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ProselytEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Im Bekehrungswerk tätig. Das Babylonische Exil hatte eine weite Verbreitung des Judaismus zur Folge. Die in der Diaspora lebenden Juden kamen mit Heiden vieler Nationen in Berührung. Die Tatsache, dass Synagogen errichtet wurden und die Hebräischen Schriften in der griechischen Sprache vorhanden waren, erleichterte es Personen in der ganzen römischen Welt, die jüdische Religion kennenzulernen. Schreiber der alten Zeit wie Horaz und Seneca bestätigen, dass sich viele Leute aus verschiedenen Ländern den Juden anschlossen und Proselyten wurden. Josephus berichtet über die Juden in Antiochia in Syrien: „Sie zogen viele Griechen zu ihrem Glauben herüber, wodurch sie diese gewissermaßen zu einem Bestandteil ihrer eigenen Gemeinde machten“ (Geschichte des Jüdischen Krieges, übersetzt von H. Clementz, 1984, 7. Buch, Kap. 3, Abs. 3, S. 456). In dem Werk The Interpreter’s Dictionary of the Bible (herausgegeben von G. A. Buttrick, 1962, Bd. 3, S. 925) heißt es, dass „die Juden in Rom einen solch aggressiven Geist der Proselytenmacherei bekundeten, dass man sie beschuldigte, sie suchten die Römer mit ihrer Anbetungsform zu infizieren, und 139 v. Chr. wies die Regierung die Hauptpropagandisten aus der Stadt aus“. Diese Beschuldigung mag natürlich unbegründet oder übertrieben gewesen sein; vielleicht steckten politische Gründe oder rassistische oder religiöse Vorurteile dahinter. Aber auch Jesus sagte über die heuchlerischen Schriftgelehrten und Pharisäer: „Ihr [durchreist] das Meer und das trockene Land ..., um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es wird, macht ihr ihn zu einem Gegenstand für die Gehenna, doppelt so schlimm wie ihr selbst“ (Mat 23:15).
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ProselytEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Zwangsbekehrung. Nicht alle jüdischen Proselyten wurden auf friedliche Weise gewonnen. Der Geschichtsschreiber Josephus berichtet, dass Johannes Hyrkanos I. um 125 v. u. Z. die Idumäer unterwarf und dem Volk sagte, es könne nur in seinem Land bleiben, wenn es die Beschneidung einführe. Die Leute sollten also gezwungenermaßen Proselyten werden (Jüdische Altertümer, 13. Buch, Kap. 9, Abs. 1). Aristobulos, der Sohn von Johannes Hyrkanos, tat dasselbe mit den Ituräern (13. Buch, Kap. 11, Abs. 3). Später zerstörten die Juden unter Alexander Jannäus die Stadt Pella, weil sich die Bewohner weigerten, Proselyten zu werden (13. Buch, Kap. 15, Abs. 4). Das alles geschah zweifellos aus politischen Gründen und nicht aufgrund von Missionseifer.
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