-
Dem „Geist der Welt“ widerstehenDer Wachtturm 2008 | 15. September
-
-
1, 2. (a) Warum wurden früher in britischen Bergwerken Kanarienvögel gehalten? (b) Woher droht Christen Gefahr?
IN Großbritannien wurde 1911 ein Gesetz zum Schutz der Bergarbeiter erlassen, das jedes Kohlenbergwerk verpflichtete, zwei Kanarienvögel zu halten. Wieso das? Im Brandfall nahmen die Rettungskräfte die kleinen Vögel mit unter Tage. Sie reagieren nämlich äußerst empfindlich auf giftige Gase wie Kohlenmonoxid. War die Luft belastet, wurden die Vögel sehr unruhig oder sogar bewusstlos. Diese Warnzeichen konnten Leben retten. Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas, dessen tödliche Wirkung darauf beruht, dass es die Sauerstoffaufnahme des Blutes blockiert. Ohne Vorwarnung liefen die Retter Gefahr, bewusstlos zu werden und zu sterben, weil sie das Gift nicht wahrnahmen.
2 Christen befinden sich eigentlich in einer ähnlichen Situation wie die Bergarbeiter. Wieso? Als Jesus seinen Jüngern den Auftrag gab, die gute Botschaft auf der ganzen Erde zu predigen, wusste er, wie gefährlich das Umfeld war, in das er sie aussandte, da es von Satan und vom Geist der Welt beherrscht wird (Mat. 10:16; 1. Joh. 5:19). Aus echter Sorge um seine Jünger betete er in der Nacht vor seinem Tod zu seinem Vater: „Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt wegzunehmen, sondern um dessentwillen, der böse ist, über sie zu wachen“ (Joh. 17:15).
3, 4. Wovor warnte Jesus seine Jünger, und warum ist das für uns von Bedeutung?
3 Jesus warnte seine Nachfolger davor, von einem todbringenden geistigen Schlaf überwältigt zu werden. Da wir am Abschluss des Systems der Dinge leben, sind seine Worte für uns besonders bedeutsam. Er forderte seine Jünger auf: „Gebt aber auf euch selbst acht . . ., damit es euch gelingt, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Menschensohn zu stehen“ (Luk. 21:34-36). Gleichzeitig sicherte Jesus ihnen den heiligen Geist zu, den sein Vater senden würde, um ihr Gedächtnis aufzufrischen und ihnen zu helfen, stark und wach zu bleiben (Joh. 14:26).
-
-
Dem „Geist der Welt“ widerstehenDer Wachtturm 2008 | 15. September
-
-
Erste Warnzeichen erkennen
9—11. Was könnten Warnzeichen dafür sein, dass wir vom Geist der Welt beeinflusst werden?
9 Die bereits erwähnten britischen Bergleute ließen sich durch Kanarienvögel vor giftigem Gas warnen. Fiel ein Vogel von seiner Stange, wusste der Bergmann, dass er sich unverzüglich in Sicherheit bringen musste. Was sind in übertragenem Sinn erste Warnzeichen dafür, dass wir vom Geist der Welt beeinflusst werden?
10 Als wir die Wahrheiten aus Gottes Wort kennenlernten und uns Jehova hingaben, lasen wir wahrscheinlich fleißig in der Bibel. Wir beteten gewiss inbrünstig und oft. Und wie gern besuchten wir jede unserer glaubensstärkenden Zusammenkünfte, nach denen wir uns sehnten wie ein durstiger Reisender nach einer Oase! All das half uns, vom Geist der Welt freizukommen und es zu bleiben.
11 Liegt uns immer noch daran, täglich in der Bibel zu lesen? (Ps. 1:2). Beten wir noch häufig und aus tiefstem Herzen? Freuen wir uns auf die Zusammenkünfte und besuchen wir sie immer alle? (Ps. 84:10). Oder haben wir einige dieser guten Gewohnheiten aufgegeben? Zugegeben, unsere Zeit und unsere Kraft werden heute sehr gefordert, und es mag gar nicht so leicht sein, ein geordnetes Gebets- und Glaubensleben beizubehalten. Doch wenn einige unserer guten Gewohnheiten im Lauf der Zeit gelitten haben, könnte es da nicht sein, dass der Geist der Welt bei uns schon Wirkung zeigt? Werden wir uns in diesem Fall einen Ruck geben und zu unseren guten Gewohnheiten zurückkehren?
-