Fragekasten
● Was sollte berücksichtigt werden, wenn zwei oder mehr verschiedensprachige Versammlungen dasselbe Gebiet bearbeiten?
In Gebieten, in denen mehr als eine Sprache gesprochen wird, ist die bevorzugte Sprache des Wohnungsinhabers ausschlaggebend dafür, von welcher Versammlung er betreut wird. Grundsätzlich wird die deutschsprachige Versammlung das ihr zugeteilte Gebiet betreuen und Adressen von fremdsprachigen Personen an die jeweilige fremdsprachige Versammlung weiterleiten, die sich dann um diese Personen kümmert. Bei dieser Weitergabe von Informationen ist es nicht erforderlich, daß mehr als Name und Adresse der betreffenden Person an die fremdsprachige Versammlung weitergeleitet wird.
Sofern ganze Häuser oder Straßenzüge von fremdsprachigen Personen einer gewissen Sprachgruppe bewohnt werden, kann die betreffende fremdsprachige Versammlung dieses Gebiet in ihrer eigenen Verantwortung übernehmen und für den Fall, daß anderssprachige Personen in dem Gebiet wohnen, die betreffenden Adressen weitergeben.
Wenn dann die deutschsprachige Versammlung ihr Gebiet bearbeitet und sich die fremdsprachige Versammlung nur um die Personen kümmert, die ihre Sprache sprechen, wird gewährleistet, daß die Gebiete gründlich bearbeitet und die Interessierten zu der passenden Versammlung geführt werden, ohne daß die Wohnungsinhaber gleichzeitig von Verkündigern verschiedensprachiger Versammlungen besucht werden. Wir möchten “der guten Botschaft über den Christus kein Hindernis” bereiten (1. Kor. 9:12). Es liegt in der Verantwortung der Dienstaufseher der betreffenden Versammlungen, zu gewährleisten, daß das Gebiet gründlich bearbeitet wird, ohne daß dafür ein übertriebener Verwaltungsaufwand durch Führen von namensbezogenen Listen oder durch Verwendung von Computern nötig sein wird. Liebe, gegenseitiges Interesse, Verständnis, Vernünftigkeit und Zusammenarbeit sind wichtig (Phil. 4:5).
Im Straßendienst, beim informellen Zeugnisgeben usw. könnten Verkündiger Literatur in verschiedenen Sprachen dabeihaben. Doch wenn wir von Haus zu Haus gehen, sollten wir normalerweise nur Literatur in der Sprache unserer Versammlung anbieten. Behaltet im Sinn, daß die fremdsprachigen Personen von den fremdsprachigen Versammlungen betreut werden und die Verkündiger, die Literatur abgeben, die interessierten Wohnungsinhaber auch zu den Versammlungszusammenkünften mitnehmen können, die in der Sprache abgehalten werden, die der Betreffende am besten versteht oder bevorzugt. Sofern es für die betreffende Sprachgruppe noch keine fremdsprachige Versammlung oder Gruppe gibt, ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, dem Wohnungsinhaber Literatur in seiner Sprache anzubieten.
Es wird sich nicht vermeiden lassen, daß sich unsere Bemühungen manchmal überschneiden. Es ist deshalb gut vor allem im Sinn zu behalten, daß der Zweck unseres Predigens darin besteht, Jünger zu machen — die Wahrheit zu lehren (Mat. 28:19, 20). Das Lehren sollte in der Sprache erfolgen, die jemand am besten versteht (1. Kor. 14:9). Wenn wir uns in unserem Dienst auf die Menschen konzentrieren, die die Sprache der Versammlung, die wir besuchen, am besten verstehen oder bevorzugen, kann viel Gutes erreicht werden, indem noch mehr Menschen geholfen wird, Rettung zu erlangen.