-
Das Judentum — Die Suche nach Gott mit Hilfe der Bibel und der TraditionDie Suche der Menschheit nach Gott
-
-
32. Was sagt die Bibel über die Toten?
32 Privatdozent Arthur Hertzberg schreibt: „In der [hebräischen] Bibel selbst ist der Rahmen, in dem sich das Leben des Menschen abspielt, diese Welt. Es gibt keine Doktrin von Himmel und Hölle, lediglich eine sich verstärkende Vorstellung von einer letztlichen Wiedererweckung der Toten am Ende aller Tage.“ Das ist eine einfache und zutreffende Erklärung dessen, was die Bibel sagt, nämlich, daß „die Toten ... nichts [kennen] ... Denn es gibt nicht Schaffen noch Planen, nicht Kenntnis noch Weisheit in Scheol [dem allgemeinen Grab der Menschheit], dahin du gehst“ (Prediger 9:5, 10; Daniel 12:1, 2; Jesaja 26:19).
-
-
Das Judentum — Die Suche nach Gott mit Hilfe der Bibel und der TraditionDie Suche der Menschheit nach Gott
-
-
Wieviel verständlicher ist doch die biblische Ansicht, die in 1. Mose 2:7 zum Ausdruck kommt: „Da bildete der Ewige, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte Lebensodem in sein Antlitz; so ward der Mensch ein lebend Wesen [eine lebende Seele, The Holy Scriptures According to the Masoretic Text, 1917, The Jewish Publication Society of America].“ Die Vereinigung von Seele und Geist (Lebenskraft) ergibt „eine lebende Seele“h (1. Mose 2:7; 7:22; Psalm 146:4). Umgekehrt: Stirbt der menschliche Sünder, so stirbt die Seele (Hesekiel 18:4, 20). Somit hört der Mensch, wenn er stirbt, auf zu existieren und Bewußtsein zu haben. Seine Lebenskraft kehrt zu Gott zurück, der sie gegeben hat (Prediger 3:19; 9:5, 10; 12:7). Die wahrhaft biblische Hoffnung für die Toten ist die Auferstehung (hebräisch: techijáth hammethím, „Wiederbelebung der Toten“).
36, 37. Wie dachten treue Hebräer in biblischen Zeiten über ein künftiges Leben?
36 So überraschend diese Schlußfolgerung selbst für viele Juden sein mag, so hofften Anbeter des wahren Gottes doch schon vor Jahrtausenden tatsächlich auf eine Auferstehung. Vor etwa 3 500 Jahren sprach der gottesfürchtige, leidende Hiob von einer künftigen Zeit, zu der Gott ihn aus dem Scheol oder Grab auferwecken werde (Hiob 14:14, 15). Auch dem Propheten Daniel wurde versichert, daß er „am Ende der Tage“ auferstehen werde (Daniel 12:2, 13).
37 Nichts in der Bibel läßt die Schlußfolgerung zu, daß jene treuen Hebräer glaubten, sie hätten eine unsterbliche Seele, die in einem Jenseits weiterleben würde. Sie hatten offensichtlich Grund genug zu glauben, daß der Souveräne Herr, der die Sterne des Weltalls zählt und ihre Bahnen bestimmt, sich zur Zeit der Auferstehung an sie erinnern würde. Sie waren ihm und seinem Namen treu gewesen, und so würde er auch ihnen treu sein (Psalm 18:26 [25, NW]; 147:4; Jesaja 25:7, 8; 40:25, 26).
-