Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • 7. Bibelbuch — Richter
    „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
    • 1. In welcher Hinsicht war die Richterzeit bemerkenswert?

      VOR uns liegt eine mit Handlung vollgepackte Chronik der Geschichte Israels, in der abwechselnd über Israels unheilvolle Verstrickung in dämonische Kulte und über Jehovas barmherzige Befreiung seines reuigen Volkes durch von ihm ernannte Richter berichtet wird. Glaubensstärkend sind die Machttaten Othniels, Ehuds, Schamgars und der anderen Richter, die ihnen folgten. Deshalb sagt der Schreiber des Hebräerbriefs: „Die Zeit wird mir fehlen, wenn ich weitererzähle von Gideon, Barak, Simson, Jephtha ..., die durch Glauben Königreiche niederkämpften, Gerechtigkeit wirkten, ... aus einem Zustand der Schwäche mit Kraft erfüllt wurden, im Krieg tapfer wurden, die Heere von Fremden auseinandertrieben“ (Heb. 11:32-34). Zur Vervollständigung der Namen der zwölf treuen Richter während dieser Zeitspanne seien noch Tola, Jair, Ibzan, Elon und Abdon erwähnt. (Samuel wird gewöhnlich nicht zu den Richtern gezählt.) Jehova war derjenige, der für die Richter die Schlachten schlug, und sein Geist hüllte sie ein, wenn sie ihre Heldentaten vollbrachten. Alle Ehre und allen Ruhm schrieben sie ihrem Gott zu.

  • 7. Bibelbuch — Richter
    „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
    • 10. Durch wessen Kraft richtet Othniel, und mit welchem Ergebnis?

      10 Richter Othniel (3:1-11). In ihrer Trübsal wegen der Unterdrückung durch die Kanaaniter rufen die Söhne Israels Jehova um Hilfe an. Othniel ist der erste Richter, den er erweckt. Richtet Othniel mit menschlicher Kraft und Weisheit? Nein, denn wir lesen: „Der Geist Jehovas kam nun über ihn“, um Israels Feinde zu unterwerfen. „Danach hatte das Land vierzig Jahre lang Ruhe“ (3:10, 11).

      11. Wie gebraucht Jehova Ehud, um Israel zu befreien?

      11 Richter Ehud (3:12-30). Die Söhne Israels müssen Eglon, dem König von Moab, 18 Jahre lang dienen, bis Jehova ein weiteres Mal ihre Hilferufe erhört und den Richter Ehud erweckt. Der linkshändige Ehud, der eine Geheimaudienz beim König erlangt, tötet Eglon, indem er ein selbstgemachtes Schwert, das er unter seinem Umhang verborgen hat, tief in dessen fetten Bauch stößt. Israel sammelt sich schnell an Ehuds Seite zum Kampf gegen Moab, und Gott gewährt dem Land wieder 80 Jahre lang Ruhe.

      12. Was zeigt, daß Schamgars Sieg durch Gottes Kraft bewirkt wurde?

      12 Richter Schamgar (3:31). Schamgar rettet Israel, indem er sechshundert Philister niederschlägt. Daß es ein Sieg durch Jehovas Kraft ist, läßt die Waffe, die er dabei benutzt, erkennen: ein einfacher Rinderstachel.

      13. Welche dramatischen Ereignisse gehen dem Siegeslied Baraks und Deboras voraus?

      13 Richter Barak (4:1⁠—⁠5:31). Als nächstes wird Israel dem kanaanitischen König Jabin und dessen Heerführer Sisera untertan, der über mehr als 900 Streitwagen mit eisernen Sicheln verfügt. Als Israel wieder beginnt, zu Jehova zu schreien, erweckt er den Richter Barak, der von der Prophetin Debora mit Geschick unterstützt wird. Damit Barak und sein Heer keinen Grund zum Prahlen haben, läßt Debora wissen, daß es eine Schlacht unter der Leitung Jehovas sein wird, und sie prophezeit: „Jehova wird Sisera in die Hand einer Frau verkaufen“ (4:9). Barak ruft Männer von Naphtali und Sebulon auf dem Berg Tabor zusammen. Mit seinem 10 000 Mann starken Heer stürmt er herab in den Kampf. Der starke Glaube trägt den Sieg davon. ‘Jehova beginnt Sisera und alle seine Kriegswagen und das ganze Lager in Verwirrung zu bringen’, indem er sie durch eine plötzliche Überschwemmung im Tal Kischon überwältigt. ‘Auch nicht e i n e r bleibt übrig’ (4:15, 16). Jael, die Frau Hebers, des Keniters, in deren Zelt sich Sisera flüchtet, macht die Niederlage vollkommen, indem sie Siseras Kopf mit einem Zeltpflock an den Boden nagelt. „So unterwarf Gott ... Jabin“ (4:23). Debora und Barak frohlocken im Gesang und preisen die unüberwindbare Kraft Jehovas, der sogar die Sterne von ihren Bahnen aus gegen Sisera kämpfen ließ. Es ist wirklich eine Zeit, ‘Jehova zu segnen’ (5:2). Vierzig Jahre des Friedens folgen.

      14, 15. Welchen Beweis der Unterstützung Jehovas erhält Gideon, und wodurch wird diese Unterstützung in Verbindung mit der völligen Niederlage der Midianiter noch hervorgehoben?

      14 Richter Gideon (6:1⁠—⁠9:57). Wieder handeln die Söhne Israels schlecht, und das Land wird von plündernden Midianitern verwüstet. Durch seinen Engel ernennt Jehova Gideon zum Richter, und Jehova versichert ihm mit eigenen Worten: „Es [wird] sich erweisen ..., daß ich mit dir bin“ (6:16). Gideons erste mutige Handlung besteht darin, den Altar Baals in seiner Heimatstadt niederzureißen. Nun kommen die vereinigten Heere des Feindes herüber nach Jesreel, und ‘Jehovas Geist hüllt Gideon ein’, als er Israel zur Schlacht zusammenruft (6:34). Durch eine Probe, bei der Gideon auf der Dreschtenne ein Wollvlies dem Tau aussetzt, erhält er die zweifache Bestätigung dafür, daß Gott mit ihm ist.

      15 Jehova sagt Gideon, daß sein Heer von 32 000 Mann zu zahlreich ist und sich Menschen wegen dessen Größe des Sieges brüsten könnten. Zuerst werden die Furchtsamen nach Hause geschickt, so daß nur noch 10 000 übrigbleiben (Ri. 7:3; 5. Mo. 20:8). Dann werden durch eine Probe beim Wassertrinken alle bis auf 300 umsichtige und wachsame Männer ausgeschieden. Gideon erkundet das midianitische Lager bei Nacht, und sein Vertrauen wird gestärkt, als er hört, wie ein Mann einen Traum wie folgt deutet: „Das ist nichts anderes als das Schwert Gideons ... Der wahre Gott hat Midian und das ganze Lager in seine Hand gegeben“ (Ri. 7:14). Nachdem Gideon zu Gott gebetet hat, stellt er seine Leute in drei Abteilungen rings um das midianitische Lager auf. Plötzlich wird die Stille der Nacht durch das Blasen von Hörnern zerrissen, durch das Zerschlagen großer Wasserkrüge, durch das Aufleuchten von Fackeln und durch den Ausruf der 300 Männer Gideons: „Schwert Jehovas und Gideons!“ (7:20). Im Lager der Feinde bricht ein Tumult aus. Die Männer kämpfen einer gegen den anderen und ergreifen die Flucht. Israel jagt ihnen nach, schlägt sie nieder und tötet ihre Fürsten. Nun bittet das Volk von Israel Gideon, über sie zu herrschen, was er jedoch mit den Worten zurückweist: „Jehova ist es, der über euch herrschen wird“ (8:23). Er macht aus der Kriegsbeute allerdings ein Ephod, das später ungebührlich verehrt wird und so für Gideon und seine Hausgemeinschaft zu einer Schlinge wird. Während Gideons Zeit als Richter hat das Land 40 Jahre lang Ruhe.

      16. Welches Ende findet der Usurpator Abimelech?

      16 Nach Gideons Tod reißt Abimelech, einer seiner Söhne von einer Nebenfrau, die Macht an sich und ermordet seine 70 Halbbrüder. Jotham, Gideons jüngster Sohn, kann als einziger entkommen, und er verkündet vom Gipfel des Berges Gerisim Abimelechs Untergang. In seinem Gleichnis von den Bäumen vergleicht er Abimelechs „Königtum“ mit dem eines geringgeachteten Dornstrauchs. Bald wird Abimelech in Sichem in einen internen Streit verwickelt. In dessen Verlauf kommt er auf demütigende Weise durch die Hand einer Frau um, die vom Turm von Tebez einen Mühlstein wirft, der ihn genau trifft und seinen Schädel zerschmettert (Ri. 9:53; 2. Sam. 11:21).

      17. Was erfahren wir über die Richter Tola und Jair?

      17 Die Richter Tola und Jair (10:1-5). Sie sind die nächsten, die in der Kraft Jehovas Befreiungstaten vollbringen, und sie richten 23 bzw. 22 Jahre lang.

      18. (a) Welche Befreiung schafft Jephtha? (b) Welches Gelübde, das er Jehova abgelegt hat, hält er treu? Wie?

      18 Richter Jephtha (10:6⁠—⁠12:7). Da Israel nicht davon abläßt, Götzendienst zu treiben, entbrennt erneut der Zorn Jehovas gegen die Nation. Das Volk muß daraufhin unter der Bedrückung durch die Ammoniter und die Philister leiden. Jephtha wird aus der Verbannung zurückgerufen, um Israel im Kampf anzuführen. Aber wer ist der wahre Richter in dieser Auseinandersetzung? Jephthas eigene Worte geben die Antwort: „Möge Jehova, der Richter, heute richten zwischen den Söhnen Israels und den Söhnen Ammons“ (11:27). Als der Geist Jehovas über ihn kommt, gelobt er, denjenigen, der zuerst aus seinem Haus herauskommt, um ihn zu empfangen, wenn er in Frieden von Ammon heimkehrt, Jehova hinzugeben. Jephtha bereitet Ammon eine vernichtende Niederlage. Bei seiner Rückkehr zu seinem Haus in Mizpa läuft ihm als erste seine eigene Tochter voll Freude über den Sieg Jehovas entgegen. Jephtha erfüllt sein Gelübde — nein, nicht durch ein heidnisches Menschenopfer gemäß den Baalsriten, sondern dadurch, daß er seine einzige Tochter hingibt, damit sie im Haus Jehovas ausschließlich zu Gottes Lobpreis diene.

      19. Welche Ereignisse führen zur „Schibboleth“-Probe?

      19 Die Männer Ephraims protestieren nun dagegen, daß sie nicht gerufen wurden, um gegen Ammon zu kämpfen, und sie bedrohen Jephtha, der gezwungen ist, sie zurückzutreiben. Insgesamt 42 000 Ephraimiter werden getötet, viele von ihnen an den Furten des Jordan, wo sie sich verraten, weil sie das Losungswort „Schibboleth“ nicht aussprechen können. Jephtha richtet Israel weitere sechs Jahre.

      20. Welche drei Richter werden als nächstes erwähnt?

      20 Die Richter Ibzan, Elon und Abdon (12:8-15). Über die Betreffenden wird nur wenig gesagt, doch zumindest wird die jeweilige Zeitspanne ihres Richtens angegeben, die sich auf 7, 10 bzw. 8 Jahre beläuft.

      21, 22. (a) Was für Machttaten vollbringt Simson, und durch wessen Kraft? (b) Wie wird Simson schließlich von den Philistern überwältigt? (c) Welche Ereignisse führen zu Simsons größter Tat, und wer erinnert sich seiner in dieser Stunde?

      21 Richter Simson (13:1⁠—⁠16:31). Wieder einmal gerät Israel in die Knechtschaft der Philister. Diesmal wird Simson von Jehova als Richter erweckt. Seine Eltern ziehen ihn von Geburt an als Nasiräer auf; deshalb darf auch niemals ein Schermesser auf sein Haar kommen. Während er aufwächst, segnet Jehova ihn, und ‘im Laufe der Zeit fängt der Geist Jehovas an, ihn umherzutreiben’ (13:25). Das Geheimnis seiner Stärke beruht nicht auf seinen Muskeln, sondern auf der Kraft, die Jehova ihm gibt. Als „Jehovas Geist über ihm wirksam“ wird, kann er mit bloßen Händen einen Löwen töten und später den Philistern einen Treuebruch vergelten, indem er 30 von ihnen niederstreckt (14:6, 19). Als die Philister in Verbindung mit Simsons Verlobung mit einer Philisterin wiederholt treulos handeln, nimmt dieser 300 Füchse, wendet Schwanz gegen Schwanz, steckt Fackeln zwischen die Schwänze und sendet sie hinaus, um die Getreidefelder, Weingärten und Olivenhaine der Philister in Brand zu setzen. Dann vollbringt er eine große Schlachtung unter den Philistern und häuft „Schenkel auf Hüften“ (15:8). Die Philister überreden Israeliten, Männer von Juda, Simson zu binden und ihnen auszuliefern, aber wieder ‘wird Jehovas Geist über ihm wirksam’, und seine Fesseln schmelzen sozusagen von seinen Händen weg. Simson schlägt tausend Philister nieder — „einen Haufen, zwei Haufen!“ (15:14-16). Seine Angriffswaffe? Ein feuchter Eselskinnbacken. Jehova erfrischt seinen erschöpften Diener, indem er auf dem Kampfplatz durch ein Wunder eine Wasserquelle hervorbrechen läßt.

      22 Simson verbringt eine Nacht im Haus einer Prostituierten in Gasa, wo ihn die Philister leise umzingeln. Doch wieder erweist es sich, daß der Geist Jehovas mit ihm ist, als er um Mitternacht aufsteht, die Flügel des Stadttors und dessen Seitenpfosten herausreißt und sie bis auf den Gipfel eines Berges vor Hebron trägt. Danach verliebt er sich in die verräterische Delila. Als williges Werkzeug der Philister setzt sie ihm so lange zu, bis er ihr enthüllt, daß seine Ergebenheit als Nasiräer Jehova gegenüber, die durch sein langes Haar versinnbildet wird, die wirkliche Quelle seiner großen Kraft ist. Während er schläft, läßt sie ihm das Haar abschneiden. Als er diesmal erwacht, versucht er vergeblich zu kämpfen, denn „Jehova [ist] von ihm gewichen“ (16:20). Die Philister ergreifen ihn, bohren ihm die Augen aus und stellen ihn in ihrem Gefangenenhaus als Sklaven an eine Mühle. Als die Zeit für ein großes Fest zu Ehren Dagons, des Gottes der Philister, kommt, bringen sie Simson heraus, damit er sie belustige. Sie messen der Tatsache, daß sein Haar wieder üppig gewachsen ist, keine Bedeutung bei, denn sie erlauben ihm, sich zwischen die beiden mächtigen Säulen des Hauses zu stellen, das der Anbetung Dagons dient. Simson ruft Jehova an: „Souveräner Herr Jehova, gedenke bitte meiner, und stärke mich bitte nur dieses eine Mal.“ Und Jehova erinnert sich wirklich seiner. Simson faßt die Säulen und ‘beugt sich mit Kraft’ — der Kraft Jehovas —, ‘und das Haus fällt zusammen, so daß der Toten, die er in seinem eigenen Tod tötet, mehr werden als derer, die er zu seinen Lebzeiten zu Tode gebracht hat’ (16:28-30).

  • 7. Bibelbuch — Richter
    „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
    • 27. Welchen Nutzen können wir heute aus dem guten Beispiel der Richter ziehen?

      27 Der unerschrockene Glaube der mutigen Richter sollte in unserem Herzen einen ähnlichen Glauben entfachen. Kein Wunder, daß sie mit solch begeisterter Anerkennung in Hebräer 11:32-34 erwähnt werden. Sie kämpften für die Heiligung des Namens Jehovas, aber nicht in ihrer eigenen Kraft. Sie wußten, daß der Geist Jehovas die Quelle ihrer Kraft war, was sie auch demütig anerkannten. Ebenso können wir heute zum „Schwert des Geistes“, Gottes Wort, greifen, voll Vertrauen, daß Gott uns genauso Kraft schenken wird wie Barak, Gideon, Jephtha, Simson und anderen. Ja, mit der Hilfe des Geistes Jehovas können wir geistig so stark sein, wie es Simson körperlich war, und gewaltige Hindernisse überwinden, wenn wir nur zu Jehova beten und uns auf ihn stützen (Eph. 6:17, 18; Ri. 16:28).

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen