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  • „Ich werde selbst nach meinen Schafen suchen“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | Juni
    • STUDIENARTIKEL 25

      „Ich werde selbst nach meinen Schafen suchen“

      „Ich werde selbst nach meinen Schafen suchen und mich um sie kümmern“ (HES. 34:11)

      LIED 105 „Gott ist Liebe“

      VORSCHAUa

      1. Warum verglich sich Jehova mit einer stillenden Mutter?

      „KANN eine Frau ihren Säugling vergessen?“, fragte Jehova zur Zeit Jesajas. Dann sagte er zu seinem Volk: „Selbst wenn diese Frauen vergessen, ich würde dich nie vergessen“ (Jes. 49:15). Jehova vergleicht sich nicht oft mit einer Mutter, doch bei dieser Gelegenheit tat er es. Er gebrauchte die Bindung zwischen Mutter und Kind, um auszudrücken, wie sehr er seine Diener liebt. Eine Schwester namens Jasmin sagt: „Wenn man sein Kind stillt, entwickelt sich eine ganz besondere Bindung, die ein Leben lang besteht.“ Das können viele Mütter nachempfinden.

      2. Wie empfindet Jehova, wenn sich eins seiner Kinder von ihm entfernt?

      2 Jehova bemerkt es, wenn auch nur eins seiner Kinder nicht mehr in die Zusammenkünfte kommt und sich nicht mehr am Predigen beteiligt. Wie weh muss es ihm da tun zu sehen, dass jedes Jahr Tausende seiner Diener untätigb werden.

      3. Was wünscht sich Jehova?

      3 Viele dieser lieben Brüder und Schwestern, die untätig geworden sind, kehren in die Versammlung zurück, was uns wirklich freut. Jehova wünscht sich, dass sie zurückkommen, und das tun auch wir (1. Pet. 2:25). Wie können wir helfen? Bevor wir diese Frage beantworten, sehen wir uns an, warum einige aufgehört haben, die Zusammenkünfte zu besuchen und sich am Predigtdienst zu beteiligen.

      WARUM EINIGE AUFHÖREN, JEHOVA ZU DIENEN

      4. Wozu hat die weltliche Arbeit bei manchen geführt?

      4 Manche haben sich von ihrer weltlichen Arbeit vereinnahmen lassen. „Ich investierte zu viel Zeit und Kraft in meine Arbeit“, gibt Hungc zu, der in Südostasien lebt. „Ich hab mir eingeredet, ich könnte Jehova besser dienen, wenn ich mehr Geld hätte. Also hab ich länger gearbeitet. Ich versäumte immer öfter die Zusammenkünfte und irgendwann ging ich gar nicht mehr hin. Die Welt scheint darauf ausgelegt zu sein, dich Stück für Stück von Gott wegzuziehen.“

      5. Wie wirkten sich mehrere große Probleme auf eine Schwester aus?

      5 Manche Brüder und Schwestern haben mit großen Problemen zu kämpfen. Anne aus Großbritannien, die Mutter von fünf Kindern ist, sagt: „Eins meiner Kinder kam schwerbehindert zur Welt. Später wurde eine meiner Töchter ausgeschlossen und ein Sohn wurde psychisch krank. Ich war so deprimiert, dass ich die Zusammenkünfte nicht mehr besuchte und mit dem Predigen aufhörte. Ich wurde untätig.“ Was Anne, ihre Familie und viele andere erleben, geht uns sehr nahe und wir fühlen mit ihnen.

      6. Wie kann es passieren, dass man sich von der Versammlung entfernt, wenn man Kolosser 3:13 nicht beachtet?

      6 Lies Kolosser 3:13. Manche Diener Jehovas fühlten sich von Glaubensbrüdern verletzt. Wie der Apostel Paulus schrieb, kann es sein, dass man einen „Grund hat, sich über einen anderen zu beklagen“. Vielleicht wurden wir sogar ungerecht behandelt. Wenn wir nicht aufpassen, könnte es sein, dass wir verbittern. Verbitterung kann dazu führen, dass sich jemand von Jehovas Volk entfernt. So ging es Pablo, einem Bruder in Südamerika. Ihm wurde fälschlich ein Fehlverhalten zur Last gelegt und deshalb verlor er ein Dienstvorrecht in der Versammlung. Wie reagierte er? „Ich ärgerte mich“, sagt Pablo, „und entfernte mich allmählich von der Versammlung.“

      7. Wozu kann ein schlechtes Gewissen führen?

      7 Hat jemand früher eine schwere Sünde begangen, plagt ihn vielleicht das Gewissen und er fühlt sich der Liebe Gottes nicht würdig. Auch wenn er bereut hat und ihm Barmherzigkeit erwiesen wurde, fühlt er sich womöglich nicht mehr gut genug, zu Gottes Volk zu gehören. So ging es Francisco. Er sagt: „Ich wurde wegen sexueller Unmoral zurechtgewiesen. Anfangs ging ich zwar weiter in die Zusammenkünfte, aber ich war deprimiert und fühlte mich nicht würdig, zu Jehovas Volk zu gehören. Ich hatte ein schlechtes Gewissen und war überzeugt, dass Jehova mir nicht vergeben hat. Irgendwann ging ich nicht mehr in die Zusammenkünfte.“ Wie empfindest du für Brüder und Schwestern, die sich in Situationen wie den beschriebenen befinden? Hast du Mitgefühl mit ihnen? Wichtiger noch: Wie empfindet Jehova für sie?

      JEHOVA LIEBT SEINE SCHAFE

      Ein Hirte mit seiner Herde, der nach einem verlorenen Lamm sucht. Der Hirte kann das Lamm nicht sehen, das am Bein verletzt ist und sich in einem Busch verfangen hat.

      Einem israelitischen Hirten lag ein verlorenes Schaf sehr am Herzen (Siehe Absatz 8, 9)e

      8. Vergisst Jehova diejenigen, die ihm einmal gedient haben? Erkläre es.

      8 Jehova vergisst diejenigen nicht, die ihm einmal gedient, sich dann aber eine gewisse Zeit von seinem Volk entfernt haben. Auch die Arbeit, die sie für ihn getan haben, vergisst er nicht (Heb. 6:10). Ein Vergleich im Bibelbuch Jesaja zeigt schön, wie Jehova sein Volk umsorgt. Es heißt dort: „Wie ein Hirte wird er sich um seine Herde kümmern. Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen und an seiner Brust wird er sie tragen“ (Jes. 40:11). Wie empfindet der große Hirte, wenn sich eins seiner Schafe von der Herde entfernt? Das wird durch eine Frage Jesu an seine Jünger deutlich: „Was denkt ihr? Wenn jemand 100 Schafe hat und sich eins davon verirrt, wird er dann nicht die 99 in den Bergen zurücklassen und nach dem einen suchen? Glaubt mir, wenn er es findet, freut er sich mehr über dieses eine Schaf als über die 99, die sich nicht verirrt haben“ (Mat. 18:12, 13).

      Der Hirte trägt das Lamm, das verloren war. Das verletzte Bein des Lammes ist verbunden und der Rest der Herde ist bei dem Hirten.

      9. Wie gingen gute Hirten in biblischer Zeit mit ihren Schafen um? (Siehe Titelbild.)

      9 Warum ist es passend, Jehova mit einem Hirten zu vergleichen? Weil einem guten Hirten in biblischer Zeit seine Schafe sehr am Herzen lagen. David zum Beispiel nahm es mit einem Löwen und einem Bären auf, um seine Herde zu beschützen (1. Sam. 17:34, 35). Ein guter Hirte bemerkte es, wenn auch nur eins seiner Schafe fehlte (Joh. 10:3, 14). Er hätte die 99 Schafe in einer Hürde oder bei anderen Hirten gelassen und das verlorene Schaf gesucht. Jesus gebrauchte diesen Vergleich, um eine wichtige Wahrheit zu vermitteln: „Genauso möchte auch mein Vater im Himmel nicht, dass auch nur ein einziger von diesen Kleinen verloren geht“ (Mat. 18:14).

      Der Hirte hat das Lamm auf dem Schoß und verbindet dessen verletztes Bein.

      Ein Hirte im alten Israel kümmert sich um ein Schaf, das sich verirrt hatte (Siehe Absatz 9)

      JEHOVA SUCHT NACH SEINEN SCHAFEN

      10. Was würde Jehova gemäß Hesekiel 34:11-16 für seine verlorenen Schafe tun?

      10 Jehova liebt jeden von uns, auch die „Kleinen“, die sich von seiner Herde entfernt haben. Er versprach durch den Propheten Hesekiel, er würde nach seinen verlorenen Schafen suchen und ihnen helfen, wieder ein gutes Verhältnis zu ihm zu haben. Jehova beschrieb, welche Schritte er zu ihrer Rettung unternehmen würde – Schritte, die auch ein Hirte in Israel unternahm, wenn sich ein Schaf verirrt hatte. (Lies Hesekiel 34:11-16.) Zuerst suchte der Hirte nach dem Schaf, was viel Zeit und Kraft kosten konnte. Nachdem er es gefunden hatte, brachte er es zur Herde zurück. War das Schaf verletzt oder am Verhungern, kümmerte er sich liebevoll um das geschwächte Tier, verband seine Wunden, trug es und gab ihm Futter. Älteste – die Hirten der „Herde Gottes“ – müssen genauso vorgehen, wenn sie jemandem helfen wollen, der sich von der Versammlung entfernt hat (1. Pet. 5:2, 3). Sie suchen nach verlorenen Schafen, helfen ihnen zur Herde zurück und geben ihnen die nötige Unterstützung im Glauben.d

      11. Was wusste ein guter Hirte?

      11 Ein guter Hirte wusste, dass Schafe verloren gehen können. Wenn ein Schaf weggelaufen war, behandelte er es nicht grob. Wie ging Gott mit einigen seiner Diener um, die sich eine gewisse Zeit von ihm entfernt hatten?

      12. Wie ging Jehova mit Jona um?

      12 Der Prophet Jona lief vor einer Aufgabe weg. Trotzdem gab Jehova ihn nicht einfach auf. Wie ein guter Hirte rettete er ihn und half ihm, die nötige Kraft für seinen Auftrag aufzubringen (Jona 2:7; 3:1, 2). Später machte er Jona mithilfe einer Flaschenkürbispflanze deutlich, wie wertvoll jedes Menschenleben ist (Jona 4:10, 11). Die Lehre? Älteste dürfen Untätige nicht einfach aufgeben. Vielmehr versuchen sie zu verstehen, warum ein Schaf die Herde verlassen hat. Und wenn es dann zu Jehova zurückkommt, zeigen sie weiter liebevolles Interesse an ihm.

      13. Was können wir daraus lernen, wie Jehova mit dem Schreiber von Psalm 73 umging?

      13 Der Schreiber von Psalm 73 war entmutigt, als er sah, wie gut es den Bösen ging. Er zweifelte, ob es etwas bringt, das zu tun, was Gott möchte (Ps. 73:12, 13, 16). Wie reagierte Jehova? Er verurteilte ihn nicht. Er ließ seine Worte sogar in der Bibel festhalten. Letztendlich erkannte der Psalmist, dass ein gutes Verhältnis zu Jehova alles andere übertrifft und das Leben lebenswert macht (Ps. 73:23, 24, 26, 28). Die Lehre? Wenn jemand bezweifelt, dass es sich lohnt, Jehova zu dienen, dürfen Älteste ihn nicht schnell verurteilen. Stattdessen sollten sie versuchen zu verstehen, warum der Betreffende so redet und handelt. Nur dann können sie ihm mit der Bibel die Hilfe geben, die er braucht.

      14. Warum brauchte Elia Hilfe, und wie half ihm Jehova?

      14 Der Prophet Elia floh vor Königin Isebel (1. Kö. 19:1-3). Er dachte, er sei der einzige Prophet Jehovas, der noch übrig war, und seine Arbeit sei umsonst. Schließlich war er so deprimiert, dass er sterben wollte (1. Kö. 19:4, 10). Jehova verurteilte Elia nicht, sondern versicherte ihm, dass er nicht allein war, dass er auf Gottes Macht vertrauen konnte und es für ihn noch viel zu tun gab. Jehova hörte Elia liebevoll zu und übertrug ihm neue Aufgaben (1. Kö. 19:11-16, 18). Die Lehre? Wir alle, insbesondere die Ältesten, sollten mit Jehovas Schafen liebevoll umgehen. Ist jemand verbittert oder denkt, er hätte Jehovas Barmherzigkeit nicht verdient, werden Älteste ihm zuhören, wenn er sein Herz ausschüttet. Dann versichern sie ihm, dass er für Jehova sehr wertvoll ist.

      WIE SOLLTEN WIR ZU VERLORENEN SCHAFEN EINGESTELLT SEIN?

      15. Wie war Jesus gemäß Johannes 6:39 zu den Schafen seines Vaters eingestellt?

      15 Welche Einstellung erwartet Jehova von uns, was seine verlorenen Schafe betrifft? Wir können uns da an Jesus orientieren. Er wusste, dass für Jehova alle Schafe kostbar sind. Deshalb tat er, was er konnte, um „den verlorenen Schafen Israels“ zu helfen, zu Jehova zurückzukommen (Mat. 15:24; Luk. 19:9, 10). Als guter Hirte tat er auch sein Möglichstes, keines von Jehovas Schafen zu verlieren. (Lies Johannes 6:39.)

      16, 17. Wie sollten Älteste dazu eingestellt sein, verlorenen Schafen zu helfen? (Siehe den Kasten „Wie sich manche verlorene Schafe fühlen“.)

      16 Der Apostel Paulus forderte die Ältesten der Versammlung in Ephesus auf, sich an Jesus ein Beispiel zu nehmen. Er sagte, sie sollten „den Schwachen beistehen und im Sinn behalten . . ., was der Herr Jesus selbst gesagt hat: ‚Geben macht glücklicher als Empfangen‘ “ (Apg. 20:17, 35). Älteste haben heute in dieser Hinsicht also eine besondere Verantwortung. „Wenn ich daran denke, wie sehr Jehova seine verlorenen Schafe am Herzen liegen, fühle ich mich gedrängt, mein Bestes für sie zu geben“, meint Salvador, ein Ältester in Spanien. „Ich bin überzeugt: Jehova möchte, dass ich mich als Hirte um sie kümmere.“

      17 Allen im Artikel erwähnten Brüdern und Schwestern konnte geholfen werden, zu Jehova zurückzukehren. Viele andere, die sich von Jehova entfernt haben, wünschen sich in diesem Moment dasselbe. Im nächsten Artikel erfahren wir, wie wir ihnen konkret helfen können, zu Jehova zurückzukommen.

  • „Kehrt zu mir um“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | Juni
    • STUDIENARTIKEL 26

      „Kehrt zu mir um“

      „Kehrt zu mir um und ich werde zu euch umkehren“ (MAL. 3:7)

      LIED 102 „Den Schwachen beistehen“

      VORSCHAUa

      1. Wie empfindet Jehova, wenn eins seiner Schafe gerettet wird?

      WIE im vorigen Artikel besprochen, vergleicht sich Jehova mit einem guten Hirten, der sich liebevoll um jedes seiner Schafe kümmert. Und wenn sich eins verirrt hat, sucht er es. Jehova forderte die Israeliten, die ihn verlassen hatten, auf: „Kehrt zu mir um und ich werde zu euch umkehren.“ Jehova empfindet immer noch so, denn er erklärt: „Ich ändere mich nicht“ (Mal. 3:6, 7). Wie Jesus sagte, freuen sich Jehova und die Engel sehr, wenn auch nur ein Diener Gottes zurückkehrt (Luk. 15:10, 32).

      2. Worum geht es in diesem Artikel?

      2 Befassen wir uns nun mit drei Vergleichen von Jesus, die zeigen, wie wir denen behilflich sein können, die sich von Jehova entfernt haben. Wir werden kennenlernen, welche Eigenschaften nötig sind, um verlorenen Schafen zu helfen, zu ihm umzukehren. Und wir werden sehen, warum sich der Einsatz lohnt.

      DIE SUCHE NACH DER VERLORENEN MÜNZE

      3, 4. Warum sucht die Frau aus Lukas 15:8-10 so gründlich nach ihrer verlorenen Münze?

      3 Wir müssen uns anstrengen, um die zu finden, die zu Jehova zurückkommen möchten. In einem Gleichnis im Lukasevangelium beschreibt Jesus, wie eine Frau eine Drachme sucht, eine wertvolle Münze, die sie verloren hat. Die Erzählung lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Suche an sich. (Lies Lukas 15:8-10.)

      4 Jesus beschreibt, wie die Frau empfindet, als sie ihre wertvolle Drachme wiederfindet. Zur damaligen Zeit gaben manche jüdische Mütter ihren Töchtern zur Hochzeit einen Satz von zehn Drachmen. Vielleicht gehörte die Münze zu einem solchen Satz. Da die Frau annimmt, dass die Münze auf den Boden gefallen ist, zündet sie eine Lampe an und sucht nach ihr. Aber sie findet sie nicht. Womöglich ist das Licht der Öllampe zu schwach, um die kleine Silbermünze zu entdecken. Schließlich fegt sie das ganze Haus. Im zusammengefegten Haufen sieht sie dann ihre wertvolle Drachme aufblitzen. Sie ist richtig erleichtert und ruft ihre Freunde und Nachbarn zusammen, um ihnen die gute Nachricht mitzuteilen.

      5. Wieso kann es schwer sein, untätige Brüder zu finden?

      5 Wie diese Erzählung zeigt, kostet es Mühe, etwas Verlorenes wiederzufinden. Dasselbe kann auf unsere Suche nach denen zutreffen, die sich von der Versammlung entfernt haben. Vielleicht haben sie schon seit Jahren keinen Kontakt mehr mit uns. Möglicherweise sind sie sogar in eine Gegend gezogen, wo die Brüder sie nicht kennen. Aber bestimmt sehnen sich einige von ihnen gerade in diesem Moment danach, zu Jehova zurückzukommen. Sie möchten ihm zusammen mit ihren Glaubensbrüdern und -schwestern dienen, doch sie brauchen unsere Hilfe.

      6. Wie können sich alle in der Versammlung an der Suche nach Untätigen beteiligen?

      6 Wer kann sich an der Suche nach untätigen Verkündigern beteiligen? Wir alle – Älteste, Pioniere, Familienmitglieder und andere in der Versammlung – können mithelfen. Hast du einen Freund oder einen Verwandten, der untätig geworden ist? Oder hast du im Dienst von Haus zu Haus oder beim öffentlichen Zeugnisgeben einen Untätigen angetroffen? Wenn derjenige besucht werden möchte, erklär ihm, dass du seine Kontaktdaten gern an die Ältesten deiner Versammlung weitergeben kannst.

      7. Was kannst du aus dem lernen, was Thomas erzählt?

      7 Wie können besonders Älteste bei der Suche nach denen vorgehen, die zu Jehova zurückkommen möchten? Thomas,b ein Ältester in Spanien, hat schon über 40 Personen geholfen, zur Versammlung zurückzukehren. Er sagt: „Zuerst frage ich verschiedene Brüder und Schwestern, ob sie wissen, wo Untätige jetzt wohnen. Oder ich frage, ob ihnen jemand einfällt, der die Zusammenkünfte nicht mehr besucht. Die meisten reagieren begeistert, weil sie sich in die Suche eingebunden fühlen. Wenn ich die untätigen Verkündiger dann besuche, frage ich nach ihren Kindern und anderen Verwandten. Manche von ihnen haben ihre Kinder früher in die Zusammenkünfte mitgenommen und vielleicht waren diese selbst einmal Verkündiger. Auch ihnen kann geholfen werden, zu Jehova zurückzukommen.“

      JEHOVAS VERLORENE SÖHNE UND TÖCHTER ZURÜCKBRINGEN

      8. Wie behandelt der Vater in der Geschichte vom verlorenen Sohn in Lukas 15:17-24 seinen zurückgekehrten Sohn?

      8 Welche Eigenschaften brauchen wir, um denen zu helfen, die zu Jehova umkehren möchten? Sehen wir uns dazu einige Lehrpunkte aus Jesu Geschichte vom verlorenen Sohn an. (Lies Lukas 15:17-24.) Jesus beschreibt, wie der Sohn schließlich zur Vernunft kommt und nach Hause zurückkehrt. Der Vater läuft seinem Sohn entgegen, schließt ihn in die Arme und zeigt ihm, wie sehr er ihn liebt. Der Sohn hat ein schlechtes Gewissen und fühlt sich unwürdig, weiter als Sohn behandelt zu werden. Der Vater hat Mitgefühl für seinen Sohn, der ihm sein Herz ausschüttet. Er unternimmt dann konkrete Schritte, um ihm zu zeigen, dass er zu Hause willkommen ist – nicht als Lohnarbeiter, sondern als geliebtes Familienmitglied. Er veranstaltet ein Fest und kleidet seinen zurückgekehrten Sohn in feine Kleidung.

      9. Welche Eigenschaften sind nötig, um Untätigen zu helfen, zu Jehova umzukehren? (Siehe den Kasten „Denen helfen, die zurückkommen möchten“.)

      9 Jehova ist wie der Vater in dieser Geschichte. Er liebt unsere untätigen Brüder und Schwestern und möchte, dass sie zu ihm umkehren. Wir können uns an Jehova ein Beispiel nehmen und ihnen dabei helfen. Dazu brauchen wir Geduld, Mitgefühl und Liebe. Warum sind diese Eigenschaften wichtig und wie können wir sie zeigen?

      Denen helfen, die zurückkommen möchten

      Verschiedene Szenen: 1. Ein Ältester schreibt einem untätigen Bruder eine Textnachricht, der sie in einer Pause auf der Arbeit liest. 2. Ein anderer Ältester bringt dem untätigen Bruder als Geschenk eine Kiste mit Obst. Der untätige Bruder arbeitet gerade an seinem Auto. 3. Ein anderer Ältester trinkt mit dem untätigen Bruder draußen im Freien einen Kaffee und hört ihm zu.

      (Siehe Absatz 9)d

      Die meisten Untätigen brauchen gute Freunde, die sie unterstützen. Solche Freunde müssen ...

      • bereit sein, den Kontakt zu halten und immer wieder einen Besuch zu machen.

      • echte Liebe zeigen und ihnen versichern, dass Jehova und ihre Brüder sie lieben.

      • mitfühlend zuhören. Sie sollten versuchen, ihre Probleme zu verstehen, und nicht kritisch eingestellt sein.

      10. Welche Rolle spielt Geduld dabei, jemandem zu helfen, zu Jehova zurückzukommen?

      10 Wir müssen geduldig sein, weil es Zeit braucht, zu Jehova zurückzukommen. Viele, die untätig gewesen sind, sagen, dass sie erst reagiert haben, nachdem sie wiederholt von den Ältesten oder anderen aus der Versammlung besucht wurden. Nancy aus Südostasien schreibt: „Eine Freundin aus der Versammlung hat mir sehr geholfen. Sie hat mich geliebt wie eine ältere Schwester. Sie hat mich an die schönen Zeiten erinnert, die wir zusammen hatten. Sie hörte mir immer geduldig zu und gab mir durchaus auch mal guten Rat. Sie war eine echte Freundin und war jederzeit für mich da.“

      11. Warum brauchen wir Mitgefühl, wenn verletzte Gefühle im Spiel sind?

      11 Mitgefühl wirkt bei verletzten Gefühlen wie eine heilende Salbe. Manche Untätige wurden von jemandem aus der Versammlung gekränkt und waren deswegen jahrelang verbittert. Das hat sie davon abgehalten, zu Jehova umzukehren. Einige denken womöglich, sie wurden ungerecht behandelt, und brauchen jemand, der ihnen zuhört und sie versteht (Jak. 1:19). María, die früher untätig war, sagt: „Ich brauchte ein offenes Ohr, eine Schulter, an der ich mich ausweinen konnte, und eine Hand, die mich stützt.“

      12. Warum kann man Jehovas Liebe mit einem Seil vergleichen?

      12 Die Bibel vergleicht Jehovas Liebe für sein Volk mit einer Schnur oder einem Seil. Wieso ist das passend? Stell dir vor, du kämpfst auf offener See mit den Wellen und drohst zu ertrinken. Da wirft dir jemand eine Schwimmweste zu. Du bist erleichtert, denn sie hilft dir, dich über Wasser zu halten. Die Schwimmweste allein reicht aber nicht, um zu überleben. Das Wasser ist kalt und du musst es unbedingt in ein Rettungsboot schaffen. Jemand muss dir ein Seil zuwerfen und dich zum Rettungsboot ziehen. Jehova sagte über die Israeliten, die sich von ihm entfernt hatten: „Mit den Schnüren der Liebe zog ich sie ständig“ (Hos. 11:4). So empfindet Jehova auch für diejenigen, die ihm nicht mehr dienen und in Ängsten und Sorgen „ertrinken“. Er möchte sie wissen lassen, dass er sie liebt, und will sie zu sich ziehen. Jehova kann dich gebrauchen, um ihnen seine Liebe zu zeigen.

      13. Welches Beispiel zeigt, wie viel Kraft unsere Liebe haben kann?

      13 Es ist wichtig, Untätigen zu versichern, dass Jehova sie liebt – und wir auch. Pablo, der im vorigen Artikel erwähnt wurde, war über 30 Jahre untätig. Er sagt: „Als ich eines Morgens aus dem Haus ging, traf ich eine nette ältere Schwester, die ganz lieb mit mir redete. Ich fing an zu weinen wie ein Kind. Ich sagte zu ihr, dass es mir vorkam, als hätte Jehova sie geschickt. In diesem Moment beschloss ich, zu Jehova zurückzukommen.“

      SCHWACHE LIEBEVOLL UNTERSTÜTZEN

      14. Was tut der Hirte gemäß Lukas 15:4, 5, nachdem er das verlorene Schaf gefunden hat?

      14 Untätige brauchen unsere beständige Unterstützung. Wie der verlorene Sohn in Jesu Erzählung haben sie vielleicht emotionale Narben. Und wahrscheinlich hat das, was sie in Satans Welt erlebt haben, ihren Glauben geschwächt. Wir müssen ihnen helfen, ihren Glauben an Jehova wieder aufzubauen. In der Geschichte vom verlorenen Schaf beschreibt Jesus, wie der Hirte das Schaf auf die Schulter nimmt und zur Herde zurückträgt. Der Hirte hat bereits Zeit und Kraft eingesetzt, um das Schaf zu finden. Aber dann sieht er, dass er es auch zur Herde zurücktragen muss, weil es zu schwach ist, selbst zu laufen. (Lies Lukas 15:4, 5.)

      15. Wie können wir Schwache unterstützen, die zu Jehova zurückkommen möchten? (Siehe den Kasten „Ein wertvolles Hilfsmittel“.)

      15 Vielleicht müssen wir bei manchen Untätigen Zeit und Kraft investieren, um ihnen zu helfen, ihre Schwächen zu überwinden. Doch mit Jehovas Geist, der Bibel und den Veröffentlichungen, die durch seine Organisation zur Verfügung gestellt werden, können wir sie dabei unterstützen, im Glauben wieder stark zu werden (Röm. 15:1). Ein erfahrener Ältester sagt: „Wenn Untätige sich entscheiden, zu Jehova zurückzukommen, brauchen sie meistens ein Bibelstudium.“c Sieh es also als etwas Schönes an, wenn man dich bittet, so ein Studium zu übernehmen. Der Älteste fügt hinzu: „Der Verkündiger, der das Studium leitet, muss dem Untätigen ein guter Freund sein, jemand, dem er sich anvertrauen kann.“

      Ein wertvolles Hilfsmittel

      Die Broschüre „Komm zurück zu Jehova“.

      Die Broschüre Komm zurück zu Jehova kann bei Untätigen den Wunsch wecken, zur Versammlung zurückzukommen.

      María, die im Artikel zitiert wurde, sagt: „Diese Broschüre half mir zu verstehen, dass Jehova mich liebt und immer an meiner Seite sein möchte.“

      „Mir war Teil 4 der Broschüre Komm zurück zu Jehova eine große Hilfe“, erinnert sich Flora aus Kamerun. „Er gab mir die Kraft und den Mut, ganz offen zu Jehova zu beten und meine Situation dann den Ältesten zu erklären. Sie haben mir so geholfen.“

      „Die Broschüre war wie eine Einladung direkt von Jehova“, erzählt Tatjana aus Bulgarien. „Sie hat mir gezeigt, dass Jehova seine verlorenen Schafe am Herzen liegen – ganz gleich, warum sie sich verirrt haben.“

      FREUDE IM HIMMEL UND AUF DER ERDE

      16. Woher wissen wir, dass wir auf die Unterstützung des Himmels zählen können?

      16 Wie viele Berichte zeigen, unterstützen uns die Engel dabei, Untätige zu finden, die gern zu Jehova zurückkommen würden (Offb. 14:6). Silvio aus Ecuador zum Beispiel bat Jehova inständig um Hilfe, weil er zur Versammlung zurückkehren wollte. Noch während er betete, klingelte es. Zwei Älteste standen vor seiner Tür. Bei diesem Besuch konnten sie ihm zu ihrer Freude einige erste Hilfestellungen geben.

      17. Wie werden wir belohnt, wenn wir Schwachen helfen?

      17 Es macht so viel Freude, Schwachen zu helfen, zu Jehova zurückzukommen. Salvador, ein Pionier, der sich besonders um Untätige bemüht, sagt: „Manchmal kann ich die Freudentränen kaum zurückhalten. Wenn ich daran denke, dass Jehova eins seiner lieben Schafe aus Satans Welt gerettet hat und ich mithelfen durfte, geht mir das Herz auf“ (Apg. 20:35).

      18. Wovon kannst du überzeugt sein, falls du untätig bist?

      18 Falls du zurzeit nicht aktiv mit Jehovas Volk verbunden bist, kannst du sicher sein, dass er dich immer noch liebt. Er möchte, dass du zu ihm zurückkommst. Dazu musst du einige Schritte unternehmen. Aber wie der Vater in Jesu Gleichnis hält Jehova nach dir Ausschau und er wird dich mit offenen Armen empfangen.

  • „Kehrt zu mir um“
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