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Gemeinsame Bewohner eines wiederhergestellten „Landes“Der Wachtturm 1995 | 1. Juli
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1, 2. (a) Wie sah die Situation der Proselyten in Israel aus? (b) Welche Einstellung haben die Angehörigen der „großen Volksmenge“ in der Neuzeit bewiesen?
IN ALTER Zeit diente Israel — solange es treu war — auf der Weltbühne als ein Zeuge für die Herrlichkeit Jehovas (Jesaja 41:8, 9; 43:10). Viele Ausländer reagierten günstig und kamen, um Jehova in Gemeinschaft mit seinem auserwählten Volk anzubeten. Sie sagten zu Israel eigentlich dasselbe, was Ruth zu Noomi sagte: „Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott“ (Ruth 1:16). Sie unterwarfen sich den Bestimmungen des Gesetzesbundes, die unter anderem vorschrieben, daß sich alles Männliche beschneiden lassen mußte (2. Mose 12:43-48). Einige der Frauen heirateten Israeliten. Rahab aus Jericho und die Moabiterin Ruth wurden Vorfahren Jesu Christi (Matthäus 1:5). Diese Proselyten gehörten zur Versammlung Israels (5. Mose 23:7, 8).
2 Ähnlich wie die Proselyten in Israel haben heute die Angehörigen der „großen Volksmenge“ zum gesalbten Überrest gesagt: „Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist“ (Offenbarung 7:9; Sacharja 8:23). Die große Volksmenge erkennt an, daß diese gesalbten Christen den „treuen und verständigen Sklaven“ Jehovas bilden, und sie arbeitet mit diesem so eng zusammen, daß die Gesalbten und die „anderen Schafe“ „e i n e Herde ... unter e i n e m Hirten“ sind (Matthäus 24:45-47; Johannes 10:16). Was wird mit der großen Volksmenge geschehen, wenn alle gesalbten Brüder ihren himmlischen Lohn empfangen haben? Sie muß sich keine Sorgen machen. In den gegenwärtigen „letzten Tagen“ trifft Jehova Vorbereitungen für jene Zeit (2. Timotheus 3:1).
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Gemeinsame Bewohner eines wiederhergestellten „Landes“Der Wachtturm 1995 | 1. Juli
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Ausländer, die in dem „Land“ tätig sind
6. Inwiefern sind Ausländer im „Land“ des Volkes Gottes tätig?
6 Genauso, wie sich die Proselyten im Land Israel dem mosaischen Gesetz unterwarfen, so gehorcht heute die große Volksmenge in dem wiederhergestellten „Land“ den Geboten Jehovas. Als von ihren gesalbten Brüdern Unterwiesene hüten sich die Angehörigen der großen Volksmenge vor sämtlichen Formen der falschen Anbetung, und sie achten die Heiligkeit des Blutes (Apostelgeschichte 15:19, 20; Galater 5:19, 20; Kolosser 3:5). Sie lieben Jehova mit ganzem Herzen, mit ganzem Sinn, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft, und sie lieben ihren Nächsten wie sich selbst (Matthäus 22:37; Jakobus 2:8). In alter Zeit halfen Proselyten beim Bau des Tempels Salomos mit, und sie unterstützten Bemühungen, die wahre Anbetung wiederherzustellen (1. Chronika 22:2; 2. Chronika 15:8-14; 30:25). Auch die große Volksmenge beteiligt sich heute an Bauprojekten. Sie trägt beispielsweise zum Aufbau von Versammlungen und Kreisen bei, und sie wirkt natürlich auch bei buchstäblichen Bauprojekten mit wie der Errichtung von Königreichssälen, Kongreßsälen und Zweigeinrichtungen.
7. Was geschah in Jerusalem, als es nach dem Exil nicht genug Leviten gab, um die Tempeldienste zu verrichten?
7 Nachdem Israel 537 v. u. Z. aus dem Exil in Babylon zurückgekehrt war, wurde mit der Organisation des Dienstes an der Stätte des Tempels begonnen. Die Zahl der zurückgekehrten Leviten war allerdings nicht sehr groß. Deshalb erhielten die Nethinim — beschnittene ansässige Fremdlinge, die früher Helfer der Leviten gewesen waren — zusätzliche Vorrechte in Verbindung mit dem Tempeldienst. Sie waren den gesalbten aaronischen Priestern jedoch nicht gleichgestellt (Esra 7:24; 8:15-20; Nehemia 3:22-26).b
8, 9. Inwiefern haben die anderen Schafe einen immer größeren Anteil daran, in den letzten Tagen heiligen Dienst zu leisten?
8 Die gesalbten Christen ahmen dieses Vorbild heute nach. Während die „Zeit des Endes“ fortschreitet, nimmt die Zahl der Gesalbten im „Land“ des Volkes Gottes immer mehr ab (Daniel 12:9; Offenbarung 12:17). Angesichts dessen leistet heute die große Volksmenge den größten Teil der Tätigkeit in Verbindung mit dem „heiligen Dienst“ (Offenbarung 7:15). Unter der Führung ihrer gesalbten Brüder bringen sie Gott „ein Schlachtopfer der Lobpreisung“ dar, „das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“. Sie vergessen nicht, „Gutes zu tun und die Dinge mit anderen zu teilen“, denn sie wissen, „solche Schlachtopfer sind Gott wohlgefällig“ (Hebräer 13:15, 16).
9 Da die große Volksmenge jedes Jahr um Hunderttausende wächst, besteht ein immer größerer Bedarf an Personen, die die Aufsicht führen. Früher lag diese ausschließlich in den Händen gesalbter Christen. Heute ist die Aufsicht in den meisten Versammlungen sowie in den Kreisen, Bezirken und Zweigen zwangsläufig anderen Schafen anvertraut worden. 1992 erhielten einige von ihnen das Vorrecht, den Zusammenkünften der Komitees der leitenden Körperschaft beizuwohnen und als nicht stimmberechtigte Gehilfen zu dienen. Die anderen Schafe bleiben ihren gesalbten Mitchristen gegenüber weiterhin loyal, und sie betrachten es als ein Vorrecht, diejenigen zu unterstützen, die den treuen und verständigen Sklaven bilden (Matthäus 25:34-40).
„Wie ein Scheich“
10, 11. Inwiefern ist, entsprechend dem Vorbild einiger Philister, bei manchen Feinden des Volkes Gottes ein Sinneswandel vor sich gegangen? Mit welchem Ergebnis?
10 Die Art und Weise, wie der treue und verständige Sklave andere Schafe in verantwortlicher Stellung gebraucht, wurde in Sacharja 9:6, 7 vorausgesagt. Dort lesen wir: „Gewiß werde ich den Stolz des Philisters wegtilgen. Und ich will seine blutbefleckten Dinge aus seinem Mund entfernen und seine abscheulichen Dinge zwischen seinen Zähnen hinweg, und auch er selbst wird bestimmt übrigbleiben für unseren Gott; und er soll wie ein Scheich in Juda werden und Ekron wie der Jebusiter.“c Die Philister waren geschworene Feinde des Volkes Jehovas, genauso wie Satans Welt heute (1. Johannes 5:19). Gleich den Philistern, die schließlich als Volk ausgerottet wurden, wird die gegenwärtige Welt mit ihren religiösen, politischen und kommerziellen Elementen bald den zerstörerischen Zorn Jehovas zu spüren bekommen (Offenbarung 18:21; 19:19-21).
11 Doch gemäß den Worten Sacharjas sollte bei einigen Philistern ein Sinneswandel vor sich gehen; dadurch wurde vorgeschattet, daß in der heutigen Zeit manche Menschen aus der Welt ihre Feindschaft Jehova gegenüber aufgeben würden. Sie würden dem religiösen Götzendienst mit seinen widerwärtigen Riten und seinen abscheulichen Opfern den Rücken kehren und in den Augen Jehovas rein sein. In unseren Tagen sind solche bekehrten „Philister“ in der großen Volksmenge zu finden.
12. Inwiefern ist in der Neuzeit „Ekron wie der Jebusiter“ geworden?
12 Nach den Worten der Prophezeiung sollte die große Philisterstadt Ekron „wie der Jebusiter“ werden. Auch die Jebusiter waren einst Feinde Israels. Jerusalem befand sich in ihren Händen, bis David es einnahm. Doch einige von denen, die die Kriege mit Israel überlebt hatten, wurden offensichtlich Proselyten. Sie dienten im Land Israel als Sklaven, und sie hatten sogar das Vorrecht, beim Bau des Tempels mitzuwirken (2. Samuel 5:4-9; 2. Chronika 8:1-18). „Ekroniter“, die heute die Anbetung Jehovas aufnehmen, haben ebenfalls Dienstvorrechte in dem „Land“, und zwar unter der Aufsicht des treuen und verständigen Sklaven.
13. Was bedeutete es in alter Zeit, ein Scheich zu sein?
13 Wie Sacharja sagte, würden die Philister wie ein Scheich in Juda sein. Das mit „Scheich“ übersetzte hebräische Wort ʼallúph bedeutet „Anführer von tausend Mann“ (oder „Chiliarch“). Dabei handelte es sich um eine sehr hohe Stellung. In alter Zeit hatte die Nation Edom offenbar nur 13 Scheiche (1. Mose 36:15-19). Das Wort „Scheich“ wird in Verbindung mit Israel nicht oft gebraucht, aber der Ausdruck „Haupt (oder Oberster) einer Tausendschaft“ kommt häufig vor. Wenn Moses Vertreter der Nation Israel zu sich kommen ließ, rief er „die Häupter der Tausendschaften Israels“d. Dabei handelte es sich lediglich um 12 Männer, die offensichtlich Moses direkt untergeordnet waren (4. Mose 1:4-16). In ähnlicher Weise kamen in der Heeresorganisation die Obersten der Tausendschaften gleich nach dem General oder dem König (2. Samuel 18:1, 2; 2. Chronika 25:5).
14. Inwiefern ist heute der „Philister“ wie ein Scheich geworden?
14 Sacharja sagte nicht voraus, daß der reumütige Philister tatsächlich ein Scheich in Israel werden würde. Das wäre nicht angebracht, denn er war kein gebürtiger Israelit. Er würde allerdings wie ein Scheich in Israel werden, da er eine Autoritätsstellung einnehmen würde, die mit der eines Scheichs vergleichbar wäre. Und genauso ist es gekommen. Während der Überrest der gesalbten Christen zahlenmäßig abnimmt und denjenigen, die noch leben, auf Grund des Alters Einschränkungen auferlegt sind, greifen gutgeschulte andere Schafe ihnen sozusagen unter die Arme. Sie wollen ihre gesalbten Brüder nicht verdrängen. Doch der treue und verständige Sklave gibt diesen anderen Schafen die nötige Autorität in dem „Land“, damit sich Gottes Organisation weiterhin auf organisierte Weise vorwärtsbewegen kann. Von dem fortschreitenden Prozeß wird auch in einer anderen Prophezeiung gesprochen.
Priester und Landwirte
15. (a) Wer sind in der Erfüllung von Jesaja 61:5, 6 die „Priester Jehovas“, und wann werden sie im vollständigen Sinn in dieser Stellung dienen? (b) Wer sind die „Fremden“, die die landwirtschaftlichen Arbeiten Israels verrichten, und was schließt diese Tätigkeit in geistiger Hinsicht ein?
15 In Jesaja 61:5, 6 heißt es: „Fremde werden tatsächlich dastehen und eure Kleinviehherden hüten, und die Ausländer werden eure Landwirte und eure Winzer sein. Und was euch betrifft, die Priester Jehovas werdet ihr genannt werden; die Diener unseres Gottes werdet ihr geheißen werden. Das Vermögen der Nationen werdet ihr essen, und ihrer Herrlichkeit werdet ihr euch rühmen.“ Die „Priester Jehovas“ sind heute die gesalbten Christen. Sie werden schließlich im vollständigen Sinn als „Priester Jehovas“, als „Diener unseres Gottes“ im himmlischen Königreich dienen (Offenbarung 4:9-11). Wer sind die „Fremden“, die für die landwirtschaftlichen Arbeiten verantwortlich sind? Das sind die anderen Schafe, die im „Land“ des Israels Gottes wohnen. Worum handelt es sich bei den ihnen übertragenen Aufgaben als Hüter, Landwirte und Winzer? In geistiger Hinsicht — was für uns eigentlich von Bedeutung ist — haben sie damit zu tun, Menschen zu ernähren, einzusammeln und ihnen zu helfen (Jesaja 5:7; Matthäus 9:37, 38; 1. Korinther 3:9; 1. Petrus 5:2).
16. Wer wird schließlich sämtliche Arbeit im „Land“ des Volkes Gottes verrichten?
16 Gegenwärtig ist noch eine geringe Anzahl geistiger Israeliten auf der Erde, die einen Anteil an der geistigen Tätigkeit als Hüter, Landwirte und Winzer haben. Wenn die gesamte gesalbte Versammlung schließlich mit Christus vereint ist, wird die ganze Arbeit den anderen Schafen überlassen. Selbst die von Menschen ausgeübte Aufsicht über das „Land“ wird dann in der Hand qualifizierter anderer Schafe liegen, die im Bibelbuch Hesekiel als Klasse des Vorstehers bezeichnet werden (Hesekiel, Kapitel 45, 46).e
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