweise haben (Galater 5:22, 23; Philipper 2:5).

      Ein heiliges Leben führen, weil der Preis heilig war

      5. Warum war sich Petrus der Notwendigkeit der Heiligkeit bewußt?

      5 Warum war sich Petrus der Notwendigkeit der christlichen Heiligkeit so bewußt? Weil er wußte, welch ein heiliger Preis gezahlt worden war, um gehorsame Menschen loszukaufen. Er schrieb: „Ihr wißt, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, von eurer fruchtlosen Art des Wandels befreit worden seid, die euch von euren Vorvätern her überliefert wurde, sondern mit kostbarem Blut gleich dem eines makellosen und fleckenlosen Lammes, nämlich Christi“ (1. Petrus 1:18, 19). Ja, der Quell der Heiligkeit, Jehova Gott, hatte seinen einziggezeugten Sohn, den ‘Heiligen Gottes’, auf die Erde gesandt, um das Lösegeld zu zahlen, wodurch es Menschen ermöglicht wurde, in ein gutes Verhältnis zu Gott zu gelangen (Johannes 3:16; 6:69; 2. Mose 28:36; Matthäus 20:28).

      6. (a) Warum fällt es uns nicht leicht, einen heiligen Wandel zu führen? (b) Was kann uns helfen, in unserem Wandel heilig zu bleiben?

      6 Wir sind uns jedoch bewußt, daß es nicht leicht ist, inmitten der verdorbenen Welt Satans ein heiliges Leben zu führen. Satan ist bemüht, treuen Christen, die sich von seinem System der Dinge nicht vereinnahmen lassen wollen, Fallen zu stellen (Epheser 6:12; 1. Timotheus 6:9, 10). Der Druck am Arbeitsplatz, innerfamiliärer Widerstand, Spott in der Schule und Gruppenzwang erfordern ein starkes Geistiggesinntsein, denn nur so kann man die Heiligkeit bewahren. Das unterstreicht die wichtige Rolle unseres persönlichen Studiums und unserer regelmäßigen Anwesenheit bei den christlichen Zusammenkünften. Paulus gab Timotheus den Rat: „Halte dich weiterhin an das Muster gesunder Worte, die du von mir gehört hast, mit Glauben und Liebe, die mit Christus Jesus verbunden sind“ (2. Timotheus 1:13). Diese gesunden Worte werden uns im Königreichssaal und durch unser persönliches Bibelstudium vermittelt. Sie können uns helfen, täglich unter den verschiedensten Umständen in unserem Wandel heilig zu sein.

      Heiliger Wandel in der Familie

      7. Welchen Einfluß sollte die Heiligkeit auf unser Familienleben haben?

      7 Als Petrus aus 3. Mose 11:44 zitierte, gebrauchte er das griechische Wort hágios, das „abgesondert von Sünde und folglich Gott geweiht“ bedeutet (W. E. Vine, An Expository Dictionary of New Testament Words). Welchen Einfluß sollte die Notwendigkeit, heilig zu sein, auf unser christliches Familienleben haben? Es bedeutet mit Sicherheit, daß unser Familienleben auf Liebe gegründet sein sollte, weil „Gott Liebe ist“ (1. Johannes 4:8). Selbstaufopfernde Liebe ist das „Öl“, das für ein reibungsloses Verhältnis zwischen den Ehepartnern sowie zwischen Eltern und Kindern sorgt (1. Korinther 13:4-8; Epheser 5:28, 29, 33; 6:4; Kolosser 3:18, 21).

      8, 9. (a) Welche Situation könnte in einer christlichen Hausgemeinschaft entstehen? (b) Welchen vernünftigen Rat gibt die Bibel in Verbindung damit?

      8 Man denkt vielleicht, diese Liebe würde sich in einer christlichen Familie von selbst ergeben. Es muß jedoch eingeräumt werden, daß in manchen christlichen Hausgemeinschaften die Liebe nicht in dem Umfang vorhanden ist, wie es sein sollte. Im Königreichssaal mag es zwar so aussehen, als sei alles in Ordnung, doch wie leicht könnte es geschehen, daß es in der häuslichen Umgebung mit der Heiligkeit nicht mehr weit her ist. Möglicherweise vergessen wir dann plötzlich, daß unsere Frau immer noch unsere christliche Schwester ist oder unser Mann immer noch derselbe Bruder (und gegebenenfalls ein Dienstamtgehilfe oder Ältester), den wir im Königreichssaal anscheinend respektieren. Wir sind gereizt, und es kann zu hitzigen Auseinandersetzungen kommen. Es könnte sogar geschehen, daß wir gemäß zwei verschiedenen Maßstäben leben. Da stehen sich nicht mehr ein christusähnlicher Ehemann und eine christusähnliche Ehefrau gegenüber, sondern da liegen ein Mann und eine Frau im Streit. Sie vergessen, daß die häusliche Atmosphäre von Heiligkeit geprägt sein sollte. Vielleicht beginnen sie sogar, wie die Menschen der Welt zu reden. Wie leicht kann einem dabei eine häßliche, verletzende Bemerkung herausrutschen! (Sprüche 12:18; vergleiche Apostelgeschichte 15:37-39).

      9 Paulus rät dagegen: „Kein faules Wort [griechisch: lógos saprós, „besudelndes Gerede“, daher unheilig] gehe aus eurem Mund hervor, sondern was immer zur Erbauung gut ist, wie es nötig sein mag, damit es den Hörern förderlich sei.“ Und das bezieht sich auf alle Zuhörer im Haus, auch auf die Kinder (Epheser 4:29; Jakobus 3:8-10).

      10. Inwiefern trifft der Rat in bezug auf Heiligkeit auf Kinder zu?

      10 Diese Richtlinien in bezug auf Heiligkeit treffen in gleicher Weise auf die Kinder in einer christlichen Familie zu. Wie leicht könnten sie, wenn sie von der Schule nach Hause kommen, versucht sein, die rebellische, respektlose Sprache ihrer weltlichen Mitschüler nachzuahmen. Ihr Kinder, neigt nicht zu einer Einstellung, wie sie die ungezogenen Jungen zum Ausdruck brachten, die den Propheten Jehovas beleidigten und heute unflätige, gotteslästerlich redende Entsprechungen haben! (2. Könige 2:23, 24). Laßt euer Reden nicht durch die rohe Gossensprache derjenigen beflecken, die zu faul oder zu taktlos sind, um anständige Worte zu gebrauchen. Als Christen sollten wir eine Sprache pflegen, die heilig, angenehm, erbauend, freundlich und „mit Salz gewürzt“ ist. Sie sollte uns von den anderen Menschen unterscheiden (Kolosser 3:8-10; 4:6).

      Heiligkeit und unsere ungläubigen Angehörigen

      11. Warum darf man trotz Heiligkeit nicht selbstgerecht erscheinen?

      11 Wir bemühen uns zwar gewissenhaft, uns in der Heiligkeit zu üben, aber wir dürfen nicht den Anschein erwecken, daß wir uns für etwas Besseres halten oder selbstgerecht sind, vor allem dann nicht, wenn wir mit ungläubigen Angehörigen zu tun haben. Durch unser freundliches, christliches Verhalten sollten sie zumindest erkennen können, daß wir auf positive Weise anders sind und wissen, wie man gleich dem barmherzigen Samariter in Jesu Gleichnis Liebe und Mitgefühl zeigt (Lukas 10:30-37).

      12. Wie kann ein verheirateter Christ die Wahrheit für seinen Ehepartner ansprechender machen?

      12 Petrus unterstrich, wie wichtig die richtige Einstellung gegenüber einem ungläubigen Angehörigen ist, als er christlichen Ehefrauen schrieb: „Ebenso ihr Frauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden mögen, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind.“ Eine christliche Ehefrau (ebenso ein christlicher Ehemann) kann die Wahrheit für den ungläubigen Ehepartner durch ein keusches, rücksichtsvolles und respektvolles Verhalten ansprechender machen. Das bedeutet, daß der theokratische Zeitplan flexibel gestaltet werden sollte, damit sich der ungläubige Ehepartner nicht vor den Kopf gestoßen oder übergangen fühlt (1. Petrus 3:1, 2).a

      13. Wie können Älteste und Dienstamtgehilfen manchmal dazu beitragen, daß ein ungläubiger Ehemann an der Wahrheit Gefallen findet?

      13 Älteste und Dienstamtgehilfen können manchmal eine Hilfe sein, wenn sie sich in zwanglosem Rahmen mit dem ungläubigen Ehepartner bekannt machen. Dadurch sieht er vielleicht, daß Jehovas Zeugen normale, anständige Menschen sind, die sich für vieles interessieren, nicht nur für biblische Themen. In einem Fall zeigte ein Ältester Interesse am Angeln, dem Hobby eines Ehemannes. Und schon war das Eis gebrochen. Der Mann ließ sich schließlich taufen. In einem anderen Fall war der ungläubige Mann von Kanarienvögeln fasziniert. Das war für die Ältesten kein Hinderungsgrund. Einer von ihnen beschäftigte sich intensiv mit dem Thema, so daß er beim nächsten Zusammentreffen mit dem Mann ein Gespräch über sein Lieblingshaustier beginnen konnte. Heilig zu sein bedeutet somit nicht, engherzig oder engstirnig zu sein (1. Korinther 9:20-23).

      Wie können wir in der Versammlung heilig sein?

      14. (a) Welcher Methode bedient sich Satan unter anderem, um die Christenversammlung zu untergraben? (b) Wie können wir es vermeiden, Satan in die Falle zu gehen?

      14 Satan, der Teufel, ist ein Verleumder, denn das griechische Wort für Teufel, diábolos, bedeutet „Ankläger“ oder „Verleumder“. Die Verleumdung ist eines seiner Spezialgebiete, und er versucht, sie in die Christenversammlung hineinzutragen. Seine beliebteste Methode ist das Geschwätz. Lassen wir uns in diesem Bereich des unheiligen Wandels von ihm verleiten? Wie könnte das geschehen? Dadurch, daß wir uns Geschwätz anhören oder es weitergeben. Ein kluger Spruch lautet: „Ein Mann der Intrigen entfesselt ständig Streit, und ein Verleumder trennt die miteinander Vertrauten“ (Sprüche 16:28). Was hilft gegen Geschwätz und Verleumdung? Wir müssen darauf achten, daß unsere Rede stets erbauend ist und auf Liebe beruht. Wenn wir auf die Tugenden statt auf die angeblichen Untugenden unserer Brüder achten, werden unsere Gespräche stets angenehm und erbauend sein. Denken wir daran, daß es leicht ist zu kritisieren. Und wer weiß, ob derjenige, der uns Geschwätz über andere zuträgt, nicht bei anderen Geschwätz über uns verbreitet? (1. Timotheus 5:13; Titus 2:3).

      15. Welche christusähnlichen Eigenschaften tragen dazu bei, die Versammlung heilig zu halten?

      15 Damit die Versammlung heilig bleibt, müssen wir alle Christi Sinn haben, und wir wissen, daß seine vorherrschende Eigenschaft die Liebe ist. Daher riet Paulus den Kolossern, so mitfühlend wie Christus zu sein: „Kleidet euch somit als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Fahrt fort, ... einander bereitwillig zu vergeben ... Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit.“ Dann fügte er hinzu: „Und der Frieden des Christus herrsche in eurem Herzen.“ Gewiß können wir, wenn wir in dieser Weise zum Vergeben bereit sind, die Einheit und die Heiligkeit der Versammlung bewahren (Kolosser 3:12-15).

      Ist unsere Heiligkeit für die Nachbarschaft erkennbar?

      16. Warum sollte unsere heilige Anbetung eine freudige Anbetung sein?

      16 Was gibt es in Verbindung mit unseren Nachbarn zu sagen? Was können sie bei uns beobachten? Strahlen wir vor Freude über die Wahrheit, oder vermitteln wir den Eindruck, sie würde uns belasten? Wenn wir heilig sind, wie Jehova heilig ist, sollte sich das in unserer Sprache und in unserem Verhalten deutlich zeigen. Man sollte eindeutig erkennen können, daß unsere heilige Anbetung eine freudige Anbetung ist. Warum? Weil Jehova, unser Gott, ein glücklicher Gott ist, der sich freudige Anbeter wünscht. Daher konnte der Psalmist über Jehovas Volk in alter Zeit sagen: „Glücklich ist das Volk, dessen Gott Jehova ist!“ Strahlen wir dieses Glück wider? Zeigen auch unsere Kinder Zufriedenheit darüber, im Königreichssaal und auf Kongressen inmitten des Volkes Jehovas zu sein? (Psalm 89:15, 16; 144:15b).

      17. Wie können wir auf praktische Weise die Ausgeglichenheit unserer Heiligkeit zeigen?

      17 Wir können die Ausgeglichenheit unserer Heiligkeit auch durch einen Geist der Zusammenarbeit und durch ein gutnachbarliches, freundliches Verhalten zeigen. Manchmal müssen Nachbarn zusammenarbeiten, beispielsweise bei Aufräumarbeiten in der Umgebung oder bei der Instandhaltung der Straßen, was in einigen Ländern üblich ist. In Verbindung damit kann unsere Heiligkeit darin zum Ausdruck kommen, wie wir uns um unseren Garten, unseren Hof oder um anderes Eigentum kümmern. Könnten wir von Respekt gegenüber unseren Nachbarn sprechen, wenn wir Abfälle herumliegen ließen oder einen unordentlichen Hof hätten, auf dem vielleicht noch für alle sichtbar alte Autowracks stünden? (Offenbarung 11:18).

      Heiligkeit am Arbeitsplatz und in der Schule

      18. (a) In welcher mißlichen Lage befinden sich Christen heute? (b) Wodurch können wir uns von der Welt unterscheiden?

      18 Der Apostel Paulus richtete folgende Worte an Christen in der ruchlosen Stadt Korinth: „In meinem Brief schrieb ich euch, keinen Umgang mehr mit Hurern zu haben, nicht in dem Sinne gänzlich mit den Hurern dieser Welt oder den Habgierigen und Erpressern oder Götzendienern. Sonst müßtet ihr ja aus der Welt hinausgehen“ (1. Korinther 5:9, 10). Das ist die mißliche Lage von Christen, die Tag für Tag mit unsittlichen oder amoralischen Menschen zusammensein müssen. Es stellt eine große Prüfung der Lauterkeit dar, vor allem in Kulturkreisen, in denen man sexuelle Belästigung, Korruption und Unehrlichkeit verzeiht oder sogar dazu ermuntert. Angesichts dessen können wir es uns nicht leisten, unsere Maßstäbe herabzusetzen, damit wir von anderen als „normal“ betrachtet werden. Durch unser zwar andersartiges, aber freundliches, christliches Verhalten sollten wir Menschen ins Auge fallen, die Unterscheidungsvermögen besitzen, nach etwas Besserem suchen und ihre geistigen Bedürfnisse erkennen (Matthäus 5:3; 1. Petrus 3:16, 17).

      19. (a) Mit welchen Schwierigkeiten müßt ihr Kinder in der Schule fertig werden? (b) Was können Eltern zur Unterstützung ihrer Kinder tun, damit diese einen heiligen Wandel bewahren?

      19 In der Schule müssen unsere Kinder ebenfalls mit vielen Schwierigkeiten fertig werden. Ihr Eltern, besucht ihr ab und zu die Schule, in die eure Kinder gehen? Wißt ihr, welche Atmosphäre dort herrscht? Steht ihr mit den Lehrern in Verbindung? Warum sind diese Fragen so wichtig? Weil die Schulen in vielen Großstädten in aller Welt zu einem Dschungel aus Gewalttätigkeit, Drogen und Sex geworden sind. Wie könnten eure Kinder ohne die rückhaltlose, mitfühlende Unterstützung von euch Eltern die Lauterkeit und einen heiligen Wandel bewahren? Zu Recht richtete Paulus an Eltern folgenden Rat: „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden“ (Kolosser 3:21). Man könnte Kinder beispielsweise dadurch reizen, daß man kein Verständnis für ihre täglichen Probleme und Prüfungen zeigt. Die Vorbereitung auf die Versuchungen in der Schule beginnt in der förderlichen Atmosphäre eines geistiggesinnten christlichen Elternhauses (5. Mose 6:6-9; Sprüche 22:6).

      20. Warum ist die Heiligkeit für jeden von uns so wichtig?

      20 Abschließend noch einmal die Frage: Warum ist die Heiligkeit für jeden von uns so wichtig? Weil sie als Schutz dient, damit wir nicht von Satans Welt und ihrem Denken vereinnahmt werden. Die Heiligkeit ist schon heute ein Segen und wird es auch in Zukunft sein. Sie gibt uns eine Gewähr für das wirkliche Leben in der neuen Welt der Gerechtigkeit. Sie hilft uns, ausgeglichene, zugängliche, mitteilsame Christen zu sein — keine unnachgiebigen Fanatiker. Kurz gesagt, sie läßt uns christusähnlich sein (1. Timotheus 6:19).

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