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Sich von Jehova gebrauchen zu lassen wird gesegnetDer Wachtturm (Studienausgabe) 2017 | Oktober
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Kurz nach unserer Heirat (Hemsworth, 1949)
Ein gutes Jahr später wurden wir gebeten, nach Nordirland zu gehen, zuerst nach Armagh und dann nach Newry — beides überwiegend katholische Städte. Das religiöse Klima war aufgeheizt und wir mussten in Gesprächen sehr vorsichtig und überlegt vorgehen. Zusammenkünfte fanden bei einem Ehepaar zu Hause statt, ungefähr 16 Kilometer von unserem Wohnort entfernt. Etwa acht Personen besuchten sie. Wenn wir über Nacht blieben, schliefen wir auf dem Fußboden und bekamen am nächsten Tag ein gutes Frühstück. Es freut mich, dass es in dieser Gegend inzwischen viele Zeugen gibt.
„WIR SIND DABEI!“
Mein Bruder und seine Frau Lottie waren schon Sonderpioniere in Nordirland, als wir 1952 mit ihnen einen Bezirkskongress in Belfast besuchten. Freundlicherweise brachte ein Bruder nicht nur uns vier unter, sondern auch Pryce Hughes, den damaligen Zweigdiener von Großbritannien. An einem Abend sprachen wir über die neue Broschüre Gottes Weg ist Liebe, die speziell für Irland veröffentlicht worden war. Bruder Hughes erzählte, wie schwer es sei, Katholiken in Nordirland zu predigen. Angestachelt von Priestern wurden Brüder aus ihrer Unterkunft vertrieben und vom Pöbel angegriffen. Pryce sagte: „Wir brauchen Ehepaare mit Autos, die bei einer besonderen Aktion mitmachen und die Broschüre im ganzen Land verteilen.“a Wie eingangs erwähnt, war unsere Reaktion sofort: „Wir sind dabei!“
Mit anderen Pionieren auf einem Motorrad mit Beiwagen
Benötigten Pioniere in Dublin eine Unterkunft, war „Mutter“ Rutland, eine langjährige treue Schwester, immer eine gute Adresse. Nachdem wir vier bei ihr untergekommen waren und einige persönliche Sachen verkauft hatten, zwängten wir uns auf Bobs Motorrad mit Beiwagen und machten uns auf die Suche nach einem Auto. Wir fanden einen passenden Gebrauchtwagen und baten den Verkäufer, uns das Auto zu bringen, da keiner von uns fahren konnte. Arthur saß den ganzen Abend auf dem Bett und übte im Geiste, Gänge einzulegen. Als er am nächsten Morgen versuchte, das Auto aus der Garage zu fahren, kam die Missionarin Mildred Willett vorbei (sie heiratete später John Barr). Sie konnte fahren! Nachdem das Auto auf der Straße war und wir etwas geübt hatten, konnte es losgehen.
Unser Auto und unser Wohnwagen
Doch wo würden wir wohnen? Man hatte uns von einem Wohnwagen abgeraten, weil ihn Gegner in Brand setzen könnten. Also suchten wir eine Wohnung, doch vergeblich. In dieser Nacht schliefen wir vier im Auto. Das Einzige, was wir am nächsten Tag fanden, war ein kleiner selbst gebauter Wohnwagen mit einem kleinen Etagenbett. Das wurde unser Zuhause. Erstaunlicherweise war es kein Problem, den Wohnwagen auf dem Grundstück freundlicher Farmer abzustellen. Wir predigten immer rund 20 Kilometer vom Stellplatz entfernt. Anschließend parkten wir den Wohnwagen woanders und predigten dann in dem Gebiet rund um den vorherigen Stellplatz.
Wir bearbeiteten den Südosten der Republik und hatten so gut wie keine Schwierigkeiten. Dabei verbreiteten wir über 20 000 Broschüren und leiteten die Namen interessierter Personen an das britische Zweigbüro weiter. Wie schön, dass es in diesem Gebiet heute Hunderte von Zeugen gibt.
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Sich von Jehova gebrauchen zu lassen wird gesegnetDer Wachtturm (Studienausgabe) 2017 | Oktober
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UNSERE NEUE ZUTEILUNG: IRLAND
1964 wurde Arthur als Zweigdiener für die Republik Irland eingesetzt. Da wir uns im Kreisdienst sehr wohl fühlten, hatte ich zuerst Bedenken, ins Bethel zu gehen. Wenn ich zurückblicke, bin ich heute sehr dankbar, dass ich dort mithelfen konnte. Ich denke, dass man für jede Aufgabe von Jehova gesegnet wird, selbst wenn man erst nicht so viel Freude daran hat. Ich erledigte Büroarbeit und arbeitete im Versand, in der Küche sowie im Haushalt mit. Außerdem waren wir auch im Bezirksdienst und konnten mit Brüdern im ganzen Land zusammen sein. Und wir sahen, wie unsere Bibelschüler Fortschritte machten. Das alles schaffte eine enge Bindung zu unserer geistigen Familie in Irland. Was für ein Segen!
EIN WENDEPUNKT IN DER THEOKRATISCHEN GESCHICHTE VON IRLAND
Der erste internationale Kongress in Irland fand 1965 in Dublin statt.b Obwohl von allen Seiten heftiger Widerstand geleistet wurde, war der Kongress ein großer Erfolg. 3 948 waren anwesend und 65 ließen sich taufen. Jeder, der sich an der Unterbringung der 3 500 internationalen Delegierten beteiligt hatte, erhielt einen Dankbrief. Die Gastgeber wiederum lobten das Verhalten der Delegierten. Es war wirklich ein Wendepunkt für das Werk in Irland.
Arthur begrüßt Nathan Knorr, der 1965 zum Kongress angereist war
Arthur kündigt Mein Buch mit biblischen Geschichten in Irisch an (1983)
1966 kamen Nord- und Südirland unter die Aufsicht des Zweigbüros in Dublin und waren damit vereint. Politisch und religiös blieb Irland geteilt. Welch krasser Gegensatz! Es begeisterte uns, dass so viele Katholiken die Wahrheit annahmen und mit Brüdern zusammenarbeiteten, die früher einmal Protestanten waren.
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