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„Nicht für allen Tee Chinas!“Erwachet! 1989 | 8. September
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[Bilder auf Seite 16, 17]
Teefabrik (Sikkim, Indien) — rechts
Teepflücken in Indien — ganz rechts
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„Nicht für allen Tee Chinas!“Erwachet! 1989 | 8. September
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[Kasten/Bild auf Seite 18]
Von der Plantage bis zur Teekanne
Heute gibt es Hunderte Varietäten von Teesträuchern, die alle Hybriden der drei hauptsächlichen Arten sind. Teeplantagen findet man gewöhnlich in bergigen Gegenden, wo das Regenwasser abfließen kann. Derzeit ist Assam in der gleichnamigen nordindischen Provinz das größte Teeanbaugebiet. Der „Champagner“ unter den Tees jedoch, sagt man, komme aus Darjeeling in den Ausläufern des Himalaja. Das regnerische Klima und der saure Boden bilden die idealen Voraussetzungen für die besten Tees und machen Darjeeling zum „verheißenen Land“ des Tees.
Die Ernte in Darjeeling ist saisonbedingt. Die Teepflücker sammeln im März und April den „first flush“, aus dem äußerst geschätzter Tee mit einem milden, blumigen Aroma hergestellt wird. Der „second flush“, der im Sommer gepflückt wird, ist ein vollmundiger, bernsteinfarbener Tee, wohingegen die Ernte im Herbst diese hohe Qualität nicht erreicht. Anderswo wird das ganze Jahr über gepflückt mit Pausen von einigen Tagen bis zu ein paar Wochen. Je jünger und weicher die Triebe sind, desto besser wird der Tee. Das Pflücken erfordert viel Geschick und Sorgfalt. Schließlich ergeben etwa 30 000 Triebe — die Tagesarbeit eines geschickten Pflückers — nur 6 kg Darjeelingtee. Das Geerntete ist jedoch noch kein Tee.
Nun beginnt der vierstufige Herstellungsprozeß. Zuerst müssen die jungen grünen Triebe welken; dabei verlieren sie ungefähr 30 Prozent ihrer Feuchtigkeit und werden weich und glatt wie Leder. Als nächstes werden sie gerollt. Dadurch brechen die Zellwände auf, wobei die ätherischen Öle freigesetzt werden, die dem Tee seinen unverwechselbaren Geschmack geben. Während der dritten Stufe verändert sich die Farbe der Teeblätter von Gelblichgrün bis zu ihrem charakteristischen Kupferbraun. Diesen Prozeß nennt man Fermentation. Die gebrochenen Blätter werden in feuchter Atmosphäre auf Tischen ausgebreitet und beginnen zu fermentieren. Dann müssen die Blätter getrocknet oder geröstet werden. Dabei färben sie sich schwarz, und nur wenn man heißes Wasser darübergießt, nehmen sie wieder eine kupferbraune Farbe an.
Schließlich werden die getrockneten Blätter sortiert und in Sperrholzkisten verpackt, die mit Reispapier und Aluminiumfolie ausgeschlagen sind. Nun können sie an Händler in der ganzen Welt versandt werden. Dann, nachdem der Tee gemischt worden ist, kannst du ihn in deiner Kanne aufbrühen.
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