-
Kreditkarten — Eine „Plastikfalle“?Erwachet! 1986 | 8. Dezember
-
-
Verdeckte Kosten
Man „händigt Kreditkarten an Personen aus, die sie sich eigentlich nicht leisten können und die die Kreditproblematik nicht überschauen“, hieß es jüngst in einem Zeitungsartikel. Der Gebrauch von Kreditkarten, ohne zu wissen, was es mit einem Kredit auf sich hat, endet für viele mit einem finanziellen Fiasko.
Eine Zeitung berichtete beispielsweise von einer Frau, die mit einer Kreditkarte 3 000 Dollar Schulden gemacht hatte. Nach den ersten drei Rückzahlungen in einer Höhe von insgesamt 220 Dollar beliefen sich ihre Schulden immer noch auf 2 956 Dollar. In den nächsten sieben Monaten zahlte sie 584 Dollar zurück; ihr Zahlungsrückstand verringerte sich dadurch jedoch nur um 157.19 Dollar. Wo blieb das übrige Geld? Damit wurden die Zinsen abgegolten. Bis vor kurzem wurden Kreditzinsen in Höhe von nahezu 22 Prozent berechnet. Die Folge war, daß die Verschuldung von Kreditkarteninhabern eine beispiellose Höhe erreicht hat.
-
-
Kreditkarten — Eine „Plastikfalle“?Erwachet! 1986 | 8. Dezember
-
-
Wer kommt am Ende für den entstandenen Schaden auf? Man könnte meinen, die Banken; doch in der Zeitschrift Parents ist eine realistischere Antwort zu finden. Darin heißt es, daß die Geldinstitute „die Kreditzinssätze für die ... Karten künstlich hochhalten, um die Verluste, die durch Mißbrauch entstehen, zu decken“. Außerdem hieß es, daß „die Banken einen großen Teil der Kosten, die ihnen durch Kreditkartenbetrug entstehen, auffangen können, da sie sich das Geld zu einem Zinssatz von 7 oder 8 Prozent leihen und von dem Kreditkarteninhaber einen wesentlich höheren Zinssatz von 16, 18 oder sogar 20 Prozent verlangen“. Letzten Endes bezahlen die Kreditkarteninhaber den Schaden.
-