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HondurasJahrbuch der Zeugen Jehovas 1993
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Gegen Ende des Jahres 1946 ließen sich Everett und Gertrude Weatherbee sowie zwei neu eingetroffene Missionare in San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt von Honduras, nieder. Diese Stadt liegt — obgleich sie als die wichtigste Industriestadt gilt — in einem der reichsten und fruchtbarsten Gebiete des Landes, vom Karibischen Meer etwa 60 Kilometer landeinwärts. Dank der reichlichen Niederschläge wachsen dort, umgeben von üppigem Grün, das ganze Jahr über Bananen, Orangen, Ananas und Zuckerrohr.
Die Neuankömmlinge hängten über dem Vordereingang ihres Hauses sofort ein Schild auf mit der Aufschrift „Königreichssaal der Zeugen Jehovas“. Jehovas Name war in der Gegend kaum bekannt, daher erregte das Schild großes Aufsehen. Einige Angehörige der evangelikalen Freikirche am Ort kamen sogar zu einem öffentlichen Vortrag. Der Pfarrer war darüber nicht erfreut. In seiner nächsten Predigt schimpfte er nur auf Jehovas Zeugen und gab sogar die Namen derer bekannt, die den Vortrag besucht hatten, um sie vor den anderen bloßzustellen. Seine Hetzrede verstärkte das Interesse jedoch nur; in der nächsten Woche waren noch mehr Evangelikale unter den Zuhörern im Königreichssaal.
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HondurasJahrbuch der Zeugen Jehovas 1993
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Der Höhepunkt des Jahres 1949 war der Besuch von N. H. Knorr und Roger Morgan anläßlich der Hauptversammlung in Tegucigalpa. Danach reisten sie nach San Pedro Sula und La Ceiba und hielten Ansprachen, um die Versammlungen zu ermuntern.
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HondurasJahrbuch der Zeugen Jehovas 1993
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1949 lud die Radiostation HRQ von San Pedro Sula die Zeugen ein, jede Woche eine 15minütige Sendung vorzubereiten. Sie hieß „Gott bleibt wahrhaftig“, nach dem gleichnamigen Buch. Natürlich hatte damals nicht jeder ein Radio, aber weil die meisten, die eins besaßen, es mit voller Lautstärke laufen ließen, konnten außer ihnen noch viele weitere unseren Sendungen zuhören.
Die Sendung lief vier Jahre lang ohne Probleme. Eines Tages las der Besitzer der HRQ jedoch einen Erwachet!-Artikel über Suyapa, die Schutzheilige des Landes. Der Besitzer war ein glühender Verehrer der Suyapa — seine Radiostation hieß sogar Radio Suyapa. Aufgebracht ließ er dem Missionarheim die Nachricht zukommen, die Sendung werde nicht mehr ausgestrahlt. Das Rundfunkteam mochte die Zeugen und versuchte, den Besitzer umzustimmen, jedoch vergeblich. Falls er an jenem Tag Radio gehört hat, muß er aus allen Wolken gefallen sein, als der Sprecher bekanntgab: „Die Sendung ‚Gott bleibt wahrhaftig‘ wurde vom Besitzer dieser Station eingestellt. Das gesamte Rundfunkteam bedauert dies außerordentlich und betrachtet es als einen Verstoß gegen die Redefreiheit in Honduras.“
Inzwischen plante der Leiter einer anderen Radiostation einen täglichen Beitrag zum Thema Bibelunterricht, den er Katholikenstunde nennen wollte. Er bat den Priester der Gemeinde, sich daran zu beteiligen; dieser redete sich jedoch damit heraus, daß er zu beschäftigt und an biblischer Bildung nicht interessiert sei. Verstimmt gab der Leiter zurück, wenn dem Priester nichts daran gelegen sei, wüßte er schon jemand anders. Er besorgte sich einige Veröffentlichungen der Zeugen, aus denen er im Rundfunk vorlas. Kurz darauf nahmen Missionare mit ihm Kontakt auf und lieferten ihm Stoff zu dem Thema „Dinge, über die sich Menschen Gedanken machen“. Der Priester protestierte, aber der Leiter entgegnete: „Sie hatten ihre Chance und haben sie vertan.“ So lief die Sendung weiter.
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