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    Der Wachtturm 1989 | 15. März
    • Erlange von Jehova Einsicht

      „Ich werde dir Einsicht verleihen und dich unterweisen in dem Weg, den du gehen solltest“ (PSALM 32:8).

      1. Welche Faktoren sind ausschlaggebend, wenn wir weise Entscheidungen treffen möchten? (Vergleiche 5. Mose 32:7, 29.)

      JEDEN Tag stehen wir vor Entscheidungen — einige sind anscheinend von geringfügiger Bedeutung, andere von um so größerer Wichtigkeit. Werden wir weise Entscheidungen treffen? Das hängt größtenteils davon ab, ob wir vorschnell reagieren oder ob wir denken, bevor wir reden oder handeln. Bei vielen Angelegenheiten benötigen wir jedoch die Fähigkeit, über das hinauszuschauen, was offensichtlich ist, damit wir weise Entscheidungen treffen können. Es mag erforderlich sein, zu wissen, was auf die gegenwärtigen Weltereignisse folgen wird, ja sogar zu wissen, was im geistigen Bereich vor sich geht. Ist das überhaupt möglich? Ist der Mensch in dieser Hinsicht nicht bloß auf Vermutungen angewiesen?

      2. Welche Hilfe benötigen wir, um unser Leben erfolgreich zu steuern, und warum? (Sprüche 20:24).

      2 Der Mensch verfügt zwar über wirklich bemerkenswerte geistige Fähigkeiten, er ist aber nicht mit der Fähigkeit erschaffen worden, sein eigenes Leben erfolgreich zu steuern, ohne demütig Gottes Hilfe anzunehmen. Treffend schrieb der inspirierte Prophet Jeremia: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jeremia 10:23).

      3. Was geschieht, wenn wir uns in bezug auf Führung und Leitung nicht an Jehova wenden? (Vergleiche 1. Mose 3:4-6, 16-24.)

      3 Was geschieht, wenn wir diese Tatsache außer acht lassen und uns bei der Beurteilung, ob etwas vernünftig oder unvernünftig, richtig oder falsch ist, auf uns selbst oder auf andere Menschen verlassen? Da wir von menschlichen Überlegungen geleitet werden, kann es vorkommen, daß wir etwas gut finden, was Gott als schlecht betrachtet, und daß wir eine Verhaltensweise als vernünftig erachten, die in Gottes Augen töricht ist (Jesaja 5:20). So können wir, obwohl wir vielleicht unabsichtlich handeln, für andere eine Ursache zum Straucheln werden. (Vergleiche 1. Korinther 8:9.) Wie es denen schließlich ergehen wird, die sich in bezug auf Führung und Leitung nicht an Jehova wenden, sagt Gottes Wort in Sprüche 14:12: „Es gibt einen Weg, der vor einem Mann gerade ist, aber sein Ende sind danach die Wege des Todes.“

      4. Welche Hilfe verspricht Jehova großzügig seinen Dienern? (Vergleiche Jeremia 10:21.)

      4 Was benötigen wir daher? Einfach ausgedrückt: Wir benötigen die Hilfe Jehovas. Er ermuntert uns mit den Worten: „Ich werde dir Einsicht verleihen und dich unterweisen in dem Weg, den du gehen solltest. Mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten“ (Psalm 32:8).

      Was Einsicht einschließt

      5. Was ist mit „Einsicht“ gemeint?

      5 Aber was ist eigentlich gemeint, wenn die Bibel davon spricht, daß jemand „Einsicht“ hat? Einsicht ist die Fähigkeit, eine Situation zu untersuchen, das Vermögen, über das, was offensichtlich ist, hinauszuschauen. Gemäß dem Werk Theological Wordbook of the Old Testament bezieht sich der hebräische Ausdruck, der mit „Einsicht“ wiedergegeben wird, auf „eine eingehende Kenntnis des Grundes“ für etwas. Es ist die Art Erkenntnis, die es jemandem ermöglicht, weise zu handeln und Erfolg zu haben. In Übereinstimmung mit jener Grundbedeutung und um die besondere Sinnschattierung des hebräischen Verbs zu übertragen, werden in der Neuen-Welt-Übersetzung neben der Wiedergabe ‘Einsicht haben’ auch Ausdrücke gebraucht wie ‘verständig handeln’, ‘umsichtig handeln’ und ‘Erfolg haben’ (Psalm 14:2).

      6. Warum kann von dem, der „seine Lippen in Schach hält“, gesagt werden, daß er ‘verständig handelt’ oder mit Einsicht?

      6 Von dem, der „seine Lippen in Schach hält“, wird zum Beispiel gesagt, daß er ‘verständig handelt’ oder mit Einsicht (Sprüche 10:19). Er denkt, bevor er redet, und berücksichtigt, wie andere seine Worte auffassen werden und ob das, was er über jemanden sagen möchte, weise, liebevoll oder notwendig ist (Sprüche 12:18; Jakobus 1:19). Was er sagt, ist für andere erbauend, weil er sich von der Liebe zu den Wegen Jehovas leiten läßt und von dem aufrichtigen Wunsch, seinem Nächsten zu helfen (Sprüche 16:23).

      7. Was half David, sich den Ruf zu erwerben, umsichtig zu handeln?

      7 Über David, den Sohn Isais, steht geschrieben: „Wo immer Saul ihn jeweils hinsandte, pflegte er umsichtig zu handeln“, das heißt mit Einsicht. David erkannte, daß es bei seiner Tätigkeit um mehr ging als lediglich um eine Auseinandersetzung zwischen Kriegsleuten. Er wußte, daß er und die Männer bei ihm die Kriege Jehovas kämpften. Daher suchte er die Leitung und den Segen Jehovas (1. Samuel 17:45; 18:5; 2. Samuel 5:19). Und das war der Grund, warum David bei seinen Feldzügen Erfolg hatte.

      8. Welche weiteren Gedanken werden in den Christlichen Griechischen Schriften durch das Verb vermittelt, das mit ‘Einsicht haben’ übersetzt wird?

      8 In den Christlichen Griechischen Schriften wird das Verb, das mit ‘Einsicht haben’ übersetzt wird, auch mit „den Sinn ... erfassen“ und mit ‘wahrnehmen’ wiedergegeben (Römer 3:11; Matthäus 13:13-15; Epheser 5:17). Jehova hat seinen Dienern solche Fähigkeiten verheißen. Wie aber verleiht er ihnen diese Einsicht?

      Wie Josua Einsicht erlangte

      9. Wie verlieh Jehova dem Volk Israel Einsicht?

      9 Im alten Israel hatte Jehova die Leviten beauftragt, das Volk in seinem Gesetz zu unterweisen (3. Mose 10:11; 5. Mose 33:8, 10). Das Gesetz war von Gott inspiriert, und Jehovas Geist wirkte in Verbindung mit der organisatorischen Einrichtung, die dazu bestimmt war, es zu lehren (Maleachi 2:7). Gemäß Nehemia 9:20 ging Jehova auf diese Weise vor, um die Israeliten „umsichtig zu machen“, das heißt, ihnen Einsicht zu verleihen.

      10, 11. (a) Was würde, wie aus Josua 1:7, 8 hervorgeht, Josua helfen, mit Einsicht zu handeln? (b) Welche Vorkehrung zur Unterweisung mußte Josua schätzen? (c) Welche persönlichen Anstrengungen waren für Josua außerdem erforderlich?

      10 Handelten aber die einzelnen Angehörigen des Volkes mit Einsicht? Um dies zu tun, war ihrerseits etwas erforderlich. Als Jehova Josua mit der Verantwortung betraute, das Volk Israel in das Land der Verheißung zu führen, sagte er zu ihm: „Nur sei mutig und sehr stark, um darauf zu achten, nach dem ganzen Gesetz zu tun, das Moses, mein Knecht, dir geboten hat. Weiche nicht davon ab, weder nach rechts noch nach links, damit du überall, wohin du gehst, weise handeln mögest. Dieses Buch des Gesetzes sollte nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen, damit du darauf achtest, nach allem zu tun, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du deinen Weg zum Erfolg machen, und dann wirst du weise handeln.“ Das hebräische Wort, das hier mit „weise handeln“ wiedergegeben wird, bedeutet auch „mit Einsicht handeln“ (Josua 1:7, 8).

      11 Wie verlieh Jehova Josua eine solche Einsicht? Nicht dadurch, daß er sie ihm durch ein Wunder einflößte. Gottes geschriebenes Wort war der Schlüssel dazu. Josua mußte Sinn und Herz mit Gottes Wort füllen, indem er regelmäßig darin las und darüber nachsann. Wie er aus diesem Wort wußte, sollten die Leviten andere im Gesetz unterweisen. Er mußte also diese Tatsache anerkennen und durfte sich nicht absondern, als könnte er aufgrund seiner verantwortlichen Stellung unter dem Volk auch allein alles verstehen (Sprüche 18:1). Josua mußte Gottes geschriebenes Wort fleißig studieren. Wenn er dies tat — ohne einen Teil davon auszulassen — und wenn er dem Wort gehorchte, dann würde er mit Einsicht handeln. (Vergleiche 1. Könige 2:3.)

      Wie Jehova uns Einsicht verleiht

      12. Welche drei Anforderungen müssen wir erfüllen, um aus der Einsicht, für die Jehova sorgt, Nutzen ziehen zu können?

      12 Bis in unsere Zeit hinein hat Jehova seinen Dienern Anweisungen gegeben, die sie brauchen, um weise handeln zu können. Damit wir aus diesen Anweisungen Nutzen ziehen können, muß jeder einzelne von uns folgende Anforderungen erfüllen: 1. Wir müssen wie Josua Jehovas Organisation schätzen. Wertschätzung zu haben bedeutet für uns, mit der Christenversammlung der Gesalbten, dem „treuen und verständigen Sklaven“ und seiner leitenden Körperschaft, zusammenzuarbeiten (Matthäus 24:45-47; vergleiche Apostelgeschichte 16:4). Außerdem bedeutet es, regelmäßig bei den Zusammenkünften anwesend zu sein (Hebräer 10:24, 25). 2. Wir müssen Gottes Wort und die Veröffentlichungen der „Sklaven“klasse, die uns zu einem Verständnis der Bibel verhelfen, fleißig studieren. 3. Wichtig ist auch, daß wir uns die Zeit nehmen, darüber nachzusinnen, wie wir das Gelernte in unserem eigenen Leben anwenden können und wie wir es gebrauchen können, um anderen zu helfen.

      13. Was bedeutet die in Jeremia 3:15 aufgezeichnete Verheißung?

      13 Über die Art der Aufsicht und über die geistige Ernährung, für die Jehova in unseren Tagen sorgt, sagte er gemäß Jeremia 3:15: „Ich will euch Hirten geben in Übereinstimmung mit meinem Herzen, und sie werden euch gewißlich mit Erkenntnis und Einsicht weiden.“ Ja, durch dieses geistige Ernährungsprogramm würde uns die bemerkenswerte Fähigkeit vermittelt, Situationen zu beobachten und zu erkennen, wie wir handeln sollten, um Erfolg zu haben. Woher stammt diese Einsicht? Von Jehova Gott.

      14. Wie kommt es, daß der ‘treue Sklave’ Einsicht hat?

      14 Wie kommt es, daß der ‘treue Sklave’ Einsicht hat? Weil diejenigen, die diese Klasse bilden, sich eingehend mit Gottes Wort befassen und seine Anweisungen beachten. Sie haben sich außerdem der Leitung Jehovas unterstellt; er hat seinen Geist auf sie gelegt und gebraucht sie in Übereinstimmung mit seinem Vorsatz (Lukas 12:43, 44; Apostelgeschichte 5:32). Schon vor langer Zeit schrieb der Psalmist: „Mehr Einsicht als all meine Lehrer habe ich erlangt, denn mit deinen Mahnungen befasse ich mich“ (Psalm 119:99).

      15. (a) Welchen Rat hat uns die „Sklaven“klasse im wesentlichen stets gegeben? (b) Wie war es der „Sklaven“klasse vor vielen Jahren möglich, für die nötige „Erkenntnis und Einsicht“ in bezug auf die christliche Ansicht über Bluttransfusionen zu sorgen?

      15 Auf Anfragen über die richtige Handlungsweise in bestimmten Situationen hat der „treue und verständige Sklave“ stets den Rat gegeben: Wende das an, was in der Bibel steht. Vertraue auf Jehova (Psalm 119:105; Sprüche 3:5, 6). Als man Bluttransfusionen unter die gängigen medizinischen Behandlungsmethoden einzureihen begann und somit für Jehovas Zeugen ein Problem entstand, wurde im Wachtturm vom 1. Juli 1945 (engl.) die christliche Ansicht über die Heiligkeit des Blutes erklärt. Es wurde gezeigt, daß sowohl tierisches als auch menschliches Blut unter das göttliche Verbot fällt (1. Mose 9:3, 4; Apostelgeschichte 15:28, 29). Auf physische Nebenwirkungen ging man in dem Artikel nicht ein; die diesbezüglichen Kenntnisse waren damals sehr begrenzt. Die eigentliche Streitfrage drehte sich um den Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz, und das trifft immer noch zu. Heute erkennen viele — und ihre Zahl nimmt ständig zu —, wie weise es ist, Bluttransfusionen abzulehnen. Unterdessen konnten Jehovas Zeugen jedoch mit Einsicht handeln, weil sie auf den Schöpfer vertrauen, der weit mehr über das Blut weiß als irgendein Mensch.

      16. Warum war der Rat im Wachtturm in bezug auf Themen wie Geschlechtsmoral, Einelternfamilien und Depressionen gerade das, was benötigt wurde?

      16 Als sich hinsichtlich der Geschlechtsmoral eine permissive Haltung immer mehr durchsetzte, hat Der Wachtturm vernünftige biblische Anleitung gegeben, statt für die populäre Handlungsweise einzutreten. Das ist für viele eine Hilfe gewesen, ihr kostbares Verhältnis zu Jehova zu bewahren und den Sinn auf dauerhaftes Glück zu richten, nicht auf ein flüchtiges Vergnügen. Auch Wachtturm-Artikel, die sich an Einelternfamilien und an Personen wandten, die mit Depressionen zu kämpfen haben, zeugten von einer Einsicht, über die nur diejenigen verfügen können, für die Jehovas Gedanken kostbar sind und die inbrünstig beten: „Lehre mich deinen Willen tun, denn du bist mein Gott“ (Psalm 143:10; 139:17).a

      17. (a) Was wußten Jehovas Diener Jahrzehnte im voraus über das Jahr 1914? (b) Was wußten Gottes Diener, das ihnen eine vernünftige Anleitung für ihr Leben gab, obwohl nach 1914 immer noch Fragen bezüglich gewisser Einzelheiten für sie offen waren?

      17 Durch den „treuen und verständigen Sklaven“ half Jehova seinen Dienern Jahrzehnte im voraus, zu erkennen, daß das Jahr 1914 durch das Ende der „Zeiten der Heiden“ gekennzeichnet wäre (Lukas 21:24, Lutherbibel). In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg tauchten natürlich Fragen auf, die sie etwas verwirrten. Aber das, was sie wußten, genügte ihnen, um weise handeln zu können. Sie wußten aus der Heiligen Schrift, daß Gottes Zeit gekommen war, das alte System zu vernichten; es wäre somit töricht gewesen, wenn sie ihre Hoffnung auf dieses System gesetzt hätten oder ihr Leben von dessen materialistischen Erfolgsnormen hätten bestimmen lassen. Sie wußten auch, daß Jehovas Königreich die wahre Lösung für alle Probleme ist, von denen die Menschheit geplagt wird (Daniel 2:44; Matthäus 6:33). Sie erkannten deutlich die Verantwortung aller wahren Christen, Jehovas gesalbten König, Jesus Christus, und sein Königreich zu verkündigen (Jesaja 61:1, 2; Matthäus 24:14). Im Jahre 1925 wurden sie anhand des Wachtturm-Artikels „Die Geburt der Nation“ durch ein klareres Verständnis von Offenbarung, Kapitel 12 gestärkt; sie verstanden nun, was im Himmel für Menschenaugen unsichtbar vor sich gegangen war. Diese Einsicht gab ihnen eine vernünftige Anleitung für ihr Leben.

      18. Welches Vorrecht und welche Verantwortung haben wir heute, und welche Frage sollten wir uns stellen?

      18 Glaubensvoll sorgten die wenigen tausend, die damals Jehova als seine Zeugen dienten, in bahnbrechender Weise dafür, daß die gute Botschaft von Gottes aufgerichtetem Königreich in allen Teilen der Welt gepredigt wurde. Als Folge davon haben Millionen Menschen eine Erkenntnis über Jehova erlangt, lieben ihn nun und erfreuen sich der Aussicht auf ewiges Leben. Uns allen, die wir zufolge dieser liebevollen Bemühungen die Wahrheit empfangen haben, ist gezeigt worden, daß wir ebenfalls das Vorrecht und die Verantwortung haben, uns an dem Werk zu beteiligen, indem wir jedem, den wir erreichen können, gründlich Zeugnis geben und damit so lange fortfahren, bis Jehova sagt, daß das Werk getan ist (Offenbarung 22:17; vergleiche Apostelgeschichte 20:26, 27). Verrät die Art und Weise, wie du dein Leben verwendest, daß du die Einsicht schätzt, die dir Jehova durch seine Organisation verliehen hat?

      19. (a) Zeige, wie jemandes Leben Wertschätzung für die Einsicht widerspiegelt, die uns Jehova durch seine Organisation verleiht. (b) Was können wir aus diesem Beispiel lernen?

      19 Das Leben einer großen Schar Menschen aus allen Teilen der Erde zeugt davon, daß die Antwort in ihrem Fall „Ja!“ lautet. Nehmen wir zum Beispiel John Cutforth. Vor 48 Jahren beherzigte er den biblischen Rat, auf den die Klasse des ‘treuen Sklaven’ damals wie heute die Aufmerksamkeit lenkte, nämlich: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden. Macht euch also niemals Sorgen um den nächsten Tag“ (Matthäus 6:33, 34). Nach langjähriger Erfahrung im Dienst Jehovas sagte Bruder Cutforth, etwas habe sich ihm fest eingeprägt: „Daß Jehova eine Organisation hat auf Erden, die er leitet, daß ich persönlich mit dieser Organisation zusammen wirken kann und daß, wenn ich ihren Anweisungen und ihrer Leitung folge, mir dies Frieden und Befriedigung bringt, daß ich viele Freunde erhalte und weitere reiche Segnungen.“ In dieser Überzeugung ist er wiederholt bestärkt worden während seines in geistiger Hinsicht reich gesegneten Lebens in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Australien und Papua-Neuguinea.b Ja, für uns alle ist es weise, so zu handeln, daß wir Wertschätzung für das Mittel erkennen lassen, durch das Jehova seinem Volk Einsicht verleiht (Matthäus 6:19-21).

      Hüte dich vor dem Verlust der Einsicht

      20, 21. (a) Wie haben einige die gottgemäße Einsicht verloren, die sie einst besaßen? (b) Was wird uns vor einem solch schmerzlichen Lauf bewahren?

      20 Die Einsicht, die Jehova seinen Dienern verleiht, ist ein Schatz, den es festzuhalten gilt. Wir sollten uns der Gefahr bewußt sein, daß wir ihn verlieren können, wenn wir den Lauf, der es uns ermöglicht, Einsicht von Gott zu erlangen, nicht weiterhin verfolgen. Leider ist einigen genau das widerfahren (Sprüche 21:16; Daniel 11:35). Sie lehnten die Zucht, die sie persönlich zu spüren bekamen, ab und versuchten, ihre Handlungsweise zu rechtfertigen. Ihr Stolz wurde ihnen zur Schlinge. Sie fingen an, etwas als gut zu betrachten, was in Gottes Wort als schlecht bezeichnet wird, und zogen sich von Jehovas Organisation zurück. Wie traurig!

      21 Die Lage, in der sich solche Personen befinden, wird in Psalm 36:1-3 wie folgt beschrieben: „Für den Bösen ist der Ausspruch der Übertretung inmitten seines Herzens.“ Das bedeutet, daß ihn seine eigenen selbstsüchtigen Gedanken und Begierden zur Übertretung verleiten. „Es gibt keinen Schrecken Gottes vor seinen Augen“, fährt der Psalmist fort. „Denn er hat zu schmeichlerisch gegen sich gehandelt in den eigenen Augen, als daß er sein Vergehen herausfinden könnte, um es zu hassen. Die Worte seines Mundes sind Schädlichkeit und Trug.“ Und was ist die Folge? „Er hat aufgehört, Einsicht zu haben zum Gutestun.“ Tatsächlich ist er davon überzeugt, daß seine Handlungsweise richtig ist, und verführt andere dazu, ihm zu folgen. Wie wichtig es doch ist, nicht nur Einsicht zu haben, sondern sie auch zu bewahren, und zwar durch echte Wertschätzung für das Mittel, durch das Jehova es uns ermöglicht hat, sie zu erwerben!

      [Fußnoten]

      a Siehe die verschiedenen Ausgaben des Index der Wachtturm-Publikationen unter „Ehe“, „Familie“, „Sittenverfall“ und „Depressionen“.

      b Siehe Wachtturm vom 1. August 1958, Seite 461 bis 464.

  • Einsicht, die von Jehova stammt
    Der Wachtturm 1989 | 15. März
    • Einsicht, die von Jehova stammt

      „Was die betrifft, die Einsicht haben unter dem Volk, sie werden den vielen Verständnis verleihen“ (DANIEL 11:33).

      1, 2. (a) Warum benahmen sich die Israeliten rebellisch, obwohl sie Gottes liebende Güte verspürt hatten? (b) Was zu tun wäre für uns nützlich? (Jeremia 51:10).

      DAS Volk Israel wußte, daß Jehova der allein wahre Gott ist. Die Israeliten waren darüber unterrichtet worden, wie er mit ihren Vorvätern gehandelt hatte, und sie hatten selbst seine liebende Güte verspürt. Doch mehr als einmal handelten sie ohne Einsicht. Sie „benahmen sich rebellisch“ gegenüber Jehova und seinen Vertretern. Warum? Weil sie sich nicht mehr an das erinnerten, was er für sie getan hatte (Psalm 106:7, 13). Es verhielt sich nicht etwa so, daß sie von alldem nichts gewußt hätten; nein, sie versäumten es, voller Dankbarkeit darüber nachzusinnen. Infolgedessen erwiesen sie sich als ‘Menschen, die schädliche Dinge begehrten’ (1. Korinther 10:6).

      2 In der heutigen Zeit hat Jehova seine Zeugen hauptsächlich dadurch als ein einzigartiges Volk abgesondert, daß er ihnen durch seine Organisation Einsicht verlieh. Wenn wir einige Beispiele dieser Einsicht betrachten, kann unsere Wertschätzung dafür, wie Jehova sein Volk leitet, vertieft werden. Eines betrifft den eigentlichen Kern unseres Glaubens — die Identität Gottes.

      Ist Gott eine Dreieinigkeit?

      3. Was ermöglichte es Jehovas Dienern vor über einhundert Jahren, die Wahrheit über die Identität Gottes zu erkennen? (1. Korinther 8:5, 6).

      3 Die Christenheit hält eisern daran fest, daß diejenigen, die der Dreieinigkeitslehre nicht zustimmen, Ketzer sind. Aber Jehovas Diener lassen sich nicht von Menschen einschüchtern, denn sie erkennen an, daß die Heilige Schrift der Maßstab ist, mit dem beurteilt werden kann, was die Wahrheit ist — nicht Traditionen und Glaubensbekenntnisse uninspirierter Menschen. Gestützt auf diese Grundlage, erklärten die Gott hingegebenen Erforscher der Bibel 1882 im Wachtturm (engl.) unmißverständlich: „Wie unseren Lesern bekannt ist, glauben wir an Jehova Gott und Jesus und den heiligen Geist, aber die Lehre, daß sie drei Götter in einer Person oder, wie einige es ausdrücken, ein Gott in drei Personen sind, lehnen wir als völlig unbiblisch ab“ (Johannes 5:19; 14:28; 20:17).

      4. (a) Was erkannten Jehovas Diener in bezug auf die Dreieinigkeitslehre und die Auswirkungen dieser Lehre, als sie der Angelegenheit auf den Grund gingen? (b) Warum verlieh Jehova seinen Dienern solche Einsicht?

      4 Da Jehovas Diener die biblische Wahrheit liebten, gingen sie der Angelegenheit auf den Grund und erkannten, daß die Wurzeln der trinitarischen Glaubensauffassung in nichtchristliche Religionen hinabreichen. Durch ein eingehendes Studium der Bibel wurde ihnen bewußt, daß die trinitarischen Vorstellungen nur deswegen durch gewisse Bibeltexte gestützt zu werden schienen, weil die Übersetzer voreingenommen waren, und nicht, weil eine solche Stütze in den ältesten Handschriften in der Originalsprache vorhanden war. Sie erkannten, daß jene Lehre, durch die Jesus angeblich geehrt wird, in Wirklichkeit seinen Lehren widerspricht und Jehova entehrt. Deswegen hieß es in der zuvor zitierten Ausgabe des Wachtturms: „Als Wahrheitssuchern obliegt es uns, mit uns selbst und mit dem Wort unseres Vaters, das uns weise machen kann, ehrlich umzugehen. Lassen wir daher die Traditionen und Glaubensbekenntnisse uninspirierter Menschen und korrupter Systeme außer acht, und halten wir an dem Muster gesunder Worte fest, die wir von unserem Herrn und den Aposteln empfangen haben.“ Weil Jehovas Diener die Wahrheit wirklich liebten und nicht nur einigen Lieblingsschrifttexten, sondern dem ganzen Wort Gottes Beachtung schenkten, verlieh Jehova ihnen Einsicht, durch die sie sich unzweideutig von der Christenheit unterschieden (2. Timotheus 3:16, 17; siehe Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift — mit Studienverweisen, Seite 1644, Anhang 6B).

      Gottes Name an seinem rechtmäßigen Platz

      5. Wer steht hinter dem Trend, den Eigennamen Gottes in Bibelübersetzungen wegzulassen? (Offenbarung 22:18, 19).

      5 Betrachten wir ein zweites Beispiel: Als in immer mehr Bibelübersetzungen der Eigenname Gottes verdunkelt oder gar völlig weggelassen wurde, legte die Watch Tower Society zunehmend größere Betonung auf die Wichtigkeit jenes Namens. In der Christenheit argumentierte man dahin gehend, daß durch die Beseitigung des Namens Jehova das Evangelium weltweit mehr Anklang finden würde. Aber Jehovas gesalbte Diener erkannten, wer hinter dem Komplott stand, das zum Ziel hatte, den wichtigsten Namen, den es gibt, aus der Bibel zu entfernen. (Vergleiche Jeremia 23:27.) Gottes Diener erkannten, daß dieses Komplott von Satan, dem Teufel, geschmiedet worden war, um den Namen des wahren Gottes aus dem Gedächtnis der Menschen auszulöschen.

      6. Was taten Gottes wahre Diener im Gegensatz zur Handlungsweise der Christenheit, um seinen Namen zu verherrlichen? (Apostelgeschichte 15:14).

      6 Im Gegensatz zur Handlungsweise der Christenheit wurde im Wachtturm (engl.) von seinem ersten Erscheinungsjahr (1879) an der göttliche Name JEHOVA hervorgehoben. 1926 erschien in dieser Zeitschrift der Artikel mit dem Thema „Wer wird Jehova ehren?“ (Psalm 135:21). 1931 nahmen die mit der Watch Tower Society verbundenen Bibelforscher den Namen Jehovas Zeugen an (Jesaja 43:10-12). Auch verstanden sie viel besser, von welch großer Bedeutung die Rechtfertigung des Namens Jehovas ist (Jesaja 12:4, 5). 1944 begannen sie mit der Herausgabe der American Standard Version, in der der Name Jehova über 6 800mal erscheint. Bemerkenswert ist jedoch, was die Herausgabe der Bibel betrifft, die Neue-Welt-Übersetzung, die seit 1950 in Englisch und seit 1963 in Deutsch gedruckt wird. Sie räumt dem göttlichen Namen sowohl in den Hebräischen Schriften als auch in den Christlichen Griechischen Schriften den gebührenden Platz ein.

      7. Inwiefern hat sich die Betonung des Eigennamens Gottes und alles, was damit zusammenhängt, auf viele Menschen günstig ausgewirkt?

      7 Die Betonung, die so auf den Eigennamen Gottes gelegt worden ist, hat Millionen gerechtigkeitsliebende Menschen auf der ganzen Erde hoch erfreut. Es hat ihnen geholfen, den wahren Gott als eine Person zu erkennen. Und während sie die Wege Jehovas kennenlernten, waren sie in der Lage, umsichtig oder mit Einsicht zu wandeln (Micha 4:2, 5).

      Ist die Seele des Menschen unsterblich?

      8. Was lernten Jehovas Zeugen früh in ihrer neuzeitlichen Geschichte über die Seele und den Zustand der Toten kennen?

      8 Nun ein drittes Beispiel: Früh in der neuzeitlichen Geschichte der Diener Jehovas öffnete ihnen die Liebe zum Wort Gottes die Augen für andere wichtige Wahrheiten. Vor über einem Jahrhundert verstand der „treue und verständige Sklave“ richtigerweise, daß die Seele nicht irgendein vernunftbegabter loslösbarer Geist im Innern des Menschen ist, sondern die Person selbst (Matthäus 24:45-47). Im Jahre 1880 wurden im Wachtturm (engl.) die aus den Originalsprachen transliterierten biblischen Wörter Scheol und Hades untersucht, und man kam zu dem Schluß, daß sie das Grab bezeichnen. In derselben Ausgabe wurde auch darauf hingewiesen, daß diejenigen, die der Gehenna ausgeliefert werden, vernichtet, aber nicht gequält werden. (Siehe auch Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift — mit Studienverweisen, Seite 1637 bis 1639.)

      9. Was schrieb Der Wachtturm (engl.) im Jahre 1894 in bezug auf die Lehre, die menschliche Seele sei von Natur aus unsterblich?

      9 Im Jahre 1894 wurde im Wachtturm (engl.) die Frage aufgeworfen: „Woher stammt denn die verbreitete Vorstellung, wonach jeder Mensch von Natur aus oder dem Wesen nach Unsterblichkeit besitzt?“ Die Antwort der Zeitschrift zeugte von Einsicht: „Blättert man die Seiten der Geschichte zurück, so stellt sich heraus, daß die Lehre von der menschlichen Unsterblichkeit den Kern aller heidnischen Religionen bildet, obwohl Gottes inspirierte Zeugen sie nicht lehren ... Es stimmt daher nicht, daß Sokrates und Platon sie als erste lehrten. Sie wurde schon vorher von jemandem gelehrt, der beiden überlegen war. Allerdings polierten sie die Lehre ... wieder neu auf ... und machten eine Philosophie daraus, so daß sie für die gebildeten Schichten ihrer Tage und danach verführerischer und annehmbarer wurde. Die erste Aufzeichnung über jene Irrlehre ist in dem ältesten Geschichtsbericht enthalten, den der Mensch kennt — in der Bibel. Der Irrlehrer war Satan.“a

      10. Welche schlechten Auswirkungen hatten die religiösen Lügen über die Seele und den Zustand der Toten, und was wurde getan, um vernünftigen Menschen zu helfen?

      10 Dadurch, daß Satan die Lüge verbreitete, alle Menschen hätten eine unsterbliche Seele und die Bösen würden ewig im Höllenfeuer gequält, lästerte er den Namen Gottes und stellte ihn falsch dar. C. T. Russell, dem ersten Herausgeber des Wachtturms, entging das nicht. Er beobachtete, daß intelligente Menschen die Vorstellung von einer ewigen Qual verwarfen, doch leider auch die Bibel, weil sie sie für die Quelle jener unvernünftigen Lehre hielten. Um den Rauch des Mittelalters aus dem Denken vernünftiger Menschen zu entfernen, wie Bruder Russell sich ausdrückte, hielt er den beeindruckenden öffentlichen Vortrag: „In die Hölle und wieder zurück — Wer sich dort befindet“.

      11. (a) Welche Warnung ließ die Klasse des ‘treuen Sklaven’ erschallen, als der Spiritismus im Kommen war? (b) Wer zog Nutzen aus dieser Warnung, und inwiefern?

      11 Zu jener Zeit war der Spiritismus im Kommen. Aber aufgrund der Einsicht, für die Jehova Gott durch sein Wort sorgte, erkannte die Klasse des ‘treuen Sklaven’, daß die angeblichen Geister der Verstorbenen, mit denen die Leute in Verbindung traten, in Wirklichkeit Dämonen waren. In öffentlichen Vorträgen und in schriftlicher Form wurden schlagkräftige biblische Argumente vorgebracht, um aufrichtigen Menschen die Augen für die Gefährlichkeit spiritistischer Praktiken zu öffnen (5. Mose 18:10-12; Jesaja 8:19). Zufolge der Einsicht, die Jehova seinen Dienern verliehen hat, sind viele tausend Menschen auf dem ganzen Erdenrund von der Furcht vor den Toten, von der Ausübung des Spiritismus und den entwürdigenden Praktiken, die damit verbunden sind, befreit worden.

      Christlicher Lebenswandel in einer turbulenten Welt

      12, 13. (a) Erkläre Daniel 11:32, 33. (b) Welches sind einige grundlegende biblische Wahrheiten, die die Voraussetzung für das Verständnis waren, das von denen, „die Einsicht haben“, vermittelt wurde?

      12 Der Prophet Daniel ließ erkennen, daß Gottes Diener in Verbindung mit einer vierten Angelegenheit, einer wichtigen Streitfrage, Einsicht bekunden würden: der Neutralität. Nachdem er den Kampf zwischen den großen politischen Richtungen der Welt im einzelnen beschrieben hatte, sagte er gemäß Daniel 11:32, 33: „Diejenigen, die in böser Weise gegen den Bund handeln, wird er mit glatten Worten zum Abfall verleiten.“ Das heißt, daß der totalitäre König des Nordens diejenigen zum Abfall verleitet, die vorgeben, Christen zu sein, aber die Welt lieben, deren Anerkennung wünschen und so den Bund Jehovas für ein Königreich, in dem Christus über die ganze Erde regieren wird, mit Verachtung behandeln. Daniel fuhr fort: „Was aber das Volk derer betrifft, die ihren Gott kennen, sie werden obsiegen und wirksam handeln. Und was die betrifft, die Einsicht haben unter dem Volk, sie werden den vielen Verständnis verleihen.“

      13 Die Einsicht, die erforderlich ist, damit wir mit den oft turbulenten Verhältnissen um uns herum fertig werden, stützt sich auf das Erkennen grundlegender biblischer Wahrheiten. Unter der Anleitung Jehovas hat die Klasse des ‘treuen Sklaven’ diese Wahrheiten erkannt. Eine davon ist die Tatsache, daß der unsichtbare Herrscher der Welt, wie Jesus es zeigte, Satan, der Teufel, ist (Lukas 4:5-8; Johannes 12:31). In Übereinstimmung mit dieser Wahrheit heißt es in 1. Johannes 5:19: „Die ganze Welt [die gesamte Menschheit außerhalb der wahren Christenversammlung] liegt in der Macht dessen, der böse ist“ — nicht nur die eine oder die andere Splittergruppe (Offenbarung 12:9). Da Jesus sagte, daß seine Nachfolger „kein Teil der Welt“ sind, müssen Christen also neutral sein (Johannes 17:16).

      14. (a) Auf welche zeitgemäßen Themen wurde die Aufmerksamkeit der Diener Jehovas in den Jahren 1939 und 1941 gelenkt? (b) Inwiefern hat diese Einsicht Jehovas Zeugen geholfen, weise zu handeln?

      14 Als der Zweite Weltkrieg über Europa hereingebrochen war, wurde daher zur rechten Zeit, nämlich im Wachtturm (engl.) vom 1. November 1939 (deutsch: 1. Dezember), die Streitfrage der christlichen Neutralität hervorgehoben. Damit im Zusammenhang steht eine andere grundlegende Wahrheit — die Wichtigkeit der Streitfrage der universellen Souveränität und die Rolle des messianischen Königreiches bei der Beilegung dieser Streitfrage. Passenderweise wurde diese Streitfrage sowohl 1941 in einem Vortrag hervorgehoben, der auf dem Kongreß der Zeugen Jehovas in St. Louis (Missouri, USA) gehalten wurde, als auch im darauffolgenden Jahr in dem Buch Die Neue Welt. Welch einen Schutz jene gottgemäße Einsicht den Dienern Jehovas in der gespaltenen und kriegführenden Welt von heute doch geboten hat! Die Religionssysteme der Christenheit sind zersplittert, weil sie sich in internationale Auseinandersetzungen verstrickt haben und Guerillabewegungen unterstützen, die auf den Sturz von Regierungen hinarbeiten; Jehovas Zeugen dagegen haben sich weltweit vereint der Verkündigung des Königreiches Gottes, der einzigen Hoffnung für die Menschheit, gewidmet. Sie haben das lebensrettende Werk vorangestellt, das Jesus Christus mit den Worten vorhersagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14).

      Die Erfüllung biblischer Prophezeiungen

      15. Warum haben Jehovas Diener Einsicht?

      15 Warum haben Jehovas Diener eine solche Einsicht? Weil sie ihr volles Vertrauen in Gottes Wort setzen, diesem Wort gehorchen und der Geist Jehovas auf ihnen ruht. So ist es ihnen auch möglich gewesen, wichtige biblische Prophezeiungen zu verstehen. Das ist der fünfte Punkt, den wir betrachten werden.

      16, 17. (a) Warum weichen die von Jehovas Zeugen angeführten Daten mitunter von denen ab, die weltliche Historiker nennen? (b) Inwiefern ist es für Jehovas Zeugen von Nutzen gewesen, daß sie auf die Bibel vertrauen, was die Datierung des 20. Jahres des Artaxerxes und der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier betrifft?

      16 Weltliche Historiker, die sich bei ihrer Deutung bisweilen nur auf Bruchstücke von Tafeln stützen, die Archäologen zutage gefördert haben, schlußfolgern, daß 464 v. u. Z. das erste Jahr der Regentschaft von Artaxerxes Longimanus war und 604 v. u. Z. das erste Regierungsjahr König Nebukadnezars II. Wenn das richtig wäre, hätte das 20. Jahr des Artaxerxes im Jahre 445 v. u. Z. begonnen, und das Jahr der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier (im 18. Regierungsjahr Nebukadnezars) wäre das Jahr 587 v. u. Z. gewesen. Doch wenn ein Erforscher der Bibel versucht, jene Daten zu verwenden, um die Erfüllung von Prophezeiungen zu berechnen, wird ihn dies lediglich verwirren.

      17 Jehovas Zeugen sind an archäologischen Funden interessiert, die mit dem Bibelbericht im Zusammenhang stehen. Wenn jedoch die Deutung solcher Funde mit den klaren Aussagen der Bibel in Konflikt gerät, nehmen sie vertrauensvoll das an, was die Heilige Schrift sagt, sei es in bezug auf Chronologie oder irgendein anderes Thema. Die Folge war, daß Jehovas Diener schon seit langem wissen, daß der prophetische Zeitabschnitt, der im 20. Jahr des Artaxerxes begann, von 455 v. u. Z. an gezählt werden muß und daß somit Daniel 9:24-27 verläßlich auf den Herbst 29 u. Z. als die Zeit der Salbung Jesu zum Messias hinwies.b Aus demselben Grund haben Jehovas Zeugen erkannt, daß sich die Prophezeiung in Daniel, Kapitel 4 hinsichtlich der „sieben Zeiten“ 607/606 v. u. Z. zu erfüllen begann und daß sie auf den Herbst 1914 u. Z. als die Zeit hinwies, zu der Christus als der regierende König im Himmel inthronisiert wurde und die gegenwärtige Welt in ihre Endzeit eintrat.c Sie hätten diese begeisternden Erfüllungen der Prophezeiungen nicht erkannt, wenn sie in ihrem Vertrauen in die Inspiration der Heiligen Schrift wankelmütig gewesen wären. Die Einsicht, die Jehovas Diener bekundet haben, hängt also unmittelbar mit ihrem Vertrauen in das Wort Gottes zusammen.

      18. Was wird in Jesaja 65:13, 14 in bezug auf den geistigen Zustand der loyalen Diener Jehovas verheißen?

      18 Jehova stellt den geistigen Zustand seiner loyalen Diener dem geistigen Zustand von Einzelpersonen und Gruppen gegenüber, die die Heilige Schrift schnell zugunsten des gerade Populären beiseite schieben, indem er sagt: „Siehe! Meine eigenen Knechte werden essen, ihr selbst aber werdet hungern. Siehe! Meine eigenen Knechte werden trinken, ihr selbst aber werdet dürsten. Siehe! Meine eigenen Knechte werden sich freuen, ihr selbst aber werdet Schande erleiden. Siehe! Meine eigenen Knechte werden jubeln zufolge des guten Herzenszustandes, ihr selbst aber werdet schreien vor Herzensschmerz, und ihr werdet heulen wegen des völligen Zusammenbruchs des Geistes“ (Jesaja 65:13, 14).

      19. (a) Vor allem durch welches Mittel erklärt der „treue und verständige Sklave“ die Heilige Schrift? (b) Was für ein Studienprogramm ermöglicht es uns, vollen Nutzen aus der geistigen Speise zu ziehen?

      19 Wie dieser kurze geschichtliche Rückblick zeigt, hat uns Jehovas „treuer und verständiger Sklave“ durch die Spalten des Wachtturms bedeutsame biblische Wahrheiten erklärt. Der Wachtturm ist das hauptsächliche Mittel, das die „Sklaven“klasse benutzt, um geistige Speise auszuteilen. Ziehst du vollen Nutzen daraus? Liest du jede Ausgabe, und schlägst du im Rahmen deines Studienprogramms Schriftstellen nach, die angeführt, aber nicht zitiert werden? Hast du es dir auch zur Gewohnheit gemacht, über den studierten Stoff nachzusinnen, Wertschätzung dafür zu entwickeln und zu überlegen, wie er sich auf deine Einstellung, deine Wünsche, deine täglichen Aktivitäten und deine Ziele im Leben auswirken sollte? Dies zu tun kann wesentlich dazu beitragen, daß du Entscheidungen triffst, die auf wahrer Einsicht beruhen — Einsicht, die allein von Jehova stammt.

      [Fußnoten]

      a Satan verleitete Eva zu dem Glauben, daß sie im Fleisch überhaupt nicht sterben würde (1. Mose 3:1-5). Somit brachte er die Irrlehre, daß der Mensch eine unsterbliche Seele hat, die nach dem Tod des Körpers weiterlebt, erst später auf. (Siehe Wachtturm vom 1. Januar 1958, Seite 31.)

      b Insight on the Scriptures, Band 2, Seite 614—616, 899—901.

      c „Dein Königreich komme“, Seite 186—189.

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