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„Nach dem Verlorenen werde ich suchen“Komm zurück zu Jehova
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TEIL 1
„Nach dem Verlorenen werde ich suchen“
Das Schaf ist verstört und hilflos. Gerade hat es noch an den Gräsern auf der Wiese geknabbert, aber irgendwie muss es sich von den anderen Schafen entfernt haben. Plötzlich kann es die Herde und den Hirten nicht mehr sehen. Dunkelheit bricht übers Tal. Raubtiere streifen umher. Das Schaf ist völlig schutzlos. Da hört es die vertraute Stimme des Hirten. Er läuft auf das Schaf zu, hebt es hoch, wickelt es in sein Gewand und trägt es sicher nach Hause.
JEHOVA vergleicht sich wiederholt mit so einem fürsorglichen Hirten. Er sichert uns zu: „Ich will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen“ (Hesekiel 34:11, 12).
Jehova sorgt für seine Schafe
Wer sind Jehovas Schafe? Einfach ausgedrückt: Personen, die ihn lieben und ihm dienen. Die Bibel sagt: „Lasst uns anbeten und uns niederbeugen; lasst uns vor Jehova knien, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand“ (Psalm 95:6, 7). Jehova kümmert sich also wie ein Hirte um uns. Und wie buchstäbliche Schafe wollen auch wir gern unserem Hirten folgen. Gelingt uns das immer? Nein. Gottes Diener glichen manchmal Schafen, die „zerstreut“ wurden, „verloren“ waren oder „irregingen“ (Hesekiel 34:12; Matthäus 15:24; 1. Petrus 2:25). Doch selbst wenn jemand abgleitet, betrachtet Jehova ihn niemals als hoffnungslosen Fall.
Spürst du, dass Jehova immer noch dein Hirte ist? Wie zeigt sich Jehova heute als Hirte? Hier nur drei Bereiche:
Er versorgt uns mit geistiger Speise. „Auf guter Weide werde ich sie weiden“, sagt Jehova. „Dort werden sie lagern an einem guten Aufenthaltsort und auf einer fetten Weide“ (Hesekiel 34:14). Jehova hat zu jeder Zeit für erfrischende, abwechslungsreiche und zeitgemäße geistige Speise gesorgt. Vielleicht kannst du dich ja an einen Artikel, einen Vortrag oder ein Video erinnern, das eine Antwort auf dein Gebet war. Wie hast du in dem Moment empfunden? War das für dich ein Beweis dafür, dass Jehova sich um dich persönlich kümmert?
Er beschützt und unterstützt uns. Jehova verspricht: „Das Versprengte werde ich zurückbringen, und das Gebrochene werde ich verbinden, und das Leidende werde ich stärken“ (Hesekiel 34:16). Jehova stärkt alle, die von Ängsten und Sorgen niedergedrückt werden und sich entkräftet fühlen. Er verbindet diejenigen, die verletzt wurden — vielleicht sogar durch einen Glaubensbruder. Und er bringt die zurück, die vom Weg abgekommen sind und möglicherweise mit negativen Gefühlen zu kämpfen haben.
Er kommt uns zu Hilfe. „Ich will sie aus allen Orten befreien, wohin sie zerstreut worden sind“, sagt Jehova. „Nach dem Verlorenen werde ich suchen“ (Hesekiel 34:12, 16). Für Jehova ist ein verirrtes Schaf nicht hoffnungslos verloren. Fehlt ein Schaf, bemerkt er es. Er sucht danach und freut sich sehr, wenn er es findet (Matthäus 18:12-14). Im Übrigen bezeichnet er seine treuen Diener ja auch als seine Schafe, für die er sorgt (Hesekiel 34:31). Auch du bist eines von diesen Schafen!
Für Jehova ist ein verirrtes Schaf nicht hoffnungslos verloren. Er freut sich sehr, wenn dieses Schaf gefunden wird
„Lass unser Leben wieder so wie früher sein!“
Warum sucht Jehova nach dir und lädt dich ein, zu ihm zurückzukommen? Er möchte, dass du glücklich bist. Jehova verspricht, seine Schafe zu segnen. Die Bibel spricht sogar von „Regengüssen des Segens“ (Hesekiel 34:26). Das ist kein leeres Versprechen. Du hast das schon selbst erlebt.
Denk doch mal zurück, wie es war, als du Jehova kennengelernt hast. Als du beispielsweise zum ersten Mal die Wahrheit über seinen Namen oder seinen Vorsatz mit den Menschen erfahren hast. War das nicht begeisternd? Oder hat es nicht gutgetan, mit Brüdern und Schwestern auf Kongressen zusammen zu sein? Und bist du nicht freudig und tief befriedigt nach Hause gekommen, wenn du mit jemandem über die gute Botschaft sprechen konntest, der echtes Interesse hatte?
Diese Freuden kannst du wieder erleben. Jehovas Diener der alten Zeit wandten sich im Gebet an ihn und baten: „Führe uns zurück zu dir, dann können wir zu dir umkehren! Lass unser Leben wieder so wie früher sein!“ (Klagelieder 5:21, Hoffnung für alle). Jehova erhörte dieses Gebet und sein Volk kehrte zurück, um ihm wieder zu dienen — mit der gleichen Freude wie zuvor (Nehemia 8:17). Genau das wird Jehova auch für dich tun.
Trotzdem ist das Zurückkommen leichter gesagt als getan. Was macht es manchmal so schwer? Und wie kann man es dennoch schaffen?
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Ängste und Sorgen: Druck von allen SeitenKomm zurück zu Jehova
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TEIL 2
Ängste und Sorgen: Druck von allen Seiten
„Nach 25 Jahren Ehe ließen mein Mann und ich uns scheiden. Meine Kinder verließen die Wahrheit. Ich bekam ernste gesundheitliche Probleme. Mein Leben war nur noch ein Scherbenhaufen. Ich konnte einfach nicht mehr und war völlig deprimiert. Ich hörte auf, die Zusammenkünfte zu besuchen, und wurde untätig“ (June).
SORGEN machen vor niemandem halt — auch nicht vor Dienern Jehovas. Der Psalmist schrieb, dass ihn viele „beunruhigende Gedanken“ quälten (Psalm 94:19). Und Jesus sagte für die Zeit des Endes „Sorgen des Lebens“ voraus, die es sehr schwer machen würden, Jehova zu dienen (Lukas 21:34). Kommt dir das bekannt vor? Hast du das Gefühl, von Geldsorgen, Familienproblemen oder Gesundheitsbeschwerden schier erdrückt zu werden? Wie kann Jehova dir helfen, damit umzugehen?
„Kraft, die über das Normale hinausgeht“
Fakt ist: Aus eigener Kraft können wir mit Ängsten und Sorgen nicht fertigwerden. Der Apostel Paulus beschrieb unsere Situation so: „Wir werden auf jede Weise bedrängt, ... wir sind ratlos, ... wir werden niedergeworfen.“ Doch gleichzeitig wären wir „nicht bewegungsunfähig eingeengt“, „nicht gänzlich ohne Ausweg“ und würden „nicht vernichtet“. Auf welchen Ausweg spielte Paulus hier an? Auf die „Kraft, die über das Normale hinausgeht“ — Kraft, die von unserem allmächtigen Gott Jehova kommt (2. Korinther 4:7-9).
Überleg doch mal, wie du in der Vergangenheit diese Kraft bekommen hast. Kannst du dich an einen Vortrag erinnern, der dich besonders berührt und deine Wertschätzung für Jehovas Liebe vertieft hat? Oder hat es deinen Glauben in Jehovas Verheißungen gestärkt, wenn du mit jemandem über die Hoffnung auf ein Leben im Paradies gesprochen hast? Wenn wir Zusammenkünfte besuchen und mit anderen über unseren Glauben sprechen, bekommen wir Kraft, mit den Sorgen des Lebens zurechtzukommen, und wir finden auch inneren Frieden, um Jehova mit Freude zu dienen.
„Schmeckt und seht, dass Jehova gut ist“
Trotzdem hast du vielleicht das Gefühl, dass von allen Seiten an dir gezerrt wird und du den unterschiedlichsten Erwartungen gerecht werden musst. Jehova möchte zum Beispiel, dass wir zuerst das Königreich suchen und im Dienst für ihn keine Abstriche machen (Matthäus 6:33; Lukas 13:24). Doch was, wenn Gegnerschaft, eine angeschlagene Gesundheit oder familiäre Schwierigkeiten dich ausgelaugt haben? Oder wenn die Zeit und Energie, die du normalerweise mit der Versammlung verbringen würdest, von deiner Berufstätigkeit aufgefressen wird? Einerseits so viele Forderungen, andererseits so wenig Zeit und Energie — da kann einem schnell alles zu viel werden. Womöglich hast du dich sogar schon gefragt, ob Jehova nicht zu viel von dir erwartet.
Jehova versteht uns nur zu gut. Er erwartet von uns nie mehr, als wir tun können. Und ihm ist bewusst, dass es Zeit erfordert, um sich körperlich und emotional zu erholen (Psalm 103:13, 14).
Hierzu ein Beispiel. Wie hat Jehova für den Propheten Elia gesorgt? Elia war einmal so entmutigt und voller Angst, dass er in die Wildnis weglief. Hat Jehova ihm Vorhaltungen gemacht und ihn einfach wieder zurückgeschickt? Nein. Er sandte zweimal einen Engel, um Elia sanft aufzuwecken und ihm etwas zu essen zu geben. Aber selbst nach 40 Tagen hatte sich an Elias Gefühlen nichts geändert. Was tat Jehova noch, um ihm zu helfen? Zuerst demonstrierte Jehova ihm, dass er ihn beschützen konnte. Dann tröstete er Elia mit einer „ruhigen, leisen Stimme“. Schließlich zeigte Jehova ihm, dass er nicht allein war: Tausende weitere waren treu auf Gottes Seite geblieben. Schon bald war Elia wieder als eifriger Prophet tätig (1. Könige 19:1-19). Was macht dieser Bericht deutlich? Als Elia von Ängsten und Sorgen überwältigt wurde, behandelte Jehova ihn mit Geduld und Mitgefühl — und Jehova hat sich nicht geändert. Er sorgt für uns heute auf ähnliche Weise.
Wenn du jetzt darüber nachdenkst, was du für Jehova tun kannst, dann sei realistisch. Vergleiche nicht zwischen früher und heute. Zur Veranschaulichung: Ein Wettläufer, der sein Training für mehrere Monate oder Jahre unterbrochen hat, kann in seinen bisherigen Trainingsplan nicht sofort wieder einsteigen. Stattdessen setzt er sich kleine Ziele, um seine Kraft und Ausdauer zu stärken. Christen sind wie Läufer. Sie trainieren mit einem klaren Ziel vor Augen (1. Korinther 9:24-27). Was wäre in deiner Situation ein erreichbares Ziel? Du könntest dir zum Beispiel vornehmen, eine Zusammenkunft zu besuchen. Bitte Jehova, dir zu helfen, dein Ziel zu erreichen. Je mehr du geistig wieder zu Kräften kommst, desto mehr wirst du „schmecken und sehen, dass Jehova gut ist“ (Psalm 34:8). Und vergiss bitte nicht: Alles, was du tust, um Jehova deine Liebe zu zeigen — und wenn es scheinbar noch so wenig ist —, wird von ihm sehr geschätzt (Lukas 21:1-4).
Erwartet Jehova von uns mehr, als wir tun können?
„Der Anstoß, den ich noch brauchte“
Wie hat Jehova June die Kraft gegeben, zu ihm zurückzukommen? Sie berichtet: „Ich bat Jehova immer wieder, mir zu helfen. Dann erzählte mir meine Schwiegertochter, dass in meiner Stadt ein Kongress geplant war. Ich beschloss, einen Kongresstag mitzumachen. Es war ein wunderbares Gefühl, wieder unter Jehovas Volk zu sein! Der Kongress war genau der Anstoß, den ich noch brauchte. Ich diene Jehova wieder mit Freude. Jetzt hat mein Leben viel mehr Sinn und Inhalt. Mir war noch nie so klar wie heute, dass es nicht die Lösung ist, sich zu isolieren oder zu denken, man schaffe es allein. Ich bin dankbar, dass noch Zeit war zurückzukommen.“
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Verletzte Gefühle: Wenn es „Ursache zu einer Klage“ gibtKomm zurück zu Jehova
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TEIL 3
Verletzte Gefühle: Wenn es „Ursache zu einer Klage“ gibt
„Eine Schwester beschuldigte mich zu Unrecht, Geld von ihr gestohlen zu haben. Andere in der Versammlung erfuhren davon und begannen, Partei zu ergreifen. Irgendwann sagte mir die Schwester, sie hätte neue Informationen, die mich entlasten würden. Obwohl sie sich entschuldigte, hatte ich das Gefühl, ihr nie vergeben zu können — was hatte ich wegen ihr nicht alles durchgemacht“ (Linda).
KANNST du nachempfinden, wie sich Linda fühlte, nachdem man sie tief verletzt hatte? Leider sind einige durch das Verhalten anderer so aus der Bahn geworfen worden, dass ihr Dienst für Jehova darunter litt. Hast du Ähnliches erlebt?
Kann uns irgendjemand „von Gottes Liebe trennen“?
Es kann wirklich sehr schwer sein, einem Bruder oder einer Schwester zu vergeben, die uns verletzt hat. Schließlich sollen Christen einander lieben und nicht wehtun (Johannes 13:34, 35). Daher kann die Enttäuschung und der Schmerz sehr groß sein, wenn uns jemand aus der Versammlung unrecht getan hat (Psalm 55:12).
Die Bibel räumt natürlich ein, dass es unter Christen manchmal „Ursache zu einer Klage“ geben kann (Kolosser 3:13). Betrifft es uns aber persönlich, mag es gar nicht so leicht sein, damit umzugehen. Gibt es etwas, was uns dann helfen kann? Hier drei biblische Leitprinzipien:
Unserem himmlischen Vater entgeht nichts. Jehova registriert alles, was geschieht. Er sieht, wenn uns Unrecht zugefügt wird. Und er sieht das Leid, das dadurch entsteht (Hebräer 4:13). Außerdem fühlt Jehova mit uns, wenn wir leiden (Jesaja 63:9). Er lässt niemals zu, dass „Drangsal oder Bedrängnis“ oder irgendetwas anderes „uns von Gottes Liebe trennt“ — auch nicht ein Mitchrist (Römer 8:35, 38, 39). Ist das nicht auch unser Wunsch? Lassen wir nichts und niemand einen Keil zwischen uns und Jehova treiben.
Vergeben heißt nicht, etwas zu entschuldigen oder gutzuheißen. Jemandem zu vergeben, der sich uns gegenüber falsch verhalten hat, bedeutet nicht, die Sache herunterzuspielen, zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. Eins steht fest: Jehova billigt niemals eine Sünde, aber er vergibt, sofern es eine Grundlage dafür gibt (Psalm 103:12, 13; Habakuk 1:13). Wenn er uns daher nahelegt, anderen zu vergeben, bittet er uns, ihn nachzuahmen. Von ihm wird gesagt, dass er nicht „auf unabsehbare Zeit grollt“ (Psalm 103:9; Matthäus 6:14).
Lassen wir Ärger und Verbitterung los, profitieren wir selbst davon. Warum ist das so? Stell dir vor, du würdest einen ein bis zwei Kilo schweren Stein mit ausgestrecktem Arm halten. Für einen kurzen Moment fällt dir das wahrscheinlich nicht schwer. Was aber, wenn du versuchst, ihn länger zu halten? Wie lange würdest du wohl durchhalten? Einige Minuten? Eine Stunde? Oder länger? Dein Arm würde immer schwerer werden, obwohl sich das Gewicht des Steins nicht verändert hat. Doch je länger du ihn hältst, desto schwerer kommt er dir vor. Genauso ist es mit Ärger und Verbitterung. Je länger wir so etwas mit uns herumschleppen — so klein die Sache auch sein mag —, desto mehr schaden wir uns selbst. Kein Wunder, dass Jehova uns ermuntert, an Verbitterung nicht festzuhalten. Loslassen ist für uns nur zum Guten (Sprüche 11:17).
Lassen wir Ärger und Verbitterung los, profitieren wir selbst davon
„Es war für mich so, als hätte Jehova persönlich zu mir gesprochen“
Was half Linda, sich nicht länger von ihren negativen Gefühlen beherrschen zu lassen? Sie dachte unter anderem über biblische Gründe für Vergebung nach (Psalm 130:3, 4). Ein Gedanke berührte sie besonders: Nur wenn wir anderen vergeben, wird Jehova auch uns vergeben (Epheser 4:32 bis 5:2). Sie sagt: „Es war für mich so, als hätte Jehova persönlich zu mir gesprochen.“
Mit der Zeit gelang es Linda, ihren Ärger loszulassen. Sie konnte der Schwester von Herzen vergeben, und heute ist sie sogar ihre Freundin. Linda hat sich nicht unterkriegen lassen und setzt sich weiter im Dienst für Jehova ein. Jehova hat versprochen, auch dir zu helfen. Davon kannst du überzeugt sein.
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Schuldgefühle: „Reinige mich ... von meiner Sünde“Komm zurück zu Jehova
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TEIL 4
Schuldgefühle: „Reinige mich ... von meiner Sünde“
„Durch meine neue Arbeit konnten wir uns zwar einen höheren Lebensstandard leisten, aber das führte auch dazu, dass ich mich auf allerlei fragwürdige Handlungen einließ. Ich machte bei Feiertagen mit, nahm an politischen Veranstaltungen teil und ging sogar in die Kirche. 40 Jahre lang war ich als Zeugin Jehovas untätig. Je mehr Zeit verging, desto mehr dachte ich, Jehova könnte mir nie vergeben. Ich konnte mir ja noch nicht einmal selbst vergeben — immerhin kannte ich die Wahrheit, bevor ich den falschen Weg einschlug“ (Martha).
SCHULDGEFÜHLE können eine erdrückende Last sein. Auch David überkamen solche Gefühle. Er schrieb: „Wie eine schwere Last sind sie zu schwer für mich“ (Psalm 38:4). Einige Christen sind von „übergroßer Traurigkeit“ überwältigt worden, weil sie dachten, Jehova könnte ihnen niemals vergeben (2. Korinther 2:7). Stimmt das aber? Ist jemand, selbst wenn er schwer gesündigt hat, so weit von Jehova entfernt, dass er ihm nicht vergeben kann?
„Lasst uns die Dinge zwischen uns richtigstellen“
Jehova gibt niemand auf, der seine Sünden bereut. Vielmehr reicht er ihm seine Hand. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn verglich Jesus Jehova mit einem liebevollen Vater, dessen Sohn die Familie verließ und ein hemmungsloses Leben führte. Irgendwann beschloss der Sohn zurückzukehren. „Als er [der Sohn] noch weit weg war, erblickte ihn sein Vater und wurde von Mitleid bewegt, und er lief [ihm entgegen] und fiel ihm um den Hals und küsste ihn zärtlich“ (Lukas 15:11-20). Würdest du Jehova gern näherkommen, hast aber das Gefühl, „noch weit weg“ zu sein? Wie der Vater in Jesu Gleichnis ist Jehova von tiefem Mitgefühl bewegt. Er steht sozusagen mit offenen Armen da, um dich wieder zu empfangen.
Was aber, wenn du denkst, du hättest zu schwer oder zu oft gesündigt, als dass Jehova dir vergeben könnte? Dann ermuntert dich vielleicht die Einladung Jehovas in Jesaja 1:18: „ ‚Kommt nun, und lasst uns die Dinge zwischen uns richtigstellen‘, spricht Jehova. ‚Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee.‘ “ Jehova wird demnach sogar Sünden vergeben, die so unauslöschlich scheinen wie ein roter Fleck auf einem weißen Kleidungsstück.
Jehova möchte nicht, dass du weiter unter einem schuldbeladenen Gewissen leidest. Aber wie kannst du das befreiende Gefühl erleben, das sich aus Gottes Vergebung und einem guten Gewissen ergibt? König David halfen zwei Dinge. Zum einen nahm er sich vor: „Ich werde meine Übertretungen Jehova bekennen“ (Psalm 32:5). Denk noch mal an das, was im Absatz zuvor erwähnt wurde: Jehova hat dich bereits eingeladen, dich im Gebet an ihn zu wenden und die Dinge zwischen dir und ihm richtigzustellen. Nimm diese Einladung doch an. Bekenne Jehova deine Sünden und vertraue ihm deine Gefühle an. David konnte aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Jehova voller Vertrauen beten: „Reinige mich ... von meiner Sünde. ... ein gebrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten“ (Psalm 51:2, 17).
Zum anderen erhielt David Hilfe von einem Vertreter Jehovas, dem Propheten Nathan (2. Samuel 12:13). Auch heute sorgt Jehova in den Versammlungen für Älteste. Sie sind geschult, reumütigen Personen zu helfen, ihre Freundschaft zu Jehova wieder aufzubauen. Wenn du dich an die Ältesten wendest, werden sie durch biblische Gedanken und Gebete dein Herz beruhigen, deine negativen Gefühle lindern oder beseitigen und dir helfen, geistig wieder zu Kräften zu kommen (Jakobus 5:14-16).
Jehova wünscht dir das befreiende Gefühl eines guten Gewissens
„Glücklich ist der, dessen Auflehnung verziehen ... ist“
Zugegeben, Jehova Gott deine Sünden zu bekennen und dich an die Ältesten zu wenden kann eines der schwersten Dinge sein, die du tun musst. David hatte offensichtlich ähnliche Empfindungen. Eine Zeit lang verschwieg er seine Sünden (Psalm 32:3). Später spürte er jedoch, wie gut es ihm tat, seine Fehler zu bekennen und sich korrigieren zu lassen.
Vor allem gewann David seine Freude zurück. Er schrieb: „Glücklich ist der, dessen Auflehnung verziehen, dessen Sünde zugedeckt ist“ (Psalm 32:1). Auch betete er: „O Jehova, mögest du diese meine Lippen öffnen, dass mein eigener Mund deinen Lobpreis kundtue“ (Psalm 51:15). Befreit von Schuldgefühlen und dankbar für Gottes Vergebung, fühlte sich David offenbar gedrängt, mit anderen über Jehova zu sprechen.
Jehova wünscht auch dir das befreiende Gefühl eines guten Gewissens. Er möchte, dass du frei von Schuldgefühlen bist und unbelastet und freudig mit anderen über ihn und seinen Vorsatz sprechen kannst (Psalm 65:1-4). Wie bereits erwähnt, will er deine Sünden auslöschen, „sodass Zeiten der Erquickung von der Person Jehovas kommen mögen“ (Apostelgeschichte 3:19).
Genau das erlebte Martha. Sie berichtet: „Mein Sohn wurde nicht müde, mir die Zeitschriften Wachtturm und Erwachet! zu schicken. Nach und nach wurde ich mit Jehova wieder vertraut. Das Schwerste am Zurückkommen war aber, für all meine Fehler um Vergebung zu bitten. Doch irgendwann habe ich es geschafft, zu Gott zu beten und ihn zu bitten, mir zu vergeben. Es ist kaum zu glauben, dass 40 Jahre vergehen mussten, bevor ich zu Jehova zurückkehrte. Meine Erfahrung beweist, dass jemand sogar nach vielen Jahren zu Jehova zurückkommen kann, um ihm wieder zu dienen und von ihm geliebt zu werden.“
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„Zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen“ zurückkommenKomm zurück zu Jehova
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TEIL 5
„Zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen“ zurückkommen
Konntest du dich in den beschriebenen Situationen wiederfinden? Wenn ja, dann stehst du nicht allein da. Viele treue Diener Gottes — damals wie heute — standen vor ähnlichen Herausforderungen. Jehova hat ihnen geholfen, damit fertigzuwerden. Das Gleiche wird er auch für dich tun.
Jehova wird für dich da sein, wenn du zu ihm zurückkommst
DU KANNST ganz sicher sein: Jehova ist für dich da, wenn du zu ihm zurückkommst. Er wird dir helfen, Ängste und Sorgen zu überwinden, verletzte Gefühle in den Griff zu bekommen und den inneren Frieden zu finden, der sich aus einem guten Gewissen ergibt. Bestimmt fühlst du dich dann wieder motiviert, Jehova zusammen mit deinen Brüdern und Schwestern zu dienen. Du wirst erleben, was einige Christen im 1. Jahrhundert erlebt haben. An sie schrieb der Apostel Petrus: „Ihr seid wie Schafe gewesen, die irregingen, ihr habt jetzt aber zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen zurückgefunden“ (1. Petrus 2:25).
Zu Jehova zurückzukommen ist das Allerbeste, was du tun kannst. Warum kann man das sagen? Weil du damit Jehovas Herz erfreust (Sprüche 27:11). Jehova hat Gefühle, und unser Verhalten berührt ihn. Natürlich zwingt uns Jehova nicht, ihn zu lieben und ihm zu dienen (5. Mose 30:19, 20). Wie ein Bibelgelehrter es ausdrückt, kann die Tür zum Herzen des Menschen „nicht von außen, sondern nur von innen geöffnet werden“. Wenn wir Jehova aus Liebe dienen, entscheiden wir uns, diese Tür zu öffnen. Damit schenken wir ihm etwas Wertvolles — unsere Treue. Wie sehr sich Jehova doch darüber freuen muss. Nichts macht uns glücklicher, als Jehova die Anbetung zu schenken, die er verdient (Apostelgeschichte 20:35; Offenbarung 4:11).
Sobald du Jehova wieder dienst, werden auch deine geistigen Bedürfnisse gestillt (Matthäus 5:3). Menschen auf der ganzen Welt stellen Fragen nach dem Sinn des Lebens und hungern nach Antworten. Dieses Bedürfnis ist ganz natürlich. Jehova hat uns damit ausgestattet. Er hat uns so erschaffen, dass wir im Dienst für ihn Erfüllung finden. Nichts macht zufriedener, als Jehova aus Liebe zu dienen (Psalm 63:1-5).
Jehova wünscht sich, dass du zu ihm zurückkommst. Warum kannst du davon überzeugt sein? Diese Broschüre ist unter viel Gebet und mit großer Sorgfalt vorbereitet worden. Du bist auf sie aufmerksam gemacht worden, vielleicht durch einen Ältesten oder jemand anders aus der Versammlung. Dann hast du sie gelesen und der Inhalt hat dich berührt. All das beweist: Jehova hat dich nicht vergessen. Ganz im Gegenteil! Er zieht dich behutsam zu sich zurück (Johannes 6:44).
Zu wissen, dass Jehova keinen seiner Diener vergisst, der sich verirrt hat, kann uns sehr trösten. Dieser Gedanke war auch für eine Schwester namens Donna sehr wertvoll. Sie sagte: „Ich bin nach und nach von der Wahrheit abgedriftet. Gleichzeitig ist mir Psalm 139:23, 24 nicht aus dem Kopf gegangen, wo es heißt: ‚Durchforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich, und erkenne meine beunruhigenden Gedanken, und sieh, ob in mir irgendein Weg des Schmerzes ist, und führe mich auf dem Weg der unabsehbaren Zeit.‘ Ich wusste, dass ich nicht in die Welt gehörte — da hab ich auch nie wirklich reingepasst —, und ich wusste, ich sollte in der Organisation Jehovas sein. Mir wurde klar, dass Jehova mich nie verlassen hatte; ich musste nur meinen Weg zu ihm zurückfinden. Ich bin so glücklich, dass ich das getan habe!“
„Mir wurde klar, dass Jehova mich nie verlassen hatte; ich musste nur meinen Weg zu ihm zurückfinden“
Wir beten darum, dass auch du wieder die Freude erlebst, die Jehova gibt (Nehemia 8:10). Du wirst es nie bereuen, zu Jehova zurückzukommen.
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SchlussbemerkungKomm zurück zu Jehova
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Schlussbemerkung
Erinnerst du dich an schöne Momente, die du zusammen mit Jehovas Volk erlebt hast? Vielleicht eine ermunternde Zusammenkunft, ein unvergesslicher Kongress, eine begeisternde Erfahrung im Predigtdienst oder einfach ein nettes Gespräch mit jemandem aus der Versammlung? Dann hast du Jehova nicht vergessen — und er dich auch nicht. Er hat nicht vergessen, was du für ihn getan hast, und ist gern bereit, dir zu helfen, zu ihm zurückzukommen.
„Ich will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen“, sagt Jehova, der sich selbst als fürsorglicher Hirte bezeichnet. Er wird sich um seine Schafe kümmern und sie „aus allen Orten befreien, wohin sie zerstreut worden sind“ (Hesekiel 34:11, 12).
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