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Der Verlust einer Gliedmaße — Könnte mir das passieren?Erwachet! 1999 | 8. Juni
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Hier ist der Verlust einer Gliedmaße bei den Erwachsenen dieser Gruppe in den meisten Fällen die Folge einer chronischen Erkrankung mit dem unspezifischen Oberbegriff „periphere Gefäßerkrankungen“. Dazu zählen eine Vielzahl von Störungen. Im Taber’s Cyclopedic Medical Dictionary heißt es, „periphere Gefäßerkrankungen“ sei eine unpräzise Bezeichnung für „Erkrankungen der Arterien und Venen in den Extremitäten, vor allem für die Krankheitszustände, die eine ausreichende Durchblutung der Extremitäten behindern“. Eine Hauptursache für periphere Gefäßerkrankungen ist Diabetes. Laut dem World Health Report 1998 werden sich die „Diabeteserkrankungen bei Erwachsenen zwischen 1997 und 2025 weltweit von 143 Millionen auf 300 Millionen gut und gern verdoppeln“.
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Der Verlust einer Gliedmaße — Wie man das Risiko verringern kannErwachet! 1999 | 8. Juni
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Der Verlust einer Gliedmaße — Wie man das Risiko verringern kann
IN DEN meisten Fällen läßt sich der Verlust einer Gliedmaße verhindern! Das trifft sogar auf Menschen zu, die an einer peripheren Gefäßerkrankung leiden. Wie im vorherigen Artikel erwähnt, ist hierbei oft Diabetes der Auslöser.a Zum Glück ist Diabetes häufig in den Griff zu bekommen.
„Diät ist das A und O einer Diabetesbehandlung, ganz gleich, ob Insulin verabreicht wird oder nicht“, heißt es in der Encyclopædia Britannica. Dr. Marcel Bayol vom Kings County Hospital in New York sagte gegenüber Erwachet!: „Sofern Diabetiker ihre Krankheit ernst nehmen, ihre Diät einhalten und sich unter ärztliche Aufsicht begeben, werden sie das Risiko, eine der unteren Gliedmaßen zu verlieren, verringern.“ Bei Patienten mit Diabetes Typ II, die sich an diese Empfehlung halten, können sich die Krankheitssymptome im Lauf der Zeit sogar bessern.b
Bewegung ist unerläßlich
Wichtig ist auch Bewegung. Das hilft dem Körper, den Glukose- oder Blutzuckergehalt im Normalbereich zu halten. Sind Anzeichen für eine periphere Gefäßerkrankung vorhanden, trägt Bewegung dazu bei, daß die erkrankten Zonen kräftig und geschmeidig bleiben und gut durchblutet werden. Bewegung verringert zudem die Gefahr des sogenannten intermittierenden Hinkens und damit auch die Schmerzen, die bei Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen beim Gehen oder bei sportlicher Betätigung in der Wadenmuskulatur auftreten können. Allerdings sollten solche Patienten Übungen vermeiden, die die Beine zu sehr belasten. Vorteilhaft ist Gehen, Radfahren, Rudern, Schwimmen und Wassergymnastik. Bevor man eine Diät oder ein spezielles Trainingsprogramm beginnt, sollte man stets einen Arzt konsultieren.
Für jeden, der sich einer guten Gesundheit erfreuen möchte, sollte Rauchen natürlich tabu sein. Periphere Gefäßerkrankungen sind nur e i n Stichwort auf der langen Liste von Erkrankungen, die durch Rauchen verursacht oder verschlimmert werden. „Ein maßgeblicher Faktor für Amputationen ist Rauchen, insbesondere wenn der Raucher Diabetes und eine periphere Gefäßerkrankung hat“, meinte Dr. Bayol. Wie wichtig? In einem Rehabilitationsführer für Amputierte heißt es, daß „Amputationen bei Rauchern 10mal häufiger vorkommen als bei Nichtrauchern“.
Kranke Gliedmaßen pflegen
Durch eine periphere Gefäßerkrankung kann die Blutzirkulation in den unteren Gliedmaßen vermindert und eine [diabetische] Neuropathie hervorgerufen werden — ein Absterben oder Taubwerden der Nerven. Die Gliedmaßen sind dann anfällig für Verletzungen, selbst wenn jemand einfach nur im Bett liegt. Würde beispielsweise ein Heizkissen oder eine Heizdecke überhitzt, könnte der Patient schwere Verbrennungen erleiden, weil er kein Schmerzempfinden hat. Aus diesem Grund weisen Hersteller Diabetiker darauf hin, bei solchen Kissen oder Decken Vorsicht walten zu lassen.
Kranke Gliedmaßen sind des weiteren anfälliger für Infektionen. Schon ein kleiner Kratzer kann zu Geschwüren und sogar zu Gangrän führen. Fußpflege ist daher absolut wichtig; das schließt auch ein, daß man bequeme, gutsitzende Schuhe trägt und die Beine und Füße sauber- und trockenhält. Viele Krankenhäuser haben eine Fußpflegeabteilung, in der Patienten über die richtige Fußpflege aufgeklärt werden.
Ist eine periphere Gefäßerkrankung so weit fortgeschritten, daß ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist, werden Chirurgen in der Regel versuchen, eine Amputation zu vermeiden. Alternativ bietet sich ihnen hierzu die Angioplastie mit einem Ballonkatheter. Ein Gefäßchirurg führt einen Katheter ein, an dessen Spitze sich ein Ballon befindet. Der Ballon wird aufgeblasen und dehnt die verstopfte Arterie auf. Eine andere Möglichkeit ist eine Bypassoperation — hierbei werden schwer geschädigte Blutgefäße durch andere körpereigene Blutgefäße ersetzt.
Barbara ist 54 Jahre alt und hat seit ihrem fünften Lebensjahr Diabetes Typ I. Nach der Geburt ihres ersten Kindes entwickelte sich an ihren Füßen eine periphere Gefäßerkrankung. Einige Ärzte rieten ihr zu einer Amputation. Barbara fand jedoch einen namhaften Gefäßchirurgen, der die Durchblutung der Füße mit Hilfe der Angioplastie verbesserte. Eine Weile konnte ihr damit geholfen werden, dann brauchte Barbara einen Bypass, der ebenfalls mit Erfolg gesetzt wurde. Heute achtet Barbara gewissenhaft auf eine sorgfältige Fußpflege.
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