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  • Jehovas Gabe des heiligen Geistes
    Der Wachtturm 1992 | 1. Februar
    • Jehovas Gabe des heiligen Geistes

      „Wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (LUKAS 11:13).

      1, 2. (a) Welches Versprechen gab Jesus bezüglich des heiligen Geistes, und warum ist das wirklich trostreich? (b) Was ist der heilige Geist?

      ALS Jesus im Herbst 32 u. Z. in Judäa die gute Botschaft predigte, sprach er mit seinen Jüngern über die Großzügigkeit Jehovas. Im Anschluß an einige sehr wirkungsvolle Veranschaulichungen gab er das wunderbare Versprechen: „Wenn nun ihr, obwohl ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (Lukas 11:13).

      2 Welch trostreiche Worte! Während wir den Aufruhr der letzten Tage der gegenwärtigen Welt zu ertragen haben, der Feindschaft Satans und seiner Dämonen ausgesetzt sind und gegen unsere eigenen gefallenen Neigungen kämpfen müssen, ist es wirklich herzerquickend, zu wissen, daß Gott uns durch seinen Geist stärken wird. Ja, ohne diese Unterstützung wäre treues Ausharren unmöglich. Haben wir die Macht des Geistes, bei dem es sich um Gottes eigene wirksame Kraft handelt, bereits verspürt? Verstehen wir, inwieweit er uns helfen kann? Machen wir ihn uns in vollem Umfang zunutze?

      Die Macht des heiligen Geistes

      3, 4. Veranschauliche die Macht des heiligen Geistes.

      3 Wir wollen uns zunächst einmal die Macht des heiligen Geistes vor Augen führen, wozu wir uns in das Jahr 1954 zurückversetzen. Damals wurde über dem Bikini-Atoll im Südpazifik eine Wasserstoffbombe zur Explosion gebracht. Augenblicklich nach der Zündung wurde die schöne Insel von einem riesigen Feuerball eingehüllt und von einer Explosion erschüttert, die der Detonation von 15 Millionen Tonnen TNT entsprach. Woher stammte all diese zerstörerische Kraft? Sie wurde durch die Umwandlung eines kleinen Teils des Urans und des Wasserstoffs, die den Kern der Bombe bildeten, freigesetzt. Aber was wäre, wenn es Wissenschaftlern gelänge, den Vorgang, der auf Bikini ablief, umzukehren? Man stelle sich vor, sie könnten die gesamte feurige Energie einfangen und in einige Kilogramm Uran und Wasserstoff umwandeln. Welch eine Leistung! Doch Jehova vollbrachte etwas Vergleichbares, allerdings in unendlich größerem Maßstab, als er ‘im Anfang die Himmel und die Erde erschuf’ (1. Mose 1:1).

      4 Jehova verfügt über gewaltige Reserven an dynamischer Kraft (Jesaja 40:26). Bei der Schöpfung muß er einiges von dieser Kraft aufgewendet haben, als er die gesamte Materie bildete, aus der das Universum besteht. Was setzte er dabei ein? Den heiligen Geist. Wir lesen: „Durch das Wort Jehovas sind die Himmel selbst gemacht worden und durch den Geist seines Mundes all ihr Heer“ (Psalm 33:6). Und der Schöpfungsbericht in der Genesis lautet: „Gottes wirksame Kraft [der heilige Geist] bewegte sich hin und her über der Oberfläche der Wasser“ (1. Mose 1:2). Welch eine gewaltige Kraft der heilige Geist doch ist!

      Wunderwerke

      5. Auf welch erhabene Weise wirkt der heilige Geist?

      5 Der heilige Geist wirkt immer noch auf sehr erhabene Weise. Er führt und leitet Jehovas himmlische Organisation (Hesekiel 1:20, 21). Wie die bei der Explosion einer Wasserstoffbombe freigesetzte Energie kann er zum Zerstören gebraucht werden, um das Gericht an den Feinden Jehovas zu vollstrecken, aber er war auch auf andere Weise tätig, die uns Bewunderung einflößt (Jesaja 11:15; 30:27, 28; 40:7, 8; 2. Thessalonicher 2:8).

      6. Wie unterstützte der heilige Geist Moses und die Kinder Israel in Ägypten?

      6 Ein Beispiel: Um das Jahr 1513 v. u. Z. wurde Moses von Jehova beauftragt, vor dem Pharao von Ägypten zu erscheinen und die Freilassung der Kinder Israel zu fordern. In den vorausgegangenen 40 Jahren hatte Moses als Hirte in Midian gelebt. Warum sollte Pharao ausgerechnet auf einen Hirten hören? Weil Moses im Namen Jehovas, des allein wahren Gottes, kam. Als Beweis dafür ermächtigte Jehova ihn, Wunder zu wirken. Diese waren so beeindruckend, daß selbst die ägyptischen Priester zugeben mußten: „Es ist der Finger Gottes!“a (2. Mose 8:19). Jehova brachte zehn Plagen über Ägypten; die letzte zwang Pharao, Gottes Volk den Auszug aus dem Land zu gestatten. Als der halsstarrige Pharao mit seinem Heer den Israeliten nachjagte, entkamen diese, da sich zufolge eines Wunders ein Durchgang durch das Rote Meer öffnete. Die ägyptische Streitmacht, die ihnen folgte, ertrank dagegen im Meer (Jesaja 63:11-14; Haggai 2:4, 5).

      7. (a) Aus welchen Gründen wurden durch den heiligen Geist Wunder gewirkt? (b) Welchen Trost vermitteln die durch den heiligen Geist gewirkten Wunder, über die in der Bibel berichtet wird, wenngleich gegenwärtig keine Wunder mehr geschehen?

      7 Ja, Jehova wirkte in den Tagen Mose durch seinen Geist machtvolle Wunder zum Nutzen der Israeliten, und er tat es auch zu anderen Zeiten. Welche Absicht wurde mit diesen Wundern verfolgt? Sie förderten die Vorsätze Jehovas, machten seinen Namen bekannt und offenbarten seine Macht. Und manchmal — wie bei Moses — bewiesen sie unmißverständlich, daß jemand die Unterstützung Jehovas hatte (2. Mose 4:1-9; 9:14-16). Es geschah im Laufe der Geschichte allerdings nur selten, daß durch den heiligen Geist Wunder gewirkt wurden.b Wahrscheinlich sind die wenigsten Menschen, die in biblischen Zeiten lebten, Zeuge eines Wunders geworden, und gegenwärtig geschehen gar keine mehr. Aber ist es heute, wo wir mit unüberwindlich erscheinenden Problemen zu kämpfen haben, nicht trostreich zu wissen, daß Jehova uns auf unsere glaubensvolle Bitte hin denselben Geist geben wird, der Moses unterstützte, als er vor Pharao stand, und der den Israeliten einen Weg durch das Rote Meer bahnte? (Matthäus 17:20).

      Inspirierte Schriften

      8. Welche Rolle spielte der heilige Geist, als die Zehn Gebote übermittelt wurden?

      8 Moses führte die Israeliten nach der Befreiung aus Ägypten zum Berg Sinai, wo Jehova einen Bund mit ihnen schloß und ihnen sein Gesetz gab. Ein bedeutsamer Teil des von Moses übermittelten Gesetzes waren die Zehn Gebote — ursprünglich auf Steintafeln eingraviert. Wie geschah dies? Durch den heiligen Geist. In der Bibel heißt es: „Sobald er [Jehova] nun auf dem Berg Sinai mit ihm zu Ende geredet hatte, gab er Moses dann zwei Tafeln des ZEUGNISSES, Steintafeln, beschrieben von Gottes Finger“ (2. Mose 31:18; 34:1).

      9, 10. Was tat der heilige Geist in Verbindung mit der Niederschrift der Hebräischen Schriften, und wie geht das aus Äußerungen der Jünger Jesu hervor?

      9 Außer den Zehn Geboten gab Jehova Israel durch seinen Geist Hunderte von Gesetzen und Verordnungen, die treuen Männern und Frauen in ihrem Leben als Anleitung dienen sollten, und weitere inspirierte Schriften würden folgen. Jahrhunderte nach Moses erklärten Leviten in einem öffentlichen Gebet zu Jehova: „Du ... warst nachsichtig mit ihnen [den Israeliten] viele Jahre lang und zeugtest weiterhin gegen sie durch deinen Geist, durch deine Propheten“ (Nehemia 9:5, 30). Zahlreiche inspirierte Prophezeiungen, die diese Propheten äußerten, wurden aufgezeichnet. Außerdem veranlaßte der heilige Geist treue Männer, die biblische Geschichte und von Herzen kommende Lieder des Lobpreises niederzuschreiben.

      10 Paulus bezog sich auf alle diese Schriften, als er sagte: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert“ (2. Timotheus 3:16; 2. Samuel 23:2; 2. Petrus 1:20, 21). Wenn Jesu Jünger des ersten Jahrhunderts aus diesen Schriften zitierten, gebrauchten sie oft Wendungen wie „der heilige Geist [hatte] durch den Mund Davids ... vorhergesagt“, „der heilige Geist [hat] durch Jesaja ... geredet“ oder einfach „der heilige Geist sagt“ (Apostelgeschichte 1:16; 4:25; 28:25, 26; Hebräer 3:7). Welch ein Segen, daß derselbe heilige Geist, der die Niederschrift der Heiligen Schrift beeinflußte, diese auch bewahrt hat, so daß sie uns heute anleiten und trösten kann! (1. Petrus 1:25).

      Auf den heiligen Geist vertrauen

      11. Welche Wirkung des Geistes war in Verbindung mit dem Bau der Stiftshütte zu sehen?

      11 Als die Israeliten am Fuß des Berges Sinai lagerten, gebot Jehova ihnen, die Stiftshütte als Mittelpunkt der wahren Anbetung zu bauen. Wie sollten sie das schaffen? „Moses [sprach] zu den Söhnen Israels: ‚Seht, Jehova hat Bezalel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda mit Namen berufen. Und er hat ihn dann mit dem Geist Gottes erfüllt, in Weisheit, in Verstand und in Kenntnis und in jeder Art von Kunstfertigkeit‘“ (2. Mose 35:30, 31). Der heilige Geist verbesserte gewisse natürliche Fähigkeiten, die Bezalel besaß, woraufhin dieser mit Erfolg die Errichtung des bemerkenswerten Bauwerks beaufsichtigen konnte.

      12. Wie gab der Geist in der Zeit nach Moses Einzelpersonen auf ungewöhnliche Weise Kraft?

      12 In späterer Zeit wurde der Geist Jehovas über Simson wirksam, dem er übermenschliche Kraft verlieh, um Israel von den Philistern zu befreien (Richter 14:5-7, 9; 15:14-16; 16:28-30). Geraume Zeit nach ihm wurde Salomo als König des von Gott erwählten Volkes besondere Weisheit gewährt (2. Chronika 1:12, 13). Unter seiner Herrschaft gedieh Israel wie nie zuvor, und die glücklichen Verhältnisse, die damals herrschten, sind ein Vorbild für die Segnungen, deren sich Gottes Volk unter der Millenniumsherrschaft Christi Jesu, des größeren Salomo, erfreuen wird (1. Könige 4:20, 25, 29-34; Jesaja 2:3, 4; 11:1, 2; Matthäus 12:42).

      13. Inwiefern ermuntert uns heute der Bericht darüber, wie der Geist Bezalel, Simson und Salomo stärkte?

      13 Welch ein Segen ist es doch, daß Jehova den Geist auch uns zugänglich macht! Sollten wir das Gefühl haben, nicht befähigt zu sein, eine Aufgabe zu bewältigen oder uns am Predigtdienst zu beteiligen, können wir Jehova bitten, uns denselben Geist zu geben wie Bezalel. Falls wir an einer Krankheit leiden oder in Verfolgung ausharren müssen, wird uns derselbe Geist stärken, der Simson übermenschliche Kräfte verlieh — wenngleich das natürlich nicht durch ein Wunder geschehen wird. Und wenn wir vor schwierigen Problemen stehen oder wichtige Entscheidungen treffen müssen, können wir Jehova, der Salomo außergewöhnliche Weisheit gab, bitten, uns zu helfen, weise zu handeln. Wie Paulus können wir dann sagen: „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht“ (Philipper 4:13). Des weiteren wird das auf uns zutreffen, was Jakobus verhieß: „Wenn es ... einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden“ (Jakobus 1:5).

      14. Wen unterstützte der heilige Geist in alter Zeit, und wen unterstützt er heute?

      14 Der Geist Jehovas ruhte auch auf Moses, wenn er seiner Aufgabe nachging, das Volk zu richten. Als zusätzliche Männer ausgewählt wurden, um Moses zu helfen, sagte Jehova: „Ich will von dem Geist, der auf dir ist, etwas nehmen und es auf sie legen, und sie werden dir helfen müssen, die Last des Volkes zu tragen, damit nicht du, nur du allein, sie trägst“ (4. Mose 11:17). Diese Männer mußten somit nicht aus eigener Kraft handeln, sondern wurden vom heiligen Geist unterstützt. Der Geist Jehovas ruhte später auch auf anderen Personen, wie wir aus der Bibel erfahren (Richter 3:10, 11; 11:29). Der Bericht über die von Samuel vorgenommene Salbung Davids zum künftigen König über Israel lautet: „Samuel [nahm] das Ölhorn und salbte ihn inmitten seiner Brüder. Und der Geist Jehovas begann von jenem Tag an über David wirksam zu sein“ (1. Samuel 16:13). Für jemand, der heute große Verantwortung trägt — in der Familie, in der Versammlung oder in der Organisation —, kann es ein echter Trost sein, zu wissen, daß Gottes Geist immer noch seine Diener unterstützt, während sie ihren Verpflichtungen nachkommen.

      15. In welcher Hinsicht hat der heilige Geist die Organisation Jehovas gestärkt: (a) in den Tagen Haggais und Sacharjas, (b) heute?

      15 Etwa tausend Jahre waren seit den Tagen Mose vergangen, als einige Treue von den Kindern Israel aus Babylon nach Jerusalem zurückkehrten mit dem Auftrag, den Tempel wieder aufzubauen (Esra 1:1-4; Jeremia 25:12; 29:14). Aufgrund von Schwierigkeiten und Hindernissen wurden sie jedoch viele Jahre davon abgehalten. Schließlich erweckte Jehova die Propheten Haggai und Sacharja, um die Juden zu ermuntern und ihnen anzuraten, nicht auf ihre eigene Kraft zu vertrauen. Aber wie sollte die Aufgabe vollbracht werden? „‚Nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern durch meinen Geist‘, hat Jehova der Heerscharen gesagt“ (Sacharja 4:6). Und mit der Unterstützung des Geistes Gottes wurde der Tempel gebaut. Gottes Volk hat heute auf ähnliche Weise viel erreicht. Das Predigen der guten Botschaft wurde über die ganze Erde ausgedehnt. Millionen von Menschen werden über die Wahrheit und die Gerechtigkeit belehrt. Kongresse werden organisiert. Königreichssäle und Zweigbüros werden errichtet. Und vieles davon ist getan worden, obwohl es erbitterten Widerstand dagegen gab. Doch Jehovas Zeugen ließen sich nie entmutigen, weil sie wissen, daß wirklich alles, was erreicht wurde, weder durch eine Streitmacht noch durch menschliche Kraft, sondern allein durch Gottes Geist vollbracht worden ist.

      Gottes Geist im ersten Jahrhundert

      16. Was wußten Jehovas vorchristliche Diener in bezug auf die Wirksamkeit des Geistes Gottes?

      16 Wie wir gesehen haben, waren sich die vorchristlichen Diener Gottes der Macht seines Geistes wohl bewußt. Sie vertrauten darauf, daß dieser Geist ihnen half, schwere Verpflichtungen zu erfüllen und Gottes Willen zu tun. Außerdem wußten sie, daß das Gesetz und die anderen heiligen Schriften inspiriert — unter dem Einfluß des Geistes Jehovas geschrieben — und somit ‘Gottes Wort’ waren (Psalm 119:105). Wie verhielt es sich jedoch in christlicher Zeit?

      17, 18. Welches sind einige der wunderbaren Wirkungen des Geistes in christlicher Zeit, und wozu dienten sie?

      17 Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung gab es ebenfalls wunderbare Wirkungen des Geistes Gottes. Der Geist inspirierte zum Prophezeien (1. Korinther 14:1, 3). In Erfüllung der Verheißung Jesu, der heilige Geist werde seine Jünger an alle Dinge erinnern, die er gesagt habe, und sie über weitere Einzelheiten der Wahrheit belehren, wurden unter dem Einfluß des heiligen Geistes mehrere Bücher geschrieben (Johannes 14:26; 15:26, 27; 16:12, 13). Und es geschahen Wunder, auf die wir im folgenden Artikel noch näher eingehen werden. Ja, das erste Jahrhundert begann sozusagen mit einem höchst erstaunlichen Wunder. Um das Jahr 2 v. u. Z. sollte ein besonderes Kind geboren werden, daran zu erkennen, daß dessen junge Mutter eine Jungfrau war. Wie war das möglich? Durch den heiligen Geist. Der Bericht lautet: „Mit der Geburt Jesu Christi ... verhielt es sich so: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, fand es sich, daß sie vor ihrer Vereinigung durch heiligen Geist schwanger war“ (Matthäus 1:18; Lukas 1:35, 36).

      18 Als Jesus erwachsen war, trieb er Dämonen aus, heilte Kranke und weckte sogar Tote auf — alles in der Kraft des heiligen Geistes. Einige seiner Nachfolger vollbrachten ebenfalls Wunder und Machttaten. Diese besonderen Fähigkeiten waren Gaben des Geistes. Wozu dienten sie? Wie schon die Wunder in früherer Zeit förderten sie Gottes Vorsätze und offenbarten seine Macht. Außerdem bewiesen sie, daß Jesus zu Recht sagte, er sei von Gott ausgesandt worden; und später bewiesen sie, daß die Christenversammlung des ersten Jahrhunderts die von Gott auserwählte Nation war (Matthäus 11:2-6; Johannes 16:8; Apostelgeschichte 2:22; 1. Korinther 12:4-11; Hebräer 2:4; 1. Petrus 2:9).

      19. Wie wird unser Glaube durch den Bibelbericht über die Wunder Jesu und seiner Apostel gestärkt?

      19 Der Apostel Paulus sagte jedoch, daß diese Wunder — Kundgebungen des Geistes — den Anfangstagen der Versammlung vorbehalten seien und enden würden, weshalb wir heute keine durch den heiligen Geist gewirkten Wunder dieser Art mehr erleben (1. Korinther 13:8-11). Dennoch sind die Wunder, die Jesus und seine Apostel gewirkt haben, nicht nur von historischem Interesse. Sie stärken unseren Glauben an Gottes Verheißung, daß es unter Jesu Herrschaft in der neuen Welt Krankheit und Tod nicht mehr geben wird (Jesaja 25:6-8; 33:24; 65:20-24).

      Sich Gottes heiligen Geist zunutze machen

      20, 21. Wie können wir uns den heiligen Geist zunutze machen?

      20 Welch eine gewaltige Kraft dieser Geist doch ist! Aber wie können sich Christen ihn heute zunutze machen? Zum einen sagte Jesus, daß wir darum bitten sollten. Warum also nicht genau das tun? Bitten wir Jehova — und das nicht nur in Zeiten der Bedrängnis, sondern bei jeder Gelegenheit —, uns diese wunderbare Gabe zu geben. Zum anderen wird der heilige Geist nur dann zu uns sprechen können, wenn wir in der Bibel lesen. (Vergleiche Hebräer 3:7.) Sinnen wir über das Gelesene nach und wenden es an, so daß der heilige Geist Einfluß auf unser Leben nehmen kann (Psalm 1:1-3). Pflegen wir des weiteren mit anderen Gemeinschaft, die auf Gottes Geist vertrauen, sowohl mit Einzelpersonen als auch mit vielen in der Versammlung oder auf Kongressen. Wie sehr der heilige Geist doch diejenigen stärkt, die ihren Gott „in versammelten Scharen“ segnen! (Psalm 68:26).

      21 Ist Jehova nicht ein großzügiger Gott? Er sagt, daß wir ihn lediglich um den heiligen Geist bitten müssen, und er wird ihn uns geben. Wie töricht wäre es, auf unsere eigene Weisheit und Stärke zu vertrauen, wenn uns ein so machtvoller Helfer zur Verfügung steht! Es gibt jedoch in Verbindung mit Gottes Geist noch vieles mehr, was uns als Christen betrifft, und das wird im nächsten Artikel behandelt.

      [Fußnoten]

      a Der Ausdruck „Finger Gottes“ bezieht sich gewöhnlich auf den heiligen Geist. (Vergleiche Lukas 11:20 und Matthäus 12:28.)

      b Die Mehrzahl der in der Bibel berichteten Wunder ereigneten sich zur Zeit Mose und Josuas, Elias und Elisas sowie Jesu und seiner Apostel.

  • ‘Im Namen des heiligen Geistes’
    Der Wachtturm 1992 | 1. Februar
    • ‘Im Namen des heiligen Geistes’

      „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen ... des heiligen Geistes“ (MATTHÄUS 28:19).

      1. Welchen neuen Ausdruck gebrauchte Johannes der Täufer in Verbindung mit dem heiligen Geist?

      ALS Johannes der Täufer im Jahre 29 unserer Zeitrechnung in Israel tätig war, um den Weg für den Messias zu bereiten, kündigte er im Verlauf seines Wirkens hinsichtlich des heiligen Geistes etwas Neues an. Den Juden war natürlich bekannt, was die Hebräischen Schriften über den Geist sagen. Folgende Erklärung des Johannes mag sie allerdings überrascht haben: „Ich für meinen Teil taufe euch mit Wasser, weil ihr bereut; der aber nach mir kommt, ... wird euch mit heiligem Geist ... taufen“ (Matthäus 3:11). ‘Taufe mit heiligem Geist’ war für sie ein neuer Ausdruck.

      2. Welchen neuen Ausdruck in Verbindung mit dem heiligen Geist führte Jesus ein?

      2 Derjenige, der kommen sollte, war Jesus. Aber solange Jesus auf der Erde lebte, taufte er tatsächlich niemanden mit heiligem Geist, obwohl er wiederholt von diesem sprach. Nach seiner Auferstehung nahm er dann in noch anderer, neuer Weise Bezug auf den heiligen Geist. Er sagte zu seinen Jüngern: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“ (Matthäus 28:19). Der Ausdruck „im Namen“ bedeutet „in Anerkennung“. Die Wassertaufe in Anerkennung des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes unterschied sich von der Taufe mit heiligem Geist. Es handelte sich ebenfalls um einen neuen Ausdruck in Verbindung mit dem heiligen Geist.

      In heiligem Geist getauft

      3, 4. (a) Wann wurden erstmals Menschen in heiligem Geist getauft? (b) Wie wirkte der heilige Geist zu Pfingsten 33 u. Z. in bezug auf die Jünger Jesu zusätzlich zur Taufe?

      3 Was die Taufe in heiligem Geist betraf, versprach Jesus seinen Jüngern unmittelbar vor seiner Himmelfahrt: „Ihr ... werdet nicht viele Tage nach diesem in heiligem Geist getauft werden“ (Apostelgeschichte 1:5, 8). Jene Verheißung erfüllte sich bald darauf. Heiliger Geist kam auf etwa 120 Jünger herab, die in Jerusalem in einem Obergemach versammelt waren, als Jesus vom Himmel aus erstmals in heiligem Geist taufte (Apostelgeschichte 2:1-4, 33). Was wurde dadurch bewirkt? Die Jünger wurden ein Teil des geistigen Leibes Christi. Wie der Apostel Paulus schrieb, ‘wurden sie alle durch e i n e n Geist zu e i n e m Leib getauft’ (1. Korinther 12:13). Gleichzeitig wurden sie zu künftigen Königen und Priestern des himmlischen Königreiches Gottes gesalbt (Epheser 1:13, 14; 2. Timotheus 2:12; Offenbarung 20:6). Der heilige Geist diente auch als erstes Siegel und Unterpfand dieses herrlichen künftigen Erbes. Aber das war noch nicht alles (2. Korinther 1:21, 22).

      4 Nur wenige Jahre zuvor hatte Jesus zu Nikodemus gesagt: „Wenn jemand nicht wiedergeboren wird, kann er das Königreich Gottes nicht sehen. ... Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Königreich Gottes eingehen“ (Johannes 3:3, 5). Nun waren 120 Menschen wiedergeboren worden. Durch den heiligen Geist waren sie als geistige Söhne Gottes, Brüder Christi, angenommen worden (Johannes 1:11-13; Römer 8:14, 15). Dieses Wirken des heiligen Geistes übertrifft in seiner Einzigartigkeit jedes Wunder. Und der heilige Geist wurde — im Gegensatz zu den damaligen Wundern — nach dem Tod der Apostel nicht weggetan, sondern wirkt auf diese Weise bis in unsere Tage. Jehovas Zeugen haben das Vorrecht, in ihrer Mitte die letzten geistgetauften Glieder des Leibes Christi zu haben, die als ein „treuer und verständiger Sklave“ dienen, der geistige Speise zur rechten Zeit austeilt (Matthäus 24:45-47).

      Getauft „im Namen ... des heiligen Geistes“

      5, 6. Wie kam es zufolge der ersten Taufen in heiligem Geist auch zu Wassertaufen?

      5 Doch wie verhält es sich mit der verheißenen Wassertaufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes? Die ersten Jünger, die im Geist getauft wurden, hatten sich keiner derartigen Wassertaufe unterzogen. Sie hatten bereits die Wassertaufe des Johannes empfangen, und da diese seinerzeit für Jehova annehmbar war, mußten sie nicht noch einmal getauft werden. Zu Pfingsten 33 u. Z. empfingen dann aber große Menschenmengen die neue Wassertaufe. Wie kam es dazu?

      6 Die Taufe der 120 in heiligem Geist war von einem lauten Geräusch begleitet gewesen, das die Mengen anlockte. Alle staunten darüber, daß die Jünger in Zungen sprachen, das heißt in Fremdsprachen, die die Anwesenden verstanden. Wie der Apostel Petrus erklärte, war dieses Wunder ein Beweis dafür, daß der von den Toten auferweckte Jesus, der nun zur Rechten Gottes im Himmel saß, den Geist Gottes ausgegossen hatte. Petrus forderte seine Zuhörer auf: „Daher erkenne das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr an den Pfahl brachtet.“ Er schloß seine Rede mit den Worten ab: „Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, und ihr werdet als freie Gabe den heiligen Geist empfangen.“ Etwa 3 000 Menschen unternahmen entsprechende Schritte (Apostelgeschichte 2:36, 38, 41).

      7. In welcher Hinsicht wurden die 3 000 zu Pfingsten 33 u. Z. Getauften im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes getauft?

      7 Kann gesagt werden, daß die Betreffenden im Namen (in Anerkennung) des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes getauft wurden? So ist es. Zwar erwähnte Petrus ihnen gegenüber nicht, daß sie sich im Namen des Vaters taufen lassen müßten, aber sie erkannten Jehova ja bereits als Souveränen Herrn an, da sie natürliche Juden und damit Angehörige einer Gott hingegebenen Nation waren. Petrus sagte: ‘Laßt euch im Namen des Sohnes taufen.’ Ihre Taufe war somit ein Zeichen dafür, daß sie Jesus als Herrn und Christus anerkannten. Sie waren jetzt seine Jünger und waren sich bewußt, daß die Vergebung der Sünden künftig durch ihn gewährt wurde. Schließlich erfolgte die Taufe auch in Anerkennung des heiligen Geistes, denn die Leute ließen sich aufgrund dessen taufen, daß ihnen zugesichert worden war, den Geist als freie Gabe zu erhalten.

      8. (a) Welche andere Taufe haben gesalbte Christen zusätzlich zur Wassertaufe empfangen? (b) Wer außer den 144 000 empfängt die Wassertaufe im Namen des heiligen Geistes?

      8 Diejenigen, die sich am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. im Wasser taufen ließen, wurden auch im Geist getauft und zu voraussichtlichen Königen und Priestern des himmlischen Königreiches gesalbt. Gemäß dem Bibelbuch Offenbarung gibt es nur 144 000 dieser in heiligem Geist Getauften und schließlich als Königreichserben ‘Versiegelten’ (Offenbarung 7:4; 14:1). Alle neuen Jünger werden jedoch — ungeachtet ihrer Hoffnung — im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes im Wasser getauft (Matthäus 28:19, 20). Was bedeutet es eigentlich für Christen im allgemeinen, ob sie nun zur „kleinen Herde“ oder zu den „anderen Schafen“ gehören, im Namen des heiligen Geistes getauft zu werden? (Lukas 12:32; Johannes 10:16). Bevor wir diese Frage beantworten, wollen wir uns zunächst einmal mit dem Wirken des heiligen Geistes in christlicher Zeit beschäftigen.

      Die Frucht des Geistes

      9. Welche Wirkung des heiligen Geistes ist für alle Christen wichtig?

      9 Eine wichtige Wirkung des heiligen Geistes besteht darin, daß er uns hilft, eine christliche Persönlichkeit zu entwickeln. Zufolge der Unvollkommenheit werden wir zwangsläufig sündigen (Römer 7:21-23). Doch wenn wir aufrichtig bereuen, vergibt uns Jehova auf der Grundlage des Opfers Christi (Matthäus 12:31, 32; Römer 7:24, 25; 1. Johannes 2:1, 2). Jehova erwartet von uns außerdem, daß wir gegen unsere Neigung zu sündigen kämpfen, und der heilige Geist hilft uns dabei. „Wandelt beständig durch den Geist“, sagte Paulus, „und ihr werdet die Begierde des Fleisches überhaupt nicht vollbringen“ (Galater 5:16). Paulus zeigte des weiteren, daß der Geist in uns die vortrefflichsten Eigenschaften hervorbringen kann. Er schrieb: „Die Frucht des Geistes [ist] Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung“ (Galater 5:22, 23).

      10. Wie entwickelt sich in einem Christen die Frucht des Geistes?

      10 Wie macht es der Geist möglich, daß eine solche Frucht in einem Christen vorhanden ist? Es geschieht nicht automatisch, nur weil wir Gott hingegebene und getaufte Christen sind. Wir müssen daran arbeiten. Aber die Frucht des Geistes wird in uns wachsen, wenn wir mit anderen Christen Gemeinschaft pflegen, die diese Eigenschaften bekunden, wenn wir Gott bitten, uns durch seinen Geist zu helfen, bestimmte Eigenschaften zu entwickeln, wenn wir uns vor schlechter Gesellschaft hüten und wenn wir in der Bibel nach Rat und guten Beispielen forschen (Sprüche 13:20; 1. Korinther 15:33; Galater 5:24-26; Hebräer 10:24, 25).

      Vom heiligen Geist ernannt

      11. Inwiefern werden Älteste vom heiligen Geist ernannt?

      11 Als sich Paulus an die Ältesten von Ephesus wandte, erwähnte er eine weitere Wirkung des heiligen Geistes: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat“ (Apostelgeschichte 20:28). Ja, Versammlungsaufseher oder Älteste werden vom heiligen Geist ernannt. Inwiefern? Insofern, als ernannte Älteste die Erfordernisse erfüllen müssen, die in der inspirierten Bibel dargelegt werden (1. Timotheus 3:1-13; Titus 1:5-9). Sie können diesen Erfordernissen nur mit der Hilfe des heiligen Geistes entsprechen. Außerdem betet die Ältestenschaft, die einen neuen Ältesten empfiehlt, um die Leitung des heiligen Geistes, damit sie beurteilen kann, ob der Betreffende die Erfordernisse erfüllt oder nicht. Und die eigentliche Ernennung erfolgt unter der Aufsicht des geistgesalbten treuen und verständigen Sklaven.

      Vom Geist geleitet

      12. Wie kann uns der Geist durch die Bibel beeinflussen?

      12 Für Christen steht es außer Frage, daß die Heilige Schrift unter dem Einfluß des heiligen Geistes geschrieben wurde. Wie schon Jehovas vorchristliche Zeugen beschäftigen sie sich daher intensiv damit, um die vom Geist inspirierte Weisheit zu erlangen (Sprüche 2:1-9). Sie lesen in der Bibel, sinnen über das Gelesene nach und lassen sich in ihrem Leben davon leiten (Psalm 1:1-3; 2. Timotheus 3:16). Ihnen wird so vom heiligen Geist geholfen, ‘die tiefen Dinge Gottes zu erforschen’ (1. Korinther 2:10, 13; 3:19). Gottes Diener auf diese Weise zu leiten ist eine wichtige Wirkung des Geistes Gottes in unserer Zeit.

      13, 14. Was gebrauchte Jesus, um Probleme in der Versammlung zu behandeln, und inwiefern geht er heute genauso vor?

      13 Gemäß dem Bibelbuch Offenbarung sandte der auferweckte Jesus Botschaften an die sieben Versammlungen in Kleinasien (Offenbarung, Kapitel 2 und 3). Darin offenbarte er, daß er die Versammlungen inspiziert und sich ein Urteil über ihren geistigen Zustand gebildet hatte. Einige gaben, wie er feststellte, ein hervorragendes Beispiel des Glaubens. In anderen Versammlungen hatten die Ältesten dagegen zugelassen, daß Sektierertum, Unsittlichkeit oder Lauheit die Herde verdarb. Die Versammlung in Sardes war — mit Ausnahme einiger treuer Seelen — geistig tot (Offenbarung 3:1, 4). Wie behandelte Jesus diese Probleme? Durch den heiligen Geist. Jesus schloß den Rat, den er den sieben Versammlungen gab, jeweils mit der Aufforderung ab: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Offenbarung 2:7, 11, 17, 29; 3:6, 13, 22).

      14 Heute inspiziert Jesus die Versammlungen ebenfalls. Und wenn er Probleme entdeckt, behandelt er sie immer noch mit Hilfe des heiligen Geistes. Der Geist kann uns durch das Bibellesen direkt helfen, Probleme zu erkennen und zu lösen. Eine Hilfe können auch biblische Schriften sein, die der geistgesalbte treue und verständige Sklave veröffentlicht. Oder sie kann von Ältesten in der Versammlung geleistet werden, die vom Geist ernannt wurden. Beachten wir wirklich — ob der Rat nun Einzelpersonen oder der Versammlung als Ganzes gilt — Jesu Worte: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt.“?

      Der Geist und das Predigtwerk

      15. Wie wirkte der Geist bei Jesus mit Bezug auf das Predigtwerk?

      15 Als Jesus bei einer Gelegenheit in einer Synagoge von Nazareth predigte, wies er auf eine weitere Wirkung des Geistes hin. Der Bericht lautet: „Er öffnete die Buchrolle und fand die Stelle, wo geschrieben war: ‚Jehovas Geist ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, um den Armen gute Botschaft zu verkünden, er hat mich ausgesandt, um den Gefangenen Freilassung zu predigen und den Blinden Wiederherstellung des Augenlichts, um die Zerschlagenen als Freigelassene wegzusenden ...‘ Dann fing er an, zu ihnen zu sprechen: ‚Heute ist dieses Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt worden‘“ (Lukas 4:17, 18, 21; Jesaja 61:1, 2). Ja, Jesus war mit heiligem Geist gesalbt worden, um die gute Botschaft zu predigen.

      16. Inwiefern spielte der heilige Geist im ersten Jahrhundert eine bedeutsame Rolle beim Predigen der guten Botschaft?

      16 Kurz vor seinem Tod sagte Jesus voraus, daß seine Nachfolger einen gewaltigen Predigtfeldzug durchführen würden: „Unter allen Nationen [muß] ... die gute Botschaft gepredigt werden“ (Markus 13:10). Diese Worte hatten im ersten Jahrhundert eine erste Erfüllung, und der heilige Geist spielte eine bedeutsame Rolle dabei. Es war der heilige Geist, der Philippus anwies, dem äthiopischen Eunuchen zu predigen. Der heilige Geist führte Petrus zu Kornelius, und er veranlaßte, daß Paulus und Barnabas von Antiochia aus als Apostel ausgesandt wurden. Als Paulus später in Asien und Bithynien predigen wollte, wurde er vom heiligen Geist auf irgendeine Weise davon abgehalten. Gott wünschte, daß das Zeugniswerk auf Europa ausgedehnt wurde (Apostelgeschichte 8:29; 10:19; 13:2; 16:6, 7).

      17. Welchen Einfluß hat der heilige Geist heute auf das Predigtwerk?

      17 Der heilige Geist hat heute großen Einfluß auf das Predigtwerk. In einer weiteren Erfüllung von Jesaja 61:1, 2 hat der Geist Jehovas die Brüder Jesu zum Predigen gesalbt. Entsprechend der endgültigen Erfüllung von Markus 13:10 predigen diese Gesalbten, die von der großen Volksmenge unterstützt werden, die gute Botschaft buchstäblich unter „allen Nationen“ (Offenbarung 7:9). Und der Geist hilft ihnen allen dabei. Wie im ersten Jahrhundert erschließt er neue Gebiete und lenkt den allgemeinen Fortschritt des Werkes. Er stärkt Einzelpersonen, hilft ihnen, Furcht zu überwinden und Geschicklichkeit im Lehren zu entwickeln. Jesus sagte außerdem zu seinen Jüngern: „Ihr werdet vor Statthalter und Könige geschleppt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zu einem Zeugnis. Wenn man euch aber ausliefert, so macht euch keine Sorgen darüber, wie oder was ihr reden sollt; ... denn die Redenden seid nicht nur ihr, sondern der Geist eures Vaters ist es, der durch euch redet“ (Matthäus 10:18-20).

      18, 19. Inwiefern lädt der Geist zusammen mit der Braut demütiggesinnte Menschen ein, ‘Wasser des Lebens kostenfrei zu nehmen’?

      18 In der Offenbarung hebt die Bibel auch den Einfluß des heiligen Geistes auf das Predigtwerk hervor. Dort berichtet der Apostel Johannes: „Der Geist und die Braut sagen fortwährend: ‚Komm!‘ Und jeder, der es hört, sage: ‚Komm!‘ Und jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei“ (Offenbarung 22:17). Die Braut, vertreten durch die Übriggebliebenen der 144 000, die sich noch auf der Erde befinden, lädt alle ein, kostenfrei vom Wasser des Lebens zu nehmen. Beachten wir jedoch, daß der heilige Geist ebenfalls „Komm!“ sagt. Inwiefern?

      19 Insofern, als die Botschaft, die die Brautklasse — heute unterstützt von der großen Volksmenge anderer Schafe — predigt, aus der Bibel stammt, die unter dem direkten Einfluß des heiligen Geistes geschrieben wurde. Und derselbe Geist hat der Brautklasse Herz und Sinn geöffnet, das inspirierte Wort zu verstehen und es anderen zu erklären. Diejenigen, die als neue Jünger Jesu Christi getauft werden, freuen sich, kostenfrei vom Wasser des Lebens zu nehmen. Und voller Begeisterung arbeiten sie mit dem Geist und der Braut zusammen, indem sie wiederum zu anderen „Komm!“ sagen. Über vier Millionen Menschen beteiligen sich heute mit dem Geist an diesem Werk.

      Gemäß unserer Taufe leben

      20, 21. Wie können wir gemäß unserer Taufe im Namen des heiligen Geistes leben, und wie sollten wir diese Taufe betrachten?

      20 Die Taufe im Namen des heiligen Geistes ist eine öffentliche Erklärung, daß wir den heiligen Geist anerkennen und daß uns bewußt ist, welche Rolle er in den Vorsätzen Jehovas spielt. Das schließt ein, daß wir mit dem Geist zusammenarbeiten und nichts tun, was sein Wirken unter Jehovas Volk behindert. Wir erkennen somit den treuen und verständigen Sklaven an und arbeiten mit ihm zusammen. Des weiteren wirken wir mit den Ältesten in der Versammlung zusammen (Hebräer 13:7, 17; 1. Petrus 5:1-4). Wir leben nicht gemäß fleischlicher, sondern gemäß geistiger Weisheit und gestatten dem Geist, unsere Persönlichkeit zu formen, uns dem Christus ähnlicher zu machen (Römer 13:14). Und gemeinsam mit dem Geist und der Braut sagen wir von ganzem Herzen zu den Millionen, die noch positiv darauf reagieren mögen: „Kommt!“

      21 Welch eine ernste Sache ist es doch, ‘im Namen des heiligen Geistes’ getauft zu sein! Und welche Segnungen einem daraus erwachsen können! Möge die Zahl derer, die so getauft werden, weiterhin zunehmen. Und mögen wir alle entsprechend der Bedeutung dieser Taufe leben, während wir als Sklaven für Jehova dienen und „glühend im Geist“ sind (Römer 12:11).

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