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Der Einsamkeit auf den Grund gehenErwachet! 2010 | September
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Francis aus Ghana kann sich noch gut an seinen ersten Tag in Frankreich erinnern: „Ich konnte die Sprache nicht, hatte keine Freunde und dann noch dieses Wetter — ich fühlte mich völlig verloren.“
Behjat verrät, was sie als Migrantin in England anfangs empfand: „Ich hatte Mühe, mit der englischen Kultur klarzukommen. Ich kannte zwar ein paar Leute, hatte aber keine Freunde oder Angehörigen, mit denen ich mal so richtig reden konnte.“
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Strategien gegen EinsamkeitErwachet! 2010 | September
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Das war auch Sabines Erfahrung, als sie nach England kam: „Es braucht seine Zeit, bis man zu anderen Vertrauen aufbaut und sich bei ihnen rundum wohlfühlt. Was hilft, ist, sie zu fragen, wie sie aufgewachsen sind. Jemand hat mir einmal gesagt: ‚Alle Kulturen haben etwas Gutes. Man kann sich von jeder etwas abschauen.‘ “ Damit hat Sabine wirklich einen guten Rat bekommen: sich in der anderen Kultur auf die Pluspunkte zu konzentrieren und das eine oder andere zu übernehmen.
Bin ich anderen gegenüber reserviert?
Man könnte sich fragen: „Halte ich mich gern im Abseits? Würden andere netter zu mir sein, wenn ich auch netter zu ihnen wäre?“ Falls man feststellt, dass man da etwas Nachholbedarf hat, muss man sich vielleicht ein bisschen Mühe geben und mehr auf andere zugehen. Roselise (30), die von Guadeloupe nach England gezogen ist, meint: „Wer sich einsam fühlt, kapselt sich oft ab.“ Ihr Tipp? „Bestimmt gibt es um einen herum einige, die auch nicht so viel Anschluss haben. Sprich sie doch an! Manchmal ist eine ganz einfache Frage der Anfang einer lebenslangen Freundschaft.“
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