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„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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VORGANG DER INSPIRATION
17. Welches griechische Wort wird mit „von Gott inspiriert“ übersetzt, und wie hilft uns seine Bedeutung, den Vorgang der Inspiration zu verstehen?
17 Der Ausdruck „von Gott inspiriert“ ist eine Übersetzung des griechischen Wortes theópneustos, das „gottgehaucht“ bedeutet. (Siehe 2. Timotheus 3:16, erste Fußnote.) Seinen eigenen Geist, seine wirksame Kraft, hat Gott auf treue Männer ‘gehaucht’, um sie zu veranlassen, die heiligen Schriften zusammenzustellen und zu schreiben. Dieser Vorgang wird als Inspiration bezeichnet. Die Propheten und andere treue Diener Jehovas, die unter Inspiration zu stehen kamen, ließen ihren Sinn durch diese wirksame Kraft forttragen. Das bedeutet, daß sie von Gott Botschaften erhielten, wozu Bilder seines Vorsatzes gehörten, die sich in ihrem Sinn fest verankerten. „Denn Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getrieben wurden“ (2. Pet. 1:21; Joh. 20:21, 22).
18. Wie tief wurden die inspirierten Botschaften ihren menschlichen Empfängern eingeprägt?
18 Wenn diese Männer Gottes wach und bei vollem Bewußtsein waren oder schliefen und einen Traum hatten, prägte ihnen Gottes Geist die Botschaft, die von dem göttlichen Ursprung des Mitteilungsweges ausging, fest ein. Erhielt der Prophet die Botschaft, war es seine Pflicht, sie anderen in Form von Worten weiterzugeben. Wenn Moses und andere treue Propheten auferstehen, werden sie ohne Zweifel die Genauigkeit der erhalten gebliebenen Aufzeichnungen ihrer Schriften bestätigen können, da sich ihr wiedererschaffener Sinn wahrscheinlich noch deutlich an die ursprünglichen Mitteilungen erinnern kann. In gleicher Weise war der Apostel Petrus so tief von der Vision der Umgestaltung beeindruckt, daß er über deren Herrlichkeit mehr als 30 Jahre später noch lebhaft schreiben konnte (Mat. 17:1-9; 2. Pet. 1:16-21).
DER AUTOR UND SEIN FINGER
19. Was ist Gottes „Finger“, und mit welchen Bibeltexten kann das bewiesen werden?
19 Menschliche Autoren haben zum Schreiben ihre Finger benutzt, in alter Zeit gebrauchten sie dazu eine Feder oder einen Stilus, und in neuerer Zeit bedienen sie sich der Schreibfeder, der Schreibmaschine oder eines Computers. Was durch solche Finger hervorgebracht wird, gilt als geistiges Produkt dessen, dem diese Finger gehören. Wußtest du, daß Gott einen Finger hat? Das ist der Fall, denn Jesus sprach von Gottes Geist als von Gottes „Finger“. Als Jesus einen von Dämonen besessenen Mann heilte, so daß dieser wieder sprechen und sehen konnte, lästerten religiöse Feinde über das Mittel, durch das Jesus den Mann geheilt hatte. Gemäß Matthäus sagte Jesus zu ihnen: „Wenn ich ... durch Gottes Geist die Dämonen austreibe, so hat euch das Königreich Gottes wirklich eingeholt“ (Mat. 12:22, 28). Lukas erweitert unser Verständnis, indem er die Worte, die Jesus bei einer ähnlichen Gelegenheit äußerte, zitiert: „Wenn ich ... durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so hat das Königreich Gottes euch wirklich eingeholt“ (Luk. 11:20). Bei einer früheren Gelegenheit wurden die Magie treibenden Priester Ägyptens gezwungen, zuzugeben, daß die Plagen, die über Ägypten gekommen waren, eine Entfaltung der erhabenen Macht Jehovas waren, die sie anerkannten, indem sie sagten: „Es ist der Finger Gottes!“ (2. Mo. 8:18, 19).
20. Wie hat Gottes „Finger“ gewirkt, und mit welchem Ergebnis?
20 In Übereinstimmung mit diesen Anwendungen des Wortes „Finger“ kann man erkennen, daß „der Finger Gottes“ große Macht hat und daß sich diese Bezeichnung gut auf Gottes Geist anwenden läßt, wie er ihn zum Schreiben der Bibel gebrauchte. So erfahren wir aus der Heiligen Schrift, daß durch den „Finger Gottes“ die Zehn Gebote auf zwei Steintafeln geschrieben wurden (2. Mo. 31:18; 5. Mo. 9:10). Auch als Gott Menschen gebrauchte, um die verschiedenen Bücher der Heiligen Schrift zu schreiben, war sein symbolischer Finger oder sein Geist die lenkende Kraft hinter der Feder jener Männer. Gottes heiliger Geist ist unsichtbar, aber er ist auf wunderbare Weise wirksam gewesen, so daß die Menschheit als sichtbares, greifbares Ergebnis eine hochgeschätzte Gabe erhalten hat, nämlich Gottes Wort der Wahrheit, seine Bibel. Es steht außer Frage, daß der Autor der Bibel Jehova ist, der mitteilsame Gott des Himmels.
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„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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Obwohl sie aus vielen Gesellschaftsschichten berufen worden waren, hatten diese irdischen Bibelschreiber, von Moses bis zum Apostel Johannes, daran teil, die Souveränität Jehovas Gottes zu verteidigen und seine Vorsätze auf der Erde bekanntzumachen. Sie schrieben im Namen Jehovas und durch die Macht seines Geistes (Jer. 2:2, 4; Hes. 6:3; 2. Sam. 23:2; Apg. 1:16; Offb. 1:10).
23. Welche früheren Aufzeichnungen benutzten manche Bibelschreiber, und wie wurden diese Aufzeichnungen ein Teil der inspirierten Schriften?
23 Mehrere dieser Schreiber nahmen in ihre Aufzeichnungen Zusammenstellungen von Urkunden früherer Schreiber auf, die Augenzeugen waren, aber nicht alle unter Inspiration standen. Moses zum Beispiel hat möglicherweise das meiste des ersten Buches Mose aus solchen Augenzeugenberichten zusammengestellt, wie Samuel es beim Schreiben des Buches Richter getan haben kann. Jeremia stellte das erste und das zweite Buch der Könige auf diese Weise zusammen, und Esra schrieb ebenso das erste und das zweite Buch der Chronika. Der heilige Geist leitete diese Männer, damit sie entscheiden konnten, welche Teile älterer menschlicher Urkunden in die Zusammenstellung aufgenommen werden sollten, um sie dadurch als zuverlässig zu beglaubigen. Von der Zeit ihrer Zusammenstellung an wurden diese Auszüge aus älteren Urkunden ein Teil der inspirierten Schriften (1. Mo. 2:4; 5:1; 2. Kö. 1:18; 2. Chr. 16:11).
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