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Sich vor Götzendienst hüten — Warum?Der Wachtturm 1993 | 15. Januar
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Sich vor Götzendienst hüten — Warum?
„Kindlein, hütet euch vor Götzen“ (1. JOHANNES 5:21).
1. Warum ist die Anbetung Jehovas frei von Götzendienst?
JEHOVA ist kein Götze aus Metall, Holz oder Stein. Er kann in keinem irdischen Tempel wohnen. Da er der allmächtige, für Menschen unsichtbare Geist ist, kann man unmöglich ein Bild von ihm machen. Die wahre Anbetung Jehovas muß daher völlig frei sein von Götzendienst (2. Mose 33:20; Apostelgeschichte 17:24; 2. Korinther 3:17).
2. Welche Fragen verdienen unsere Aufmerksamkeit?
2 Als Anbeter Jehovas fragen wir uns vielleicht: „Was ist Götzendienst? Wie konnten sich Jehovas Diener in der Vergangenheit davor hüten? Und warum müssen wir uns heute überhaupt vor Götzendienst hüten?“
Was Götzendienst ist
3, 4. Wie kann Götzendienst definiert werden?
3 Zum Götzendienst gehören im allgemeinen Zeremonien oder Riten. Götzendienst ist die einem Götzen erwiesene Ehrfurcht, Liebe, Anbetung oder Verehrung. Und was ist ein Götze? Es ist die Darstellung oder das Bild von irgend etwas beziehungsweise ein Symbol, das Gegenstand der Verehrung ist. Götzendienst wird gewöhnlich zugunsten einer wirklichen oder angeblichen höheren Macht ausgeübt, die lebt oder von der man glaubt, sie sei lebendig (wie ein Mensch, ein Tier oder eine Organisation). Doch auch in Verbindung mit unbelebten Dingen (wie einer Naturkraft oder einem leblosen Gegenstand in der Natur) kann Götzendienst getrieben werden.
4 Die in der Bibel gebrauchten hebräischen Wörter zur Bezeichnung von Götzen heben oft deren Wertlosigkeit hervor, oder es sind Ausdrücke der Verachtung. Dazu gehören Wörter, die wie folgt wiedergegeben werden: „geschnitztes oder gehauenes Bild“ (wörtlich: etwas Ausgehauenes [Geschnitztes]); „gegossenes Standbild, Bild oder gegossener Götze“ (wörtlich: etwas [Aus]gegossenes); „abscheuliches Götzenbild“; „nichtiger Götze“ (wörtlich: Nichtigkeit) und „mistiger Götze“. Das griechische Wort éidōlon wird mit „Götze“ übersetzt.
5. Warum kann gesagt werden, daß nicht alle Bilder Götzen sind?
5 Nicht alle Bilder sind Götzen. Gott selbst gebot den Israeliten, zwei goldene Cherube für die Bundeslade zu machen und die aus zehn Zelttüchern bestehende innere Decke der Stiftshütte sowie den Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte, mit Darstellungen dieser Geistgeschöpfe zu besticken (2. Mose 25:1, 18; 26:1, 31-33). Nur die amtierenden Priester sahen diese Darstellungen, die in erster Linie als Veranschaulichung der himmlischen Cherube dienten. (Vergleiche Hebräer 9:24, 25.) Es ist offensichtlich, daß die Darstellungen der Cherube in der Stiftshütte nicht verehrt wurden, da sich kein gerechter Engel anbeten läßt (Kolosser 2:18; Offenbarung 19:10; 22:8, 9).
Jehovas Ansicht über Götzendienst
6. Wie betrachtet Jehova Götzendienst?
6 Diener Jehovas hüten sich vor Götzendienst, weil Gott gegen götzendienerische Handlungen jeder Art ist. Gott gebot den Israeliten, keine Bilder als Gegenstand der Verehrung herzustellen oder anzubeten. In den Zehn Geboten heißt es unter anderem: „Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen noch eine Gestalt wie irgend etwas, was oben in den Himmeln oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen noch dich verleiten lassen, ihnen zu dienen, denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert, der für die Vergehung von Vätern Strafe bringt über Söhne, über die dritte Generation und über die vierte Generation, im Fall derer, die mich hassen, aber liebende Güte übt an der tausendsten Generation im Fall derer, die mich lieben und meine Gebote halten“ (2. Mose 20:4-6).
7. Warum ist Jehova gegen jeden Götzendienst?
7 Warum ist Jehova gegen jeden Götzendienst? Hauptsächlich deshalb, weil er ausschließliche Ergebenheit fordert, wie es oben im zweiten der Zehn Gebote gezeigt wird. Außerdem sagte er durch seinen Propheten Jesaja: „Ich bin Jehova. Das ist mein Name; und keinem sonst werde ich meine eigene Herrlichkeit geben noch meinen Lobpreis gehauenen Bildern“ (Jesaja 42:8). Die Israeliten gerieten einmal derart in die Schlinge des Götzendienstes, daß sie „ihre Söhne und ihre Töchter Dämonen zu opfern [pflegten]“ (Psalm 106:36, 37). Götzenverehrer leugnen nicht nur, daß Jehova der wahre Gott ist, sondern sie dienen auch zusammen mit den Dämonen den Interessen Satans, seines Hauptwidersachers.
Unter Prüfungen loyal
8. In welche Prüfung gerieten die drei Hebräer Schadrach, Meschach und Abednego?
8 Loyalität gegenüber Jehova veranlaßt uns ebenfalls, uns vor Götzendienst zu hüten. Das wird durch die Begebenheit veranschaulicht, die in Daniel, Kapitel 3 aufgezeichnet ist. Der babylonische König Nebukadnezar versammelte Beamte aus seinem Reich zur Einweihung eines großen goldenen Standbilds, das er aufgerichtet hatte. Auch Schadrach, Meschach und Abednego — drei Hebräer, die Verwalter des Gerichtsbezirks Babylon waren — mußten dem Befehl Folge leisten. Alle Anwesenden sollten sich beim Klang bestimmter Musikinstrumente vor dem Bild niederbeugen. Das war ein Versuch Satans, des eigentlichen Gottes von Babylon, die drei Hebräer zu veranlassen, sich vor einem Bild niederzubeugen, das für das babylonische Weltreich stand. Stellen wir uns vor, wir wären dabeigewesen.
9, 10. (a) Welche Haltung nahmen die drei Hebräer ein, und wie wurden sie belohnt? (b) Wozu werden Jehovas Zeugen durch das Verhalten der drei Hebräer ermuntert?
9 Da! Die drei Hebräer bleiben stehen. Sie beherzigen Gottes Gesetz, das verbietet, Götzen oder geschnitzte Bilder herzustellen oder ihnen zu dienen. Nebukadnezar stellt ihnen ein Ultimatum: Kniet euch nieder, oder ihr werdet sterben! Doch aus Loyalität gegenüber Jehova sagen sie: „Wenn es sein soll, so kann uns unser Gott, dem wir dienen, befreien. Aus dem brennenden Feuerofen und aus deiner Hand, o König, wird er uns befreien. Wenn aber nicht, so werde dir, o König, kund, daß wir deinen Göttern nicht dienen, und das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, werden wir nicht anbeten“ (Daniel 3:16-18).
10 Die loyalen Diener Gottes werden in den übermäßig geheizten Feuerofen geworfen. Voller Erstaunen, daß vier Personen zu sehen sind, die sich darin frei bewegen, fordert Nebukadnezar die drei Hebräer auf, herauszutreten, und sie kommen unverletzt wieder zum Vorschein. Darauf ruft der König aus: „Gesegnet sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abednegos, der seinen Engel [die vierte Person in dem Feuerofen] sandte und seine Diener befreite, die auf ihn vertrauten und die sogar das Wort des Königs änderten und ihren Leib preisgaben, weil sie keinem einzigen Gott dienen und keinen anbeten wollten außer ihrem eigenen Gott. ... kein anderer Gott existiert, der befreien kann wie dieser“ (Daniel 3:28, 29). Dadurch, daß die drei Hebräer ihre Lauterkeit bewahrten, werden Jehovas heutige Zeugen ermuntert, Gott loyal zu sein, gegenüber der Welt neutral zu bleiben und sich vor Götzendienst zu hüten (Johannes 17:16).
Götzen scheitern vor Gericht
11, 12. (a) Was berichtete Jesaja über Jehova und Götzen? (b) Wie erging es den Göttern der Nationen, als sie von Jehova herausgefordert wurden?
11 Wir sollten uns vor Götzendienst hüten, weil die Verehrung von Götzen nutzlos ist. Obwohl manche der von Menschen gemachten Götzen lebensecht zu sein scheinen — oft mit einem Mund, mit Augen und Ohren versehen —, können sie weder sprechen, sehen oder hören noch etwas für ihre Verehrer tun (Psalm 135:15-18). Das zeigte sich im achten Jahrhundert v. u. Z., als Gottes Prophet einen regelrechten Gerichtsfall zwischen Jehova und den Götzen beschrieb, der in Jesaja 43:8-28 aufgezeichnet wurde. In diesem stand Gottes Volk, Israel, auf der einen Seite und die weltlichen Nationen auf der anderen. Jehova forderte die falschen Götter der Nationen auf, „die ersten Dinge“ zu berichten, das heißt, wahrheitsgemäß zu prophezeien. Nicht einer von ihnen war dazu in der Lage. Jehova wandte sich mit den Worten an sein Volk: „Ihr seid meine Zeugen, ... und ich bin Gott.“ Die Nationen konnten nicht beweisen, daß ihre Götter vor Jehova existiert hatten oder daß diese prophezeien konnten. Doch Jehova kündigte im voraus den Untergang Babylons und die Freilassung seines gefangenen Volkes an.
12 Die von Gott befreiten Diener würden sich, wie in Jesaja 44:1-8 gezeigt wird, außerdem als „Jehova gehörend“ bezeichnen. Jehova sagte von sich selbst: „Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“ Die Götzen konnten das nicht widerlegen. „Ihr seid meine Zeugen“, sprach Jehova ein weiteres Mal zu seinem Volk und fügte hinzu: „Existiert ein Gott außer mir? Nein, da ist kein FELS.“
13. Was verrät der Götzendienst über einen Götzendiener?
13 Wir hüten uns vor Götzendienst, weil es einen Mangel an Weisheit verrät, sich darin zu verstricken. Aus einem Teil eines Baums, den sich ein Götzendiener auswählt, bildet er einen Gott, um ihn anzubeten, und mit dem Rest macht er ein Feuer, um sein Essen zu kochen (Jesaja 44:9-17). Wie töricht! Ein Hersteller und Verehrer von Götzen erleidet außerdem Schande, weil er kein untrügliches Zeugnis dafür vorlegen kann, daß sie Götter sind. Doch Jehovas Göttlichkeit ist über jeden Zweifel erhaben, da er nicht nur die Befreiung seines Volkes aus Babylon voraussagte, sondern es auch tatsächlich befreite. Jerusalem wurde wieder bewohnt, die Städte Judas wurden wieder aufgebaut, und Babylons „Wassertiefe“ — der Euphrat — verdunstete insofern, als der Fluß keinen Schutz mehr bot (Jesaja 44:18-27). Wie Gott ebenfalls vorausgesagt hatte, eroberte Cyrus, der Perser, Babylon (Jesaja 44:28 bis 45:6).
14. Was wird vor dem höchsten Gericht des Universums für alle Zeiten bewiesen werden?
14 Die Götzen verloren diesen Rechtsfall, in dem es um die Frage der Göttlichkeit ging. Und das, was Babylon widerfuhr, wird dem neuzeitlichen Gegenstück, Babylon der Großen, dem Weltreich der falschen Religion, ebenso sicher widerfahren. Sie und alle ihre Götter, ihr religiöses Drumherum und ihre Objekte der Götzenverehrung werden bald für immer verschwunden sein (Offenbarung 17:12 bis 18:8). Vor dem höchsten Gericht des Universums wird dann für alle Zeiten bewiesen sein, daß Jehova allein der lebendige und wahre Gott ist und daß er sein prophetisches Wort wahr macht.
Dämonen dargebrachte Opfer
15. Was gaben der heilige Geist und die leitende Körperschaft des ersten Jahrhunderts Jehovas Dienern in bezug auf Götzendienst zu verstehen?
15 Jehovas Diener hüten sich vor Götzendienst, weil sie von Gottes Geist und Gottes Organisation geleitet werden. Die leitende Körperschaft der Diener Jehovas im ersten Jahrhundert teilte ihren Glaubensbrüdern folgendes mit: „Der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen. Bleibt gesund!“ (Apostelgeschichte 15:28, 29).
16. Wie würden wir mit eigenen Worten formulieren, was Paulus über Dinge sagte, die Götzen geopfert waren?
16 Wir müssen uns vor Götzendienst hüten, damit wir nichts mit Dämonismus zu tun haben. Der Apostel Paulus schrieb den Christen in Korinth mit Bezug auf das Abendmahl des Herrn: „Flieht vor dem Götzendienst. ... Ist der Becher der Segnung, den wir segnen, nicht Teilhaberschaft am Blut des Christus? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhaberschaft am Leib des Christus? Weil es e i n Brot ist, sind wir, obwohl viele, e i n Leib, denn wir alle haben an diesem e i n e n Brot teil. Seht auf das, was Israel in fleischlicher Hinsicht ist: Sind nicht die, welche die Opfer essen, Teilhaber mit dem Altar? Was soll ich also sagen? Daß das, was einem Götzen geopfert ist, etwas sei oder daß ein Götze etwas sei? Nein; sondern ich sage, daß die Dinge, die die Nationen opfern, sie Dämonen opfern und nicht Gott; und ich will nicht, daß ihr Teilhaber mit den Dämonen werdet. Ihr könnt nicht den Becher Jehovas und den Becher der Dämonen trinken; ihr könnt nicht am ‚Tisch Jehovas‘ und am Tisch der Dämonen teilhaben. Oder ‚reizen wir Jehova zur Eifersucht‘? Wir sind doch nicht etwa stärker als er?“ (1. Korinther 10:14-22).
17. Unter welchen Umständen konnte im ersten Jahrhundert u. Z. ein Christ Fleisch essen, das Götzen geopfert worden war, und warum?
17 Ein Teil eines Tieres wurde einem Götzen geopfert, ein Teil ging an die Priester, und der Anbeter erhielt etwas für ein Festmahl. Solches Fleisch mag aber auch auf einem Markt verkauft worden sein. Für einen Christen war es nicht ratsam, in einen Götzentempel zu gehen, um Fleisch zu essen, selbst wenn er es nicht in Verbindung mit einem Ritus aß, weil er dadurch andere zum Straucheln bringen oder selbst zur falschen Anbetung verleitet werden konnte (1. Korinther 8:1-13; Offenbarung 2:12, 14, 18, 20). Dadurch, daß ein Tier einem Götzen geopfert wurde, veränderte sich das Fleisch nicht; deshalb war es einem Christen gestattet, dieses Fleisch auf dem Markt zu kaufen. Er mußte sich auch nicht nach der Herkunft von Fleisch erkundigen, das ihm jemand vorsetzte. Würde jedoch darauf hingewiesen, daß es „als Opfer dargebracht“ worden war, würde er es nicht essen, um niemand zum Straucheln zu bringen (1. Korinther 10:25-29).
18. Wie konnten diejenigen, die etwas aßen, was einem Götzen geopfert worden war, mit Dämonismus in Verbindung kommen?
18 Viele glaubten, daß sich nach dem Opferritus der betreffende Gott in dem Fleisch befand und daß er dann in den Körper derjenigen einging, die es beim Festmahl des Anbeters aßen. So, wie ein Band zwischen Menschen geschmiedet wurde, die zusammen aßen, so wurden diejenigen, die von den Opfertieren aßen, Teilhaber mit dem Altar, und sie pflegten Gemeinschaft mit dem Dämonengott, der durch den Götzen dargestellt wurde. Durch solchen Götzendienst hielten die Dämonen die Menschen davon ab, den allein wahren Gott anzubeten (Jeremia 10:1-15). Kein Wunder, daß sich Jehovas Volk von Dingen enthalten mußte, die Götzen geopfert waren! Loyalität gegenüber Gott, die Unterwerfung unter die Leitung seines heiligen Geistes und seiner Organisation sowie die Entschlossenheit, keine Verbindung zum Dämonismus zu haben, erweisen sich heute als starker Antrieb, sich vor Götzendienst zu hüten.
Warum müssen wir auf der Hut sein?
19. Welche Formen des Götzendienstes wurden im alten Ephesus getrieben?
19 Christen hüten sich gewissenhaft vor Götzendienst, weil er in vielen Formen auftritt und sie schon durch eine einzige götzendienerische Handlung ihren Glauben aufs Spiel setzen könnten. Der Apostel Johannes forderte seine Glaubensbrüder auf: „Hütet euch vor Götzen“ (1. Johannes 5:21). Dieser Rat war angebracht, da sie von vielen Formen des Götzendienstes umgeben waren. Johannes schrieb von Ephesus aus, einer Stadt, die erfüllt war von magischen Bräuchen und von Mythen über falsche Götter. In Ephesus stand eines der Sieben Weltwunder — der Tempel der Artemis, ein Ort des Asyls für Verbrecher und ein Zentrum unsittlicher Riten. Der aus Ephesus stammende Philosoph Heraklit verglich den dunklen Gang zum Altar jenes Tempels mit der Finsternis der Schändlichkeit, und er hielt die Tempelsitten für schlimmer als die Verhaltensweise von Tieren. Die Christen in Ephesus mußten daher Dämonismus, Unsittlichkeit und Götzendienst die Stirn bieten.
20. Warum müssen sich Christen auch vor den unauffälligsten Formen des Götzendienstes hüten?
20 Christen müssen fest entschlossen sein, sich selbst vor den unauffälligsten Formen des Götzendienstes zu hüten, denn schon e i n Akt der Anbetung des Teufels würde dessen Behauptung untermauern, daß kein Mensch unter Prüfung Gott treu bleibt (Hiob 1:8-12). Als Satan Jesus „alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit“ zeigte, sagte er zu ihm: „Alle diese Dinge will ich dir geben, wenn du niederfällst und mir einen Akt der Anbetung erweist.“ Christus unterstützte durch seine Weigerung die Seite Jehovas in der Streitfrage der universellen Souveränität und bewies, daß der Teufel ein Lügner ist (Matthäus 4:8-11; Sprüche 27:11).
21. Was verweigerten treue Christen dem römischen Kaiser?
21 Auch die ersten Nachfolger Jesu weigerten sich, einen Akt der Anbetung zu leisten, durch den sie Satans Seite der Streitfrage unterstützt hätten. Sie hatten zwar angebrachten Respekt vor den „obrigkeitlichen Gewalten“, der Regierung, aber sie verbrannten keinen Weihrauch zu Ehren des römischen Kaisers, selbst dann nicht, wenn es ihr Leben kosten konnte (Römer 13:1-7). In Verbindung damit schrieb Daniel P. Mannix: „Nur sehr wenige Christen widerriefen, obwohl meistens ein Altar, auf dem ein Feuer brannte, in der Arena stand, damit sie noch opfern könnten. Wenn ein Gefangener nur eine Prise Weihrauch auf die Flamme streute, erhielt er ein Opferzeugnis und wurde freigelassen. Man erklärte ihm auch eingehend, daß er damit den Kaiser nicht anbete; er erkenne lediglich das göttliche Wesen des Kaisers als Haupt des römischen Staates an. Dennoch ergriff selten ein Christ die Gelegenheit freizukommen“ (Those About to Die, Seite 137). Würdest du in einer ähnlichen Prüfung jeden Götzendienst rundweg ablehnen?
Wirst du dich vor Götzendienst hüten?
22, 23. Warum müssen wir uns vor Götzendienst hüten?
22 Christen müssen sich unbedingt vor allen Formen des Götzendienstes hüten. Jehova fordert ausschließliche Ergebenheit. Die drei treuen Hebräer gaben ein ausgezeichnetes Beispiel, da sie sich weigerten, das große Standbild zu verehren, das der babylonische König Nebukadnezar aufgerichtet hatte. In dem universellen Gerichtsfall, von dem der Prophet Jesaja berichtete, wurde gezeigt, daß Jehova allein der wahre und lebendige Gott ist. Seine frühchristlichen Zeugen mußten sich von Dingen enthalten, die Götzen geopfert waren. Die meisten von ihnen blieben loyal, sie gaben dem Druck nicht nach, auch nur eine einzige götzendienerische Handlung zu begehen, die eine Verleugnung Jehovas dargestellt hätte.
23 Hütest du dich also persönlich vor Götzendienst? Bist du Gott ausschließlich ergeben? Unterstützt du die Souveränität Jehovas, und rühmst du ihn als den wahren und lebendigen Gott? Wenn ja, dann solltest du entschlossen sein, götzendienerischen Handlungen weiterhin standhaft zu widerstehen. Doch welche weiteren biblischen Gedanken können dir helfen, dich vor Götzendienst jeder Art zu hüten?
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Sich vor Götzendienst jeder Art hütenDer Wachtturm 1993 | 15. Januar
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Sich vor Götzendienst jeder Art hüten
„Welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen?“ (2. KORINTHER 6:16).
1. Was wurde durch die Stiftshütte und die Tempel der Israeliten versinnbildlicht?
JEHOVA hat einen Tempel, in dem es keine Götzen gibt. Er wurde durch die von Moses errichtete Stiftshütte der Israeliten und durch die später in Jerusalem erbauten Tempel versinnbildlicht. Diese Bauwerke waren Darstellungen „des wahren Zeltes“, des großen geistigen Tempels Jehovas (Hebräer 8:1-5). Jener Tempel ist die Einrichtung, durch die man sich Gott in der Anbetung nahen kann, und zwar auf der Grundlage des Loskaufsopfers Jesu Christi (Hebräer 9:2-10, 23).
2. Wer wird zu einer Säule in Gottes großem geistigen Tempel, und welche Stellung nimmt die große Volksmenge ein?
2 Jeder gesalbte Christ wird zu „einer Säule im Tempel [Gottes]“ und erhält einen Platz im Himmel. Eine „große Volksmenge“ anderer Anbeter Jehovas ‘bringt Gott heiligen Dienst dar’, und zwar an dem Ort, der durch den Vorhof der Heiden in dem von Herodes umgebauten Tempel dargestellt wurde. Da diese Anbeter an Jesu Loskaufsopfer glauben, befinden sie sich in einem gerechten Stand, und sie werden aufgrund dessen in der „großen Drangsal“ bewahrt werden (Offenbarung 3:12; 7:9-15).
3, 4. Womit wird die Versammlung der gesalbten Christen auf der Erde verglichen, und von welcher Verunreinigung muß sie frei sein?
3 Die Versammlung der gesalbten Christen auf der Erde wird — ebenfalls sinnbildlich — mit einem weiteren Tempel verglichen, der von Götzendienst frei ist. Der Apostel Paulus schrieb an Personen, die mit ‘heiligem Geist versiegelt’ waren, folgendes: „Ihr seid auf der Grundlage der Apostel und Propheten aufgebaut worden, wobei Christus Jesus selbst der Grundeckstein ist. In Gemeinschaft mit ihm wächst der ganze Bau, harmonisch zusammengefügt, zu einem heiligen Tempel für Jehova. In Gemeinschaft mit ihm werdet auch ihr zusammen zu einer Stätte aufgebaut, die Gott durch den Geist bewohnen wird“ (Epheser 1:13; 2:20-22). Diese 144 000 Versiegelten werden als „lebendige Steine aufgebaut zu einem geistigen Haus für den Zweck einer heiligen Priesterschaft“ (1. Petrus 2:5; Offenbarung 7:4; 14:1).
4 Da jene Unterpriester „Gottes Bau“ sind, läßt Gott nicht zu, daß dieser Tempel verunreinigt wird (1. Korinther 3:9, 16, 17). „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen“, sagte Paulus warnend. „Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht ferner zwischen Christus und Belial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen?“ Gesalbte Christen, die ‘Jehova, dem Allmächtigen’, gehören, müssen frei sein von Götzendienst (2. Korinther 6:14-18). Die Glieder der großen Volksmenge müssen sich ebenfalls vor jeder Art von Götzendienst hüten.
5. Was tun wahre Christen, da sie sich bewußt sind, daß Jehova ausschließliche Ergebenheit gebührt?
5 Es gibt sowohl offenkundige als auch verborgene Formen des Götzendienstes. Der Götzendienst beschränkt sich nämlich nicht nur auf die Anbetung falscher Götter und Göttinnen. Als Götzendienst wird die Anbetung von irgend etwas anderem oder von irgend jemand anders als Jehova bezeichnet. Er, der universelle Souverän, verlangt zu Recht die ihm gebührende ausschließliche Ergebenheit (5. Mose 4:24). Da sich wahre Christen dessen bewußt sind, beachten sie die biblischen Warnungen vor jeder Art von Götzendienst (1. Korinther 10:7). Wir wollen uns einmal mit bestimmten Formen des Götzendienstes beschäftigen, vor denen sich Diener Jehovas hüten müssen.
Der Götzendienst der Christenheit vorgeschattet
6. Was für abscheuliche Dinge sah Hesekiel in einer Vision?
6 Der Prophet Hesekiel erhielt im Jahre 612 v. u. Z., während er in Babylon im Exil war, eine Vision von den abscheulichen Dingen, die abtrünnige Juden im Tempel Jehovas in Jerusalem trieben. Hesekiel sah ein „Sinnbild der Eifersucht“. Weiter beobachtete er, wie siebzig ältere Männer im Tempel Räucherwerk darbrachten. Frauen waren zu sehen, die einen falschen Gott beweinten. Und fünfundzwanzig Männer beteten die Sonne an. Welche Bedeutung hatten diese untreuen Handlungen?
7, 8. Worum könnte es sich bei dem „Sinnbild der Eifersucht“ gehandelt haben, und warum reizte es Jehova zur Eifersucht?
7 Durch die abscheulichen Dinge, die Hesekiel in der Vision sah, wurde der Götzendienst der Christenheit vorgeschattet. Er berichtete unter anderem: „Siehe, nördlich vom Tor des Altars war dieses Sinnbild der Eifersucht im Eingangsweg. Und er [Jehova Gott] sagte weiter zu mir: ‚Menschensohn, siehst du, welch große Abscheulichkeiten sie tun, die Dinge, die das Haus Israel hier tut, um mich von meinem Heiligtum weit zu entfernen?‘“ (Hesekiel 8:1-6).
8 Bei dem götzendienerischen Sinnbild der Eifersucht könnte es sich um einen heiligen Pfahl gehandelt haben, eine Darstellung der falschen Göttin, die die Kanaaniter als Frau ihres Gottes Baal betrachteten. Ganz gleich, um was für ein Sinnbild es sich gehandelt haben mag, es reizte Jehova zur Eifersucht, weil sein Vorhandensein bedeutete, daß Israel Jehova gegenüber nicht mehr ausschließlich ergeben war und daß das von ihm erlassene Gebot übertreten wurde: „Ich bin Jehova, dein Gott ... Du sollst keine anderen Götter wider mein Angesicht haben. Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen noch eine Gestalt wie irgend etwas, was oben in den Himmeln oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen noch dich verleiten lassen, ihnen zu dienen, denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert“ (2. Mose 20:2-5).
9. Wodurch reizt die Christenheit Gott zur Eifersucht?
9 Die Anbetung des Sinnbilds der Eifersucht in Gottes Tempel war eines der überaus abscheulichen Dinge, die die abtrünnigen Israeliten trieben. In ähnlicher Weise sind die Kirchen der Christenheit so sehr mit gottentehrenden Sinnbildern und Darstellungen verunstaltet, daß von ausschließlicher Ergebenheit demjenigen gegenüber, dem zu dienen sie vorgeben, keine Rede sein kann. Gott wird auch dadurch zur Eifersucht gereizt, daß die Geistlichkeit sein Königreich als die einzige Hoffnung für die Menschheit verwirft und die Vereinten Nationen vergöttert — „das abscheuliche Ding, das ... an heiliger Stätte“ steht, „wo es nicht stehen sollte“ (Matthäus 24:15, 16; Markus 13:14).
10. Was sah Hesekiel im Tempel, und was in der Christenheit ist damit vergleichbar?
10 Als Hesekiel den Tempel betrat, beobachtete er folgendes: „Siehe, jede Darstellung von Kriechtieren und widerlichen Tieren und alle mistigen Götzen des Hauses Israel waren ringsherum in die Wand eingeritzt. Und siebzig Männer von den Älteren des Hauses Israel ... standen vor ihnen, jeder mit seinem Räucherfaß in seiner Hand, und der Wohlgeruch der Wolke des Räucherwerks stieg empor.“ Stellen wir uns das einmal vor! Ältere Männer Israels bringen in Jehovas Tempel falschen Göttern — dargestellt durch abscheuliche, in die Wand eingeritzte Bilder — Räucherwerk dar (Hesekiel 8:10-12). In ähnlicher Weise verehrt das Volk in den Ländern der Christenheit die als Staatssymbole verwendeten Vögel und wilden Tiere. Außerdem tragen viele Geistliche eine Mitschuld an der Irreführung der Massen, da sie die abwegige Theorie von der Evolution des Menschen aus tierischen Lebensformen vertreten, statt den wahren Bibelbericht über die Schöpfung durch Jehova Gott zu unterstützen (Apostelgeschichte 17:24-28).
11. Warum beweinten die abtrünnigen Israelitinnen den Tammuz?
11 Am Eingang des Tores des Hauses Jehovas sah Hesekiel abtrünnige Israelitinnen, die den Tammuz beweinten (Hesekiel 8:13, 14). Für die Babylonier und die Syrer war Tammuz der Gott der Vegetation, die in der Regenzeit gedeiht, in der Trockenzeit aber abstirbt. Der Tod der Vegetation veranschaulichte den Tod des Tammuz, der alljährlich zur Zeit der größten Hitze von seinen Anbetern beweint wurde. Mit dem Erscheinen der Vegetation während der Regenzeit kehrte Tammuz angeblich aus der Unterwelt zurück. Er wurde durch den ersten Buchstaben seines Namens dargestellt, das alte Tau, das die Form eines Kreuzes hatte. Man könnte hier durchaus eine Parallele zu der götzendienerischen Verehrung des Kreuzes in der Christenheit ziehen.
12. Wobei beobachtete Hesekiel fünfundzwanzig abtrünnige Israeliten, und welche Parallele dazu gibt es in der Christenheit?
12 Als nächstes sah Hesekiel im inneren Vorhof des Tempels fünfundzwanzig abtrünnige Israeliten, die die Sonne anbeteten — wodurch sie das Verbot Jehovas, solchen Götzendienst zu treiben, mißachteten (5. Mose 4:15-19). Diese Götzendiener streckten außerdem einen abscheulichen Zweig aus an Gottes Nase, möglicherweise eine Darstellung des männlichen Geschlechtsorgans. Kein Wunder, daß Gott ihre Gebete nicht erhörte; ebenso wird die Christenheit in der „großen Drangsal“ vergeblich seine Hilfe suchen (Matthäus 24:21). So, wie die abtrünnigen Israeliten die lichtspendende Sonne mit dem Rücken gegen den Tempel Jehovas anbeteten, so wendet die Christenheit dem von Gott kommenden Licht den Rücken zu, vertritt falsche Lehren, vergöttert die weltliche Weisheit und übersieht nachsichtig Unsittlichkeit (Hesekiel 8:15-18).
13. Wie hüten sich Jehovas Zeugen vor den Formen des Götzendienstes, die in Hesekiels Vision zu sehen waren?
13 Jehovas Zeugen hüten sich vor den von Hesekiel vorhergesehenen Formen des Götzendienstes, die in der Christenheit, dem gegenbildlichen Jerusalem, praktiziert werden. Wir verehren keine gottentehrenden Symbole. Auch wenn wir die herrschenden „obrigkeitlichen Gewalten“ respektieren, ist unsere Unterordnung nur relativ (Römer 13:1-7; Markus 12:17; Apostelgeschichte 5:29). Gott und seinem Königreich allein sind wir von ganzem Herzen ergeben. Wir verwerfen den Schöpfer und seine Schöpfung nicht zugunsten der Evolutionstheorie (Offenbarung 4:11). Die Verehrung des Kreuzes oder eine Vergötterung des Intellektualismus, der Philosophie oder anderer Arten der weltlichen Weisheit kommt für uns überhaupt nicht in Frage (1. Timotheus 6:20, 21). Außerdem hüten wir uns vor allen anderen Formen des Götzendienstes. Worum könnte es sich dabei handeln?
Andere Arten des Götzendienstes
14. Welche Haltung nehmen Jehovas Diener gegenüber dem „wilden Tier“ aus Offenbarung 13:1 ein?
14 Christen vergöttern nicht wie die Menschen im allgemeinen ein symbolisches „wildes Tier“. Der Apostel Johannes sagte: „Ich sah aus dem Meer ein wildes Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen aufsteigen und auf seinen Hörnern zehn Diademe ... Alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten“ (Offenbarung 13:1, 8). Tiere können „Könige“ oder politische Mächte symbolisieren (Daniel 7:17; 8:3-8, 20-25). Die sieben Köpfe des symbolischen wilden Tieres stehen daher für Weltmächte — Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und die anglo-amerikanische Interessengemeinschaft, bestehend aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Geistlichkeit der Christenheit offenbart große Respektlosigkeit gegenüber Gott und Christus, da sie die Menschheit dazu verführt, das politische System Satans, ‘des Herrschers dieser Welt’, zu vergöttern (Johannes 12:31). Jehovas Diener weisen dagegen als neutrale Christen und Verteidiger des Königreichs solchen Götzendienst von sich (Jakobus 1:27).
15. Wie betrachtet das Volk Jehovas die Stars dieser Welt, und was sagte ein Zeuge Jehovas dazu?
15 Gottes Volk lehnt auch den Starkult ab, der in der Welt mit Unterhaltungskünstlern und Sportlern getrieben wird. Ein Musiker sagte, nachdem er ein Zeuge Jehovas geworden war: „Unterhaltungs- und Tanzmusik [kann] falsche Begierden wecken. Der Schlagersänger singt von Glück und Zärtlichkeit, etwas, was viele Zuhörer bei ihrem Partner vermissen mögen. Oft wird der Interpret mit dem identifiziert, was er singt. Einige Berufsmusiker, die ich kenne, sind aus diesem Grund ausgesprochene Frauenlieblinge. Sich in eine solche Traumwelt hineinzusteigern kann zur Menschenverehrung führen. Es mag ganz harmlos beginnen, wenn sich zum Beispiel jemand ein Autogramm als Souvenir geben läßt. Doch manche sehen in dem Sänger den idealen Menschen. Sie heben ihn auf einen Sockel und machen ihn damit zum Idol oder Götzen. Sie hängen das Bild des Stars auf oder beginnen, sich wie er zu frisieren und zu kleiden ... Christen müssen daran denken, daß nur Gott Verehrung gebührt.“
16. Was zeigt, daß gerechte Engel Götzendienst ablehnen?
16 Ja, nur Gott gebührt Verehrung oder Anbetung. Als Johannes „nieder[fiel], um vor den Füßen des Engels anzubeten“, der ihm erstaunliche Dinge gezeigt hatte, weigerte sich das Geistgeschöpf, auf irgendeine Weise vergöttert zu werden, indem es sagte: „Sieh dich vor! Tu das nicht! Ich bin nichts weiter als ein Mitsklave von dir und von deinen Brüdern, die Propheten sind, und von denen, die die Worte dieser Buchrolle halten. Bete Gott an!“ (Offenbarung 22:8, 9). Die Furcht Jehovas oder die tiefe Ehrerbietung ihm gegenüber veranlaßt uns, ihn allein anzubeten (Offenbarung 14:7). Wahre Gottergebenheit bewahrt uns somit vor Götzendienst (1. Timotheus 4:8).
17. Wie können wir uns vor götzendienerischer Unsittlichkeit hüten?
17 Unsittlichkeit ist eine weitere Form des Götzendienstes, die Diener Jehovas verwerfen müssen. Sie wissen, daß „kein Hurer oder Unreiner oder Habgieriger — das heißt ein Götzendiener — irgendein Erbe im Königreich des Christus und Gottes hat“ (Epheser 5:5). Das, was die Betreffenden treiben, hat insofern etwas mit Götzendienst zu tun, als das Sehnen nach unrechtem Vergnügen zu etwas wird, dem sie sich hingeben. Verkehrte sexuelle Wünsche sind eine Gefahr für gottgefällige Eigenschaften. Wer sich mit seinen Augen und Ohren der Pornographie zuwendet, setzt das Verhältnis aufs Spiel, das er zu dem heiligen Gott, Jehova, haben mag (Jesaja 6:3). Gottes Diener müssen sich daher vor Pornographie und verderblicher Musik hüten, um Götzendienst dieser Art aus dem Weg zu gehen. Sie müssen sich an gute geistige Werte halten, die auf die Bibel gegründet sind, und sie dürfen niemals „die neue Persönlichkeit ..., die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist“, ablegen (Epheser 4:22-24).
Sich vor Habgier und Habsucht hüten
18, 19. (a) Was ist Habgier, und was ist Habsucht? (b) Wie können wir uns vor götzendienerischer Habgier und Habsucht hüten?
18 Christen müssen sich vor Habgier und Habsucht, zwei eng verwandten Formen des Götzendienstes, hüten. Habgier ist ein übertriebener oder gieriger Wunsch, und Habsucht ist die Begierde, alles haben zu wollen. Jesus warnte vor Habsucht, und er sprach von einem habsüchtigen Reichen, dem der Reichtum nichts mehr nützte, als er starb, und der bedauerlicherweise ‘nicht reich war Gott gegenüber’ (Lukas 12:15-21). Paulus richtete an Glaubensbrüder passenderweise den Rat: „Ertötet ... die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in bezug auf ... Habsucht, die Götzendienst ist“ (Kolosser 3:5).
19 Wer von der Geldliebe besessen ist, beim Essen und Trinken kein Maß kennt oder machtbesessen ist, macht solche Begierden zu seinen Götzen. Wie Paulus zeigte, ist ein Habgieriger ein Götzendiener, der Gottes Königreich nicht erben wird (1. Korinther 6:9, 10; Epheser 5:5). Daher können getaufte Personen, die dadurch Götzendienst treiben, daß sie habgierig sind, aus der Christenversammlung ausgeschlossen werden. Wir können jedoch Habgier vermeiden, wenn wir uns an die Heilige Schrift halten und aufrichtig beten. So heißt es in Sprüche 30:7-9: „Zwei Dinge habe ich von dir [Jehova Gott] erbeten. Enthalte sie mir nicht vor, ehe ich sterbe. Unwahrheit und das lügnerische Wort entferne von mir. Gib mir weder Armut noch Reichtum. Laß mich die mir beschiedene Speise verzehren, damit ich nicht satt werde und ich dich tatsächlich verleugne und sage: ‚Wer ist Jehova?‘ und damit ich nicht verarme und ich tatsächlich stehle und mich am Namen meines Gottes vergreife.“ Ein solcher Geist kann uns helfen, uns vor Habgier und Habsucht zu hüten.
Sich davor hüten, sich selbst zum Götzen zu machen
20, 21. Wie hüten sich Jehovas Diener davor, sich selbst zum Götzen zu machen?
20 Jehovas Diener hüten sich davor, sich selbst zum Götzen zu machen. In der heutigen Welt ist es üblich, sich selbst und seinen eigenen Willen zu vergöttern. Das Verlangen nach Ruhm und Ehre veranlaßt viele, unaufrichtig zu handeln. Sie wollen nicht Gottes Willen tun, sondern ihren eigenen. Wer dazu neigt, sich selbst zum Götzen zu machen, indem er verschlagen versucht, den eigenen Willen durchzusetzen und den Herrn über andere zu spielen, kann kein Verhältnis zu Gott haben (Sprüche 3:32; Matthäus 20:20-28; 1. Petrus 5:2, 3). Als Nachfolger Jesu haben wir uns von den hinterhältigen Dingen der Welt losgesagt (2. Korinther 4:1, 2).
21 Statt nach Ruhm zu streben, beachten die Glieder des Volkes Gottes folgende Ermahnung, die Paulus äußerte: „Ob ihr eßt oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Verherrlichung Gottes“ (1. Korinther 10:31). Als Diener Jehovas bestehen wir nicht in götzendienerischer Weise darauf, unseren eigenen Willen durchzusetzen, sondern tun freudig Gottes Willen, indem wir die Anleitung des „treuen und verständigen Sklaven“ befolgen und rückhaltlos mit Jehovas Organisation zusammenarbeiten (Matthäus 24:45-47).
Seid auf der Hut!
22, 23. Wie können wir uns weiterhin vor Götzendienst jeder Art hüten?
22 Wir, Jehovas Diener, verneigen uns nicht vor materiellen Götzen. Und wir hüten uns auch vor den heimtückischen Formen des Götzendienstes. Ja, wir müssen weiterhin Götzendienst jeder Art meiden. Wir beherzigen den Rat des Johannes: „Kindlein, hütet euch vor Götzen“ (1. Johannes 5:21).
23 Gebrauche als Diener Jehovas stets dein biblisch geschultes Gewissen und dein Wahrnehmungsvermögen (Hebräer 5:14). Dann wirst du nicht von dem götzendienerischen Geist der Welt angesteckt werden, sondern den drei treuen Hebräern und den loyalen Christen des ersten Jahrhunderts gleichen. Du wirst Jehova ausschließlich ergeben sein, und er wird dir helfen, dich vor Götzendienst jeder Art zu hüten.
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