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Unter japanischer HerrschaftJahrbuch der Zeugen Jehovas 2016
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Die wenigen Brüder, die noch frei waren, trafen sich in kleinen Gruppen und predigten vorsichtig. „Ich suchte immer nach Gelegenheiten, informell Zeugnis zu geben“, erzählt Josephine Elias (geborene Tan). „Wenn ich jemand besuchte, der an der Bibel interessiert war, hatte ich immer ein Schachbrett dabei, damit es so aussah, als ob wir nur Schach spielten.“
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Unter japanischer HerrschaftJahrbuch der Zeugen Jehovas 2016
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Ein Bruder, der sich geweigert hatte, den geänderten Ausweis zu unterschreiben, traf im Gefängnis André Elias. André berichtete: „Wir tauschten unsere Meinung zum Thema Registrierung aus, und ich half ihm, das Ganze ausgeglichener zu sehen. Er bat demütig um Verzeihung, dass er den Kontakt zu uns abgebrochen hatte. Wir verbrachten noch eine großartige Zeit zusammen und stärkten uns gegenseitig. Leider starb er aufgrund der unmenschlichen Haftbedingungen.“
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Unter japanischer HerrschaftJahrbuch der Zeugen Jehovas 2016
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Während der Revolution predigten die Brüder weiter von Haus zu Haus. Josephine Elias erzählt: „Patrioten wollten uns zwingen, ihren Schlachtruf ‚merdeka‘ zu rufen, was ‚Freiheit‘ bedeutet. Doch wir erklärten ihnen, dass wir uns in politischen Angelegenheiten neutral verhalten.“
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Ein mutiger PionierJahrbuch der Zeugen Jehovas 2016
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INDONESIEN
Ein mutiger Pionier
André Elias
GEBURTSJAHR: 1915
TAUFE: 1940
KURZPORTRÄT: Ein mutiger Pionier, der trotz Verhören und Bedrohungen treu blieb
WÄHREND des Zweiten Weltkriegs erschienen André und seine Frau Josephine vor Beamten im Hauptquartier der gefürchteten japanischen Militärpolizei (kempeitai) in Sukabumi (Westjava). André wurde zuerst verhört. Man bombardierte ihn regelrecht mit Fragen. „Wer sind Jehovas Zeugen? Arbeiten Sie gegen die japanische Regierung? Sind Sie ein Spion?“
„Wir dienen dem allmächtigen Gott und haben nichts Unrechtes getan“, erwiderte André. Darauf griff der befehlshabende Offizier nach einem Samurai-Schwert an der Wand und holte damit aus.
„Was, wenn ich Sie jetzt umbringe?“, schnaubte er. André legte den Kopf auf den Schreibtisch und betete still. Nach einer langen Pause war auf einmal schallendes Gelächter zu hören. „Sie sind mutig!“, sagte der Offizier. Danach verhörte er Josephine. Als sie genau dasselbe sagte wie André, blaffte der Offizier sie an: „Sie sind keine Spione. Machen Sie, dass Sie wegkommen!“
Einige Monate später wurde André von „falschen Brüdern“ denunziert und viele Monate eingesperrt (2. Kor. 11:26). Er überlebte nur, weil er sich aus der Abflussrinne in seiner Zelle Essensreste herausfischte. Dennoch gelang es den Gefängniswärtern nicht, seine Treue zu brechen. Als Josephine ihn besuchen konnte, flüsterte er ihr durch die Gefängnisgitter zu: „Mach dir keine Sorgen. Ob die mich umbringen oder freilassen: Ich bleib Jehova auf jeden Fall treu. Die können mich hier als toten Mann raustragen, aber nicht als Verräter.“
Nach sechs Monaten Gefängnis verteidigte sich André selbst vor dem Obersten Gericht in Jakarta und wurde freigelassen.
Ungefähr 30 Jahre später, als die indonesische Regierung Jehovas Zeugen erneut verbot, zitierte der Bezirksstaatsanwalt in Manado (Nordsulawesi) André zu sich und fragte ihn: „Haben Sie gehört, dass Jehovas Zeugen jetzt verboten sind?“
„Ja“, sagte André.
„Werden Sie jetzt Ihre Religion aufgeben?“
André lehnte sich nach vorn, schlug sich leidenschaftlich auf die Brust und sagte mit durchdringender Stimme: „Sie können mir das Herz aus dem Leib reißen, aber Sie werden mich nie dazu bringen, meine Religion zu wechseln.“
Der Bezirksstaatsanwalt ließ André gehen und behelligte ihn nie wieder.
Nachdem André etwa 60 Jahre ein eifriger Pionier war, verstarb er im Jahr 2000 im Alter von 85 Jahren.
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