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  • Nachahmenswerte Beispiele der Demut
    Der Wachtturm 1993 | 1. Dezember
    • Nachahmenswerte Beispiele der Demut

      „Deine eigene Demut wird mich groß machen“ (PSALM 18:35).

      1. Wie offenbarte ein ehemaliger Präsident der Watch Tower Society Demut?

      JOSEPH F. RUTHERFORD war eine imposante Erscheinung — ein Mann von über 1,80 Meter Größe und mehr als 90 Kilogramm Gewicht. Zudem hatte er eine kräftige Stimme, die er nicht nur dazu gebrauchte, den Namen Jehovas in bis dahin noch nie dagewesenem Umfang bekannt zu machen, sondern auch, um die Doppelzüngigkeit der geistlichen Führer der Christenheit zu entlarven, deren Religion nach seinen Worten „eine Schlinge und ein Gimpelfang“ war. Doch so scharf seine Reden auch waren — wenn er die Bethelfamilie im Hauptbüro im Gebet vertrat, klang es, als würde ein kleiner Junge mit seinem Vater sprechen, was sowohl sein enges Verhältnis zu seinem Schöpfer als auch seine Demut offenbarte. Ja, er war demütig wie ein kleines Kind (Matthäus 18:3, 4).

      2. In welcher speziellen Hinsicht bilden Jehovas Diener einen auffälligen Gegensatz zu den Menschen im allgemeinen?

      2 Alle wahren Diener Gottes sind zweifellos demütig. In dieser Hinsicht bilden sie einen auffälligen Gegensatz zu den Menschen im allgemeinen. Die Welt ist heute mehr denn je voll stolzer Individuen. Aber nicht nur die Hohen, die Mächtigen, die Reichen und die Gebildeten sind stolz, sondern sogar viele Arme und in anderer Hinsicht Benachteiligte.

      3. Was kann über die Früchte des Stolzes gesagt werden?

      3 Stolz verursacht sehr viel Streit und Leid. Ja, sämtliches Unglück im Universum begann damit, daß ein bestimmter Engel stolz wurde und Anbetung begehrte, wie sie allein dem Schöpfer, Jehova Gott, gebührt (Matthäus 4:9, 10). Dem Betreffenden, der sich selbst zum Teufel und Satan machte, gelang es tatsächlich, Eva, die erste Frau, zu verleiten, indem er an ihren Stolz appellierte. Er versprach ihr, durch das Essen der verbotenen Frucht im Erkennen von Gut und Böse wie Gott zu werden. Wäre sie demütig gewesen, hätte sie gesagt: „Warum sollte ich wie Gott sein?“ (1. Mose 3:4, 5). Wie unentschuldbar ist doch der Stolz der Menschen angesichts des jämmerlichen Zustands, in dem sich die Welt in physischer, geistiger und moralischer Hinsicht befindet! Kein Wunder, daß Jehova „Selbsterhöhung und Stolz“ haßt, wie geschrieben steht (Sprüche 8:13). In scharfem Gegensatz zu all den Stolzen stehen die Beispiele der Demut, die in Gottes Wort, der Bibel, zu finden sind.

      Jehova Gott ist demütig

      4. Welche Bibeltexte zeigen, daß Jehova demütig ist?

      4 Jehova Gott — der Höchste, der Souverän des Universums, der König der Ewigkeit — ist demütig (1. Mose 14:22). Kann das denn sein? Aber gewiß! König David sagte gemäß Psalm 18:35: „Du wirst mir deinen Rettungsschild geben, und deine eigene Rechte wird mich stützen, und deine eigene Demut wird mich groß machen.“ Er schrieb es eindeutig der Demut Jehovas zu, daß er ihn, David, groß gemacht hatte. Weiter lesen wir in Psalm 113:6, daß sich Jehova „herab[neigt], um auf Himmel und Erde zu schauen“. Andere Übersetzungen lauten: „der Erniedrigende um zu sehen“ (DaBhaR-Übersetzung aus dem Snaith-Grundtext) oder: „zu schauen sich herabläßt“ (Dr. Heinrich Herkenne, Das Buch der Psalmen).

      5. Welche Begebenheiten bezeugen die Demut Jehovas?

      5 Jehova Gott neigte sich gewiß durch die Art und Weise herab, wie er mit Abraham handelte, dem er gestattete, in bezug auf seine Gerechtigkeit Fragen zu stellen, als er beabsichtigte, die bösen Städte Sodom und Gomorra zu vernichten (1. Mose 18:23-32). Und als Jehova seine Absicht äußerte, die Nation Israel zu verderben — das eine Mal wegen Götzendienst, ein anderes Mal wegen Rebellion — argumentierte Moses mit Jehova jeweils so, als hätte er einen Menschen vor sich. Jedesmal reagierte Jehova günstig. Gott zeigte seine Demut dadurch, daß er Moses das gewährte, was er für das Volk Israel erbat (2. Mose 32:9-14; 4. Mose 14:11-20). Weitere Beispiele dafür, daß Jehova demütig mit Menschen handelt, sozusagen von Person zu Person, liefert sein Verhalten gegenüber Gideon und auch gegenüber Jona, nachzulesen in Richter 6:36-40 und Jona 4:9-11.

      6. Welche charakteristische Eigenschaft Jehovas offenbart ebenfalls seine Demut?

      6 Von Jehova wird tatsächlich mindestens neunmal gesagt, er sei „langsam zum Zorn“.a Gegenüber unvollkommenen Menschengeschöpfen ist Jehova jahrtausendelang langmütig und langsam zum Zorn gewesen, was ebenfalls beweist, daß er demütig ist. Stolze Personen sind ungeduldig, bringen schnell ihren Zorn zum Ausdruck und sind weit davon entfernt, langmütig zu sein. Wie lächerlich der Stolz unvollkommener Menschen angesichts der Demut Jehovas doch wirkt! Da wir aufgefordert werden, „Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“ zu sein, müssen wir so demütig sein wie er (Epheser 5:1).

      Christi Beispiel der Demut

      7, 8. Was sagt die Bibel über die Demut Jesu Christi?

      7 Das nächstgrößte Beispiel der Demut, das wir nachahmen sollten, wird in 1. Petrus 2:21 erwähnt: „In der Tat, zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt.“ Lange bevor Jesus als Mensch auf die Erde kam, war über ihn gemäß Sacharja 9:9 vorausgesagt worden: „Jauchze im Triumph, o Tochter Jerusalem. Siehe! Dein König selbst kommt zu dir. Er ist gerecht, ja gerettet, demütig und auf einem Esel reitend.“ Wäre Jesus stolz gewesen, hätte er möglicherweise das Angebot des Teufels angenommen, ihm alle Königreiche der Welt für e i n e n Akt der Anbetung zu geben (Matthäus 4:9, 10). Er bewies auch dadurch Demut, daß er sämtliche Ehre für sein Lehren Jehova gab, als er sagte: „Wenn ihr einst den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin und daß ich nichts aus eigenem Antrieb tue; sondern so, wie der Vater mich gelehrt hat, rede ich diese Dinge“ (Johannes 8:28).

      8 Aus gutem Grund konnte er zu seinen Zuhörern sagen: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele“ (Matthäus 11:29). Und welch ein vorzügliches Beispiel der Demut er doch gab, als er am letzten Abend seines menschlichen Lebens seinen Aposteln die Füße wusch! (Johannes 13:3-15). Es ist daher wirklich passend, daß der Apostel Paulus gemäß Philipper 2:3-8 Christen rät, Demut zu beweisen, wobei er Jesus Christus als Beispiel hinstellt: „Bewahrt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der, obwohl er in Gottesgestalt existierte, keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht zog, nämlich um Gott gleich zu sein. Nein, sondern er entäußerte sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich. Mehr als das, als er in seiner Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod an einem Marterpfahl.“ In der größten Krise seines Lebens betete Jesus demütig zu seinem Vater: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Matthäus 26:39). Wer ein Nachahmer Jesu Christi sein und seinen Fußstapfen genau nachfolgen will, muß zweifellos demütig sein.

      Der Apostel Paulus — ein vortreffliches Beispiel der Demut

      9—12. Inwiefern gab der Apostel Paulus ein vorzügliches Beispiel der Demut?

      9 Der Apostel Paulus schrieb: „Werdet meine Nachahmer, so wie ich Christi Nachahmer bin“ (1. Korinther 11:1). Ahmte der Apostel Paulus auch die demütige Einstellung Jesu Christi nach, was ihn wiederum für uns zu einem nachahmenswerten Beispiel der Demut machen würde? Ganz gewiß. Er erkannte vor allem demütig an, daß er ein Sklave Jesu Christi war (Philipper 1:1). Wie er gegenüber den Ältesten aus Ephesus erwähnte, diente er ‘als ein Sklave für den Herrn mit der größten Demut und unter Tränen und Prüfungen, die ihm zufolge der Anschläge der Juden widerfahren waren’ (Apostelgeschichte 20:17-19). Wäre er nicht demütig gewesen, hätte er niemals die Worte niedergeschrieben, die wir in Römer 7:18, 19 finden: „Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt ... Denn das Gute, das ich wünsche, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das treibe ich.“

      10 Als Hinweis auf die Demut des Paulus ist auch das zu werten, was er gemäß 1. Korinther 2:3 aufzeichnete: „Ich kam in Schwachheit und mit Furcht und mit vielem Zittern zu euch.“ Über sein Verhalten in der Zeit, bevor er ein Christ wurde, schrieb er demütig: „Ich [war] früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein unverschämter Mensch ... Christus Jesus [ist] in die Welt gekommen ..., um Sünder zu retten. Unter diesen stehe ich an erster Stelle“ (1. Timotheus 1:13, 15).

      11 Demut bewies Paulus auch dadurch, daß er allen Erfolg bei seinen Bemühungen Jehova zuschrieb. Seinen Dienst betreffend sagte er: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat es fortwährend wachsen lassen, so daß weder der Pflanzende etwas ist noch der Begießende, sondern Gott, der es wachsen läßt“ (1. Korinther 3:6, 7). Er bat außerdem seine Brüder, für ihn zu beten, damit er ein gutes Zeugnis geben könne, wie wir in Epheser 6:18-20 lesen: „[Betet] für mich, daß mir ... die Fähigkeit zu reden gegeben werde, ... damit ich in Verbindung damit [mit dem heiligen Geheimnis der guten Botschaft] freimütig rede, wie ich zu reden verpflichtet bin.“

      12 Paulus bewies seine Demut außerdem durch die Art und Weise, wie er mit den anderen Aposteln zusammenarbeitete: „Jakobus und Kephas und Johannes ... [gaben] mir und Barnabas die rechte Hand der Mitteilhaberschaft, damit wir zu den Nationen gehen sollten, sie aber zu den Beschnittenen“ (Galater 2:9). Er zeigte außerdem seine Bereitschaft, mit den Ältesten der Versammlung in Jerusalem zusammenzuarbeiten, indem er vier junge Männer zum Tempel begleitete, die ein Gelübde auf sich hatten, und für sie die Kosten trug (Apostelgeschichte 21:23-26).

      13. Wieso ist die Demut des Paulus so bemerkenswert?

      13 Die Demut des Paulus ist um so bemerkenswerter, wenn man bedenkt, in welch großem Umfang er von Jehova Gott gebraucht wurde. So erfahren wir beispielsweise: „Gott vollbrachte durch die Hände des Paulus weiterhin außergewöhnliche Machttaten“ (Apostelgeschichte 19:11, 12). Zudem erhielt er übernatürliche Visionen und Offenbarungen (2. Korinther 12:1-7). Wir dürfen auch nicht übersehen, daß er inspiriert wurde, 14 Bücher (eigentlich Briefe) der 27 Bücher der Christlichen Griechischen Schriften zu schreiben. All das stieg ihm nicht zu Kopf. Er blieb demütig.

      Neuzeitliche Beispiele

      14—16. (a) Inwiefern war der erste Präsident der Watch Tower Society ein hervorragendes Beispiel der Demut? (b) Wer bewies eine völlig gegensätzliche Einstellung?

      14 Hebräer 13:7 enthält folgenden Rat des Apostels Paulus: „Gedenkt derer, die unter euch die Führung übernehmen, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und während ihr den Ausgang ihres Wandels genau betrachtet, ahmt ihren Glauben nach.“ Im Einklang mit diesem Grundsatz können wir als neuzeitliches Beispiel für eine Person, deren Glaube nachahmenswert ist, Charles Taze Russell, den ersten Präsidenten der Watch Tower Bible and Tract Society, anführen. War er ein demütiger Mensch? Ganz gewiß! Wie man feststellen kann, ist im Text seiner Schriftstudien — sechs Bände mit etwa 3 000 Seiten — keine einzige Bezugnahme auf seine Person enthalten. Diesem Grundsatz entsprechend bleiben auch heute in den Veröffentlichungen der Watch Tower Bible and Tract Society die Schreiber der Artikel ungenannt, um die Aufmerksamkeit nicht auf Menschen zu lenken.

      15 Russell erwähnte einmal im Wacht Turm, daß es für ihn die Begriffe „Russellismus“ oder „Russelliten“ nicht gab; jene Bezeichnungen, die seine Gegner gebrauchten, wies er entschieden zurück. Er schrieb: „Unser Werk ... besteht darin, diese seit langem verstreuten Bruchstücke der Wahrheit zusammenzusetzen und sie dem Volk des Herrn zu vermitteln — nicht als etwas Neues, nicht als unser Eigentum, sondern als das des Herrn. ... Das Werk, für das der Herr unser bescheidenes Talent zu gebrauchen beliebt hat, ist weniger ein Werk des Hervorbringens als vielmehr ein Werk der Rekonstruktion, der Berichtigung und der Angleichung.“ Tatsächlich empfand er genauso, wie es der Apostel Paulus gemäß 1. Korinther 3:5-7 formulierte.

      16 Er bewies eine gänzlich andere Einstellung als zum Beispiel Charles Darwin. In der ersten Ausgabe seines Werks Die Entstehung der Arten (1859) sprach Darwin wiederholt von „meiner“ Theorie und ignorierte das, was andere vor ihm über die Evolution gesagt hatten. Samuel Butler, ein bekannter Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts, setzte Darwin einen Dämpfer auf, indem er darauf hinwies, daß schon viele andere vor Darwin die Evolutionshypothese propagiert hatten; sie hatte auf keinen Fall mit ihm ihren Anfang genommen.

      17. Welche weiteren Beispiele für die Demut Bruder Rutherfords gibt es?

      17 Ein anderer treuer Diener der Neuzeit, den Jehova in großem Umfang gebrauchte, war Joseph F. Rutherford, von dem wir bereits zu Anfang gehört haben. Er war ein mutiger Verteidiger der biblischen Wahrheit und insbesondere des Namens Jehovas. Obwohl man ihn allgemein als Richter Rutherford kannte, war er ein von Herzen demütiger Mann. Ein Beispiel: Einmal machte er einige dogmatische Äußerungen darüber, was Christen für das Jahr 1925 zu erwarten hätten. Als die erwarteten Ereignisse nicht eintrafen, erklärte er demütig gegenüber der Bethelfamilie in Brooklyn, daß er sich selbst lächerlich gemacht habe. Ein gesalbter Christ, der ziemlich engen Kontakt mit ihm hatte, bestätigte, daß er wiederholt Zeuge wurde, wie sich Bruder Rutherford im Geist von Matthäus 5:23, 24 sowohl öffentlich als auch privat dafür entschuldigte, einen Glaubensbruder durch gewisse unbesonnene Äußerungen verletzt zu haben. Es erfordert von jemandem, der eine Autoritätsstellung einnimmt, Demut, sich bei anderen zu entschuldigen, die ihm unterstellt sind. Bruder Rutherford gab ein vortreffliches Beispiel für alle Aufseher, ob sie in einer Versammlung, im Reisedienst oder in einer der Zweigeinrichtungen der Gesellschaft tätig sind.

      18. Welche Äußerung des dritten Präsidenten der Gesellschaft offenbarte seine demütige Einstellung?

      18 Auch Nathan H. Knorr, der dritte Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society, bewies trotz seiner Bekanntheit unter Jehovas Volk, daß er sich auf seine Stellung keinesfalls etwas einbildete. Obwohl er über ein hervorragendes Organisationstalent verfügte und ein ausgezeichneter Vortragsredner war, hatte er Hochachtung vor dem, was andere taten. Beispielsweise sagte er einmal, als er einen Mitarbeiter der Schreibabteilung in dessen Büro besuchte: „Hier wird die wichtigste und schwierigste Arbeit verrichtet. Deshalb habe ich einen so geringen Anteil daran.“ Ja, er wandte demütig den Rat aus Philipper 2:3 an, nämlich daß man ‘in Demut andere höher achten sollte als sich selbst’. Ihm war bewußt, daß außer seinem Amt als Präsident auch andere Aufgaben wichtig waren. Es bedurfte seinerseits Demut, so zu denken und das so deutlich zum Ausdruck zu bringen. Er war ein weiteres vortreffliches und für alle nachahmenswertes Beispiel, vor allem für diejenigen, die eine besondere Aufsichtsstellung innehaben.

      19, 20. (a) Welches Beispiel der Demut gab der vierte Präsident der Gesellschaft? (b) Wie wird uns der nächste Artikel helfen, demütig zu bleiben?

      19 Fred W. Franz, der vierte Präsident der Gesellschaft, gab in bezug auf Demut ebenfalls ein vortreffliches Beispiel. Er war 32 Jahre lang Vizepräsident der Gesellschaft, und er schrieb viel für die Zeitschriften und die Kongreßprogramme; doch in Verbindung damit hielt er sich stets im Hintergrund; er war nie darauf bedacht, im Vordergrund zu stehen. Man könnte zum Vergleich ein Beispiel aus alter Zeit anführen. Als Joab die Ammoniter bei Rabba besiegte, sorgte er dafür, daß die Ehre für den Sieg König David zufiel (2. Samuel 12:26-28).

      20 Sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart liefern wirklich viele vortreffliche Beispiele, aus denen wir gute Gründe ableiten können, weshalb wir demütig sein sollten. Es gibt jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Gründe, demütig zu sein, und diese werden wir zusammen mit dem, was uns dabei hilft, im nächsten Artikel behandeln.

      [Fußnote]

      a 2. Mose 34:6; 4. Mose 14:18; Nehemia 9:17; Psalm 86:15; 103:8; 145:8; Joel 2:13; Jona 4:2; Nahum 1:3.

  • Glücklich sind die Demütigen
    Der Wachtturm 1993 | 1. Dezember
    • Glücklich sind die Demütigen

      „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte“ (1. PETRUS 5:5).

      1, 2. Welchen Zusammenhang zeigte Jesus in der Bergpredigt zwischen dem Glücklichsein und dem Demütigsein auf?

      BESTEHT zwischen Glücklichsein und Demütigsein ein Zusammenhang? Jesus Christus, der größte Mensch, der je lebte, erwähnte in seiner bekanntesten Predigt neun Glücklich- oder Seligpreisungen (Matthäus 5:1-12). Brachte Jesus das Glücklichsein mit Demütigsein in Verbindung? Ja, denn bei einigen der Glücklichpreisungen spielt Demut eine Rolle. Um sich beispielsweise seiner geistigen Bedürfnisse bewußt zu sein, muß man demütig sein. Nur Demütige hungern und dürsten nach Gerechtigkeit. Und stolze Menschen sind weder mild gesinnt noch barmherzig, noch sind sie Friedensstifter.

      2 Demütige Menschen sind glücklich, weil es angebracht ist und von Ehrlichkeit zeugt, demütig zu sein. Und sie sind glücklich, weil es weise ist, demütig zu sein; es trägt zu einem guten Verhältnis zu Jehova Gott und zu den Mitchristen bei. Ein demütiger Mensch ist auch glücklich, weil er durch seine Demut Liebe zum Ausdruck bringt.

      3. Warum verlangt Ehrlichkeit von uns, demütig zu sein?

      3 Warum verlangt Ehrlichkeit von uns, demütig zu sein? Weil wir alle von Geburt an unvollkommen sind und ständig Fehler machen. Der Apostel Paulus sagte von sich: „Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn die Fähigkeit zu wünschen ist bei mir vorhanden, aber die Fähigkeit, das zu vollbringen, was vortrefflich ist, ist nicht vorhanden“ (Römer 7:18). Ja, wir alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes (Römer 3:23). Aufrichtigkeit bewahrt uns davor, stolz zu sein. Es erfordert Demut, einen Fehler zuzugeben, und Ehrlichkeit hilft uns, die Schuld auf uns zu nehmen, sooft wir einen Fehler machen. Da wir immer wieder verfehlen, das zu tun, was wir tun möchten, haben wir allen Grund, demütig zu sein.

      4. Welcher zwingende Grund, demütig zu sein, wird uns in 1. Korinther 4:7 genannt?

      4 Der Apostel Paulus nennt einen weiteren Grund, warum Ehrlichkeit von uns Demut verlangt. Er sagt: „Wer macht, daß du dich von einem anderen unterscheidest? In der Tat, was hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es nun wirklich empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?“ (1. Korinther 4:7). Es wäre bestimmt kein Zeichen von Ehrlichkeit, uns selbst zu ehren und auf unser Besitztum, unsere Fähigkeiten oder Leistungen stolz zu sein. Ehrlichkeit trägt dazu bei, ein gutes Gewissen vor Gott zu haben, so daß wir „uns in allen Dingen ehrlich ... benehmen“ können (Hebräer 13:18).

      5. Inwiefern hilft uns Ehrlichkeit, demütig zu sein, wenn wir einen Fehler gemacht haben?

      5 Ehrlichkeit hilft uns, demütig zu sein, wenn wir einen Fehler machen. Sie veranlaßt uns, die Schuld bereitwilliger auf uns zu nehmen, statt uns zu rechtfertigen oder die Schuld auf jemand anders zu schieben. Adam gab Eva die Schuld, wogegen David die Schuld nicht auf Bathseba schob und nicht sagte: „Sie hätte nicht direkt vor meinen Augen baden sollen. Ich konnte es nicht verhindern, in Versuchung zu geraten“ (1. Mose 3:12; 2. Samuel 11:2-4). Man kann wirklich sagen, daß einerseits Ehrlichkeit uns hilft, demütig zu sein, und andererseits Demut uns hilft, ehrlich zu sein.

      Der Glaube an Jehova hilft uns, demütig zu sein

      6, 7. Inwiefern hilft uns der Glaube an Gott, demütig zu sein?

      6 Auch der Glaube an Jehova hilft uns, demütig zu sein. Die Größe des Schöpfers, des höchsten Souveräns, zu verstehen bewahrt uns davor, uns zu wichtig zu nehmen. Wie treffend uns der Prophet Jesaja daran erinnert! In Jesaja 40:15, 22 heißt es: „Siehe! Die Nationen sind wie ein Tropfen von einem Eimer; und wie der Staubbelag auf den Waagschalen sind sie geachtet worden. ... Da ist EINER, der über dem Kreis der Erde wohnt, deren Bewohner wie Grashüpfer sind.“

      7 Der Glaube an Jehova ist uns auch dann eine Hilfe, wenn wir unserer Auffassung nach ungerechterweise zu leiden haben. Statt uns deswegen zu ärgern, sollten wir demütig auf Jehova warten. Daran erinnert uns der Psalmist gemäß Psalm 37:1-3, 8, 9. Der Apostel Paulus brachte den gleichen Gedanken zum Ausdruck: „Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum; denn es steht geschrieben: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova‘“ (Römer 12:19).

      Demut — der Weg der Weisheit

      8. Wieso trägt Demut zu einem guten Verhältnis zu Jehova bei?

      8 Es gibt viele Gründe, weshalb es weise ist, demütig zu sein. Einer besteht darin, daß Demut, wie bereits angedeutet, zu einem guten Verhältnis zu unserem Schöpfer beiträgt. Gottes Wort erklärt unmißverständlich gemäß Sprüche 16:5: „Jeder, der stolzen Herzens ist, ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges.“ Und in Sprüche 16:18 heißt es: „Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln.“ Stolze Menschen scheitern früher oder später. Das ist einfach nicht abzuwenden, denn in 1. Petrus 5:5 steht: „Ihr alle ..., gürtet euch mit Demut gegeneinander, denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte.“ Der gleiche Gedanke begegnet uns in Jesu Gleichnis von dem Pharisäer und dem Steuereinnehmer, die beide beteten. Aber der demütige Steuereinnehmer erwies sich als gerechter als der Pharisäer (Lukas 18:9-14).

      9. Welche Hilfe ist Demut in einer Zeit des Unglücks?

      9 Demut ist der Weg der Weisheit, weil Demut es uns erleichtert, den Rat aus Jakobus 4:7 anzunehmen: „Unterwerft euch daher Gott.“ Als Demütige lehnen wir uns nicht auf, wenn Jehova zuläßt, daß uns ein Unglück widerfährt. Demut befähigt uns, mit unseren Verhältnissen zufrieden zu sein und auszuharren. Ein stolzer Mensch ist unzufrieden, will ständig mehr und lehnt sich auf, wenn Schwierigkeiten auftreten. Der Demütige dagegen erduldet Härten und Prüfungen, wie Hiob es tat. Hiob verlor all seine Habe und wurde mit einer schmerzhaften Krankheit geschlagen. Noch dazu forderte ihn seine Frau sogar dazu auf, den Weg des Stolzes zu gehen, indem sie sagte: „Fluche Gott und stirb!“ Wie reagierte Hiob darauf? Die Bibel berichtet uns: „Er aber sagte zu ihr: ‚Wie eine der unverständigen Frauen redet, redest auch du. Sollen wir nur, was gut ist, von dem wahren Gott annehmen und nicht auch annehmen, was schlecht ist?‘ In all diesem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen“ (Hiob 2:9, 10). Hiob war demütig und lehnte sich daher nicht auf, sondern nahm wohlweislich alles hin, was mit der Zulassung Jehovas über ihn kam. Und schließlich wurde er reich belohnt (Hiob 42:10-16; Jakobus 5:11).

      Demut fördert ein gutes Verhältnis zu anderen

      10. Inwiefern wird durch Demut unser Verhältnis zu unseren Mitchristen verbessert?

      10 Demut ist der Weg der Weisheit, weil sie ein gutes Verhältnis zu unseren Mitchristen fördert. Treffend rät uns der Apostel Paulus: „[Tut] nichts aus Streitsucht oder aus Ichsucht ..., sondern [achtet] in Demut die anderen höher ... als euch selbst, indem ihr nicht nur die eigenen Dinge in eurem Interesse im Auge behaltet, sondern auch persönlich Interesse zeigt für die der anderen“ (Philipper 2:3, 4). Demut hält uns vernünftigerweise davon zurück, mit anderen zu wetteifern oder zu versuchen, sie zu übertreffen. Eine solche Einstellung würde uns selbst und unseren Mitchristen nur Probleme bereiten.

      11. Wieso hilft uns Demut, Fehler zu vermeiden?

      11 Bei vielen Gelegenheiten hilft uns Demut, Fehler zu vermeiden. Wieso? Weil sie uns davor bewahrt, übertrieben selbstbewußt zu sein. Wir verstehen den Rat des Paulus gemäß 1. Korinther 10:12: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle.“ Der stolze Mensch ist zu selbstbewußt, deshalb ist er dafür anfällig, aufgrund äußerer Einflüsse oder aufgrund eigener Schwächen Fehler zu begehen.

      12. Welches biblische Erfordernis zu erfüllen, hilft uns Demut?

      12 Demut hilft uns, die erforderliche Unterwürfigkeit zu bekunden. In Epheser 5:21 lesen wir: „Seid einander untertan in der Furcht Christi.“ Ja, sollten wir nicht alle einem anderen untertan sein? Kinder sollten ihren Eltern untertan sein, Ehefrauen ihrem Mann und Ehemänner dem Christus (1. Korinther 11:3; Epheser 5:22; 6:1). In jeder Christenversammlung sollten alle, einschließlich der Dienstamtgehilfen, gegenüber den Ältesten Unterwürfigkeit bekunden. Trifft das nicht auch auf die Ältesten gegenüber der Klasse des treuen Sklaven zu, auch wenn diese zum Beispiel durch den Kreisaufseher vertreten wird? Der Kreisaufseher wiederum sollte dem Bezirksaufseher untertan sein und der Bezirksaufseher dem Zweigkomitee des betreffenden Landes, in dem er dient. Wie steht es mit den Mitgliedern des Zweigkomitees? Sie sollten „einander untertan“ sein und auch der leitenden Körperschaft, die die Klasse des treuen und verständigen Sklaven vertritt, der wiederum Jesus, dem inthronisierten König, gegenüber rechenschaftspflichtig ist (Matthäus 24:45-47). Wie in jeder Ältestenschaft müssen die Mitglieder der leitenden Körperschaft den Standpunkt der anderen respektieren. Einer der Brüder meint vielleicht, eine ausgezeichnete Idee zu haben, doch wenn nicht genügend andere seinem Vorschlag zustimmen, muß er ihn zurückstellen. Wir alle benötigen tatsächlich Demut, denn wir alle sind jemandem untertan.

      13, 14. (a) In welcher besonderen Situation hilft uns Demut? (b) Welches Beispiel gab Petrus, als es darum ging, Rat anzunehmen?

      13 Daß Demut der Weg der Weisheit ist, ist besonders daran zu erkennen, daß sie es uns erleichtert, Rat und Zucht anzunehmen. Jeder von uns benötigt mitunter Zucht, und wir tun gut daran, den Rat aus Sprüche 19:20 zu befolgen: „Hör auf Rat, und nimm Zucht an, damit du weise wirst in deiner Zukunft.“ Treffend wird gesagt, Demut nehme der Zurechtweisung oder der Züchtigung den Stachel. Außerdem zeigt uns der Apostel Paulus gemäß Hebräer 12:4-11, wie weise es ist, uns demütig der Zucht zu unterwerfen. Nur so können wir hoffen, künftig weise zu handeln und aufgrund dessen mit ewigem Leben belohnt zu werden. Welch ein glücklicher Ausgang!

      14 In diesem Zusammenhang könnte man auf das Beispiel des Apostels Petrus verweisen. Er wurde vom Apostel Paulus streng zurechtgewiesen, wie wir aus Galater 2:14 erfahren: „Als ich aber sah, daß sie nicht den geraden Weg gemäß der Wahrheit der guten Botschaft wandelten, sagte ich vor ihnen allen zu Kephas [Petrus]: ‚Wenn du, obwohl du ein Jude bist, so lebst wie die Nationen und nicht wie Juden, wie kommt es, daß du Leute von den Nationen nötigst, gemäß jüdischem Brauch zu leben?‘“ War der Apostel Petrus beleidigt? Wenn überhaupt, dann nicht lange, was daran zu erkennen ist, daß er später gemäß 2. Petrus 3:15, 16 von ‘unserem geliebten Bruder Paulus’ sprach.

      15. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Demut und Glücklichsein?

      15 Auch die Selbstgenügsamkeit und die Zufriedenheit dürfen nicht außer acht gelassen werden. Wir können einfach nicht glücklich sein, wenn wir mit unserem Los, unseren Vorrechten und den empfangenen Segnungen nicht zufrieden sind. Ein demütiger Christ sagt sich: „Wenn Gott es zuläßt, kann ich es ertragen“ — ein Gedanke, den eigentlich der Apostel Paulus äußerte, denn er schrieb gemäß 1. Korinther 10:13: „Keine Versuchung hat euch ergriffen, ausgenommen eine allgemein menschliche. Gott aber ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt.“ Wir sehen also wiederum, daß Demut der Weg der Weisheit ist, denn sie hilft uns, glücklich zu sein, ungeachtet dessen, was uns widerfährt.

      Die Liebe hilft uns, demütig zu sein

      16, 17. (a) Durch welches biblische Beispiel wird die Eigenschaft betont, die uns am meisten hilft, demütig zu sein? (b) Durch welches Beispiel aus der weltlichen Literatur wird dieser Punkt ebenfalls veranschaulicht?

      16 Mehr als alles andere hilft uns die selbstlose Liebe, agápē, demütig zu sein. Warum konnte Jesus das, was er am Marterpfahl durchmachte und was Paulus gegenüber den Philippern erwähnte, so demütig ertragen? (Philipper 2:5-8). Warum zog er nicht in Betracht, Gott gleich zu sein? Weil er, wie er selbst sagte, ‘den Vater liebte’ (Johannes 14:31). Aus diesem Grund schrieb er allezeit die Herrlichkeit und Ehre Jehova, seinem himmlischen Vater, zu. Und deshalb betonte er bei einer anderen Gelegenheit, daß nur sein himmlischer Vater gut ist (Lukas 18:18, 19).

      17 Eine Begebenheit im Leben von John Greenleaf Whittier, einem der frühen amerikanischen Dichter, soll das veranschaulichen. Whittier hatte eine Jugendliebe, die mit ihm an einem Rechtschreibwettbewerb teilnahm. Sie schrieb ein bestimmtes Wort richtig, er dagegen falsch. Das bereitete ihr ein gewisses Unbehagen. Warum? Wie sich der Dichter erinnerte, sagte sie: „Es tut mir leid, daß ich dieses Wort richtig geschrieben habe. Ich möchte wirklich nicht über dir stehen ... du weißt doch, daß ich dich liebe.“ Wenn wir jemand lieben, möchten wir, daß er über uns steht, nicht unter uns, denn die Liebe ist demütig.

      18. Welchen biblischen Rat zu befolgen, hilft uns Demut?

      18 Das ist eine gute Lehre für alle Christen, besonders für Brüder. Freuen wir uns, wenn nicht wir, sondern unser Bruder ein besonderes Dienstvorrecht erhalten hat, oder überkommt uns ein Hauch von Eifersucht und Neid? Wenn wir unseren Bruder wirklich lieben, freuen wir uns darüber, daß er die betreffende Aufgabe oder das bestimmte Dienstvorrecht erhält oder ihm Anerkennung zuteil wird. Ja, Demut erleichtert es uns, den Rat zu befolgen: „In Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor“ (Römer 12:10). In einer anderen Übersetzung heißt es: „In der Ehrerbietung schätze einer den andern höher als sich selbst“ (Zürcher Bibel). Außerdem wird uns vom Apostel Paulus geraten: „Durch Liebe dient einander wie Sklaven“ (Galater 5:13). Wenn wir Liebe haben, stehen wir unseren Brüdern gern zu Diensten und dienen ihnen sogar wie Sklaven, indem wir ihr Wohl und ihre Interessen unseren eigenen voranstellen, was Demut erfordert. Demut hält uns auch davon zurück, zu prahlen und so bei anderen den Geist der Eifersucht oder des Neides zu wecken. Paulus schrieb: „Die Liebe ... prahlt nicht, bläht sich nicht auf.“ Warum nicht? Weil hinter dem Prahlen und dem Sichaufblähen die Selbstsucht, der Egoismus, als Motiv steht, das Wesentliche an der Selbstlosigkeit ist dagegen die Liebe (1. Korinther 13:4).

      19. Welche biblischen Beispiele zeigen, daß Demut und Liebe ebenso Hand in Hand gehen wie Stolz und Selbstsucht?

      19 Davids Verhältnis zu König Saul und zu dessen Sohn Jonathan liefert ein eindrucksvolles Beispiel dafür, daß Liebe und Demut ebenso Hand in Hand gehen wie Stolz und Selbstsucht. Nach Davids Erfolg in der Schlacht sangen die Frauen Israels: „Saul hat seine Tausende niedergeschlagen und David seine Zehntausende“ (1. Samuel 18:7). Saul war alles andere als demütig, und angetrieben von verzehrendem Stolz, nährte er daraufhin einen mörderischen Haß auf David. Welch ein Gegensatz zu der Einstellung seines Sohnes Jonathan! Es heißt, daß Jonathan David wie seine eigene Seele liebte (1. Samuel 18:1). Wie reagierte Jonathan daher, als der Gang der Ereignisse zeigte, daß Jehova David segnete und daß nicht er, sondern David der Nachfolger Sauls als König von Israel sein würde? War Jonathan eifersüchtig oder neidisch? Ganz und gar nicht. In seiner großen Liebe zu David konnte er das sagen, was in 1. Samuel 23:17 zu lesen ist: „Fürchte dich nicht; denn die Hand Sauls, meines Vaters, wird dich nicht finden, und du selbst wirst König über Israel sein, und ich meinerseits werde Zweiter nach dir werden; und auch Saul, mein Vater, hat hiervon Kenntnis.“ Jonathans große Liebe zu David bewog ihn, demütig das zu akzeptieren, was er als den Willen Gottes erkannte in bezug auf den Nachfolger seines Vaters als König von Israel.

      20. Wie zeigte Jesus den engen Zusammenhang zwischen Liebe und Demut?

      20 Auch das Geschehen in der letzten Nacht, die Jesus vor seinem Tod mit seinen Aposteln verbrachte, unterstreicht den Zusammenhang zwischen Liebe und Demut. Wie Johannes 13:1 zeigt, „liebte er die Seinen, die in der Welt waren und die er geliebt hatte, bis ans Ende“. Im Anschluß daran wird berichtet, daß Jesus wie ein unterwürfiger Diener seinen Aposteln die Füße wusch. Welch eine eindrucksvolle Lektion in Demut! (Johannes 13:1-11).

      21. Warum sollten wir, zusammenfassend gesagt, demütig sein?

      21 Wir haben wirklich viele Gründe, demütig zu sein. Demut ist angebracht und zeugt von Ehrlichkeit. Wer demütig ist, bekundet Glauben. Demut trägt zu einem guten Verhältnis zu Jehova Gott und zu unseren Glaubensbrüdern bei. Sie ist der Weg der Weisheit. Vor allem aber verrät sie Liebe und macht wirklich glücklich.

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