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Wie majestätisch doch Jehovas Name ist!Der Wachtturm 1986 | 15. Dezember
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1. Warum bewirkte Jehova, daß das Land die Kanaaniter ‘ausspie’?
IM Jahre 1473 v. u. Z. war Israel schließlich im Land der Verheißung. Aber dem Volk standen einige Jahre theokratischer Kriegführung bevor, denn es mußte das Land von seinen entarteten Bewohnern säubern. Waren jene Kanaaniter wirklich so schlecht? Durchaus! Ihr Götzendienst und ihre unmoralische Lebensführung waren in Jehovas Augen abscheulich, und sie waren eine Gefahr für Gottes Volk. Daher ließ Gott durch Moses verkünden, daß er Israel, seine heilige Nation, als seinen Urteilsvollstrecker benutzen würde. Jehova würde dadurch bewirken, daß das Land jene unreinen Nationen ‘ausspeie’ (3. Mose 18:1-30; 5. Mose 12:29-32).
2. Welche „Früchte“ haben die Religionssysteme der Welt hervorgebracht?
2 Auch heute könnten wir die Frage stellen: „Ist die Welt so schlecht, daß sie die Vernichtung verdient?“ Nun, wie steht es mit den Religionssystemen der Welt? Leider versäumen sie es, den Schöpfer, Jehova Gott, zu ehren. Die Menschen in der Christenheit haben ihn, „den Quell lebendigen Wassers, ... verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, zerbrochene Zisternen, die das Wasser nicht halten können“ (Jeremia 2:13). Ihre sektiererischen Glaubensansichten enthalten kein „Wasser“ der Wahrheit. Sie haben sich als ein Teil der Welt erwiesen, indem sie deren Kriege und die Politik unterstützen und deren Sexualmoral gutheißen. Sie sind, wie Jesus sagte, „an ihren Früchten“ zu erkennen (Matthäus 7:16, 17; vergleiche Galater 6:7, 8).
3. Was sind die Folgen davon, daß die Welt Gottes Gesetz verletzt?
3 Wie steht es mit der Moral der Welt? In den letzten Jahren ist die Zahl der Abtreibungen, der Teenagerschwangerschaften und der zerrütteten Familien weltweit in die Höhe geschnellt, und zwar ganz besonders in sogenannten christlichen Ländern. In manchen Ländern enden bis zu 50 Prozent aller Ehen vor dem Scheidungsrichter. Die „sexuelle Revolution“ der 60er Jahre hat aber noch andere katastrophale Folgen. Eine davon wurde in der New York Times vom 13. Juni 1986 mit folgender Schlagzeile beschrieben: „ZEHNFACHE ZUNAHME AN AIDSTOTEN BIS ENDE 1991 ERWARTET“. In dem Artikel wurde angedeutet, daß bis zum Jahr 1991 die Zahl der Aidspatienten allein in den Vereinigten Staaten mehr als 100 000 betragen und einen Behandlungskostenaufwand von 16 Milliarden Dollar erfordern könnte. Diese tödliche Krankheit wird hauptsächlich durch homosexuelle Betätigung, Drogenmißbrauch und Bluttransfusionen übertragen — allesamt eine Verletzung des Gesetzes Gottes (1. Korinther 6:9, 10; Galater 5:19-21; Apostelgeschichte 15:19, 20).
4. (a) Wodurch unterscheidet sich unsere Kriegführung von der Kriegführung Israels in den Tagen Josuas? (b) Bis zu welchem Ausmaß sollten wir mit Weltmenschen Umgang pflegen, und warum?
4 In den Tagen Josuas benutzte Jehova seine heilige Nation, um das Verheißene Land durch buchstäbliche Kriegführung zu säubern. Heute ist unsere Kriegführung von geistiger Art (2. Korinther 10:3, 4). Wir Zeugen gehen nicht gewaltsam vor, um diejenigen zu beseitigen, die Gottes Wort ignorieren. Jehova wird sie zu seiner Zeit und auf seine Weise beseitigen (5. Mose 32:41, 43). Mit grundsatzlosen Leuten pflegen wir keinen vertrauten Umgang, obwohl wir ihnen echte Liebe erweisen können, indem wir sie über die gute Botschaft vom Königreich unterrichten (1. Korinther 15:33). Wir können Gottes Wort mit ihnen studieren und sie dazu ermuntern, ‘zu bereuen und umzukehren, damit ihre Sünden ausgelöscht werden’ (Apostelgeschichte 3:19; Matthäus 21:31, 32; Lukas 5:27-32).
Rahab und ihre Hausgemeinschaft
5, 6. (a) Warum gingen die Späher nach Jericho und in das Haus Rahabs? (b) Wie hat Jehova in der Neuzeit häufig Hilferufe beantwortet? (c) Inwiefern erwies sich Rahab als eine ‘Freundin des Friedens’?
5 Schon bevor Israel den Jordan durchquerte, lenkte Jehova die Aufmerksamkeit auf die Stadt Jericho. Josua entsandte zwei Späher, die ganz Israel vertraten, und sagte zu ihnen: „Geht, seht euch das Land und Jericho an.“ Warum sollten sie Jericho auskundschaften? Die Stadt war zwar klein und konnte es mit Israels Heer nicht aufnehmen, aber sie kontrollierte die Vormarschwege nach Kanaan. Wie es sich herausstellte, bot das Erscheinen der Späher den Einwohnern Jerichos eine Gelegenheit, deutlich zu erkennen zu geben, ob sie für oder gegen Jehova waren. „Da gingen sie [die Späher] und kamen in das Haus einer Prostituierten, deren Name Rahab war, und sie bezogen dort eine Unterkunft“ (Josua 2:1-7). Zweifellos wurden die Späher unter göttlicher Führung zu Rahabs Haus geleitet, so wie auch heute Zeugen Jehovas oft durch die Führung der Engel zu Menschen geleitet werden, die um geistige Hilfe beten. „Die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihren Hilferuf“ (Psalm 34:15; siehe auch 2. Chronika 16:9).
6 Warum betraten die Späher das Haus einer Prostituierten? Nicht aus unsittlichen Gründen, sondern wahrscheinlich zum Zweck der Irreführung kanaanitischer Beobachter. Was Rahab den Spähern sagte, deutete an, daß sie kein unsittliches Interesse an ihnen hatte. Da sie wußte, daß sie Diener Jehovas waren, konnte sie ihnen zu verstehen geben, wie sehr sie sich wünschte, eine Anbeterin Jehovas zu werden. Rahab riskierte sogar ihr Leben, indem sie die Späher auf dem Dach ihres Hauses versteckte. Sie glich den „Schafen“ aus Jesu Gleichnis, die den „Brüdern“ des Herrn Güte erweisen (Matthäus 25:31-46). Obwohl Jehovas Zeugen mit Unterscheidungsvermögen vorgehen, zögern sie heute nicht, solche interessierten ‘Freunde des Friedens’ zu besuchen und mit ihnen die Bibel zu studieren (Lukas 10:5-7).
7. (a) Wie brachte Rahab ihren Glauben an Jehova zum Ausdruck? (b) Wie sollten Neue heute eingestellt sein, und wie sollten sie handeln?
7 Rahab hatte von den machtvollen Taten Jehovas erfahren. Den versteckten Spähern gegenüber konnte sie ihren Glauben folgendermaßen zum Ausdruck bringen: „Ich weiß wohl, daß Jehova euch das Land bestimmt geben wird und daß der Schrecken vor euch auf uns gefallen ist und daß alle Bewohner des Landes vor euch verzagt sind.“ Dann erzählte Rahab, was sie von Jehovas machtvollen Taten gehört hatte, und sagte: „Jehova, euer Gott, ist Gott droben in den Himmeln und unten auf der Erde. Und nun schwört mir bitte bei Jehova, weil ich liebende Güte an euch geübt habe, daß auch ihr bestimmt an der Hausgemeinschaft meines Vaters liebende Güte üben werdet, und ihr sollt mir ein zuverlässiges Zeichen geben“ (Josua 2:9-13). Ähnlich wie Rahab brauchen sich heute Neue, die Gottes Wahrheit kennenlernen, nicht mehr vor dem Urteil zu fürchten, dessen Vollstreckung am „Tag Jehovas“ fällig ist (Zephanja 1:14-18). Sie wenden sich vielmehr von weltlichen Wegen ab und suchen bei Jehovas Zeugen Hilfe auf dem Weg zur Rettung (Psalm 3:6-8; Sprüche 18:10).
8. (a) Was entspricht heute der Maßnahme Rahabs, eine „Schnur aus Karmesinfaden“ am Fenster zu befestigen? (b) Warum wurde Rahab gerechtgesprochen, und mit welchem Ergebnis?
8 Die Späher gaben Rahab ein Zeichen in Form einer „Schnur aus Karmesinfaden“, die sie an das Fenster binden sollte, durch das die Späher flohen (Josua 2:17-21). Wenn Rahab dieses Zeichen anbringen würde, sollte ihr Haus bei der Zerstörung Jerichos verschont bleiben. Ebenso werden heute diejenigen, die einen Glauben wie Rahab bekunden, als Gott hingegebene, getaufte Anbeter zur Befreiung gekennzeichnet. In Offenbarung 7:9, 10, 14 werden sie als Glieder einer „großen Volksmenge“ beschrieben, die „ihre langen Gewänder gewaschen und sie in dem Blut des Lammes weiß gemacht“ haben. Sie üben Glauben an Jesu Opferblut aus und bringen das durch christliche Werke zum Ausdruck (Römer 10:9, 10). Wir lesen in Jakobus 2:24, 25: „Ihr seht, daß ein Mensch durch Werke gerechtgesprochen wird und nicht durch Glauben allein. Wurde nicht ebenso auch Rahab, die Hure, durch Werke gerechtgesprochen, nachdem sie die Boten gastfreundlich aufgenommen und sie auf einem anderen Weg weggesandt hatte?“
9. (a) Worin bestanden Rahabs „Werke“? (b) Was hat das furchtlose Zeugnisgeben heute bewirkt?
9 Zu Rahabs „Werken“ gehörte, daß sie die beiden Späher beschützte und dann in ihrem Haus andere zur Rettung versammelte. In diesem Sinne befleißigt sich in der Neuzeit die „große Volksmenge“, den gesalbten „treuen und verständigen Sklaven“ zu unterstützen, während diese Gruppe geistige „Speise zur rechten Zeit“ zur Verfügung stellt und die globale Königreichspredigttätigkeit überwacht (Matthäus 24:45-47). Rahab bewies Furchtlosigkeit, indem sie der Hausgemeinschaft ihres Vaters Zeugnis gab — ein Unterfangen, das mit Gefahren verbunden war, denn sie hätte verraten werden können. (Vergleiche Matthäus 10:32-36.) Ebenso müssen Jehovas Zeugen in vielen Ländern, wo heute Gegnerschaft herrscht, furchtlos sein, indem sie Zeugnis geben. Das hat zu einer großen Einsammlung beigetragen, und häufig sind ganze Familien aus Babylon der Großen herausgekommen und haben für die reine Anbetung Jehovas Stellung bezogen (Psalm 73:28; 107:21, 22).
Jericho — damals und heute
10. Welche besondere Aufmerksamkeit gebührte Jericho?
10 Wir wollen nun diese dramatischen Ereignisse von einem anderen Blickpunkt aus betrachten. „Jericho [war] wegen der Söhne Israels fest verschlossen, keiner ging hinaus, und keiner kam herein.“ Es war die erste kanaanitische Stadt, über die Jehovas Hinrichtungsschwert kam. Aus diesem Grund sollte ihr als Erstlingsfrucht, die Gott geweiht war, besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Josua erklärte: „Die Stadt soll etwas werden, was der Vernichtung geweiht ist; sie und alles, was darin ist, gehört Jehova“ (Josua 6:1, 17; vergleiche 2. Mose 22:29; 3. Mose 27:26).
11. (a) Welche auffällige Parallele sehen wir heute? (b) Führe ein Beispiel für den „Schrecken“ Babylons der Großen an.
11 Wie gut sich das doch mit Babylon der Großen vergleichen läßt, dem Weltreich der falschen Religion, das in unserem blutbesudelten 20. Jahrhundert den Zenit seiner Frevelhaftigkeit erreicht hat! Es hat versucht, seine Tore zu schließen, damit Jehovas Zeugen nicht eindringen können. Um mit den Worten Rahabs zu sprechen: Der „Schrecken“ des Volkes Gottes ist darauf gefallen. Zum Beispiel brachte die italienische Zeitung La Repubblica am 12. November 1985 die Schlagzeile: „ALARMSCHREI DER KIRCHE GEGEN JEHOVAS ZEUGEN“. In dem Artikel war von einer Tagung in Bologna die Rede, der ein katholischer Kardinal beiwohnte und die einberufen worden war, um der „Bedrohung“ entgegenzuwirken, die durch Jehovas Zeugen entstehe. Der Papst sandte ein Telegramm zur Ermunterung und zum Beistand. Man rief aus: „Sie schwärmen schon in der ganzen Welt aus“ und erklärte, daß „jetzt die Kirche mobil machen wird“, um dieser „Gefahr“ zu begegnen. Wird sie jedoch Erfolg haben? (Jeremia 1:17-19).
12. (a) Inwiefern widerspricht die Vorstellung, die Babylon die Große von „Gott“ hat, der Wahrheit? (b) Warum wird Jehova für seine Zeugen kämpfen?
12 Babylon die Große umfaßt eine verwirrende Vielzahl von Göttern, angefangen von der mystischen Dreieinigkeit der Christenheit bis zu den Millionen Göttern der östlichen Religionen. Bevor Moses Josua bevollmächtigte, erklärte er: „Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist e i n Jehova.“ Heute stehen Jehovas Zeugen allein da in der Verherrlichung dieses ‘e i n e n Gottes und Vaters’ (5. Mose 6:4; Epheser 4:6). Jehova wird für uns kämpfen, so wie er in den Tagen Josuas und anderer loyaler Führer Israels kämpfte (2. Chronika 20:15, 17; 32:7, 8; Jesaja 54:17).
Urteilsvollstreckung
13. (a) Welche Ereignisse gingen der Belagerung Jerichos voraus? (b) Welche Parallelen sehen wir heute?
13 Josua traf gründliche Vorbereitungen für die Belagerung Jerichos. Die Männer, die in der Wildnis aufgewachsen waren, wurden beschnitten. Dadurch wurde symbolisiert, daß sie alles wegtaten, was eine ganzherzige Ergebenheit gegenüber Jehova hätte behindern können (5. Mose 10:16; 30:5, 6). Die Beobachtung des Passahs wurde wiedereingeführt. Als es das durch ein Wunder beschaffte Manna nicht mehr gab, begann das Volk, sich von den Erzeugnissen des Landes zu ernähren. Außerdem erschien Josua der „Fürst des Heeres Jehovas“, zweifellos der vormenschliche Logos, um ihn zu stärken. Josua erkannte in Demut seine Gegenwart an. Bei alledem sehen wir Parallelen in der Geschichte der neuzeitlichen Zeugen Jehovas, die sich dem zu verrichtenden Werk verschrieben haben. Unsere geistige Speise ist vielfältiger und gehaltvoller geworden, denn der „treue und verständige Sklave“ schreitet unter der Führung des Herrn Jesus Christus unaufhörlich voran (Josua 5:1-15).
14. Welche eigenartige Taktik ordnete Jehova für die Belagerung Jerichos an?
14 Betrachten wir nun die Kampfszene. Jehova hat wirklich zu einer eigenartigen Taktik aufgerufen. An sechs Tagen marschieren israelitische Priester täglich einmal um Jericho herum, wobei sie die Bundeslade tragen, die die Gegenwart Jehovas darstellt. Ihnen gehen sieben Priester voraus, die Widderhörner blasen, und zuvorderst sowie zuhinterst marschieren die Soldaten Israels. Doch am siebenten Tag ‘stehen sie früh auf, sobald die Morgenröte heraufkommt’, und marschieren siebenmal um die Stadt. Wie doch den Einwohnern Jerichos schaudern muß! (Josua 6:2-15).
15. Welche Parallele können wir heute in der Tätigkeit der Zeugen Jehovas sehen?
15 Eine bemerkenswerte Parallele dazu ist das, was Jehovas Zeugen heute weltweit tun. Unsere Königreichstätigkeit hat in letzter Zeit eine beträchtliche Ausdehnung erfahren. In den fünf Jahren bis zum Jahre 1985 hat die Zahl der Pioniere um 134 Prozent zugenommen. Das Heer der Pioniere und anderer treuer Königreichsverkündiger steht „früh“ auf, häufig auch in buchstäblichem Sinne, und beteiligt sich eifrig an der Verkündigung der Gerichtsbotschaften Jehovas. Den Führern der Religionsorganisationen der Christenheit erscheinen diese Zeugen wie ein „zahlreiches und mächtiges Volk“. Die Geistlichen „winden [sich] vor Schmerzen“, da sie sehen, daß die Verkündigung der Wahrheit viele aufrichtige Menschen bewegt, sie zu verlassen und für Jehova Stellung zu beziehen (Joel 2:1-3, 6).
16. (a) Welche Wunder kennzeichnen den Fall Jerichos? (b) Wie wird Rahabs Glaube belohnt?
16 Schließlich befiehlt Josua dem Volk: „Schreit laut; denn Jehova hat euch die Stadt gegeben.“ Ein großes Kriegsgeschrei donnert los. Die Erde erbebt, und — Wunder über Wunder — Jerichos Mauern stürzen ein! Die Israeliten rennen gehorsam in die Stadt, um jedes lebende Wesen zu vernichten. Sie verbrennen die Stadt mit Feuer. Doch siehe! Ein kleiner Teil der Außenmauer steht noch, und am Fenster hängt eine Karmesinschnur. Rahab und die Familie ihres Vaters werden unversehrt herausgeführt. Später wird Rahabs Glaube noch mehr belohnt, denn sie wird die Frau des Israeliten Salmon und eine Vorfahrin Jesu Christi (Josua 6:16-26; Matthäus 1:5).
17. Was schatten diese Wunder vor?
17 „So erwies es sich, daß Jehova mit Josua war, und sein Ruhm verbreitete sich auf der ganzen Erde.“ In der gleichen Weise wird Jehovas majestätischer Name gerechtfertigt werden, wenn zu Beginn der „großen Drangsal“ Babylon die Große verwüstet und ihres Reichtums und Ruhmes beraubt werden wird (Josua 6:27; Offenbarung 17:16; 18:9, 10, 15-17; Matthäus 24:21, 22).
Die Sünde eines Abtrünnigen
18. (a) Warum „begann das Herz des Volkes zu schmelzen“? (b) Wie reagierte Josua auf diese Krise?
18 Kurz nach dem hervorragenden Sieg über Jericho geschah etwas Erstaunliches. Die Angriffstruppe, die Josua zur Niederschlagung der Nachbarstadt Ai ausgesandt hatte, wurde vernichtend geschlagen. „Demzufolge begann das Herz des Volkes zu schmelzen und wurde wie Wasser.“ Der beunruhigte Josua rief im Gebet aus: „Ach, Souveräner Herr Jehova, ... was wirst du für deinen großen Namen tun?“ (Josua 7:2-9).
19, 20. (a) Wie reagierte Jehova auf Achans Torheit, und welche Zusicherung gab er Josua? (b) Welche neuzeitliche Parallele kann man dazu anführen?
19 Dann offenbarte Jehova Josua, daß in Israel eine „schändliche Torheit“ begangen worden war. Achan vom Stamm Juda wurde als der Gesetzesübertreter ausfindig gemacht. Er hatte von der Beute Jerichos ein „gutaussehendes“ babylonisches Gewand sowie Gold und Silber gestohlen. Jehova brachte Achan „in Verruf“, und er und seine Familie wurden gesteinigt. Dann verbrannte man sie und ihre Besitztümer mit Feuer. Als bleibendes Zeugnis für diese Vollstreckung des Urteils Jehovas wurde über Achan ein großer Steinhaufen errichtet, und man nannte die Stelle „Tief gelegene Ebene Achor“ — ein Name, der „Betrübnis, Schwierigkeit“ bedeutet. Erneut sagte Jehova zu Josua: „Fürchte dich nicht, und erschrick nicht.“ Nie wieder versagte Josua im Kampf, und dadurch wurde Jehovas Name verherrlicht (Josua 7:10 bis 8:1).
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„Jehova, unserem Gott, werden wir dienen“Der Wachtturm 1986 | 15. Dezember
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2. (a) Wie bewies Josua selbst im kleinsten Detail Gehorsam? (b) Was geschah auf dem Berg Ebal und dem Berg Gerisim?
2 Nach dem entscheidenden Sieg über Ai wandte Josua seine Aufmerksamkeit den detaillierten Anweisungen zu, die in 5. Mose 27:1 bis 28:68 aufgezeichnet sind. Er errichtete auf dem Berg Ebal einen Altar aus ganzen Steinen und führte dort folgenden Befehl aus: „Du sollst Gemeinschaftsschlachtopfer schlachten und sie dort essen, und du sollst dich vor Jehova, deinem Gott, freuen.“ Als Gedenkzeichen wurden noch andere Steine aufgerichtet, mit Kalk übertüncht und mit den Worten des Gesetzes beschrieben. Dann wurden die Stämme geteilt; die eine Gruppe stand auf dem Berg Gerisim, „um das Volk ... zu segnen“, und die andere stand „für den Fluch auf dem Berg Ebal“. Die Leviten verkündeten mit erhobener Stimme die Flüche für Ungehorsam, und das ganze Volk erwiderte jeweils: „Amen!“ Dann wurden die Segnungen für Gehorsam verkündet. Doch Weh und Leid sollte über Israel kommen, wenn es versäumen würde, ‘alle Worte des Gesetzes auszuführen und den herrlichen und furchteinflößenden Namen Jehovas zu fürchten’ (Josua 8:32-35).
3, 4. (a) Welche nachdrückliche Lektion ist das Verhalten der Israeliten für uns heute? (b) Warum sollten wir es niemals müde werden, uns immer wieder dasselbe anzuhören? (c) Was ist erforderlich, um durch das „enge Tor“ eingehen zu können?
3 Fuhr Israel fort, den ‘Worten des Gesetzes’ zu gehorchen? Trotz der Ermahnungen, die Moses und später auch Josua wiederholt ergehen ließ, versagte das Volk kläglich. Welch eine nachdrückliche Lektion das doch für uns heute ist! Trotz der ständigen Warnungen gibt es immer einige, die denken, sie könnten Gottes Anforderungen mißachten, nach ihrem eigenen Gutdünken handeln und dennoch überleben. Welch eine Torheit! Paulus schrieb, rückblickend auf die Erfahrungen der Israeliten: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle“ (1. Korinther 10:12; Prediger 2:13).
4 Einige in Gottes Volk kritisieren die Warnungen, die erteilt werden; sie sagen, sie seien es müde, immer wieder dasselbe hören zu müssen. Aber häufig sind diese die ersten, die in eine Falle Satans geraten. Das inspirierte Bibelbuch 5. Mose oder Deuteronomium (hebräisch: mischnéh hattōráh, was „Wiederholung des Gesetzes“ bedeutet) besteht hauptsächlich aus vier Reden von Moses; sie machten den Israeliten deutlich, daß sie Jehovas zuvor festgelegten Gesetzen gehorchen mußten. Moses gebrauchte für die Warnungen vor Ungehorsam und für die sich daraus ergebenden „Flüche“ viermal so viele Worte wie für die „Segnungen“. Auf dem Berg Ebal gab Josua Israel wieder den Hinweis, daß es gehorchen mußte. Zeigt uns das nicht, wie wichtig es ist, danach zu ringen, ‘durch das enge Tor einzugehen’? (Matthäus 7:13, 14, 24-27; 24:21, 22).
5. Welchem Bündnis stand Israel nun gegenüber, und welche vergleichbare Situation erkennen wir heute?
5 Jetzt kam es zu einer entscheidenden Kraftprobe. Die Stadt Jericho war beseitigt worden, ebenso wie die falsche Religion zu Beginn der „großen Drangsal“ verwüstet werden wird. Ai war gefallen. Was tat sich jetzt? „Alle Könige, die diesseits des Jordan in der Berggegend und in der Schephela und an der ganzen Küste des Großen Meeres und vor dem Libanon waren, die Hethiter und die Amoriter, die Kanaaniter, die Perisiter, die Hiwiter und die Jebusiter, ... sie alle begannen, sich zusammenzutun, um einmütig gegen Josua und Israel Krieg zu führen“ (Josua 9:1, 2). Die neuzeitliche Parallele dazu besteht darin, daß sich heute die Nationen der Erde verbündet haben und die sogenannten Vereinten Nationen bilden. Sie suchen Frieden und Sicherheit für sich selbst gemäß ihren eigenen Bedingungen, aber sie haben „sich zusammengerottet wie e i n Mann gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten“, den größeren Josua (Psalm 2:1, 2). Wie wird die Sache ausgehen?
Mit Klugheit handeln
6, 7. (a) Woran waren die Gibeoniter interessiert, und für welche Strategie entschieden sie sich? (b) Wie entschied Josua die Sache?
6 Wie Rahab waren jetzt auch andere Nichtisraeliten am Überleben interessiert. Es waren die Einwohner Gibeons, einer großen Stadt im Norden von Jebus (Jerusalem). Sie hatten von Jehovas machtvollen Taten gehört und beschlossen, Frieden und Sicherheit gemäß Jehovas Bedingungen zu suchen. Aber wie? Sie sandten Männer in das Lager Israels bei Gilgal, die trockenen und krümeligen Proviant, abgenutzte Säcke und Weinschläuche mit sich führten und geflickte Kleider und Sandalen trugen. Als sich diese Männer Josua näherten, sagten sie: „Aus einem sehr fernen Land sind deine Knechte gekommen in Hinsicht auf den Namen Jehovas, deines Gottes, denn wir haben von seinem Ruhm ... gehört.“ Daraufhin „machte Josua Frieden mit ihnen und schloß einen Bund mit ihnen, sie am Leben zu lassen“ (Josua 9:3-15).
7 Doch die Israeliten erfuhren bald, daß die Gibeoniter in Wirklichkeit ‘mitten unter ihnen’ wohnten. Wie dachte nun Josua über ihre List? Er hielt sich an den Eid, den er ihnen geschworen hatte, und ‘ließ sie am Leben und machte sie zu Holzsammlern und Wasserschöpfern für die ganze Gemeinde’ (Josua 9:16-27; vergleiche 5. Mose 20:10, 11).
8. In welchen Punkten schatten die Gibeoniter die „große Volksmenge“ vor?
8 Viele Nethinim, die in späteren Jahren am Tempel Jehovas dienten, stammten wahrscheinlich von den Gibeonitern ab. Daher mögen die Gibeoniter durchaus die Glieder der „großen Volksmenge“ vorschatten, die heute Gott ‘Tag und Nacht in seinem Tempel heiligen Dienst darbringen’ (Offenbarung 7:9, 15). Obwohl sie in einer mit Kanaan vergleichbaren Welt leben, sind sie im Herzen „kein Teil der Welt“. Früher mußten sie mit „krümeligem“ geistigem Proviant, wie er beispielsweise in den Kirchen der Christenheit vorzufinden ist, vorliebnehmen, und sie hatten keinen „Wein“ der Freude. Dadurch, daß sie mit Gottes Volk in Berührung gekommen sind, haben sie erkannt, daß Jehova durch seine Zeugen machtvolle Taten vollbringt. Sie haben den langen Treck aus Satans Welt gemacht, um ihre zerlumpten „Kleider“ gegen ein neues Erscheinungsbild als demütige Diener Jehovas einzutauschen, die mit der neuen Persönlichkeit bekleidet sind (Johannes 14:6; 17:11, 14, 16; Epheser 4:22-24).
Organisatorische Unterstützung
9. (a) Welche Krise entstand als nächstes? (b) Wie reagierte Josua, und welche Zusicherung erhielt er?
9 Als Adoni-Zedek, der König von Jerusalem, hörte, daß die Gibeoniter mit Israel Frieden gemacht hatten, „geriet er in große Furcht, weil Gibeon eine große Stadt war, wie eine der Königsstädte, ... und alle seine Männer waren Starke“. Er schloß ein Militärbündnis mit vier anderen Königen, und sie belagerten Gibeon. Unverzüglich flehten die Gibeoniter Josua an: „Komm schnell zu uns herauf, und rette uns doch und hilf uns.“ Josua reagierte sofort, und Jehova gab ihm die Zusicherung: „Fürchte dich nicht vor ihnen, denn in deine Hand habe ich sie gegeben. Kein Mann von ihnen wird gegen dich bestehen.“ Josua und seine tapferen, starken Männer marschierten „die ganze Nacht hindurch“, um den Feind völlig überraschend anzugreifen (Josua 10:1-9).
10. (a) Welches Vorgehen ist heute eine Parallele zur Belagerung Gibeons? (b) Welche Entschlossenheit bringen die neuzeitlichen Gibeoniter zum Ausdruck?
10 Wie jene fünf Könige sind heute einige Regierungshäupter darüber erbost, daß viele ihrer Bürger — sogar „Starke“ — für den größeren Josua und sein globales Königreich der Gerechtigkeit Stellung beziehen. Diese Herrscher sind davon überzeugt, daß die Landesgrenzen beibehalten werden sollten, obwohl die Nationen ständig miteinander streiten und sich gegenseitig bekriegen. Daher versuchen sie, der friedliebenden „großen Volksmenge“ die geistige Speise wegzunehmen, die Zusammenkünfte zu verbieten, wo diese „Speise“ eingenommen wird, und sie davon abzuhalten, mit anderen über geistige Belange zu sprechen. Aber die neuzeitlichen Gibeoniter stehen loyal zum geistigen Israel, indem sie sagen: „Wir wollen mit euch gehen“ (Sacharja 8:23; vergleiche Apostelgeschichte 4:19, 20; 5:29).
11. Wie reagieren Jehovas Zeugen heute in Krisenfällen?
11 Wenn die „große Volksmenge“ sich an ihre „Mutter“-Organisation um Hilfe wendet, kommt die Hilfe sofort und reichlich. Wie schnell Jehovas Zeugen ihre Projekte verwirklichen, erkennt man auch in vielerlei anderer Hinsicht — beim Organisieren von Hilfsmaßnahmen unmittelbar nach Naturkatastrophen und beim Schnellbau von Königreichssälen und anderen Zusammenkunftsstätten, die zur Verteilung der „Speise“ dienen. Zum Beispiel rückte vor dem Kongreß im Yankee-Stadion (New York) im vergangenen Juni mitten in der Nacht gleich nach einem Baseballspiel eine Putzkolonne von Freiwilligen an; das Stadion hat noch nie so sauber ausgesehen wie während der darauffolgenden vier Tage. Wenn irgendwo eine Krise in Verbindung mit dem Predigen der guten Botschaft entsteht, sind verantwortliche Älteste von Jehovas Zeugen bereit, schnell zu handeln (Philipper 1:6, 7).
Jehova kämpft für Israel
12. Welche Wunder vollbringt Jehova, während Israel zur Verteidigung der Gibeoniter kämpft? (Vergleiche Habakuk 3:1, 2, 11, 12.)
12 Richten wir jetzt unseren Blick auf Gibeon. Jehova bringt die feindlichen Heere in Verwirrung. Israel jagt ihnen nach und richtet eine große Schlachtung an. Und was sehen wir vom Himmel fallen? Große Eisbrocken! Durch diese riesigen Hagelsteine werden mehr Feinde getötet als durch die Krieger Israels. Höre, Josua spricht zu Jehova! Was sagt er „vor den Augen Israels“? Folgendes: „Sonne, steh bewegungslos über Gibeon, und Mond, über der tief gelegenen Ebene von Ajalon!“ Wieder ein ehrfurchtgebietendes Wunder! „Ungefähr einen ganzen Tag“ erhellt die Sonne das Schlachtfeld, bis Jehovas Rache völlig ausgeführt ist. Es steht nicht zur Diskussion, wie Jehova jenes Wunder wirkte, ebensowenig wie wir wissen, auf welche Weise Jehova die zwei großen Lichter ‘machte’, die am vierten Schöpfungs„tag“ sichtbar wurden (1. Mose 1:16-19; Psalm 135:5, 6). Der Bericht ist überzeugend: „Kein Tag hat sich wie dieser erwiesen, weder vor ihm noch nach ihm, indem Jehova auf eines Mannes Stimme hörte, denn Jehova selbst kämpfte für Israel“ (Josua 10:10-14).
13. Wie ermuntert Josua seine Befehlshaber, und mit welchem Endergebnis?
13 Die Aktion gipfelt in der Schlachtung der fünf Könige, und zu diesem Zeitpunkt sagt Josua zu seinen Befehlshabern: „Fürchtet euch nicht, und erschreckt nicht. Seid mutig und stark, denn ebenso wird Jehova allen euren Feinden tun, gegen die ihr Krieg führt.“ Das hat sich bereits in bezug auf sieben Könige Kanaans bewahrheitet, und es bewahrheitet sich weiterhin, denn es werden noch 24 Königreiche (eine vollständige Zahl) vernichtet. Erst nach sechs Jahren Krieg hat das Land Ruhe (Josua 10:16-25; 12:7-24).
14. Mit welcher Einstellung und welcher Zuversicht sollten wir Harmagedon entgegenblicken?
14 Mögen wir heute, während wir uns dem letzten Krieg, nämlich Harmagedon, nähern, so mutig und stark sein wie Josua, seine starken Männer und das ganze große Lager Israels. Wir können davon überzeugt sein, daß Jehova, so wie er mehrere Millionen Israeliten unversehrt in das Verheißene Land gebracht hat, weitere ehrfurchtgebietende Wunder vollbringen kann, indem er seine Millionen furchtlosen Diener durch Harmagedon in das neue System hineinführt (Offenbarung 7:1-3, 9, 14; 19:11-21; 21:1-5).
Unser Beschluß
15. Welche Art Zuteilungen können die „anderen Schafe“ in Gottes neuem System erwarten?
15 Obwohl Josua schon auf die 90 zuging, mußte er eine weitere große Aufgabe lösen — die Landzuteilung an die Stämme Israels. Das bedeutete nicht, daß das Leben für die Israeliten leicht geworden wäre. Kaleb erbat sich sogar das Gebiet von Hebron, wo die Enakiter, die Riesen, lebten; er wollte sich weiterhin verausgaben und die letzten Feinde Jehovas ausrotten. Daraus sollte man nicht schließen, daß es während der Tausendjahrherrschaft Christi auf der Erde menschliche Feinde geben wird. Aber es wird einiges zu tun sein. Wir dürfen nicht erwarten, im neuen System der Dinge ein leichtes, faules Leben führen zu können. Wenn die „anderen Schafe“ des Herrn ihre Zuteilungen auf der „neuen Erde“ erhalten haben, gibt es für sie eine Menge Arbeit an einem kolossalen Projekt — die Verschönerung der Erde und ihre Umwandlung in das buchstäbliche Paradies (Josua 14:6-15; Markus 10:29, 30; Römer 12:11).
16. Was wird durch die „Zufluchtsstädte“ dargestellt?
16 Bei der Landzuteilung bestimmte Josua sechs Levitenstädte zu „Zufluchtsstädten“, drei auf jeder Seite des Jordan. Das war Jehovas Vorkehrung zum Schutz des unabsichtlichen Totschlägers, der in eine dieser Städte fliehen konnte. Ein solcher Totschläger mußte beweisen, daß er vor Gott ein reines Gewissen hatte, und das tat er, indem er bis zum Tod des Hohenpriesters in der betreffenden Stadt blieb. Gleichermaßen müssen die Glieder der „großen Volksmenge“ wegen ihres früheren Umgangs mit der blutschuldigen Welt heute um ein gutes Gewissen vor Gott bemüht sein. Sie können ein gutes Gewissen erlangen, indem sie ihre Sünden bekennen, bereuen, umkehren, sich Jehova hingeben und sich im Wasser taufen lassen. Danach müssen sie diesen Stand beibehalten. Die „große Volksmenge“ muß in der „Stadt“ bleiben, bis Jesus in übertragenem Sinne im Hinblick auf sein hohepriesterliches Werk stirbt, und zwar beim Abschluß seiner Tausendjahrherrschaft (Josua 20:1-9; Offenbarung 20:4, 5; 1. Korinther 15:22, 25, 26).
17. Welchen erfreulichen Ausgang erwarten wir heute?
17 Wie wunderbar Jehova doch sein Volk Israel segnete! Der Weg war beschwerlich, und die Prüfungen waren zahlreich. Aber schließlich kam es in das Verheißene Land und ließ sich dort nieder. Wie sehr die Herzen von Dankbarkeit gegenüber Jehova erfüllt gewesen sein müssen! Dadurch, daß wir unserem Gott treu bleiben, können wir eine ähnliche Freude erleben, wenn wir in sein neues System kommen, zu dem die „neue Erde“ gehört. Gewiß werden wir dann das gleiche beobachten, was die Israeliten in den Tagen Josuas beobachteten: „Keine Verheißung war dahingefallen von der ganzen guten Verheißung, die Jehova dem Hause Israel gegeben hatte; alles traf ein“ (Josua 21:45). Mögest auch du einen freudigen Anteil daran haben!
18. (a) Was führte Josua den Ältesten von Israel vor Augen? (b) Welchen Wunsch sollten wir in bezug auf Jehovas neues System haben?
18 Im Alter von 110 Jahren versammelte Josua schließlich die älteren Männer Israels. Er erinnerte sie daran, auf welch wunderbare Weise Jehova sein treues Volk von der Zeit Abrahams bis zu jenem Tag gesegnet hatte. Nun sagte Jehova zu ihnen: „Auf diese Weise gab ich euch ein Land, um das ihr euch nicht gemüht hattet, und Städte, die ihr nicht gebaut hattet, und ihr nahmt Wohnsitz darin. Weingärten und Olivenhaine, die ihr nicht gepflanzt hattet, sind es, wovon ihr eßt.“ Angesichts dieser reichlichen Versorgung sollte Israel gewiß ‘Jehova fürchten’ und ihm für immer „in Untadeligkeit und in Wahrheit“ dienen. Der Blick auf Jehovas herrliches neues System, das er für diese Erde vorgesehen hat, sollte sicher auch in jedem von uns diesen Wunsch wecken (Josua 24:13, 14).
19. (a) Vor welche Wahl stellte Josua jetzt das Volk, und was erwiderte es? (b) Wem sollten wir gleichen wollen? (c) Welche Wahl sollten wir treffen, und in welcher Zuversicht?
19 Dann stellte Josua das Volk unmißverständlich vor die Wahl: „Wenn es nun übel ist in euren Augen, Jehova zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt ... ICH ... UND MEINE HAUSGENOSSEN, WIR WERDEN JEHOVA DIENEN.“ Können wir in diese Worte einstimmen — jeder einzelne von uns, die gläubigen Glieder unserer Familie, unsere Versammlung und die „Hausgenossen Gottes“ in der ganzen Welt? Gewiß! (Epheser 2:19). Das Volk erwiderte auf Josuas Rede folgendes: „Jehova, unserem Gott, werden wir dienen, und auf seine Stimme werden wir hören!“ (Josua 24:15, 24). Aber leider taten die Israeliten das in späteren Jahren nicht mehr. Das wollen wir nicht nachahmen. Wir möchten wie Josua und seine Hausgenossen, wie Kaleb, wie die Gibeoniter und wie Rahab sein. Ja, „WIR WERDEN JEHOVA DIENEN“. Mögen wir das mutig tun, in der völligen Zuversicht, daß nichts „imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Römer 8:39).
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