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Der Jordan, wie du ihn vielleicht nicht kennstDer Wachtturm 1990 | 1. Juli
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Danach flacht sich die Senke zum Hule-Becken ab, in dem sich das Wasser des Jordan verteilt und ein breites Sumpfgebiet bildet. In früheren Zeiten sammelte sich der größte Teil des Wassers in einem flachen Gewässer, das als Hule- oder Hula-See bekannt war. Den Hule-See gibt es jedoch nicht mehr, denn vor einiger Zeit hat man den oberen Jordan begradigt und Kanäle angelegt, um das Sumpfland zu entwässern. Auch wurde der Ausfluß des Sees tiefer gelegt. Siehst du also auf einer Karte nördlich des Galiläischen Meeres einen See (Hule), dann weißt du, daß die Karte die Region zeigt, wie sie sich früher darstellte, und nicht, wie man sie heute vorfindet.
Wenn du dorthin fährst, findest du jedoch ein Naturreservat, das dir einen Eindruck davon vermittelt, wie die Landschaft in biblischen Zeiten aussah, als sie die Heimat spezieller Arten von Pflanzen wie Papyrus und Schilf war, wovon es dort ganze wogende Wälder gab (Hiob 8:11).
Das Gebiet beherbergte eine ständig wechselnde Vogelgemeinde. Es gab eine Unmenge von Reihern, Störchen, Pelikanen, Turteltauben und anderen Vögeln, nicht zuletzt weil der Sumpf und der See ein hervorragendes Rastgebiet auf der Zugvogelroute zwischen Europa und Asien waren (5. Mose 14:18; Psalm 102:6; Jeremia 8:7). Andere in dieser Gegend heimische Tiere waren zwar weniger ins Auge fallend, doch ihre Anwesenheit ließ die Durchquerung des Hule-Beckens nicht gerade verlockend erscheinen. Dazu gehörten wahrscheinlich Löwen, Flußpferde, Wölfe und Wildschweine (Hiob 40:15-24; Jeremia 49:19; 50:44; Habakuk 1:8). Zu gewissen Zeiten war das Gebiet von der durch Stechmücken übertragenen Malaria verseucht — offensichtlich eines der Fieber, die in der Bibel erwähnt werden.
Verständlicherweise mieden Einzelreisende ebenso wie große Karawanen die Sumpfgegend.
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Der Jordan, wie du ihn vielleicht nicht kennstDer Wachtturm 1990 | 1. Juli
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Das Hule-Becken ist heutzutage ein fruchtbares Ackerland, wo es sogar Fischteiche gibt. Ermöglicht wird das alles durch das reichlich vorhandene Wasser des Jordan in diesem Teil seines Laufs.
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