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  • „Die Ehe sei ehrbar unter allen“
    Der Wachtturm 1993 | 15. Februar
    • „Die Ehe sei ehrbar unter allen“

      „Die Ehe sei ehrbar unter allen, und das Ehebett sei unbefleckt“ (HEBRÄER 13:4).

      1. Was ist gemäß der Erfahrung vieler Menschen für eine erfolgreiche Ehe erforderlich?

      MILLIONEN von Menschen führen selbst in der heutigen Zeit, in der Scheidungen leichtgemacht werden, eine dauerhafte Ehe. Sie haben einen Weg gefunden, wie man trotz unterschiedlicher Persönlichkeit und verschiedener Herkunft die Ehe zu einem Erfolg macht. Solch gute Ehen führen Zeugen Jehovas. In den meisten Fällen werden die betreffenden Ehepaare einräumen, daß es zwar Hochs und Tiefs gegeben hat, ja daß man sogar Grund hatte, sich über den anderen zu beklagen. Doch sie haben gelernt, kleinere Stürme zu überstehen und ihr Eheschiff auf Kurs zu halten. Welche Faktoren trugen dazu bei, daß sie nicht aufgaben? (Kolosser 3:13).

      2. (a) Was trägt zur Erhaltung der Ehe bei? (b) Was kann eine Ehe untergraben? (Siehe Kasten auf Seite 14.)

      2 Sehr aufschlußreich sind die Äußerungen einiger Personen, die eine glückliche, dauerhafte christliche Ehe führen. Ein seit 16 Jahren verheirateter Mann sagte: „Sobald ein Problem entstand, haben wir uns bewußt bemüht, uns den Standpunkt des anderen anzuhören.“ In dieser Aussage wird ein Faktor hervorgehoben, der zur Stabilität vieler Ehen beiträgt — die offene und ehrliche Kommunikation. Eine seit 31 Jahren verheiratete Frau erklärte: „Für uns ist es immer sehr wichtig, uns bei der Hand zu halten und uns miteinander zu vergnügen, damit die Romantik in unserer Ehe erhalten bleibt.“ Auch das ist ein Aspekt der Kommunikation. Ein Ehepaar, das seit fast 40 Jahren verheiratet ist, betonte, wie wichtig es ist, sich einen Sinn für Humor zu bewahren, über sich und über einander lachen zu können. Die beiden sagten, daß dies eine Hilfe war, die guten und die schlechten Seiten des anderen zu sehen und einander trotzdem loyal zu lieben. Der Mann erwähnte die Bereitschaft, Fehler einzugestehen und sich dafür zu entschuldigen. Wo ein Geist des Nachgebens herrscht, wird die Ehe Belastungen aushalten können, statt zu zerbrechen (Philipper 2:1-4; 4:5, Kingdom Interlinear Translation).

      Eine instabile Umwelt

      3, 4. Wie hat sich die Einstellung zur ehelichen Treue geändert? Kannst du Beispiele nennen?

      3 In den letzten Jahrzehnten haben sich die Vorstellungen über die eheliche Treue weltweit geändert. Manche Eheleute meinen, daß an einem Verhältnis — ein moderner Euphemismus für Ehebruch — nichts Verkehrtes ist, vor allem wenn der Partner davon weiß und damit einverstanden ist.

      4 Ein christlicher Aufseher äußerte sich wie folgt über die Situation: „Die Welt hat buchstäblich jeden ernsthaften Versuch aufgegeben, das Leben nach einem Sittenkodex auszurichten. Ein keuscher Lebenswandel gilt mittlerweile als altmodisch.“ Bekannte Politiker, Sportler und Unterhaltungskünstler verstoßen unverhohlen gegen die biblischen Maßstäbe für einen sittlich einwandfreien Lebenswandel, genießen jedoch weiterhin höchstes Ansehen. Praktisch keiner Form des moralischen Fehlverhaltens oder der Perversion haftet das Stigma des Verwerflichen an. Keuschheit und Integrität sind unter den „oberen Zehntausend“ selten hochgeschätzt worden. Doch nach dem Motto „Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig“ folgen nun die Massen ihrem Beispiel und lassen das durchgehen, was Gott verurteilt. Es verhält sich so, wie schon Paulus schrieb: „Da sie jedes sittliche Gefühl verloren haben, haben sie sich einem zügellosen Wandel hingegeben, um mit Gier jede Art Unreinheit zu verüben“ (Epheser 4:19; Sprüche 17:15; Römer 1:24-28; 1. Korinther 5:11).

      5. (a) Wie betrachtet Gott Ehebruch? (b) Was umfaßt der biblische Gebrauch des Wortes „Hurerei“?

      5 Gottes Maßstäbe haben sich nicht geändert. Für ihn ist es Hurerei, wenn Unverheiratete zusammenleben. Dasselbe gilt für Untreue in der Ehe.a Der Apostel Paulus erklärte unmißverständlich: „Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht erben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, ... werden Gottes Königreich erben. Und doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden, aber ihr seid geheiligt worden, aber ihr seid gerechtgesprochen worden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und mit dem Geist unseres Gottes“ (1. Korinther 6:9-11).

      6. Welchen positiven Aspekt enthält das von Paulus in 1. Korinther 6:9-11 Gesagte?

      6 Der positive Aspekt dieses Textes ist, daß Paulus sagte: „Doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden.“ Ja, viele, die sich in der Vergangenheit auf demselben „Tiefstand der Ausschweifung“ wie die Welt befanden, haben sich besonnen, haben Christus und sein Opfer angenommen und sind reingewaschen worden. Sie möchten Gott dadurch gefallen, daß sie ein sittlich reines Leben führen, und sie sind aufgrund dessen wirklich glücklich (1. Petrus 4:3, 4).

      7. Welcher Gegensatz besteht bei der Definition von „Unsittlichkeit“, und welchen Standpunkt vertritt die Bibel?

      7 Die Definition von Unsittlichkeit ist dagegen von der modernen Gesellschaft so verwässert worden, daß sie mit Gottes Ansicht darüber nichts mehr gemein hat. In einem Wörterbuch wird Unsittlichkeit als „entgegen der etablierten Moral“ definiert. Die heutige „etablierte Moral“, die vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr ebenso verzeiht wie Homosexualität, ist genau das, was die Bibel als unsittlich verurteilt. Vom biblischen Standpunkt aus ist Unsittlichkeit tatsächlich eine schwere Verletzung des göttlichen Sittengesetzes (2. Mose 20:14, 17; 1. Korinther 6:18).

      Auswirkungen auf die Christenversammlung

      8. Welche Auswirkung kann Unsittlichkeit auf Personen in der Christenversammlung haben?

      8 Unsittlichkeit ist heute so weit verbreitet, daß sie sogar auf Personen innerhalb der Christenversammlung Druck ausüben kann. Die Betreffenden mögen zum Beispiel durch die vielen entwürdigenden Fernsehprogramme, Videos oder pornographischen Schriften beeinflußt werden. Es ist zwar nur eine kleine Anzahl von Christen betroffen, aber es muß eingeräumt werden, daß meistens irgendeine Form von Unsittlichkeit im Spiel ist, wenn jemand aus den Reihen der Zeugen Jehovas ausgeschlossen werden muß, weil er ein für einen Christen ungeziemendes Verhalten nicht bereut. Positiv zu vermerken ist, daß ein großer Teil der Ausgeschlossenen die Verfehlung schließlich einsieht, wieder ein reines Leben führt und zu gegebener Zeit wieder in die Versammlung aufgenommen wird. (Vergleiche Lukas 15:11-32.)

      9. Wie beeinflußt Satan einen Unvorsichtigen?

      9 Ohne Frage geht Satan umher wie ein brüllender Löwe, darauf aus, den Unvorsichtigen zu verschlingen. Auf seine Machenschaften oder „listigen Handlungen“ fallen Jahr für Jahr unvorsichtige Christen herein. Der allgegenwärtige Geist der von ihm beherrschten Welt ist selbstsüchtig, hedonistisch und lüstern. Es geht nur um die Befriedigung des Fleisches. Selbstbeherrschung ist unbekannt (Epheser 2:1, 2; 6:11, 12, Fußnote; 1. Petrus 5:8).

      10. Wer kann Verlockungen ausgesetzt sein, und warum?

      10 Welche Personengruppen in der Versammlung können den Verlockungen zur Unsittlichkeit ausgesetzt sein? Die meisten Christen, seien es Älteste in einer Ortsversammlung, reisende Aufseher, Bethelmitarbeiter, Pioniere, die jeden Monat viele Stunden predigen, vielbeschäftigte Eltern, die Kinder großziehen, oder junge Leute, die einem gewissen Gruppenzwang unterliegen. Fleischliche Versuchungen werden an alle herangetragen. Ein sexuelles Verlangen kann ausgelöst werden, wenn man am wenigsten damit rechnet. Deshalb schrieb Paulus ja auch: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle. Keine Versuchung hat euch ergriffen, ausgenommen eine allgemein menschliche.“ Bedauerlicherweise sind einige Christen in verantwortlicher Stellung der Verlockung zur Unsittlichkeit erlegen (1. Korinther 10:12, 13).

      Fortgezogen und gelockt

      11—13. Welche Umstände haben zur Unsittlichkeit geführt?

      11 Welche Versuchungen oder Umstände haben denn einige dazu veranlaßt, den törichten Lauf der Hurerei oder des Ehebruchs einzuschlagen? Das ist ein sehr weites Feld, und es sind durchaus Unterschiede von einem Land oder einem Kulturkreis zum anderen möglich. Es gibt jedoch gewisse grundlegende Umstände, die in vielen Ländern auftreten. So ist zum Beispiel berichtet worden, daß einige Geselligkeiten veranstaltet haben, bei denen alkoholische Getränke unbeschränkt erhältlich waren. Andere fanden Gefallen an anzüglicher weltlicher Musik und aufreizenden Tänzen. In manchen Gebieten Afrikas haben reiche Männer — Ungläubige — Nebenfrauen; einige Frauen sind verleitet worden, sich durch ein solches Verhältnis wirtschaftlich abzusichern, obwohl sie dadurch unsittlich handelten. Mancherorts haben christliche Ehemänner ihre Frau und ihre Kinder zurückgelassen, um in Bergwerken oder anderswo den Lebensunterhalt zu verdienen. Ihre Loyalität und ihre Treue wurden daraufhin in anderem Ausmaß oder auf andere Weise geprüft, als es zu Hause der Fall gewesen wäre.

      12 In den Industrieländern sind einige Satan in die Falle gegangen, weil sie des öfteren mit einer Person vom anderen Geschlecht zusammen waren, ohne daß ein Dritter dabei war — beispielsweise als Fahrschüler regelmäßig auf engstem Raum in einem Auto.b Älteste, die Hirtenbesuche machen, müssen ebenfalls Vorsicht walten lassen; sie sollten mit einer Schwester, der sie Rat geben, nicht allein sein. Gespräche können derart emotionell werden, daß sie zu einer für beide peinlichen Situation führen. (Vergleiche Markus 6:7; Apostelgeschichte 15:40.)

      13 Unter den vorgenannten Umständen sind einige Christen unvorsichtig gewesen, und es ist zu unsittlichen Handlungen gekommen. Genauso wie gewisse Personen im ersten Jahrhundert haben sie zugelassen, daß sie ‘versucht und von ihrer eigenen Begierde fortgezogen wurden’, was zur Sünde führte (Jakobus 1:14, 15; 1. Korinther 5:1; Galater 5:19-21).

      14. Warum spielt bei einem Ehebruch die Selbstsucht eine wesentliche Rolle?

      14 Schaut man sich die Gründe für Gemeinschaftsentzüge einmal näher an, zeigt es sich, daß unsittliche Handlungen eines gemeinsam haben. In solchen Fällen spielt die Selbstsucht eine wesentliche Rolle. Warum kann man das sagen? Weil bei Ehebruch eine oder mehrere unschuldige Personen verletzt werden. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Ehepartner. Sind Kinder vorhanden, die sich die Sicherheit einer geeinten Familie wünschen, werden sie zweifellos den höchsten Preis zu zahlen haben, wenn es deshalb zu einer Scheidung kommt. Der Ehebrecher denkt hauptsächlich an sein eigenes Vergnügen oder an seinen Vorteil. Und das ist nichts anderes als Selbstsucht (Philipper 2:1-4).

      15. Was mag in einigen Fällen zum Ehebruch geführt haben?

      15 Ehebruch begeht jemand gewöhnlich nicht in einem plötzlichen Zustand der Schwäche. Meistens ging eine allmähliche, fast unmerkliche Verschlechterung der Ehe voraus. Möglicherweise lief die Kommunikation nur noch routinemäßig ab oder war gedankenarm. Vielleicht hat einer den anderen nur selten einmal ermuntert. Der eine mag gar nicht mehr gewußt haben, was er an dem anderen hat. Gegebenenfalls konnte von gegenseitiger sexueller Befriedigung in der Ehe schon seit einiger Zeit nicht mehr die Rede sein. Und wenn es zum Ehebruch kommt, wird auch kaum noch ein Verhältnis zu Gott bestanden haben. Der Ehebrecher sieht Jehova nicht mehr deutlich als lebendigen Gott, der all unsere Gedanken und Taten kennt. In seinem Sinn mag „Gott“ bloß noch ein Wort sein, mit dem ein abstraktes Wesen bezeichnet wird, das im täglichen Leben keine Rolle spielt. Das macht es dem Betreffenden leicht, gegen Gott zu sündigen (Psalm 51:3, 4; 1. Korinther 7:3-5; Hebräer 4:13; 11:27).

      Wie man widerstehen kann

      16. Wie kann ein Christ der Verlockung zur Untreue widerstehen?

      16 Was sollte ein Christ in Betracht ziehen, falls er die Verlockung verspürt, den Weg der Untreue einzuschlagen? Vor allem sollte er über die Bedeutung der christlichen Liebe nachdenken, die auf festen biblischen Grundsätzen beruht. Er darf niemals zulassen, daß die geschlechtliche Liebe oder die Erotik seine Gefühle beherrscht und er der Selbstsucht zum Opfer fällt, worunter andere zu leiden hätten. Die Situation sollte statt dessen vom Standpunkt Jehovas aus betrachtet werden. Sie sollte in einem größeren Zusammenhang gesehen werden, nämlich welche Unehre ein schlechter Lebenswandel auf die Versammlung und auf den Namen Jehovas bringt (Psalm 101:3). Unglück kann dadurch vermieden werden, daß man die Angelegenheit mit Christi Sinn sieht und dementsprechend handelt. Denken wir daran, daß selbstlose christusähnliche Liebe nie versagt (Sprüche 6:32, 33; Matthäus 22:37-40; 1. Korinther 13:5, 8).

      17. Welche hervorragenden Beispiele von treuen Personen haben wir?

      17 Damit wir widerstehen können, müssen wir den eigenen Glauben und die Vision der vor uns liegenden Hoffnung unbedingt stärken. Das bedeutet, insbesondere die hervorragenden Beispiele der Lauterkeit fest im Sinn zu behalten, die neben Jesus auch treue Männer und Frauen der alten Zeit hinterlassen haben. Paulus schrieb: „Da wir denn von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben sind, so laßt uns auch allen Ballast und die uns leicht umstrickende Sünde ablegen, und laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen, während wir unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet halten. Für die vor ihm liegende Freude erduldete er einen Marterpfahl, der Schande nicht achtend, und hat sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt. Ja, betrachtet genau den, der von Sündern gegen ihre eigenen Interessen einen solchen Widerspruch erduldete, damit ihr nicht müde werdet und in euren Seelen ermattet“ (Hebräer 12:1-3). Ein Weiser wird, statt das Eheschiff zu versenken, nach Möglichkeiten suchen, wie er irgendwelchen Schaden beheben kann, um seine Ehe zu retten und dadurch vor den Fallgruben der Treulosigkeit und der Hinterhältigkeit bewahrt zu bleiben (Hiob 24:15).

      18. (a) Warum ist Treulosigkeit kein zu hartes Wort zur Bezeichnung von Ehebruch? (b) Wie betrachtet Gott das Bezahlen von Gelübden?

      18 Ist Treulosigkeit, die gleichbedeutend ist mit Verrat, ein zu hartes Wort in Verbindung mit Unsittlichkeit? Verrat ist ein Vertrauensbruch. Das bei der Eheschließung abgelegte Gelübde basiert gewiß auf Vertrauen und schließt das Versprechen ein, einander in guten wie in schlechten Zeiten zu lieben und zu schätzen, miteinander durch dick und dünn zu gehen. Es beinhaltet etwas, was viele in der Zeit, in der wir leben, für altmodisch halten — das Ehrenwort, das man bei der Eheschließung gibt. Dieses Vertrauen zu brechen bedeutet, eine Art Verrat an seinem Ehepartner zu begehen. Wie Gott Gelübde betrachtet, geht aus der Bibel deutlich hervor: „Wann immer du Gott ein Gelübde ablegst, zögere nicht, es zu bezahlen, denn da ist kein Gefallen an den Unvernünftigen. Was du gelobst, bezahle“ (Prediger 5:4).

      19. Im Gegensatz zu wem freut sich Satan, wenn ein Zeuge seine Lauterkeit aufgibt?

      19 Möge daran niemals irgendein Zweifel aufkommen. Genauso, wie im Himmel große Freude über die Rettung eines Sünders herrscht, so herrscht auch unter Satans sichtbaren und unsichtbaren Horden auf der Erde große Freude, wenn ein Zeuge Jehovas seine Lauterkeit aufgibt (Lukas 15:7; Offenbarung 12:12).

      Allgemein übliche Versuchungen

      20. Wie können wir Versuchungen widerstehen? (2. Petrus 2:9, 10).

      20 Ist Unsittlichkeit in manchen Fällen unvermeidbar? Sind Satan und das Fleisch so stark, daß Christen nicht widerstehen und ihre Lauterkeit bewahren können? Paulus ermuntert uns mit folgenden Worten: „Gott ... ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt.“ In der heutigen Welt mögen wir zwar nicht jeder Versuchung aus dem Weg gehen können, aber wenn wir uns im Gebet an Gott wenden, können wir gewiß jeder Versuchung widerstehen und damit fertig werden (1. Korinther 10:13).

      21. Welche Fragen werden bei unserem nächsten Studium beantwortet?

      21 Wie möchte Gott uns helfen, Versuchungen zu widerstehen und aus diesen siegreich hervorzugehen? Was benötigen wir als einzelne, um unsere Ehe, unsere Familie sowie den guten Ruf des Namens Jehovas und den der Versammlung zu bewahren? Diese Fragen werden im nächsten Artikel behandelt.

      [Fußnoten]

      a „Das Wort ‚Hurerei‘ bezieht sich ... in erweitertem Sinne — so, wie es in Matthäus 5:32 und 19:9 gebraucht wird — auf eine ganze Reihe rechtswidriger oder illegitimer Geschlechtsbeziehungen außerhalb der Ehe. pornéia [das in diesen Texten verwendete griechische Wort] schließt den offenkundig unsittlichen Gebrauch des Geschlechtsorgans (der Geschlechtsorgane) mindestens einer Person (sei es auf natürliche oder widernatürliche Weise) ein; außerdem muß an der unsittlichen Handlung noch jemand — ein Mann, eine Frau oder ein Tier — beteiligt sein“ (Der Wachtturm, 15. Juni 1983, Seite 30). Hurerei: „außerehelicher Geschlechtsverkehr“ (Duden, Deutsches Universalwörterbuch).

      b Es gibt allerdings Fälle, in denen es angebracht ist, daß ein Bruder einer Schwester eine Fahrgelegenheit anbietet; solche Umstände sollten nicht falsch ausgelegt werden.

  • In der Ehe die neue Persönlichkeit entwickeln
    Der Wachtturm 1993 | 15. Februar
    • In der Ehe die neue Persönlichkeit entwickeln

      „[Ihr sollt] erneuert werden ... in der Kraft, die euren Sinn antreibt, und die neue Persönlichkeit anziehen“ (EPHESER 4:23, 24).

      1. Warum darf eine Eheschließung nicht leichtgenommen werden?

      DIE Eheschließung ist einer der ernstesten Schritte im Leben überhaupt, und sie darf auf gar keinen Fall leichtgenommen werden. Warum ist das so? Weil man sich dadurch lebenslang an eine andere Person bindet. Es bedeutet, daß man sein ganzes Leben mit dieser Person teilt. Ein ausgereiftes Urteilsvermögen ist unerläßlich, damit diese Verbindung dauerhaft ist. Außerdem ist ein positiver Einfluß erforderlich, der ‘den Sinn antreibt und so die neue Persönlichkeit formt’ (Epheser 4:23, 24; vergleiche 1. Mose 24:10-58; Matthäus 19:5, 6).

      2, 3. (a) Was ist erforderlich, um in bezug auf einen Ehepartner eine kluge Wahl zu treffen? (b) Was ist mit einer Ehe alles verbunden?

      2 Es gibt gute Gründe, sich nicht in eine Ehe zu stürzen, nur weil man von einem heftigen Verlangen des Fleisches dazu gedrängt wird. Zeit ist erforderlich, um die Persönlichkeit und den Charakter eines Erwachsenen zu entwickeln. Erst im Laufe der Zeit erlangt man das Wissen und sammelt die Erfahrungen, auf die man ein gesundes Urteil stützen kann. Wer dann einen passenden Partner fürs Leben wählt, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit eine erfolgreiche Ehe führen. Ein spanisches Sprichwort sagt unmißverständlich: „Besser ledig sein als schlecht verheiratet“ (Sprüche 21:9; Prediger 5:2).

      3 Die Wahl des richtigen Partners ist für eine erfolgreiche Ehe offensichtlich entscheidend. Ein Christ muß dabei biblische Maßstäbe anlegen; er darf nicht nur der körperlichen Anziehungskraft oder einem übersteigerten emotionalen und gefühlsbetonten Druck nachgeben. Eine Ehe ist weit mehr als die Vereinigung von zwei Körpern. Sie ist die Vereinigung von zwei Menschen mit jeweils eigener Persönlichkeit, die aus zwei verschiedenen Familien kommen, von denen jede einen anderen Bildungsstand haben mag und die möglicherweise noch aus unterschiedlichen Kultur- und Sprachkreisen stammen. Die Vereinigung von zwei Personen in der Ehe erfordert gewiß den richtigen Gebrauch der Zunge; die Redefähigkeit können wir entweder zum Niederreißen oder zum Erbauen gebrauchen. Aus alldem erkennen wir auch, wie weise der Rat des Paulus ist, „nur im Herrn“ zu heiraten, das heißt nur einen Glaubensbruder oder eine Glaubensschwester (1. Korinther 7:39; 1. Mose 24:1-4; Sprüche 12:18; 16:24).

      Mit Belastungen in der Ehe fertig werden

      4. Warum kommt es in einer Ehe manchmal zu Reibereien oder Spannungen?

      4 Trotz einer guten Grundlage wird es manchmal Reibereien, Belastungen oder Spannungen geben. Das ist ganz normal, ob jemand nun verheiratet ist oder nicht. Wirtschaftliche und gesundheitliche Probleme können jede Beziehung belasten. Stimmungsschwankungen können in den besten Ehen zu Streitigkeiten aufgrund von Persönlichkeitsunterschieden führen. Ein anderer Umstand besteht darin, daß niemand seine Zunge völlig beherrschen kann, wie Jakobus erklärte: „Wir alle straucheln oft. Wer nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, imstande, auch seinen ganzen Leib zu zügeln. ... die Zunge [ist] ein kleines Glied, und doch erhebt sie große Prahlereien. Seht, welch kleines Feuer es erfordert, um eine so große Waldung in Brand zu setzen!“ (Jakobus 3:2, 5).

      5, 6. (a) Was ist erforderlich, wenn ein Mißverständnis entsteht? (b) Was mag nötig sein, um einen Zwist auszuräumen?

      5 Wie können wir Herr der Lage bleiben, wenn unsere Ehe Belastungen ausgesetzt ist? Wie können wir verhindern, daß sich aus einem Mißverständnis ein Streit entwickelt und aus einem Streit ein gestörtes Verhältnis? In Verbindung damit kommt die Kraft, die den Sinn antreibt, zum Tragen. Diese antreibende Kraft kann entweder positiv oder negativ sein, entweder erbauend und geistig gesinnt oder herabsetzend und von fleischlichen Neigungen beherrscht. Ist die Kraft erbauend, werden wir darauf hinwirken, den Zwist auszuräumen und unsere Ehe sozusagen auf Kurs zu halten. Streitigkeiten und unterschiedliche Ansichten sollten für eine Ehe nicht gleich das Ende bedeuten. Durch die Anwendung von biblischem Rat kann die Situation entspannt sowie der gegenseitige Respekt und das gegenseitige Verständnis wiederhergestellt werden (Römer 14:19; Epheser 4:23, 26, 27).

      6 Unter solchen Umständen sind die von Paulus stammenden Worte höchst bedeutsam: „Kleidet euch somit als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So, wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr. Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit“ (Kolosser 3:12-14).

      7. Welches Problem mögen einige in ihrer Ehe haben?

      7 Es ist ein leichtes, diesen Text zu lesen, aber unter dem Druck der heutigen Lebensumstände ist es nicht immer so leicht, ihn auch anzuwenden. Was mag das eigentliche Problem sein? Ein Christ kann — ohne sich dessen bewußt zu sein — zuweilen gemäß zwei verschiedenen Maßstäben leben. Im Königreichssaal, unter Brüdern, ist er freundlich und rücksichtsvoll. Zu Hause, im Alltagsleben, mag er dagegen dazu neigen, das christliche Verhältnis zu vergessen. Dort ist er nur noch der Mann und sie die Frau, „er“ und „sie“. Und unter Druck mag er (oder sie) schließlich unfreundliche Worte äußern, die ihm (oder ihr) im Königreichssaal niemals über die Lippen kommen würden. Was geschieht in diesem Fall? Für einen Augenblick ist die christliche Persönlichkeit nicht mehr vorhanden. Ein Diener Gottes vergißt, daß er (oder sie) auch zu Hause ein christlicher Bruder (oder eine christliche Schwester) ist. Die Kraft, die den Sinn antreibt, ist negativ statt positiv (Jakobus 1:22-25).

      8. Was kann die Folge sein, wenn die Kraft, die den Sinn antreibt, negativ ist?

      8 Was ist die Folge? Vielleicht hört der Mann auf, ‘bei seiner Frau gemäß Erkenntnis zu wohnen und ihr als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuteil werden zu lassen’. Die Frau wird ihren Mann möglicherweise nicht mehr respektieren; sie verliert ihren ‘stillen und milden Geist’. Die Kraft, die den Sinn antreibt, ist physisch geworden, statt geistig zu sein. Eine „fleischliche Geistesverfassung“ hat die Oberhand gewonnen. Was ist also zu tun, damit die antreibende Kraft geistig und positiv bleibt? Wir müssen unser Geistiggesinntsein stärken (1. Petrus 3:1-4, 7; Kolosser 2:18).

      Die Kraft stärken

      9. Vor welcher Wahl stehen wir im täglichen Leben?

      9 Die antreibende Kraft ist die Geisteshaltung, die zum Tragen kommt, wenn wir eine Entscheidung oder Wahl treffen müssen. Im Leben steht man ständig vor der Wahl, ob man gut oder böse, selbstsüchtig oder selbstlos, moralisch oder unmoralisch handelt. Was wird uns helfen, die richtige Entscheidung zu treffen? Die Kraft, die den Sinn antreibt, sofern sich dieser darauf konzentriert, den Willen Jehovas zu tun. Der Psalmist betete: „Unterweise mich, o Jehova, im Weg deiner Bestimmungen, damit ich ihn beobachte bis zuletzt“ (Psalm 119:33; Hesekiel 18:31; Römer 12:2).

      10. Wie können wir die Kraft, die den Sinn antreibt, auf positive Weise stärken?

      10 Ein enges Verhältnis zu Jehova wird uns in dem Bemühen helfen, ihm zu gefallen und von Schlechtem zu weichen, wozu auch Untreue in der Ehe gehört. Israel wurde ermuntert, zu tun, „was gut und recht ist in den Augen Jehovas“, seines Gottes. Gott gab allerdings auch den Rat: „O ihr, die ihr Jehova liebt, haßt das Böse.“ In Anbetracht des siebten der Zehn Gebote — „Du sollst nicht ehebrechen“ — mußten die Israeliten Ehebruch hassen. Das Gebot zeigte, wie ernst es Gott mit der Treue in der Ehe ist (5. Mose 12:28; Psalm 97:10; 2. Mose 20:14; 3. Mose 20:10).

      11. Wie können wir noch die Kraft stärken, die unseren Sinn antreibt?

      11 Wie können wir noch die Kraft stärken, die den Sinn antreibt? Durch Wertschätzung für christliche Aktivitäten und für christliche Werte. Wir müssen daher Gottes Wort regelmäßig studieren und lernen, uns an Unterhaltungen über die Gedanken Jehovas und an seinem Rat zu erfreuen. In unserem Herzen sollten wir ebenso empfinden wie der Psalmist: „Mit meinem ganzen Herzen habe ich dich gesucht. Laß mich nicht abirren von deinen Geboten. In meinem Herzen habe ich deine Rede aufbewahrt, damit ich nicht gegen dich sündige. Unterweise mich, o Jehova, im Weg deiner Bestimmungen, damit ich ihn beobachte bis zuletzt. Laß mich Verständnis haben, damit ich dein Gesetz beobachte und daß ich es mit ganzem Herzen halte“ (Psalm 119:10, 11, 33, 34).

      12. Was kann uns helfen, Christi Sinn vereint widerzuspiegeln?

      12 Eine solche Art der Wertschätzung für die gerechten Grundsätze Jehovas können wir nicht nur durch das gemeinsame Studium der Bibel bewahren, sondern auch durch den regelmäßigen gemeinsamen Besuch der christlichen Zusammenkünfte und dadurch, daß wir zusammen im christlichen Predigtdienst stehen. Diese beiden wirkungsvollen Einflüsse können die Kraft, die unseren Sinn antreibt, ständig stärken, damit wir durch unsere selbstlose Lebensweise Christi Sinn widerspiegeln (Römer 15:5; 1. Korinther 2:16).

      13. (a) Warum ist das Gebet ein wertvoller Faktor, um die Kraft, die den Sinn antreibt, zu stärken? (b) Welches Beispiel gab Jesus in dieser Hinsicht?

      13 Einen weiteren Faktor hebt Paulus in seinem Brief an die Epheser hervor, nämlich fortzufahren, „mit jeder Art von Gebet und Flehen bei jeder Gelegenheit im Geist zu beten“ (Epheser 6:18). Eheleute müssen gemeinsam beten. Oft öffnen solche Gebete das Herz und führen zu offenen Aussprachen, die jeden Zwist bereinigen. In Zeiten der Prüfung oder der Versuchung müssen wir uns im Gebet an Gott wenden, ihn um Hilfe und um geistige Kraft bitten, damit wir in Übereinstimmung mit Christi Sinn handeln können. Selbst der vollkommene Jesus betete bei vielen Gelegenheiten zu seinem Vater um Kraft. Diese inbrünstigen Gebete kamen wirklich aus dem Herzen. Uns kann heute in Zeiten der Versuchung ebenfalls die nötige Kraft gegeben werden, die richtige Entscheidung zu treffen, wenn wir Jehova um Hilfe anflehen, dem Verlangen des Fleisches nicht nachzugeben und keinen Verrat an unserem Ehepartner zu begehen (Psalm 119:101, 102).

      Gegensätzliche Verhaltensmuster

      14, 15. (a) Wie reagierte Joseph auf eine Versuchung? (b) Was half Joseph, der Versuchung zu widerstehen?

      14 Wie können wir mit einer Versuchung fertig werden? Völlig gegensätzlich verhielten sich in dieser Hinsicht Joseph und David. Als Potiphars Frau wiederholt versuchte, den gutaussehenden Joseph (der zu jener Zeit offenbar unverheiratet war) zu verführen, sagte er schließlich zu ihr: „Da ist niemand größer in diesem Haus als ich, und er [dein Mann] hat mir gar nichts vorenthalten als nur dich, weil du seine Frau bist. Wie also könnte ich diese große Schlechtigkeit begehen und in Wirklichkeit gegen Gott sündigen?“ (1. Mose 39:6-9).

      15 Was half Joseph, den richtigen Weg einzuschlagen, obwohl es ein leichtes gewesen wäre nachzugeben? Es war die starke Kraft, die seinen Sinn antrieb. Er hatte sein Verhältnis zu Jehova fest im Sinn. Außerdem wußte er, daß Hurerei mit dieser vernarrten Frau nicht nur eine Sünde gegen ihren Mann, sondern auch gegen Gott gewesen wäre, was noch schwerwiegender war (1. Mose 39:12).

      16. Wie reagierte David auf eine Versuchung?

      16 Was war im Gegensatz dazu bei David der Fall? Er war ein verheirateter Mann, der mehrere Frauen hatte, was ihm das Gesetz gestattete. Eines Abends beobachtete er von seinem Palast aus eine sich badende Frau. Es war die schöne Bathseba, die Frau Urias. David stand eindeutig vor der Wahl, entweder weiterhin zuzusehen, wobei in seinem Herzen ein Verlangen aufsteigen würde, oder sich abzuwenden und damit der Versuchung zu widerstehen. Wofür entschied er sich? Er ließ Bathseba in seinen Palast holen und beging mit ihr Ehebruch. Und noch schlimmer — er veranlaßte, daß ihr Mann zu Tode kam (2. Samuel 11:2-4, 12-27).

      17. Welche Rückschlüsse auf Davids Geistiggesinntsein kann man ziehen?

      17 Worin bestand Davids Problem? Aus seinem späteren reumütigen Bekenntnis in Psalm 51 lassen sich gewisse Rückschlüsse ziehen. Er sagte: „Schaffe in mir auch ein reines Herz, o Gott, und leg einen neuen, einen festen Geist in mich.“ Offensichtlich hatte David keinen reinen und festen Geist, als die Versuchung an ihn herantrat. Vielleicht hatte er es vernachlässigt, in Jehovas Gesetz zu lesen, und aufgrund dessen war sein Geistiggesinntsein geschwächt. Er könnte auch zugelassen haben, daß seine Stellung und seine Macht als König sein Denken so sehr verdorben hatten, daß er lüsternen Begierden zum Opfer fiel. Auf jeden Fall war die Kraft, die seinen Sinn antrieb, zu jener Zeit selbstsüchtig und sündhaft. Deshalb benötigte er, wie ihm später bewußt wurde, „einen neuen, einen festen Geist“ (Psalm 51:10; 5. Mose 17:18-20).

      18. Welchen Rat gab Jesus in Verbindung mit Ehebruch?

      18 Einige christliche Ehen sind zerbrochen, weil einer der Partner oder beide zuließen, in einen ähnlichen Zustand geistiger Schwäche zu geraten wie König David. Sein Beispiel sollte uns eine Warnung davor sein, ständig voller Leidenschaft nach anderen Frauen oder Männern zu schauen, denn das kann letztlich zum Ehebruch führen. Jesus zeigte, daß er die menschlichen Gefühle in dieser Hinsicht kannte, denn er erklärte: „Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst nicht ehebrechen.‘ Ich aber sage euch, daß jeder, der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen hat.“ In einem solchen Fall ist die Kraft, die den Sinn antreibt, selbstsüchtig und fleischlich, nicht geistig. Was können Christen denn tun, um Ehebruch zu vermeiden und statt dessen eine glückliche, befriedigende Ehe zu führen? (Matthäus 5:27, 28).

      Die Ehebande stärken

      19. Wie können die Ehebande gestärkt werden?

      19 König Salomo schrieb: „Wenn jemand einen allein überwältigen könnte, könnten zwei zusammen gegen ihn standhalten. Und eine dreifache Schnur kann nicht so schnell entzweigerissen werden.“ Gewiß können zwei, die eine harmonische Ehe führen, Schwierigkeiten besser meistern als jemand, der auf sich allein gestellt ist. Doch wenn ihre Ehebande einer dreifachen Schnur gleichen, weil sie Gott mit einbeziehen, wird die Ehe stabil sein. Und wie kann Gott in eine Ehe mit einbezogen werden? Dadurch, daß das Ehepaar Gottes Grundsätze und seinen Rat für die Ehe befolgt (Prediger 4:12).

      20. Welcher biblische Rat kann einem Ehemann helfen?

      20 Wenn ein Ehemann den Rat beherzigt, den folgende Bibeltexte geben, wird er für den Erfolg seiner Ehe eine bessere Grundlage haben:

      „Ihr Ehemänner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuteil werden laßt, da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid, damit eure Gebete nicht behindert werden“ (1. Petrus 3:7).

      „Ihr Männer, liebt eure Frauen weiterhin, so wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich für sie dahingegeben hat. Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst“ (Epheser 5:25, 28).

      „[Ihr Mann] steht auf, und er preist sie. Viele Töchter gibt es, die sich tüchtig erzeigt haben, du aber — du bist über sie alle emporgestiegen“ (Sprüche 31:28, 29).

      „Kann ein Mann auf Kohlen wandeln, und seine Füße selbst würden nicht versengt? Ebenso bei irgendeinem, der Beziehungen mit der Frau seines Mitmenschen hat: Keiner, der sie berührt, wird straflos bleiben. [Wer] Ehebruch begeht, ... bringt seine eigene Seele ins Verderben“ (Sprüche 6:28, 29, 32).

      21. Welcher biblische Rat kann einer Ehefrau helfen?

      21 Wenn eine Ehefrau folgenden Grundsätzen der Bibel Beachtung schenkt, wird dies zur Stabilität ihrer Ehe beitragen:

      „Ihr Frauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden mögen, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, ... [und eures] stillen und milden Geistes [gewesen sind]“ (1. Petrus 3:1-4).

      „Der Mann leiste seiner Frau das, was ihr [in sexueller Hinsicht] zusteht, doch gleicherweise auch die Frau ihrem Mann. ... Entzieht es einander nicht, außer mit gegenseitiger Einwilligung für eine bestimmte Zeit“ (1. Korinther 7:3-5).

      22. (a) Welche weiteren Faktoren können eine Ehe positiv beeinflussen? (b) Wie betrachtet Jehova Ehescheidung?

      22 Die Bibel zeigt auch, daß Liebe, Freundlichkeit, Mitgefühl, Geduld, Verständnis, Ermunterung und Lob weitere wesentliche Facetten an dem Juwel der Ehe sind. Eine Ehe, in der es daran mangelt, ist wie eine Pflanze ohne Sonnenschein und ohne Wasser — sie wird kaum blühen. Lassen wir uns daher von der Kraft, die den Sinn antreibt, drängen, uns in unserer Ehe gegenseitig zu ermuntern und zu erfrischen. Denken wir daran, daß Jehova ‘Ehescheidung haßt’. Wenn christliche Liebe geübt wird, dürfte es keinen Raum geben für Ehebruch und das Scheitern einer Ehe. Warum nicht? Weil ‘die Liebe nie versagt’ (Maleachi 2:16; 1. Korinther 13:4-8; Epheser 5:3-5).

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